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Forum offene KI in der Bildung

Kick-off zum Forum Offene KI in der Bildung: Wie geht es in 2024 weiter?

ChatGPT wird auch die Art wie wir lehren und lernen verändern. Aber passt ein intransparentes, kommerzielles Produkt zu den Zielen eines demokratischen Bildungssystems? Wie kann eine offene und freie KI-Alternative aussehen? Daran arbeiten wir beim „Forum Offene KI in der Bildung“. Ein Rückblick auf den Kick-off und ein Ausblick auf die anstehenden Workshops. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht!

Franziska Kelch

19. Dezember 2023

Knapp 100 Menschen hatten sich für den Kick-off zum Forum Offene KI in der Bildung angemeldet. Mit dabei waren Lehrkräfte der verschiedenen Schulformen, Bildungswissenschaftler*innen sowie Mitarbeitende aus Bildungsverwaltungen oder Landesbildungsinstituten, Informatiker*innen, Bildungspolitiker*innen, Expert*innen für digitale Bildung und Medienbildung und viele mehr.

In wechselnden Arbeitsgruppen ging es zum Auftakt der Workshopreihe erst einmal darum zu klären, was offene KI ist, warum ihr Einsatz in der Bildung wünschenswert ist und was Pädagog*innen und Schulen brauchen, um offene KI nutzen zu können. Gemeinsam haben die Teilnehmenden Fokusthemen definiert, die in drei Workshops in 2024 weiter bearbeitet werden sollen. Das Ziel: die gemeinsame Entwicklung von Rahmenbedingungen für die Gestaltung und den Einsatz von offener KI in der Bildung.

Alle reden über KI. Wir auch! Aber offen und mit allen, die sich am Forum Offene KI in der Bildung beteiligen wollen. Das entspricht unserem demokratischen Bildungsverständnis. Daher wollen wir gemeinsam Leitlinien für freie und offene KI-Anwendungen in der Bildung entwickeln – statt mit intransparenten, kommerziellen Anwendungen zu arbeiten.
Dr. Anne-Sophie Waag, Referentin für Bildung in der digitalen Welt Wikimedia Deutschland

Ist offene KI gleich gute KI?

Bei offenen KI-Anwendungen ist nicht nur der Quellcode (oder das Modell), sondern auch der zugrundeliegende Datensatz offen einsehbar, nutzbar und veränderbar. Das hat Vor- und Nachteile. So können Daten, Algorithmen oder Filtermechanismen überprüft werden, um beispielsweise Diskriminierung besser zu begegnen. Offenheit kann KI nachvollziehbarer machen. Das kann Vertrauen stärken und passt außerdem zu einem demokratischen Bildungssystem. Allerdings, so die Einwände einiger Teilnehmer*innen, gelte das natürlich nur für Menschen mit entsprechendem Vorwissen. Die Kompetenzen, die notwendig sind, um Systeme künstlicher Intelligenz zu verstehen oder ihre Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, müssten auch vermittelt werden.

Ein Vorteil, der in der Debatte immer wieder betont wurde: Offene KI Anwendungen für Schulen können auch für spezifische Bedarfe und Zwecke angepasst werden. Das ist insbesondere für den Bildungskontext relevant, da die Binnendifferenzierung von Lernmaterialien einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Aus Sicht der Teilnehmenden bestünden weitere Vorteile von offener KI darin, dass offene Standards die Integration von verschiedenen Bildungstechnologien und -plattformen ermöglichen. Bei einer offenen und nicht-kommerziellen Anwendung sei das Datensammeln außerdem nicht Teil eines Geschäftsmodells, hoben Teilnehmende in der Diskussion hervor.

Und so geht es 2024 weiter

Nachdem die Teilnehmenden beim Auftakt im November verschiedene Fokusthemen definiert haben, die sie im Kontext von offener KI für wichtig halten, geht es im neuen Jahr mit drei Schreibwerkstätten weiter. Dabei sollen zu einzelnen Themen Handlungsempfehlungen entwickelt werden.

Einige Fokusthemen lauten:

  • Nachvollziehbarkeit und Transparenz bei KI
  • Finanzierung und Trägerschaft
  • länderübergreifende Infrastrukturlösungen
  • Nachnutzbarkeit und freie Lizenzen
  • Regulierung und Qualitätssicherung
  • Pädagogische Grundlagen und Ethik der KI

In Themengruppen werden die unterschiedlichen Perspektiven und Expertisen der Teilnehmenden zusammengeführt, Informationen recherchiert und zusammengetragen oder externe Expert*innen gehört. Bis zur dritten Schreibwerkstatt sollen so Handlungsempfehlungen für den Einsatz offener KI in der Bildung entstehen, die am 14. Mai 2024 in Berlin an bildungspolitische Akteur*innen übergeben werden. Wer an einer oder allen Werkstätten teilnehmen möchte, kann sich noch anmelden.

Anne Sophie Waag und Sarah-Isabelle Behrens von Wikimedia Deutschland und die Pädagogin Nele Hirsch unterstützen die Gruppen bei Recherchen oder der Kontaktaufnahme zu Expert*innen, die für spezifische Themen und ihre Einschätzung dazu angefragt werden können.

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