Elisabeth Mandl für WMDE, Jungwikipedianer in Erfurt 2, CC BY-SA 4.0

Um Jugendliche zu befähigen, Denkmäler zu erkennen, in guter Qualität zu fotografieren und schließlich am größten Fotowettbewerb der Welt, Wiki Loves Monuments, teilzunehmen, fand am ersten Juniwochenende ein Foto-Workshop in Erfurt statt.

Wiki Loves Monuments ruft jeden September Wikipedia-Leserinnen und -Leser sowie Fotografie-Begeisterte dazu auf, lokale Schätze und ferne Paläste mit der Welt zu teilen. Es geht darum, Kultur- und Baudenkmäler mit Hilfe von Fotos für alle sichtbar zu machen und zu bewahren. Organisiert wird der Wettbewerb von Freiwilligen. Sie wollen mehr Menschen auf das sie umgebende Kulturerbe aufmerksam machen und so zum Denkmalschutz beitragen. Dabei sind sie ziemlich erfolgreich: Allein in Deutschland kommen durch Wiki Loves Monuments jährlich über 20.000 neue Bilder ins freie Medienarchiv Wikimedia Commons.

Warum fand der Workshop aber ausgerechnet in Erfurt statt? „Wir sind in Erfurt, weil die Teilnehmenden sich die Stadt ausgesucht haben. Hier gibt es viele Denkmäler, die Innenstadt ist nur wenig vom Krieg zerstört und wir haben hier die Chance, Fotomotive zu finden und die Wikipedia zu erweitern mit Gebäuden, die noch niemand fotografiert hat”, erklärt Workshop-Organisator Stefan Schneider. Erfurt ist auch deshalb besonders, weil die gesamte Innenstadt unter Denkmalschutz steht und es deswegen eine große und spannende Auswahl an Motiven gibt.

Elisabeth Mandl für WMDE, Jungwikipedianer in Erfurt, CC BY-SA 4.0

Was ist ein Denkmal und ab wann ist zum Beispiel ein Gebäude ein Denkmal? Die Kulturvermittlerin Stephanie Reiterer erklärte den Teilnehmenden, dass der Begriff „Denkmal” selbst im stetigen Wandel ist und viele unterschiedliche Bedeutungen hat. Die Dinge, die man im Alltag sieht und gar nicht als Denkmal wahrnimmt, sind oft etwas Besonderes. So können neben Gebäuden auch Statuen, Gedenksteine, Obelisken, Schilder, U-Bahnhöfe und auch Baulücken ein Denkmal sein. Generell lässt sich sagen, dass ein Denkmal etwas aus historischer, wissenschaftlicher oder künstlerischer Sicht so Bedeutsames ist, dass man es für die Öffentlichkeit erhalten möchte. Für den Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments gibt es Hilfestellungen in Form von Listen für jedes Bundesland, an denen sich die Teilnehmenden orientieren können.

Danach wurden die Jugendlichen vom Fotografen Volkmar Billep in die Denkmalfotografie eingeweiht. Es wurde relativ schnell deutlich, mit welchen Herausforderungen dies einhergeht, denn dreidimensionale Gebäude sind mit ihrer Form und Gestaltung schwer auf einem einzigen Bild einzufangen. Auch Fragen zur Größe und Dimension wurden aufgeworfen. Bilde ich beispielsweise die Kuppel des Pantheons mit den Menschen darin ab, damit die Proportionen deutlich werden? Und wie kann ich die Details der Fassade hervorheben?

Elisabeth Mandl für WMDE, Erfurter Dom, CC BY-SA 4.0

Dass das alles aber machbar ist und kreativ umgesetzt werden kann, wurde schnell in der Praxis deutlich. Denn all die theoretischen Erkenntnisse konnten in einem Fotowalk geleitet von Wikipedianer Benutzer:Stepro ausprobiert werden. Neben dem Erfurter Dom und der Krämerbrücke gab es viel zu entdecken und es wurde vor allem der Fokus auf alle noch nicht fotografierten denkmalgeschützten Häuser gelegt. Damit nicht nur das theoretisch Gelernte angewendet, sondern auch ganz nebenbei die Wikipedia noch vollständiger wird.

Und wer weiß, vielleicht ist ja eines der in Erfurt entstandenen Bilder unter den diesjährigen Preisträgern bei Wiki Loves Monuments.

Elisabeth Mandl für WMDE, Jungwikipedianer vor Krämerbrücke, CC BY-SA 4.0

Weitere Informationen zum Workshop gibt es auf https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Jungwikipedianer/Foto-Workshop