Lernen mit MediaWiki – Über Online Kurse auf Wikiversity

Dies ist ein Gastbeitrag von René Pickhardt. René ist Blogger, Programmiernerd, Doktorand am Institute for Web Science and Technologies und ein Enthusiast für Open Access, Open Source und Open Education. Im Rahmen von Open Education hat er im Sommer einen Kurs für die Deutsche Schülerakademie auf Wikiversity gehalten. Aktuell erstellt er zusammen mit Prof. Dr. Steffen Staab und dem Video-Designer Robert Naumann den ersten Massive Open Online Course (MOOC) auf der englischen Wikiversity. Das Thema lautet: Introduction to Web Science. Hier berichtet René über den MOOC und seine Erfahrungen damit.

Massive Online Open Courses (MOOCs) sind zur Zeit der letzte Schrei im Internet und vor allem im E-Learning. Als MOOCs werden Online-Kurse bezeichnet, die eine breite Anzahl an Teilnehmern zulassen und – je nach Ausgestaltung – unterschiedliche Formen des Dialogs und der interaktiven Zusammenarbeit zulassen. Wer wissen will, was ein MOOC ist, kann sich gerne dieses Video anschauen:
An der Uni Koblenz haben wir kürzlich den ersten deutschen Masterstudiengang zum Thema Web Science gestartet und empfanden es als natürlich, das Web im Web zu studieren. Daher wollten wir einen MOOC für die Web-Science-Vorlesung zu erstellen. Ich begann also, verschiedene Plattformen für MOOCs miteinander zu vergleichen. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, Wikiversity als Plattform für den MOOC zu verwenden.
  • Die Projekte der Wikimedia Foundation sind unserer Meinung nach der nachhaltigste Ort für offene Inhalte.
  • Das Ecosystem rund um die Wikipedia, Wiki Commons und Wikiversity ist unheimlich stark, so dass auf vielen hochqualitativen Inhalten aufgebaut werden kann.
  • Zu guter Letzt ist Lernen und Lehren ein kollaborativer Prozess. Eine offene Plattform zu haben, ermöglicht sogar das gemeinsame Erstellen von Inhalten oder das Übersetzen in andere Sprachen.
  • Viele Video-Inhalte, die man im Rahmen eines solchen MOOCs erstellt, lassen sich darüber hinaus auch gut in Wikipedia-Artikel einbinden und können unabhängig vom Erfolg des MOOCs einen Beitrag zu guter Bildung leisten.
Einen großen Nachteil stellt für uns leider die Mediawiki-Software dar. Auch wenn diese leicht zu erlernen ist und viel Flexibilität ermöglicht, ist sie nicht für E-Learning-Anwendungen gemacht und das spürt man. Einige Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge wurden in der Barcamp-Session der #OERde13  gesammelt und können hier nachgelesen werden. Trotzdem haben wir versucht die Software so gut es geht zu „missbrauchen“, um die User-Experience für die Lernenden zu erhöhen. Einige Tricks werde ich hier vorstellen:
Eigentlich sollen Lernende direkt unterhalb der Inhalte Fragen von anderen Lernenden sehen und stellen können. Die von der Mediawiki vorhergesehenen Diskussionsseiten bieten sich nur bedingt an, da sie die Interaktion nur für Expertennutzer ermöglichen. Hierfür haben wir mit Hilfe von Templates ein klassisches Diskussionssystem emuliert, wie man am Beispiel sehen kann: https://en.wikiversity.org/wiki/Topic:Web_Science/Part1:_Foundations_of_the_web/Internet_Architecture/Internet_Protocol/IP_forwarding_algorithm
Ein anderes Problem ist die Tatsache, dass man als Student nicht alle Lerninhalte konstant nach neuen Fragen und Diskussionen überprüfen möchte. Weiterhin hat man vielleicht auch noch keinen Account auf Wikiversity. Wir haben mit Hilfe der Spezial-Funktion Related Changes eine öffenltiche Watchlist der Diskussionsseiten erstellt und geben unseren Studenten somit immer die Chance up to date zu bleiben:
Mit Hilfe unseres Lesson-Templates können einzelne Lerneinheiten getrennt voneinander dargestellt werden. Trotzdem sind sie anschliessend automatisch verlinkt und besitzen eine Navigation.
Wir sind wirklich gespannt, wie der MOOC auf Wikiversity laufen und angenommen wird und freuen uns natürlich über jeden, der mit uns diesen Weg gehen möchte.
Weitere Links:

https://en.wikiversity.org/wiki/Topic:Web_Science

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Dieser Eintrag wurde geschrieben von am Montag, Oktober 28th, 2013 um 17:04 Uhr und ist zu finden unter Bildung. Sie können diesen Beitrag mit RSS 2.0 Feed abonnieren. Sowohl Kommentare als auch Pings sind derzeit geschlossen.
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