Foto: Dezidor, CC-BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Wie viel sind 1.500.000 Millionen? Was schon schwer vorstellbar bei Äpfeln oder Birnen ist, wird bei enzyklopädischen Artikeln eine hoffnungslose Denkaufgabe. Vielleicht hilft dies: Die deutschsprachige Wikipedia erreicht an diesem Wochenende den Meilenstein von 1.500.000 Artikeln. Wenn man für jeden einzelnen davon nur ein einziges Mal laut „Danke!“ rufen würde, dann, nun ja… würde das lange dauern. Keine Stimme könnte das. So viel sind 1,5 Millionen.

Dann wenigstens aufschreiben: Danke!

Es hat viele tausend ehrenamtliche Helfer über 11 Jahre Zeit und Energie gekostet, diese Marke zu erreichen. Wobei es ihnen natürlich nicht um diesen oder alle anderen Meilensteine gegangen sein dürfte. Für die meisten Wikipedia-Helfer zählt der nächste Artikel mehr als der letzte. Das gilt für jede Ergänzung, jede Verbesserung oder Korrektur, für jedes neue Foto oder jeden neuen Literaturbeleg. Das ist sozusagen die Quadratur dieser 1.500.000: Es ist eine Sache, so viele Artikel zu schreiben. Eine ganz andere ist es, diese riesige Wissenssammlung auszubauen und zu pflegen.

Deshalb gehört dieser Meilenstein lauthals gewürdigt. Er ist nicht einfach eine weitere Etappe vom prestigeträchtigen millionsten Artikel hin zur Zwei-Millionen-Marke. Krummes Jubiläum? Keineswegs. Eine halbe Million neuer Artikel ist keine Randnotiz. Es hat über fünf Jahre gedauert, bis 2006 die ersten 500.000 Wikipedia-Artikel in deutscher Sprache gefeiert werden konnten.

Und wo es schon um Statistik geht: Alle drei Meilensteine im Halbmillionentakt wurden während der jährlichen Spendenkampagne erreicht. Ein Zufall, aber auch unter Zufällen gibt es Gemeinsamkeiten. Millionen Leser nutzen heute Wikipedia, weil Ehrenamtliche ihr Wissen für das Projekt gespendet und viel dafür getan haben, die Qualität der Enzyklopädie über Jahre zu verbessern. Nur deshalb gibt es Millionen Leser. Wer nutzt schlechte Angebote schon freiwillig ein zweites Mal? Leser, die nicht aktiv zu Artikeln beitragen, spenden finanzielle Unterstützung statt Wissen. Damit sind sie auch Teil all Jener, die die Idee des Freien Wissens fördern und verbreiten.

Doppelt hält besser:

Danke!