Projekte & Aktivitäten von Wikimedia Deutschland im Juni 2011

POLITIK UND GESELLSCHAFT 4. Collaboratory-Initiative zu “Privatheit und Öffentlichkeit” Im Juni fand der dritte Workshop der 4. Collaboratory-Initiative Internet und …

  • Pavel Richter
  • 5. Juli 2011

POLITIK UND GESELLSCHAFT

4. Collaboratory-Initiative zu “Privatheit und Öffentlichkeit”

Im Juni fand der dritte Workshop der 4. Collaboratory-Initiative Internet und Gesellschaft in der Räumen der Haupstadtrepräsentanz der Telekom statt und in Brandenburg wurde bei einem Wochenendworkshop intensiv an Szenarien, Thesen und Grafiken für den Bericht gearbeitet. Sebastian ist Teil der Expertengruppe. Am 16.9. findet der Abschlussworkshop mit externen Gästen statt. Auf http://collaboratory.de/ sind alle Termine, Berichte und die Dokumente der ersten drei Expertenrunden unter Freien Lizenzen verfügbar.

Kick-off des Ohu zu Urheberrecht

In Anknüpfung an die 3. Collaboratory-Initiative zu Regelungssystemen für informationelle Güter sollen nun auf Arbeitsgruppen-Ebene neue Themen für eine Dynamisierung der Urheberrechtsdebatte identifiziert werden. Beim Kick-off-Treffen am 28.6. nahm Jan für WMDE teil und warb mit einem kurzen Input für eine tiefer gehende Beschäftigung mit dem Thema “Unternutzung gebührenfinanzierter Inhalte”. Für weitere Projektvorschläge und neue Teilnehmer bleibt das Ohu (Maori für Arbeitsgruppe) weiterhin offen. Bewerbung hier.

OKCon – OpenKnowledge Conference

Am 30. Juni und 1. Juli fand die von Wikimedia Deutschland als Partner unterstütze OKcon 2011 in der Berliner Kalkscheune statt. Sebastian Sooth hat die Kooperation betreut. Mathias Schindler hat in einer Session Wikipedia Forschungsprojekte vorgestellt und Daniel Kinzler hat gezeigt, was man alles mit dem Toolserver machen kann.

Deutsche Digitale Bibliothek / Europeana

Am 9. und 10. Juni fand in Berlin der Kulturpolitische Bundeskongress statt, auf dem Mathias als Vertretung für Pavel auf einem Panel zur Zukunft der Bibliotheken eingeladen war. Als Vorbereitung auf dieses Panel besuchte Mathias die Präsentation des aktuellen Standes der “Deutschen Digitalen Bibliothek” (DDB) auf dem Bibliothekartag einige Tage vorher. Aufgrund der dort gezeigten Informationen entstanden zwei kurz gefasste Empfehlungspapiere von Wikimedia zur Lizenzierungspolitik von Europeana und DDB, die wir nun veröffentlichen. Kern ist dabei die Frage, ob die Metadaten der in DDB und Europeana gezeigten Objekte unter den Bedingungen von CC0 oder einem vergleichbaren Modell verfügbar gemacht werden. Nach einigen Jahren Diskussion sind wir mit Europeana nun endlich soweit, dass es hier einen CC-0-Publikationsweg gibt, die DDB hat diese Diskussion noch vor sich. Auf dem Panel des Kulturpolitischen Bundeskongresses war dann die Frage nach den Lizenzen auch eines der angesprochenen Themen, zu dem wir als erklärtem Freund der Bibliotheken auch Stellung bezogen.

Fotoprojekt Hamburger Bürgerschaft

Am 22. und 23. Juni haben ein Dutzend Wikipedianer ein temporäres Quartier im Hamburger Rathaus, dem Sitz des Landesparlamentes der Freien und Hansestadt, bezogen. Dieses (und das ist eine völlig neutrale Beschreibung) Feierabendparlament hatte an beiden Tagen seine Sitzung von 15 Uhr bis 22 Uhr. Ziel der Aktion war es, die Abgeordneten abzulichten, um die qua Mandat in Wikipedia relevanten erstellten Artikel bebildern zu können. Trotz dichter Agenda und eines Abstimmungsmarathons, der fast ihre ständige Anwesenheit im altehrwürdigen Parlamentssaal erforderte, fanden die Vertreter aller Fraktionen hin und wieder die Zeit, sich abseits des Shootings auch wertvolle Praxistipps für den Gebrauch der Wikpedia geben zu lassen.

Worte können nur bruchstückhaft den Dank an die Freiwilligen und Helfer (namentlich und nicht abschließend Olaf Kosinsky, Peter Weis, Ralf Boesch, Henriette Fiebig, Sven Teschke…) ausdrücken, die diese Veranstaltung in professioneller und angenehmer Weise gestemmt haben. Die Ergebnisse sind auf Wikimedia Commons einsehbar.

PUBLIC RELATIONS & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die zweite Ausgabe 2011 der Vereinszeitung ist im Juni erschienen und online oder in der Printausgabe ab sofort erhältlich. Die Wikimedium kann wie immer kostenfrei unter redaktion@wikimedium.de bei uns bestellt werden. Catrin und Michael haben für diese Ausgabe mit einer Reihe von Gastautoren zusammengearbeitet. Es sind Beiträge von Wikipedia-Aktiven und engagierten Benutzern aus anderen Wikimedia-Projekten enthalten, Einblicke in den Alltag von ehrenamtlichen Referenten oder auch ein Interview mit dem 1000sten Vereinsmitglied von Wikimedia Deutschland. Dafür allen Mitwirkenden großen Dank! Wir freuen uns sehr über die wachsende Zahl Interessierter, die Neuigkeiten und Erfahrungen aus ihrem Engagement für Freies Wissen über die Wikimedium mitteilen wollen. Seid mutig! Eure Ideen für Themen, über die ihr schreiben möchtet, nehmen wir gern ebenfalls unter redaktion@wikimedium.de entgegen.

Informationsmaterial

Im Juni hat Michael eine Reihe von Give-aways in Auftrag gegeben. Darunter sind Wikipedia-Bleistifte, Stoffbeutel und Postkarten, deren unterschiedliche Motive z.B. Aufmerksamkeit für Wikimedia Commons oder das Projekt “Wikipedia macht Schule” generieren sollen.

Pressemitteilungen

Im Juni veröffentlichten Catrin und Michael begleitende Pressemitteilungen für vier Veranstaltungen in direktem Zusammenhang mit Wikimedia Deutschland und der Wikimedia-Community. Ihr findet die Mitteilungen zu
Wikipedia trifft Altertum, zum Expertengespräch “Warum sollte Wikipedia Weltkulturerbe werden?” , zur Öffentlichen Anmeldung für die Wikimania Haifa 2011 und zur Open Knowledge Conference gesammelt im Pressebereich unserer Vereinsseite.

Pressegespräche / Medienkooperationen

Im Juni hat Catrin einige Gespräche mit potentiellen Kooperationsapartner für diverse Projekte geführt, darunter Medienpartner wie dradio wissen, die WAZ-Gruppe und Zeit. Es werden Gespräche geführt und Ideen ausgetauscht, die hoffentlich in Kürze als Aktionen präsentiert werden können.

Vorbereitungen für die Medienbeiträge in 3sat (Der wahre Wattwurm, 10. Juni 2011 ) und bei Deutschlandradion Wissen (‘Die Editwars der Besserwisser’, 10 Juni 2011) fanden in enger Abstimmung mit Catrin statt. Dank der Unterstützung und Zusammenarbeit mit Wikipedianern sind die Ergebnisse sehens– und hörenswert.

Zahlreiche Anfragen für Hintergrundinformationen und Interviews bearbeitete Catrin im Hinblick auf die Initiative ‘Wikipedia muss Weltkulturerbe werden’ und auch die Veranstaltung ‘Wikipedia trifft Altertum’ fand in den Medien einige Beachtung. Die Berichterstattungen dazu und weitere Beispiele aus der täglichen Pressearbeit finden sich im Pressespiegel.

Internetpräsenz

Im Juni erfolgte eine Überarbeitung des Vereins-Blogs. Etwas mehr Übersicht in der Navigation, eine bessere Suchfunktion und eine konsistente Einbindung in die Vereins-Webseite waren die ersten Maßnahmen. Zudem wurde eine Neu-Kategorisierung der alten Inhalte notwendig, um die Gliederungsstruktur verbessern zu können. Neu hinzugekommen ist dadurch ein Menü auf der rechten Seite, das die einfache Navigation nach Kategorien und Jahren ermöglicht. Diese Überarbeitung fügt sich nahtlos in die allmähliche Erneuerung unserer diversen Internet-Auftritte ein, die seit Ende 2010 im Gange ist. So schön eine echter “Relaunch” der Vereins-Webseite oder des Blogs gewesen wären, haben wir uns für eine “Evolution” mit Bedacht entschieden. Auf diese Weise können wir die vielen verstreuten Seiten mit Bezug zur Arbeit von Wikimedia Deutschland besser berücksichtigen und zugleich unserem Informationsauftrag weiterhin kontinuierlich nachkommen.

Wikipedia-Buch

Als wir überlegten, was wir anläßlich des 10. Geburtstages von Wikipedia noch tun können, kam die Idee auf, ein Buch herauszubringen. Zur Erarbeitung des Konzeptes und der Inhalte haben Catrin und Boris tatkräftige Unterstützung aus der Wikipedia-Autorenschaft und anderen Nutzergruppen der Wikipedia bekommen. Und das Werk steht nun kurz vor der Vollendung: Im Juni wurden in Hamburg beim Verlag Hoffmann und Campe die Neuerscheinungen im Herbst präsentiert: Das Wikipedia-Buch ist eines davon! Derzeit stimmt Catrin in Zusammenarbeit mit dem Verlag die geplanten Aktivitäten auf der Frankfurter Buchmesse ab und Lesungen, die rund um die Erscheinung bundesweit stattfinden sollen. Vorbereitungen für die Book-Release-Party werden im Juli starten, da diese Veranstaltung für Ende September avisiert ist. Aber zunächst verbringen Verlags-Lektoren in enger Absprache mit Boris noch viel Zeit mit der Zusammenstellung und Bearbeitung der Beiträge. Leider können nicht alle Beiträge in das Buch aufgenommen werden und so ist Boris derzeit damit beschäftigt parallel eine Online-Veröffentlichung auf unsere Vereins-Webseite zu realisieren.

Deutsches Technikmuseum

Das Deutsche Technikmuseum in Berlin war nicht nur ein schöner Veranstaltungsort für die erste Podiumsdiskussion ‘Warum sollte Wikipedia Weltkulturerbe werden?’ In Anschlußgesprächen hat Catrin einen interessanten Partner gewonnen. Ob Exklusiv-Führungen für Wikipedia-Fotografen und Autoren (sämtliche Aufnahmen der Exponate unter freier Lizenz), Workshops mit Wikipedia-Redaktionen und Museums-/Abteilungsleitern und eine mögliche Zusammenarbeit im Rahmen des Programms ‘Wikipedian in Residence’ sind hier nur einige Ideen für Kooperationen, die dabei entstanden und in den nächsten Monaten umgesetzt werden. Weitere Anregungen dazu gern an Catrin.

Initiative “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden”

Mittlerweile gibt es über 28.000 Mitzeichner und über 3.300 Fans auf der zur Initiative gehörenden Facebook-Seite.

Jimmy Wales unterstützt die Initiative nicht nur mit dem Video-Aufruf, den Catrin im Mai roduzieren ließ. Im Juni wurde ein Brief erstellt (deutsch/englisch), der vor allem Jimmy dazu dient, Prominente weltweit zur Unterstützung der Initiative aufzurufen. Insgesamt ist die Petition von Freiwlligen bereits in über 36 Sprachen übersetzt worden und aktuell wird das Aktionslogo von der Pro-bono Agentur Leo Burnett in zunächst 10 Sprachen layoutet – die Teilnahme der Chapter wird durch flankierende Unterstützung von Catrin und Sebastian begleitet. Einige Ideen für nationale und internationale Community-Aktivitäten wurden im Juni zusammengestellt und sollen im Juli in Zusammenarbeit mit Freiwilligen geplant werden.

In der italienischen Wikipedia gibt es seit Ende Juni eine Sitenotice, die auf die Petition hinweist. Sebastian Sooth hat im Juni den Online-Auftritt der Initiative auf der Petitonsseite und bei Facebook begleitet und die Untertitelung der Videos in weiteren Sprachen betreut. Sebastian bereitet im Moment die nächsten Veranstaltungen vor, die vorraussichtlich in Köln/Bonn, Frankfurt und Hamburg stattfinden werden. Anfang Juli wird es ein Treffen mit der deutschen UNESCO-Kommission geben, auf der über mögliche weitere Schritte gesprochen wird. Darüber wird Sebastian dann hier im Blog berichten.

Das Petitonsformular und alle Infos zur Initiative sind auf wikipedia.de/wke zu finden

Wikipedia-Schulprojekt

In diesem Monat kann sich das Schulprojekt über mehr als zwanzig Anfrage von Schulen und Bildungseinrichtungen an Workshops freuen. Besonders die Schülerworkshops waren zum Schuljahresende gefragt. Wir konnten ganze 6 Schülerworkshops von Rheinland-Pfalz, über Hessen bis nach Brandenburg organisieren und für den Herbst konnten wir bereits erste konkrete Termine auf Fachgruppentagungen und -messen planen. Auch seitens der Presse gab es in diesem Monat Berichte in verschiedenen Zeitungen. Eine Zusammenstellung findet Ihr in unserem Medienecho. Die Sommerferien haben nun teilweise begonnen und einige Lehrer scheinen die Zeit nun zu nutzen die ersten Stunden im nächsten Schuljahr für Workshops zu verplanen. Das freut uns natürlich sehr.

Besonders durch die aktuellen Plagiatsdebatten ist das Thema Urheberrecht nun auch in Schulen weiter oben auf der Tagesordnung gelandet. Diesen Schwerpunkt konnten unsere Referenten natürlich gut mit in ihre Arbeit aufgreifen. Ein Lehrer berichtete uns nach einem Einsatz, dass die Schüler sogar am nächsten Tag noch über den Workshop diskutiert hätten. Ein paar Steine konnten also in diesem Monat wieder ins Rollen gebracht werden!

Außerdem konnten wir in diesem Monat zwei neue Referenten für unser Projekt gewinnen. Mit den Bwerbern haben wir uns am 17.Juni im Unperfekthaus in Essen getroffen. Das Kennenlernen fand in entspannter Atmosphäre statt und wurde besonders durch Praxiseinblicke durch einen Referenten zu einer gelungenen Veranstaltung. Weitere Bewerber werden voraussichtlich zu unserem Camp im August dazustoßen. Hierfür hat in diesem Monat die Planung begonnen. In der aktuellen Wikimedium könnt ihr gleich auf der Seite 2 den Artikel eines Referenten über seine Arbeit im Schulprojekt lesen. Lust bekommen? Dann bewerbt euch oder unterstützt das Projekt in dem ihr eure Ideen an schule@wikimedia schickt.

FUNDRAISING

Zwischen dem 17. und 19. Juni fand der diesjährige Fundraising Summit statt. Insgesamt 18 Teilnehmer von 11 Chaptern und der WMF trafen sich für drei Tage in Wien, um sämtliche Aspekte rund um Fundraising für Wikimedia/Wikipedia zu besprechen. Von Wikimedia Deutschland waren Tobias und Till vor Ort. Dominierende Themen waren das Fundraising Agreement, der letztjährige und der kommende Online-Spendenaufruf, CiviCRM und allgemeine Aspekte des Fundraisings. Till hielt einen Vortrag über das Fundraising von Wikimedia Deutschland, in der er die Bedeutung von ganzjährigen Spendenaktivitäten für Wikimedia/Wikipedia hervorhob. Die Präsentation kann man sich hier anschauen. Es war spannend zu diskutieren, welche Erfahrungen andere Chapter machen und welchen Weg Chapter sowie die WMF in Zukunft im Fundraising einschlagen möchten. Hier kann man sich die Notizen des Summits anschauen, die aufgrund der Internetzugangsprobleme leider nicht ganz vollständig sind.

Darüber hinaus wurde unsere Spenderumfrage im Juni fertig gestellt. Im Juli wird die Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse werden wir sowohl im Blog als auch an dieser Stelle präsentieren. Übrigens: die WMF hat letztes Jahr eine internationale Spenderumfrage durchgeführt, mit durchaus überraschenden Erkenntnissen, die man hier nachlesen kann.

Schließlich gingen im Juni die Vorbereitungen für den Fundraiser 2011 weiter. Auf der Projektseite kann man sich auf den aktuellen Stand bringen. In diesem Zusammenhang weisen  wir auf den Test der WMF vom 16. Juni hin. Dieser hält eine der wichtigsten Erkenntnisse für alle zukünftigen Spendenkampagnen von Wikimedia bereit: Jimmy ist schlagbar!

FREIWILLIGENFÖRDERUNG / COMMUNITY-BEZIEHUNGEN

Seit dem 15. Juni bearbeitet Johannes Rohr als neuer Mitarbeiter die Bereiche Freiwilligenförderung und Community-Beziehungen. Der Arbeitsbereich umfasst sowohl die Communities der Projekte (Wikipedia und Co) als auch die Mitgliedschaft des Vereins. Johannes übernimmt zum Teil die Aufgaben von Henriette Fiebig, die den Verein zum Monatsende verlassen hat. Neben der Einarbeitung in die damit verbundenen administrativen Abläufe laufen zur Zeit die Planungen für mehrere Maßnahmen zur besseren Förderung von Autoren und zur Verbesserung des Kommunikationsflusses zwischen Geschäftsstelle und Gemeinschaft. Dazu gehört auch, dass Johannes sich am 29. Juni der Wikipedia-Community im Kurier vorgestellt und zur Diskussion über die Rolle und Performance von WMDE eingeladen hat.

Community-Space

Auch im Juni blieb das Blogposting zur Suche nach Raum für Freies Wissen weiter aktuell. Sebastian Sooth hat viele Objekte in Berlin gesichtet und darüber hinaus Gespräche mit Anbietern möglicher, einfach zu nutzender Orte in weiteren Städten geführt.

Community-Projektbudget

Sebastian Sooth hat den Community-Projektbudgetausschuss bei der Durchführung seines ersten Treffens am 17. und 18. Juni in Hamburg unterstützt.

Zedler-Preis für Freies Wissen

Am 14.06. hatten Nicole und Catrin einige Community-Mitglieder eingeladen, um gemeinsam über die Zukunft der Zedler-Medaille zu sprechen und die schriftlich diskutierten Neuerungen in einen festen Rahmen zu gießen. Das Treffen war sehr konstruktiv und ergebnisreich: auf der Wikipedia-Projektseite findet sich nun vorzeigbare Ansätze für ein neues Konzept:

Der im Jahr 2011 neu aufgelegte „Zedler-Preis für Freies Wissen“ ist ein Preis für herausragende Leistungen, Artikel, Redaktionen, Aktivitäten und Projekte innerhalb aber auch außerhalb der Wikipedia und des Wikimedia-Universums, vergleichbar mit dem Grimme-Preis oder den Grammy Awards. In verschiedenen Kategorien werden Personen oder Personengruppen ausgezeichnet, die sich während der letzten zwölf Monate besonders für Freies Wissens eingesetzt, freies Wissen produziert, einen Bewusstseinswandel vorangetrieben oder bestimmte Lücken gefüllt haben.

Für diese Kategorien suchen wir externe Partner, die eine Patenschaft übernehmen, die Reichweite des Wettbewerbs erhöhen und Mitglieder einer Jury stellen können. Die wichtigste Neuerung ist, dass der Wettbewerb nicht zum Erstellen von Artikeln extra für den Wettbewerb aufruft, sondern dass großartige Leistungen des letzten Jahres nachträglich geehrt werden.

Das Konzept wird nun finalisiert, dann eine Jury gewählt und externe Partner gesucht. Im November starten wir die öffentliche Nominierungsphase, im Dezember dann die Abstimmung und Weitergabe der Beiträge an die Jury. Die Preisverleihung wird im Februar/März 2012 stattfinden.

Weitere Diskussionsbeiträge und Vorschläge für Partner, Juroren, Schirmherren etc sind nach wie vor herzlich willkommen! Ansprechpartnerin bei uns ist Nicole.

WikiConvention

Am 9.-11. September wird in Nürnberg die WikiConvention stattfinden. Organisiert wird die Veranstaltung von der Community für die Community, Wikimedia Deutschland ist Hauptsponsor (neben WMAT und WMCH) und unterstützt bei allen logistischen und organisatorischen Fragen.

Die WikiCon soll alle Akteure der deutschsprachigen Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte im Nürnberger Bildungszentrum zusammenbringen. Sie knüpft an das Skillshare-Treffen 2010 an und soll Zeit und Raum für Workshops, Vorträge und Podiumsdiskussionen bieten, durch offene Strukturen sollen gleichzeitig neue Ideen entwickelt und vertieft werden. Für Kontakte im „Real Life“ soll mehr als nur eine Nische im Veranstaltungsprogramm bleiben.

Nicole und Henriette sind in stetigem Kontakt mit den Organisatoren aus Nürnberg und unterstützen bei Fragen zur Anmeldung, Budgetierung, Unterkunft, Programmgestaltung und sonstiger Logistik. Im Rahmen des Logowettbewerbs wurde ein hübsches Logo gekürt, Anfang Juli wird die offizielle Anmeldung eröffnet und zur Zeit werden Programmvorschläge und Helferangebote gesammelt.

Wiki loves Monuments

Die Suche nach Partnern und Sponsoren für den Fotowettbewerb “Wiki loves Monuments” setzte sich auch im Juni fort. Die Community arbeitet weiter an der Erstellung der entsprechenden Listen, es werden Kontakte zu einzelnen Städten geknüpft und intensiviert, die an lokalen Aktionen interessiert sind. Es gibt neben der Website nun auch Flyer zum Ausdrucken und Mitnehmen auf Fototour. Für die Jury werden außerdem bis zum 10. Juli die Kandidaten aus der Community sowie Vorschläge für externe Juroren gesammelt. Ansprechpartnerin bei uns ist Nicole. Kilian hat dazu einen ausführlichen Blogbeitrag veröffentlicht.

WISSENSCHAFT

Wikipedia trifft Altertum

Am Pfingstwochenende fand in Göttingen die Konferenz „Wikipedia trifft Altertum“ statt. An zwei Tagen trafen 100 Wissenschaftler und Wikipedianer zusammen, insgesamt wurden fast 30 Vorträge gehalten (darunter Mathias zu Bildrechten, Datenbanklinks und Inhaltepartnerschaften). Die Organisatoren Marcus Cyron, Martin Rulsch und Jonathan Groß haben ganze Arbeit geleistet und eine tolle Veranstaltung organisiert. Wikimedia Deutschland hat die Veranstaltung finanziell unterstützt und aus der Geschäftsstelle haben Catrin und Michael bei Infomaterial und Pressearbeit und Nicole und Henriette bei Organisation und Logistik geholfen. Marcus schreibt dazu im Kurier:

Selten habe ich das Zusammentreffen von Wikipedianern mit Wissenschaftlern so konstruktiv, beide Seiten so aufgeschlossen erlebt. […] Schon im Rahmen der Organisation unserer Veranstaltung waren wir vom absolut positiven Echo aus der „akademischen Welt“ überrascht. Insgesamt waren an beiden Tagen etwa 100 Teilnehmer vor Ort – vom Professor über den Studenten bis zum Wikipedianer (und sicher auch die eine oder andere Person, die Beides war). Sicher trifft es nicht auf alle zu – aber bei sehr vielen Wissenschaftlern und nicht zuletzt bei den Hochschullehrern scheint ein Umdenken stattzufinden. Wikipedia wird zwar nicht geliebt – nein, das ist falsch, Wikipedia wird von einer mittlerweile nennenswerten Zahl von Wissenschaftlern mindestens geachtet, zum Teil hoch respektiert, aber mindestens in fast allen Fällen genutzt. Aber man versteht immer mehr, dass etwas, das da ist, so verbreitet und trotz aller (nicht immer unberechtigter) Zweifel genutzt wird, Beachtung verdient, ja braucht. Aus diversen Gründen.

Vielen Dank an die Organisatoren sowie an die Helfer vor Ort für diese tolle Veranstaltung!

Wikipedia Academy

Die Überlegungen zur Neuausrichtung der Academy haben Nicole, Angelika und Denis und im Juni fortgesetzt. In zwei intensiven Arbeitstreffen wurden weitere Ideen gesammelt und darüber hinaus Gespräche mit den Organisatoren der CPoV sowie der Free Culture Research Conference geführt. Eine der Ideen ist, die Academy als dreitägige Konferenz zu veranstalten und die Ausarbeitung von Programm und Themenschwerpunkten einem externen Programm Committee bzw. Advisory Board zu überlassen.

Wir erhoffen uns durch das Hinzuziehen externer Fachleute einen breiteren Blick auf die verschiedenen Forschungsthemen sowie Kontakte zu Wissenschaftlern unterschiedlichster Disziplinen.

RENDER

Wikimedia ist ein Use Case Partner im EU-geförderten Forschungsprojekt RENDER.

Im ersten Projektjahr ist die Hauptaufgabe, Metriken und Messmethoden zu definieren. Diese sollen uns helfen, Aussagen über die Qualität – und dabei insbesondere die Vielfältigkeit (Diversität) – der Informationen innerhalb der Wikipedia zu treffen. Im Juni bereiteten wir die Definition neuer Metriken weiter vor. Dazu führten wir auch eine manuelle Analyse eines WP-Artikels in verschiedenen Sprachversionen durch. Anhand dieser Analyse untersuchten wir den Editier- und Aktualisierungsprozess, immer mit Hinblick auf die unterschiedliche Darstellungsweise in den jeweiligen Sprachversionen.

Für Anregungen oder Fragen meldet euch bei Angelika bzw. unter render@wikimedia.de.

Das RENDER-Team hat im Juni Zuwachs bekommen. Gerrit, der schon seit Mai 2009 als Werksstudent bei Wikimedia arbeitet, unterstützt mit einem Teil seiner Wochenstunden seit diesem Monat das Projekt. Gerrit studiert Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der HU-Berlin und kann mit seinen Erfahrungen unser Team gut ergänzen. Jonathan Sonntag arbeitet, neben seiner Diplomarbeit im Bereich Computerlinguistik, als Werkstudent seit Juni im Projekt mit. Er wird sich besonders um aktuelle Programmier- und Implementierungsaufgaben kümmern.

 

Der nächste Monatsbericht erscheint am 10. August 2011.

  1. Danke an die Geschäftsstelle für den Bericht, es ist wirklich erfreulich, daß das mittlerweile einigermaßen pünktlich erfolgt. In vielen Dingen kann man als Vereinsmitglied und Wikimedianer endlich sagen, daß man informiert, aktuell informiert ist udn wird. Dennoch ein paar Anmerkungen:

    * 4. Collaboratory-Initiative zu “Privatheit und Öffentlichkeit”

    Welcher Sebastian? Wir haben zwei im Vereinsumfeld, die in hervor gehobener Position arbeiten.

    * Kick-off des Ohu zu Urheberrecht

    Grauenhaft. Welche Sprache ist das? Der komplette Abschnitt ist (sorry für diese Direktheit) für die Tonne. Das ist wirklich für Leser absolut unverdaulich. Man kann sich nur zusammenrätseln, worum es bei diesem Beitrag in dieser seltsamen Fremdsprache geht. Es wäre schön, wenn derartige Abschnitte leserfreundlicher verfasst werden und derartigen Veranstaltungen im deutschen Sprachraum auch Titel gegeben werden, die die Mehrheit ohne ein fünfjähriges Studium der Anglistik und Hawaiianistik verstehen.

    * Pressegespräche / Medienkooperationen

    Ich bin gespannt!

    Alles in allem: ich habe immer mehr das Gefühl, wir machen mittlerweile einfach viel zu viel. Man braucht schon lange Zeit, das alles zu lesen. Wir müssen uns wirklich überlegen, ob wir das alles noch sinnvoll stemmen können. WMDE tanzt mittlerweile auf so vielen Hochzeiten, daß mein Gefühl ist, das Wichtigste, die Förderung der Wikimedia-Projekte als solchen kommt langsam ernsthaft zu kurz. Mein Gefühl ist, daß wir knapp vor dem Verzetteln stehen. Vielleicht müssen wir auch mal lernen nein zu sagen (und ausdrücklich: nicht zu Projekten die aus der Comunity kommen!). Manchmal ist einfach weniger mehr.

    Kommentar von Marcus Cyron am 5. Juli 2011 um 16:41

  2. @Markus: Beim Ohu muss ich dir recht geben, das ist leider kaum verständlich, selbst wenn man ein klein wenig in der Materie drinsteckt. Was ein Ohu sein soll ist mir immer noch nicht wirklich klar. Ansonsten ein interessanter und ausführlicher Bericht.

    Aber auch mal Butter bei die Fische: Welche Aktivitäten sind aus deiner Sicht entbehrlich und/oder überflüssig bzw. führen zur Verzettelung?

    Gruß

    Kommentar von Finanzer am 5. Juli 2011 um 23:07

  3. erstmal lob: dieser bericht gefällt mir viel besser als alle vorigen, ist deutlich konziser und sachlicher. und langsam verstehe ich auch, um was es bei render geht…

    leider muss ich marcus aber recht geben: den absatz „Kick-off des Ohu zu Urheberrecht“ solltet ihr dringend nochmal überarbeiten. auch nach dreimal lesen habe ich keine ahnung was ein ohu sein könnte, der ganze abschnitt ist absolut hermetisch und von WP:OMA weit entfernt.

    und noch eine kleine bitte: achtet auf aktualität – zwar ruft ihr diesmal nicht zur teilnahme an veranstaltungen auf, die in der vergangenheit liegen. aber henriette als aktuellen ansprechpartner für die wikicon zu nennen ist angesichts des schon eine weile zurückliegenden verabschiedungs-blogpostings schon ein wenig seltsam.

    Kommentar von poupou am 5. Juli 2011 um 23:09

  4. Habe mir die drei pdfs der Collaboratory-Initiative runtergeladen und auch schon etwas rein gesehen. Schwieriger Stoff, aber ich finde es sehr interessant. Wird das denn in der WP oder im Vereinswiki irgendwo diskutiert? Bei der 1. Initiative könnte beispielsweise das Thema Medienkompetenz für uns von Bedeutung sein.

    Kommentar von Goldzahn am 6. Juli 2011 um 03:42

  5. Habe festgestellt, dass die einen Kanal auf youtube haben, wo Vorträge publiziert werden. http://www.youtube.com/collaboratory

    Und der WMDE-Mensch ist Sebastian Sooth.

    Kommentar von Goldzahn am 6. Juli 2011 um 03:55

  6. Hallo @all, ja, beim 4. Colab bin ich dabei.

    Bis 31. Juli gibt es da übrigens auch noch einen Online-Fragebogen zu für weiteren Input (nicht von der Fülle der Fragen erschlagen lassen, man muss natürlich nicht alle beantworten): https://spreadsheets.google.com/a/collaboratory.de/spreadsheet/viewform?hl=en_US&formkey=dG16ZjVLM3RaYXZVdkJtVHRnSnpfakE6MQ#gid=0

    Zur OHU-Frage: Die OHUs (keine Ahnung, wer sich bei der Collaboratory-Initiative diesen Namen ausgedacht hat) sind Arbeitsgruppen, die als Ergänzungen der Experten-Workshop die einzelnen Themen weiter vertiefen sollen. An der zum Thema Urheberrecht wirkt Jan Engelmann mit http://collaboratory.de/arbeitsgruppen ), zu Terminen etc weiß Jan mehr.

    Kommentar von Sebastian Sooth am 6. Juli 2011 um 10:15

  7. Zur WikiCon (danke an @poupou für den Hinweis): Henriette ist nach wie vor Ansprechpartnerin für die Veranstaltung. AbSeit dem 01.07. ist sie allerdings Ansprechpartnerin FÜR uns, denn sie wird die Con nun nicht mehr als WMDE-Mitarbeiterin sondern als Community-Mitglied mit ihren Erfahrungen tatkräftig unterstützen. Ab sofort steigt auch Johannes mit in das Projekt ein.

    Kommentar von Nicole am 6. Juli 2011 um 12:39

  8. Nicole, „seit dem 1.7.“ ;)

    @ Finanzer: meine Bemerkung war ein grundsätzliches Gefühl. Das ist etwas, was man aber durchaus mal überlegen sollte. Wirklich sinnlos ist nichts. Nur haben wir auch kapazitäre Grenzen. Und manches erscheint mir nicht mehr als unser „Kerngeschäft“.

    Kommentar von Marcus Cyron am 6. Juli 2011 um 16:49

  9. @marcus jetzt besser?

    Kommentar von Nicole am 6. Juli 2011 um 18:43

  10. Jupp :)

    Kommentar von Marcus Cyron am 6. Juli 2011 um 23:28

  11. „Auf dem Panel des Kulturpolitischen Bundeskongresses war dann die Frage nach den Lizenzen auch eines der angesprochenen Themen, zu dem wir als erklärtem Freund der Bibliotheken auch Stellung bezogen.“

    Das Thema ist der erklärte Freund? (So sagt es die Grammatik.) Oder nicht eher wir? Also „als erklärter Freund“? Und wieso sind wir eigentlich pauschal Freund der Bibliotheken? Wir sind Stakeholder und fänden Bibliotheken toll, wenn sie anders wären. Bisher haben sich die deutschen Bibliotheken doch hauptsächlich durch Copyfraud hervorgetan.

    Kommentar von AndreasP am 20. Juli 2011 um 14:16

Die Kommentare sind geschlossen.