Fazit der Spendenkampagne 2010

Liebe Freunde des Freien Wissens,

was für ein Erfolg! Die Spendenkampagne 2010/2011 ist nun offiziell beendet und wir können behaupten: Dies ist mit Abstand die erfolgreichste Kampagne in der Geschichte von Wikimedia!

Wir sind überwältigt von der großen Bereitschaft in Deutschland, sich für Wikipedia und Freies Wissen zu engagieren. Vom 12. November bis zum 11. Januar haben uns über 73.500 Menschen mit einer Gesamtsumme über 2.200.000 Euro unterstützt. Das ist sowohl im Hinblick auf die Spendensumme als auch Spenderanzahl mehr als eine Verdreifachung der Zahlen vom letzten Jahr! Hier findet Ihr eine Übersicht der eingegangenen Spenden während der Kampagne. Ganz besonders freut mich, dass wir mit 1221 jährlichen und 287 monatlichen Spenden knapp über 1500 regelmäßige Spender gewonnen haben. Diese überwältigende Spendenbereitschaft belegt, dass Wikipedia für die Menschen in Deutschland immer wichtiger wird und auch immer mehr Menschen unsere Vision und die Idee des Freien Wissens teilen.

Womit lässt sich dieser Erfolg begründen? Neben der gestiegenen Anzahl von Lesern der Wikipedia möchte ich drei Punkte hervorheben. Erstens wurde der Jimmy-Wales-Aufruf bereits zu Beginn der Kampagne geschaltet. Jimmy Wales ist als Gründer der legitime Repräsentant für Wikipedia. Mit seinem persönlichen Aufruf können wir am effektivsten die Geschichte von Wikipedia erzählen. Diese Möglichkeit wurde in diesem Jahr genutzt, um den Lesern zu verdeutlichen, dass Wikipedia als eine der beliebtesten Webseiten weltweit einzigartig ist. Wikipedia steht für ein gemeinschaftliches und freies Internet ohne Werbung oder Gebühren. Anhand der Spendenkommentare sehen wir, dass genau diese Hervorhebung eine wichtige Spendenmotivation war. Denn wir haben weitaus mehr Kommentare als früher erhalten – fast jeder dritte Spender hat uns einen Kommentar hinterlassen.

Zweitens möchte ich die Überarbeitung der Spendenseite erwähnen. Denn Wikimedia Deutschland hat dieses Jahr Pionierarbeit geleistet. Als erstes Chapter überhaupt haben wir eine eigene umfassende Kampagnenwebseite erarbeitet, auf die alle Menschen in Deutschland über das Anklicken der Banner direkt gelangten. Mit Hilfe dieser Webseite sind wir in der Lage, interessierten Menschen einfachen, transparenten und auch persönlichen Zugang zu Informationen rund um das Thema Wikipedia und Spenden zu geben. Auch die schnelle Kontaktaufnahme mit mir hat sich als großer Erfolg herausgestellt; weitaus mehr als 1.500 E-Mails wurden an mich versendet. Dies führte leider auch dazu, dass ich nicht alle E-Mails umgehend beantworten konnte.

Drittens wurden die Spendenmöglichkeiten ausgeweitet. Wir bieten mit Kreditkarte und SMS nun zwei weitere Optionen, Wikipedia zu unterstützen. Zwar stellen diese beiden Varianten keinen großen Anteil am Spendenaufkommen dar; sie haben sich aber als wertvolle und sinnvolle Ergänzungen der Spendenmöglichkeiten erwiesen.

Eine weitere Veränderung in der Spendenkampagne möchte ich besonders hervorheben. Ich bin ein starker Verfechter einer Lokalisierung der Spendenkampagne. Neben den beiden Aufrufen von Jimmy Wales haben wir deshalb drei weitere „Geschichten aus Deutschland“ präsentiert. Die erste Geschichte war der persönliche Aufruf von unserem Geschäftsführer Pavel. In seinem Aufruf erläuterte er, warum gerade Spenden aus Deutschland so wichtig für Wikipedia sind. Die beiden anderen Geschichten waren zwei persönliche Aufrufe von deutschen Wikipedia-Autoren: Tobias aka Churchofemacs und Kurt Jansson haben jeweils einen persönlichen Aufruf geschrieben und darin erklärt, warum Sie sich für Wikipedia engagieren.

Außerdem möchte ich erwähnen, dass die Spendenkampagne nicht nur in Deutschland so erfolgreich war. Wie ihr im Blogbeitrag der Wikimedia Foundation (WMF) hier nachlesen könnt, vermelden auch WMF sowie die anderen beteiligten Chapter große Erfolge. Fast alle Chapter haben ihr letztjähriges Spendenaufkommen verdoppelt und auch die WMF hat mit 16 Millionen Dollar ihr Spendenziel erreicht. In diesem Kontext möchte ich noch das Schalten unterschiedlicher Aufrufe in der englischsprachigen Wikipedia hervorheben. Denn neben dem Jimmy-Wales-Aufruf haben diverse Wikipedia-Autoren und auch die Geschäftsführerin der WMF, Sue Gardner, persönliche Aufrufe geschaltet. Hier könnt ihr euch die einzelnen Aufrufe anschauen.

Ich bin überzeugt, dass der dieses Jahr eingeschlagene Weg, verschiedene persönliche Aufrufe von Autoren, Mitarbeitern und vielleicht in Zukunft auch von Spendern zu schalten, einen sehr spannenden und effektiven Weg des Fundraisings für Wikimedia darstellt. Menschen spenden für Menschen. Es ist daher wichtig, dass die vielen Menschen, die sich bereits für Freies Wissen engagieren, auch als Gesicht auftreten und somit zur Personalisierung von Wikipedia beitragen. Die jetzige Kampagne kann somit als Anfang gesehen werden, den Lesern die Idee von Wikipedia auf einer persönlichen Ebene näher zu bringen.

Abschließend möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die sich bei der Spendenkampagne beteiligt haben. Den grandiosen Erfolg haben wir auch euch zu verdanken. Bekanntlicherweise ist nach der Spendenkampagne vor der Spendenkampagne und deshalb möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich die Zusammenarbeit mit der Community gerne verstärken würde. Der eingeschlagene Weg der Personalisierung und Lokalisierung soll schließlich weiter ausgebaut werden und dafür brauche ich eure Hilfe.  Es gilt die erfolgreichste Kampagne in der Geschichte von Wikimedia zu toppen!

Unter till.mletzko@wikimedia.de stehe ich euch zur Verfügung.

Herzlichen Dank.

Till

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Dieser Eintrag wurde geschrieben von am Donnerstag, Januar 13th, 2011 um 10:32 Uhr und ist zu finden unter Fundraising. Sie können diesen Beitrag mit RSS 2.0 Feed abonnieren. Sowohl Kommentare als auch Pings sind derzeit geschlossen.
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5 Responses to “Fazit der Spendenkampagne 2010”

  1. P. Birken sagt:

    Danke für den Bericht und nochmal großes Lob für die gelungene Spendenkampagne. Einfach super! Was war denn so Thema in den 1.500 Emails?

  2. Till sagt:

    Ganz grob kann ich sagen, dass u.a. folgende Topthemen das Emailaufkommen dominierten: „Warum keine Werbung?“, „Wer oder was ist Wikimedia?“, „Wo finde ich Überweisungsdaten?“, „Erhalte ich eine Spendenquittung?“. Auf viele Fragen haben wir mit einer Modifikation der Spendenseiten reagiert. Wir konnten aber auch einen grundsätzlichen Konflikt erkennen: Wir sprechen auch viele nicht so interneterfahrene und spendenaffine Menschen an („normalerweise spende ich nicht“). Daher war es häufig schwierig oder einfach nicht möglich, die Bedienbarkeit der Spendenseiten den technischen und inhaltlichen Gegegenheiten anzupassen.

  3. Marcel Bühner sagt:

    Ich möchte mich auch ganz herzlich für diesen sehr interessanten und informationsreichen Artikel bedanken.
    Es freut mich wirklich sehr, dass doch so viele Menschen den Spendenaufruf gefolgt sind und somit eine sehr beachtliche Gesamtsumme erzielt werden konnte.
    Ich bin seit dem 9.11.2010 selbst bei Wikimedia Deutschland e.V. dabei und ich bin wirklich stolz, so einem großartigen Verein mit seinen Projekten und Kampagnen als Mitglied unterstützen zu können.
    Wikipedia und die Schwesterprojekte (wikisource, wikiquote etc.) haben wirklich einen Traum der Menschheitsgeschichte verwirklicht, nämlich das allen Menschen das gesamte Wissen der Menschheit zur Verfügung steht und „damit die Arbeit der vergangenen Jahrhunderte nicht nutzlos für die kommenden Jahrhunderte gewesen sei; damit unsere Enkel nicht nur gebildeter, sondern gleichzeitig auch tugendhafter und glücklicher werden, und damit wir nicht sterben, ohne uns um die Menschheit verdient gemacht zu haben.“ Denis Diderot

  4. Wikimedia Blog » Blog Archive » Projekte & Aktivitäten von Wikimedia Deutschland im Januar 2011 sagt:

    […] Vorbereitungen für die Versendung der Zuwendungsbescheinigungen im Februar. Zudem wurde mit dem Blogbeitrag von Till ein erstes Fazit veröffentlicht. Zugleich wurden die gesammelten Erfahrungen zusammengefasst, […]

  5. Spender sagt:

    Hallo,
    ich habe vergangene Woche eine Zuwendungsbescheinigung erhalten,
    allerdings nicht meine, sondern die eines Fremden Spenders.
    Ich hoffe das war ein Einzelfall ansonsten wäre das nicht nur
    Geldverschwendung sondern auch ein Fall für den Datenschutz.

    Grüsse
    Spender

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