Studie zu lokalen Räumen von Wikimedia Deutschland

Fensterfront des lokalen Raumes in Köln (Lokal K) zur Eröffnung am 28. Juni 2014, angepasst für das Titelbild der Studie.
Foto: Geolina163 (modifiziert von Martin Rulsch), Lizenz: CC-by-sa 3.0

Im Dezember 2015 bis März 2016 hat Wikimedia Deutschland eine Studie zu Aktivitäten von lokalen Gruppen aus den Wikimedia-Projekten erstellt. Involviert waren neben Mitarbeitenden verschiedener Bereiche von Wikimedia Deutschland vor allem Engagierte aus den lokalen Räumen in Bremen, Hamburg, Hannover, Köln und Stuttgart selbst, die ihre Eindrücke zu lokalen Tätigkeiten in den Räumen eingebracht haben. Aus diesen Angaben und aus den öffentlich einsehbaren Informationen ist diese Studie entstanden. Das Dokument ist mittlerweile auf Wikimedia Commons veröffentlicht und wird demnächst im Wikiformat zur Diskussion mit interessierten Wikipedianerinnen und Wikipedianern geteilt.
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Wikimedia:Woche 15/2016

Die vergangene Woche war geprägt von Denny Vrandečićs Rücktritt aus dem Board der Wikimedia Foundation; außerdem wurden von Wikimedia Deutschland größere Blogbeiträge zum Hackathon, den Panama Papers und der Anhörung im Landtag NRW zu mehr Wissenstransfer in der Öffentlichkeit veröffentlicht.
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Wie tausende Wikipedia-Freiwillige Informationen zu den Panama Papers sammeln

Was für ein Wahnsinns-Tempo: Nur neun Minuten nach der ersten Veröffentlichung über die Panama Papers im Guardian ging der erste Artikel dazu in der englischsprachigen Wikipedia online. Eine Auswertung der Edits auf der deutschsprachigen Wikipedia-Seite zu den Panama Papers zeigt auf beeindruckende Weise, wie eine große Community innerhalb kürzester Zeit komplexe Fakten aus vielen Quellen zusammenführt und der Welt zur Verfügung stellt.

Bei den Panama Papers (zu deutsch: Panama-Papiere) handelt es sich um vertrauliche Unterlagen des Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca, die zahlreiche Fälle von Geldwäsche und Steuerhinterziehung der Kunden des Unternehmers belegen sollen. Die Veröffentlichung der Datenauswertung von 11,5 Millionen E-Mails, Briefe, Faxnachrichten, Gründungsurkunden, Kreditverträge, Rechnungen und Bankauszüge löste eine globale Debatte aus.

Bild: JCRules, Countries implicated in the Panama Papers, CC BY-SA 4.0

700 Edits + 280.000 Abrufe + 77 Quellen

In den Stunden und Tagen nach der Erstveröffentlichung des Guardian folgten immer neue Details zu Briefkastenfirmen in Panama und dem dahinter stehenden Netzwerk. Am Tag der ersten Veröffentlichung, dem 03. April um 20:09 Uhr, wurde die Seite zu den Panama Papers in der deutschsprachigen Wikipedia angelegt. Die Wikipedia-Community aus freiwilligen Autorinnen und Autoren hat in den danach folgenden Stunden und Tagen unermüdlich Informationen zu immer neuen Details der Panama Papers gesammelt. Bis zum 11. April 2016 (Stand: 16:30 Uhr) haben rund 700 Mal Menschen den Artikel über die Panama Papers in der Wikipedia editiert. 164 Autorinnen und Autoren haben mit großen und kleinen Änderungen den Beitrag vervollständigt. Rund 77 Quellen wurden dabei ausgewertet. Tendenz steigend.

Schnell folgte auch eine Grafik unter freier Lizenz, die alle in den Dokumenten genannten Länder aufzählt (siehe Grafik oben). Auf einer weiteren Seite sammelten 58 Autorinnen und Autoren alle in die Panama Papers verwickelten Personen – übersichtlich nach Herkunftsländern sortiert. Die Mühe hat sich gelohnt: Den Hauptartikel in der deutschsprachigen Wikipedia haben bis zum heutigen Tag mehr als 280.000 Mensch abgerufen.

Bild: Abrufstatistik des deutschsprachigen Artikels der Panama Papers. Quelle: Screenshot aus https://tools.wmflabs.org

Lob und Anerkennung? Verdient!

Vor der Schnelligkeit der Wikipedia-Community zogen auch Journalisten den Hut. So twitterte etwa Davey Alba, Journalistin bei der englischen Ausgabe des Magazins „Wired“: „Grund no.483, warum die Wikipedia unschlagbar ist: Sie ist schnell: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_people_named_in_the_Panama_Papers (Liste der Namen, die in den Panama Papers auftauchen).“

Die Panama Papers sind nur eines von vielen Beispielen dafür, wie die Wikipedia-Community schnell auf Ereignisse regiert. Als die besorgniserregende Ausbreitung des Zika-Viruses weltweit Schlagzeilen machte, wurden im Wikipedia-Projekt weltweit in Windeseile die wichtigsten Fakten und neue Informationen zusammengetragen. Für viele Menschen war die Wikipedia die erste Anlaufstelle, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Wikimedia Foundation hat in ihrem Blog die Edits in der englischsprachigen Wikipedia im Hauptartikel über den Zika-Virus ausgewertet. Die Zahlen sind beeindruckend.

Bild: Edits zum “Zika virus outbreak (2015–März 2016)” pro Tag seit Erstellung der Seite. Photo von Prefeitura de Votuporanga, frei lizensiert unter CC BY 2.0.

Wie geht es weiter mit den Panama Papers?

Die Informationen zu den Panama Papers in der deutschsprachigen Wikipedia werden laufend aktualisiert. Da die Wikipedia ein offenes Projekt für die Förderung und Verbreitung freien Wissens ist, kann jeder und jede beim Sammeln der Informationen helfen. Dabei gibt es jedoch Regeln zu beachten. Als Enzyklopädie ist die Wikipedia der Neutralität verpflichtet. Jeder Beitrag muss daher wertfrei gestaltet werden. Außerdem sind Belege für neue Fakten notwendig, damit die Richtigkeit der Aussagen überprüft werden kann.

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Wikimedia:Woche 14/2016

Vom Jahresplan der Wikimedia Foundation über personelle Veränderungen bei Wikimedia Deutschland, diverse Berichte und viele spannende Projekte bis hin zu rechtlichen Debatten und Presseberichten wie der Verleihung des Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für Journalisten und Schriftstelle an die Wikipedia-Redaktion Chemie gibt es erneut vieles zum Entdecken.
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Das Fotojahr 2016

Im 15. Jubiläumsjahr der Wikipedia wollen wir den Blick auch auf Wikimedia Commons richten. Ohne dieses zentrale Archiv für Bilder, Videos, Musik und gesprochene Texte wäre die Wikipedia ärmer. Über 5,7 Millionen Freiwillige haben mit über 31 Millionen Medienobjekten bereits dazu beigetragen. Mit über 90% Löwenanteil handelt es sich um Bilddateien, die stetig ergänzt werden, z. B. dank Fotowettbewerben:

Kürzlich: Das beste Wissenschaftsfoto


Frisch gekürt sind die Siegerbilder des European Science Photo Competition 2015. Dank einer Initiative der estnischen Wikimedia fand der Wettbewerb im vergangenen Jahr auf europäischer Ebene statt und verzeichnete knapp 10.000 eingereichte Bilder aus 40 Ländern.
Das Anliegen des Wettbewerbs ist die Bereicherung des Themas Wissenschaft in der Wikipedia und in Wikimedia Commons. Unter den Gewinnern 2015 sind auch zwei Teilnehmer aus der deutschsprachigen Community

By Thomas Ernsting (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

By Radix2010 (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

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Gesellschaft Deutscher Chemiker zeichnet eine Wikipedia-Redaktion aus

Der alle zwei Jahre vergebene „Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für Journalisten und Schriftsteller“ geht in diesem Jahr an die Redaktion Chemie der deutschsprachigen Wikipedia. Ausgezeichnet wird sie dafür, dass es ihr “gelingt, die Chemie einer breiten Öffentlichkeit in informativer und verständlicher Weise näher zu bringen”, so die Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. (GDCh). Mit rund 31.000 Mitgliedern ist sie die größte wissenschaftliche Gesellschaft im Bereich der Chemie in Deutschland. Sowohl für die Gesellschaft Deutscher Chemiker als auch für die ausgezeichneten Wikipedianerinnen und Wikipedianer ist diese Preisverleihung ein Novum.

Wer bekommt den Preis?

Dass wissenschaftliche Neuerungen und Ergänzungen in der Wikipedia regelmäßig eingepflegt werden, ist der Verdienst von zahlreichen ehrenamtlichen Autorinnen und Autoren, die bestehende Artikeln kontinuierlich weiter verbessern. Die Redaktion Chemie ist ein offener Zusammenschluss von ehrenamtlichen Autorinnen und Autoren aus dem Fachbereich Chemie, die gemeinsam die Inhalte des Bereichs pflegen und weiter entwickeln. Die Mitglieder der Redaktion sind über den gesamten deutschsprachigen Raum verstreut. Seit 2007 trifft sich die Redaktion einmal im Jahr persönlich zum Kennenlernen und Austausch. Dabei werden vor allem gemeinsame Projekte geplant und diskutiert. Egal ob gut ausgeleuchtete Bilder von Labor-Instrumenten, chemischen Elementen oder eine einheitliche Darstellung von Strukturformeln – die Redaktion Chemie arbeitet stetig daran, die Qualität der Artikel zu verbessern. Sie hilft auch anderen Autorinnen und Autoren mit ihrem Fachwissen.

Die Artikel des Bereichs werden täglich von zehntausenden Menschen gelesen. Dazu gehören auch viele Schülerinnen und Schüler und Studierende – aber auch Lehrende. Der Artikel “Das Periodensystem” wird täglich im Schnitt 3.600 Mal aufgerufen. Für “Glyphosat” interessieren sich im Schnitt 1.600 Leute pro Tag. Und 1.250 Menschen informieren sich täglich über den Begriff “Cholesterin” in der deutschsprachigen Wikipedia. Diese Beispiele zeigen: Chemie berührt viele unserer Lebensbereiche und viele Artikel führen interdisziplinär Ergebnisse aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Cholesterin wird etwa auch im Bereich Ernährung und Medizin oft verlinkt und Glyphosat ist als Herbizit-Bestandteil zuletzt durch erhöhte Grenzwerte in zahlreichen deutschen Biersorten in die Schlagzeilen geraten.

Bild: Alchemist-hp (talk) (www.pse-mendelejew.de) – Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12387324

Das gab’s noch nie: Ein Grund zum Mit-Feiern!

Die Auszeichnung von der größten und bedeutendsten Chemiker-Vereinigung Deutschlands zeigt, dass die Arbeit der Wikipedia-Community auch in der Wissenschafts-Gemeinschaft wert geschätzt wird. Die Auszeichnung einer Wikipedia-Redaktion ist einmalig in der Geschichte des Preises. Bisher wurden stets Einzelautorinnen und -autoren und nie eine Gemeinschaft ausgezeichnet. Dass mit Wikipedia auch noch ein offenes Community-Projekt ausgezeichnet wurde, bei dem alle mitmachen können, ist ein weiterer Grund zu feiern. Aber auch für die deutschsprachige Wikipedia ist der Preis ein Novum: Es ist das erste Mal, dass für die Arbeit einer Gruppe in der deutschsprachigen Wikipedia eine hohe fachliche Auszeichnung von außerhalb vergeben wird. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert. Die Redaktion Chemie plant, das Preisgeld für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden.

Übrigens: In der Wikipedia und den thematischen Redaktionen kann jede und jeder mitmachen. Die Redaktion Chemie freut sich über neue Mitglieder. Und auch andere Redaktionen wie etwa „Film und Fernsehen“ oder „Musik“ bieten Hilfestellung für all jene, die mit dazu beitragen wollen das Wissen der Welt für alle frei zugänglich zu machen.

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