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Archiv für die ‘Barrierefreiheit’ Kategorie



Accessibility-Studie für Wikipedia

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts Third Age Online (TAO) hat die Stiftung “Zugang für alle” (ZfA) eine Zugänglichkeitsstudie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt. Grundlage für die Studie waren die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die von der Web Accessibility Initiative (WAI) empfohlen werden. Damit liegt erstmals ein umfassender Bericht für das Projekt Wikipedia vor, der die Einschränkungen der Zugänglichkeit nach WCAG 2.0 thematisiert. Der Bericht wurde von der Stiftung ZfA ins Englische übersetzt, unter eine freie Lizenz gestellt und der Wikimedia Foundation zur Verfügung gestellt. Da gerade unter dem Codenamen “Athena” eine neue Oberfläche für MediaWiki entwickelt wird, sollte so früh wie möglich auf die Einhaltung der Richtlinien geachtet werden.

In großen Teilen werden die Richtlinien bereits eingehalten. Im Abschlussbericht werden allerdings noch einige Punkte genannt, die einer Optimierung bedürfen. In Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation und der Entwickler-Community wird Wikimedia Deutschland jetzt dafür sorgen, dass die Einschränkungen der Zugänglichkeit möglichst schnell behoben werden. Obwohl die Studie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt wurde, wird die Behebung auch die Zugänglichkeit aller anderen Sprachversionen verbessern.

Die notwendigen Anpassungen beziehen sich überwiegend auf die Verwendung von Screenreadern und die Bedienung der Oberfläche mit der Tastatur. In den meisten Fällen können die Mängel durch eine Anpassung der MediaWiki-Software oder eine Überarbeitung der Skins behoben werden. Einige Punkte lassen sich jedoch lediglich durch die Erweiterung der Bearbeitungsrichtlinien verbessern.

Eine Zusammenfassung und der vollständige Bericht der Studie kann auf der Projektseite “Third Age Online” eingesehen werden.

Die aus diesem Bericht resultierenden Änderungen sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Hinterlegen eines Standardwertes für die von Screenreadern vorgelesene Beschreibungen in eingebetteten Grafiken/Fotos
  • Korrekte Auszeichnung und strukturelle Anpassung von Überschriften zur besseren Orientierung von ScreenReader-Benutzern
  • Korrekte Verwendung von Linklisten
  • Weitgehenden Verzicht von Tabellen als Gestaltungshilfe
  • Anpassung der Infoboxen an die korrekte Verwendung von Tabellen
  • Überarbeitung der Navigationsleiste, um Kompatibilität mit Screen-Readern zu gewährleisten
  • Konsistente Auszeichnung externer Links für Screen-Reader
  • Hinzufügen der Schreibweise von Artikeln anderer Sprachversionen in der Sprache des Benutzers, vor allem bei Sprachen mit nichtlateinischer Schrift
  • Korrekte Auszeichnung von Eingabefeld-Beschriftungen und Pflichtfeldern in Formularen
  • Anpassung des Editors und des Audio-Players an Steuerungsmöglichkeiten per Tastatur
  • Bereitstellen eines Gadgets zur stärkeren Hervorhebung des Tastaturfokus
  • Anpassung der Definition von Schnellzugriffstasten gemäß der WCAG-Richtlinien

Folgende Punkte sind als weitere Bearbeitungsrichtlinien diskussionsbedürftig:

  • Stärkere Etablierung aussagekräftiger Bildbeschreibungen für eingebundene Grafiken/Fotos
  • Überschriftenstrukturierung und -auszeichnung auf Portalseiten
  • Auszeichnung von fremdsprachigen Teilen eines Artikels
  • Aufgreifen der Diskussion über die zusätzliche Sprachversion “Einfaches Deutsch”
  • Format und Auszeichnung von Datentabellen

Die Verwendung von sogenannten “Captchas” wurde im Bericht ebenfalls als Einschränkung in der Zugänglichkeit angemerkt. Die Diskussion darüber läuft auch schon seit einigen Jahren. Eine akzeptable Lösung, die sowohl automatisierte Zugänge verhindert als auch die Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderungen ermöglicht, wurde noch nicht gefunden.

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Wikipedia als Hörgenuss

Im Oktober hatte Wikimedia Deutschland eine Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB). Für den gesamten Monat wurden die Artikel des Tages aus Wikipedia von professionellen Sprechern eingesprochen. Der Aufwand war sehr hoch – die Sprecher der DZB sahen sich mit ganz neuen Anforderungen konfrontiert: Zunächst die Nennung der Lizenz – kein Problem, sie wurde am Ende eines jeden Artikels vorgelesen. Die Nennung der Autoren – kleines Problem, gelöst durch den Hinweis auf die Versionsgeschichte. Und wie liest man Verlinkungen, Tabellen und weiterführende Links? Viele Fragen, viele zu lösende Aufgaben.

Das Ergebnis sind aber nicht nur nützliche Erfahrungen für die Zukunft, sondern vor allem großartig gelesene Wikipedia-Artikel. Ein Hörgenuss eben. Kurzfristig haben wir uns daher entschlossen, die Sammlung der 31 Artikel des Tages aus dem Oktober 2010 auf CD zu brennen und Interessierten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Bestellungen bitte unter cd@wikimedia.de. Da die Feiertage nahen, können wir leider den Versand vor Weihnachten nicht mehr garantieren, bemühen uns aber, alle Bestellungen möglichst zeitnah auszuführen. Unser Büro ist zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen, somit könnten Bestellungen teilweise auch erst im Januar 2011 ausgeführt werden.

Für mich persönlich ist nicht nur die CD ein Hörgenuss, es war auch ein Genuss an diesem Projekt zu arbeiten. Dank der Initiative von Maria Schiewe und der Unterstützung der Community konnte dieses Pilotprojekt erfolgreich durchgeführt werden. Es gab sehr viel positive Resonanz von Lesern wie auch in den Medien und von potentiellen Kooperationspartnern. Weitere Maßnahmen zum Ausbau der gesprochenen Wikipedia sollen im nächsten Jahr folgen. Gemeinsam mit Freiwilligen möchten wir Workshops mit professionellen und ehrenamtlichen Sprechern durchführen und weitere Möglichkeiten der Vertonung von Wikipedia-Artikeln ausprobieren. Ich freue mich darauf und bin gespannt auf 2011. Damit einen schönen Jahresausklang und viel Spaß mit Wikipedia als Hörgenuss!

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Wer macht kollaborative Mitmach-Websites barrierefrei?

Ganz wikimäßig stiegen wir am gestrigen Dienstag in den Workshop „Der Beitrag der Nutzer zur Barrierefreiheit“ ein. Die Aktion Mensch veranstaltete die Tagung „Konzepte und Zukunftsbilder für ein barrierefreies Internet“ und hatte Experten und Webworker eingeladen, über Barrierefreiheit im so genannten Web 2.0 zu diskutieren. Als Vertreterin von Wikimedia e.V. durfte ich den o.g. Workshop mit drei Experten moderieren. Das waren Michael Jendryschik als Webentwickler, Nicole Weißkopf vom deafhood blog bei chip.de und Maria aka Benutzer:lecartia als Vertreterin des BIENE-Projekts in Wikipedia. Weiterlesen »

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