Licht ins Dunkel – das sollte sie bringen, eine groß angelegte Umfrage unter unseren Spendern. Bisher wussten wir viel zu wenig über die Menschen, die mit Ihrem finanziellem Engagement Wikipedia unterstützen und sichern. Wer sind unsere Spender und welche Beziehung haben sie zu Wikipedia? Wie nutzen sie die größte Online-Enzyklopädie, was gefällt ihnen besonders an ihr und warum haben Sie gespendet? Antworten auf diese Fragen wollten wir mit unserer Umfrage erhalten. Nachdem die Umfrage im Juli für zwei Wochen online erreichbar war und zahlreiche Spender teilnahmen, liegen nun die Ergebnisse vor.

Über 4000 zufällig ausgewählte Unterstützer wurden zur Teilnahme eingeladen, zu der sich knapp 1400 Personen bereit erklärten. Das entspricht einer Quote von 33 Prozent und ist ein großartiges Ergebnis! Es zeigt die wunderbare Unterstützung, die wir von unseren Spendern erfahren.

Im alltäglichen Leben spielt Wikipedia für unsere Spender eine große Rolle. Viel häufiger als der durchschnittliche Nutzer des Internets besuchen die befragten Spender Wikipedia, wie ein Vergleich mit der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt. Ganze 36 Prozent nutzen Wikipedia täglich, 49 Prozent besuchen die digitale Enzyklopädie wöchentlich. Immerhin knapp ein Viertel der Befragten hat sogar schon einmal Inhalte erstellt. Wikipedianer sind eher nicht darunter – die große Mehrheit hat erst ein bis zwei Mal editiert.

Was gefällt den Spendern an Wikipedia? Gemeinnützigkeit und offener Zugang, Werbefreiheit und Nicht-Kommerzialität sind unter anderem Gründe, warum die Spender Wikipedia mögen und sie unterstützen. Auch verschiedene Projekte von Wikimedia Deutschland wurden in der Umfrage vorgestellt. Die Ergebnisse freuen uns sehr. Von den befragten Spendern werden diese als sehr unterstützenswert bewertet. Ob Schulprojekt, Beschaffung Freier Inhalte oder Barrierefreiheit beim Zugang zu Wissen – das Urteil der Befragten lautet: Prädikat fördernswert.

Aus der demographischen Analyse sticht eine Tatsache ins Auge, die weniger erfreulich ist: Nur 16 Prozent der befragten Spender sind weiblich. Dies überrascht, denn laut den Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie liegt der Anteil von Wikipedia-Besuchern unter Männern lediglich um fünf Prozent höher als unter den weiblichen Nutzern. Hier sehen wir eine große Herausforderung – aber auch eine enorme Chance! In der in wenigen Wochen startenden Herbstkampagne wollen wir es schaffen, mehr Frauen von der Notwendigkeit einer Spende für Freies Wissen zu überzeugen.

Neben dem Geschlecht zeichnet die Mehrheit der Spender ein überdurchschnittliches Einkommen und ein hohes Bildungsniveau aus, sogar 12 Prozent der Teilnehmer besitzen eine Promotion. Das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren. Unsere Spender sind folglich jünger als der “typische Spender” in Deutschland, der durchschnittlich um die 60 Jahre alt ist.

Überhaupt: Wikipedia bewegt sogar nicht spenden-affine Menschen dazu, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Immerhin 17 Prozent der Befragten haben in 2010 ausschließlich für Freies Wissen gespendet. Dass sie dennoch für die Online-Enzyklopädie spendeten, zeigt welch große Rolle sie in Ihrem Leben spielt. Doch ebenso für knapp die Hälfte der anderweitig spendenden Teilnehmer zählt die Unterstützung von Freiem Wissen zu den wichtigsten ihrer Spenden. Diese starke Unterstützung wird zudem daran deutlich, dass sich sogar fast 50 Prozent der Befragten die Einrichtung einer regelmäßigen Spende vorstellen können. Über diese Unterstützungsbereitschaft können wir nur dankbar sein!

Alle Ergebnisse zu nennen, würde hier den Rahmen sprengen. Noch viel mehr gibt es zu entdecken! Sämtliche Resultate haben wir auf Wikipedia veröffentlicht. Dort könnt ihr eine ausführliche Zusammenfassung lesen und die detaillierten Ergebnisse in einer Vielzahl an Tabellen und Grafiken direkt selbst nachvollziehen. Auch der Vergleich zu einer Spender-Studie der Wikimedia Foundation aus dem Jahr 2010 lohnt sich. Warum Menschen an Wikimedia Deutschland spenden und wieso die Umfrage wichtige Erkenntnisse auch außerhalb des Fundraising liefert – mehr erfahrt ihr hier.