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Rückblick auf das AdaCamp D.C.

Nach Melbourne im letzten Jahr, fand dieses Jahr das zweite AdaCamp im Vorfeld der Wikimania in Washington D.C. statt. Ziel des Camps war es die Partizipation von Frauen in „Open Technology and Open Culture“ zu unterstützen und bot damit eine erste Möglichkeit sich im Vorfeld der Wikimania zu der Situation von Frauen in Open Culture auszutauschen.

Benannt nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace, der ersten Programmiererin der Welt, geht das AdaCamp DC auf die Ada Initiative zurück. Zu den Mitbegründerinnen gehören Mary Gardiner (selbst auch fleißige Wikipedianerin), die die Keynote „Fostering diversity: not a boring chore, a critical opportunity” auf der diesjährigen Wikimania gehalten hat, sowie der Programmiererin Valerie Aurora. Explizites Ziel des AdaCamps ist es Diversität nicht nur in Projekten der Open Culture herzustellen, sondern auch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu schaffen, die sich zuvor für das Camp bewerben sollten. Dies ist sicherlich gelungen.  Die Veranstalterinnen achteten auf ein vielfältiges Publikum: Menschen aller Altersklassen, People of Color und die Teilnehmenden kamen aus über zehn Ländern. Auch waren unterschiedlichste Professionen auf dem Camp vertreten, die sich beruflich oder als Freiwillige mit Open Culture auseinandersetzen.

So weit wie das Thema des Camps gefasst wurde, so weit war auch das inhaltliche Spektrum der einzelnen Sessions, die im Open Space Format durchgeführt wurden, einer Methode, die vor Ort dazu aufruft, Sessions zu entwickeln und durchzuführen. Dies hatte zugleich Vor- und Nachteile: Positiv ist anzumerken, dass viele verschiedene Sessions Eingang in das Camp fanden. Ein Teil der Teilnehmer und Teilnehmerinnen griff den Gender Gap in der Wikipedia auf. Des Weiteren gab es u.a. Diskussionsrunden, die sich mit Frauen als Konsumenten von Open Source auseinandersetzen, danach fragten wie sich der Lebensalltag von „Geek Moms“ gestaltet oder der Frage nachgingen, wie nicht-technikaffine Menschen einbezogen und erreicht werden können. Das Camp ermöglichte so Erfahrungen auszutauschen, Tipps weiterzugeben und Kontakte in Vorbereitung für die Wikimania zu knüpfen.

Von Nachteil dagegen war das sehr offen gehaltene Oberthema, das einen roten Faden vermissen ließ, durch die die einzelnen Sessions meist nicht über einen allgemein gehaltenen Austausch hinausgingen und dadurch oft nur wenig konkret wurden.

 

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Neues Selbstvertrauen

Es berichtet der Wikipedia-Autor Superbass. Er ist einer von 20 Ehrenamtlichen, die Wikimedia Deutschland mit einem Reisestipendium für die Wikimania unterstützt.

 

 

„If it’s good enough for the US archivist it’s probably good enough for us“ – in der zum Abschluss der Wikimania gehaltenen Schlussrede von David Ferriero, Archivar der Vereinigten Staaten, lag für mich eine wesentliche Erkenntnis aus der Wikimanania 2012 in Washington.

Ferriero, dessen Archiv durch eine Kooperation mit der Wikipedia eine Vertausendfachung der Reichweite einzelner Veröffentlichungen erzielte drückte nach meinem Empfinden so etwas wie ein Ende der Bescheidenheit aus, der auch ich in Bezug auf die Wikipedia in Teilen noch anhänge. Eher vorsichtig als selbstbewusst gehen wir zuweilen auf Institutionen und potenzielle Partner zu, wir sind ja keine professionellen Autoren, Fotografen und Publizisten sondern lediglich Freiwillige und Amateure.

Zumindest in den USA, die in diesem Jahr die Wikimania thematisch stark dominierten, ist die Außenwahrnehmung inzwischen eine andere, worauf nicht zuletzt die Kooperation der Tagung mit gewichtigen Partnern wie dem US Außenministerium oder der Kongressbibliothek hinweist.

Daheim in Deutschland gibt es entsprechende Pflänzlein und vereinzelt sogar ausgewachsene Pflanzen, vor allem aus dem in Washington vielberedeten GLAM-Bereich, wenn Institutionen die Wikipedia ernstnehmen und sich auf Kooperationen einlassen. Den Durchbruch, wo  Bildarchive, Bibliotheken und Museen in nennenswerter Zahl ihre herkömmlichen Zugangs- und Verwertungsmodelle für eine freiere Verbreitung öffnen, haben wir bei uns eher noch vor uns. Der Ausspruch des Archivars der Vereinigten Staaten sollte uns dabei Selbsbewusstsein geben.

Was sind weitere Erkenntnisse aus der Wikimania 2012?

– Meine europäisch geprägten Abstufungen des Begriffs „Schwüle“ mussten angesichts der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit neu justiert werden

– Ich fand die Organisation hervorragend. Es war kaum möglich, irgendwo herumzustehen ohne Hilfe angeboten zu bekommen. Alles war exzellent beschildert und beschrieben. Wikiedia DC richtete in der Jugendherberge eigens WLan auf allen Etagen ein, damit die Nerdgemeinschaft noch aus dem Etagenbett heraus twittern konnte.

– Es gibt Kritik, und zwar so witzig wie von Tom Morris vorgetragen, am verklausulierten Bullshit-Sprech in der schriftlichen Foundationkommunikation. An die Wikimediafoundation richtet er die Forderung nach einfacher, klarer und verbindlicher Sprache. In diesem Sinne: „Iterate your cross-pollinatated strategic synergy, just not on my wikipedia“.

– Es gibt eine „Friendly Space Policy“. Die wurde einem breiteren Publikum beim samstaglichen Eröffnungsplenum eindringlich vorgestellt. Offenbar hatte am Vortag ein Referent bei seinem Vortrag zu Jimbos sich wandelnder Rolle zwei künstlerische, aber erotische Bilder gezeigt. Die hatte der frühere „benovelent dictator“ dereinst beim Hausputz gelöscht. Zwischenzeitlich sind sie zwar längst wieder im Gebrauch. Ihre Darstellung beim Vortrag war jedoch zuviel der Nacktheit für einige Anwesende, die sich  beim Organisationskomitee beschwerten. Das entschied, laut Organisationskomitee im Einvernehmen mit dem Referenten, die Aufzeichnung des  Vortrags nicht zu veröffentlichen. Der deutliche Hinweis auf die Policy, verbunden mit dem Angebot an alle Referenten, ihre kommenden Beiträge vom Veranstalter auf etwaige Verletzungen durchsehen zu lassen, verhalf dem einen oder anderen immerhin zu einem interkulturellen Lernerfolg im Verständnis des Begriffs „friendly space“.

– Es gibt auch in den USA Menschen, die Wikipedia gar nicht kennen! Vor dem Veranstaltungsort sprach mich ein junger Mann an, was wir denn da drinnen machten. Ich sollte ihm unbedingt diese Website mal aufschreiben, eine Online-Enzyklopädie, das klinge ja sehr interessant!

Säße ich nicht im doch etwas wackelnden Bus nach New York, was das Tippen auf dem Tablett-PC beschwerlich macht, ließe sich noch viel schreiben. Etwa über die usbekische Wikiedia, de leider weitgehend unbemerkt von der dortigen Regierung blockiert wird. Von wirklich nützlichen Tipps, vorgetragen in mutigem Englisch, zur Akkreditierung als Wikipediafotograf bei Veranstaltungen oder zum auf der Wikimania viel zu wenig beachteten Thema Bildfilter. Das muss dann auf ein anderes Mal warten.

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Wikimania auf dem Gender-Ticket II

Es berichtet die Wikipedia-Autorin Poupou l’quourouce. Sie ist eine von 20 Ehrenamtlichen, die Wikimedia Deutschland mit einem Reisestipendium für die Wikimania unterstützt.Sie berichtete bereits von Tag 1.


Tag 2 der Wikimania beginne ich mit einem kurzen Abstecher in die National Gallery of Art auf der National Mall. Eine Stunde in diesem riesigen Museum bringt mir einen oberflächlichen Eindruck von vielleicht 10% der ausgestellten Kunstwerke. Ich bin sehr beeindruckt.

Zurück im Marvin-Center der George Washington University lasse ich mich beim Mittagessen von Richard Jensen (user:Rjensen) in ein Gespräch über Rechtsgeschichte und über den großen Raum, den Militärgeschichte jeder Art in der en:WP und der de:WP einnehmen, verwickeln. Darüber engeht mir, dass die Mittagspause heute nicht um 13 Uhr sondern schon um 12 Uhr begonnen hat und ich verpasse leider die Session zu Artikeln zu aktuellen Themen und zu New-User-Coaching.

Dafür habe ich dann jede Menge Zeit, die nächste Speeddating-Session am Stand von Wikimedia Deutschland zu beobachten. Mit etwas kürzeren Slots und besserer Beschilderung sind diese Kurztreffen, bei denen man Mitarbeiter und Präsidiumsmitglieder von WMDE für ein paar Minuten 1:1 sprechen kann, heute sehr beliebt und kommen offensichtlich gut an. Das ist ein Format, das vielleicht auch bei anderen Veranstaltungen gut funktionieren würde und das ich mir merken werde.

Einem Vortrag zu französischen Minderheitensprachen kann ich dann leider nur wenig abgewinnen, irgendwie kommt nicht so recht rüber, was eigentlich das Problem ist und was die Referentin dem Publikum mitgeben möchte. Dafür ist der anschließende Vortrag von Richard Jensen (mein Mittagspausengesprächpartner) zum „War of 1812“ richtig gut. An diesem Krieg, der in Europa im allgemeinen Bewusstsein keine Rolle spielt, kann man schön zeigen, wie die unterschiedliche Erinnerungskultur und Interpretation verschiedener Nationen (hier Kanadier, US-Amerikaner und Ureinwohner Amerikas) in der englischen Wikipedia (by the way:hier spricht KEIN Mensch von der englisch-sprachigen Wikipedia) kollidieren können. In dieser Session ist der Frauenanteil bei knapp 50% – und zu meiner Überraschung ist dies tatsächlich die erste Session, an der ich teilnehme, bei der eine Frau eine Frage stellt, noch dazu richtet sich diese Frage tatsächlich nach der Women’s History im Kontext von 1812. Interessanterweise ist das Problem hier aus Sicht der Artikelautoren, dass sich die Geschichtsschreibung, die sich mit der Rolle von Frauen in Kriegen befasst, vor allem auf den Zweiten Weltkrieg konzentriert. Hier bildet Wikipedia also den Gender Gap der historischen Wissenschaften selbst unmittelbar ab und es gibt, wenn man sich nicht Original Research zuwenden möchte, wenig Möglichkeiten, daran etwas zu änderen.

Von 1812 gehe ich direkt weiter zum Topic Table von WMDE zum Gender Gap. Dieser ist angekündigt als „Discussing ground-breaking projects and topics in a cosy atmosphere with a cup of coffee“. Hm. Es wäre gelogen den Tisch auf der Terasse mit ein paar Gartenstühlen als cosy zu bezeichnen. Die gound-breaking projects mögen diskutiert worden sein, als ich noch nach dem auf die Terasse verlegten Veranstaltungsort suchte. Trotzdem ein nettes, wenn auch insgesamt leider doch etwas belangloses Treffen, an dessen nachhaltiger Wirkung ich zweifle. Positiv aber, dass von den 10 Teilnehmern dieses Tischgesprächs immerhin 4 männlich waren, und viele, wenn auch vielleicht etwas freischwebende, Vorschläge gemacht wurden. Ideen die hier aufkamen, waren z.B. ein Banner im Stile des Fundraiserbanners, auf dem Jimbo darauf aufmerksam macht, dass von den Autoren der 4mio Artikeln der enWP nur 10% Frauen sind, vebunden mit dem Appell an Frauen, sich anzumelden und mitzumachen. Dies würde bestimmt eine Menge Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken.

Eine andere Idee kreiste darum, welche positiven Aspekte jede und jeder daraus ziehen kann, Wikipedia zu bearbeiten und wie man diese positiven Aspekte stärker vermitteln kann, z.B. welche Fähigkeiten man erwerben und verbessern kann oder dass Schreiben ein kreativer und befriedigender Prozess ist. Davon abgeleitet überlegten wir, ob es Kurse oder Workshops geben sollte, in denen man ein Zertifikat o.ä. erwirbt, dass im Lebenslauf verwendet werden kann – auch das könnte ein Anreiz sein, sich erstmals zu beteiligen (für Frauen, aber natürlich genauso auch für alle neuen Autoren).

Eine Idee, die ich persönlich besonders reizvoll finde, und von der ich hoffe, dass sie sich vielleicht irgendwie realisieren lässt, war eine Art Artikelmarathon, bei denen als „Belohnung“ für jeden neuen Artikel eine Spende an eine gemeinnützige Organisation gezahlt wird, die Ziele verfolgt, die besonders Frauen betreffen oder interessieren. (In ähnlicher Form finden z.B. gesponserte Stadtläufe statt, bei denen ein Sponsor für jeden gelaufenen Kilometer eine Spende an eine gemeinnützige Organisation zur Bekämpfung von Brustkrebs bezahlt).

Noch ein Aspekt, der mir neu war: eine Teilnehmerin vertrat die These, dass Frauen von Wikipedia einen schlechten Eindruck haben, weil ihnen ständig von den Lehrern ihrer Kinder gesagt wird, dass Wikipedia schlecht und „böse“ ist und man das nicht verwenden soll.

Dann kreisten wir eine Weile um das teahouse – allerdings fehlten uns dazu ein wenig die eigene Anschauung und echte Fakten. Eine Empfehlung von Julia Kloppenburg hierzu ist dieses Video:

Wikipeda Academy – The Visual Experience: Gender and Ways of Seeing Wikimedia. Keynote by Sarah Stierch from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

mit der Keynote von Sarah Stierch auf der Wikimedia Academy, in der es u.a. um das teahouse ging.

Fazit: eine Menge neue Ideen werden hier geboren und ich hoffe, es findet sich jemand der sie adoptiert!

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Warum Wikimania? – Vier Gründe für ein Mammutprojekt

Es berichtet der Wikipedia-Autor mit dem Benutzernamen toblu. Er ist einer von 20 Ehrenamtlichen, die Wikimedia Deutschland mit einem Reisestipendium für die Wikimania unterstützt.

 

Angesichts hunderter Wikipedianer, die jedes Jahr hunderttausende Kilometer zurücklegen um auf der Wikimania vier Tage lang hunderte Mahlzeiten zu verspeisen, hunderte Liter Kaffee zu trinken und hunderte Powerpoint-Folien zu diskutieren, darf man durchaus einmal fragen, was diesen enormen Aufwand eigentlich rechtfertigt. Dass stets nur ein kleiner Teil der Wikipedia/Wikimedia-Community an der Konferenz teilnehmen kann, diese aber für Wochen und Monate die Arbeitskraft ganzer Chapter bindet, erhöht den Begründungsbedarf weiter.

 

Die folgenden vier Punkte gehen gleichwohl über der Versuch der Rechtfertigung hinaus. Sie sollen zeigen, warum es sich bei der Wikimania um einen elementaren Beitrag zur Mission „Freies Wissen für alle“ handelt.

 

1) Wikimania ist Austausch über Inhalte

"Thank You". Bildautor: toblu unter CC-BY-SA 3.0.


Keine Frage, Wikipedia und ihre Schwester-Projekte leben vom Austausch der an ihnen Beteiligten. Deren Zahl – wie auch die Zahl dieser Projekte – macht es dabei aber schon seit langem unmöglich, diesen Austausch kontinuierlich auch über Projekt- und Landesgrenzen hinweg zu betreiben. Kaum jemand hat Zeit und Energie, alle Projekte verfolgen – häufig nicht einmal jene, die seine eigene Arbeit unmittelbar betreffen.

 

Die Wikimania erlaubt und fördert gerade diesen Austausch. Die Vorstellung und Diskussion neuer und unbekannter Projekte und Ideen ist seit jeher integraler Bestandteil der Konferenz. Zahllose Anregungen und Vorschläge, die häufig auf der Erfahrung mit ähnlichen Projekten beruhen, wären ohne sie nie gemacht worden.

 

2) Wikimania ist Austausch mit Gleichgesinnten

 

Fülle und Wachstum von Projekten erschweren nicht nur die inhaltliche Beschäftigung mit Ihnen, sie machen es auch schwer, persönlichen Austausch zu organisieren; für viele lokal nicht begrenzte Projekte ist er gar von vorneherein unmöglich. In Anbetracht der (weitgehend) heterogenen Community, der vielen vorhandenen Erfahrungen mit unterschiedlichsten (häufig gemeinsamen) Problemen und dem Wert von Vernetzung insbesondere in einer unübersichtlichen Bewegung und Gemeinschaft ist dieser Austausch jedoch von besonderer Bedeutung.

 

Die Wikimania ist einzigartig darin, Menschen aus (nahezu) allen Teil der Welt mit unterschiedlichsten Hintergründen (aber dem gemeinsamen Ziel, freies Wissen zu schaffen und zu fördern) zusammenzubringen und den persönlichen Austausch zwischen ihnen zu ermöglichen – während der zahllosen Sessions und Diskussionen auf der Konferenz, aber auch im Abend-, Vor- und Anschlussprogramm. Das hat, neben den genannten Vorteilen auch einen enormen motivatorischen Effekt – für diejenigen, deren Projekte von anderen spontan unterstützt und bejubelte werden, aber auch für diejenigen, die jubeln.

 

3) Wikimania ist Kontinuität

 

Es ist nicht schwer, Informationen über Wikimedia – die Foundation, die Chapter, die Bewegung – zu finden. Aus diesen Informationen zentrale Fragen und Entwicklungen zu isolieren, ist in Anbetracht der schieren Flut an Informationen jedoch häufig genug unmöglich.

 

Die Wikimania ist einerseits Anlass für die Verantwortlichen, Ziele und Entwicklungen zu (re-)definieren und einem (partiell) gut informierten Publikum in konsistenter Form zu präsentieren.  Sie ist andererseits Gelegenheit für dieses Publikum – und dank frei verfügbarer Videos auch für jeden anderen Interessierten – jene Entwicklungen zu verfolgen und sich regelmäßig in einer strukturieren Form mit ihnen auseinanderzusetzen.

 

4) Wikimania ist Sichtbarkeit

Auch elf Jahre nach dem Start der ersten Sprachversionen Wikipedias herrscht in der Öffentlichkeit immer noch ein erstaunlich großes Informationsdefizit – über Wikipedia und ihre Funktionsweise, erst recht aber über ihre vielen Schwesterprojekte und die Bewegung insgesamt.

Die Wikimania leistet hier zunächst einen großen Beitrag am Veranstaltungsort. Sie erzeugt für etwa eine Woche eine enorme Sichtbarkeit, die immer wieder zu Gesprächen mit Gastgebern, Besuchern und gänzlich Unbeteiligten führt. Hinzu kommt die Berichterstattung in lokalen und nationalen Medien, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat sowie die Wahrnehmung im persönlichen Umfeld der Teilnehmer, deren häufig abstrakte und unverständliche (Neben-)Beschäftigung auf diesem Weg eine konkrete Gestalt bekommt.

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Ein besonderer Ort für eine Rede

Fotograf: Rock drum
Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Nachdem die Eröffnungszeremonie in der Library of Congress bereits kurz beschrieben wurde, möchte ich gern in Ergänzung zu den ersten hier im Blog beschriebenen Eindrücken die Rede von Pavel veröffentlichen.

Die Library of Congress ist ein überwältigender Ort – die Bilder sprechen für sich. Noch überwältigender ist es, in einer der bedeutendsten und größten Bibliotheken der Welt eine Rede vor Hunderten Wikipedianern und geladenen Gästen aus aller Welt zu halten. Der Wermutstropfen: Die Akkustik war so schlecht, dass die Rede nur mit viel Mühe zu verstehen war….und selbst dann, haben sicherlich viele kaum hören können, was Pavel Richter zum Verhältnis zwischen der World Digital Library und Wikipedia zu sagen hatte:

Wow, what a place. I am sure I speak fore very Wikipedian in this room when I say thank you for having us here, at the Library of Congress.

When I was asked to speak about the values the World Digital Library and Wikimedia share, and that I would have just 5 minutes for it, I thought to myself: That is impossible! So let me focus on some key aspects:

The Library of Congress was build as a place to gather, to share and to produce knowledge and make it accessible to everyone. Similar places have been build around the world for thousands of years, to further the progress of knowledge and
creativity. Wikipedia would not be possible without such places.

On the website of the World Digital Library, it says:

The basic idea was to create an Internet-based, easily-accessible collection of the world’s cultural riches that would tell the stories and highlight the achievements of all countries and cultures, thereby promoting cross-cultural awareness and understanding.

You do not have to change a single world to describe Wikipedia!

The World Digital Library and Wikipedia are both places that are not bound by physical boundaries, making it even easier to participate in the production and the exchange of knowledge. Yet, for the same end, we use different means: The World Digital Library pursues its mission by making available cultural treasures, in the form of images, maps, or documents.

Wikipedia is an encyclopedia, and therefor a summary of knowledge, written by the very same people that use it. And since Jimmy Wales started Wikipedia – just 11 years ago – hundreds of millions of people got access to knowledge they never had before.

The mission of the World Digital Library is to promote international and intercultural understanding; it provides information to everyone on the internet; and and so does Wikipedia. But Wikipedia is more than just a website, it is the result of international and intercultural collaboration.

We are doing the same thing, for the same reasons, for the same people in the same medium, so we should be doing it together.

Cooperation with cultural institutions such as Galleries, Libraries, Archives and Museums is an important part of the Wikimedia movement. Worldwide, Wikipedia volunteers engage with local partners to work together to produce open-access, freely-reusable content for the public. Wikipedians in Residence are working side by side with researchers and scientists in cultural and scientific institutions, acting both as advisers within and as spokespersons for “their” museum, their archive or their library.

Wikipedia and its community can bring skills, experience and abilities to such cooperation, which could not be found anyplace else. These examples show how the curating role of institutions changes in the information age. The future lies within the cooperation of established institutions and Wikipedia with its global community. Together they form a model of what has been termed “open authority”.

And in this monument to knowledge which is the Library of Congress, hundreds and hundreds of Wikipedians from around the world came together tonight – and you are a perfect fit for this place. The personal involvement and a deep  understanding is what drives us, what we all have in common and what we stand for. For we all share the same idea, the same passion and the same mission: to transform information into knowledge, to make it available to every person on the planet.

Thank you.

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Hallo Washington. 5 Bilder.

Ein paar Fotos, zusammengesucht aus Commons, damit sich die daheimgebliebenen ein Bild machen können.

 

Wikimania 2012 - Chase me 04
Wikimania 2012 - Chase me 04

Dritter Stock des Conventon Centers der George Washington University. Gang mit den Seminarräumen, in denen die meisten Veranstaltungn stattfinden.

 

Wikimania 2012 Hackathon P1160476
Wikimania 2012 Hackathon P1160476

Hackathon in einem der großen Säle. Die Bestuhlug in diesen ist für Vorträge nicht ganz optimal.

Google Reception, Wikimania 2012 P1160566
Google Reception, Wikimania 2012 P1160566

Mittwoch-Abend-Empfang in der Library of Congress. Die unnerdigste Nerd-Veranstaltung der ich bisher teilhaftig wurde.

 

Newseumreception21
Newseumreception21

Donnerstag-Abend-Ausklang auf dem Dach des Newseums nahe der National Mal.

Wikimania 2012 - Rock drum - Opening ceremony 1
Wikimania 2012 - Rock drum - Opening ceremony 1

Eröffnung im Lisner-Auditorium, dem Hörsaal für Anfang und Ende und ganz große Veranstaltungen. Grußworte.

Die deutschen Fotografen sind auch fleißig. NetActions Fotos sind auch schon in der Blogzentrale angekommen; die Blogzentrale ist aber noch mit deren Format technisch überfordert.

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