Posts Tagged ‘Open Data’



Open Everything – Der 15. Wikimedia-Salon „Das ABC des Freien Wissens“

Moderiert wurde der Abend von Michelle Thorne (Mozilla Foundation), die auch 2008 schon bei „Open Everything“ dabei war. Bild: Denis Schroeder (WMDE), Michelle Thorne at Wikimedia Salon Open Everything 2, CC BY-SA 4.0.

„Open“ ist heute in vielen Bereichen ein wichtiges Thema. Inhalte, die anderen Menschen frei zur Verfügung gestellt werden, damit sie kreativ für verschiedene Zwecke genutzt werden können, sind nicht nur Gegenstand theoretischer Debatten, sondern werden schon in unterschiedlichen Zusammenhängen praktisch genutzt. Ziel des Wikimedia-Salons „Das ABC des Freien Wissens“ am 6. April 2017 war es zu zeigen, dass „Open Everything“ schon heute viel mehr ist, als nur eine abstrakte Idee.

Bereits 2008 hatte die Diskursgestalterin Christine Kolbe gemeinsam mit der Kulturproduzentin Andrea Goetzke und anderen aus dem Umfeld des Newthinking Store eine Reihe von Veranstaltungen in Berlin initiiert, die Teil einer globalen Diskursinitiative mit dem Titel „Open Everything“ waren. [1] Im Zentrum stand die Frage, was hinter dem Schlagwort „open“ steckt, mit dem sich viele Initiativen  bezeichnen.

Angelangt beim Buchstaben O nutzten wir mit der 15. Ausgabe des Wikimedia-Salons die Gelegenheit, nach fast zehn Jahren zurückzublicken und zu resümieren, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Eingeladen waren dazu Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Open-Initiativen – von Open Source Software über Open Data bis zu Open Science. In kurzen Vorträgen, die auf der Webseite des Wikimedia-Salons als Video zur Verfügung stehen, gaben die Gäste Einblicke in die Entwicklung einzelner Initiativen und Projekte, in Erfolge und Misserfolge der vergangenen Zeit. Zu den Gästen gehörte auch Christine Kolbe, die zunächst einmal feststellen musste: „Klar ist das auch ein bisschen Klassentreffen hier, aber es sind auch immer viele neue Leute da. Und die Initiativen wachsen und professionalisieren sich in vielen, vielen Bereichen.“

 

O wie Open

Was „open“ bedeutet, an dieser Definition hat die Open Knowledge Foundation (OKF) gearbeitet: „Wissen ist offen, wenn jedeR darauf frei zugreifen, es nutzen, verändern und teilen kann – eingeschränkt höchstens durch Maßnahmen, die Ursprung und Offenheit des Wissens bewahren.“ Weiterlesen »

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OpenCon in Washington, D.C.: Wikimedians sind als Open Advocates dabei!

Ein Bericht über die OpenCon 2016, eine internationale Konferenz zum Thema Open Access, Open Data und Open Education.

Der Raum gefüllt von Spannung, Neugierde und Freude. Eine Community von über 200 Bibliothekaren, Wissenschaftlern, Community-Organisatoren, Open-Begeisterten, Projektleitenden, darunter mindestens 10 Wikimedians, traf sich in der US-Hauptstadt zur seit 2014 jährlich stattfindenden OpenCon. Diese etwas andere Konferenz will vor allem Vernetzung- und Fortbildungsplattform sein für Berufseinsteigende aller Disziplinen, die an Projekten für Offene Daten, OER, Open Science arbeiten und generell im Sinne des Paradigmas von Freiheit, Gemeingut und Inklusivität etwas bewegen wollen. Die Berufseinsteigenden will die OpenCon dabei unterstützen, zu streitbaren Open Advocates zu werden, die erfolgreich Einfluss zugunsten Openness als Prinzip nehmen können. Weiterlesen »

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“Beschränkt euch nicht, denkt nach vorne!” – Coding da Vinci 2015 startet fulminant

Großer Andrang beim Kick-off zu Coding da Vinci 2015. Foto: Heiko Marquardt [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Der Veranstaltungssaal bei Wikimedia Deutschland am Tempelhofer Ufer platzte mit knapp 200 Gästen buchstäblich aus allen Nähten. Die Begrüßung wurde in einen weiteren Raum übertragen, durch die Seitentüren reckten sich Köpfe, um das Grußwort von Kulturstaatssekretär Tim Renner zu hören und vielleicht sogar einen Blick zu erhaschen.

Die zweite Runde des Kultur-Hackathons Coding da Vinci, der 2014 von Wikimedia Deutschland, der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung und der Open Knowledge Foundation Deutschland ins Leben gerufen wurde, lockte am vergangenen Wochenende nicht nur Programmiererinnen und Programmierer zu Wikimedia, die Ideen für offene Kulturdaten entwickeln möchten, sondern auch mehr als doppelt so viele Kulturinstitutionen, die ihre Datensätze unter freier Lizenz zur Verfügung stellen, als im letzten Jahr.

 

„Digital ist besser“ – Auch für Kulturinstitutionen

Kulturstaatssekretär Tim Renner eröffnet Coding da Vinci. Foto: Heiko Marquardt [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Tim Renner (u.a. Autor „Digital ist besser“) eröffnete den Kick-off mit Verweis auf die hitzige Debatte um die kommende Intendanz des Tate Gallery-Direktors Chris Dercon an der Berliner Volksbühne. Die Befürchtungen, dass eine Frischzellenkur (Renner kündigte eine digitale Bühne für Berlin an) die Theaterbastion zur Eventbude verflachen lassen könnte, verglich er implizit mit den Vorbehalten gegen die digitale Erschließung des Kulturguts, das in unzähligen Archiven und Depots vor sich hinschlummert.
Genauso, wie es Zeit für die Erneuerung des Theaters sei, brauche die gesamte Kulturlandschaft mehr Bewusstsein für die vernetzte Gesellschaft, in die sie zunehmend eingebettet ist. Die Potenziale des Digitalen müssten mitgedacht und mitgemacht werden, im Theater, in den Museen, Archiven und Bibliotheken. Wie gut, dass Coding da Vinci genau das befördern möchte.

 

 

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Wie lernen wir in der Stadt der Zukunft? Barcamp „Open City, Open Knowledge, Open Community“ am 29. & 30. Mai 2015

Ende Mai findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 – Zukunftsstadt in Berlin das Barcamp „Open City, Open Knowledge, Open Community“ statt. Was letztendlich auf der Tagesordnung steht, bestimmen die Teilnehmenden selbst!

Gleiche Bildung für alle! In der digitalen Gesellschaft lassen sich stets neue Möglichkeiten, Ansätze und Formen für eine Annäherung an diesen Grundsatz finden. Wie aber werden der Wissenstransfer und der Zugang zu Bildung in der Stadt der Zukunft gestaltet sein? Welche Rolle spielen dabei die Sammlung und Verbreitung freier Inhalte? Und wo liegen die Gefahren und Grenzen?

Berlin = Open City?, Bild von Wissenschaft im Dialog

Diese und mehr Fragen stehen im Zentrum des Barcamps „Open City, Open Knowledge, Open Community“, das am 29. & 30.05.2015 in den Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland stattfindet. Das Barcamp ist Teil der Diskussionsreihe Wissenschaft kontrovers, und wird organisiert von Wissenschaft im Dialog in Kooperation mit Wikimedia Deutschland.

  • Datum und Uhrzeit: 29.05.2015 (13 – 18 Uhr) &  30.05.2015 (10 – 18 Uhr)
  • Veranstaltungsort: Wikimedia Deutschland,Tempelhofer Ufer 23-24,10963 Berlin

Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Offen ≠ Offen

Am Montag den 15. September 2014 fand auf dem Ausstellungsschiff “MS Wissenschaft“ in Wien die Veranstaltung „Wissenschaft und Freies Wissen – Fortschrittsmotor und Gemeingut der Informationsgesellschaft“ statt. Wikimedia Österreich,Wikimedia Deutschland, Wikimedia Schweiz, die Open Knowledge Foundation Österreich und die Open Knowledge Foundation Deutschland luden gemeinsam zur Diskussion über (mehr) Offenheit in der Wissenschaft ein. Gefördert wurde die Veranstaltung vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF).

Prof. Dr. Björn Brembs, Prof. Dr. Sarah Spiekermann , Dr. Carl-Christian Buhr und Dr. Wolfgang Eppenschwandtner (v.l.n.r.), Foto von Christopher Schwarzkopf, CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Gut viereinhalb Monate ist es her, dass die MS Wissenschaft sich von Berlin aus zu ihrer Tour durch Deutschland und Österreich aufmachte. An Bord: Unser Exponat  “Das Wikipedia-Prinzip: Freie Daten, Freies Wissen”, das wir gemeinsam mit der Open Knowledge Foundation entwickelt haben. Bevor die Reise des Schiffes am 28. September in Forchheim zu Ende ging, wurde es kurz vor Schluss nochmal richtig spannend, als die MS Wissenschaft in Wien festmachte und sich 60 Teilnehmende aus Wissenschaft, Politik und Wikiversum an Bord einfanden, um über die Öffnung von Wissenschaft zu diskutieren. Das Podium war mit Prof. Dr. Sarah Spiekermann (Wirtschaftsuniversität Wien), Dr. Carl-Christian Buhr (Digitale Agenda bei der Europäischen Kommission), Prof. Dr. Björn Brembs (Universität Regensburg), Gille Dubochet (Science Europe) und Dr. Wolfgang Eppenschwandtner (Initiative for Science in Europe) prominent und, was die Meinung zu Open Science anbelangt, durchaus divers besetzt.

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Nikolaus im Sommer

Coding da Vinci : Der Kultur-Hackathon. Jetzt kommt die Preisverleihung im Programmierwettbewerb am Sonntag im Jüdischen Museum. Bild © cc-by-sa

Am Sonntag werde ich glänzende Augen haben, wie in Kindertagen am 6. Dezember. Denn am 6. Juli sehe ich nach 10 Wochen spannungsvollen Wartens endlich 17 der Anwendungen, die im Rahmen des Programmierwettbewerbes  „Coding da Vinci: Der Kultur-Hackathon“ entstanden sind. Da Freude in einer großen Gruppe mehr Spaß macht, möchte ich alle Leserinnen und Leser auf diese 17 Wettbewerbsbeiträge neugierig machen, die im Großen Saal des Jüdischen Museums präsentiert werden. Lasst uns den Saal bis zum letzten Platz füllen.

Am 06. Juli 2014 endet die zehnwöchige Projektphase mit einer öffentlichen Preisverleihung. Die besten Projekte werden in fünf Preiskategorien prämiert: Most Technical, Most Useful, Best Design, Funniest Hack und Out of Competition und die Gewinner bekommen ihre verdienten Preise.

Ausgangspunkt für alle Teams waren die Kulturdaten der teilnehmenden 16 deutschen Kultureinrichtungen. Da sie alle unter einer freien Lizenz für Coding da Vinci bereitgestellt wurden, konnten Scans  eines Hebariums mit Musikbeispielen eines anderen Museums vermischt werden, die Metadaten  einer Bibliothek durch die Bilddateien eines Instituts angereichert werden oder vergessene Autoren gelangen über Twitter wieder in die öffentliche Wahrnehmung von heute wieder. Alles war möglich. Ca. 150 Teilnehmende des ersten deutschen Kultur-Hackathons Coding da Vinci stellten sich den Herausforderungen des Wettbewerbes. Ihre Ergebnisse, die programmierten Apps, Webseiten, Spiele und Anwendungen stehen auch unter einer freien Lizenz und können von allen weiterentwickelt und mit weiteren Daten verknüpft werden. Der Nikolaus im Sommer ist daher womöglich erst der Anfang. Wie könnte es auch anders sein? Im Netz bleibt alles in Bewegung.

Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein, wenn enthüllt wird, was neu entstanden ist. Vielleicht sind Tierstimmen zu einer App geworden? Oder auf 3D-Scans von Musikinstrumenten kann virtuell gespielt werden? Und was ist aus den Inschriften der jüdischen Grabsteine in Hamburg gemacht worden? Wir sind sehr gespannt auf die Anwendungen. Auf den neuen Glanz „verstaubten“ Kulturerbes. Und auf die Gespräche mit denen, die neu gedacht und gecodet haben.

Öffentliche Preisverleihung

Sonntag 06. Juli 2014, 10:30-16:00 Uhr (Einlass ab 10:00 Uhr)

Großer Saal des Jüdischen Museums (2. OG)

Lindenstr. 9-14

10969 Berlin

Eine kleine Liste von FAQ

Was ist ein Hackathon?

Ein Hackathon ist ein Event, bei dem Programmierer (auch Hacker genannt), Grafikdesigner, Interface-Designer und Projektmanager zusammenkommen, um in einem vorgegebenen Zeitrahmen intensiv an einem Projekt zu arbeiten. Der zweite Wortteil ist von Marathon abgeleitet und zielt auf die intensive Zeit und Anstrengung, die die Teilnehmer miteinander verbringen. Die Dauer eines Hackathons kann variieren, von einem Tag bis zu mehreren Wochen. Zu Beginn wird üblicherweise das Material vorgestellt, das bearbeitet werden soll. Die Teilnehmenden sprechen dann über ihre Ideen und schließen sich zu Teams zusammen, in die sie ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten einbringen. Ziel ist es, am Ende etwas erarbeitet zu haben, das weiter genutzt werden kann – von einer neuen Programmiersprache bis hin zu fertigen Apps ist alles möglich. Mehr Information unter dem Link.

Was ist ein Kultur-Hackathon?

Bei einem Kultur-Hackathon werden Kulturdaten zur Verfügung gestellt, die von allen Teilnehmenden bearbeitet werden können. Im Fall von Coding da Vinci haben 16 deutsche Kulturinstitutionen Kulturdaten zur Verfügung gestellt, aus denen die Teams Neues schaffen. Damit werden die Daten nicht nur in andere Zusammenhänge gebracht, sondern auch in neuer Form nutzbar gemacht. Raus aus den Archiven, rein in den Alltag.

Was sind Freie Lizenzen?

Freie Lizenzen ermöglichen nicht nur das Anschauen von Daten, sondern die freie Nachnutzung, ohne dies zuvor durch den Urheber genehmigen zu lassen. Es gibt unterschiedliche Lizenzmodelle für Inhalte und für Anwendungen. Mehr Information unter diesem Link.

 Wer sind die Macher von Coding da Vinci?

Coding da Vinci wird veranstaltet von der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) gemeinsam mit der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS), der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) und Wikimedia Deutschland (WMDE).

Wo kann ich mich anmelden?

Webseite und Anmeldung:http://codingdavinci.de

Wo finde ich mehr Informationen zu den Projekten?

Auf dem schwarzen Brett des Wettbewerbs, dem Hackdash, stellen sich alle 27 Projekte vor, auch diejenigen, die nicht am Sonntag präsentiert werden:http://cdvinci.hackdash.org

Kann ich Coding da Vinci auf Twitter folgen?

Ja sicher, unter @codingdavinci oder über den Hashtag #codingdavinci.

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Offene Daten in der Praxis: Die Europawahl, Teil 1: Zwischenstand

Holzschnittartige Übersicht über die Verfügbarkeit von Wahldaten. Mustergültig sind hier vor allem die Stadtstaaten und Neufünfland [grün=landesweite Daten bereit, gelb=landesweite Daten unterwegs, rot=keine landesweiten Daten oder keine Informationen]

tl;dr: Wikimedia Deutschland ist für die Freigabe von Staatlichen Informationen, dazu zählen auch Wahlinformationen. Wir haben uns ein konkretes Beispiel herausgesucht und erzählen von unseren Erfahrungen.

Am 25. Mai schlossen um 18 Uhr die Wahllokale zur Europawahl 2014 in Deutschland. Ein Heer von Freiwilligen und Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes halfen bei der Auszählung mit, schon in der darauffolgenden Nacht lag kurz vor 3 Uhr ein vorläufiges amtliches Ergebnis durch den Bundeswahlleiter vor. Am Tag nach der Europawahl wurde durch den beim Statistischen Bundesamt ansässigen Bundeswahlleiter dieses vorläufige Ergebnis als CSV-Datei nach Wahlkreisen auf dem Regierungsdatenportal govdata.de veröffentlicht, nach kleinen Nachbesserungen übrigens mit Lizenzbedingungen, die grundsätzlich eine freie Nachnutzung erlauben. Wahlkreisebene bedeutet, dass hier für ganz Berlin ein gesammeltes Ergebnis ausgewiesen wird.  Die gesetzliche Untergrenze dessen, wie fein aufgedröselt ein Wahlergebnis berichtet werden darf, ergibt sich aus dem Wahlgeheimnis: Das individuelle Stimmverhalten einer Person darf nicht mehr erkennbar sein. Diese Gefahr besteht nicht bei einer Veröffentlichung auf der Ebene des Wahlbezirks. Lässt man die Briefwahlbezirke außen vor, gab es davon in Berlin zur Europawahl 1709 solcher Bezirke mit durchschnittlich 1470 Wahlberechtigten. Wer sich das Wahlergebnis der Europawahl genauer ansehen möchte, wird mit den Daten von 90.000 Wahlbezirken eine interessante Grundlage für Analysen haben. Korrekterweise: Man hätte eine interessante Grundlage, denn es existiert weder seit dem späten Wahlabend noch heute noch in der nahen Zukunft eine Sammlung der Ergebnisse der Europawahl (weder vorläufig noch endgültig) auf Wahlbezirksebene. Bei früheren Wahlen wurde eine CD-ROM durch das Büro des Bundeswahlleiters produziert, die einige Monate nach der Wahl für ca. 100 Euro bestellt werden konnte. In einigen Wochen oder Monaten soll eine CD-ROM mit den Ergebnissen der Bundestagswahl 2013 erscheinen, erst danach steht die Erstellung einer CD mit den Europawahlergebnissen an. Eine Veröffentlichung der Daten auf Govdata ist derzeit nicht vorgesehen, auch von der Preisvorstellung will man derzeit nicht abrücken.

Nachgefragt

Nun, wenn man nicht die Ergebnisse vom Bundeswahlleiter direkt bekommt, so vielleicht von den 16 Landeswahlleiterinnen und Landeswahlleitern der einzelnen Bundesländer für ihr jeweiliges Bundesland. Die Ergebnisse sind durchwachsen. So gibt Niedersachsen beispielsweise an, von den 47 Stadtwahlleiterinnen und Stadtwahlleitern, Kreiswahlleiterinnen und Kreiswahlleitern nur addierte Ergebnisse der jeweiligen Wahlkreise erhalten zu haben. Gleiches gilt für das Land Baden-Württemberg. Dass der Wunsch nach den Wahlergebnissen auf Wahlbezirksebene nicht utopisch ist, zeigt sich aber daran, dass sieben Bundesländer diese Daten anbieten. Um ein Bild von der Situation zu bekommen, sind am Anfang der Woche 16 gleich formulierte E-Mails an die Landeswahlleiterinnen und -leiter gegangen, in denen ich um folgende Daten und Informationen zum Lizenzstatus bat:

  • Ergebnisse (ggf. auch vorläufige Ergebnisse) der Europawahl vom 25. Mai 2014 mit Granularität auf Ebene der Wahlbezirke
  • Beschreibungen, Geodaten, Shapes oder Straßenverzeichnisse der Zuschneidung der Wahlbezirke zur Europawahl 2014

Sofern vom Land eine Nachricht kam, über diese Daten nicht zu verfügen, gingen E-Mails an die Kreiswahlleiterinnen und -leiter heraus: 47 in Niedersachsen, etwa gleich viele an die Kollegen in Baden-Württemberg und noch einmal 5 in das Saarland.

Heute, 6. Juni 2014 ist der Stand der Rückmeldungen wie folgt:

(Vorläufige) Wahlbezirksergebnisse sind landesweit verfügbar für Berlin, Brandenburg, Bremen (via E-Mail), Hamburg, Hessen (Download), Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt (via E-Mail) und Thüringen. Berlin und Hamburg stellen Daten bereit, um eine Zuordnung von Straße zu Wahlbezirk zu ermöglichen. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es keine Informationen über den lizenzrechtlichen Status dieser Dateien. Es ist möglich, dass sie zumindest als Datenbanken einem Schutz nach §§87a ff. UrhG unterliegen, eine freie Nachnutzung wäre dann nur mit Zustimmung des Datenbankherstellers zulässig. Wenn Daten auf Landesebene fehlen, ist es mit einem vertretbaren Aufwand nahezu ausgeschlossen, diese Daten selbst aus den Daten der Kreise zu erstellen. Zu unterschiedlich sind die Veröffentlichungsmethoden, nur in wenigen Fällen sind CSV- oder Excel-Dateien verfügbar. Aus nicht wenigen Kreisen bekommt man auf Nachfrage maximal die eingescannten Ausdrucke von Tabellen, angeblich lägen keine elektronischen Dateien vor. Übereinstimmend berichten die Kreiswahlleiter, über keine Daten zur Zuordnung der Wahlbezirke zu verfügen, dies sei Sache der Gemeinden.

Offene Wahldaten im Jahr 2014

Insgesamt ist die Situation sehr unbefriedigend. Nicht nur wünschenswert, sondern eher als Mindestanforderung gilt:

  • Wahldaten gehören auch auf der Ebene der Wahlbezirke zeitnah veröffentlicht, d.h. in der Wahlnacht als vorläufige Ergebnisse und nach den Sitzungen der Kreis- und Landeswahlausschüsse in ihrer Form als Endergebnis.
  • Die Daten sollten in einem einheitlichen Datenformat veröffentlicht werden, um Konvertierungsaufwand zu reduzieren. Es gibt keinen Grund gegen eine behutsame Vereinheitlichung oder wenigstens ein einheitliches elektronisches Austauschformat
  • Zu den notwendigen Daten zum Verständnis der Wahlergebnisse zählen auch maschineninterpretierbare Daten zum Zuschnitt der Wahlbezirke, um eine gegebene Adresse zweifelsfrei einem bestimmten Wahlbezirk zuordnen zu können
  • Alle Daten, die nicht zweifelsfrei als amtliche Werke gemeinfrei sind oder die nötige Schöpfungshöhe nicht übersprungen haben, gehören von den Rechteinhabern zur freien Nachnutzung freigegeben. Für diese Daten bietet sich Creative Commons Zero an.
  • Ein Vertrieb viele Monate nach der Wahl auf CD-ROM ist selbstverständlich kein Problem, wenn die Daten schon früher über die naheliegenden Datenportale wie beispielsweise govdata.de veröffentlicht wurden.

Wahldaten gehören zu der Gruppe von Informationen des öffentlichen Sektors, die für viele Anwendungen und Personengruppen interessant sind. Ihre Verfügbarkeit trägt auch dazu bei, das Vertrauen in einen ordnungsgemäßen Ablauf einer Wahl zu verfestigen. Durch die Verfügbarkeit von Wahlergebnissen mit feiner Auflösung lassen sich auch Ungereimtheiten erkennen und aufklären. Eine Gruppe von Dateninteressierten in Dänemark war so am Wahltag bei der Auswertung von Ergebnissen eines Referendums zum Beitritt Dänemarks zum Europäischen Einheitspatent auf einen Zahlendreher aufmerksam geworden, der durch menschlichen Fehler entstanden war.

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10 Gründe, warum #openNRW bombastisch ist. Und Grund 8 wird Dich umhauen!

Vor genau einem Jahr schrieb ich in diesem Blog über die Absicht der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, eine Open Government Strategie auf den Weg zu bringen. Neben die Freude über diese Absicht mischte sich damals unsere Besorgnis, dass es zu einer Verwässerung des Begriffes „open“ kommen könnte, wenn beispielsweise unfreie Lizenzen für „Open Data“-Portale genutzt würden, wie dies im Eckpunktepapier der Landesregierung angekündigt worden war. Auch die pauschale Ausnahme von Geodaten erschien uns unplausibel, da gerade bei Geodaten ein großes Bedürfnis für eine Nachnutzung existiert und dokumentiert ist. Unsere Besorgnis teilte ich unter anderem am 17. Mai 2013 beim Zukunftsforum Digitale Bürgerbeteiligung mit. Mein Eindruck damals war optimistisch, dass in einem finalen Papier der Stellenwert von „open“ entsprechend berücksichtigt würde.

Gestern hat die Landesregierung in NRW die ausformulierte Open Government-Strategie gebilligt und anschließend veröffentlicht. Der Hauptteil umfasst 105 Seiten, außerdem gibt es einen 87-seitigen Anhang „Hintergründe und Rahmenbedingungen„. Nach einer ersten Durchsicht eine kurze Einschätzung zum Inhalt des Papiers und der nächsten Schritte:

  1. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten. Man kann nur vermuten, wie viel Arbeit in die Erstellung dieser Strategie geflossen ist und welche Verhandlungen über Teilaspekte geführt werden mussten. Die Landesregierung löst mit diesem Dokument den ersten Teil eines Versprechens für mehr Transparenz und Beteiligung ein. Der zweite, wichtigere Teil wird die Umsetzung dieses Versprechens sein.
  2. Auch in der Langfassung der nun vorliegenden Strategie gibt es eine plausible Verzahnung verschiedener Ansätze, im Papier „Transparenz“, „E-Partizipation“ und „E-Zusammenarbeit“ genannt. Das Papier ist darüber hinaus auch ehrlich, welche Arbeiten unerledigt bleiben: Open.NRW ist ein freiwilliges Angebot der Exekutive und ersetzt nicht die Weiterentwicklung der Landesgesetze zu Informationsfreiheit hin zu einem Transparenzgesetz.
  3. Die Landesregierung hat sich bemüht, die Kostenfolgen von Open.NRW in Grenzen zu halten: Open Data wird vorerst nur mit Landesdaten starten. Kommunale Daten (von denen es dank Moers und Köln bereits viele gibt) sollen wieder auf Basis von Freiwilligkeit und ohne Verpflichtung durch das Land aufgenommen werden. Wenn es eine solche Pflicht durch das Land gäbe, müsste es auch vom Land bezahlt werden. Die Flucht in die Freiwilligkeit erspart es dem Land, den Geldbeutel aufzuschnüren.
  4. Nur mit einer wohlwollenden Lesart wird es nicht dazu kommen, dass sich unter dem Label „Open Data“ auch unfreie Inhalte verbergen werden. Die Landesregierung beschreibt in ihrer Strategie korrekt, dass Offene Daten auch für kommerzielle Zwecke genutzt werden können. Sie betont außerdem, dass es das Ziel sei, die NRW-Verwaltungsdaten zur uneingeschränkten Weiterverwendung bereitzustellen, es jedoch gerade zu Beginn Ausnahmen geben werde. Vollends problematisch wird es bei der Auswahl der bevorzugten Lizenzen für die NRW-Verwaltungsdaten. Hier verweist das Papier pauschal auf die Datenlizenz Deutschland 1.0, von der es zwei Ausprägungen gibt und von denen keine den Anforderungen an Freie Lizenzen genügt (Nota bene: Eine kommende Version 2.0 wird als „Datenlizenz Deutschland – Namensnennung hoffentlich diese Anforderungen erfüllen. Wir erwarten ihre Veröffentlichung in den kommenden Wochen).
  5. Wenn, wie eine wohlwollende Lesart es durchaus zulässt, eine freie Lizenz der Normalfall des NRW-Datenportales werden wird, gibt es dennoch überall institutionelle Kräfte, die gebotenen Ausnahmen und Freiräume bei Bedarf exzessiv zu nutzen. Die Landesregierung wird hier selbst Wege finden, eine sanfte Lenkwirkung in Richtung Freier Lizenzen zu erzeugen. Manchmal reicht es schon, den Begründungsaufwand für die Wahl unfreier Lizenzen zu erhöhen. Positiv hervorzuheben ist die Ankündigung, explizit diese Lizenzfrage nach 2 Jahren zu evaluieren.
  6. Bis zum 13. Juni 2014 können Interessierte auf der kommerziellen Kommentarplattform Disqus die Open.NRW-Strategie kommentieren. Die verantwortliche Stabsstelle verspricht eine zeitnahe Rückmeldung. Angesichts der bereits erfolgten Billigung durch die Landesregierung ist es unwahrscheinlich, dass am Wortlaut der Strategie noch etwas geändert wird.
  7. Am 10. Juni um 19 Uhr findet ein Informationsabend des Innenministeriums zur Strategie statt. Die Teilnehmerinnenzahl ist begrenzt, eine Anmeldung per Email bis zum 6. Juni 2014 nötig.
  8. Herzlich gelacht haben wir alle bei dem Versuch der Landesregierung, Creative Commons zu erklären. Die Erklärung beginnt mit: „Die gemeinnützige Organisation Creative Commons bietet urheberrechtgeschützte Werke als freie Inhalte an“.

[Nachtrag: Matthi Bolte ist Abgeordneter des Landtages von NRW bei Bündnis 90/Die Grünen und netzpolitischer Sprecher. Er hat im netzpolitischen Blog der Grünen einen längeren Text zu Open.NRW geschrieben, die Lektüre ist empfohlen.]

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re:publica im Rückspiegel

Die Datentankstelle von Wikimedia Deutschland,
Foto: Wikimedia Deutschland, CC-BY-SA 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Berlin, 6. Mai, 10:00 Uhr: Jede Menge gutgelaunte Menschen mit Festival-ähnlichen Bändchen am Handgelenk betreten lässigen Schrittes das Gelände der STATION. Warum? Dort hat gerade die re:publica – eine Konferenz rund um die digitale Gesellschaft – begonnen. Die deutschen und internationalen Besucher freuten sich auf drei spannende Tage voller Vorträge, Panels, Workshops, Diskussionen – und all das in einer wilden, grünen Waldoptik. Denn die re:publica stand dieses Jahr unter dem inhaltlichen und visuellen Motto “Into the Wild”.

Zero Emissions

Wie angekündigt, war Wikimedia Deutschland mit einem Partnerstand vor Ort dabei, um die Aufmerksamkeit auf Themen rund um Freies Wissen zu lenken. Dank der exponierten Lage zwischen Eingang und Haupthalle führte kein Weg an unserem Stand vorbei. Übersehen konnte man uns sowieso nicht – wer läuft schon ungerührt an einer königsblauen Datentankstelle vorbei und lässt sich ein Gespräch über freie Inhalte mit dem hilfsbereiten Tankstellenpersonal durch die Lappen gehen? Richtig: Niemand. Besonders, wenn jene Datentankstelle gerade in der Eröffnungsrede der Organisatoren wärmstens empfohlen wurde.

Als kundenorientierte Datentank-Crew unschwer an unseren blauen Hemden zu erkennen und mit Jahresberichten, Broschüren zu freien Lizenzen und anderem Infomaterial in der Pipeline, konnten wir es kaum erwarten, mit Interessierten ins Gespräch zu kommen und beim Auftanken behilflich zu sein. Aus dem Zapfhahn sprudelten unter anderem frei lizenzierte Musik, Bilder (auch von Katzen), Landkarten und auch große Datensätze aus den Bereichen Kultur und Verwaltung. Abgezapft wurde per USB-Stick oder via WLAN. Was es genau mit der Datentankstelle auf sich hat und warum sie bei der re:publica Premiere feierte, haben bereits Mathias Schindler in einem Blogpost und Michael Jahn in einem Gastbeitrag im re:publica-Blog erklärt. Weiterlesen »

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Des einen Bibel – des anderen Computerspiel

„Willkommen auf Europeana 1914-1918 – mit neuem Design! Wir haben die Inhalte auf dieser Website deutlich erweitert und verbessert“ so begrüßt Europeana seine Besucherinnen und Besucher zum Relaunch der Website seit gestern Abend. Mit großem Aplomb  –  Konferenz, Ausstellung „Unlocking sources in Berlin“ und feierlichem Empfang der geladenen Gäste durch gleich drei Herrinnen:  Barbara Schneider-Kempf, Direktorin der Staatsbibliothek, Monika Grüttters, Staatsministerin für Kultur, und Jill Cousins, Direktorin der Euopeana Foundation – geht die Plattform online. Sie lädt die interessierte Öffentlichkeit ein, sich mittels 500.000 Quellen aus Bibliotheken, Archiven und von Privatpersonen aus ganz Europa mit dem Ersten Weltkrieg  zu beschäftigen.

Diese Bibel rettete wörtlich einem jungen Soldaten im Ersten Weltkrieg das Leben. Ein Granatsplitter konnte das Buch nicht durchdringen. Von Gottfried Geiler via Europeana CC BY SA

Ein Portal mit enormer Vielfalt

Soldaten-Liedersammlungen und Noten für Märsche, Bilderbücher für Kinder in Comic-Anmutung und Filmmaterial, wie eine Wochenschau aus Österreich von 1915, belegen die heute befremdliche Kriegsverherrlichung der öffentlichen Einrichtungen und der Multiplikatoren wie Journalisten und Verleger. Kontrastiert wird dieses Material durch Quellen aus privaten Nachlässen, zum Beispiel einem Tagebuch mit handschriftlichen Einträgen und eingeklebten Zeitungsausschnitten. Aber nicht nur Material aus den Kriegsjahren 1914-18, sondern auch moderne Medien, die nur über die Kriegsthematik einen Bezug zum „Großen Krieg“ aufweisen, wurden in die Europeana 1914-1918 collections  aufgenommen, wie etwa ein Wahlplakat der SPD 1990. Ein wahrer virtueller Schatz, wie Kulturstaatsministerin Grütters gestern Abend lobte.

 Diversität ist gut, aber nicht immer

Die Diversität der Exponate setzt sich, zu unserem Bedauern, auch in den Lizenzen fort. Wie auch sonst in der Europeana hat das Zeigen Vorrang vor der Nachnutzung. Es finden sich gemeinfreie neben solchen Dateien, die unter der CC BY SA-Lizenz stehen. Sie sind also frei nachnutzbar, für kommerzielle Zwecke ebenso wie  für die Wikipedia. Aber ein mir vom Umfang nicht bekannter Anteil von Einträgen bleibt in der Lizenzfrage ambivalent, oder es wird vorgeschrieben, dass die Lizenzrechte abgefragt oder erworben werden müssen. Dabei weist das normale Template der Ergebnismaske den Button „Wikipedia“ auf. Was als eigener Service für Wikipedia gedacht ist, kann nicht umstandslos genutzt werden, wenn die Lizenzen nicht mit den Vorgaben von Wikimedia Commons kompatibel sind. D.h. Wikipedianer müssen sehr sorgfältig prüfen, ob sie das Material nur zitieren, oder tatsächlich das Bildmaterial verwenden können, ohne gegen proklamierte Lizenzen zu verstoßen.

Cui bono

Cui bono?, fragte der Römer und meinte: Wem nützt es? Ein Streifzug durch das immense Material lohnt sich. Einzigartig sind die in über 80.000 digitale Dateien zusammengetragenen mehr als 7.000 persönliche Geschichten, die man mittlerweile auf Europeana 1914-1918 finden kann. Jede und jeder kann jederzeit neue Inhalte hinzufügen. Dann das spannende Filmmaterial. Das Projekt European Film Gateway 1914 präsentiert rund 660 Stunden digitalisierte Filme und über 5.600 filmbezogene Materialien. Damit werden von dem erhaltenen Fünftel der damaligen Produktion wesentliche Teile leichter zugänglich gemacht. Womöglich inspiriert durch das Sammelprojekt der Europeana zu privaten Quellen des „Großen Krieges“ lanciert Ubisoft im Gedenkjahr 2014 ein neues Computerspiel. Das Spiel „Valiant hearts“ basiert auf realen Briefen von Beteiligten des Ersten Weltkriegs aus fünf verschiedenen Ländern.

Private Briefe aus dem Krieg bilden das Fundament für das ungewöhnliche Computerspiel „Valiant hearts“. Screenshot aus dem Trailer von Ubisoft.

Wer wird in den folgenden Tagen, Wochen und Monaten, in denen  das 100. Gedenkjahr zum Beginn des Ersten Weltkriegs die Erinnerung wachrüttelt, das Material nutzen? Und wofür? Wird das Beispiel der Nationalbibliotheken aus acht europäischen Ländern andere GLAM-Einrichtungen motivieren, ihre Digitalisate ebenfalls freizugeben? Immerhin hat die Staatsbibliothek Berlin für dieses Portal ihre sonstige Politik der nicht-kommerziellen Beschränkung im großen Umfang aufgegeben und sich auf das Wagnis des Freien Wissens eingelassen. Ein beherzter Schritt, den Wikimedia Deutschland gern unterstützen möchte. Wer hat Interesse, dieses Material vielleicht in einer Schreibwerkstatt für die Wikipedia zu erschließen, und so die Quellen einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Erste Gespräche mit den Projektkoordinatoren an der Staatsbibliothek haben begonnen. Mehr Informationen unter kultur@wikimedia.de.

 

 

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