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Koalitionsvertrag Schleswig Holstein: Vielversprechende Pläne, wenig Konkretes zu freier Bildung

Anlässlich der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat das Bündnis Freie Bildung, bei dem WMDE Partner ist, Wahlprüfsteine mit Fokus auf freie Bildung an alle im Landtag vertretenen Parteien verschickt. Nun hat das Bündnis den Koalitionsvertrag im Hinblick auf die Antworten analysiert. Dieser Text erschien zunächst am 19.7. im Blog des Bündnis Freie Bildung.


Kieler Landtag. Foto: Gerd Seidel (Rob Irgendwer), 1693-1708 crop-19-Kiel, Landtag, Parlamentssaal, SH, CC BY-SA 4.0

Wie schon nach der Wahl in Nordrhein Westfalen, haben wir den Koalitionsvertrag für Schleswig-Holstein aus der Perspektive des Bündnisses Freie Bildung analysiert und schauen damit der ersten “Jamaika-Koalition” auf die Finger. Die neue Landesregierung bekennt sich in der Vereinbarung an einer Stelle dezidiert zu OER und möchte sich für die vermehrte Nutzung offener Bildungsmaterialien einsetzen. Dieses Ergebnis ist zunächst nicht so überraschend, da sich sowohl die Grünen als auch die FDP bei der Beantwortung unserer Wahlprüfsteine positiv in Bezug auf die Implementierung freier Bildungsmaterialien geäußert hatten (von der CDU erhielten wir keine Antworten – mit der Begründung, dass wir keine Organisation aus Schleswig-Holstein seien). Was genau mit vermehrter Nutzung gemeint ist und ob damit auch die Erstellung und Verbreitung freier Bildungsmaterialien konkret angestoßen werden soll, bleibt am Ende der Analyse leider offen.

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Ein Bündnis für alle Fälle!

Gemeinsam freie Bildung voranbringen

Immer wieder hat Wikimedia Deutschland zu bestimmten Anlässen mit anderen Institutionen zusammengearbeitet, um Freies Wissen in der Gesellschaft voranzubringen. 2016 veröffentlichte die Koalition Freies Wissen (Bündnis Freie Bildung, Digitale Gesellschaft e.V., Freifunk, Free Software Foundation Europe, Open Knowledge Foundation und Wikimedia Deutschland)  gemeinsam Wahlprüfsteine zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin und konnte so öffentlichkeitswirksamer auftreten und die Ergebnisse auf Grund der verschiedenen Netzwerker breiter streuen. Im Rahmen des Meetups Ladies that FOSS kooperieren wir mit Mozilla, die hinter dem Open Source Browser Firefox stehen und können so mehrere Entwicklerinnen-Communities erreichen. Bei Coding da Vinci bündeln wir mit der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Open Knowledge Foundation Deutschland und der Servicestelle Digitalisierung (Digis) Ressourcen, um das Projekt größer und damit auch sichtbarer durchführen zu können.  

Die Beispiele zeigen, dass Zusammenarbeit mit Partnerinnen (in Crime) innerhalb und außerhalb des Wikimedia Movements immer sinnvoll ist – gemeinsam die gesellschaftlichen Bedingungen für Freies Wissen zu verändern, entfaltet mehr Wirkung, als das als Einzelkämpferin zu tun. Dabei wenden wir einige der guten Praktiken und Learnings an, die von vielen Communities unter dem Sammelbegriff Collective Impact weltweit entwickelt werden.

 

Im Bereich Bildung gibt es seit 2014 das Bündnis Freie Bildung, ein Zusammenschluss von Akteurinnen, die sich für Offenheit (Openness) und freie Lizenzen in der Bildung einsetzen. Das Bündnis treibt die politische und gesellschaftliche Debatte um freie Bildung und freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, OER)  in der Öffentlichkeit voran. Dazu erarbeiten die beteiligten Organisationen und Einzelpersonen gemeinsam Positionen, Stellungnahmen und Handlungsempfehlungen, mischen sich damit in das bildungspolitische Geschehen ein und adressieren Entscheidungsträgerinnen aus Politik, Bildung und Gesellschaft. Weiterlesen »

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Freie Bildungsmaterialien: Pläne der Kultusministerien und Landtags-Koalitionen im Check

Tuxyso / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0, Akademie Mont-Cenis-Sonnenuntergang-2016, CC BY-SA 3.0

Es tut sich was in Sachen Freies Wissen in der Bildungspolitik – und Wikimedia Deutschland schaut genau hin:

Vergangene Woche wurde zuerst durch das „Bündnis Freie Bildung“ (BFB), an dem wir beteiligt sind, eine Stellungnahme zu den Koalitionsverträgen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt online gestellt. Grundlage der Stellungnahme sind Antworten der Parteien auf Wahlprüfsteine, also Fragen, die das BFB im Vorfeld der jeweiligen Landtagswahlen aufgestellt und an die Parteien geschickt hatte. Jetzt wurde als nächste Stufe untersucht, ob und inwieweit die Koalitionsverträge das widerspiegeln, was die Parteien vor der Wahl über ihre Position zu freien Bildungsmaterialien gesagt hatten. Eine ähnliche Aktion läuft derzeit auch mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Außerdem hat Wikimedia Deutschland (WMDE) im laufenden Konsultationsprozess der Kultusministerkonferenz (KMK) zu deren noch im Entwurfsstadium befindlichen “Strategie Bildung in der Digitalen Welt” eine Stellungnahme abgegeben und auf Meta veröffentlicht (PDF). Hier fließen unsererseits vor allem die Erkenntnisse aus dem Praxisrahmen für OER in Deutschland ein, der im Februar 2016 veröffentlicht worden war. Neben diversen Einzelanmerkungen geht WMDE in der Stellungnahme auf drei Aspekte im Detail ein:

  1. Kultur des Teilens konsequenter fördern

Um den immer wieder beschworenen Paradigmenwechsel hin zu einer tatsächlich dem digitalen Zeitalter angemessenen Bildung einzuleiten, sollte die dafür notwendige „Kultur des Teilens“ aktiver als bisher gefördert werden. Übergeordnetes Handlungsfeld für die Kultusminister sind hier nicht in erster Linie Open Educational Resources (freie Bildungsmaterialien, kurz OER), sondern ist eine Verbesserung der Rechtssicherheit beim Zusammenarbeiten und Teilen über Schul- und Hochschulgrenzen hinweg – wofür freie Bildungsmaterialien allerdings ein hilfreiches Mittel sein können. Auch verändert das kollaborative Arbeiten nicht nur die Anforderungen an Lehrende, sondern auch die Anforderungen an Materialien. Dies wirkt sich sowohl auf die Qualitätssicherung als auch auf technische, rechtliche und formale Aspekte der Bildungsmaterialien aus. Zu diesen Aspekten enthält der in 2015 und 2016 erarbeitete Praxisrahmen für Open Educational Ressources in Deutschland bereits viele Vorschläge. Wenn es nicht gelingt, dass in der Schule ein verändertes Rollenverständnis von Lehrenden und Lernenden Einzug hält, wird die Bildung auch in Zukunft an den Anforderungen der Teilhabe in der digitalen Gesellschaft vorbeilaufen. Zudem müssen auch die Werkzeuge des Teilens beherrscht werden. Dazu gehören sowohl technische Fähigkeiten als auch ein Grundverständnis der zum Einsatz kommenden rechtlichen Werkzeuge.

  1. Potenziale des Lernens in der digitalen Welt besser vermitteln

Insgesamt sollten in fördernden Strukturen immer wieder die gesellschaftlichen Chancen der digital unterstützten Bildung und des Lernens in der digitalen Welt deutlich gemacht werden. Andernfalls läuft man Gefahr, dass Förderstrukturen einseitig als weitere Belastung ohnehin bereits unter großem Druck stehender Lehrkräfte wahrgenommen werden. Der Mehrwert kollaborativer Arbeitsweisen (online wie offline) sollte anhand praktischer Beispiele verdeutlicht werden, denn hier bestehen noch große Vorbehalte, die nicht allein über Vorgaben und Anforderungsprofile an Lehrende überwunden werden können. Es müssen Antworten auf die Frage nach dem „Warum?“ der Digitalisierung im Bildungsbereich und nach der Sinnhaftigkeit kollaborativer Erstellung von Inhalten gegeben werden, um Ängste und Hürden abzubauen. Der Fokus auf eine kritische Auseinandersetzung mit digitalen Technologien und mit dem Teilen über Schulgrenzen hinweg sollte nicht nur – negativ konnotiert – als „Schutz“ vor den mit der Technik und dem Teilen einhergehenden Risiken verstanden werden, sondern vielmehr als zentrale positive Kompetenz der Lehrenden und Lernenden in der digitalen Welt.

  1. Rechtliche und formale Rahmenbedingungen für transformativ nutzbare Bildungsmaterialien verbessern

Zentrales Argument für eine offene und digital angereicherte Bildungslandschaft sollte das Ziel eines freien Zugangs zu Bildung sein. Diesem Ziel dienen letztlich viele Zwischenschritte. Auch OER erfüllen keinen Selbstzweck, sondern dienen letztlich dazu, Hürden auf dem Weg zum Wissenserwerb für möglichst viele Menschen möglichst weitgehend abzubauen. Daher sollte, wenn der Begriff OER Erwähnung findet, explizit gemacht werden, wie der Einsatz von OER die Realisierung der oben angesprochenen Potenziale unterstützt. Genau wie nicht jede Standardlizenz weithin als „Freie Lizenz“ anerkannt wird, ist auch der Begriff OER ein schillernder und wird mitunter ein Opfer von „Open Washing“, indem er als Etikett für Inhalte verwendet wird, die in Wahrheit alles andere als offen im Sinne transformativer Nachnutzbarkeit sind. In der Strategie sollte deshalb der Begriff OER mit einer entsprechenden Definition unterlegt werden, sinnvollerweise derjenigen der UNESCO von 2012. Es erscheint uns zugleich wenig sinnvoll, im Rahmen einer solchen Strategie von OER als Antagonismus zu „proprietären“ Bildungsmaterialien zu sprechen. Urheberrechte bestehen schließlich auch an OER. Zentral ist nicht ein solcher begrifflicher Dualismus, der Assoziationen von klassisch vs. modern, angestaubt vs. innovativ und ähnliche weckt. Zentral sind vielmehr die materiellen Merkmale digitaler Bildungsmaterialien (wie z. B. die Veränderbarkeit und eine unter den richtigen Umständen dennoch rechtssichere Nachnutzbarkeit). Die Ansätze der Strategie, die sich auf eine teilweise Liberalisierung der für die Bildung im Urheberrechtsgesetz verankerten Schranken hinwirken wollen, begrüßen wir ausdrücklich.

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Praxisrahmen für Open Educational Resources (OER) in Deutschland veröffentlicht und Projekt „Mapping OER“ abgeschlossen

Mit Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten führte Wikimedia Deutschland von April 2015 bis Februar 2016 ein praxisnahes und partizipatives Modellprojekt zu freien Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, kurz OER) in Deutschland durch. Die Veröffentlichung des Praxisrahmens für Open Educational Resources (OER) in Deutschland bildete den Abschluss des Projekts Mapping OER.

Atelier Disko, Mapping OER Logo-screen-rgb, CC BY 4.0

Wikimedia Deutschland leistet mit dem Praxisrahmen nicht nur einen Beitrag zum aktuellen Diskurs zu OER in Deutschland, sondern spiegelt damit das dynamische Wesen Freien Wissens wider: Zugang zu Wissen für alle zu ermöglichen, Teilhabe und Mitarbeit zu praktizieren sowie Prozesse des Wissenstransfers konsequent zu öffnen. Freies Wissen kann durch eine offenere Bildungslandschaft in Deutschland langfristig gestärkt werden – nur freie Lehr- und Lernmaterialien können den digitalen Bildungsbedinungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden. Sie ermöglichen die Bearbeitung und Weiterverbreitung durch andere und stehen Nutzenden frei zur Verfügung. Auf diese Weise tragen sie zu mehr Chancengerechtigkeit hinsichtlich des Zugangs zu Wissen bei und leisten einen entscheidenden Beitrag zu mehr Teilhabe an Bildung.

Hierfür setzt sich Wikimedia Deutschland seit vielen Jahren ein. Die Wikipedia verdeutlicht dies auf eindrucksvolle Weise. Inhalte, die hier kollaborativ erstellt, kombiniert und unter einer freien Lizenz veröffentlicht werden, bilden die wohl größte Sammlung freier Bildungsmaterialien weltweit. Weiterlesen »

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Freies Wissen und freie Bildung – Was Wikimedia mit OER zu tun hat

Lukas Mezger ist langjähriger Wikipedianer und stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland e. V. In diesem Beitrag, der auf einer Diskussionsrunde auf der WikiCon 2015 beruht, schreibt er über seine persönlichen Eindrücke zum Themenfeld der freien Lehr- und Lernmaterialien und wie sie mit Wikimedia zusammenhängen.

Seit 2013 beschäftigt sich Wikimedia Deutschland e. V. mit dem Thema „Open Educational Resources“ (OER) – also mit der Idee, frei weiternutzbare Bildungsmaterialien zu entwickeln und ihre Verwendung zu fördern. Genau so lang gibt es jedoch unter den Mitgliedern des Vereins und innerhalb der deutschsprachigen Wikimedia-Communitys eine Debatte darüber, wie dieses Thema zu Wikipedia passt und ob unser Verein es weiter vorantreiben sollte.

Auf der WikiCon in Dresden diskutierten Wikimedianer und Wikipedianer darüber, was Wikimedia und OER miteinander zu tun haben. Bild: Matthias Erfurth, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Auch ich muss zugeben, kein „OER-Fan“ zu sein. Als Wikipedianer bin ich der Arbeit an der Erstellung einer freien Enzyklopädie verhaftet und kann nicht so leicht eine Verbindung herstellen zwischen der mitunter eher akademischen Arbeit am Lexikon auf der einen und den eher praktischen Unterrichtsmaterialien und ihrer bildungspolitischen Dimension auf der anderen Seite.

Bei näherer Betrachtung entpuppt sich die Debatte zum Verhältnis von Wikimedia und OER als Teil der alten Diskussion über das Selbstverständnis unseres Vereins und der gesamten Wikimedia-Bewegung: Ist Wikimedia einfach nur die Organisation hinter Wikipedia, quasi ihr „Fanclub“, oder wollen wir darüber hinaus eine breit aufgestellte Nichtregierungsorganisation auf dem gesamten Gebiet des Freien Wissens sein?

Diese Diskussion wird uns sicherlich noch lange begleiten und Wikimedia Deutschland hat sich vorgenommen, sie im kommenden Jahr aktiv fortzuführen. Dabei scheint die Sache bei einem Blick in unsere Satzung klar: Zweck des Vereins ist neben der Erstellung und Verbreitung Freier Inhalte auch ganz allgemein die Förderung der Bildung, und zwar insbesondere durch die Klärung sozialer, kultureller und rechtlicher Fragen im Zusammenhang mit freien Inhalten, zum Beispiel durch Studien.

Und das ist genau das, was Wikimedia Deutschland derzeit mit seinem von Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „Mapping OER“ macht: Es handelt sich um ein Projekt, das die wichtigsten Praxisfragen für die Umsetzung von OER-Konzepten in der deutschen Bildungslandschaft sammelt, den aktuellen Stand der Diskussion klärt und Vernetzungsarbeit leistet. Inhaltlich geht es damit um das Weiterführen einer bildungspolitischen Debatte.

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Freies Wissen und Wissenschaft (Teil 02): Offene Bildungsressourcen (OER) an Universitäten und Hochschulen: Plädoyer für eine didaktische Sicht

Open Access, Citizen Science, Open Research Data – Die Öffnung der Wissenschaft schreitet voran. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich im Rahmen ihrer Arbeit mit freien Lizenzen und kollaborativen Arbeitsweisen. Sie machen ihre Forschungsergebnisse und -daten frei zugänglich, damit sie von möglichst vielen Menschen verwendet und nachgenutzt werden können oder beteiligen Bürgerinnen und Bürger direkt am Forschungsprozess. An dieser Stelle veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Beiträge rund um das Thema Freies Wissen und Wissenschaft. Im zweiten Teil unserer Reihe schreibt Dr. Sandra Hofhues, ab 1. September Juniorprofessorin für Mediendidaktik/Medienpädagogik an der Universität zu Köln, über den Einsatz von Open Educational Resources (OER) im Wissenchaftsbereich.


Whitepaper Open Educational Resources (OER) an Hochschulen in Deutschland (89 Seiten, 3,5Mb) (zum Download auf das Bild klicken)

Wie wahrscheinlich ist es, dass offene Bildungsressourcen – kurz OER – akademisches Lehren und Lernen verändern? Nach Aussage der Autoren des aktuellen Whitepapers zu „Open Educational Resources (OER) an Hochschulen“ (Deimann, Neumann und Muuß-Meerholz, 2015) unwahrscheinlich. Dennoch lohnt es sich, danach zu fragen, welche Auswirkungen die Auseinandersetzung mit und über OER im Hochschulkontext insbesondere für Studium und Lehre haben könnte. Wie lässt sich die Diskussion vor allem mit einer (hochschul-) didaktischen Sicht verbinden?

Einführung und Stand der Diskussion

Was für eine kleine Gruppe interessierter Forschender und Praktiker_innen seit über einem Jahrzehnt selbstverständlich ist, steht seit etwa drei Jahren auch auf der bildungs- und hochschulpolitischen Agenda weit oben: die Beschäftigung mit offenen Bildungsressourcen (OER). Als offen und frei zugängliches Material sollen sie den Zugang zu didaktisch aufbereiteten Inhalten erleichtern und Einblicke in Lernen und Arbeiten in Bildungseinrichtungen geben. Vorreiter für Universitäten und Hochschulen war sicherlich das Massachusetts Institute of Technology (MIT): Im MIT OpenCourseWare werden Lehr-Lerninhalte schon seit 2002 als offene Bildungsressourcen frei zur Verfügung gestellt. Mit dem Aufkommen der Massive Open Online Courses (MOOCs) wurde die Debatte um offene Bildungsressourcen in der Breite entfacht: National wie auch international stellt sich die Frage, wie man unter gegenwärtigen technischen und rechtlichen Bedingungen auf (öffentliches) Wissen zugreifen kann und welche Rolle Bildungseinrichtungen dabei spielen. Sind sie bspw. dafür verantwortlich, in ihnen entstandenes Wissen stets frei und offen zur Verfügung zu stellen? Ein Schwerpunkt in der Diskussion liegt daher im offenen Zugang zu Wissen, eine Forderung der Open Access (OA)-Bewegung, die seit ihrer Initiierung große Erfolge aufweist. So ist beispielsweise am 17. April 2015 in einem Spiegel-Artikel von einem „wegweisenden Urteil“ zu lesen: Demnach dürfen Uni-Bibliotheken alle Bücher digital anbieten. Der Weg zu einem freien und offenen Zugang zu Wissen und Informationen in Universitäten und Hochschulen ist demnach bereitet. Für offene Bildungsressourcen auch?

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Live-Diskussionsrunde zu OER: Graswurzelbewegung trifft Bildungspolitik

Im Rahmen der Live-Video-Reihe “Open Education als Kern der digitalen Bildung” lud ununi.TV gestern zur Diskussion. Zum Thema “OER: Graswurzelbewegung trifft Bildungspolitik” diskutierten Elly Köpf (Wikimedia Deutschland) mit u. a. Saskia Esken (MdB) die anstehenden Projektvorhaben sowie Chancen und Grenzen offener Bildungsformate.

 

 

Zum Hintergrund: Erstmals werden in Deutschland Bundesmittel für Open Educational Resources (OER) bereitgestellt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergibt diese Mittel im Rahmen des Förderprogramms “Digitale Medien in der beruflichen Bildung”. Ziel ist es, die Potenziale von OER stärker zu nutzen. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka betont, dass gerade offene Bildungsmaterialien die Möglichkeit bieten, das innovative Potenzial der Digitalisierung für das Lehren und Lernen zu erschließen und die Qualität und Vielfalt in der Bildung zu erhöhen. Ein Meilenstein! Weiterlesen »

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Open Educational Resources für Deutschland voranbringen – Zum Projektstart von „Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten“.

Mit „Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten“ startet Wikimedia Deutschland bis Februar 2016 ein Modellprojekt zur “Vermessung” von Open Educational Resources (OER) in Deutschland. Gefördert wird unser Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms Digitale Medien in der beruflichen Bildung, dem im November von der Bundesregierung zusätzlich zwei Millionen Euro mit thematischem Bezug zu OER zugewiesen wurden. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten und Interessierten gehen wir zentrale Themen an, die bislang zu OER immer wieder offene Fragen aufwerfen: Qualitätssicherung, Qualifizierungsmodelle von MultiplikatorInnen, Geschäftsmodelle und die Frage nach Lizenzen und Rechtsicherheit. Dabei geht es nicht darum, Grenzen zu ziehen, sondern Räume zu öffnen, Stolpersteine und Herausforderungen zu identifizieren und Lösungswege aufzuzeigen – praxisnah und partizipativ.

Logo OER, by Markus Büsges (leomaria design) für Wikimedia Deutschland e. V., CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.

Wikimedia Deutschland engagiert sich seit 2013 systematisch für das Thema der freien Lehr- und Lernmaterialien, denn sie bedeuten neue Möglichkeiten für den freien Zugang zu Bildung. In den letzten Jahren hat es international erste Gehversuche mit OER gegeben, und auch in Deutschland widmeten sich einzelne Aktive oder Gruppen dem Thema. Was der entstehenden OER-Community in Deutschland jedoch lange Zeit fehlte, waren Möglichkeiten, sich persönlich auszutauschen und zu vernetzen. Mit diesem Ziel organisierte Wikimedia Deutschland 2013 in Berlin die erste deutsche OER-Konferenz unter der Schirmherrschaft der deutschen UNESCO-Kommission mit rund 300 Interessierten. Die Konferenz im Folgejahr erhielt das Motto “Die Zukunft freier Bildungsmaterialien”. Damit wurde der Aspekt der Vernetzung bewusst um kritische Bestandsaufnahmen ergänzt. Auf der OER-Konferenz 2014 diskutierten Lehrende aus Schule, Wissenschaft, Verlagsvertretende, Gewerkschaften sowie Netzaktivisten mit offenem Visier über Erfahrungen, Potentiale, Perspektiven und Stolpersteine für OER in Deutschland. Die Agenda umfasste Bildungspolitik, Geschäftsmodelle und Einblicke in die Erfahrungen anderer Länder – auch politische Entscheidungsträger nahmen teil.

Dialogorientiert und praxisnah

Das Projekt Mapping OER ermöglicht, den Weg zur Erkundung und Vermessung freier Lehr- und Lernmaterialien konsequent weiterzugehen. Grobe Orientierung im bildungspolitischen Deutschland ist mittlerweile gegeben, aber trotz erfolgreicher Konferenzen, vieler guter Initiativen und thematischer Plattformen ist das Thema für die Praxis noch nicht klar kartographiert. Die gemeinsame Bund-Länder Arbeitsgruppe zum Thema OER hat in ihrem Ergebnisbericht festgestellt, dass einige grundlegende Fragen zum Thema nach wie vor offen sind. Der Bericht der Arbeitsgruppe beleuchtet die positiven Wirkungsmöglichkeiten von OER, wie zum Beispiel individuellere Lernsettings oder eine aktivere Gestaltung des Unterrichts hinsichtlich der gemeinsamen Erstellung von Materialien. Zugleich wird aber auch auf praktische Herausforderungen wie rechtliche Unsicherheiten und Fragen der Qualitätssicherung hingewiesen.

Genau hier setzt Mapping OER an: Gestützt von einer dialogorientierten und partizipativen Herangehensweise werden sich Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten und andere Anspruchsgruppen den aufgeworfenen Themen widmen und Lösungsansätze und Perspektiven erarbeiten.

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Das Bündnis Freie Bildung positioniert sich zu OER

Die OER-Bewegung in Deutschland wird momentan stark vom engagierten Einsatz vieler Einzelpersonen getragen.“ (Saskia Esken, SPD-Bundestagsabgeordnete)

Vor etwas über einem Jahr haben die Open Knowledge Foundation Deutschland, Creative Commons Deutschland und Wikimedia Deutschland das “Bündnis Freie Bildung” ins Leben gerufen. Mit der Vorstellung des Bündnisses Freie Bildung auf der OER-Konferenz 2014 in Berlin fiel dann der gemeinsame Startschuss. Heute veröffentlicht das Bündnis Freie Bildung ein Positionspapier zur Förderung von OER, welches in einem kollaborativen Prozess erstellt wurde. 

Was ist das Bündnis Freie Bildung?

Das Bündnis Freie Bildung ist eine Koalition von Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die gemeinsam den gesellschaftlichen und politischen Diskurs zur Förderung freier Bildungsmaterialien voranbringen möchten. Gemeinsam verfolgt das Bündnis die Vision, dass „alle Bildungsmaterialien […] ohne rechtliche und technische Hürden nutzbar (sind)“. Weiterlesen »

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OER – wie geht es richtig?

Mit “Best Practice OER” laden Wikimedia Deutschland und die Technologiestiftung Berlin zu einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe zu Freien Bildungsmaterialien. Am 22. Okober geht es um OER-Praxis, am 5. November um Policy Making.

Bild von Libby Levi , CC-BY-SA 2.0 via Flickr

Über Open Educational Resources wird viel diskutiert, nicht zuletzt im Rahmen der OER-Konferenz. Doch viele Diskussionen finden auf eher abstrakter Ebene statt. In der zweiteiligen Veranstaltungsreihe “Best Practice OER” steht daher das konkrete Tun im Vordergrund. Die Reihe ist eine Kooperation zwischen der Technologiestiftung Berlin (TSB) und Wikimedia Deutschland.

Am 22. Oktober steht die Diskussion unter der Überschrift “OER-Praxis”. Im Format einer Talkrunde berichten die Teilnehmenden über ihre persönlichen Erfahrungen, Fehler und Erfolge im Erstellen von Freien Bildungsmaterialien. Auf dem Podium diskutieren:

Am 5. November diskutieren wir dann “Policy Making”. Wie können Politik und Institutionen mit OER umgehen? Welche Ansätze gibt es? Was sind die Schwierigkeiten einer konkreten Umsetzung? Diese Fragen diskutieren:

Auch wer nicht vor Ort dabei sein kann, kann mitmachen: Die Diskussionen werden über die entsprechenden Veranstaltungsseiten der TSB live gestreamt und können aktiv per Chat mitgestaltet werden (hier OER-Praxis, hier Policy Making).

  • Wann: 22. Oktober und 5. November, jeweils 19:00 bis 20:30 Uhr
  • Wo: Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin
  • Eintritt: Frei
  • Anmeldung: Bis zwei Tage vor der Veranstaltung per E-Mail an seitz(at)technologiestiftung-berlin.de
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