Posts Tagged ‘Hackathon’



Zwischen Insektenkästen und Zille-Zitaten

“Coding da Vinci” startet fulminant

Auch analoge Techniken fanden am Hacker-Wochenende in Berlin Anwendung. Diese Wandzeitung hat alle Ideen festgehalten.
Mural von Julian Klücklich fotografiert von Nina Schuiki (WMDE) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Michael von der Deutschen Digitalen Bibliothek stand die ersten drei Stunden des Kultur-Hackathons „Coding da Vinci“ im Eingang der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland und klickte. Einmal Plus-Klick für rein – einmal Minus-Klick für raus. Und weil so viele Entwicklerinnen und Coder beim Start von “Coding da Vinci” dabei waren, musste Michael ziemlich viel klicken. 148 Gäste gaben dem dichten Programm des ersten Kultur-Hackathons in Berlin vor dem schönen Wetter den Vorzug. Für Liebhaber von Metriken: Elf Kulturinstitutionen präsentierten 17 Datensets in 5 Räumen. Jede Viertelstunde ein neues Datenset. Die Coderinnen und Entwickler schweiften von Raum zu Raum, um ihre Datenlieblinge auszumachen.

 

Es gab viel zu entdecken. Die ersten 300 Tierstimmen und aufgespießten Krabbeltiere aus dem Archiv des Museums für Naturkunde. Hebräische Poesie übersetzt, maschinenlesbar und geogetagt auf jüdischen Grabsteinen. 185.000 hochauflösende Scans aus dem Herbarium des Botanischen Museums, Schulatlanten der Kaiserzeit, das Landesarchiv in Stuttgart brachte Quellenmaterial zur Militärgeschichte, zum Teil aus privaten Spenden des frühen 19. Jahrhunderts, also eine analoge Vorform von Wikimedia Commons. Alle Datensets findet man über Coding da Vinci. Und alle stehen, größtenteils erst durch den Hackathon motiviert, unter einer Freien Lizenz.

 

Riesenkäfer from Outer Space

Krabbeln tut dieser Käfer, ein Chalcosoma atlas, nicht mehr. 1837 fand er seine letzte Ruhestätte in einem Insektenkasten des Museums für Naturkunde. Beim Kultur-Hackathon „Coding da Vinci“ erwachte er zu neuem Leben.
Bild: von Museum für Naturkunde CC-BY-3.0, via Wikimedia Commons

An der langen Seitenwand des Raumes “Mosaik” am Tempelhofer Ufer 23 füllte sich die Wandzeitung mit Projektideen. Ungewöhnliche Kombinationen, ungewohnte Perspektiven und ein frischer Erfindergeist bestimmten die Atmosphäre. Mein Schlüsselerlebnis war ein Krabbeltier der IT-Bastlerin Kathi Hyyppä. Auf sechs Kupferbeinen und mit einer Platine verbunden, wackelte ein Riesenkäfer auf mich zu. Faszinierend, denn eben noch war er nur ein aufgespießter Käfer auf einem Bild. Aber Dank der hohen Auflösung des Scans konnte Kathi einen Atlas-Beetle isolieren, vergrößern, ausdrucken und schließlich aus dicker Plastikfolie ausschneiden. Du siehst jede einzelne Wimper.

Das so genannte Hack-Dash ist das “schwarze Brett” der Designer und Coderinnen zum Austausch ihrer Ideen. Mitstreiter werden gesucht und können sich vernetzen. Eine bunnte Mischung ist schon da. Ich bin gespannt, welche Konzerterlebnisse mir das „Tier – Welt – Orchester“ künftig verschaffen wird. Wird die Arbeit rund um Kai Teuber die von den Nazis verbrannten Bücher zu einer Wiederbegegnung mit den verfemten Texten führen? Und wird der Goethe-Tourismus mit Goethe2Go neue Höhen erfahren? Welches Projekt wird die meisten „Likes“ bekommen? Und schlussendlich: Welches Team steht den zehnwöchigen Sprint am besten durch?

Antworten auf diese Fragen wird es am 6. Juli geben. An diesem Tag berät sich in Berlin die Coding-da-Vinci-Jury und kürt die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs.

„Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung Berlin, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland. Ein Wettbewerb für Programmierer um neue Anwendungen für Kulturdaten.

Pressestimmen:
Tweets: https://twitter.com/hashtag/codingdavinci

 

 

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GLAM Arbeit – Was bedeutet das eigentlich?

Ein Versuch einer Erklärung

Es gibt unendlich viel Wissen, aber frei zugänglich ist bisher nur ein Bruchteil. Dieses in den Kultur- und Gedächtnisinstitutionen zu entdecken, für die Zugänglichkeit zu werben und es u.a. für die Wikimedia-Projekte zu erschließen, darum geht es in der GLAM-Arbeit. Die englische Abkürzung “GLAM” meint Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archiven und Museen, d.h. Gedächtnis-Institutionen im Kulturbereich. Das Akronym wird überall dort eingesetzt, wo der Kulturbereich in die digitale Welt eintritt.

Seit zwei Jahren gibt es bei Wikimedia Deutschland (WMDE) den GLAM-Bereich. Zeit für eine etwas längere Zwischenbilanz. Im Zentrum der GLAM-Arbeit steht der Vermittlungsgedanke. Die Institutionen stehen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite stehen alle Wikimedia-Projekte, alias Wikiversum, und die Freiwilligen, die sie tragen. Meine Arbeit betrachte ich als Angebot, Brücken von der einen in die andere Welt zu schlagen. Aus der Sicht der GLAM-Einrichtungen sind die Wikimedia-Projekte eine spannende Plattform, um ihre Inhalte, ihre Arbeit und ihr Wissen in der Welt bekannter zu machen. Das Ziel der Wikimedia-Projekte ist es, Freies Wissen zu schaffen, das möglichst vielen Menschen einfach zugänglich und nachnutzbar ist. Wie diese Zielvorstellungen harmonieren?

Das Wikiversum auf der einen Seite

Auf dem GLAM-Treffen in Bremen. Bild von Jürgen Howaldt (Own work) [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Das Wikiversum ist eine Welt des ehrenamtlichen Engagement von vielen Individuen. Wikipedianer machen Wissen über die Artikel in der Wikipedia frei zugänglich. Sie erschließen in ihrer Freizeit publiziertes Material und formen es in kooperativer Arbeit in enzyklopädische Wikipedia-Einträge um. Bereichert wird ihre Arbeit durch das Medien-Archiv Wikimedia Commons. Vor allem Bilddateien werden gern genutzt, um Wikipedia-Artikel zu illustrieren. Oft sind es Werke von Fotografen, die ihre eigenen Aufnahmen hochladen, aber auch Abbildungen von gemeinfreien Kunstwerken oder autorisierte Abbildungen von urheberrechtlich geschützten Werken formen das inzwischen über 20 Millionen Dateien umfassende Wikimedia Commons-Archiv. Alle Wikimedia-Projekte leben aus dem gemeinschaftlichen Engagement von Menschen, die sich für die Vision des Freien Wissens einsetzen. Dieses konstante und überwiegend ehrenamtliche Engagement hat die Wikipedia als Ganzes auf weltweit Platz 6 der am häufigsten aufgesuchten Websites gebracht. Eine enorme Leistung, die Begehrlichkeiten weckt und Verantwortung mit sich bringt. Das allein ist aber noch nicht Freies Wissen. Wirklich frei wird es erst, indem Leser und Betrachter zu aktiven Nutzern werden. Sie können aufgrund der im Wikiversum verwendeten Freien Lizenzen, selber mitmachen. Sie können das Wissen weiterverwenden, indem sie es für ihre Bedarfe umformen. Ja, sogar Geld damit verdienen, wenn sie können oder wollen.

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Wikidata auf dem Media Hack Day

Am 23. und 24. März fand in den Räumen des „Axel Springer Plug&Play Accelerator“ der Media Hack Day statt, in dessen Rahmen Programmiererinnen und Programmierer in einem Hackathon an Anwendungen, Webseiten und Apps zur Zukunft des Journalismus codierten.

Wikidata war API-Partner des Events (zusammen mit Axel Springer, storyful, Der SPIEGEL, sanoma, watchmi, Getty Images und embed.ly) und in diesem Rahmen auch das einzige Projekt auf der Grundlage von Freiem Wissen und Open Source.

Spannend für das Team hinter der Software-Entwicklung von Wikidata war insbesondere die Zusammenarbeit mit Interessierten, die bisher nicht unbedingt mit der Mediawiki-API gearbeitet hatten und zum Teil auch Wikidata nicht kannten. Der Umgang mit der Programmierschnittstelle für strukturierte Daten aus Wikidata wurde bei einem Workshop vermittelt. Aufgeputscht von Energydrinks und dem Spaß am Coden blieb dann Adam Shorland vom Wikidata-Team noch die ganze Nacht vor Ort, um bei der Einbindung in die Projekte zu helfen.

Am nächsten Mittag konnten sich die Ergebnisse sehen lassen. Am besten hat uns der Einsatz der Wikidata-API im Projekt „News-Sightseeing“ gefallen, bei der Nachrichten und Informationen passend zum aktuellen Standort angezeigt werden. Olcay Buyan, Devran Ünal und Kai Mysliwiec — das Team hinter News-Sightseeing — haben deshalb auch den API-Preis von Wikidata bekommen: ein Swag-Paket mit T-Shirts, Blöcken, Ansteckern und mehr mit dem Wikidata-Logo.

Freies Wissen und Open Source haben sicher ein Geschäftsmodell, das von deren der anderen beteiligten Firmen deutlich abweicht. Das Teilen und dadurch das Vermehren von Wissen ist aber nicht nur bei Wikidata das, was wir uns unter der Zukunft des Journalismus vorstellen — wir stellen uns auch eine ganze Welt vor, in der das gesamte Wissen der Menschheit jedem und jeder frei zugänglich ist.

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Bananen-Pong vs. Borderless-App – Bei “Jugend hackt” entwickelten Jugendliche Anwendungen für ihren Alltag

Jubel brandet auf, als Erique und Noah zwei Bananen so in ihren Händen bewegen, dass auf dem Screen ein Ball von zwei animierten Bananen hin und her gespielt wird. Die beiden jüngsten Teilnehmer von „Jugend hackt“ verlassen nach der Präsentation strahlend die Bühne. Beim Bananen-Pong funktioniert Obst mit Alufolie und Kabeln versehen als Joystick. Viele der Anwendungen, die von den über 60 Jugendlichen (darunter 11 Mädchen)  am Sonntagnachmittag im Jugendhaus Königstadt vorgestellt wurden, wirken schnell improvisiert, unperfekt, aus dem Alltag gegriffen. Gerade darum aber umso beeindruckender, da sie von den 12 bis 18-Jährigen aus ganz Deutschland an nur einem Wochenende entwickelt wurden. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem von Wikimedia Deutschland, auch Jens Ohlig vom Team Forschung und Entwicklung war als Mentor dabei.

Jugendliche programmieren gemeinsam bei „Jugend hackt“ Foto: Flickr-Nutzer OKF DE, Lizenz: cc-by-sa 2.0 (via)

Die Open Knowledge Foundation hatte zu den ersten deutschen Hack Days speziell für Jugendliche eingeladen, bei denen gemeinsam Anwendungen programmiert wurden, die bei kleinen oder großen Herausforderungen des Alltags helfen. So wurde die App Kleiderfrosch vorgestellt, die Wetterdaten einer Stadt so umwandelt, dass sie angezeigen, wie man sich heute am besten anzieht. Beim Projekt Jugend wählt können Meinungen und Kommentare zu bestimmten Themenbereichen von Parteien abgeben werden, auf deren Grundlage dann Statistiken und ein differenzierteres Wählerbild Jugendlicher entstehen. Die Plattform Borderless soll helfen, auf Basis von Open Street Map kollaborativ den Grad der Barrierefreiheit von Orten zu taggen.

Die Veranstaltung fand als deutsches Pendant zu Young Rewired State statt, einem seit Jahren bestehenden Netzwerk, das Hack Days mit hunderten von jungen Teilnehmern wie etwa das Festival of Code auf der ganzen Welt veranstaltet. Durch diese Treffen werden junge Programmiertalente gezielt gefördert, sie können sich austauschen und vernetzen. Das Interesse, Fähigkeiten gemeinsam anzuwenden ist auch in Deutschland groß; viel Talent, Know How und Begeisterung liegen brach, das wird an diesem Sonntag klar. „Wie viele von euch haben Code in der Schule gelernt?“ fragt Emma Mulqueeny, Initiatorin von Young Rewired State – kaum Reaktionen. „Und wie viele von euch haben sich das selbst beigebracht?“ – fast alle Arme gehen hoch. Eine bestehende Diskrepanz zwischen dem, was heute gelehrt wird und dem, was die Jugendlichen interessiert, was sie machen wollen und könnten, wurde hier offensichtlich.
Besonderen Spaß habe es gemacht, so viele Jugendliche, gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten etwas zu entwickeln, statt wie meist alleine. Die größte Arbeit, erzählen viele der Teilnehmer bei ihren Präsentationen, habe das Auslesen von Daten für die Anwendungen, etwa die Umwandlung von Geodaten in Adressen für den Trinkbrunnenfinder gemacht. Hier wurde klar, wie praktisch und schlicht notwendig es wäre, Daten von Verwaltungen maschinenlesbar verfügbar zu machen. Für die Jugendlichen bliebe dadurch deutlich mehr Zeit für die eigentliche, inhaltliche und kreative Arbeit. Die Notwendigkeit für die Zugänglichkeit und freie Nachnutzbarkeit von Verwaltungsdaten muss hier also nicht trocken vermittelt werden, sie ist für die Jugendlichen bereits mit Händen zu greifen. Wikimedia Deutschland setzt sich für Open Government Data ein, damit beim nächsten „Jugend hackt“ noch mehr Zeit für die eigentlichen Ideen und ihre Umsetzung bleibt.

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Wikimedia Hackathon in Amsterdam am 24.-26. Mai 2013

CC-BY Trevor Parscal

Wikimedia Nederland ist Gastgeber der internationalen Entwicklerkonferenz Wikimedia Hackathon Amsterdam, die vom 24. bis 26. Mai 2013 stattfindet. Das niederländische Chapter lädt MediaWiki-Entwickler, Coder, Hacker und andere technisch versierte Wikimedia-Interessierte für ein Wochenende nach Amsterdam ein.* Die Veranstaltung ist offen für alle, die sich – egal ob schon lange oder erst seit kurzem – mit Themen wie Tools, Gadgets, Bots, Bugs, Extensions oder Templates im MediaWikiversum beschäftigen.

Auf der Eventseite werden zur Zeit Vorschläge für Workshop, Vorträge und Sessions gesammelt; Schwerpunkte sind unter anderem:

Aus der WMDE-Geschäftsstelle werden unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Projekten Wikidata (Lydia Pintscher, Katie Filbert, Daniel Kinzler, Jeroen De Dauw), Render (Johannes Kroll) und Toolserver/Tool Labs (Silke Meyer) sowie aus dem Team Communitys und außerdem ich selber vor Ort sein. Sehr erfreulich ist auch, dass mehr als 40 angestellte Entwickler der Wikimedia Foundation teilnehmen. Es bietet sich also eine tolle Gelegenheit für Austausch und Zusammenarbeit mit den Organisationen und den Communitys.

Wer sich für den Toolserver und die zukünftige Alternative Tool Labs interessiert (Kurierbeitrag), hat in Amsterdam die Gelegenheit, das ganze Team kennen zu lernen, das sich jetzt um den Aufbau von Tool Labs und den mittelfristig anstehenden Umzug kümmert. Dieses Team bietet Tool Labs-Einführungsworkshop an und ist im Hacking-Bereich ansprechbar. Wer Tool Labs dort ausprobieren möchte, sollte sich vorher einen Account besorgen.

Die Registrierung ist bis zum 20. April 2013 geöffnet, der Eintritt ist frei. Wie in den Vorjahren gibt es für Teilnehmende, die ihre Reise nicht aus eigener Tasche oder mit Unterstützung ihres Chapters tragen können, Stipendien für Anreise und Unterkunft. Wikimedia Deutschland unterstützt dieses offizielle Stipendienprogramm, so dass Communitymitglieder aus Deutschland sich direkt dort bewerben können. Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme!

* Und um Spekulationen vorzubeugen (in den Vorjahren war Wikimedia Deutschland Gastgeber des Events): Wir sind hocherfreut, dass Wikimedia NL in diesem Jahr die Gastgeberrolle übernimmt und unterstützen sie bei den Vorbereitungen mit den Erfahrungen und den Materialien der Vorjahre. Für uns ist der Hackathon ein schönes Beispiel für gute Chapterzusammenarbeit und Wissenstransfer.  

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Rückblick: Berlin Hackathon 2012

Anfang Juni luden Wikimedia Deutschland und die Wikimedia Foundation gemeinsam zum Hackathon Berlin 2012 ein. Beim größten Wikimedia-Hackathon aller Zeiten trafen sich Entwickler der beiden Organisationen und der Community vom 1. bis 3. Juni 2012 in Berlin. Es sollten Erfahrungen ausgetauscht, an Verbesserungen und Erweiterungen der MediaWiki-Software gearbeitet und Gespräche über die neuen Technologien und Projekte geführt werden.

Es war außerdem das erste Mal, dass Wikimedia Deutschland Hand in Hand mit der Wikimedia Foundation eine solche Konferenz auf die Beine stellt. WMDE und WMF haben nicht nur die notwendigen finanziellen Mittel gemeinsam aufgebracht, sondern auch die Logistik und Betreuung der Teilnehmer zusammen übernommen. Wöchentliche Telefonkonferenzen, verschiedene Onlinetools und hunderte E-Mails waren Grundlage für die internationale Zusammenarbeit der Hauptverantwortlichen Sumana Harihareswara und Rachel Farrand auf Seiten der WMF und Nicole Ebber und Maria Rößler bei WMDE. Eine anregende neue Erfahrung, auf die wir in Zukunft gerne aufbauen und derartig konstruktive Zusammenarbeit intensivieren möchten.

„Ihr solltet euch kennen lernen“

Sumana Harihareswara kennt jeden Vornamen und kann im Schlaf aufzählen, woran die Person mitarbeitet. „Wenn du nicht weiter weißt, hole ich dir Hilfe und ein nettes Projekt, an dem du arbeiten kannst“, so stellte sich die Koordinatorin der Entwickler-Community auf dem diesjährigen Hackathon in der STATION Berlin vor. Aber auch wer gerade keine Hilfe brauchte, fand sie oft neben sich: „Daniel, das ist Oren. Oren, das ist Daniel. Ich lass euch mal allein.“ So und ähnlich kamen die über 100 Teilnehmer aus 30 Ländern ins Gespräch.

By Victorgrigas CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

„Größter Wikimedia-Hackathon aller Zeiten“

„Es ist angemessen, dass dies der größte Hackathon ist, den es je gab. So viele Veränderungen in so kurzer Zeit hat es in der Geschichte unserer Projekte noch nicht gegeben“, so Erik Möller, stellvertretender Leiter der Abteilung für Produktentwicklung der Wikimedia Foundation. Diese tiefgreifenden Neuerungen standen bei der diesjährigen Veranstaltung in Berlin auch im Vordergrund: Interessierte konnten sich zum Beispiel über die Codeverwaltung mit Git und Gerrit, die geplante Einführung der Scriptsprache LUA sowie die Portierung bestehender Gadgets auf die Verwendung des Resource Loaders informieren. Auf großes Interesse stieß außerdem das Infrastruktur-Projekt Wikimedia Labs, das es Entwicklern ermöglicht, eigene Projektideen auszuprobieren oder Media- Wiki-Erweiterungen zu testen.

Großartiges Feedback gab es außerdem für das EU-geförderte RENDER-Projekt und Wikidata. Die Mitarbeiter beider Projekte hatten sich zum „Wikidata und RENDER-Summit“ im Vorfeld des Hackathons bereits mit Entwicklern der Wikimedia Foundation getroffen und den jeweils aktuellen Entwicklungsstand vorgestellt und diskutiert.

Dokumentation

Die ersten Videos der Tutorials und Lightning Talks sind online, auf Commons finden sich die ersten Fotos. Gerhard Meijssen hat Kai Nissen zu Accessibility interviewt, Jens Ohlig schreibt einen lesenswerten Rückblick und im Blog der Wikimedia Foundation gibt es ebenfalls zwei Artikel: Wikidata Summit kicks off in Berlin und Diverse Wikimedia tech crowd gathers in Berlin.

By Guillaume Paumier CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0), via Wikimedia Commons

Trotz der konstruktiven Atmosphäre gab es am Ende immer noch offene Fragen. Gut, dass Mitte Juli der nächste Hackathon stattfindet. Sumana wird sicherlich auch da sein.

(Vielen Dank an Kai Nissen, der die Textgrundlage für diesen Blogbeitrag geliefert hat.)

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Ausblick: Berlin Hackathon 2012

Am kommenden Wochenende (1.-3. Juni 2012) findet der Berlin Hackathon 2012 statt. In der Station Berlin erwarten wir rund 130 Teilnehmer: Hier kommen die ehrenamtlichen MediaWiki-Entwickler mit Angestellten der Wikimedia Foundation und von Wikimedia Deutschland zusammen, um gemeinsam an der Technik hinter den Wikimedia-Projekten zu arbeiten.

Der offizielle Start des Hackathons ist am Freitag um 17 Uhr. Am Donnerstag und Freitag treffen sich aber zunächst noch die Teams von Wikidata und Render, um mit Entwicklern der Wikimedia Foundation über die beiden Projekte zu sprechen, Ideen auszutauschen und die gemeinsame Arbeit zu fördern. Das komplette Programm und alle notwendigen Informationen finden sich im Veranstaltungswiki.

Erstmalig wird der Hackathon nicht allein von Wikimedia Deutschland ausgetragen: Wir arbeiten in der Vorbereitung Hand in Hand mit der Wikimedia Foundation zusammen und beide Organisationen stellen gemeinsam die Gelder für die Finanzierung zur Verfügung. Die Konferenzsprache ist Englisch, auf der Projektseite findet sich eine Übersicht über die Themen und Ziele der diesjährigen Veranstaltung:

Goals and topics for the Hackathon.

This is the premier event for the MediaWiki and Wikimedia technical community. We’ll be hacking, designing, and socialising.

Our goals for the event are to bring 100-150 people together, with lots of people who have not attended such events before. User scripts, gadgets, API use, Toolserver, Wikimedia Labs, mobile, structured data, templates — if you are into any of these things, we want you to come!

Goals:

  • More outreach to variety of people – aim for 120-130 participants (judging that ~100 came last year)
  • Get Lua training for anyone who wants it
  • Inform people about ResourceLoader 2 & new Gadgets support, train JS authors
  • Get Labs or Toolserver accounts for anyone who wants them
  • Get at least 5 gadgets/tools/templates/bots developers/authors to get into larger Wikimedia community, stay in it 3 months after event
  • Facilitate chapter tech community
  • Keep last year’s quality of experience while upping attendance
  • Better social events that help build relationships, facilitate mingling.

Der Hackathon wird sowohl live in Ehterpads dokumentiert, auf twitter könnt ihr dem Hashtag #wmdevdays folgen und im IRC-channel #mediawiki auf FreeNode live dabei sein. Es wird außerdem eine umfassende Videodokumentation der Veranstaltung und der Tutorials angefertigt. Während der gesamten Veranstaltung gilt die Friendly Space Policy.

Ansprechpartner bei der Foundation ist Sumana Harihareswara, die sich sowohl um das Programm als auch die Betreuung der Teilnehmer kümmert. Bei Wikimedia Deutschland sind Nicole Ebber und Maria Rößler verantwortlich. Happy Hacking!

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Hacken in San Francisco

Zwischen dem 20. und 23. Januar durfte ich in San Francisco am “Wikipedia Hackathon” teilnehmen, einem Workshop für Softwareentwickler, bei dem es darum ging, gemeinsam an neuen Features zu arbeiten und interessierten Neulingen die Arbeit an und mit MediaWiki näher zu bringen. Besonders im Vordergrund stand dabei die Entwicklung von “Apps” für Smartphones: Die Wikimedia Foundation hat kürzlich die Offizielle Wikipedia-App für die Android-Plattform vorgestellt, mit der Wikipedia-Artikel bequem auf dem Telefon gelesen werden können. Nun wurden die gesammelten Erfahrungen mit der Entwicklergemeinde geteilt, neue Funktionen (wie “zufällige Seite”) hinzugefügt und Ideen für weitere Anwendungen entwickelt. Das gab auch mir die Gelegenheit, mit der Programmierung von Android-Telefonen zu experimentieren.

Den Preis für die beste Neuentwicklung während des Hackathons gewann ein Projekt, dass zwar für Handys gedacht ist, aber ganz ohne Smartphone-Funktionen auskommt: per SMS kann ein Wikipedia-Artikel angefragt werden, der dann von einem Dienst vorgelesen wird. Der Preis ist eine Reise für zwei Mitgleider des Siegerteams: sie dürfen zu einem weiteren Wikimedia-Event irgendwo auf der Welt fahren — vermutlich zum nächsten Hackathon, nämlich dem, den Wikimedia Deutschland voraussichtlich im Frühjahr veranstalten wird.

Zwischen all den spannenden Gesprächen mit erfahrenen und auch ganz neuen MediaWiki-Entwicklern fand ich noch Zeit für meinen eigenen kleinen „Hack“: MediaWiki soll in Zukunft neben Wiki-Links auch die HTML-Syntax für Links zulassen. Das ist wichtig, um Metadaten wie zum Beispiel Bildlizenzen mit Hilfe von Mechanismen wie HTML5 Microdata oder RDFa maschinenlesbar in Wikiseiten einbinden zu können.

Den Aufenthalt in San Francisco konnte ich außerdem nutzen, um die Arbeit am Wikidata-Projekt mit der Wikimedia Foundation zu koordinieren. So konnte unter anderem die Abläufe für den Test und die Integration der neuen Software in die Wikimedia-Landschaft geklärt und diverse Detailfragen zur Umsetzung besprochen werden. Diskutiert haben wir zum Beispiel, ob und wie sich Änderungen an zentral gespeicherten Datensätzen auf Beobachtungslisten in den einzelnen Wikipedias niederschlagen sollen.

Es war gut, Wikidata bei den Mitarbeitern der Wikimedia Foundation bekannter zu machen, und es war schön, die Unterstützung und Begeisterung für das Projekt zu spüren. Es gibt noch viel zu tun für Wikidata, aber es scheint, als sei alles auf dem besten Wege.

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MediaWiki-Entwickler trafen sich zum Hackathon

Vom 13. bis 15. Mai kamen im Berliner betahaus 70 MediaWiki-Entwickler zum Berlin Hackathon 2011 zusammen. Wikimedia Deutschland war zum dritten Mal Gastgeber dieses internationalen Entwicklertreffens, das dieses Jahr unter dem Zeichen „less talk – more hacking“ stand. Eingeladen waren daneben auch noch 20 Beteiligte des europäischen Wettbewerbs Wiki loves Monuments (Bericht) sowie das Language Committee.

Bugs, Tools und der Parser

Das wahrscheinlich wichtigste Thema auf dem diesjährigen Hackathon war die Entwicklung einer verbesserten Bearbeitungsmöglichkeit für Wikitexte, die es erlaubt, Seiten so zu bearbeiten, wie sie angezeigt werden, oder gar direkt zu verändern, ohne auf eine spezielle Bearbeitungsseite wechseln zu müssen. Um dies zu erlauben, müssen zunächst technische Grundsteine gelegt werden: der Parser, der den Wikitext so umwandelt, dass er angezeigt werden kann, braucht eine Generalüberholung. Gar nicht so einfach, er muss ja all die Millionen von bestehenden Wikiseiten weiterhin verstehen.

Auch sonst werden an der Benutzeroberfläche ständig Verbesserungen vorgenommen. So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass die Platzierung der Bearbeiten-Links direkt neben Absatzüberschriften zu einem deutlichen Anstieg von Beiträgen führte. In der deutschsprachigen Wikipedia sind diese Links schon lange direkt neben der Überschrift, in der englischsprachigen Version waren sie bislang immer am rechten Rand untergebracht. Auch über den Umgang mit neuen Autoren wurde gesprochen: so ist es im Augenblick leicht, neuen Mitarbeitern Warnungen und Hinweise zu schicken, Ermutigungen und Hilfe dagegen sind eher selten. Das ist natürlich an sich kein technisches Problem, aber die WikiLove-Extension könnte durchaus helfen, es zu lösen, indem sie es leicht macht, anderen Autoren positives Feedback zu geben.

Für diejenigen, die nicht immer Online sind, wurde an dem Offline-Reader Kiwix gearbeitet. So wurde mit mehreren Probanden eine Studie zur Bedienbarkeit von Kiwix durchgeführt, die zu einer Verbesserung der Benutzerführung führen soll. Daneben wurde die Möglichkeit diskutiert, Kiwix auf dem XO-PC des OLPC-Projektes (One Laptop Per Child) einzusetzen.

Ein weiteres spannendes, wenn auch recht technisches Thema war die Infrastruktur für den Betrieb der Wikipedia. Die Wikimedia Foundation baut gerade einen zweiten Data-Center auf (in Ashburn, Virginia), um Wikipedia und die anderen Wikimedia-Wikis noch stabiler und verlässlicher zu machen. Daneben ging es um die Unterstützung von IPv6 und um den Einsatz von HipHop für PHP, einer von Facebook entwickelten Technologie, die Webseiten deutlich schneller machen soll.

Dankeschön!

Ein herzliches Dankeschön geht zunächst an die Wikimedia Foundation, die mit über 30 Entwicklern nach Berlin gekommen ist, um gemeinsam mit den Volunteers an der Optimierung der Software zu arbeiten. Ganz besonderer Dank gebührt hier Danese Cooper für die ausgezeichnete Moderation und Unterstützung, Guillaume Paumier und Sumana Harihareswara für die professionelle und schnelle Live-Dokumentation (Freitag, Samstag, Parser-Diskussion, Sonntag).

Für den Livestream verantwortlich war Jesse Scott, die Videos stehen auf der Plattform zur Ansicht bereit und werden in den nächsten Tagen auch auf Commons geladen. Die fotografische Dokumentation haben Ralf Roletschek und Tobias Schumann übernommen, das Ergebnis findet sich auf Commons und kann sich durchaus sehen lassen :)

Danke auch an das Team vom betahaus für die ausgezeichnete Betreuung und den sehr angenehmen Aufenthalt. Bei den Teilnehmern kam das Open-End-Hacking besonders gut an, nach dem Abendessen wurde teilweise bis 4 Uhr morgens weiter gearbeitet! Ein großer Dank gebührt natürlich allen, die teilgenommen haben und dazu beigetragen haben, dass diese Veranstaltung so erfolgreich war. Ihr seid toll!

Ein großes Lob auch an die Kollegen von Wikimedia Deutschland, die sich im die Organisation der Veranstaltung gekümmert haben: Ohne Nicole Ebber und Cornelius Kibelka wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen. Danke!

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Berlin Hackathon 2011 – In einer Woche hackt’s los!

Nächste Woche (13.-15. Mai 2011) lädt Wikimedia Deutschland MediaWiki-Hacker zu einem Wochenende mit „less talk – more hacking“ zum Hackathon nach Berlin. Insgesamt haben sich 70 Teilnehmer aus der ganzen Welt angemeldet, um im Berliner betahaus gemeinsam am MediaWiki-Parser, Tools und Bugs zu arbeiten.

Zur gleichen Zeit treffen sich dort auch ca. 25 ehrenamtliche Organisatoren des europäischen Fotowettbewerbs Wiki loves Monuments, um weitere Pläne für die Aktivitäten in diesem Jahr, die Suche nach geeigneten Partnern und Sponsoren, Werbemaßnahmen und natürlich das leidige Thema der Denkmallisten und der technischen Umsetzung zu besprechen. Außerdem wird das Language Committee die Gelegenheit nutzen und ebenfalls ein Treffen mit 8 Vertretern abhalten. Wir freuen uns besonders über die bunte, thematische Mischung an Themen und Akteuren! Das betahaus als offener Ort mit viel Gestaltungsmöglichkeiten und entspannten Betreibern eignet sich ganz besonders für unser Format. Hashtag für das ganze Wochenende ist übrigens #mwhack11 (auch wenn wir vermutlich damit nicht gegen #esc11 ankommen werden).

Als Abschluss der Veranstaltung laden wir am Sonntag abend (15.05., ab 20 Uhr) zur gemütlichen Hackerlounge in die c-base ein. Bei Musik und Getränken werden wir das Wochenende ausklingen lassen, Gäste sind herzlich willkommen! Wer weitere Vorschläge für hackerfreundliche Abendveranstaltungen an diesem Wochenende hat: Her damit!

Wir suchen noch ein wenig Unterstützung bei der Veranstaltung in Form von freiwilligen Dokumentatoren, Stadtführern und „Hands“ vor Ort im betahaus. Denn auch wenn die Hacks und anderen Operationen größtenteils online stattfinden, sind wir noch nicht so weit, um uns von der dinglichen Welt gänzlich lossagen zu können.

Die ganze nächste Woche ist in Berlin übrigens die „Berlin Web Week“, in deren Programm auch unser Hackathon angekündigt wird.

Wenn’s Fragen gibt: Ihr erreicht Daniel, Cornelius und mich unter hackathon@wikimedia.de.

In diesem Sinne: Happy Hacking!

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