Posts Tagged ‘Ehrenamt’



Strategie zur Förderung auf Bundesebene des digitalen Engagements empfohlen

Sascha Bierl für WMDE, Digitales Engagement, CC BY 4.0

Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT von Fraunhofer Fokus, betterplace lab und Wikimedia Deutschland haben zusammen die Förderung des digitalen Engagements auf Bundesebene analysiert und Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet. Die gemeinsame Studie ist jetzt unter einer freien Lizenz (CC BY 4.0) veröffentlicht und kann hier abgerufen werden.

 

 

 

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Position zur Stärkung des digitalen Engagements

Der folgende Text stellt die Kurzfassung der Position von Wikimedia Deutschland zur Stärkung des digitalen Engagements dar (Link zur Position).

 

Digitales Engagement ist ein noch recht junges Phänomen, ermöglicht durch das Internet und die Digitalisierung weitreichender Bereiche unserer Gesellschaft. So engagieren sich die Ehrenamtlichen der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte in ihrer Freizeit für freie Inhalte, schreiben Artikel oder fotografieren. Leider wissen immer noch zu wenige Menschen außerhalb der Wikimedia-Projekte, dass deren Inhalte durch digital Engagierte geschaffen werden.

Durch die Verbreitungswege des Webs, die Beteiligung vieler Menschen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit kann durch digitales Engagement Großartiges für die Gesellschaft geleistet werden und häufig auch sehr schnell auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden. Hier sind einige Beispiele für die Bedeutung des digitalen Engagements in den Wikimedia-Projekten, stellvertretend für all die anderen wichtigen digitalen Projekte:

  • Auf Wikimedia Commons stehen über 40 Millionen freie Mediendateien zur Verfügung.
  • Wikidata umfasst mehr als 29 Millionen Datensätze.
  • Die deutschsprachige Wikipedia bietet ein umfassendes Wissen mit über 2 Millionen Artikeln.
  • Im Rahmen des weltweit größten Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments wurden 2016 allein innerhalb eines Monats im deutschsprachigen Raum 39.000 Bilder eingereicht.

Es ist an der Zeit, dass nun auch in Politik und Gesellschaft ein Bewusstsein für die große Bedeutung des digitalen Engagements geschaffen wird und Engagierte in diesem Bereich in ihrem Beitrag angemessen gewürdigt und unterstützt werden. Wikimedia Deutschland hat daher in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen der Wikimedia-Projekte die folgenden fünf Forderungen für die Stärkung des digitalen Engagements in Deutschland erarbeitet.

  1. Gleichberechtigte Anerkennung des digitalen Engagements auf Augenhöhe mit anderen Arten ehrenamtlicher Tätigkeiten.
  2. Ermöglichung von Partizipation und Vielfalt im digitalen Raum zur Mitgestaltung der Gesellschaft.
  3. Gewährleistung der Verfügbarkeit freier Inhalte, um offene Zugänge zu Wissen, Mediendateien und Daten zu erreichen und gemeinsames Engagement zu erleichtern.
  4. Ausbau der Forschung, um mehr Wissen darüber zu gewinnen, wie die Entwicklung günstiger Rahmenbedingungen für das digitale Engagement effektiv gestaltet werden kann.
  5. Weiterentwicklung und Aufbau staatlicher Förderprogramme zum digitalen Engagement.

 

Hier geht es zur ausführlichen Fassung der Position.

 

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Dresdner Kulturinstitutionen laden ein zu GLAM on Tour mit Technik-Fokus

By Dr. Bernd Gross (Own work) CC BY-SA 4.0

Ein Gastbeitrag von Benutzer:Brücke

Mit ihren mehr als 50 Museen verfügt Dresden über eine vielfältige und reiche Museumslandschaft, die jährlich viele Tausende Touristen in die Landeshauptstadt Sachsens zieht. (Siehe: Liste der Museen in Dresden) An vorderster Stelle stehen die Museen der Kunstgalerien. Zu der weiteren wichtigen Gruppe der Technik- und Verkehrsmuseen zählen die Technischen Sammlungen Dresden sowie das Verkehrsmuseum Dresden.

Wikipedianerinnen und Wikipedianer mit Technikbegeisterung sind vom 4.-7. März 2016 herzlich in diesen Dresdner Museen willkommen. Im Rahmen von GLAM on Tour in den Technischen Sammlungen und dem Verkehrsmuseum Dresden sind Fotografen und Autoren zum Dokumentieren der vielfältigen Technik-Schätze in beiden Institutionen herzlich eingeladen. Beide Veranstaltungen finden parallel – mit einem Tag versetzt – statt, so dass es den Teilnehmern auch möglich ist, von einem Museum zum anderen „zu springen“ und beide Museen aktiv zu besuchen. Weiterlesen »

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WikiCon 2015

Schreiben, Reden, Streiten, Zuhören, Diskutieren, Lachen

Vom 18.9. bis zum 20.9. trafen sich Ehrenamtliche der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte zur WikiCon 2015 im Deutschen Hygienemuseum Dresden. Wikimedia Deutschland war mit einem Team ebenfalls vor Ort und unterstützte die Veranstaltung organisatorisch und finanziell.

Es war bereits die fünfte WikiCon unter diesem Namen. Damit lässt sich inzwischen von einer schönen Tradition sprechen. Die WikiConvention ist eine Veranstaltung von den Communitys für die Communitys. Für die Hauptamtlichen von WMDE ist es besonders spannend zu sehen, was die Ehrenamtlichen bewegt und wo die Hauptamtlichen unterstützen können. Mit über 60 Vorträgen, Gesprächsrunden und Workshops war das Wochenende so gut gefüllt, dass die Tagesplanung sicherlich nicht leicht gefallen sein muss. Die Vielfalt der Angebote bot aber zu jeder Zeit spannende Einblicke in die diversen Bereiche des Wikiversums. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Organisatoren, Helfenden, Referierenden und Teilnehmenden, die dieses  inspirierende Wochenende möglich gemacht haben.

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GLAM on Tour im Schloß Caputh – Stiftung Preußische Schlösser und Gärten lädt Wikipedia-Aktive ein

Ein Gastbeitrag von Ralf Roletschek, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor

Detail aus dem Deckengemälde im Vorgemach des Kurfürsten im Schloss Caputh. Samuel Theodor Gericke, Public domain

Am Wochenende vom 4.-6. September zeigte sich der Herbst in Caputh bei Potsdam schon von seiner ungemütlichen Seite. Gut, daß die 12 Wikipedianerinnen, Wikipedianer und Commons-Fotografen, die von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten eingeladen wurden, in einem echten Schloß Zuflucht fanden. Die mittlerweile 8. GLAM on Tour Station hat Wikimedia Deutschland diesmal gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin Brandenburg und mit mir als Wikipedia-Koordinator durchführt.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin Brandenburg (SPSG) ist Eigentümerin des Schlosses Caputh. Es gehört zu den mehr als 20 Schlössern, die von der SPSG verwaltet und gepflegt werden. Vor 17 Jahren wurde das Barockschloß am Schwielowsee aufwendig saniert und lockt nun wieder Hunderte Besucher an.

12 Fotografierende, 700 Fotos, 7500 Fayencefliesen

Farbkalibrierung im Fliesensaal. Foto: Ralf Roletschek [GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html)]

Es lohnt sich, selbst nach Caputh zu kommen, nicht nur, aber auch, weil es bisher wenige Fotografien von und aus dem Inneren des Schlosses gab. Aufgrund des so genannten Sanssouci- Urteils benötigt jeder, der über den privaten Gebrauch hinaus Bilder von den Schlössern der Stiftung machen möchte, eine kostenpflichtige Genehmigung von der Stiftung. Nach dem windigen Wochenende ändert sich das nun, siehe Dokumentationsseite mit den fast 700 Fotos, die während der GLAM on Tour Station entstanden und bereits hochgeladen wurden. Die Bilder können auch am Fotowettbewerb Wiki loves monuments teilnehmen.

Nach einer ausführlichen  Führung durch das Schloß konnten wir uns in einem Arbeitsraum aufhalten, wo einige sich bereits an Recherchen für die Artikelarbeit machten. Hier konnten wir auch das entsprechende Fotoequipment auspacken, und legten los. Besonders schön war, daß nach anfänglichen Berührungsängsten die anderen Besucher des Schlosses und auch das Personal sich sehr interessiert zeigten und sogar hier und da assistierten. So wurden etwa die Fenster von außen abgedunkelt, um störendes Licht zu minimieren.

Eine fotografische Herausforderung war der historische Fliesensaal mit 7500 einzelnen Motivfliesen, zu dem nun auch ein Wikipedia-Artikel und eine Commons-Kategorie entstand. Einige der entstandenen Bilder wurden auf Commons bereits als ausgezeichnet bewertet. Auch die Stiftung selbst hat sich in Vorbereitung auf die Veranstaltung einen Wikipedia-Account angelegt und kann nun sachkundig auf Fragen auf den Diskussionsseiten eingehen oder Anregungen geben.

Vieles geschafft, 19 Schlößer to go

In Aktion für Comons im Schloss Caputh. Foto: WikiAnika [CC BY 3.0]

Erstmals wurden nun Ehrenamtliche der Wikimedia-Projekte für ein Pilotprojekt eingeladen und bekamen die Gelegenheit, sich frei im Schloß zu bewegen und Gemälde, Vasen, Büsten etc. zu fotografieren. Die besondere Veranstaltung mit Prämierencharakter war nicht nur für das Schloßpersonal und die Mitarbeitenden der Stiftung interessant, sondern auch den Potsdamer Neuesten Nachrichten einen Artikel wert.

In den gut 5 Stunden haben wir, aufgeteilt in Gruppen, viel geschafft zu fotografieren, aber natürlich nicht alles. Außerdem warten noch 19 weitere Schlösser darauf, für die Wikimedia-Projekte erkundet zu werden. Auf der Grundlage dieser ersten, für beide Seiten spannenden Aktion hoffen wir nun natürlich auf weitere gemeinsame Aktivitäten. Nach diesem Wochenende sind wir auf jeden Fall optimistisch!

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Wikipedia-Treffen im ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung

US-Wirtschaftsberater im Gästehaus Petersberg. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F011086-0027 / Wegmann, Ludwig / [CC BY-SA 3.0]

Am 26. Juni lud das Grandhotel Petersberg Wikipedia-Aktive im Rahmen des Bonner Wikipedia-Stammtisch zu einer Führung (mit Fotomöglichkeit) durch das geschichtsträchtige Gebäude ein. Wikipedianer Malabon, der das Treffen organisierte, berichtet.

Ein Gastbeitrag von Malabon, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor


Von diesem Gebäude auf dem Petersberg bei Bonn aus wurde die Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg regiert. 1892 als Hotel eröffnet, hatte das Gebäude ein unterschiedliches Schicksal:

International bekannt wurde es 1938, als der britische Premierminister Neville Chamberlain mit Adolf Hitler verhandelte, was später zum „Münchner Abkommen“ führte. Von 1949 bis 1952 residierte hier die Alliierte Hohe Kommission, die nach dem Besatzungsstatut u. a. die Gesetzgebung in der jungen Bundesrepublik ausübte. Nach 1952  wurde das Gebäude wieder als Hotel genutzt und beherbergte zahlreiche Staatsgäste der Bundesregierung. 1979 erwarb der Bund den gesamten Berg (mit Wald, Zufahrtsstraße und Hotel) und baute es zu einem Gästehaus um, das 1990 eröffnet wurde und seitdem von dem Hotelunternehmen Steigenberger als Grandhotel betrieben wird.  Seit der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin 1999 steht die Nutzung für Bundeszwecke nicht mehr im Vordergrund. Dennoch wurde das Hotel auch nach diesem Zeitpunkt für politische Zwecke, wie die Afghanistankonferenzen 2001/2002  genutzt.

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Das ABC des Freien Wissens “G=Grundeinkommen. Eine Antwort auf die digitale Krise des Urheberrechts?”

Das ABC des Freien Wissens (Logo). By Markus Büsges, leomaria [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Am Donnerstag, den 26. März, 19 Uhr, findet das nächste “ABC des Freien Wissens” statt. Diesmal wird die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen mit der über das Urheberrecht im digitalen Zeitalter verknüpft.

Arbeit – Verwirrung. Arbeit – Hoffnung. Arbeit – Du faule Sau.

Was Musikerin Bernadette la Hengst in ihren Performances (siehe Beispiel) betreibt, kann als assoziatives Diskotieren rund ums Thema Grundeinkommen beschrieben werden. Statt nur theoretisch zu bleiben, sollen performative Ansätze die angestaubte Diskussion reanimieren, die gerade mit der Frage um das Urheberrecht im Digitalzeitalter neue Relevanz erfährt.
Am nächsten Donnerstag wird dies bei Wikimedia Deutschland in die Praxis umgesetzt – auf dem Podium und mit dem Publikum.

Wir laden herzlich ein zum ABC des Freien Wissens:


 

G=Grundeinkommen, Markus Büsges, leomaria [CC-BY-SA-4.0], via Wikimedia Commons

„G=Grundeinkommen. Eine Antwort auf die digitale Krise des Urheberrechts?“

Donnerstag, 29. Januar, 19 Uhr
Wikimedia Deutschland e.V.
Tempelhofer Ufer 23-24

Gäste:

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
Adrienne Goehler, Senatorin a.D., Kuratorin
Ilja Braun, Autor „Grundeinkommen statt Urheberrecht“
Michael Bohmeyer, Gründer mein-grundeinkommen.de

Moderation: Valie Djordjevic, Journalistin

Live: Bedingungsloses Grundeinsingen mit Bernadette la Hengst

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Im Kulturbereich aktive Wikipedianer kommen zum 2. GLAM-Treffen zusammen

Im Alten Rathaus von Hannover trafen sich vergangenes Wochenende 10 aktive Wikipedianer und Mitarbeiterinnen von Wikimedia Deutschland. Hauptthema des Treffens war die Kulturarbeit der deutschsprachigen Wikimedia-Bewegung.

Das erste Halbjahr, berichtet Barbara Fischer, Kuratorin für Kulturpartnerschaften, stand ganz im Zeichen der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut. Nach dem Einsatz des Wikipedian in Residence im vergangenen Jahr konnten wir jetzt weitere Ergebnisse der Zusammenarbeit zusammentragen:

Wikidata trifft Archäologie

2. GLAM-Treffen in Hannover
Foto: User:Matthias Süßen, CC-BY-SA 3.0

Als erstes konkretes Ergebnis der Zusammenarbeit richtete WMDE mit dem Deutschen Archäologischen Institut das Symposium “Wikidata trifft Archäologie” in der Bibliothek des Auswärtigen Amtes in Berlin aus. (Hier der Trailer) 50 Wissenschaftler und Laien der Archäologie diskutierten die Herausforderungen der Geisteswissenschaften durch die Digitalisierung. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Digitalisierung eine große Chance für Wissenschaft und Bürger gleichermaßen sei. Wissenschaftliche Daten werden in ihrer digitalisierten Form breiteren Zielgruppen zugänglich und können ganz neu befragt und interpretiert werden. Die Engländer verwenden den illustrativen Begriff Citizen Science.

Interaktive Limeskarte

Das zweite konkrete Ergebnis der Zusammenarbeit ist die interaktive Limeskarte. Hier haben Wikipedianer aus dem Limesprojekt, ein Programmierer des WMDE-Render-Projekts, Wikidata und das Deutsche Archäologische Institut unter der Koordination von WMDE zusammengearbeitet und eine völlig neuartige Darstellung des Grenzverlaufes des römischen Reiches im Lauf der Jahrhunderte erstellt. Alle Befestigungsanlagen sind einzeln aufgeführt; falls es einen Wikipedia-Artikel zu ihnen gibt, dann ist dieser verlinkt. Diese Zusammenarbeit ist exemplarisch für die Geduldsübung, die in der Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen, auch GLAMs genannt (nach dem englischen Akronym GLAM= Galleries, Libraries, Archives and Museums), erforderlich ist. Alle Anwesenden konnten dies nur seufzend bestätigen. Weiterlesen »

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Braunschweig wird zur Römerstadt: Wikipedia ist dabei

tl;dr Knapp 20 WikipedianerInnen verbrachten drei Tage im Braunschweigischen Landesmuseum, fotografierten Ausstellungsobjekte, lauschten wissenschaftlichen Vorträgen und begannen mit Artikelarbeit zu verschiedenen Themen rund um das sogenannte Harzhornereignis.

„Einen “Roten Römer” bitte.“ Die Verkäuferin reicht ein belegtes Brot mit getrockneten Tomaten. Unübersehbar, ganz Braunschweig ist im Römer-Fieber.

In den Werkstätten des Landesmuseums
Foto: Lilli Iliev (WMDE), CC-BY-SA 3.0

Ab 1. September läuft hier im Braunschweigischen Landesmuseum die große Niedersächsische Landesausstellung zu den außergewöhnlichen Funden am Harzhorn, die weltweites Interesse in der archäologischen Fachwelt erregen. 2008 wurden nahe Kalefeld militärische Fundstücke im Erdreich entdeckt, auf deren Grundlage sich Gefechte zwischen Römern und Germanen im 3. Jhd. n.C. rekonstruieren lassen. Das Areal der Grabungen entpuppte sich schließlich als besterhaltenes antikes Schlachtfeld Europas. Ein erstaunlicher Fund, zumal dieses jahrhundertelang in Vergessenheit geratene Ereignis ganz neue historische Erkenntnisse zu Tage bringt; die Forschungen dazu dauern weiter an. Bevor die große Ausstellung und der zu erwartende Besucherandrang richtig losgehen, reisten nun knapp 20 WikipedianerInnen und Aktive im GLAM-Bereich vom 21.-23. Juni nach Braunschweig, um von Wissenschaftlern und Archäologen einen exklusiven Einblick in die Ausstellung, den Forschungsstand und den historischen Kontext zu bekommen. Die Zusammenarbeit zwischen Wikimedia Deutschland und dem Braunschweigischen Landesmuseum lief im Rahmen des Projektes GLAM on Tour, das die Vernetzung von ehrenamtlich Aktiven der Wikipedia mit Mitgliedern und Mitarbeitenden von Kultur- und Gedächtniseinrichtungen fördert.

Museum und Schlachtfeld werden erkundet

Editathon im Braunschweigischen Landesmuseum
Foto: Isimon49, CC-BY-SA 3.0

In Braunschweig freute sich die Direktorin des Landesmuseums bei der Begrüßung der WikipedianerInnen darüber, nun auch zu den vielen Kulturinstitutionen zu gehören, die weltweit mit Freiwilligen der Wikipedia zusammenarbeiten. In den Räumen des BLM gaben Vorträge von Wissenschaftlern und der Kuratorin der Ausstellung einen tieferen Einblick zu verschiedenen Aspekten des historischen Kontextes der Schlacht am Harzhorn und dem aktuellen Forschungsstand. Eine Bestandsaufnahme und Ideensammlung der Artikel rund um die Thematik gab es bereits im Vorfeld auf der Projektseite der Veranstaltung, jetzt konnte vor Ort beim Editathon mit ersten Artikelarbeiten begonnen werden. Der archäologische Restaurator des Museums führte die mit Fotoapparaten ausgerüsteten WikipedianerInnen in Gruppen durch die Depots des Museums, in denen Objekte für kommende Ausstellungen schlummern. Auch die Werkstätten des Museums wurden erkundet, in denen die Fundstücke restauriert und für die Ausstellung aufbereitet werden.

Dr. Michael Geschwinde und Dr. Petra Lönne, unterstützt von User:Nightflyer Foto: Medvedev, CC-BY-SA 3.0

Besonderes Highlight des Wochenendes war eine Exkursion zur Fundstelle am Harzhorn. Bei bestem Wetter spazierten die WikipedianerInnen gemeinsam mit dem Prospektionsleiter Dr. Michael Geschwinde und der Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne die Wege ab, auf denen sich einst Römer und Germanen erbitterte Kämpfe lieferten. Fachkundig wurden Fragen an das Forschungsteam gestellt und etwa hier gefundene Hipposandalen, antike Vorläufer der Hufeisen, auf Abbildungen begutachtet. Die langjährigen Wikipedianer Southpark und Stepro gaben in ihrem Vortrag “9 1/2 Geheimnisse der Wikipedia” einen interessanten Einblick hinter die Kulissen der Wikipedia für Mitarbeitende des Museums, das interessierte Braunschweiger Publikum und geladene Presse. Im Anschluss hatten die Gäste beim Musketiertreffen Gelegenheit, gleich einmal selbst das Schreiben, Bebildern und Editieren in der Wikipedia auszuprobieren. Von erfahrenen WikipedianerInnen unterstützt, wurden erste Schritte in der Wikipedia gemacht, die bei Einigen vielleicht den Grundstein für die eigene Autorenschaft legen.

Fortsetzung? Folgt!

Exkursion zur Fundstelle bei Kalefeld
Foto: Medvedev, CC-BY-SA 3.0

Viele Artikel wurden seit dem letzten Wochenende bereits neu angelegt, bearbeitet oder aktualisiert, so gibt es inzwischen einen Artikel speziell zur Ausstellung “Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn” sowie viele weitere Beiträge und Fotos rund um das historische Ereignis und die Forschungen dazu. Eine Auswertung der Veranstaltung durch die Teilnehmenden ist in der Veranstaltungsdokumentation zu finden. Besonderer Dank gilt dem Wikipedia-Autor Brunswyk, der durch sein großes ehrenamtliches Engagement viele Beteiligte für die Veranstaltung begeistern konnte, sowie allen Mitarbeitenden des BLM, die unseren Besuch zu einem wirklich tollen und lehrreichen Erlebnis gemacht haben!

Für beide Seiten, das BLM und die WikipedianerInnen, war es ein gelungenes Wochenende. Das BLM profitiert von den neuen Artikeln in der Wikipedia, die häufig erste Anlaufstelle für Museumsbesucher und Interessierte ist. Für die Museumsmitarbeiter war es zudem besonders interessant, die Menschen hinter der Wikipedia kennenzulernen. Für die kulturbegeisterten Aktiven der Wikipedia war die Veranstaltung währenddessen eine schöne Gelegenheit, andere WikipedianerInnen kennenzulernen, die an den gleichen Themen arbeiten und gleichzeitig einen ganz persönlichen Einblick in das Museumsleben zu bekommen.

Mitarbeitende des Museums lauschen Wikipedia-Vortrag
Foto: Isimon49, CC-BY-SA 3.0

Die sichtliche Begeisterung, mit der das Harzhornereignis und die zugehörige Artikelarbeit begangen wird, verbindet WikipedianerInnen und Museumsleute. Beste Voraussetzungen für weitere gemeinsame Kooperationen; im Gespräch ist bereits eine Zusammenarbeit im Rahmen der im nächsten Jahr stattfindenden Ausstellung zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges.

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Eine kurze Geschichte des Zedler-Preises

Der Name von Preisverleihungen ist eine Sache für sich. Die berühmten Oscar-Verleihungen heißen eigentlich Academy Awards, werden aber trotzdem Oscars genannt. Warum, das ist bis heute nicht geklärt. In dieser Beziehung hat der Zedler-Preis für Freies Wissen der etablierten Filmauszeichnung einiges voraus: Er ist klar und eindeutig nach Johann Heinrich Zedler benannt, der im 18. Jahrhundert sein Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste veröffentlichte. Dieses Werk war das umfangreichste seiner Art in ganz Europa und unter jenen das erste, das wie Wikipedia von gleichberechtigten Mitarbeitern geschaffen wurde. Zedlers Name steht deshalb Pate für den Preis, mit dem Wikimedia Deutschland seit 2007 Personen, Gruppen und Projekte auszeichnet, die sich für Freies Wissen engagieren. Wenn die Ehrung am Samstag, den 25. Mai, bei der Preisverleihung in Berlin zum sechsten Mal vergeben wird, reihen sich die Gewinner in die Reihe der bisherigen 14 Preisträger ein. Hier eine kleine Rückschau, bevor am Samstag ebenfalls im Blog live ab 19 Uhr vom Zedler-Preis 2013 berichtet wird:

2007-2012: Ein Preis verändert sich.

Zum ersten Mal wurde die Auszeichnung 2007 vergeben, damals noch als Zedler-Medaille. Aus einer ganzen Reihe nominierter Wikipedia-Artikel kürte die Jury damals den Artikel über Ludwig Feuerbach als Preisträger. Das Wissenschaftsjahr 2007 war den Geisteswissenschaften gewidmet, weshalb dieser Fokus auch bei den Zedler-Nominierungen aufgegriffen wurde.

Die Auszeichnung im Jahr 2007… (Foto: Arne Klempert, CC-BY-SA 3.0; via Wikimedia Commons)

Anders im Jahr 2008, das im Zeichen von Vasen und Dinosauriern stand: Im zweiten Veranstaltungsjahr wurden erstmals auch zwei Auszeichnungen vergeben. Im Bereich Naturwissenschaften gewann der Artikel Ceratopsidae, in den Geisteswissenschaften der Artikel über Schwarzfigurige Vasenmalerei.

Eine Frage der Grundsätze stellte sich offensichtlich im Jahr 2009. Wie im Vorjahr wurde mit dem Artikel über Segler (Vögel) ein naturwissenschaftlicher Beitrag ausgezeichnet, dazu gewann im Bereich Geisteswissenschaften die Schilderung einer politischen Kontroverse – die Filbinger-Affäre. Neu war die Auszeichung für einen dritten Beitrag, der laut Wikipedia in keine der beiden Kategorien zu passen schien. Mit diesem Sonderpreis wurde der Artikel Materialismusstreit bedacht.

Nach 2009 zeigte sich eine weitere thematische Öffnung. Freies Wissen ist natürlich nicht nur in Textform sichtbar, sondern u. a. auch in Bildern. Das wird nicht zuletzt bei allen mit dem Zedler-Preis ausgezeichneten Artikeln besonders deutlich, die traditionell hervorragend bebildert sind. Bei der Verleihung 2010 erhielt passender Weise zum ersten Mal ein Foto (Focus Stacking) einen Preis. Daneben gewannen die Artikel über die Besselschen Elemente (Naturwissenschaft) und über die Comic-Figur Dagobert Duck (Geisteswissenschaften).

…und 2012. (Foto: Raimond Spekking, CC-BY-SA-3.0; via Wikimedia Commons)

Nach einem Jahr Pause gab der Zedler-Preis im Jahr 2012 endgültig die Trennung nach wissenschaftlichen Kategorien auf. Stattdessen wurde einfach ein Wikipedia-Artikel des Jahres ausgezeichnet, nämlich der Beitrag zur Nuklearkatastrophe von Fukushima. Zusätzlich ging der Neustart auch mit neuen Perspektiven einher: Neben den reinen Artikeln wurde mit dem österreichischen Portal Denkmallisten ein Community-Projekt ausgezeichnet sowie ein externes Projekt mit dem VroniPlag (und, ja, Sonderpreise gab es auch noch: für den Pizzakarton und die Blume der Woche).

2013: Daumen drücken!

Auch in diesem Jahr bestehen die übergreifenden Kategorien des Jahres 2012. Aus der Auszeichnung für einen geisteswissenschaftlichen Wikipedia-Artikel ist eine Ehrung für Freies Wissen in Wikipedia und darüber hinaus geworden. Jetzt heißt es, Daumen drücken für alle Nominierten und viel Glück!

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