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Diskussionsrunde auf dem 34C3: Warum haben wir aufgehört, Dinge ins Internet zu schreiben?

Auf dem 34. Chaos Communication Congress in Leipzig beteiligte sich auch Wikimedia Deutschland an einer Assembly mit einem kleinen selbstorganisierten Programm von Workshops und Vorträgen zu Themen wie Wikidata und SPARQL.

Am letzten Tag organisierten wir eine kleine Diskussionsrunde mit der bewusst provokativen Frage nach dem (gefühlten?) Rückgang von Benutzendenbeiträgen beim Freien Wissen oder einfach gesagt: Was wurde eigentlich aus dem Wikipedia-Account, den du 2007 hattest? Warum schreibst du nichts mehr auf dein Blog?

Beiträge aus der Diskussion haben wir notiert und möchten sie hier zusammenfassen.

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Larmoyanz und Pädagogik im Wikipedianischen Salon

Die beiden Salonherren. Foto: Christina Burger, CC-BY-SA 3.0

“Hereinspaziert meine Damen und Herren, und Willkommen zum ersten Wikipedianischen Salon.” So begrüßte Michael “seine Redseligkeit” Schlesinger die Gäste, die es sich im Kerzenschein bequem gemacht hatten. Am 16. Januar trafen sich gut 20 Wikipedianerinnen, Wikipedianer und andere Interessierte in den neuen Räumen von Wikimedia Deutschland, um der Auftaktveranstaltung des Wikipedianischen Salons beizuwohnen.

Eingeladen hatten das zweiköpfige Wikipedia-Salon-Team: Am Rednerpult moderierte als Conferencier Michael Schlesinger, und von hinten am Beamer glänzte Andreas Paul mit faktischen Einschüben und theoretischen Erwägungen. Beide durchschritten unter dem Titel “Fördert Wikipedia die Lust am Lernen?” leichtgängig das gesamte Themenspektrum zwischen Schule und Wikipedia: Was hat Wikipedia mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun? Kann man Wikipedia trauen? Darf man aus Wikipedia abschreiben? Wie kann ich sehen, ob es ein guter oder ein schlechter Wikipedia-Artikel ist? Sie erläuterten Vandalen, wiesen auf Diskussionsseiten zu Wikipedia-Artikeln hin, und stellten die internen Mechanismen der Qualitätssicherung vor.

Die gut 20 Gäste ließen sich auch vom kleinen Sektempfang nicht abhalten, und verwickelten sich in eine lange, intensive Diskussion, die von der Frage der Motivation in ehrenamtlichen Projekten bis hin zur Existenz oder Nicht-Existenz der Ernst-Thälmann-Insel reichte.

Die Veranstaltungsreihe Wikipedianischer Salon, die ab jetzt in unregelmäßiger Folge stattfinden wird, wird von Community-Mitgliedern aus der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten ausgerichtet. Dabei wird sie die Wikipedia und ihre Wirkung auf die Welt aus verschiedenen Perspektiven mit verschiedenen Standpunkten betrachten. Wikimedia Deutschland freut sich, dies organisatorisch unterstützen zu können.

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Wie geht’s weiter mit der Zedler-Medaille?

Die Zedler-Medaille ist ein jährlich von Wikimedia Deutschland vergebener Preis für einen Lexikonbeitrag in den Kategorien Geistes- bzw. Naturwissenschaft. Seit 2007 wird der Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz durchgeführt. 2010 erweiterten die Träger den Preis um einen Bilderwettbewerb und erhielten außerdem Unterstützung von BASF SE, der Carl Zeiss AG sowie Reporter ohne Grenzen.

Rückblick 2010

In 2010 haben wir die Zielsetzung erweitert: Nach wie vor war der Dialog zwischen Wikipedia und der Wissenschaft ein Kernziel. Dem akademischen Betrieb sollte die Qualität der Wikipedia sowie die Idee Freien Wissens vermittelt werden. Die Gewinnung neuer Autoren ist nicht mehr Kernziel; dennoch sollen Experten motiviert werden, in der Wikipedia aktiv zu werden, z.B. als Korrektoren zur Sicherung der Artikelqualität. Die Zielgruppe wurde indes von Professoren und akademischem Mittelbau auf Studierende erweitert. Kernziele waren darüber hinaus die Gewinnung neuer Mitglieder und die Erhöhung des Spendenaufkommens für den Verein. Allgemein sollte die Akzeptanz der Idee Freien Wissens, der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekten in akademischer und allgemeiner Öffentlichkeit gesteigert werden.

Außerdem wurde erstmalig ein Bilderwettbewerb ausgeschrieben, um die Attraktivität der Wikipedia durch ansprechende und fachlich wertvolle Illustration der Artikel zu erhöhen, die Anzahl der Einreichungen für Zedler insgesamt zu steigern und eine größere Öffentlichkeit und neue Zielgruppe auf die Chancen der Verwendung von freien Lizenzen für Bilder aufmerksam zu machen.

Wir haben die Maßnahmen zur Erreichung der Zielgruppe verstärkt, on- und offline Werbematerialien erstellt und verteilt, in der Community geworben und versucht, einzelne Multiplikatoren zu identifizieren und motivieren. Sowohl Ausschreibung als auch die Veranstaltung wurden auf den Wikimedia-eigenen Kanälen und über neue und alte Verteiler von Wikimedia und den Partnern beworben, um ein gesteigertes Medienecho zu erzielen. Die Zedler-Medaille sollte sich weiter etablieren, größer werden und auf lange Sicht zu einer festen, renommierten Größe im Wissenschaftssektor werden um den Ansporn zum Mitmachen in den Folgejahren zu erhöhen.

Wie geht’s weiter in 2011?

Was in den letzten Jahre gut funktioniert hat: Die Veranstaltung wurde gut angenommen und für interessant befunden, der Name „Zedler-Medaille“ ist passend und etabliert sich langsam, die Partner haben ein gutes Standing und theoretisch auch ein großes Netzwerk zur Verbreitung der Idee, wir haben mit der Mainzer Akademie eine namhafte Jury.

Weniger gut war: Das ursprüngliche Ziel, mit der Verleihung der Zedler-Medaille neue Autoren für die Wikipedia zu gewinnen, wurde nie erreicht. Es gab viel zu wenige Einsendungen, bisher haben nur Männer den Preis gewonnen, die Teilnehmer waren fast ausschließlich bereits aktive Wikipedianer, Medienresonanz und Feedback oder Interesse aus dem Wissenschaftsbetrieb konnten nicht merklich gesteigert werden. Die Akzeptanz innerhalb der Community ist gering und aus Reihen der Wikipedianer und Vereinsmitglieder wurde oft der Wunsch nach einer Neuauflage geäußert.

Diesem Wunsch möchte Wikimedia Deutschland in diesem Jahr nachkommen. Daher stellen wir „Zedler 2.0“ zur Diskussion und möchte neue Ideen sammeln und gemeinsam mit allen Interessierten ein neues, erfolgversprechenderes Konzept erarbeiten.

Ein Vorschlag: Zedler-Award für Freies Wissen

Ein Vorschlag aus der Community, über den bereits mehrfach gesprochen wurde, ist ein „Zedler-Award für Freies Wissen“, eine Art Grimme- oder Grammy-Preis für herausragende Leistungen, Artikel, Redaktionen, Portale, Sammlungen innerhalb aber auch außerhalb der Wikipedia. In verschiedenen Kategorien würden Projekte oder Personen ausgezeichnet, die sich innerhalb der letzten zwölf Monate besonders für die Förderung Freien Wissens eingesetzt, den Bewusstseinswandel vorangetrieben oder bestimmte Lücken gefüllt haben. Für einige der Kategorien sollen externe Partner gefunden werden, die eine Patenschaft übernehmen, die Reichweite des Wettbewerbs erhöhen und eine Jury stellen können. Eine wichtige Neuerung wäre auch, dass nicht zum Erstellen von Artikeln extra für den Wettbewerb aufgerufen wird, sondern dass tolle Leistungen nachträglich geehrt werden.

Eure Meinung ist gefragt

Habt ihr weitere Vorschläge? Geht das für euch in die „richtige“ Richtung? Sollte Alles beim Alten bleiben? Ist der Fokus auf Projekte außerhalb der Wikipedia sinnvoll? Sind Sach-/Geldpreise als Anreiz passend? Auf der Wikipedia-Projektseite rufen wir zur Diskussion dieser Idee und Unterbreitung neuer Vorschläge auf. Auch hier in den Kommentaren sind Anregungen gerne gesehen. Nach zwei Wochen offener Diskussion soll das Konzept soweit ausgearbeitet werden, dass man damit an weitere Partner und andere interessierte Stellen herantreten kann.

Bei Wikimedia Deutschland steht euch Nicole (nicole.ebber@wikimedia.de) für alle Fragen und Antworten zur Verfügung. Wir freuen uns über euren Input!

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