Bericht zur Wikimania

Die Wikimania in Alexandria liegt nun schon wieder einige Zeit hinter mir, der Alltag hat mich eingeholt, und so möchte ich nun meine Eindrücke und Erlebnisse von der Wikimania schildern.

Für mich war es die erste Wikimania überhaupt. Ich flog also voller Vorfreude nach Ägypten, um dort neue Menschen kennenzulernen und altbekannte Freunde zu treffen. Vor allem war ich auf die Menschen gespannt, mit denen ich täglich online zu tun habe.

Die erste Begegnung fand bereits in Kairo statt, wo ich im hoteleigenen Internetcafe den Norweger Jon Harald traf, erkennbar an seinem Wikimania Taipeh T-Shirt. Er ist auch aktiv im Translatewiki, das sich um die Lokalisierung von MediaWiki kümmert.

Schon am Vortag bei der Registrierung im Konferenzzentrum der Bibliotheca Alexendrina war das „Hallo“ groß, als ich Freunde aus Deutschland traf und ich kam auch sogleich ins Gespräch mit Japanern, die ich bisher nur von Wikimedia Commons kannte.

Von der Eröffnungsveranstaltung möchte ich besonders die Rede des Leiters der Bibliothek, Ismail Serageldin, hervorheben, der sich in seiner sehr inspirierenden, wort- und bildreichen Rede „New Paradigms for New Tomorrows“ für die Freiheit des Wissens einsetzte. Diese Rede in Verbindung mit den vielen anderen Gesprächen während der Wikimania machte mir die ungeheure Bedeutung der Wikipedia bewusst; die Verantwortung, die gerade die deutschsprachige Wikipedia mit ihren hohen Qualitätsansprüchen als Vorbild für die Wikipedias in anderen Sprachen hat. Der Zugang zu freiem, enzyklopädisch aufbereitetem Wissen ist die Basis für eine Bildung, die unabhängig von staatlich kontrollierten Schulbüchern und anderen staatlich zensierten Medien macht. Dies ist ein Baustein für eine freiere Welt.

Von den ungefähr 600 Teilnehmern an der Wikimania waren ca. 450 Ägypter, darunter auffallend viele Frauen. Viele der ägyptischen Teilnehmer sind zwar (noch) keine aktiven Wikipedianer, waren jedoch sehr interessiert und haben sich lebhaft an den (viel zu kurzen) Fragerunden nach jedem Vortrag beteiligt. Ich hege die leise Hoffnung, dass die Konferenz wieder ein paar mehr Samenkörner für Freiheit und freies Wissen verstreut hat.

In diesem Zusammenhang ist noch interessant, dass das Sprachenkomitee der Wikimedia Foundation den Antrag auf eine Wikipedia in ägyptisch-arabischer Sprache genehmigt hat. Mit GerardM, Mitglied des Sprachenkomitees, am Omegawiki beteiligt und auch im Translatewiki aktiv, habe ich mich mehrfach intensiv unterhalten. Er legt großen Wert auf eine gute Lokalisierung von MediaWiki in möglichst vielen Sprachen, um die Einstiegshürden für neue Wikipedianer in kleineren Sprachen möglichst niedrig zu halten. Obwohl die deutsche Lokalisierung schon lange sehr gut ist, habe ich diese Gespräche zum Anlass genommen, um weitere Mitarbeiter fürs Translatewiki zu gewinnen.

Die nächsten drei Tage waren ausgefüllt mit einer Vielzahl interessanter Vorträge und Gespräche/Treffen in den Pausen. Endlich lernte ich auch Cary kennen, mit dem ich viel auf Commons und als OTRS-Admin zusammenarbeite, Brion und Tim (MediaWiki-Entwicklern der Wikimedia Foundation) sowie Domas, den MySQL-Experten, die ich bisher auch nur aus dem Chat kannte.

Einen Abend haben wir mit Erik Zachte verbracht. Er wird sich als neuer Teilzeitmitarbeiter der Wikimedia Foundation um statistische Auswertungen kümmern.

Die Party am Abend das letzten Tages war nochmal ein Höhepunkt. Die freiwilligen Helfer der Wikimania haben sie in einer Clubanlage etwas außerhalb von Alexandria veranstaltet. Ägyptischen Tanz- und Musikdarbietungen gingen einem sehr leckerem Bufett voraus. Mit am Tisch saß noch Jay Walsh, ein langjähriger Wikipedianer und seit Januar 2008 Pressesprecher der Wikipedia Foundation. Es gesellte sich noch Jimmy Wales dazu, mit dem ich mich noch kurz unterhielt. Er freute sich vor allem über die vielen deutschen Teilnehmer an der Wikimania.

Ich bin sehr glücklich, dass ich an dieser sehr wichtigen Veranstaltung teilnehmen durfte. Sie hat mir neue Motivation für die weitere Arbeit in der Wikipedia, für MediaWiki und andere Projekte der Wikimedia Foundation gegeben. Auch wenn es sich abgedroschen anhört, so haben mir die internationalen Kontakte die Augen geöffnet, wie lächerlich so mancher Streit um Kleinigkeiten in der deutschsprachigen Wikipedia ist.

Wir haben eine große internationale Verantwortung, lasst sie uns wahrnehmen!

PS: Viele viele Bilder und auch Videos findet ihr auf Wikimedia Commons.

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Freistellungsbescheid 2007

Nach der Abgabe unserer Steuererklärung für das Jahr 2007 hat der Verein Wikimedia Deutschland Ende letzter Woche seinen Freistellungsbescheid für das Kalenderjahr 2007 erhalten.

Das ist für uns ein kleiner aber wichtiger Grund zur Freude, weil er doch eine offizielle Bestätigung unserer ganzen Mühen darstellt.

Nach der Überprüfung unserer tatsächlichen Geschäftsführung bestätigt uns das Finanzamt Berlin mit diesem Bescheid, im Sinne der Gesetze und unserer Vereinszwecke agiert zu haben. Der Bescheid bestätigt uns auch, daß wir weiterhin ausschließlich gemeinnützigen Zwecken dienen und somit auch weiterhin körperschafts- und gewerbesteuerbefreit sind. Außerdem sind wir damit berechtigt, Zuwendungsbestätigungen für Spenden an den Verein auszustellen.

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Wir suchen einen Pressesprecher und einen Community Assistant

Hallo,

die Stellenausschreibungen für den Community Assistant und den Pressesprecher sind jetzt eröffnet. Aus den Profilen:

Community Assistant
Genauso wie in den Projekten wird auch ein großer Teil der Arbeit des Vereins von Freiwilligen durchgeführt. Gleichzeitig sind es gerade die Community-Mitglieder, die auf eigene Initiative großartige Veranstaltungen zum Nutzen der Projekte organisieren. Der Community Assistant (m/w) soll als Ansprechpartner des Vereins allen Freiwilligen zur Seite stehen und sie bei ihren Initiativen mit Rat und Tat unterstützen. Die Position ist als Teilzeitstelle in der Geschäftsstelle des Vereins in Berlin angesiedelt und untersteht direkt dem Geschäftsführer. Heimarbeit ist verhandelbar.

Pressesprecher
Die Öffentlichkeitsarbeit für die Wikimedia-Projekte und andere Initiativen zur Förderung Freien Wissens ist eines der Hauptaufgaben des Vereins. Der Pressesprecher (m/w) leitet diesen Aufgabenbereich in Zusammenarbeit mit dem Fundraiser und dem Community Assistant. Die Position ist als Vollzeitstelle in der Geschäftsstelle des Vereins in Berlin angesiedelt und untersteht direkt dem Geschäftsführer.

Bewerbungen nehmen wir ab sofort an, Details dazu findet ihr auf den jeweiligen Seiten. Wir freuen uns insbesondere auf Bewerbungen aus der Community.

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Geschäftsstelle zieht nach Berlin

Am ersten Augustwochenende traf sich der Vorstand zur traditionellen Klausur nach der Mitgliederversammlung. In der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen berieten wir uns über Initiativen wie das Schulprojekt, die Verleihung der Zedler-Medaille, Schulungen für Autoren und die Wikipedia Academy 2009. Zusätzlich wurden aber auch organisatorische Themen besprochen, darunter der Nachtragshaushalt für das aktuelle Geschäftsjahr und die zukünftige Ansiedlung der Geschäftsstelle. Weiterlesen »

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Bericht zur Vorstandssitzung am 29. Juni

Der neugewählte Vorstand hat sich am 29. Juni um 13 Uhr in Berlin getroffen, um einige anstehende Punkte zu besprechen. Anwesend waren Kurt, André, Alice, Juliana und ich. Hier ein kurzer Bericht zum Ablauf:

Rückblick auf die Mitgliederversammlung

Die Auswertung der Feedbackbögen zeigt einige Punkte auf, die verbessert werden können. Unter anderem wurde angemerkt, dass die Ankündigung der Versammlung und Workshops über unterschiedliche Informationswege verbreitet werden sollte. Möglicherweise können einige der namentlich bekannten Rückmelder angeregt werden, sich aktiv an der nächsten Vorbereitung zu beteiligen. Der Community-Tag ist eine gute Möglichkeit, auch Nicht-Mitglieder zu beteiligen und könnte zu einer Art Mini-Wikimania ausgebaut werden. Vielen Dank nochmal an Arne für die Moderation der eigentlichen Versammlung, die einen zügigen Ablauf ermöglichte.
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Wikipedia bei Dresdner Lange Nacht der Wissenschaften

Auch im Jahr 2008 nahmen Wikipedianer an der Langen Nacht der Wissenschaften in Dresden teil. Neben Vorträgen und Diskussionsrunden konnten kleine Gäste mit dem Magnetbagger oder dem Kreiselmotor experimentieren. Die Verbindung zur Wikipedia wurde dabei durch Plakate mit den entsprechenden Wikipedia-Artikeln zu den physikalischen Effekten hergestellt. Ein lustiges Wissensquiz für Kinder zeigte eine weitere Möglichkeit sich mit der Wikipedia zu befassen.

Einige Wikipedianer nutzten den Anlass für ein kleines Treffen und konnten dem teilweise tiefer interessierten Publikum Fragen zum Benutzeralltag und den Problemen und Lösungen in Hinblick auf Qualitätserhaltung beantworten.

Ein Vortrag vom Stadtwiki Dresden brachte Einblicke, was ein regionales Wiki für Vorteile bezüglich der Inhalte hat und wie schwierig manchmal die Relevanz von Inhalten für Wikipedia-Artikel zu bewerten ist.

Großen Spaß hatten Publikum und Vortragende beim Thema OpenStreetMap. Die eifrigen Geodatensammler berichteten aus erster Hand zu den Abläufen zum Erstellen von freien Wegekarten und beantworteten auch komplizierte Fragen zum Aufsuchen von eingetragenen Objekten und dem grafischen Umwandeln (Rendern) der Kartendaten.

Durch ein sehr buntes Publikum bot die Lange Nacht der Wissenschaften eine angenehme Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre mit Wikipedianutzern ins Gespräch zu kommen. Wie immer bei solchen Anlässen wurden Fragen zur Vertrauenswürdigkeit der Inhalte gestellt und auch nachgefragt, wie die Wikipedianer den Überblick über viele Hunderttausend Artikel behalten können. Es wurden zudem auch Anfragen beantwortet, was Wikipedia mit Wissenschaften und der HTW Dresden zu tun hat. Zustimmende Meinungen äußerten die Gäste beim Demonstrieren der gesichteten Versionen und unterstrichen in ihren Aussagen die Wichtigkeit einer solchen Erweiterung.

Der Bericht ist eine Gemeinschaftsproduktion der anwesenden Wikipedianer – Herzlichen Dank!

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Wikimedia-Vorstand verdoppelt Frauenanteil

Turnusgemäß fand heute die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins Wikimedia Deutschland in Frankfurt am Main statt. Der Vorstand konnte auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken: sowohl Einnahmen- als auch Mitgliederentwicklung haben sich 2007 äußerst positiv gestaltet. So verdreifachte sich im zurückliegenden Jahr das Spendenvolumen; die Mitgliederzahl hat die 400er-Grenze deutlich überschritten. Das von Wikimedia Deutschland initiierte Veranstaltungskonzept Wikipedia Academy geht 2008 ins dritte Jahr und wird auch auf internationaler Ebene umgesetzt. Die Zedler-Medaille wird in diesem Herbst zum zweiten Mal verliehen, die Kommunikation mit den Vereinsmitgliedern konnte durch die Verstetigung des Newsletters und die Schaffung des neuen Wikimedia-Blogs verbessert werden (in Kürze erscheint eine neue Ausgabe des Newsletters mit Infos zum Community-Tag und zur Mitgliederversammlung).

Vor der Wahl des neuen Vorstandes beschloss die Mitgliederversammlung, statt sechs nur drei Beisitzer-Posten zu besetzen, um eine effektivere Arbeit des Vorstandes zu ermöglichen. Falls sich dieses Modell als erfolgreich erweist, soll die Vorstandsverkleinerung auf der Mitgliederversammlung im nächsten Jahr durch eine Satzungsänderung festgeschrieben werden.

Zum Ersten Vorsitzenden wurde erneut Kurt Jansson gewählt, neuer Zweiter Vorsitzenden ist Sebastian Moleski (der bisherige Amtsinhaber Frank Schulenburg steht vor seinem Wechsel zur Wikimedia Foundation und kandidierte deshalb nicht erneut), als Schatzmeister wurde mit grosser Zustimmung Andre Darmochwal bestätigt, neue Schriftführerin ist Alice Wiegand. Als Beisitzer wurden Philipp Birken, Tim Bartel und Juliana da Costa José gewählt. Und, oh wunder, trotz Verkleinerung des Vorstandes wurden diesmal zwei Damen in den Vorstand gewählt, was eine glatte Verdoppelung des weiblichen Elementes innerhalb des Vorstandes bedeutet. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Elke Wetzig, Mathias Schindler und Michail Jungierek werden ihr bisheriges Engagement für Wikimedia Deutschland auch außerhalb des Vorstandes weiter fortsetzen.

P.S. Bilder vom neuen Vorstand und von der Mitgliederversammlung werden nachgereicht (Übertragungskabel vergessen ;-). Eine Galerie ist jetzt auch auf Commons zu finden.

P.P.S. Tschechien führt derzeit gegen die Türkei mit 2:1

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Wikimedia digitalisiert unveröffentlichten Augenzeugenbericht von Napoleons Russlandfeldzug

Scannen der Handschrift im Göttinger Digitalisierungszentrum
Scannen der Handschrift im Göttinger Digitalisierungszentrum

Gestern mittag war es soweit: der bislang unveröffentlichte Bericht eines Teilnehmers an Napoleons Russlandfeldzug wurde im Göttinger Digitalisierungszentrum digitalisiert. Die Scans der wertvollen Handschrift werden zunächst auf Commons hochgeladen und dienen anschließend als Grundlage für eine Veröffentlichung in der freien Quellensammlung Wikisource.

In seiner Schrift mit dem Titel Bemerkungen über den Feldzug gegen Rußland in den Jahren 1812 und 1813 mit Hinsicht auf Cultur, Sitten, Landesart und Gebräuche schildert ein Angehöriger eines unter Napoleon Bonaparte kämpfenden sächsischen Husarenregiments seine Erlebnisse auf dem Weg der Grande Armée ins russische Reich. Die der geschichtswissenschaftlichen Forschung bislang noch unbekannte Quelle gibt einen anschaulichen Einblick in die Erlebnis- und Gedankenwelt eines Teilnehmers des Feldzuges, an dessen Ende die Flucht und fast vollständige Zerschlagung von Napoleons Grande Armée stand.

Bilder vom Digitalisierungsvorgang sind auf Wikimedia Commons abrufbar.

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Kochen für die Wikipedia

Nilz Bokelberg (auf der re:publica 2007)
Nilz Bokelberg (auf der re:publica 2007)
Foto: heins-mit-z / Lizenz: BY-NC-SA

Wenn während der Europameisterschaft ein Deutschlandspiel im ZDF übertragen wird, haben es andere Sender schwer, dem etwas entgegen zu setzen. In diesem Fall zeigt man aufgrund der zu erwartenden niedrigeren Einschaltquoten lieber einmal eine Wiederholung.

Der Sender VOX zeigte so am vergangenen Sonntag eine Aufzeichnung der Sendung „Das perfekte Promi Dinner“ vom 10. Juni 2007. Am Herd standen Nicole Belstler-Boettcher, Michaela May, Thomas Fuchsberger und Ex-VIVA-Moderator Nilz Bokelberg.

Ohne die Leistung der anderen Teilnehmer zu bewerten: Nilz beim Kochen zuzuschauen ist definitiv lustig. Er gehört zur „Internet-Generation“ und so wird das Rezept auch schnell online auf dem neben der Spüle stehenden Laptop nachgeschlagen. Interessant für Wikipedianer wurde es aber besonders am Ende der Sendung – was wir letztes Jahr noch nicht bemerkt hatten: Nilz kündigte an, seinen Gewinn auf ein Obdachlosenprojekt und Wikipedia zu verteilen. Vielen Dank!

Grund genug, ihm ein paar Fragen zu stellen:

Tim: Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Teil deines Gewinns gerade für Wikipedia zu spenden?

Nilz: Ich glaube es ist wichtig für die Leute zuverlässige Wissensquellen zu haben. Nun kann in der Wikipedia ja auch immer alles geändert werden – man könnte sie also für unzuverlässiger als alles andere halten. Aber diese offene Struktur hat sich letzten Endes doch bewährt und das finde ich nicht nur großartig, sondern auch wichtig. Freies Wissen für alle, nur so kann das was mit dem mündigen Bürger werden.

Tim: Kannst du dich noch an deinen ersten Kontakt mit der Wikipedia erinnern?

Nilz: Puh… nicht wirklich. Aber ich war wohl ziemlich beeindruckt und habe wohl auch am Anfang nicht ganz verstanden, was das eigentlich sein soll. Müsste über Google da gelandet sein. Aber das ist ja auch das Schöne bei Anwendungen, die so wichtig im Alltag für einen selbst geworden sind: Es fühlt sich an, als seien sie schon immer da gewesen.

Tim: Hast du schon selbst Bearbeitungen vorgenommen oder neue Artikel verfasst?

Nilz: Ne gar nicht. Ich habe wohl mal einen Account angelegt und ich weiss auch noch das ich irgendetwas ändern wollte, was nicht stimmte, aber ich kann einfach nicht faktisch schreiben. Deswegen hab ich es lieber gelassen, anstatt das Thema einer Löschdiskussion zu werden…:)

Tim: Falls du die Möglichkeit hättest, dir drei beliebige Veränderungen an der Wikipedia zu wünschen, die direkt umgesetzt werden. Was würdest du ändern?

Nilz: So spontan fällt mir da gar nichts ein. Ich finde zu gewissen Zeitpunkten die Relevanzdiskussionen etwas übertrieben, denn ob der SV Hintertupfingen eine sportliche Relvanz in der Geschichte des Eisstockschiessens hat, sei erstmal dahin gestellt. Da er aber ein existierender Verein ist oder war, müsste das meiner Meinung nach schon reichen für einen Eintrag. Denn wenn das in 10 Jahren auch nur ein einziger sucht, dann hat sich der Eintrag schon gelohnt. Falls er hilfreich war. Privatpersonen brauchen wirklich keinen Eintrag.

Tim: Du bist ja mit deinem Blog Weltfrieden selbst seit geraumer Zeit im „Web 2.0“ aktiv. Wie siehst du die Zukunft von traditionell erstellten Medien im Verhältnis zu Angeboten, die auf UCG (=user generated content) aufbauen? Welche Vor-/Nachteile gibt es nach deiner Auffassung bei den jeweiligen Ansätzen?

Nilz: Ich denke das alles kann nur funktionieren, wenn es sich noch mehr verzahnt. Nur das eine oder das andere ist mittlerweile zu wenig. Allerdings bringt es auch nichts sich andauernd gegenseitig die Köppe einzuhauen. Von wegen Blogger-vs.-Journalismus-Debatte. Die deutsche Blogosphäre tut sich schwer mit ihrer Professionalisierung resp. Kommerzialisierung. Man kann manchen Leuten einfach nicht oft genug über den Kopf streicheln und sagen: Nein, es ist wirklich nicht schlimm, wenn jemand mit dem was er gerne macht Geld verdient. Die Diskussion zehrt an den Kräften deutscher Blogs und schwächt ihre Position im Ganzen. weil sie sich dann wieder auf dieses Thema einlassen müssen, das wirklich niemanden ausser Blogger selbst interessiert, und selbst da auch nur einen kleinen Teil. Ich habe mich zum Beispiel davon verabschiedet, übers bloggen zu bloggen, weil das „normale“ User einfach mal so gar nicht interessiert. Trotzalledem: Ich möchte auf meine mogendliche auf Papier gedruckte Zeitung nicht verzichten. Die hat schon den absoluten Vorteil, das ich sie auch mit aufs Klo nehmen kann, was mit einem Laptop immer ein ziemlicher Act ist. Beide Medien können wunderbar nebeneinander exitieren, sie müssen sich nur aufeinander einlassen. Und vom anderen lernen. Deswegen lese ich zum Beispiel so gerne Niggemeier, weil der quasi „Best of both Wolds“ verkörpert. Bloggender Journalist oder journalistischer Blogger. Desweiteren sollen alle aber auch das bleiben, was sie sind: Blogger oder Journalisten. Bitte nicht den anderen nachahmen…

Tim: Warum hat dein Wikipedia-Artikel noch kein freies Foto von dir? :-)

Nilz: Dann sollt ich wohl mal eins hochladen, aber ich habe immer Angst etwas zu dem Eintrag über mich beizusteuern, weil das dann immer so aussieht, als wenn ich den gepimpt hätte, um besser dazustehen…:) Und die Löschdiskussion um mein Foto würde ich wohl nicht ertragen…

Tim: „Nilz in 3 Sätzen“?

Nilz: Ich halte mich für stylischer, als ich bin. Ernähre mich, hauptsächlich, von Kommunikation, Musik, Nikotin, Wasser mit Fruchtgeschmack und Saté-Spiessen. Und ich kann nicht streiten.

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Qualifizierungsprogramm für ältere Ehrenamtliche zu „Wikipedia-Trainern“ gestartet

Mit finanzieller Unterstützung von Wikimedia Deutschland startete am vergangenen Montag die weltweit erste Qualifizierung für ältere Menschen zu „Wikipedia-Trainern“. Langfristiges Ziel ist es, die bislang vergleichsweise geringe Beteiligung älterer Menschen an der Wikipedia zu erhöhen. Die zukünftigen Wikipedia-Trainerinnen und -Trainer sollen dazu befähigt werden, eigene Wikipedia-Autorenschulungen in Senioren-Internetcafés durchzuführen.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung trafen sich im Diakonischen Werk in Düsseldorf rund 20 Ehrenamtliche aus Senioren-Internetcafés und Bildungseinrichtungen. In Vorträgen und Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen ersten Blick hinter die Kulissen der Wikipedia werfen.

Der Kurs unter dem Titel „Wikipedia in Senioren-Internetcafes“ ist auf sechs Wochen ausgelegt und wird über die „Virtuelle Ideenschmiede“ auf der Lernplattform des Forums Seniorenarbeit NRW angeboten. Auf eine Einführungsphase, in der Grundkenntnisse im Umgang mit der Wikipedia vermittelt werden, folgt eine Werkstattphase, in der gemeinsam Konzepte für Wikipedia-Einsteigerseminare entwickelt werden sollen.

Die im Anschluss an den Onlinekurs geplanten Angebote vor Ort sollen von älteren Ehrenamtlichen in Senioren-Internetcafés durchgeführt werden. Diese Senioren-Internetcafés sind mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, Verbänden und freien Trägern in vielen Orten in Nordrhein-Westfalen entstanden.

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