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Wiki Loves Monuments 2022

Das sind die Gewinnerbilder aus Deutschland

Wiki Loves Monuments, der große Fotowettbewerb rund um Kultur- und Baudenkmäler, ging im September hierzulande in seine zwölfte Ausgabe. Die Jury stand jetzt vor der schwierigen Aufgabe, aus rund 29.000 eingereichten Fotos aus Deutschland die Gewinnerbilder zu küren. Ein Novum ist der in diesem Jahr verliehene Sonderpreis für denkmalgeschützte Kleindenkmäler.

Maria Lechner

2. November 2022

Auch 2022 versetzte die Community der ehrenamtlichen Fotograf*innen die neunköpfige Jury in Staunen. Mit 29.000 Fotos kamen die meisten Einreichungen des internationalen Wiki Loves Monuments-Wettbewerbs aus Deutschland. Insgesamt haben 2022 weltweit 38 Länder am Wettbewerb teilgenommen. 

Die deutschen Gewinneraufnahmen, die allesamt unter einer freien Lizenz stehen und bei Wikimedia Commons hochgeladen wurden, zeigen Kultur- und Baudenkmäler von ihrer schönsten Seite. Das Versprechen, die Welt der Bau- und Kulturdenkmäler mit neuem Blick einzufangen, wurde wieder auf beeindruckende Art und Weise eingehalten. 

Übrigens: Am 24. November findet die große Preisverleihung statt. Mehr dazu weiter unten im Text. 

Die Top 3 der deutschen Ausgabe von Wiki Loves Monuments 2022

3. Platz: Innenansicht der Friedrichswerderschen Kirche in Berlin

Bewertung der Jury: „Die Friedrichswerdersche Kirche in Berlin wurde 1824–1831 von Karl Friedrich Schinkel als erste neugotische Kirche in Deutschland erbaut. Heute beherbergt sie als Außenstelle der Nationalgalerie eine Sammlung von Skulpturen. Die Aufnahme von T meltzer fängt den reizvollen Kontrast zwischen der strengen Kirchenarchitektur und den locker platzierten Skulpturen ein. Der gewählte Standpunkt erlaubt eine überzeugende Wiedergabe der architektonischen Eigenschaften des Bauwerks. Durch die Kombination von gedämpftem Tageslicht und künstlicher Beleuchtung wirkt der Raum stimmungsvoll, zugleich sind alle Details des Gebäudes scharf und gut ausgeleuchtet wiedergegeben.“

2. Platz: Zentraler Blick durch den Alten Elbtunnel in Hamburg

Bewertung der Jury: „Der ‚Alte Elbtunnel‘ in Hamburg, ein historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland, erstrahlt nach jahrelangen Renovierungen in diesem Bild von GZagatta. Die gewählte Zentralperspektive lässt Details im Vordergrund gut erkennen. Die Balance von Licht und Schatten ist spannend bewältigt. Wie er die Besucher entfernt hat, bleibt sein Geheimnis.“

1. Platz: Kloster Paulinzella in Königsee-Paulinzella im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Bewertung der Jury: „‚Weg sind Prunk und alle Herrlichkeiten, schon enteilt im langen Strom der Zeiten‘ – diese Zeilen eines 1810 verfassten Gedichts beschreiben den Zustand der ehemaligen Benediktinerabtei Paulinzella. Sie wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts gegründet und bestand bis zur Reformation. Nach der Säkularisierung verfiel die Anlage, durch Brand und da sie als Steinbruch genutzt wurde. Im 18. Jahrhundert wurde ein Jagdschloss auf ihrem Gelände gebaut. Trotz dieser Geschichte handelt es sich bei dieser Ruine noch immer um ein wichtiges bauhistorisches Zeugnis der Romanik. Der Fotograf Radomianin hat mit seinem Werk diesen bauhistorisch wichtigen Zeugen umfassend abgebildet und die einzelnen Bauabschnitte gezeigt. Die Anlage ist im Foto gut gebaut und ins richtige Licht gesetzt. Bemerkenswert ist, dass es ihm gelungen ist, den Betrachter die Gesamtheit der Anlage erfahren zu lassen. Damit schafft er es, das Dichterwort ‚und der Schöpfung größtes Meisterstück, sinkt veraltet in den Staub zurück‘ zu bannen.“

Alle Gewinnerfotos der deutschen Ausgabe von Wiki Loves Monuments 2022 finden Sie hier.

Wiki Loves… Die große Preisverleihung am 24. November

Am Donnerstag, den 24. November findet erstmals die gemeinsame Preisverleihung für die beiden deutschen Ausgaben der Wettbewerbe Wiki Loves Monuments und Wiki Loves Earth statt. Wir begrüßen Sie im Stadtarchiv Leipzig und online via Livestream. Feiern Sie ab 18:30 Uhr gemeinsam mit uns und vielen Ehrengästen die ehrenamtlichen Fotograf*innen und ihre Werke. Zur Anmeldung.

Sonderpreis 2022 – Kleindenkmäler kommen ganz groß raus!

Zum ersten Mal wurde im Rahmen von Wiki Loves Monuments ein Sonderpreis für denkmalgeschützte Kleindenkmäler verliehen. Frei nach Johann Wolfgang von Goethes Zitat „Willst du dich am Ganzen erquicken, so musst du das Ganze im Kleinsten erblicken“ solle der Sonderpreis den fotografischen Blick der Ehrenamtlichen auf vermeintlich Unscheinbares lenken. Egal ob Wegweiser, Meilensteine, Hochwassermarken oder Brunnenhäuschen: Kleindenkmäler sind Zeitzeugen des Alltags. Im Gegensatz zu ihren großen Brüdern und Schwestern, den Bau- und Kulturdenkmälern, erzählen sie Geschichten ganz nah an der Lebenswelt der Bevölkerung. Und die Fotos zeigen: Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken. Klein, aber oho!

Das sind die drei gleichberechtigten Gewinnerbilder des Sonderpreises:

Wiki Loves Monuments: eine Erfolgsgeschichte!

Gestartet ist Wiki Loves Monuments im Jahr 2010 in den Niederlanden. Damals wurden rund 13.000 Fotos von niederländischen Denkmälern eingereicht, die dann für Wikipedia-Artikel genutzt wurden. Schon zwei Jahre später machten Fotobegeisterte aus 35 Ländern mit und reichten 360.000 Fotos ein. Heute gilt Wiki Loves Monuments als einer der größten Fotowettbewerb rund um Bau- und Kulturdenkmäler weltweit.

Jedes Foto ist ein bedeutender Beitrag zum Denkmalschutz

Alle, die bei Wiki Loves Monuments mitmachen, leisten einen entscheidenden Beitrag zum Denkmalschutz, indem sie vor allem der Wikipedia bei der Dokumentation von Kulturdenkmalen und Gebäuden helfen. Die Fotos werden im Medienarchiv Wikimedia Commons hochgeladen und stehen unter einer freien Lizenz. Dadurch können nicht nur wir alle sie frei nutzen –  vor allem Wikipedia-Aktive weltweit können sie verwenden, um Artikel in der Online-Enzyklopädie zu bebildern.

Kommentare

  1. Monika Schacherer
    3. November 2022 um 17:57 Uhr

    Die große Vielfalt und den Reichtum an historischen Monumenten und Kulturdenkmalen auch im Detail zu erfassen und erlebbar zu machen, dies ist den Fotografierenden hier perfekt gelungen. Sie legen Zeugnis ab – auch durch die große Zahl der eingereichten Fotos- wie sehr unsere Kulturgüter, ihre Aspekte und ihr Erhalt – für viele Menschen wesentlich sind!

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