Lilli Iliev
5. Januar 2026
Die Idee des Digital Independence Day: Jeden Monat sollen immer mehr Menschen und Organisationen von einer profitorientierten, zu einer offenen und gemeinwohlorientierten Alternative wechseln. Wer den Umzug vollzogen hat, gibt den Freunden, der Kita-Gruppe oderder Arbeitskollegin mit dem Hashtag #DIDit Bescheid – und zieht so immer mehr Menschen mit! An jedem ersten Sonntag im Monat machen wir gemeinsam einen Schritt auf die bessere Seite des Netzes.
Der CCC – ehrenamtlich und nicht-kommerziell
Immer wieder beeindruckend: Es sind tausende Ehrenamtliche, die das Kongresszentrum Hamburg in ein offenes Haus für die rund 16.000 Teilnehmenden verwandeln, die sich zu aktuellen technologischen und digitalpolitischen Entwicklungen austauschen wollen. Beim CCC wird der nicht-kommerzielle Anspruch tatsächlich gelebt. Jedes Jahr Ende Dezember wird das Congress Centrum in Hamburg zu einemfast magischen Ort – voller kleiner sogenannter Habitate von und für unterschiedliche Interessengruppen.
Eines dieser Habitate war in diesem Jahr das Free Knowledge Habitat. Organisiert vor allem von Wikimedia Deutschland, temporärhaus, Code for Germany, Frag den Staat und weiteren Akteur*innen aus der Welt des Freien Wissens.In unseremVortrags- und Workshop-Bereich gab es Einführungen und Talks zu offenen Daten, Wikidata, internationaler Digitalpolitik und viel Raum für Austausch zu unserem politischen Engagement für Freies Wissen.
6 Highlights rund um Freies Wissen:
- Who runs the www? WSIS+20 and the future of Internet governance, Sophia Tawonga Longwe von Wikimedia Deutschland gibt einen Überblick über Gremien und Prozesse internationaler Digitalpolitik
- Gegenmacht – Best of Informationsfreiheit, Arne Semsrott spricht über das politische Jahr 2025 aus Sicht von Informationsfreiheit und Transparenz
- Die Känguru-Rebellion: Digital Independence Day, Marc Uwe Kling liest Geschichten mit digitalpolitischer Systemkritik und ruft den Digital Independence Day aus
- Power Cycles statt Burnout – Wie Einflussnahme nicht verpufft, Die beiden Digitalpolitikerinnen Rahel Becker und Anna Kassautzki geben Tipps aus dem Maschinenraum politischer Wirkung im Bundestag
- A post-American, enshittification-resistant internet, Cory Doctorow skizziert Ideen, wie Staaten und Nutzende sich gegen die Übermacht von Big Tech wehren können.
- AI-generated content in Wikipedia – a tale of caution, Mathias Schindler berichtet davon, wie er versehentlich einen Detektor gebaut hat, mit dem man bestimmte KI-generierte Inhalte in Wikipedia entdecken kann.
Sofa, Snacks und Systemkritik
Der Congress bietet eine bunte Mischung aus Themen: von Informationsfreiheit, IT-Sicherheit und Freier Software bis hin zu kreativen Hacks und ungewöhnlichen Nutzungen von Technik, die so garantiert nicht im Handbuch stehen. Besonders viel Spaß machen die praktischen Hacks und Spielereien, die man in entspannter Atmosphäre gemeinsam ausprobiert. Künstler*innen bringen Musik, Installationen oder Skulpturen mit und erschaffen so ihr ganz eigenes, temporäres Utopia. Dabei entsteht ein Gefühl dafür, dass andere Welten möglich sind: Orte, an denen Ungerechtigkeiten hinterfragt werden und gemeinsam an besseren Zukünften gebastelt wird. Alle können sich mit dem einbringen, was sie können