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Posts Tagged ‘Geschäftsstelle’



Monatsbericht Dezember 2012

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Wahlprüfsteine

Dezember 2012 ist das neue Januar 2013, denn bereits Mitte Dezember haben wir die Wahlprüfsteine für die Landtagswahl in Niedersachsen verschickt, Teil unseres Projekts zu Staatlichen Werken im Jahresplan 2013 des Vereins. Die 5 x 2 Fragen konzentrieren sich auf Fragen des Umganges mit staatlichen Werken, beispielsweise Open Government Data, Geodaten oder lizenzrechtlichen Fragen bei einem künftigen Informationsfreiheitsgesetz.

Bereits im Dezember gingen die ersten beiden Antworten von Parteien ein, eine dritte Partei entschuldigte sich mit fehlender inhaltlicher Kompetenz und dem Verweis, im Zweifel die Positionen der Piratenpartei zu vertreten. Die Veröffentlichung aller eingangenen Antworten ist vor der Wahl am 20. Januar geplant.

Landtag Schleswig-Holstein: Wir sind Druck

Wikimedia Deutschland wurde vom Innen- und Rechtsausschuss des Landtages Schleswig-Holstein gebeten, eine Stellungnahme zu einem Antrag über Verwertungsgesellschaften abzugeben. Unsere Antwort an den Landtag wurde vom Verein Digitale Gesellschaft e.V. mitgetragen.

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Team komplett!

Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wenn im November die Spendenkampagne beginnt, dann ändert sich der Alltag im Team Fundraising schlagartig. Was bedeutet es, wenn plötzlich Banner die Seiten von Wikipedia zieren und unsere Spendenaufrufe von Millionen Menschen gelesen werden? Wenn, wie im letzten Jahr, 160.000 Spenden in einem kurzen Zeitraum von nur zwei Monaten eingehen? Ein kleiner Sturm bricht los: Die Telefone klingeln heiß, das Postfach füllt sich rasant. Noch während eine E-Mail beantwortet wird, folgen postwendend die nächsten zwei.

Zum Fundraising gehört eben nicht nur die Konzeption und Durchführung der eigentlichen Kampagne. Ganz wesentlich ist ebenso, da zu sein, wenn Spender dringende Fragen, Wünsche und Probleme haben. Von Anfragen zur Mitgliedschaft bis Zusendungen von Spendenquittungen, reicht der so wichtige Bereich des Spendenservice. Mehr als 100 E-Mails pro Tag wollen beantwortet werden, im gesamten Kampagnenzeitraum 2011 ging die stattliche Zahl von 5.000 E-Mails bei uns ein. Adressen müssen korrigiert, Fragen über die Verwendung der Gelder beantwortet und besorgte Spender beruhigt werden: “Nein, wir werden den Betrag nicht abbuchen, der aus Versehen eine Null zu viel enthällt.”

In der nun kurz bevorstehenden Herbstkampagne ist tatkräftige Unterstützung gefragt. Daher freuen wir uns, dass unser Team in den Kampagnenmodus schaltet und sich von drei auf fünf Mitarbeiter vergrößert: Johanna Havemann (Praktikantin) und Wladimir Raizberg (Werkstudent) werden in den nächsten Monaten vorrangig im Spendenservice und bei der Datenpflege mit anpacken. Manchmal wird es einer fast buddhistische Geduld bedürfen, wenn man etwa zum wiederholten Male den mit Verve vorgebrachten Vorwurf liest, man solle doch bitte Überweisungen zulassen. Dabei ist die Kontoverbindung an prominenter Stelle auf der Spendenseite zu lesen. Doch letztlich sitzt man an erster Stelle, um vor allem eines zu spüren: die enorme Dankbarkeit und Begeisterung, die unsere Spender gegenüber Wikipedia empfinden.

Hier möchten sich Johanna und Wladi kurz vorstellen:

 

Johanna

Johanna Havemann (Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0)

An der Idee von Wikipedia und deren Schwesterprojekten begeistert mich besonders, dass auch Bewohner der südlichen Welthalbkugel einen direkten Zugang zum gesammelten Wissen der Menschheit haben und entsprechend ihre eigenen Beiträge leisten können. Ausgebildet als Biologin entschied ich mich gegen Ende meiner Promotionszeit, im Bereich Grundlagenforschung gezielt meinen sozial- und umweltpolitischen Ambitionen nachzugehen. Beispielsweise konnte ich umfangreiche Arbeitserfahrungen bei den Vereinten Nationen und einer pan-afrikanischen NGO machen und lebte dafür einige Monate in Kenia und Südafrika. Danach folgten Projektarbeiten u.a. in Ghana, und schließlich eine Ausbildung zum EU-Fundraiser hier in Berlin. Im Hinblick auf die anstehende Herbstkampagne motiviert mich neben der Kommunikation mit den Spendern besonders der innovative, zeitgemäße und spannende Ansatz des Online-Fundraisings.

 

Wladimir

Wladimir Raizberg (Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0)

Alles fing mit einer kleinen Aufgabe als freier Mitarbeiter an. Aus der ersten ergab sich eine zweite, aus der zweiten eine dritte, aus der dritten eine vierte… Bis ich schließlich im Oktober 2012 in den Kreis des Fundraiser-Teams als Werkstudent aufgenommen wurde. Meine Entscheidung und meine Motivation für Wikimedia zu arbeiten, ruhen auf zwei Säulen: Zum einem dem freundlichen Team, welches mich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen hat. Zum anderen der Unterstützung des wunderbaren Projektes Wikipedia, welches ich als Student immer wieder (leider inoffiziell) gerne nutze, um mir einen ersten Überblick über ein für mich neues Thema zu verschaffen. Wie bereits angedeutet studiere ich noch. Um genau zu sein, ist Stadt- und Regionalplanung mein Fach, in dem ich bereits den Master-Abschluss anstrebe. Das Thema Stadt begeistert mich auch außerhalb des Studiums, deswegen setze ich mich in meiner Freizeit fotografisch damit auseinander.

 

Wir heißen Johanna und Wladimir herzlich bei uns Willkommen und freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit. Wenn Ihr noch Fragen habt zu unserem Team oder zu Herbstkampagne, dann schaut doch mal auf unserer Portalseite vorbei!

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Nicole Lieger – Neu bei Wikimedia Deutschland

Nicole Lieger; (Foto: Michael Jahn, CC-BY-SA 3.0)

Ich freue mich, mit 1. Oktober 2012 meinen ersten Arbeitstag im Büro von Wikimedia Deutschland feiern zu können: als Leiterin des Bereichs Freiwilligenförderung.

Einen großen Teil meines bisherigen Lebens habe ich mit Engagement in sozialen Bewegungen und Arbeit in damit assoziierten Organisationen verbracht. Von meiner Sozialisierung bei Amnesty International (in lokalen Gruppen, Vorstand, EU Büro und internationalem Mandatskomitee) über das Management eines Masters in Peace Studies bis zur Leitung eines menschenrechtlichen Forschungsinstituts in Wien habe ich verschiedene Blickwinkel kennengelernt. Mein Schwerpunkt der letzten Jahre lag auf dem Erkunden potenzieller neuer Strategien für politische und soziale Bewegungen, insbesondere solche, die Ziele und Mittel in Einklang zu bringen suchen, die visionsfokussiert sind und die sich darauf konzentrieren, das (zumindest im Kleinen) selbst zu erschaffen, was sie auch in einer zukünftigen Gesellschaft gerne sehen wollen. Wikipedia und die Bewegung für Freies Wissen im allgemeinen sind in diesem Kontext natürlich hochspannend. Auch wenn ich als Autorin bisher nur relativ wenig editiert habe, hoffe ich doch, mit einem transdiziplinären Hintergrund in Geistes- und Sozialwissenschaften und einem gutem Maß persönlicher Leidenschaft einen konstruktiven Beitrag zum Gesamtuniversum von Wikipedia, Wikimedia und der Bewegung für Freies Wissen leisten zu können.

Ich freue mich über Kontakte aus verschiedensten Ecken dieses Universums! Ihr könnt mich unter   nicole.lieger@wikimedia.de oder auf meiner Diskussionsseite erreichen – gerne dort auch einen Gesprächstermin ausmachen!

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Wikimedia-Foren zum Jahresplan

Ein spannendes Jahr in der Entwicklung von Wikimedia Deutschland geht allmählich in die Endrunde, und damit hat auch die heiße Phase der Planung für das kommende Jahr begonnen. Wie schon im letzten Jahr laden wir alle Interessierten herzlich dazu ein, sich in diesen Prozess aktiv einzumischen.

Vor einem Jahr haben wir die Jahresplanung des Vereins zum ersten Mal in einem öffentlichen, partizipativen Prozess gemeinsam mit den Mitgliedern erarbeitet, sowohl online als auch vor Ort in den größten deutschen Städten. Das Ergebnis war der Wirtschaftsplan 2012, der im November 2011 durch die Mitgliederversammlung beschlossen wurde und derzeit umgesetzt wird.

Die Erfahrungen aus diesem spannenden und herausfordernden Prozess spielen eine wesentliche Rolle bei der nun laufenden Jahresplanung für 2013. Zu den Dingen, die sich besonders bewährt haben und die wir fortführen wollten gehört die öffentliche Vorstellung und Diskussion des Entwurfs der Jahresplanung. In fünf deutschen Ballungsgebieten laden wir vom 23. bis zum 28. September 2012 zum “Wikimedia-Forum” ein, um gemeinsam den Entwurf des Jahresplan 2013 bereits im Vorfeld zur Mitgliederversammlung im November 2012 zu diskutieren, sowie Anregungen, Änderungsvorschläge und Ideen zu sammeln, die in die Erarbeitung des endgültigen Entwurfs eingehen werden.

Um sich vorab informieren zu können, wird der Entwurf des Jahresplans 2013 vor der Veranstaltung online veröffentlicht. Die Details hierzu folgen in wenigen Tagen.

Update: Der Plan ist online!

Mitdiskutieren erwünscht!

An fünf Orten über ganz Deutschland verteilt werden jeweils der Vorstand Pavel Richter, Vertreter des Präsidiums und Mitarbeiter der Berliner Geschäftsstelle anwesend sein.

In Hamburg findet das Wikimedia-Forum am Sonntag, den 23. September statt.
Ort: Intercity-Hotel, Paul-Nevermann-Platz 17, 22765 Hamburg, Nähe Bahnhof Altona
Zeit: 17:00-19:00 Uhr

In Frankfurt/Main findet das Wikimedia-Forum am Montag, den 24. September statt .
Ort: COSMOPOLITAN im Hauptbahnhof,
Zeit: 19:30-21:30 Uhr

In Köln findet das Wikimedia-Forum am Dienstag den 25. September statt.
Ort: Seminarraum der Jugendherberge Deutz, Siegesstr. 5, 50679 Köln, Gegenüber Bahnhof Köln Deutz/Messe,
Zeit: 19:00 – 21:00 Uhr.

In München findet das Wikimedia-Forum am Mittwoch den 26. September statt.
Ort: NH-Hotel Deutsche Kaiser, Arnulfstrasse 2. D-80335 München
Zeit: 18:00-20:00 Uhr

In Berlin fndet das Wikimedia-Forum am Donnerstag den 27. September statt.
Ort: Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland, Obentrautstr. 72, 10963 Berlin statt.
Zeit: 19:00-21:00 Uhr.

Bei Teilnahme würden wir uns über eine Mitteilung an community@wikimedia.de sehr freuen, damit wir den Bedarf an Plätzen und Bewirtung abschätzen können!

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Nachlese: Workshop mit Sarah Stierch in Berlin

Letzten Mittwoch fand in der Geschäftsstelle der Wikimedia Deutschland ein Workshop zum Thema „Gender Gap“ statt. Für mich persönlich war der Termin schwierig:  ein abendliches vierstündiges Seminar auf Englisch, mitten in der Woche, im 500 km entfernten Berlin zum äußerst komplexen und umstrittenen Thema des Gender Gaps in der Wikipedia. Meine Erwartungen hatte ich daher nicht besonders hoch gehängt. Doch ich sollte eines Besseren belehrt werden.

Die TeilnehmerInnen des Workshops setzten sich aus interessierten Community-Mitgliedern, MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle, Präsidiumsmitgliederinnen und Sarah Stierch,Community Fellow der Wikimedia Foundation , zusammen. Alles in allem ca. fünfzehn Leute, die zugegebenermaßen mit fortschreitendem Abend weniger wurden, was aber der produktiven Stimmung des Workshops keinen Abbruch tat. Darüber hinaus unterstützte uns eine überaus kompetente Moderatorin, Anna Weber, die uns immer wieder „einfing“ und zum Thema zurückbrachte, nämlich der Frage, wie man mehr Wikipedia-Autorinnen gewinnen und halten kann.

Workshop in Berlin / Christoph Jackel cc-by-sa 3.0

Dazu wurden in einem Brainstorming zunächst mögliche Gründe für das Fernbleiben von Autorinnen gesammelt. Wie so häufig sind die an dieser Stelle genannten Probleme eine Mischung aus sozialen, kulturellen und technischen Hindernissen, die unterschiedliche Lösungsansätze erfordern. Manche Punkte ließen uns aufgrund ihrer Komplexität auch ein wenig hilflos zurück. Oder weiß jemand, wie man das Selbstwertgefühl von Frauen, das aufgrund ihrer Erziehung und Umgebung in bestimmten Bereichen über Jahre gering gehalten wurde, über Nacht steigern kann???

Sarah zeigte uns dann ihr eigenes, konkret „machbares“ Projekt: das Teahouse – eine Art Mentorenprogramm innerhalb der englischen Wikipedia, wo neue AutorInnen willkommen geheißen und mit ihren typischen Anfängerproblemen nicht alleine gelassen werden.

Danach ging es ans „Eingemachte“: wir sammelten alle möglichen Ideen zur Lösung des Gender Gaps und das waren eine ganze Menge! Anna dampfte diese kontinuierlich auf die Punkte zusammen, die uns am wichtigsten erschienen und eine Art Konsens darstellten. Am Ende blieben folgende Ideen auf der Stellwand stehen:

  • Direkte Ansprache:  Da sich viele Frauen scheuen, von sich aus die Initiative zu ergreifen und in der Wikipedia zu schreiben, sollte versucht werden Frauen direkt einzuladen. Und zwar speziell zu Themen, auf die sich diese spezialisiert haben und die in der Wikipedia fehlen. Das würde sowohl ein profundes Wissen bezüglich der Defizite in der Wikipedia als auch bezüglich der Arbeitsbereiche der jeweiligen Frauen erfordern, könnte aber extrem effektiv sein. Zudem sollten den Frauen verschiedene Wege von Engagement innerhalb der Wikipedia aufgezeigt werden.
  • Attraktivität und Nutzerfreundlichkeit der Software: Warum sind Frauen in Facebook aktiv, jedoch nicht im selben Maße in der Wikipedia? Das etwas altmodische Design und fehlende kommunikative Funktionen, die mittlerweile zu jeder modernen Webanwendung  gehören, lassen den Schluss zu, dass für viele die Wikipedia einfach nicht „sexy“  genug ist. Dies zu ändern wurde jedoch von fast allen als Mammutaufgabe identifiziert, die nicht auf die Schnelle gelöst werden kann.
  • Mehr Wertschätzung: Nicht nur weiblichen Autoren fehlt manchmal die positive Rückmeldung zu ihrem Engagement in der Wikipedia. Diese könnte z. B. durch die Vergabe von Preisen (weibliches Äquivalent zum Zedler-Preis), durch  Gamification-Elemente, individuelle „Editkonten“ oder ein simples „Danke sagen“ verkörpert werden.
  • Soziale Treffpunkte organisieren: Wer steckt hinter der Wikipedia? Es gibt keine bessere Möglichkeit, MitstreiterInnen zu finden und das Gefühl von Gemeinschaft zu erleben als auf „Real Life“-Treffen, Partys und anderen Orten des persönlicher Austauschs.
  • Steigerung der Sichtbarkeit/Verbreitung des Themas: Man kann nicht wirklich behaupten, dass das Thema des Gender Gaps momentan totgeschwiegen wird. Doch hat man ständig das Gefühl, dass sich die laufenden Diskussionen im Kreis drehen. Es fehlen hilfreiche Fakten zum Thema und auch qualitative Studien, warum Frauen schreiben, was ihre männlichen Co-Autoren dazu sagen, sind rar. Ziel ist es daher, einen nachhaltigen Erkenntnisprozess mit „Fortschittsbalken“ anzustoßen.
  • Interne Argumentation stärken:  Häufig gibt es die berechtigte interne Diskussion, warum es eigentlich angebracht ist, Ressourcen in die Steigerung des Frauenanteils zu stecken. Die verschiedenen Standpunkte sollten daher auf einer rationalen Basis einander nähergebracht und Verständnis für dieses Projekt generiert werden.
  • Entwicklung von Transwiki-Beziehungen: Da Frauen gerne im Team arbeiten, sollten interkulturelle Wikipedia-Freundschaften gefördert werden, in denen Erfahrungen, Tipps und Tricks ausgetauscht werden und an den jeweiligen Übersetzungen gearbeitet werden können.

Als wir am Ende vor den Ergebnissen unserer Arbeit standen, war das geplante Ende des Workshops schon weit überschritten, so dass wir leider keine Zeit mehr hatten, konkrete Projektpläne zu machen. Doch das werden wir als nächstes in Angriff nehmen. :-)

Fazit: Es waren die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Die Atmosphäre war unglaublich konstruktiv und trotz der relativ kurzen Zeit, die uns gegeben war, sind wir ein ganzes Stück weitergekommen. Ich hoffe, dass wir dieses Niveau auch in Zukunft halten können.

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Einladung zum Dialog mit Sarah Stierch

Sarah Stierch (Matthew Roth / CC-BY-SA 2.5)

Anlässlich der Wikipedia Academy hält Sarah Stierch am Sonntag, den 01. Juli, die Keynote zu „The Visual Experience Gender and Ways of Seeing Wikimedia“.
Sarah ist Community Fellow der Wikimedia Foundation und beschäftigt sich insbesondere mit dem Gender Gap. Sehr gerne wollen wir einen Austausch der Community mit Sarah ermöglichen, uns über den Gender Gap unterhalten und Ideen sowie Maßnahmen entwickeln wie wir diesem begegnen können und laden Dich daher am 04. Juli 2012, 18 Uhr (Du kannst auch gerne später hinzustoßen) in die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland in die Obentrautstr. 72, 10963 Berlin, ein. Die Veranstaltung wird in Englisch stattfinden. Bitte schreibe eine kurze E-Mail an Julia, wenn Du kommst.

Wir freuen uns über Deine Teilnahme!

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Monatsbericht Februar 2012

POLITIK UND GESELLSCHAFT

ACTA und die Folgen

Die bundesweiten Demonstrationen am 11. Februar haben das internationale Anti-Piraterieabkommen ACTA endgültig ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Es zeigte sich, dass insbesondere die Geheimverhandlungen und die konsequente Ausklammerung einer Verbraucherschutzperspektive viele Menschen vor den Kopf stoßen. Wie bereits im Blog berichtet, beteiligten auch wir uns mit einem Redebeitrag an der zentralen Kundgebung in Berlin. In einem weiteren Statement für die Online-Präsenz der Tagesschau kritisierten wir an ACTA vor allem den damit verbundenen Chilling Effect: “Wir sorgen uns um die sozialen und kulturellen Folgen von Eingriffen auf dem kurzen Dienstweg. Denn Gesetze haben Strahlkraft, sie beeinflussen das Handeln von Nutzern nicht erst dann, wenn im eigenen Briefkasten die erste Abmahnung liegt.”

Angesichts der breiten öffentlichen Diskussion hat die EU-Kommission den Vertragstext dem Europäische Gerichtshof (EuGH) zur Begutachtung vorgelegt. Da dieses Verfahren – das erste seiner Art nach dem Lissabon-Vertrag – möglicherweise dauern kann, ist der ursprünglich avisierte Fahrplan für die Ratifizierung damit hinfällig. Eine interessante Pointe könnte nach Ansicht von Beobachtern darin liegen, dass ein Begriff wie “Freiheit des Internets” durch den EuGH erstmals in seinem Gehalt und seiner Reichweite definiert werden müsste, um überhaupt einen Maßstab für die mögliche Einschränkung von Grundrechten durch ACTA abgeben zu können.

Gebührengelder und Nutzungsfreiheiten

Der Gesprächskreis zu urheberrechtlichen Themen im Rahmen des Berliner Co:llaboratory stellte seine Sitzung am 21. Februar ganz unter das Thema “Die Unternutzung öffentlich finanzierter Werke”. Diese wird vor allem deshalb als Problem empfunden, weil sie den selbstgewählten Anspruch, im 21. Jahrhundert endlich “Wissensgesellschaft” bzw. “Bildungsrepublik” zu sein, systematisch untergräbt. Wie Jan Engelmann in einem kurzen Inputreferat ausführte, hat sie häufig etwas mit Nichtwissen (über das Vorhandensein, den urheberrechtlichen Status von Werken), Nichtkönnen (mangelnde Ressourcen zur Erfassung und ggfs. Freigabe) oder auch Nichtwollen (aus Trägheit oder institutionellem Egoismus) zu tun.

There is something in the air: DLR gibt Bilder unter Creative Commons-Lizenz heraus

Nicht immer sind Inhaltebefreiungsmaßnahmen so atemberaubend schnell wie bei den israelischen Streitkräften im letzten Jahr. Ende Feburar hat die Kommunikationsabteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt bekanntgegeben, dass sie nach Rücksprache mit dem Justiziariat wo immer möglich Creative-Commons-Lizenzen (solche, die für die Nutzung in Wikipedia geeignet sind) verwenden werden. Dies ist vor allem immer dann möglich, wenn das DLR alleinige Nutzungsrechte an Bildmaterial hält. Zwischen der ersten Anfrage von Wikimedia Deutschland und dieser Bekanntgabe liegen fast 2 ½ Jahre. Blogbeitrag und Pressemitteilung dazu von uns hier.

PR-/ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die redaktionellen Inhalte wurde festgelegt und die Artikel liegen bereits größtenteils vor. Die neue Projektseite  in der Wikipedia hat zwar noch nicht die erhoffte Aufmerksamkeit, dennoch haben sich einige Autoren gemeldet und Ideen für Beiträge eingestellt.  Erscheinungstermin ist Mitte / Ende März.

Tätigkeitsbericht 2011

Im April wird unser Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011 veröffentlicht. In den letzten Wochen wurde die 40-seitige Broschüre konzipiert, redaktionell mit Texten und Daten vorbereitet und abgestimmt. Wie die Tätigkeitsberichte der letzten Jahre wird auch der aktuelle Bericht als Druckausgabe und online zur Verfügung stehen. Eine englische Zusammenfassung ist ebenfalls geplant. Eine Übersicht der Berichte 2004-2010 gibt es auf der WMDE-Webseite.

Wikipedia-Buch

Am 16. März, 18.00 Uhr, wird eine Lesung aus dem Buch “Alles über Wikipedia” im Rahmen der Leipziger Buchmesse in der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) stattfinden. Zugesagt haben die Autoren Schlesinger, MarcusCyron, WiseWoman, Daniel Mietchen und Poetrist Kheshrau. Anfragen bezüglich weiterer Lesungen, Buchexemplare etc. bitte per E-Mail an Catrin Schoneville.

BILDUNG UND WISSEN

Der Monat Februar war im Bereich Bildung und Wissen sehr ereignisreich: nicht nur personell (durch den Teamzuwachs) sondern auch inhaltlich.

Hochschulprogramm

Das Hochschulprogramm geht im Sommersemester mit sechs Veranstaltungen an fünf Hochschulen (München, Marburg, Stuttgart, Potsdam, Halle-Wittenberg) an den Start. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf Geschichtswissenschaft, von der Archäologie bis hin zur Sportgeschichte. In der kommenden Zeit werden die universitären Lehrkräfte von den Referenten, erfahrenen Wikipedia-Autoren, soweit geschult, dass sie ihre Studenten in der Artikelarbeit unterweisen können.

Schulprojekt

Wikipedia macht Schule” konnte den Fokus auf Lehrerschulungen in diesem Monat mit 5 Lehrerschulungen fortführen. Neben den Workshops wird nun damit begonnen, Pilotprojekte zu konzipieren, die Aufschluss über die Umsetzbarkeit der inhaltlichen Arbeit im Unterricht für Lehrer geben sollen.

Silberwissen

Im Programm Silberwissen wurden Einführungsvorträge in der Anna-Seghers-Bibliothek in Berlin und am Sitz der Gesellschaft für Erdkunde ebenfalls in Berlin gehalten. Während beider Veranstaltungen gab es lebhafte Diskussionen. Am 26. Februar beteiligte sich Elvira Schmidt gemeinsam mit den Chronisten aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark an der Geschichtsbörse in Potsdam. Während des landesweiten Treffens von Geschichts- und Heimatvereinen konnten Interessenten für die nächsten Workshops in Berlin und im Land Brandenburg gewonnen werden. Anfragen zu Vorträgen und Workshops über  die Mitarbeit bei Wikipedia kamen von Seniorenuniversitäten bzw. anderen Seniorenbildungsträgern. Insbesondere aus dem Raum Stuttgart gab es mehrfache Nachfragen. Hier sind die ersten Termine vereinbart. Festlegungen der ersten Termine gibt es auch mit der Initiative „Erfahrung-Teilen“ in Hannover. Erarbeitet und abgeschickt wurden außerdem die Berichte zum Stand des EU-Projekts TAO.

Wir freuen uns darüber, bei dem Referententreffen der Bildungsprogramme vom 2.-4.März drei neue Bewerber für das Referentennetzwerk begrüßen zu dürfen. Bei diesem Treffen werden wir erstmals programmübergreifend zusammenarbeiten, Synergien ermöglichen. Damit spiegelt sich auch hier die inhaltliche Weiterentwicklung des Bereiches wider.

COMMUNITY-BEZIEHUNGEN / FREIWILLIGENFÖRDERUNG

Die AdminCon 2012

“Admin werden ist nicht schwer, Admin sein dagegen sehr” – dieser Vortrag von Alice Wigand bei der WikiCon 2011 in Nürnberg ist nicht ohne Folgen geblieben. Aus ihm entstand die Idee eines Treffens der Wikipedia-Administratoren, organisiert durch die Community und unterstützt von Wikimedia Deutschland und Österreich in Form der “AdminCon”. Am 1-3. Juni 2012 findet in der Tagungsstätte Kloster St. Gertrudis in Hadersleben im Harz ein Wochenendworkshop statt, der sich mit Rolle, Selbstverständnis und Aufgaben von Administratoren in der deutschsprachigen Wikipedia auseinandersetzt. Eingeladen sind Admins wie Nicht-Admins, die am Thema interessiert sind. Alle Details zu Planung, Programm und Anmeldung finden sich auf den Projektseiten in der Wikipedia.

Zedler-Preis 2012

Die Jury für den Zedler-Preis steht nun fest. Nach der Wahl der Jurymitglieder aus Wikipedianern haben wir im Februar viele externe Fachleute angesprochen und für die Jury gewinnen können. Eine ausführliche Vorstellung der Jurorinnen und Juroren findet sich im Blog. Nun hat die Jury bis Mitte April Zeit, die Vorschläge zu sichten und dann Nominierte und Gewinner zu bestimmen. Ansprechpartnerin rund um den Zedler-Preis ist Nicole Ebber.

Wiki Loves Monuments 2012

Die Vorbereitungen zu Wiki Loves Monuments 2012 laufen auf Hochtouren, in Deutschland wie auch weltweit. Für den deutschen Teil des Bilderwettbewerbs hat [[Benutzer:Brücke-Osteuropa]] ein Kick-off-Seminar organisiert, das unterstützt von Wikimedia Deutschland am 30.-31. März in Dresden stattfinden wird. Wikimedia hat ein Zimmerkontingent für auswärtige Teilnehmer reserviert. Reisekosten werden auf dem üblichen Weg erstattet. Ansprechpartner ist Johannes Rohr.

WikiWomenCamp 2012

Wikimedia Deutschland plant die Vergabe von Stipendien für das WikiWomenCamp in Buenos Aires, Argentinien (23. – 25. Mai). Das Camp möchte Frauen der internationalen Wikimedia-Bewegung ein internationales Forum bieten, um Themen rund um die Gender Gap-Diskussion. Der Februar war geprägt durch den Austausch mit den Organisatorinnen zu Themen wie Kostenschätzung, Logistik und Auswahlprozedere. Mehr Infos zu dem Verfahren der Stipendienvergabe werden in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Bei Fragen, Anregungen und Ideen wendet euch bitte an Julia Kloppenburg.

Community-Projektbudget 2. Runde

Die Ergebnisse der zweiten Förderrunde des Community-Projektbudgets wurden im Februar veröffentlicht. Aus 62 Ideen wurden 30 eingereichte Anträge. Aus diesen wurden vom Community-Projektbudget-Ausschuss nach eingehender Prüfung und Beratung sechs Projekte mit einem Gesamtbudget von 123.420 Euro zur Förderung ausgewählt. Sebastian Sooth aus der Geschäftsstelle unterstützt die Arbeit des Ausschusses und hat alle Antragsteller informiert.

Toolserver

Im Amsterdamer Rechenzentrum des Toolservers haben die Toolserver-Admins Daniel Baur und Marlen Caemmerer im Februar weitere notwendige Wartungsarbeiten direkt vor Ort durchgeführt und die restliche Hardware zur Speicherplatzerweiterung eingebaut. Unterstützt bei der Organisation der Arbeiten wird das Toolserver-Team von Sebastian Sooth.

Community Space

Die Verhandlungen mit Vermietern und möglichen Partnern für die Räumlichkeiten des CommunitySpace und der WMDE-Geschäftsstelle in Berlin gingen auch im Februar weiter. Sebastian Sooth freut sich über Interessenten, die Lust haben, diese Räumlichkeiten mitzugestalten und zu unterstützen – ob in Berlin oder in anderen Orten.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

RENDER

Im Forschungsprojekt RENDER arbeiteten wir im Februar an der Fertigstellung eines Toolkits, das verschiedene Wikipedia-Analysewerkzeuge in gebündelter Weise darstellt. Diese Werkzeuge werden im Rahmen des Projekts von uns bzw. unseren Projektpartnern erstellt. Mit diesem zentralen Zugriffsort wollen wir interessierte Nutzer einladen die aktuellen und zukünftigen Werkzeuge auszuprobieren, zu testen und zu kommentieren. Die Veröffentlichung auf dem Toolserver wird in den nächsten Tagen erfolgen.
Außerdem arbeiteten wir, gemeinsam mit Projekt-Kollegen vom Karlsruher Institute für Technologie (KIT) und dem Inštitut Jožef Stefan (JSI),  an einer Einreichung für die WebScience 2012. In dieser stellen wir das Toolkit und seine Funktionalitäten näher vor.

Weitere Fragen und Anregungen gerne an Angelika Adam oder an render@wikimedia.de.

Wikipedia Academy 2012

Mitte Februar fand der zweite Vorbereitungsworkshop für die Wikipedia Academy statt. Das Organisationskomitee hat dabei – gemeinsam mit Nicole, Angelika und Denis – erste Ideen für Programmpunkte und Formate gesammelt, potenzielle Referenten identifiziert und weitere logistische und inhaltliche Rahmenbedingungen besprochen. Das akademische Programmkomitee ist nun ebenfalls vollständig: Wir konnten 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den Reviewprozess der eingereichten Vorträge gewinnen. Der ‘Call for Papers’ läuft noch bis Ende März und wir freuen uns auf rege Beteiligung! Zur Zeit überarbeiten wir die Webseite und lassen ein Logo entwerfen. Alle Fragen und Anregungen gerne an Nicole Ebber oder academy@wikimedia.de.

VEREINSENTWICKLUNG

Wikimedia Conference 2012

Nicole Ebber war im Februar hauptsächlich mit der Vorbereitung der Wikimedia Conference beschäftigt. Zur Unterstützung bei allen logistischen Aufgaben konnten wir Danny B. (Benutzername) von Wikimedia Tschechien gewinnen. Harel Cain (Wikimedia Israel) kümmert sich derweil darum, dass alle eingeladenen Chapter je zwei Repräsentanten nach Berlin senden und stellt das Programm zusammen. Neben Flugbuchungen, Zimmerreservierungen, Catering und Technikanfragen gilt es vor allem auch, die vielen Anfragen und Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu beantworten. Alle Fragen und Ideen zur Wikimedia Conference nimmt Nicole unter conference@wikimedia.de entgegen.

Mitgliedschaft

Im Laufe des Februars hat Wikimedia 56 neue Mitglieder aufgenommen, davon 30 aktive und 26 Fördermitglieder. Damit hat Wikimedia Deutschland 1328 Mitglieder, davon 371 Förder- und und 957 aktive Mitglieder. Fünf Mitglieder haben im Februar ihren Austritt erklärt. In der Nachfolge des Fundraisers 2012 ist bei Wikimedia zudem eine große Zahl an Aufnahmeanträgen eingegangen, die derzeit abgearbeitet werden. Die Umstellung der Mitgliederverwaltung auf ein neues, effizienteres System ist derzeit in Vorbereitung.

FUNDRAISING

Die Herbstkampagne liegt zwar schon eine gefühlte Ewigkeit zurück, für das Fundraising ist sie jedoch noch sehr präsent. Denn im Februar bereiteten wir wie immer den Versand der Zuwendungsbescheinigungen vor. Nicht nur während der Kampagne gab es Rekorde zu vermelden: Wir gehen von rund 70.000 Empfängern aus, mehr als doppelt so viele wie im letzten Jahr! Erst wenn der Versand Anfang März abgeschlossen ist, ist auch für uns die Kampagne 2011/12 vorbei. Dazu haben wir in den letzten Wochen sämtliche Daten aufbereitet und Testgruppen konzipiert. Wie letztes Jahr wollen mit den Spenden-Quittungen viele neue Mitglieder gewinnen.

Desweiteren hält uns die internationale Diskussion rund um das  Fundraising auf Trab. Nach der Erarbeitung unseres Positionspapiers “Wikimedia’s culture of sharing” Ende Januar haben wir für das Finance Meeting in Paris Mitte Februar Argumente und Fakten zusammengetragen, um unsere Position auf diesem so wichtigen Treffen zu verdeutlichen. Wir sind weiterhin der festen Überzeugung, dass lokales Fundraising effektiver und den Bedürfnissen der Spender am ehesten entsprechen kann.

Da die beiden Aufgabenbereiche sehr zeitintensiv waren, verzögert sich leider der umfassende Abschlussreport der Kampagne. Dieser wird in Kürze nachgereicht. Als Vorgeschmack können wir an dieser Stelle den Report von Wikimedia Frankreich empfehlen.

 

GESCHÄFTSSTELLENARBEIT

Interessante Termine im März

* 16. März, Leipzig: ‘Leipzig liest‘, Autoren lesen aus dem Buch ‘Alles über Wikipedia’

* 16.-18. März, Nürnberg: 10. Fotoworkshop

* 30.-31. März, Dresden: Kick-off-Meeting Wiki Loves Monuments Deutschland 2012

* 29.03.-01.04., Berlin: Wikimedia Conference

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Projekte und Aktivitäten von Wikimedia Deutschland im Dezember/Januar

POLITIK UND GESELLSCHAFT

SOPA, der Blackout und die Folgen

Die u.a. durch den Wikipedia-Blackout gestoppten Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA erhitzten im Januar die Gemüter: Eine Woche nach dem Blackout fühlten sich Dr. Günter Krings, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und Ansgar Heveling, der Unions-Berichterstatter für das Urheberrecht im Rechtsausschuss und im Ausschuss für Kultur und Medien, dazu bemüßigt, den Angriff auf die Freiheit des Internets zu loben. Bei der Begründung bezogen sie sich allerdings vor allem auf die spektakuläre Festnahme von Kim Schmitz: “Der Fall Megaupload macht deutlich, dass wir einen klaren Rechtsrahmen im Internet brauchen, so wie es in der realen Welt selbstverständlich ist.”

Mit dieser Variation der oft gehörten Behauptung, das Internet sei ein rechtsfreier Raum, ließen es die beiden Unionspolitiker allerdings nicht bewenden. Im selben Atemzug rückten sie Wikipedia in die Nähe von Filehostern und “geldgierigen Internetkriminellen”. Offenkundig war ihnen entgangen, dass die Wikimedia Foundation im Vorfeld des Protests differenzierte Argumente zu möglichen Kollateralschäden der amerikanischen Gesetztesinitiativen für die Freiheit des Internets vorgebracht hatte. Als unmittelbare Reaktion hat Wikimedia Deutschland gegenüber den beiden Autoren in einem Schreiben deutlich gemacht, dass Wikipedia als ein Bildungsprojekt verstanden werden muss, das sich bis auf den letzten Punkt an geltendes Urheberrecht hält und gewissenhaft Rechteklärung betreibt, um seinen Nachnutzern genau die Freiheiten auch tatsächlich einzuräumen, die im Lizenzmodell der Texte und Bilder von Wikipedia formuliert sind.

Im Hinblick auf die künftigen Auseinandersetzungen über Internet Governance hat Yochai Benkler, Keynote-Speaker auf der letzten Wikimania in Haifa, in einer brillanten Analyse die herausgehobene Rolle der freien Online-Enzyklopädie betont: “Wikipedia represents a moral force that no commercial site can ever hope to replicate.”

ACTA: Auswirkungen auf Wikipedia bislang kaum abschätzbar

Bereits seit 2008 wird das Handelsabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting and Trade Agreement) verhandelt, das u.a. zum Ziel hat, internationale Standards gegen Verletzungen von Marken- und Urheberrechten zu harmonisieren. Die Verhandlungen von 39 Staaten waren bis zur finalen Fassung des Dokuments so geheim, dass es dazu so gut wie keine öffentliche Kommentierung gab. Bislang gibt es noch keine offizielle Folgenabschätzung für die Erstellung und Verbreitung Freien Wissens seitens der Wikimedia Foundation, aber ein Beitrag auf Meta dürfte als eine Vorstufe dazu gelten. Näheres zum Hintergrund von ACTA und der Formierung des Protests schrieb Jan Engelmann bereits gestern im Blog.

Juristische Beratung in neuer Aufstellung

Ähnlich wie die Wikimedia Foundation erhält auch der deutsche Förderverein regelmäßig Anwaltspost, mit der zumeist äußerungsrechtliche oder persönlichkeitsrechtliche Bedenken zu bestimmten Inhalten der Wikipedia vorgebracht werden. Dort, wo das OTRS-Team nicht mehr mit Erläuterungen zu den internen Regularien und Prozeduren weiterhelfen kann, kommt unsere langjährige Anwaltskanzlei JBB ins Spiel. Mit Ansgar Koreng, u.a. Autor der Studie “Zensur im Internet. Der verfassungsrechtliche Schutz der digitalen Massenkommunikation” und Betreiber eines Jura-Blogs, verfügen wir nun über einen neuen Kollegen, der im Zusammenspiel mit Jan Engelmann versucht, Fallbearbeitungen möglichst effizient zu managen, vor allem für betroffene Autoren, die z.B. direkt abgemahnt werden. Die Mailadresse legal@wikimedia.de ist eigens dafür eingerichtet worden, Anfragen aus dem OTRS-Team oder der Autoren-Community aufzunehmen.

Wikipedian in Residence vor Ausschreibung

Ein lange geplantes Vorhaben kommt wohl endlich zu seiner Umsetzung: die temporäre Anstellung eines Wikipedianers in einem Museum, um dort als Berater, Facilitator und als personelle Schnittstelle zwischen der kuratorischen Pflege der Inhalte sowie ihrer Anreicherung und Nachnutzung im internationalen Kontext der Wikimedia-Projekte zu agieren. Gegenwärtig verhandeln wir mit vier Berliner Institutionen um eine möglichst zeitnahe Ausschreibung. Näheres dazu demnächst im Blog.

PUBLIC RELATIONS & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die vierte und letzte Ausgabe 2011 unserer kostenlosen Vereinszeitung erschien bereits im November, zur Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Die erste Ausgabe 2012 erscheint im März. Im Januar erfolgten die ersten redaktionellen Vorbereitungen. Nach nunmehr 11 Ausgaben und drei Jahren Wikimedium haben wir uns die Zeit genommen, einmal Bilanz zu ziehen. Einerseits liegen wir bei einer Auflage von 5000 und mittlerweile knapp 3.000 abonnierten Exemplaren der Zeitung und können uns freuen, regelmäßig Beiträge von Freiwilligen veröffentlichen zu können. Tatsächlich liegt das Verhältnis von ehrenamtlichen Autoren aus den Wikimedia-Projekten und Mitarbeitern der WMDE-Geschäftsstelle jetzt in etwa bei 50:50. Andererseits wollen wir die Auflage auf 10.000 steigern, die Zeitung noch besser machen und es vor allem noch leichter machen, sich zu beteiligen. Darum soll die Wikimedium einige Layoutänderungen und eine klarere Struktur bekommen. Außerdem gibt es ab sofort einen Anlaufpunkt für Interessierte und alle, die gerne etwas in der Wikimedium veröffentlichen wollen, direkt in der Wikipedia. Wir freuen uns über Gastautoren!

Natürlich sind Catrin und Michael für Anfragen, Themenvorschläge und Texte nach wie vor auch über redaktion@wikimedia.de erreichbar!

Pressemitteilungen

Über den Zeitraum des Jahreswechsel veröffentlichten wir vier Pressemitteilungen. Den Beginn im Dezember machte eine Mitteilung über die Gewinner der zweiten Runde unseres Ideenwettbewerbs WissensWert. Teil der presseseitigen Begleitung der Fundraisingkampagne war im Anschluss eine Meldung zum Zwischenstand der Spenden kurz vor Weihnachten. Nachdem die Wikimedia Foundation ihre Kampagne zum 1. Januar 2012 für beendet erklärte, erfolgte vier Tage später mit Dankesbannern in der deutschsprachigen Wikipedia und einer eigenen Pressemitteilung der Abschluss durch Wikimedia Deutschland.  Der Effekt der beiden zeitversetzten Impulse an die Medien war eine verlängerte Berichterstattung. Während zu Beginn der ersten Kalenderwoche über Agenturmeldungen und Online-/Printzeitungen das internationale Kampagnenende im Fokus stand, rief die WMDE-Meldung über das erreichte Spendenziel in Deutschland mit über 160.000 Spenden eine zweite Welle zum Ende der Woche hervor. Eine Auswahl der Berichte findet sich im Pressespiegel von Wikimedia Deutschland.

Die Wikimedia Foundation begleitete die 24-stündige Sperre der englischsprachigen Wikipedia am 18. Januar mit technischer Unterstützung und Pressekoordinierung. Nachdem kurz vor Beginn der geplanten Sperrung auch die Art der Maßnahmen in anderen Wikipedia-Communitys festgelegt wurde, veröffentlichte Wikimedia Deutschland eine Pressemitteilung zum Hintergrund des Protests gegen SOPA/PIPA. Am Vortag des 18. Januar und in den folgenden Tagen stand das Bürotelefon dank Nachfragen der Presse praktisch nicht still.

Alle unsere Pressemitteilungen sind zu finden unter: http://wikimedia.de/wiki/Pressemitteilungen

Pressegespräche / Presseanfragen

Zahlreiche Presseanfragen wurden im Dezember und Januar bearbeitet. Neben den bereits erwähnten Themen Herbstkampagne 2011 und Presseinformation rund um SOPA gab es unter anderem auch größere Nachfragen zur Testversion des Visuellen Editors, der von der Wikimedia Foundation veröffentlicht worden ist. Eine Auswahl der resultierenden Berichtserstattung haben wir ebenfalls in unserem Pressespiegel zusammengetragen.

Informationsmaterial

Insbesondere durch die Aktivitäten des Referentennetzwerks (Schulen, Senioren) werden Informationsbroschüren wie das Wikipedia-Einmaleins oder Infoflyer zum Projekt Silberwissen verstärkt nachgefragt. Im Januar hat es darum eine Aufstockung unseres Materials gegeben. Die Ansprache möglicher Interessierter über unseren Kooperationspartner Deutsche Seniorenliga e.V. hat in den letzten Wochen zur Workshopnachfrage durch mehr als ein Dutzend Volkshochschulen geführt. Noch im Dezember produzierten wir darüber hinaus eine Weihnachtskarte, die an die Vereinsmitglieder verschickt wurde.
Im Januar begannen Vorarbeiten für die Herstellung des Tätigkeitsberichts von Wikimedia Deutschland für das Jahr 2011. Dabei ging es zunächst um das Konzept und die Darstellung. Wir bedanken uns für die zahlreichen Anregungen! Die Tätigkeitsberichte der letzten Jahre sind gesammelt auf unserer Webseite zu finden.

Wikipedia-Buch

Am 15. Dezember fand eine weitere Lesung von “Alles über Wikipedia” statt, dieses Mal in Dortmund. An dieser Stelle möchten wir herzlich Britta Parbel danken, die mit viel Engagement vor Ort die Lesung vorbereitet und begleitet hat. In Planung ist eine weitere Lesung in Leipzig (“Leipzig liest”) in Kooperation mit der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde. Die Veranstaltung ist geplant für den 16.03.2012, Beginn:18.00 Uhr, Ort: Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB), Gustav-Adolf-Straße 7 in Leipzig. Weitere Informationen dazu folgen.

Initiative “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden”

Inzwischen wurden über 67.900 bestätigte Mitzeichnungen auf der Petitionsseite abgegeben. 2012 ist das Jubiläumsjahr “40 Jahre Weltkulturerbekonvention”. Wir planen, eine Übergabe der Unterschriften an die UNESCO dazu passend zu gestalten, Sebastian Sooth ist der Ansprechpartner dafür.

BILDUNGSPROJEKTE

Wikipedia macht Schule

Im Programm Wikipedia macht Schule gab es im Dezember noch vier Workshops an Schulen. Diese informierten über den Umgang mit Wikipedia. Die Bilanz für das Jahr zeigte, dass die Nachfrage für Lehrerschulungen deutlich gestiegen ist und Wikipedia in diesem Kontext immer stärker im Bereich der Onlinerecherche wahrgenommen wird. Daher sind wir nun ins Jahr 2012 mit einem Fokus auf Lehrerschulungen gestartet. Seit Anfang des Jahres gingen bei uns bereits über 15 Anfragen ein und vier Workshops wurden bereits realisiert. Das  Programm spricht sich herum! Im Januar haben bereits die Planungen des nächsten Referentenworkshops Anfang März begonnen. Wir suchen für 2012 weiterhin Referenten, besonders aus der Mitte Deutschlands! Hier gehts zur Ausschreibung.

Hochschulprogramm

Im Sommersemester 2012 wird Wikimedia Deutschland das “Hochschulprogramm” starten, in dem es darum geht, mit Studenten verschiedener Hochschulen im Rahmen von Seminaren Artikel für Wikipedia zu erstellen. Anfang Dezember trafen sich dazu Elly und Denis mit Vertretern von vier Unis, um über eine mögliche Teilnahme am Hochschulprogramm im Sommersemester zu sprechen. Kurz darauf fand die Schulung der Referenten für das Hochschulprogramm statt. Dazu trafen sich am 17.-18.12.2012 zehn Referenten zu einem Orientierungsworkshop in Köln. Hierbei wurde ein exemplarischer Fahrplan für das Semester erarbeitet und gemeinsam eine Struktur zur Begleitung der Vertreter der Hochschulen erarbeitet. Anfang Februar werden sich nun die Vertreter der teilnehmenden Hochschulen mit den Referenten zusammenfinden und ihre Arbeit beginnen.

Silberwissen / TAO

Im Dezember 2011 trafen sich Wikipedianer aus Berlin und Projektleiterin Elvira zu einem Stammtisch zum Thema Silberwissen. Diskussionen, Vorschläge und Ideen beschäftigten sich u. a. mit der Berichterstattung über das Projekt und mit dem Bedarf an anschaulichem und leicht verständlichem Material für Wikipedia-Einsteiger.

Mit der Anna-Seghers-Bibliothek in Berlin wurde eine Zusammenarbeit für das 1. Quartal 2012 vereinbart. Geplant sind ein Einführungsvortrag und zwei Workshops in der Bibliothek.
Aus der Zusammenarbeit mit dem Volkshochschulverband NRW und der Deutschen Seniorenliga ergaben sich weitere Anfragen von Volkshochschulen und erstmals auch von Seniorenbeiräten.

Im Januar 2012 nahm Elvira Gespräche mit der Initiative „ERFAHRUNG-TEILEN“ in Hannover auf. Die bisher durchgeführten Schulungen belegten das Interesse der Senioren an Wikipedia. Eine Zusammenarbeit für die nächsten Monate ist geplant.

Vertretern des Bildungsträgers „Arbeit und Leben“ in Bremen und engagierten Senioren stellte Elvira das Projekt „Silberwissen“ ebenfalls vor. Die Möglichkeit, an Wikipedia mitwirken zu können, fand positive Resonanz. Für den Herbst sind die ersten Veranstaltungen vorgesehen.

FUNDRAISING

Herbstkampagne

Mit Rückenwind ins neue Jahr – die Spendenkampagne erzielte ein beeindruckendes Ergebnis: 3,8 Millionen Euro Spendensumme, über 160.000 Spender in nur 52 Tagen. Noch nie war die Kampagne so erfolgreich und so kurz. Kein Wunder also, dass der Fundraiser unsere Arbeit im Dezember und bis ins neue Jahr hinein dominierte. Während im November vor allem verschiedene Banner von Jimmy die Seiten von Wikipedia zierten, gelang es im zweiten Monat die Kampagne vielfältiger und hoffentlich interessanter und informativer zu gestalten. Mit Aufrufen von Brandon Harris und Ryan Kaldari kamen Programmierer der Foundation zu Wort, mit Susan Hewitt die Stimme einer Autorin der Wikipedia. Besonders gefreut hat uns der Aufruf Katrin Rönickes, eine Wikipedia-Spenderin. Ihr Text ist der erste aus Deutschland kommende Aufruf, der ebenso erfolgreich ist, wie die von professionellen Story-Tellern geschriebenen Aufrufe der WMF.  Neben Katrin erhielten wir großartige Unterstützung von weiteren AutorInnen und SpenderInnen, die persönliche Aufrufe schrieben. Eine stichhaltige Evaluation und eine sichere Entscheidungshilfe bei der Wahl von Aufrufen sowie bei der Verbesserung der Spendenseite in Layout und Usability lieferte extensives Testen. Dieses begleitete uns fast täglich während des gesamten Kampagnenverlaufs. Vor allem mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse schafften wir es, das Spenden-Tal vor Weihnachten zu verlassen, mit neuen Text-Bannern eine enorm erfolgreiche Phase zwischen den Feiertagen einzuleiten und die Kampagne am 5.1. mit dem Dankesbanner abzuschließen. Als Zeichen der Anerkennung und als Dankeschön schalteten wir jedoch zuvor einen Tag lang sämtliche Aufrufe von Freiwilligen, die wir während der Kampagne nicht gezeigt hatten.

Doch nicht nur das Testen hat uns stark beschäftigt. Insgesamt über 5.000 E-Mails, hunderte von Telefonanrufen, Briefen und Faxen mit den unterschiedlichsten Wünschen und Anfragen erreichten uns im Laufe der Kampagne. Nicht nur beim Spendenwachstum gab es also Rekorde! Mit dem Erfolg erhöhen sich die Anforderungen an den Service. Dies zeigt, dass die Herbstkampagne auch eines der größten Wikimedia-Öffentlichkeitskampagnen ist. Durch die Kampagne erreichen wir nicht nur Spender, sondern generell eine Vielzahl von an Wikipedia interessierten Menschen, die die Aufrufe lesen. Mit Hilfe der Aufrufe und durch die umfangreiche Beantwortung der eingehenden Flut von E-Mails und Anrufen konnten wir so manches Vorurteil und manche Fehlinformation bereinigen.

Eine ausführliche Analyse und Auswertung der Spendenkampagne werden wir im Laufe der nächsten Wochen veröffentlichen.

… und danach

Insbesondere das systematische Testen der Banner und Aufrufe ist der Grund für den erfolgreichen Kampagnenabschluss. Diesen Ansatz stellte Till im Januar auf der Online-Fundaising Konferenz „Fundraising 2.0“ in einer Keynote vor und weckte damit das Interesse der ungefähr 200 Zuhörer. Auf derselben Veranstaltung führten wir als Team einen gut besuchten Workshop zum gleichen Thema durch. Die Präsentation unserer Kampagne stand auch im Zentrum eines weiteren Vortrags von Till auf dem Infotag von Grün, jener Software-Agentur, die die von uns verwendete Spenden-Software nicht nur herstellt, sondern auch unseren Bedürfnissen angepasst hat. Beide Präsentationen werden in Kürze auf Commons verfügbar sein.

Pünktlich zum Ende der Kampagne veröffentlichte Sue Garder ihren Vorschlag zur Weiterentwicklung der Wikimedia-Bewegung. In den letzten Wochen hat die Geschäftsstelle an einer Stellungnahme und Positionierung zu dem Entwurf von Sue gearbeitet. An der Ausarbeitung eines Alternativmodells durch eine Arbeitsgruppe innerhalb der Geschäftsstelle war der Bereich Fundraising intensiv beteiligt.

Und, last but not least, eine erfreuliche Nachricht noch zum Schluss: Johannes Schrader, während der letzten drei Monate Praktikant im Bereich Fundraising, wird uns als Projektassistent erhalten bleiben und das Fundraising-Team verstärken.

FREIWILLIGENFÖRDERUNG / COMMUNITY-BEZIEHUNGEN

Community-Projektbudget (CPB)

Kurz vor Weihnachten tagte der Community-Projektbudget-Ausschuss in Hannover. An zwei Tagen wurden viele spannende Anträge präsentiert und diskutiert. Sebastian Sooth aus der Geschäftsstelle unterstützte den Ausschuss bei seinem Treffen. Mitte Januar hat der Ausschuss seinen Bericht an das Präsidium geschickt. In Kürze werden die Projekte der 2. Runde bekanntgegeben.

Community-Budget

Im Dezember wurde in mehreren Treffen mit dem Museum für Hamburgische Geschichte kräftig für den Einsatz von QRpedia getrommelt, so auch mit Andy Mabbett aus Birmingham, der in der Wiki-Welt einer der aktivsten Protagonisten dieser Verknpüfung von Ausstellung und Wikipedia ist.
Im Gegenzug besuchte Alice Wiegand vom deutschsprachigen Support-Team am 7./8. Januar London, um dort bei einem Workshop mit englischen OTRS-lern über die Erfahrungen des deutschen Teams zu sprechen.
Aus dem Community-Budget wurde im Januar das erste Treffen der Wikipedia-Kartenwerkstatt in Berlin-Spandau unterstützt. Die Kartografen nahmen an der internationalen Tagung News – Infographics – Maps am 12. Januar statt, woran sich ein Treffen und am nächsten Tag ein Besuch in der Wikimedia-Geschäftsstelle anschloss.
Reichlich nachgefragt waren die gemeinsam mit der Wikimedia Foundation vergebenen Participation Grants. Deren Zielsetzung wurde zwischen WMF und WMDE zwischenzeitlich präziser gefasst: Gefördert werden damit Teilnahmen von Wikimedia-Aktiven bei externen relevanten Events, wobei eine wichtige Zielsetzung ist, dass von der Förderung die Gewinnung neuer Autoren zu erwarten ist. Eine Übersicht über die vergebenen Förderungen findet sich im Meta-Wiki in der Kategorie “Participation Grants funded in FY 2011-12
Seit Anfang Dezember vergibt Wikimedia zudem E-Mail-Adressen an Projektmitarbeiter, wobei wenig überraschend die @wikipedia.de-Adressen mit Abstand am beliebtesten sind. Aber auch Wikibooks.de- und wikisource.de-Adressen werden nachgefrage (und natürlich auch vergeben).
Mit dem Technikpool wurde zudem im Dezember der Verleih von technischer Ausrüstung zur Erstellung von Inhalten auf eine neue Grundlage gestellt. Zur Möglichkeit, Geräte aus dem Bestand von Wikimedia Deutschland zu leihen kommt nun die Möglichkeit einer Ausleihe anderer Geräte aus dem Bestand externer Verleiher auf Wikimedia-Kosten. Damit erweitert sich die Auswahl an verfügbarer Technik.

Literaturstipendium

Im Januar konnten nicht nur 13 neue Förderungen zugesagt werden, sondern es erfolgte auch die Budgetierung und Zielsetzung des Literaturstipendiums für 2012. Da wir in einem Fall feststellen mussten, dass nicht jeder Anbieter von elektronischen Ressourcen mit Wikimedia zusammenarbeiten möchte, arbeiten wir an einer Argumentation, warum es für Verlage gut ist, Wikipedia-Autoren Quellen zugänglich zu machen. Die Vorteile (z. B. die prominente Zitation, ggf. mit Verlinkung auf den viel besuchten Wikipedia-Seiten) halten manche für einen nicht hinreichenden Ausgleich zur befürchteten Gefahr, dass Texte kopiert werden oder Konkurrenz zwischen Wikipedia und kommerziellen Datenbankanbietern entsteht.

WissensWert

Anfang Dezember fand die Jurysitzung zur Bewertung der WissensWert-Einreichungen statt, und so konnte Nicole am 15. Dezember die Gewinnerprojekte bekannt geben. Fünf Projekte werden im ersten Halbjahr 2012 von uns mit jeweils ca. 5.000 Euro ausgestattet und bei der Umsetzung begleitet. Die Gewinner stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, wie die Projekttitel zeigen: Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons, Zeitreise in OpenStreetMap – oder: OSM in der 4. Dimension, CC PLAY – Spiel die Commons, Open (Citizen) Science durch mehr öffentlich verfügbare Genotypisierungen und Barrierefreie YouTube OER-Videos.

Die ersten Projektvereinbarungen wurden bereits unterschrieben und die Fördersummen an die Projektpartner überwiesen. In den nächsten Wochen erscheint hier auch der erste Bericht zum jeweiligen Projektstand. Im Zuge der Planung für 2012 überlegen wir, wie es mit WissensWert weitergehen soll, ob wir uns z.B. auf einen bestimmten Themenbereich fokussieren oder aus WissensWert ein kontinuierliches Förderprogramm machen möchten. Für alle Fragen steht euch Nicole gerne zur Verfügung.

Wiki Loves Monuments

In Absprache mit dem europäischen Organisationsteam haben Catrin und Micha mit unserer Grafikerin einen Kalender der Gewinnerbilder entworfen, der in den nächsten Tagen in der Geschäftsstelle eintreffen müsste.

Undine hat sich in den letzten Wochen um den Versand der Preise an die Gewinner gekümmert. Da nicht alle Teilnehmer die Wikipedia-E-Mailfunktion aktiviert hatten, zog sich die Kontaktaufnahme sehr lange hinaus. (Alle Gewinner, die bisher noch keine Nachricht erhalten haben, wenden sich bitte an Nicole.)

Die Planungen für den diesjährigen Wettbewerb sind auf internationaler Ebene bereits angelaufen, und auch in Deutschland gibt es erste Interessenten, die den Wettbewerb gerne als Partner unterstützen möchten.

Zedler-Preis 2012

Mit dem Zedler-Preis für Freies Wissen zeichnet Wikimedia Deutschland Personen, Gruppen oder Projekte aus, die sich 2011 ganz besonders für Freies Wissen engagiert haben. In ausführlichen Gesprächen mit Vertretern der Community, innerhalb der Geschäftsstelle und mit anderen Akteuren aus dem Bereich Freien Wissens haben wir dieses neue Konzept erarbeitet, das sich ganz klar vom ursprünglichen Artikelwettbewerb abkehrt. Im November baten wir um Vorschläge für Jurymitglieder und Artikel bzw. Projekte für potentielle Preisträger. Die Jurywahl unter den Wikipedianern wurde bereits Anfang Januar entschieden, alle Ergebnisse finden sich auf der Jury-Projektseite. Bis Ende Januar wurden außerdem Vorschläge für externe Juroren und Partner gesammelt, die Ansprache dieser ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Für die drei Kategorien Artikel des Jahres, Communtiy-Projekt des Jahres und externes (Wissens-)Projekt des Jahres sind jeweils zwischen 30 und 40 Kandidatenvorschläge gemacht worden, die bis Ende März von der Jury bewertet werden. Es gibt auch schon erste Überlegungen zum Rahmen und Umfang der Preisverleihung, die im Mai in Berlin stattfinden wird, wir werden dazu in nächster Zeit noch Feedback und Wünsche von Community und Partnern einholen.

Nicole ist Ansprechpartnerin bei allen Fragen rund um Zedler, Catrin unterstützt bei der Ansprache von Partnern und externen Juroren.

Frauen und Wikipedia

Julia Kloppenburg, die uns bisher als Büroassistenz unterstützt hat, wird ab Mitte Februar als Projektassistentin den Bereich Frauen und Wikipedia betreuen.

Im Dezember und Januar trafen sich Catrin, Johannes, Julia und Nicole mit Katrin Rönicke, um erste Ideen für die Arbeit an unserem Ziel “Ende 2012 partizipieren 50% mehr Frauen an der deutschsprachigen Wikipedia und den Aktivitäten von WMDE im Vergleich zum Vorjahr.” zu sammeln und Maßnahmen zu entwickeln. Katrin, die vielen von euch sicherlich von den Bannern der Spendenkampagne bekannt ist, hat außerdem den HuffPost-Text von Sarah Stierch ins deutsche übersetzt: SOPA Blackout: Warum Wikipedia Frauen braucht. Erste Anfragen von möglichen Kooperationspartnern (Fraueninitiativen, Frauenverbände etc.) erreichten Catrin aufgrund eines Artikels in der letzten Wikimedium und einige Vorgespräche wurden von ihr im Januar geführt.

Wir planen zusätzlich, uns am WikiWomanCamp in Buenos Aires zu beteiligen; in welcher Form und in welchem Ausmaß und wie Stipendien vergeben werden, klären wir in den nächsten Wochen.

Toolserver

Die Toolserver-Admins Daniel Baur und Marlen Caemmerer waren Mitte Januar im Amsterdamer Rechenzentrum des Toolservers und haben vor Ort eine Menge Wartungsarbeiten durchgeführt und den ersten Teil der im Dezember bestellten Hardware eingebaut. Leider konnten durch einen Lieferengpass noch nicht alle Teile, die zur Speicherplatzerweiterung benötigt werden, eingebaut werden. Sebastian Sooth hat sich dafür um die Zuschüsse der unterstützenden Chapter und die Abwicklung der Hardware-Bestellung gekümmert.

CommunitySpace

Zur Vorbereitung möglicher Räumlichkeiten für den lang erwarteten CommunitySpace in Berlin haben wir im Dezember und Januar intensive Verhandlungen mit Vermietern und möglichen Partnern geführt. Und auch zur Unterstützung lokaler Arbeit haben wir weiter mit möglichen Partnern gesprochen. Interessenten am Mitgestalten von CommunitySpace-Räumen können sich direkt an Sebastian Sooth wenden.

 

Vereinsentwicklung

Wikimedia Conference 2012

Vom 29. März bis 1. April 2012 ist Wikimedia Deutschland zum vierten Mal Gastgeber der Wikimedia Conference in Berlin. Bei der Veranstaltung treffen sich Vertreter der internationalen Wikimedia Chapter, um über Strategie, Zusammenarbeit und Professionalisierung der Ländervertretungen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Außerdem trifft sich das Board of Trustees, das oberste Entscheidungsgremium der Wikimedia Foundation, zur seiner regulären Sitzung.

Nicole übernimmt zum dritten Mal die Organisation der Veranstaltung, für die Programmkoordination sowie die Kommunikation mit den Chaptern ist in diesem Jahr Harel Cain von Wikimedia Israel verantwortlich.

Wir haben die Einladung an 41 (!) Chapter versendet, Projektpläne geschmiedet, die Registrierung eröffnet, ein Hostel ist bereits gefunden, erste Anfragen an Caterer und Moderatorinnen wurden angestoßen.

Um die Konferenz herum wird es für interessierte Wikipedianer sicherlich auch wieder die Chance geben, die internationalen Gäste zu treffen. Alle Anfragen zur Wikimedia Conference nimmt Nicole unter conference@wikimedia.de entgegen.

Wikipedia Hackathon in San Francisco

Zwischen dem 20. und 23. Januar fand in San Francisco ein “Hackathon” statt, ein Workshop für Softwareentwickler, bei dem es darum ging, gemeinsam an neuen Features zu arbeiten und interessierten Entwicklern die Arbeit an und mit MediaWiki näher zu bringen. Daniel Kinzler von Wikimedia Deutschland nahm am Hackathon teil und nutzte die Reise außerdem, um die Arbeit am Wikidata-Projekt mit der Wikimedia Foundation zu koordinieren. So konnten unter anderem die Abläufe für den Test und die Integration der neuen Software in die Wikimedia-Landschaft geklärt und diverse Detailfragen zur Umsetzung besprochen werden.

Einen ausführlichen Rückblick auf den Hackathon hat Daniel hier im Blog veröffentlicht.

Mitgliedschaft

Mit dem Jahreswechsel rutschte die Zahl der Vereinsmitglieder wieder unter die Marke von 1300, da satzungsgemäß die 47 Austritte des Jahres 2011 zum 31. Dezember wirksam wurden. Damit hatte der Verein am 1. Januar 1272 Mitglieder. Im Zuge der Spendenkampagne 2011-12 ist jedoch eine große Zahl von neuen Aufnahmegesuchen eingegangen, bis Mitte Januar waren dies 56, sodass dieser Effekt wieder mehr als ausgeglichen ist.

WISSENSCHAFT

RENDER

Im Forschungsprojekt RENDER nahmen Mathias und Angelika am 01.12.2011 am Review-Treffen vor der Europäischen Kommision in Luxemburg teil (Blogbeitrag). Dort stellten wir unsere Arbeiten und erste Entwürfe geplanter Unterstützungswerkzeuge für die Leser und Autoren der Wikipedia vor. Die Präsentationsfolien dazu sind unter Commons sowie Slideshare abrufbar. Die bereits vor Ort von den Reviewern geäußerte positive Einschätzung zur Entwicklung des Projekts wurde in einem schriftlichen Bericht bestätigt. Darüberhinaus erteilten die Gutachter einige Vorschläge zur Optimierung der weiteren Zusammenarbeit aller Partner innerhalb des Projekts. Der vollständige Bericht hat einen Vertraulichkeitsstatus, kann also von uns leider nicht veröffentlicht werden.

Am 26. und 27. Januar trafen sich Vertreter aller Projektpartner in Innsbruck (beim Partner STI). Anselm und Angelika nahmen daran teil. Großes Thema dabei war natürlich das Gutachten des Review-Meetings und die daraus resultierenden Aufgaben.
Ein ausführlicher Bericht zum Treffen in Innsbruck und unseren aktuellen Arbeiten folgt in den nächsten Tagen.

Fragen oder Anregungen könnt ihr gerne an render@wikimedia.de bzw. Angelika direkt richten.

Wikipedia Academy 2012

In Kooperation mit dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft und der Freien Universität Berlin veranstaltet Wikimedia Deutschland vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 die “Wikipedia Academy 2012: Research and Free Knowledge.” in Berlin (Blogbeitrag).

Nicole, Angelika und Denis haben sich am 12. Dezember zum ersten Mal mit dem Organisationskommitee, einer Gruppe von Menschen unterschiedlichster Wissenschaftsbereiche, erfahrenen Organisatoren wissenschaftlicher Konferenzen und Wikipedianern mit wissenschaftlichem Hintergrund getroffen, um die Veranstaltung zu konzipieren. Aufgabe dieses Komitees ist, relevante Themengebiete zu identifizieren, geeignete Formate der Veranstaltung auszuarbeiten und potenzielle Sprecher sowie weitere Partner an Bord zu holen.

Am 17. Januar haben wir den Call for Papers veröffentlicht, zu dem wir bis 31. März alle einladen, die zu den konferenzrelevanten Themen wie Wikipedia Analytics, Wikipedia Global, Diversity/Gendergap oder “Research on Users of and Contributors to Wikipedia” beitragen können.

Zur Zeit stellen wir ein akademisches Programmkomitee zusammen, welches die Einreichungen begutachten wird. Knapp 40 Personen haben bereits zugesagt, die Liste wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Am 14. Februar trifft sich das Organisationskomitee, um über die Formate der Veranstaltung zu entscheiden. Bei Anregungen, Themenvorschlägen, Tipps zu relevanten Forscherinnen und Forschern erreicht ihr uns unter academy@wikimedia.de.

GESCHÄFTSSTELLENARBEIT

Gerrit Holz, der seit Mai 2009 als Werkstudent bei Wikimedia arbeitet, bleibt der Geschäftsstelle erfreulicherweise auch weiter erhalten. Gerrit unterstützt in seiner neuen Rolle als Projektassistent ab dem 01.01.2012 zu gleichen Teilen das Literaturstipendium sowie das RENDER-Projekt. Undine Plümper hat Mitte Januar ihr Praktikum bei Wikimedia Deutschland beendet und widmet sich ihrem Studienabschluss. Wir drücken die Daumen! Praktikanten werden auch weiterhin für die Vereinsarbeit gesucht.

Zur weiteren Planung der auf der Mitgliederversammlung beschlossenen Ziele für die Vereinsarbeit 2012, haben die Mitarbeiter der Geschäftsstelle am letzten Wochenende im Januar einen gemeinsamen Workshop durchgeführt. Hierzu werden wir in den nächsten Tagen einen Bericht veröffentlichen.

 

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Projekte & Aktivitäten von Wikimedia Deutschland im September 2011

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Wahlen in Berlin

Der Rücklauf auf unsere Wahlprüfsteine zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin war sehr erfreulich: Alle bisher im Parlament vertretenen Parteien sowie Piratenpartei, Partei für Soziale Gleichheit (PSG) und Tierschutzpartei haben geantwortet und sich nicht von dem 30 Fragen starken Konvolut abschrecken lassen. Die Antworten der Parteien haben Jan und Mathias auf der WikiCon in Nürnberg vor einem diskussionsfreudigen Publikum vorgestellt. Einer Anregung von Seewolf folgen wir gerne: So wollen wir den redaktionellen Erstellungsprozess beim nächsten Mal (mutmaßlich anlässlich der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein 2012) noch stärker öffnen und zeitlich nach vorne verlagern.

Bei der Wahl selbst legte die Piratenpartei einen eindrucksvollen Schlussspurt hin und erzielte mit knapp 9% ein Ergebnis, das auf einen Schlag die 15-köpfige Liste der Kandidaten für das Abgeordnetenhaus komplett erschöpfte. Der knappe Wahlsieg der SPD und die hauchdünne Mehrheit für Rot-Grün sorgten neben dem Piratenergebnis für eine höhere Sichtbarkeit dieses Landesereignisses. Durch die hohe Erwartungshaltung, die insbesondere an den politischen Newcomer geknüpft wird, erwarten wir auch in Zukunft eine gesteigerte Resonanz sowohl für netzpolitische als auch berlinspezifische Themen in der überregionalen Berichterstattung.

Contentbefreiung per Tweet

Wir kennen den Prozess, Inhalte durch Verhandlungen aus einem unfreien Status in einen lizenzrechtlich freien zu überführen als langwierig, kompliziert und mitunter frustrierend. Ein Gegenbeispiel, wie es auch gehen kann, liefern das schnelle Medium Twitter und eine straffe militärische Befehlskette. Seit einiger Zeit veröffentlicht die Israelische Armee (IDF) auf ihrem Flickr-Account Bilder, die allerdings bislang nicht unter einer Freien Lizenz nutzbar waren. Seitens unserer Kollegen von Wikimedia Israel gab es hierzu einzelne Versuche, Werke von staatlichen Einrichtungen entweder gemeinfrei zu bekommen (analog der Public-Domain-Regelung im US-Urheberrecht) oder wenigstens eine mit einer Freien Lizenz vereinbare Lizensierungspolitik zu erreichen.

Unerwartet schnell und positiv erfolgte eine Rückmeldung des Pressesprechers der IDF über Twitter auf eine Bitte von Mathias hin, das Bildmaterial unter eine Freie Lizenz zu stellen. Wikimedia Israel klärte im direkten Gespräch die Details, das Bildmaterial der IDF ist nun vollumfänglich unter cc-by veröffentlicht und in Teilen schon auf Wikimedia Commons hochgeladen.

Verwaiste Werke

Der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags hat am 19. September drei Anträge der Oppositionsfraktionen von SPD, Grünen und Linkspartei zu verwaisten Werken (d.h. urheberechtlich geschützte Werke ohne ermittelbare Rechteinhaber) behandelt und ein halbes Dutzend Sachverständige angehört. Jan und Mathias nahmen als Zuhörer an der öffentlichen Ausschusssitzung teil. Aus Sicht von Wikimedia ist klar, dass keiner der aktuellen Entwürfe die Situation verwaister Werke für den Einsatz auf Wikimedia-Projekten klären würde, allerdings sind deutliche Unterschiede in der Bewertung der Lösungsansätze durch die unterschiedlichen Sachverständigen erkennbar.

Zum expliziten Fürsprecher einer freien Nutzung verwaister Werke machte sich der Sachverständige Rainer Kuhlen, der die Erweiterung des sehr eng gefassten Kreises der potenziellen Rechtenehmer (öffentliche Bibliotheken und Archive) auch auf Suchmaschinenbetreiber, Netzaggregatoren und Wikipedia vorschlug. Dissens unter den Sachverständigen gab es vor allem bei der Frage, ob die Digitalisierung und “Online-Verfügbarmachung” zu nicht-kommerziellen Zwecken grundsätzlich gebührenfrei oder gebührenpflichtig sein solle. Strittig ist ebenfalls die Mindestrecherchetiefe bei der Ermittlung des Status als Verwaistes Werk. Eine wirkliche Initiative seitens der Bundesregierung, sich dieses wichtigen Themas anzunehmen, bleibt bis zum ankündigten Dritten Korb der Urheberrechtsreform weiterhin ungewiss. Wikimedia Deutschland wird den Fortgang der parlamentarischen und gesetzgeberischen Tätigkeit hierzu in jedem Fall weiter verfolgen.

Open GLAM Camp in Warschau

Im Vorfeld des Creative Commons Global Summit hatte die Open Knowledge Foundation in die polnische Hauptstadt geladen, um den internationalen Erfahrungsaustausch von Aktivisten und Fachleuten im Bereich GLAM voranzutreiben. In den Räumen von CC-Polska leiteten Lucy Chambers (OKF) und Melanie Dulong (Creative Commons France) einen ganztägigen Workshop. Spannend wurde es vor allem bei der Diskussion um mögliche Anreize für Werkmittler, Metadaten oder Digitalisate freizugeben. Neben der erhöhten Sichtbarkeit der Bestände kann sich auch eine erhöhte Weiternutzung positiv auf die Förderpraxis der jeweiligen Zuwendungsgeber und die kommerzielle Nachfrage nach höherwertigen Versionen von Werken (z.B. als Prints) auswirken. Ebenso sinkt bei einer freien Lizensierung der mit der Rechteklärung verbundene administrative Aufwand. Gerade diesen ökonomischen Argumentationsmustern, so der einhellige Befund, dürften sich viele strukturell unterfinanzierte kulturelle Einrichtungen nicht verschließen. An dem Meeting nahm von deutscher Seite z.B. Daniel Mietchen, der aktuelle Wikipedian in Residence on Open Science, teil.

4. Collaboratory-Initiative zu “Privatheit und Öffentlichkeit”

Der Abschlussworkshop der 4. Collaboratory-Initiative Internet und Gesellschaft fand am 16. September statt, Sebastian Sooth hat daran teilgenommen. Jetzt werden die abschließenden Arbeiten an den Texten gemacht, um noch im Herbst als Bericht zu erscheinen.

Berliner OpenData-Portal

Sebastian Sooth hat den Start des Berliner OpenData-Portals mit begleitet und die OpenStreetMap und Wikipedia-Daten mit eingepflegt. Berlin hat damit als ersten Bundesland ein eigenen OpenData-Portal. Die zur Verfügungstellung von öffentlichen Daten unter Freien Lizenzen ist eine wichtige Grundlage für die Weiternutzung und Kombination von Informationen aus verschiedenen Quellen für die Verbreitung Freien Wissens. Wir freuen uns, dass Berlin hier mit gutem Beispiel voran geht.

PUBLIC RELATIONS & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die dritte Ausgabe unserer Vereinszeitung ist Mitte September pünktlich zur WikiConvention in Nürnberg erschienen. Anfang des Monats kümmerten sich Catrin und Michael um die Schlußredaktion, Finalisierung des Layouts, Produktion sowie um den Versand an Abonnenten, Kooperationspartner, Institutionen etc. Im Vergleich zur letzten Ausgabe ist die Zahl der abonnierten Exemplare von 2.000 auf jetzt knapp 2.500 Stück gestiegen. Details über die Themen der Ausgabe und den weiter wachsenden Anteil von Gastautoren sind auch im Wikimedia-Blog zu finden. Durch zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen ist die aktuelle Ausgabe (mit einer Auflage von 5000 Stück)  bereits vergriffen. Wir arbeiten aber bereits an der nächsten (vierten) Ausgabe, die zur Mitgliederversammlung am 19. November erscheinen wird. Geplant ist es, die Auflage auf 10.000 zu erhöhen. Zur Erinnerung: Bislang wird der Druck der Wikimedium gesponsort.

Pressemitteilungen

Im September unterstützten wir die mediale Berichterstattung zur WikiConvention, zu Wiki Loves Monuments und zur Buchveröffentlichung von “Alles über Wikipedia” mit Pressemitteilungen. Die regionale wie überregionale Resonanz ist zum Nachlesen im Pressespiegel von Wikimedia Deutschland gesammelt.Darüber hinaus wurden Presseeinladungen zu den lokalen WLM-Pressekonferenzen sowie zur Veranstaltung ‘Wikipedia für Berlin – Berlin für Wikipedia erstellt und verschickt.

Pressegespräche

In Vorbereitung zur WikiConvention und während der Veranstaltung führte Catrin zahlreiche Pressegespräche (vor Ort waren Bayerischer Rundfunk, dpa, süddeutsche und Nürnberger Nachrichten, heise-online) und bereitete Interviews mit Wikipedianern vor. Allgemeine Anfragen zum (immer noch) zehnjährigen Geburtstag von Wikipedia und sogar zum Projekt Silberwissen erreichten die Pressestelle im September.

Informationsmaterial

Auch für das Projekt Silberwissen ist jetzt ein allgemeiner Informationsflyer verfügbar, unter anderem hier anzusehen. Die Distribution erfolgt in erster Linie für die Ankündigung und Partnergewinnung der Seniorenworkshops. Mit der Deutschen Seniorenliga ist ein Aussand in den nächsten Wochen an die Mitglieder des Verbandes geplant.

Auf den vielfach geäußerten Wunsch von Vereinsmitgliedern haben wir ein Konzept für einen wöchentlichen Newsletter über Neuigkeiten aus dem Wikimedia-Universum erarbeitet. Der Newsletter fasst die wichtigsten Beschlüsse und Ankündigungen der Wikimedia Foundation und der Ländervertretungen kurz auf Deutsch zusammen und bietet Verweise auf die Quellen an.

Wikipedia-Buch

Der September stand ganz unter dem Zeichen der Vorbereitungen zum Erscheinen des Buches ‘Alles über Wikipedia’. Boris fieberte dem 14. September entgegen an dem das Buch in den Handel kommen sollte und die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Während Catrin Einladungskarten und Pressemailings vorbereitete, organisierte Boris die Buchpräsentation in der Literaturwerkstatt in Berlin. Am 24. September fand die Veranstaltung mit ca. 100 Gästen statt. Neben einer kleinen Gesprächsrunde, die Entstehungsprozess und Besonderheiten des Wikipedia-Buches beleuchtete, lasen Gereon Kalkhul und Michael Schlesinger aus dem Buch. Schließlich präsentierte unser Praktikant Khesrau Behroz seinen Text “Nichts zu editieren” im Poetry-Slam-Stil, was echte Begeisterung beim Publikum auslöste. Ein Blogbeitrag hierzu verrät mehr. Erste Presseberichte finden sich hier.

Aber auch jenseits der Buchpräsentation in Berlin stand die Arbeit rund um das Wikipedia-Buch keinesfalls still. Inzwischen haben fast alle 100 Autoren ihre eigenen Exemplare zugeschickt bekommen. Auch die Vorbereitungen für die Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse wurde ein ganzes Stück vorangebracht, sodass Wikipedia und das Buch nun durch 6 hervorragende Autoren am Stand von Hoffmann und Campe vertreten sein werden. Schließlich galt es zahlreiche Anfragen zum Buch zu beantworten und umfangreiche Pressearbeit zu leisten.

Initiative “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden”

Anfang September fand im Berliner Radialsystem die Veranstaltung “Freies Wissen für Berlin” statt. Die Veranstaltung in Köln wird zur Zeit vorbereitet. In Berlin wird es im Oktober dank der Unterstützung durch Leo Burnett  an verschiedenen Stellen Wikipedia-Plakate zu sehen geben.

Leonardo Award 2011 in Köln

Eine Auszeichnung von ungewohnter Seite erfuhr Wikipedia am 21./22. September bei der Verleihung des “Leonardo Award für European Corporate Learning” in Köln. Stellvertretend für Jimmy Wales nahmen ihn drei Wikipedianer mit Hintergrund im Bereich Bildung und Wissen entgegen, neben Nando Stöcklin (Schweiz) und Ziko van Dijk (Niederlande) auch Denis Barthel. Begründet wurde die Vergabe damit, Wales habe viele Menschen inspiriert, ihre Kreativität aktiv einzubringen und so auch Unternehmen inspiriert, ihre Lernprozesse entsprechend zu verändern.

In Gesprächen rund um die Verleihung wurde deutlich, wie schwierig es für Unternehmen ist, die Phänomene Wikipedia und Freies Wissen zu verstehen. Aufklärung und Information über die Grundlagen zu diesen Themen sind in der Wirtschaft nicht weniger notwendig als andernorts. Für Unternehmen bedeutet es vor allem, den Mut zum Teilen aufzubringen und sich auf partizipative Prozesse einzulassen.

Die möglichen Schnittmengen von Wikipedia und Unternehmen auszuloten und in Diskussionen, Foren und Gesprächen zu thematisieren – das ist eine Aufgabe, die noch viel zu wenig angegangen wird. Die Verleihung dieses Preises ist nicht zuletzt eine Einladung zu einem konstruktiven, aber unumgänglichen und wichtigen Dialog, der für beide Seiten eine Herausforderung darstellen wird.

BILDUNGSPROJEKTE

Wikipedia-Schulprojekt

Auf drei Messen war das Schulprojekt im September vertreten. Es ging in diesem Monat also verstärkt darum, persönlich mit Bildungsexperten und Pädagogen in Kontakt zu kommen. Dazu haben wir das KnowledgeCamp in Potsdam, die BildungsMesse der Uni Frankfurt und den Medienkompetenztag in Kiel genutzt. Auf den Messen waren jeweils Referenten des Referentennetzwerks vor Ort, um direkt Fragen zu beantworten. Auf der WikiCon hatten Elly und Kilian dann die Gelegenheit mit mit engagierten Wikipedia-Autoren ins Gespräch über Wikipedia im Bildungswesen zu kommen. Hierbei wurde über nationale und internationale Projekte im Bildungsbereich gesprochen und über Fragen der Struktur und Zielgruppen diskutiert.

Es gab in diesem Monat 13 Workshops im Schulprojekt, darunter 9 Schulungen für Lehrer und Pädagogen und vier Schulungen für Schüler. Die steigende Nachfrage von Lehrerworkshops zeigt, dass sich das Projekt herumspricht und die Nachfrage in diesem Bereich steigt. Um diesem Bedarf entgegen zu kommen hat Wikimedia Deutschland begonnen Lehrmaterial zu erarbeiten, welches Lehrer dabei unterstützen soll, sich aktiv mit Wikipedia im Unterricht auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit den Referenten des Schulprojektes und externer Expertise sollen Materialien für den Unterricht entstehen, selbstverständlich unter freier Lizenz. Wikimedia Deutschland wird in diesem Jahr erstmals das EduCamp in Bielefeld unterstützen, bei dem Bildungsexperten aus ganz Deutschland zusammenkommen, um kollaborativ Trends und Entwicklungen im Bildungsbereich zu diskutieren. Im Oktober wird das Schulprojekt nun, neben dem Wikipedia-Buch, auf der Buchmesse bei dem Bildungskongress “Lernen Bewegt” anzutreffen sein. Wenn Ihr in der Nähe seid, kommt vorbei!

FUNDRAISING

Drei Themen dominierten das Fundraising im September. Erstens wurde mit der Einrichtung der neuen Spendensoftware VEWA begonnen. Das neue System wird unsere jetzige Datenbank ersetzen und um viele Funktionalitäten erweitern. Damit wir zum Start des Fundraisers Anfang November eine einwandfrei laufende Software haben, sind wir derzeit am Testen aller möglichen Abläufe. Mitte Oktober wird das System einem großen Lasttest unterlaufen.

Zweitens bereiten wir uns zunehmend stärker auf den kommenden Fundraiser vor. Nach der Errichtung der neuen Server-Infrastruktur für die Spendenseite Ende September beginnen nun die ersten Tests von Aufrufen und unserer Spendenseite. Tobias hielt in diesem Zusammenhang auch eine Präsentation über Fundraising und insbesondere über Autorenaufrufe für den kommenden Fundraiser auf der WikiCon. Die Präsentation und alle anderen notwendigen Informationen rund um den Fundraiser sowie die kommenden Tests können auf der Fundraising-Portal-Seite nachgelesen und diskutiert werden.

Das dritte Thema im letzten Monat war die von uns durchgeführte Spenderumfrage. Aufgrund der Komplexität und Masse an gewonnen Informationen sind wir noch mit der Auswertung der Ergebnisse beschäftigt. Im Oktober werden die prägnantesten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen in einem ausführlichen Blogbeitrag veröffentlicht.

Abschließend wurde Ende September das dritte Wikimedium-Mailing des Jahres an ca. 1.500 Adressen verschickt.

FREIWILLIGENFÖRDERUNG / COMMUNITY-BEZIEHUNGEN

Community-Projektbudget

Die zweite Antragsrunde ist gestartet, noch bis zum 14.10. kann man sich mit einer Idee anmelden, die dann bis zum 28.10. als Antrag eingereicht werden muss. Sebastian Sooth unterstützt dabei gerne. Alle Informationen zur aktuellen Runde auf der CPB-Projektseite. Aus der ersten Runde ist das Projekt “Wiki Loves Monuments Mittelhessen” jetzt erfolgreich abgeschlossen, die Fotoflüge gehen im Oktober weiter und die anderen geförderten Projekte sind aktiv in der Vorbereitungsphase. Also, gleich mit einer guten Idee zur Unterstützung und Verbesserung Freien Wissens bewerben!

WikiConvention

Am 9.-11. September trafen sich in Nürnberg bei der WikiConvention etwa 180 Menschen unter dem Motto “Wissen fängt mit W an”, um sich über Wikipedia und ihre Schwersterprojekte zu informieren und zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde organisiert von der Community für die Community, Wikimedia Deutschland leistete als Hauptsponsor finanzielle Unterstützung und stand den Organisatoren bei allen logistischen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Nicole und Simon waren Ansprechpartner in Fragen zum Budget und Logistik (Technik, Catering, Unterkunft), Johannes kümmerte sich um alle Anfragen bzgl. Kostenübernahme durch das Community-Budget.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg: In über 60 Workshops wurden die verschiedensten Themen, die der Communtiy auf dem Herzen liegen, vorgestellt, lebhaft diskutiert und es wurden Zukunfstpläne geschmiedet. Viele Mitarbeiter der Geschäftsstelle haben die Gelegenheit genutzt, in Nürnberg eigene Workshops und Vorträge anzubieten und sich mit der Community auszutauschen. Ein ausführlicher Bericht der Organisatoren bei uns im Blog “WikiConvention 2011: Ein Ein- und Rückblick”.

Wiki loves Monuments

Dass die Community, welche hinter Wikipedia und ihren Schwesterprojekten steht, in der Lage ist Außergewöhnliches zu leisten, ist ja eigentlich kein Geheimnis mehr. Trotzdem staunten wir in der Geschäftsstelle jeden Tag auf’s Neue über die zahlreichen Bildbeiträge für den Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments. Innerhalb der ersten 24 Stunden gab es bereits über 2000 Uploads und Mitte September wurde mit dem 100 000. Bild die “magische Grenze” durchbrochen. Die deutsche Community war dabei mit ca. 25 000 Bildern besonders fleißig.
Auch auf lokaler Ebene gab es eine Vielzahl von Städtekooperationen und Aktionen, so zum Beispiel in Köln, Potsdam und der gesamten Region Mittelhessen, wo – gefördert durch das Community-Projektbudget und unter der Leitung von Kilian Kluge -, eine ganze Woche lang im Fokus der Fotografinnen und Fotografen lag. Während sich Nicole und Simon weiterhin um Werbung, Preise und Juroren kümmerten, waren Catrin und Michael damit beschäftigt die zahlreichen Presseanfragen zu koordinieren und dadurch den Pressespiegel zu füllen.

Literaturstipendium

Zwei Jahre ist es her, das erstmals eine Gruppe von Wikipedianern zur Unterstützung ihrer Mitarbeit an der Wikipedia Zugriff auf elektronische Literatur erhielt. Im Herbst 2009 erhielten alle Biologie-Autoren Zugänge zur Datenbank BioOne – so entstand das eLitstip als Spezialfall des Literaturstipendiums.

Rechtzeitig zu diesem Geburtstag konnte im Gespräch mit BioOne die ursprünglich auf eine Laufzeit von 2 Jahren begrenzte Zusammenarbeit um weitere 2 Jahre verlängert werden. Zugleich setzen die Biologen den nächsten Akzent: nach Chemikern und Afrikanisten haben dank ihrer Initiative 8 Vogelkundler Zugänge zu „Birds of North America Online“ erhalten, einem Referenzwerk zum Thema nordamerikanischer Vögel.

Auch das “traditionelle” Literaturstipendium (dicke Bücher) entwickelt sich weiter hervorragend: 8 Titel konnten im September zugesagt werden, mehr als je zuvor in einem Monat. Damit wurden in diesem Jahr bereits fast 50 Titel verschickt, mehr als das doppelte des gesamten Jahrs 2010.

Freiwilligenförderung

Rund um die WikiConvention konnten wichtige Pflöcke für weitere Aktivitäten aus dem Bereich der Freiwilligenförderung eingeschlagen werden. So wurden die Regeln und Verfahren für die Vergabe von E-Mail-Adressen (z.B. @wikipedia.de) für Projektmitarbeiter mit breiter Beteiligung diskutiert und vereinbart, sodass dieses Serviceangebot Anfang Oktober starten wird.

Gemeinsam mit der Wikimedia Foundation erarbeitet Wikimedia Deutschland derzeit ein neues Förderprogramm namens Participation Grants. Aus diesem Topf sollen Wikimedia-Projektmitarbeiter auf unbürokratische Art und Weise Unterstützung zur Teilnahme an relevanten Treffen und Konferenzen erhalten. Förderentscheidungen sollen von einem gemeinsamen Ausschuss der WMF und der teilnehmenden Chapters getroffen werden. Weitere Chapters sind zur Beteiligung eingeladen.

Creative Commons Global Summit

Nicole war im September beim Creative Commons Global Summit und hat dazu einen ausführlichen Blogbeitrag geschrieben.

Zedler-Preis und WissensWert

Beide Aktionen werden noch in diesem Jahr angestoßen, Nicole hat mit Unterstützung von Catrin, Sebastian und Johannes an den Konzepten und Ideen gefeilt und wird Anfang Oktober näheres dazu berichten können.

Bilderschatz

Bilderschatz? Unter diesem Namen steht ein neues Wikipedia-Förderprogramm kurz davor, online zu gehen. Es soll helfen, kurzfristig realisierbare und überschaubare Projekte zur Gewinnung von Bildern, Videos und Tönen für Wikimedia-Projekte zu unterstützen. Näheres dazu in den kommenden Tagen!

CommunitySpace

Aus verschiedenen Städten gibt es Partneranfragen für CommunitySpace-Partnerschaften, die Sebastian Sooth betreut. In Berlin sind wir weiterhin auf der Suche und in Verhandlungen.

WISSENSCHAFT

RENDER

Im September dominierte bei der Arbeit am Forschungsprojekt RENDER die Fertigstellung der fälligen Berichte der Arbeitspakete (z.B. Definition der Metriken, Maßnahmen zur Verbreitung und der Beteiligung Interessierter) und der umfangreiche Review-Prozess. Das Projekt läuft jetzt seit einem Jahr. Zum Ende dieses ersten Projektjahres sind demnach auch viele organisatorische Aufgaben zu bewältigen wie beispielsweise die Vorbereitung des jährlichen Finanzberichts.

Alle RENDER- Projektpartner versammeln sich quartalsweise zu einem technischen Arbeitstreffen. Nach den letzten Meetings im April in Ljubljana beim Projektpartner Institute Jožef Stefan und im Juli in Sofia bei Ontotext, war Wikimedia Deutschland nun Gastgeber des Treffens. Dieses fand Ende September in Berlin statt und wurde freundlicherweise vom ClubOffice finanziell unterstützt. Dabei ging es insbesondere um die konkreten Anforderungen an die technischen Partner für die Entwicklung geeigneter Werkzeuge zur Darstellung von Informationsdiversität als Qualitätskriterium für Wikipedia.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Faktenabdeckung, der Aktualität sowie der Objektivität in Wikipedia-Artikeln. In den kommenden Monaten werden wir auch erste Prototypen zusammen mit unseren technischen Projektpartnern entwickeln und deren Nutzen testen.

Wikipedia-Academy

Wie bereits im Blogbeitrag “Neues von der Academy” angekündigt, werden wir den Fokus der Wikipedia Academy deutlicher in Richtung „Forschung und Wissenschaft um, in und mit Wikipedia“ verschieben. Sie soll Wikipedia-Forscher miteinander in Kontakt bringen, den intensiven Austausch anregen und Möglichkeiten neuer Zusammenarbeit und Interaktion schaffen. Die eigentliche Konferenz soll erst 2012 stattfinden. Einen Grundstein für diese Veranstaltung legen wir aber bereits Ende diesen Jahres: Wir möchten Organisatoren, “Program Committee” und einige Wikipediaforscher zu einem kleinen Workshop einladen, in dem die Veranstaltung gemeinsam konzeptioniert und vorgestellt wird. Dazu in Kürze mehr.

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Zwei neue Praktikanten…

Sehen doch ganz glücklich aus: Links Khesrau Behroz und rechts Simon Wieland

…und alle so: Yeah!

In der Geschäftsstelle wird es eng, großes Gewusel, Haushaltsplanung, Umzugsvorbereitungen – und ganz nebenbei noch gefühlte hundert Projekte, die betreut und durchgeführt werden wollen. Eine Team-Verstärkung macht also durchaus Sinn, wenn auch nur für rund drei Monate: Zwei neue Praktikanten kümmern sich ab sofort nicht nur um anstehende Büroarbeit, sondern steigen auch kopfüber in die diversen Projekte ein.

Simon Wieland und ich, Khesrau Behroz. Beide noch Studenten aus Erfurt (Kommunikationswissenschaft im Hauptfach – passt!), beide begeisterte Wiki-Freunde. Wir sind Nutznießer des Freien Wissens; vor allem Wikipedia fungiert oftmals als Anlaufpunkt für Recherchen. Trotz seltsamer Warnungen offensichtlich unwissender Professoren und Dozentinnen, die vor den Gefahren einer von allen Menschen editierbaren Enzyklopädie warnen. Dass das natürlich nicht so einfach ist – das brauchen wir Euch nicht zu erzählen.

Was werden wir den ganzen Tag machen? E-Mails beantworten, bei Vorbereitung und Durchführung der zahlreichen Projekte helfen (Weltkulturerbe, Wikipedia macht Schule, WikiConvention, u.a.), einen ordentlichen Haufen Briefe eintüten – und auch den einen oder anderen Kaffee kochen. Erreichen könnt Ihr uns bei Fragen jederzeit gerne* per E-Mail: simon.wieland@wikimedia.de und khesrau.behroz@wikimedia.de – ab und an nehmen wir auch die eingehenden Anrufe in der Geschäftsstelle entgegen, um irritierten Menschen zu erklären, dass wir kein Online-Shop für Produkte dieser oder jener Firma sind und auch nicht wissen, wo Wauwau denn schon wieder steckt.

An lustigen Geschichten von Irrungen und Wirrungen – daran sollte es  am Ende des Praktikums nicht mangeln…

* Das ist gelogen. Bis spätestens gegen 19 Uhr, montags bis freitags, dann ist aber auch wirklich Feierabend!

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