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„Wissenschaft offen gestalten – Open Science in der Praxis“ – Podiumsdiskussion und Projektvorstellung am 10. März 2017

Wie funktioniert Open Science in der Praxis? Wir laden Sie ein, diese Frage mit uns im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu diskutieren. Zu Gast sind Expertinnen und Experten sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und-wissenschaftler, die darüber sprechen, welche Erfahrungen sie mit offener wissenschaftlicher Praxis gemacht haben.

Die Idee von Open Science verspricht den gesamten wissenschaftlichen Prozess für möglichst viele Menschen zugänglich, nachvollziehbar und nutzbar zu machen – von der Datenerhebung bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse. Doch wie werden Open Science Projekte konkret umgesetzt? Mit welchen Herausforderungen und Hürden werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konfrontiert, die ihre eigene wissenschaftliche Arbeit möglichst offen gestalten möchten?

Im Rahmen des Fellow-Programms Freies Wissen, das von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde, haben sich zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten haben sie in Forschungsprojekten Open Science in der Praxis betrieben und wurden dabei durch erfahrene Open Science-Expertinnen und -experten unterstützt, die ihnen als Mentorinnen und Mentoren beratend zur Seite standen. Zum Abschluss des ersten Programmjahres präsentieren die geförderten Fellows ihre Projektergebnisse und sprechen darüber, wie Open Science für sie in der Praxis funktioniert hat.

Auf dem Podium diskutieren:

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion besteht die Möglichkeit, sich bei Getränken und Snacks über die geförderten Projekte zu informieren und mit den Fellows und Mentorinnen und Mentoren ins Gespräch zu kommen.

  • Datum: 10. März 2017
  • Uhrzeit: 18:00 – 20:00 Uhr, anschließend informeller Ausklang
  • Veranstaltungsort: Wikimedia Deutschland e. V., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin​
  • Hashtag: #FellowsFreiesWissen

Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung (per Mail an wissenschaft@wikimedia.de) wird gebeten.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend!

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband 2016 ins Leben gerufen, um Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene wissenschaftliche Arbeit offen zu gestalten. Das zentrale Anliegen des Programms ist es, die schrittweise Öffnung der Wissenschaft zu fördern und das Prinzip kollaborativer Wissensproduktion nach dem Vorbild der Wikipedia weiter in die Breite zu tragen. Im ersten Programmjahr wurden die Fellows betreut von V.-Prof. Dr. Ina Blümel (Technische Informationsbibliothek Hannover), Dr. Gregor Hagedorn (Museum für Naturkunde), Dr. Peter Kraker (Know-Center), Dr. Daniel Mietchen (National Institutes of Health) und Prof. Dr. Claudia Müller-Birn (Freie Universität Berlin).

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Enriched publications und Wikidata: Ein Werkstattbericht

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag berichtet die Stipendiatin Adelheid Heftberger über ihr Projekt im Rahmen des Fellow-Programms und ihre Erfahrungen mit Open Science.

Der Einstieg

Nun saß ich also da, inmitten von schlauen Menschen, die alle sehr viel Ahnung von Open Science hatten. “Da” war das Kick-Off-Meeting des neuen Fellow-Programms “Freies Wissen”, das von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband ins Leben gerufen worden war. Viel war die Rede von Wissenskommunikation wie Blogs, Twitter etc., von Forschungsdaten, von selbst geschriebenen Programmen. Man tauschte sich über Plattformen aus, von denen ich nur vage eine Ahnung hatte oder auf denen ich nur sehr vorsichtig bisher erste Schritte getan hatte. Kurz: Mir rauchte der Kopf. Am Ende verabschiedete ich mich hochmotiviert in der Gewissheit, dass es Zeit war, die Ärmel hochzukrempeln und die Idee von Open Science in meine Community zu tragen bzw. erst einmal zu recherchieren, was der Wissensstand war.

Ein Schritt zurück. Warum nahm ich an einem Kick-Off-Meeting im Wikimedia Deutschland Gebäude in Berlin teil? Meine Bewerbung für das Fellow-Programm entstammte meiner Arbeit am Open Access Journal Apparatus, das von Natascha Drubek 2015 gegründet worden war. Dabei konnte ich aus nächster Nähe erleben, wie komplex ein solcher Gründungsprozess ist und wie viele Partner es dazu braucht. Apparatus widmet sich der Film- und Medienwissenschaft, daher scheint es nicht weit hergeholt, bewegtes Bild in die Artikel einzubauen. Nicht besonders innovativ möchte man meinen, ist das Internet doch voll mit Videos auf den Webseiten. Ein Blick auf die Journal-Landschaft in diesem Bereich zeigt aber rasch, dass geisteswissenschaftliche Artikel immer noch sehr traditionell publiziert werden [1]. Ein typischer Artikel besteht aus Textteilen, zwischen die hin und wieder Bilder zur Illustration eingefügt sind. Umfangreiche Bibliographien und Filmographien sind typischerweise am Ende des Artikels angefügt und Links zu anderen Webseiten sind meist spärlich vorhanden. Sehr oft liegt der Artikel überhaupt nur als pdf zum Download bereit. Sexy ist das nicht gerade. Und auch nicht einfach zu erklären.

Die fehlende Kreativität oder technische Umsetzung derselben liegt nicht nur am fehlenden Willen der Herausgeber und Herausgeberinnen, sondern zu einem großen Teil an mangelhaften Infrastrukturen und nicht zuletzt an den fehlenden oder unklaren Rechten. Viele Open Access Journals verwenden das weit verbreitete Open Journals System (OJS) [2], in dem Videos im Grunde embedded werden können [3]. Dazu kommen Fragen der Archivierung der Inhalte: Wer würde sich um die Langzeitarchivierung kümmern, wenn kein einfaches PDF/A [4] an Bibliotheken abgeliefert werden konnte? Und: ging es in meinem Projekt denn nicht eigentlich um viel mehr als nur ein Video in meinen Test-Artikel einzubauen?

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Der Fossilbericht und Open Science: Modellierung der Gefährdung von Amphibienarten

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag stellt die Stipendiatin Melanie Tietje ihr Projekt vor, welches sie im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

Ich bin Biologin am Museum für Naturkunde und beschäftige mich mit dem Aussterberisiko von Amphibien. In meiner Doktorarbeit erforsche ich, welche Faktoren über das Überleben oder Aussterben einer Art entscheiden. Dabei konzentriere ich mich auf Amphibien, da diese aktuell die am stärksten gefährdete Gruppe von Landwirbeltieren bilden [1] und deshalb von großem Interesse für den Naturschutz sind. Ich arbeite hierfür sowohl mit dem Fossilbericht ausgestorbener Arten als auch mit Daten von lebenden Arten. Das Verständnis der zum Aussterben führenden Mechanismen und dafür, welche Faktoren sich als nachteilig für das Überleben einer Art erweisen, sind von enormer Bedeutung für das Fällen von Entscheidungen im Naturschutz, wenn es um die Aufteilung von Ressourcen wie Arbeitszeit und finanziellen Mitteln geht.

In meinem Projekt im Fellow-Programm Freies Wissen erstelle ich ein auf dem Fossilbericht von Amphibien basierendes Modell, welches wichtige artspezifische Merkmale identifiziert, die das Aussterberisiko einer Art beeinflussen. Dieses Modell wird anschließend auf lebende Amphibienarten angewendet und das prognostizierte Aussterberisiko mit der Einschätzung der IUCN Roten Liste verglichen. Um  meine Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werde ich zwei Aspekte aus dem breiten Spektrum von Open Science in meine Arbeit integrieren: Reproduzierbarkeit und Community Feedback.

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Selbstlernende Computerprogramme und Evolution – Ein Projektbericht aus dem Fellow-Programm Freies Wissen

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Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag stellt der Stipendiat Nicolas Schmelling sein Projekt vor, welches er im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

Computer spielen in unserer heutigen Gesellschaft eine immer größere Rolle. Zum einen verwenden wir Computer täglich bewusst für die unterschiedlichsten Sachen – vom Wecker bis hin zum Wissenserwerb. Zum anderen steuern Computer auch immer mehr Prozesse ohne unser Mitwirken, wie zum Beispiel der Spamfilter, der ungewollte E-Mails aussortiert. Mit Blick auf die Zukunft wird uns bewusst, dass Computer viele unserer Tätigkeiten übernehmen werden. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema hat beispielsweise in der diesjährigen ARD-Themenwoche zum Thema „Zukunft der Arbeit“ stattgefunden.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei das Vermögen von Computern, durch Informationen und Daten zu „lernen”. Anwendungen mit dieser Fähigkeit finden wir in unterschiedlichsten Bereichen, sei es eine Kaufempfehlung im Onlineshop oder der Einsatz von selbstfahrenden Autos auf den Straßen. In einer Zeit, in der Computer datengestützte Vorhersagen machen können, sollte es also auch möglich sein, auf diese Weise neues Wissen zu schaffen und wissenschaftliche Probleme zu lösen.

In meinem Projekt möchte ich daher mithilfe von kleinen autonomen Computerprogrammen Fragestellungen der Evolution beantworten. Im Detail werde ich mich mit der Evolution von Zeitmessern beschäftigen. Unter welchen Umweltbedingungen kann überhaupt eine „innere“ Uhr entstehen? Was für einen Sinn/Vorteil hat ein Zeitmesser für einen Organismus? Dies sind Beispiele für Fragen, denen mein Projekt auf den Grund geht.

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Leistungsschutzrechte, Remix-Kultur und Freies Wissen – Zur kreativen Nachnutzung seit dem Sampling-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Dies ist ein Gastbeitrag von Marion Goller, Stipendiatin im Fellow-Programm Freies Wissen. Das Fellow-Programm wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen.

Kunstfreiheit schlägt Eigentum“ titelte Ende Mai dieses Jahres die Online-Ausgabe der Legal Tribune, als das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) seine Entscheidung in Sachen „Metall auf Metall“ bekanntgab. In der Musik- und vor allem in der HipHop-Szene war das Urteil im Streit zwischen Moses Pelham und der Band Kraftwerk mit Spannung erwartet worden, sollte es doch ein für allemal regeln, ob Sampling – das Verwenden von Tonausschnitten aus fremden Werken in der eigenen Produktion – erlaubt ist oder nicht.

Aber nicht nur für professionelle Musiker:innen ist das Urteil interessant, sondern auch für Musikfans, die aus den Werken ihrer Idole neue Tracks zusammenschneiden und so neue Kunst schaffen wollen. Technische Fortschritte, insbesondere Digitalisierung und Internet, haben Herstellungs- und Grenzkosten in Ton und Film stark gesenkt, wie ich in meinem letzten Beitrag ausführte. Das hat eine neue Form der Remix-Kultur entstehen lassen, die wohl niemand so eloquent, passioniert und enthusiastisch beschrieben hat wie der Rechtswissenschaftler und Creative Commons-Mitgründer Lawrence Lessig.[1] Die Remix-Kultur lässt die Grenzen zwischen Produzent:innen und Konsument:innen verschwimmen oder hebt sie sogar ganz auf und schafft den neuen Typus der Prosument:innen: Personen, die sich der Werke anderer bedienen, um sich selbst kreativ auszudrücken.

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Open Access: Was tut sich beim freien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen?

Open Access (storefront), by Gideon Burton, CC BY-SA 2.0 via Flickr

Vom 24. bis 30. Oktober 2016 findet bereits zum achten Mal die internationale Open Access Week statt. Zahlreiche Veranstaltungen weltweit bieten Gelegenheit, sich über den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Daten zu informieren, sich mit Aktiven aus der Open-Science-Bewegung zu vernetzen und so die Öffnung der Wissenschaft voranzutreiben. Diese Woche ist also ein guter Zeitpunkt einmal zu schauen, was sich im Bereich Open Access in der jüngeren Vergangenheit so getan hat und aktuell tut. Dies ist ein Gastbeitrag von Leonhard Dobusch.

Erst vor wenigen Wochen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein neues Strategiepapier veröffentlicht und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka betont, dass der freie Zugang zu Wissen ein Sprungbrett für die gesellschaftliche Entwicklung sei. In der Pressemitteilung fordert sie:

Wichtig ist mir, dass die Ergebnisse von Forschung, die mit Steuergeld gefördert wurde, für die Allgemeinheit unentgeltlich verfügbar werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse können heute leichter publik gemacht werden. Die digitalen Medien ermöglichen dies und wir müssen es schaffen, dass diese Chancen stärker ergriffen werden.

Das BMBF vertritt in seiner Strategie die These, eine komplette Umstellung auf Open Access sei denkbar. Dafür notwendig sei vor allem ein Paradigmenwechsel bei der Verwendung der Bibliotheksetats. Dabei verweist es auf Untersuchungen der Max-Planck-Gesellschaft.

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Fellow-Programm Freies Wissen – an die Arbeit!

Nachdem das Fellow-Programm Freies Wissen im Mai offiziell mit der Ausschreibung der Fellowships startete, endete im August die Bewerbungs- und Auswahlphase. Aus knapp 80 Einreichungen wählte das Programmteam zehn Fellows aus, die am diesjährigen Pilotprogramm teilnehmen und bis Ende Februar 2017 Forschungsprojekte im Sinne offener Wissenschaft durchführen. Im September trafen sich die Teilnehmenden des Programms in Berlin, um sich über die Idee und Praxis Offener Wissenschaft auszutauschen und  gemeinsam die Arbeit in den kommenden Monaten zu planen. Ziel des Programms ist es, die Idee von Open Science sichtbarer zu machen und in die wissenschaftlichen Institutionen zu tragen, um damit die schrittweise Öffnung von Wissenschaft und Forschung voranzutreiben.

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Die Resonanz auf die Ausschreibung des Fellow-Programms Freies Wissen, welches Wikimedia Deutschland in diesem Jahr erstmalig in Kooperation mit dem Stifterverband durchführt, war überaus erfreulich: Insgesamt bewarben sich fast 80 Wissenschaftlerinnen und


Unter dem Begriff “Open Science” werden sämtliche Bestrebungen zusammengefasst, die darauf abzielen, den wissenschaftlichen Forschungsprozess offen zu gestalten und seine Bestandteile wie beispielsweise Methoden, Forschungsdaten und Publikationen frei zugänglich und nachnutzbar zu machen. Auf diese Weise können der Öffentlichkeit aber auch anderen Forschenden diese Daten und Informationen als Wissensallmende zur Verfügung gestellt werden, sodass möglichst vielen Menschen die Teilhabe an der Erstellung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglicht wird.

Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Disziplinen und Fachbereichen mit zahlreichen spannenden und interessanten Projektideen. In einem mehrstufigen Reviewprozess wurden schließlich zehn Fellows ausgewählt, die im Rahmen des diesjährigen Pilotprogramms mit einem Stipendium gefördert und bei der Umsetzung ihrer sechsmonatigen Forschungsvorhaben unterstützt werden.

Die Forschungsprojekte der ausgewählten Fellows könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie reichen von der Publikation einer Zusammenstellung der Umweltbildungsaktivitäten verschiedener NGOs auf Madagaskar über die Entwicklung eines Workflows für die Einbettung von Videos in Open Access Publikationen bis hin zu Untersuchungen der Gehirnaktivität von Honigbienen. Gemein ist allen Projekten  jedoch der Aspekt der Offenheit: Im Rahmen des Programms werden die Fellows ihre Forschungsprozesse und -ergebnisse nach den Prinzipien von Open Science öffnen und letztlich für die Allgemeinheit zugänglich und nachnutzbar machen.

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Freies Wissen und Wissenschaft (Teil 08): Open Science Q&A – selbstorganisierte Handreichungen für offene Wissenschaft

Open Access, Citizen Science, Open Research Data – Die Öffnung der Wissenschaft schreitet voran. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich im Rahmen ihrer Arbeit mit freien Lizenzen und kollaborativen Arbeitsweisen. Sie machen ihre Forschungsergebnisse und -daten frei zugänglich, damit sie von möglichst vielen Menschen verwendet und nachgenutzt werden können oder beteiligen Bürgerinnen und Bürger direkt am Forschungsprozess. An dieser Stelle veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Beiträge rund um das Thema Freies Wissen und Wissenschaft. Im achten Teil unserer Beitragsserie sprachen wir mit Christian Pietsch von der Universitätsbibliothek Bielefeld über das von ihm betreute Community-Projekt Open Science Q&A, welches versucht, Antworten auf die häufigsten Fragen zu offener Wissenschaft zu geben.


Offene Wissenschaft ist ein Ziel, auf das sich viele einigen können. Mit der praktischen Umsetzung hapert es allerdings oft noch. Oft sind es technische Kleinigkeiten, die unklar sind, manchmal aber auch Grundbegriffe. Und dann gibt es noch jede Menge Mythen und Irrtümer, die aufgeklärt werden müssen. Open Science Q&A ist eine Community aus Wissenschaftlern und anderen Interessierten (von SchülerIn bis ProfessorIn), die sich gefunden hat, um eine Wissenssammlung zu dieser Thematik in Form von Fragen und Antworten zusammenzutragen. Eine Zeit lang bemühten sie sich, beim StackExchange-Netzwerk unterzukommen, das inzwischen nicht mehr nur von ProgrammiererInnen zum Erfahrungsaustausch genutzt wird. Jetzt befindet sich die Frage-und-Antwort-Website Open Science Q&A bei der Universität Bielefeld. Wie kam es dazu, Christian Pietsch?

Bild: Libby Levi, CC BY-SA 2.0 via Flickr

Christian Pietsch: In der privaten Beta-Phase bei StackExchange war ich noch gar nicht beteiligt. Eines Tages sah ich einen Tweet, in dem Daniel Mietchen bedauerte, dass es keine öffentliche Beta-Phase geben würde und dass die private Beta-Site am kommenden Freitag gelöscht würde. Ich konnte nachfühlen, was das bedeutet, weil ich mich vor zwei Jahren eifrig an einer anderen privaten Betaphase (Digital Preservation) beteiligt hatte, die auch eingestampft wurde – einschließlich meiner Antworten. Daher wusste ich noch, dass die Fragen und Antworten in Form einer XML-Datei weiter existieren, die StackExchange nach Schließung einer Beta-Site zum Download anbietet. Diese müsste sich woanders importieren lassen, um die Frage-und-Antwort-Website wiederzubeleben. Ich bot meine Hilfe an, und kurz darauf brachte mich Daniel mit den Betreibern von PhysicsOverflow zusammen, die das schon mal gemacht hatten. Mit ihrer Hilfe und der freundlichen Erlaubnis meiner Vorgesetzten an der Universitätsbibliothek Bielefeld konnte ich nach wenigen Tagen den archivierten Inhalt als https://openscience.uni-bielefeld.de/ wieder benutzbar ins Netz bringen. Das war natürlich nur möglich, weil Gideon Greenspan in Israel eine freie und quelloffene Software namens Question2Answer (Q2A) programmiert hatte, mit der man schnell eine eigene Frage-und-Antwort-Website aufsetzen kann, und weil ein Professor im Ruhestand, der sich im Netz polarkernel nennt, ein Importskript für PhysicsOverflow geschrieben hatte, das ich unter seiner Anleitung nachnutzen durfte.

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Freies Wissen und Wissenschaft (Teil 07): Eine Enzyklopädie mit frei verfügbarem Wissen schreiben – in einer Welt der verschlossenen Inhalte

Open Access, Citizen Science, Open Research Data – Die Öffnung der Wissenschaft schreitet voran. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich im Rahmen ihrer Arbeit mit freien Lizenzen und kollaborativen Arbeitsweisen. Sie machen ihre Forschungsergebnisse und -daten frei zugänglich, damit sie von möglichst vielen Menschen verwendet und nachgenutzt werden können oder beteiligen Bürgerinnen und Bürger direkt am Forschungsprozess. An dieser Stelle veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Beiträge rund um das Thema Freies Wissen und Wissenschaft. Im siebten Teil unserer Beitragsserie schreiben Jake Orlowitz und Alex Stinson, die bei der Wikimedia Foundation das Projekt „The Wikipedia Library“ koordinieren, über die Bedeutung von Open Access für Wikipedia und die Arbeit der Wikipedia Library, die innerhalb der Wikimedia Community zum Teil kontrovers diskutiert wird.


Mitte September 2015 gab Elsevier, einer der weltweit größten akademischen Fachverlage, seine neue Kooperation mit der Wikipedia Library bekannt, einem Programm, das Autoren Zugang zu verlässlichen wissenschaftlichen Quellen verschafft, um die Qualität der Wikipedia zu verbessern. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden 45 ScienceDirect Zugangskonten an Wikipedia-Freiwillige vergeben, die nun beim Verfassen und Editieren der Enzyklopädie in der Fachliteratur dieser Datenbank recherchieren können. Die Ankündigung löste eine wichtige und konstruktive Diskussion zu Open Access und der Wikimedia-Bewegung aus.

Auf der Grundlage von 40 Partnerschaften mit Herausgebern erhalten Wikipedia-Autoren über das Programm Wikipedia Library freien Zugang zu Inhalten der unterschiedlichsten Fachgebiete. Dank dieser Partnerschaften können die Autoren ansonsten nutzungsbeschränkte Inhalte verwenden, um Wikipedia zu verbessern und das Wissen öffentlich verfügbar zu machen. Zu diesem Zweck geht Wikipedia Library häufig Partnerschaften mit Organisationen ein, die die Ziele und das Konzept der Open Access-Bewegung nicht vollständig teilen. Die Wikipedia-Autoren verlinken in der Folge teilweise zu nutzungsbeschränkten Inhalten. Warum geht die Wikipedia Library als Teil einer Bewegung für Freies Wissen so vor?

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Freies Wissen und Wissenschaft (Teil 06): „All of Open Access on a stick“, oder: Wie überwinden wir die Open-Silos?

Open Access, Citizen Science, Open Research Data – Die Öffnung der Wissenschaft schreitet voran. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich im Rahmen ihrer Arbeit mit freien Lizenzen und kollaborativen Arbeitsweisen. Sie machen ihre Forschungsergebnisse und -daten frei zugänglich, damit sie von möglichst vielen Menschen verwendet und nachgenutzt werden können oder beteiligen Bürgerinnen und Bürger direkt am Forschungsprozess. An dieser Stelle veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Beiträge rund um das Thema Freies Wissen und Wissenschaft. Im sechsten Teil unserer Beitragsserie schreibt Lambert Hellerder sich im Open Science Lab der TIB Hannover mit kollaborativen Arbeitsweisen in der digitalen Wissenschaft beschäftigt, über die mögliche Rolle der Wikipedia als „Brücke“ zwischen verschiedenen existierenden Open Access-Repositorien.


Forschungsergebnisse Open Access zu publizieren ist in den letzten Jahren immer selbstverständlicher geworden. Auf diese Weise ist quasi eine virtuelle Allmende entstanden – sichtbar vor allem durch einige sehr große fachliche Repositories wie PubMed Central (PMC) und arXiv. Verschiedene Player versuchen in der letzten Zeit immer wieder, die große verstreute Open Access-Almende auf einem Rechner zusammen zu bringen. Aus vielen Gründen wäre das nützlich – doch die bisherigen Ansätze haben einige Grenzen. Ich möchte in diesem Beitrag beschreiben, wie und warum sich in der Wikipedia gerade eine nachhaltige und partizipative Lösung dieser Herausforderung entwickeln könnte.

Der Begriff „Open Silo“ – ein Widerspruch in sich?

Der auf den ersten Blick widersprüchliche Begriff „Open Silo“ entstand im Frühjahr 2015 im Umfeld der Open Knowledge Open Education Working Group (vgl. auch diese ausführlichere Mailinglisten-Diskussion im Anschluß). Mir begegnete dieses Wort erstmals bei der OAI9-Konferenz in Genf, ebenfalls im Frühjahr 2015. Daniel Mietchen stellte dort die These auf, dass Wikipedia-Projekte wie Wikimedia Commons und Wikisource heute benötigt werden, um Brücken zwischen den „Open Silos“ zu bauen, die heute vielerorts entstehen. Ich nehme an, das stimmt. Und ich vermute, dass dies ein – bisher allzu leicht übersehener – Punkt ist, an dem die Öffnung des gesamten, aktuellen wissenschaftlichen Wissens als öffentliches Gut, langfristig von der Wikipedia profitieren kann und sollte.

Dabei beschäftigt mich – jedenfalls in diesem Blogposting – noch nicht einmal die Frage nach möglichen Brücken zwischen Open Access und offenen digitalen Ressourcen anderer Domänen, wie etwa Open Educational Resources oder Open Government Data. Ich will hier zunächst einmal tatsächlich nur von Brücken innerhalb von Open Access im engeren Sinne reden, also den frei zugänglichen Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung. Wer sich mit der Landschaft der Open Access-Repositories und -Aggregatoren auskennt, kann die nächsten beiden Abschnitte überspringen und weiterlesen bei „Von der virtuellen Open Access-Allmende zur vollständigen Open Access–Sammlung auf einem Rechner“.

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