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3, 2, 1, Wikidata!

Es ist soweit. Am heutigen Freitag, den 30. März 2012, ist der offizielle Startschuss für Wikidata gefallen. Das erste neue Wikimedia-Projekt seit sechs Jahren wird eine gemeinsame Datenbasis für Artikel in allen Sprachversionen von Wikipedia ermöglichen. Das Entwicklerteam von Wikimedia Deutschland beginnt am Montag, den 2. April, die Arbeit am Großprojekt. Unsere Pressemitteilung mit allen Details zu Wikidata wurde heute in Deutsch und Englisch veröffentlicht und ist auf unserer Webseite zum Nachlesen eingestellt.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts wird es sein, Anregungen der Wikipedia-Community aufzunehmen. Ansprechpartnerin hierfür ist Lydia Pintscher, die sich in einem eigenen Blogposting bereits vorgestellt hat. Weitere Informationen gibt es natürlich auch auf der Projektseite von Wikidata.

Wir freuen uns auf spannende Monate und werden hier regelmäßig über die Entwicklungsschritte berichten.

 

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Bildung und Wissen – Das Referententreffen

vom 2.-4.3.2012 fand im evangelischen Tagungszentrum Hofgeismar bei Kassel das traditionelle Referententreffen statt. Aber etwas war neu: Erstmals trafen sich in entspannter Atmosphäre und gut gelaunt die Referenten/innen aller Bildungsprogramme des Bereichs Bildung und Wissen, also “Silberwissen‘‚, “Wikipedia macht Schule“ und “Wikipedia Hochschulprogramm‘‚. Neben dem gemeinsamen Austausch der Erfahrungen ging es darum, Gemeinsamkeiten zu erleben und so das Bewußtsein zu verstärken, Teil eines größeren Bereichs Bildung und Wissen zu sein.

Die Themen


Wikimedia Commons: emma7stern CC-BY-SA 3.0 *

Nach dem gegenseitigen Vorstellen und Kennenlernen erläuterten die Projektleiter/innen das Konzept “Mitmachen”: zu motivieren, bereichsübergreifend das Ziel der Autorengewinnung voranzutreiben und Wege zu finden, diese dauerhaft in die Wikipedia einzubinden. In der anschließenden Diskussion entbrannte daraus ein teilweise durchaus emotionaler Meinungsaustausch über Umgangsformen in der Wikipedia und den nicht zu übersehenden sogenannten “Gender – Gap“, also das unausgeglichene Verhältnis zwischen Männern und Frauen in der Wikipedia-Autorenschaft.

Eine wichtige Komponente der Autor/innen-gewinnung sind Workshops, die das Mitarbeiten in der Wikipedia lehren. Eine Referentin berichtete von ihrem Einführungsvortrag beim Deutschen Frauenring in Kiel. Aufgeschreckt durch die niedrige Frauenquote und die Dürftigkeit von Artikeln im Bereich der Frauenvereine zeigten sich die Teilnehmerinnen vor Ort motiviert, ihr Wissen im Rahmen eines folgenden Workshops einzubringen. Die folgenden Berichte aus der Praxis wurden sachlich, aber durchaus leidenschaftlich diskutiert.

Am zweiten und dritten Tag lag der Schwerpunkt auf der Frage, wie wir “Mitmachen!” in die unterschiedlichen Veranstaltungsformen integrieren können. Übereinstimmend wurde es als das Wichtigste gesehen, den Spaß an der Mitarbeit zu vermitteln und ihn erfahrbar zu machen. Immer das Ziel vor Augen, die Wikipedia attraktiv für neue Autoren/innen zu machen, angesichts des unübersehbaren Autorenschwunds. Die Aufgabe, die Begeisterung zum „Mitmachen“ zu wecken, wurde zum Ende mit einem Zitat – in etwas abgewandelter Form – treffend zusammengefasst:

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre (…) die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.”

Antoine de Saint-Exupery (Werk: Die Stadt in der Wüste / Citadelle)

Auch die Frage, wie wir realistische und pragmatische Lösungsmöglichkeiten für die Unterstützung der in den Programmen gewonnenen Neuautor/innen finden können, prägte das Camp. Von kurzfristigen Rückfragemöglichkeiten für Workshopteilnehmer bis hin zu langfristigen Modellen, die gemeinsam mit der Community weiterentwickelt werden müssen, reichte dabei das Spektrum. Es ist ein Anfang gemacht! Die Referent/innen arbeiteten teilweise bis spät in die Nacht und nutzen jede Gelegenheit, um sich über die Programme und Erfahrungen auszutauschen.

Wir nehmen mit

Im Rahmen des Camps entstanden eine Reihe guter Ergebnisse, die die Zukunft von Bildung und Wissen bei Wikimedia Deutschland nachhaltig prägen werden. Besonders die Fantasie und die realistische Einschätzung der Referent/innen war beeindruckend! Zudem hat sich das Prinzip, dass erfahrene Referent/innen den Neulingen ihre Kenntnisse mit auf den Weg geben und neue Referent/innen ihre Ideen in die Arbeit mit einfließen lassen, bewährt. Im Nachklang zeigt sich in diesem Treffen malwieder: je unterschiedlicher die Blickwinkel auf ein Thema, desto besser und ausgereifter am Ende das Ergebnis. Danke an alle Anwesenden!

Wer Anmerkungen und Ideen hat, Lust hat, sich als Referent/in am Netzwerk zu beteiligen, oder wer Interesse an einen solchen Workshop hat, der wende sich gerne an: bildung@wikimedia.de

 

ein gemeinsamer Text von Schlesinger, Elly Köpf und Denis Barthel

 

* http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

 

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Accessibility-Studie für Wikipedia

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts Third Age Online (TAO) hat die Stiftung „Zugang für alle“ (ZfA) eine Zugänglichkeitsstudie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt. Grundlage für die Studie waren die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die von der Web Accessibility Initiative (WAI) empfohlen werden. Damit liegt erstmals ein umfassender Bericht für das Projekt Wikipedia vor, der die Einschränkungen der Zugänglichkeit nach WCAG 2.0 thematisiert. Der Bericht wurde von der Stiftung ZfA ins Englische übersetzt, unter eine freie Lizenz gestellt und der Wikimedia Foundation zur Verfügung gestellt. Da gerade unter dem Codenamen „Athena“ eine neue Oberfläche für MediaWiki entwickelt wird, sollte so früh wie möglich auf die Einhaltung der Richtlinien geachtet werden.

In großen Teilen werden die Richtlinien bereits eingehalten. Im Abschlussbericht werden allerdings noch einige Punkte genannt, die einer Optimierung bedürfen. In Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation und der Entwickler-Community wird Wikimedia Deutschland jetzt dafür sorgen, dass die Einschränkungen der Zugänglichkeit möglichst schnell behoben werden. Obwohl die Studie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt wurde, wird die Behebung auch die Zugänglichkeit aller anderen Sprachversionen verbessern.

Die notwendigen Anpassungen beziehen sich überwiegend auf die Verwendung von Screenreadern und die Bedienung der Oberfläche mit der Tastatur. In den meisten Fällen können die Mängel durch eine Anpassung der MediaWiki-Software oder eine Überarbeitung der Skins behoben werden. Einige Punkte lassen sich jedoch lediglich durch die Erweiterung der Bearbeitungsrichtlinien verbessern.

Eine Zusammenfassung und der vollständige Bericht der Studie kann auf der Projektseite „Third Age Online“ eingesehen werden.

Die aus diesem Bericht resultierenden Änderungen sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Hinterlegen eines Standardwertes für die von Screenreadern vorgelesene Beschreibungen in eingebetteten Grafiken/Fotos
  • Korrekte Auszeichnung und strukturelle Anpassung von Überschriften zur besseren Orientierung von ScreenReader-Benutzern
  • Korrekte Verwendung von Linklisten
  • Weitgehenden Verzicht von Tabellen als Gestaltungshilfe
  • Anpassung der Infoboxen an die korrekte Verwendung von Tabellen
  • Überarbeitung der Navigationsleiste, um Kompatibilität mit Screen-Readern zu gewährleisten
  • Konsistente Auszeichnung externer Links für Screen-Reader
  • Hinzufügen der Schreibweise von Artikeln anderer Sprachversionen in der Sprache des Benutzers, vor allem bei Sprachen mit nichtlateinischer Schrift
  • Korrekte Auszeichnung von Eingabefeld-Beschriftungen und Pflichtfeldern in Formularen
  • Anpassung des Editors und des Audio-Players an Steuerungsmöglichkeiten per Tastatur
  • Bereitstellen eines Gadgets zur stärkeren Hervorhebung des Tastaturfokus
  • Anpassung der Definition von Schnellzugriffstasten gemäß der WCAG-Richtlinien

Folgende Punkte sind als weitere Bearbeitungsrichtlinien diskussionsbedürftig:

  • Stärkere Etablierung aussagekräftiger Bildbeschreibungen für eingebundene Grafiken/Fotos
  • Überschriftenstrukturierung und -auszeichnung auf Portalseiten
  • Auszeichnung von fremdsprachigen Teilen eines Artikels
  • Aufgreifen der Diskussion über die zusätzliche Sprachversion „Einfaches Deutsch“
  • Format und Auszeichnung von Datentabellen

Die Verwendung von sogenannten „Captchas“ wurde im Bericht ebenfalls als Einschränkung in der Zugänglichkeit angemerkt. Die Diskussion darüber läuft auch schon seit einigen Jahren. Eine akzeptable Lösung, die sowohl automatisierte Zugänge verhindert als auch die Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderungen ermöglicht, wurde noch nicht gefunden.

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160.000 Spenden für Wikipedia und Freies Wissen

Am heutigen Donnerstag hat Wikimedia Deutschland die jährliche Spendenkampagne für Wikipedia und die Idee Freien Wissens beendet. In den letzten 7 Wochen konnten dank mehr als 160.000 Spenden insgesamt 3,8 Millionen Euro gesammelt werden. Damit ist das Spendenziel erreicht. Ein Dankeschön von Pavel Richter an alle Unterstützer ist seit heute hier veröffentlicht.

Details zum Abschluss des diesjährigen Spendenaufrufs sind in einer Pressemitteilung von Wikimedia Deutschland nachzulesen. Ausführliche Information über den Verlauf der Kampagne und die damit verbundene Arbeit folgen in einem Blogbeitrag von Till Mletzko.

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Spendenkampagne für Wikipedia gestartet!


Letzte Vorbereitungen, freudige Erwartung und Spannung vor dem Startschuss: Dann war es soweit! Pünktlich um 17 Uhr am gestrigen Montag hat Wikimedia Deutschland seine Herbstkampagne gestartet, mit der ein Mal im Jahr um Spenden für Freies Wissen in Wikipedia und deren Schwesterprojekten geworben wird. Damit sind wir Teil einer weltweiten Aktion der Wikimedia-Bewegung. Für alle war der 14.11.2011 offizieller Start des so genannten Fundraisers. Pünktlich waren wir auch mit unserer dazugehörigen Pressemitteilung, in der wir detailliert über Ziele und Motivation der Kampagne berichten. In den nächsten Wochen werden Wikipedia-Leser nun über persönliche Aufrufe von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales (siehe oben) und Wikimedia-Aktiven international angesprochen. Dafür sind Hinweisbanner in den verschiedenen Sprachversionen geschaltet.

Warum wird gesammelt?

Mit der Herbstkampagne erinnern wir daran, dass die Wikimedia-Projekte ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement tausender freiwilliger Helfer und durch Spenden möglich sind. Das war in den letzten zehn Jahren so und muss auch in Zukunft so bleiben: Denn Wikipedia ist keine Selbstverständlichkeit, auch wenn sie heutzutage erfreulicher Weise so genutzt wird. Wikipedia soll weiter kostenlos und werbefrei Wissen bereitstellen, das von jedermann genutzt und geteilt werden kann. Darum rufen wir zu Spenden auf.

Wofür genau wird gesammelt?

Wofür Wikimedia Deutschland Spendengelder im nächsten Jahr verwenden wird, ist im Einzelnen im Wirtschaftsplan 2012 zu finden. Unsere Ziele haben wir vorab für Vereinsmitglieder und alle Interessierten zur Diskussion gestellt (hier im Wikimedia Forum, Anmeldung erforderlich). Auch auf einer Städtetour durch Deutschland wurde der Wirtschaftsplan öffentlich vorgestellt: Im Zentrum steht die Förderung Freien Wissens. Betrieb und Ausbau der technischen Infrastruktur und die direkte Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit der Autoren von Wikipedia bilden einen wichtigen Schwerpunkt für 2012. Eine zentrale Aufgabe sind Softwareentwicklungen rund um die Themen Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit. Um die freiwillige Arbeit für Wikipedia zu fördern, sollen Programme zum Austausch mit akademischen Kreisen sowie Kooperationen mit Museen und anderen Institutionen vorangetrieben werden. Ein weiterer Schwerpunkt: die Steigerung der Vielfalt unter Wikipedia-Autoren. Verschiedene Maßnahmen von Community-Projekten bis zu Wikimedia-Workshops haben insbesondere die größere Beteiligung von Frauen an der Erstellung der freien Enzyklopädie zum Ziel.
 
Was jede Spende bewirken kann, ist auch auf der Spendenseite der Kampagne nachzulesen.
 
Zur vollständigen Pressemitteilung.

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GLAM in der Wikipedia

Irgendwie begann es im Herbst 2007 mit der Zusammenarbeit von Wikimedia Deutschland mit dem Bundesarchiv. Die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Wikipedia beziehungsweise den Mitarbeitern der Wikipedia wurde auf eine neue Ebene gehoben. und das Schöne – dabei profitierte nicht nur die Wikipedia. Weitere Projekte folgten, so mit der Deutschen Fotothek oder dem Tropenmuseum Amsterdam. In anderen Ländern ging man andere Wege. So wurde im Juni 2010 der Australier Liam Wyatt „Wikipedian in Residence“, also wikipedianischer Mitarbeiter des British Museum in London. Seitdem konnten diverse weitere Projekte durchgeführt werden, insbesondere sind sicher Zusammenarbeiten mit dem Château de Versailles, der British Library, dem Israel Museum, Jerusalem, dem Museum of Modern Art oder der Smithsonian Institution zu nennen. Mittlerweile wurden Projekte unter dem Label „GLAM“ auf drei Kontinenten durchgeführt. GLAM steht dabei für „Galleries“, „Libraries“, „Archives“ und „Museums“.

Im DACH-Raum, Deutschland, Österreich und der Schweiz, hinken wir der internationalen Entwicklung mittlerweile etwas hinterher. Um diesem Umstand etwas aktiver entgegen zu treten, gibt es seit gestern in der deutschsprachigen Wikipedia ein GLAM-Projekt, das neben den Vereinen Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich und Wikimedia CH als zentraler Anlaufpunkt sowohl für Interessierte in den Projekten wie auch für Interessierte aus Museen, Archiven und so weiter dienen soll. Packen wir es zusammen an!

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Weiterentwicklung des Internetauftritts von Wikimedia Deutschland

In den letzten Monaten ist aus der wenig beachteten Webseite von Wikimedia Deutschland eine Seite mit tausenden von Besuchern wöchentlich geworden. Die Seite wurde angereichert mit vielen Informationen über die Aktivitäten des Vereins und besonders die Ankündigungen zur Vereinszeitung und Buchveröffentlichung führten zur steigenden Zahl der Besucher auf wikimedia.de. Doch mehr Informationen bedeuten nicht zwangsläufig, auch informativer zu sein. Leicht zu finden waren und sind die Informationen noch nicht. Aus diesem Grund ist nun ein neues Feature auf der Webseite von Wikimedia Deutschland zu finden. Erstmals sind die Aktivitäten des Vereins in einer Übersicht dargestellt. Dadurch ist es nicht nur einfacher, den aktuellen Stand dieser Aktivitäten zu überprüfen – es ist vielmehr möglich, sich gezielt über bestimmte Aspekte zu informieren, wie beispielsweise die Möglichkeiten zur Community-Einbindung, dem Zeitrahmen, oder den genauen Ansprechpartnern. Der direkte Link zur Übersicht der Aktivitäten ist unter dem Menüpunkt „Informieren“ in der Navigationsleiste unserer Webseite zu finden.

Diese Überarbeitung fügt sich nahtlos in die allmähliche Erneuerung unserer diversen Internet-Auftritte ein, die seit Ende 2010 laufen. So schön eine echter „Relaunch“ der Vereins-Webseite oder des Blogs gewesen wären, haben wir uns für eine Weiterentwicklung mit Bedacht entschieden. Auf diese Weise können wir die vielen verstreuten Seiten mit Bezug zur Arbeit von Wikimedia Deutschland besser berücksichtigen und zugleich unserem Informationsauftrag weiterhin kontinuierlich nachkommen. Als erster Schritt dieser Strategie wurde im Dezember letzten Jahres die neue Webseite auf Wiki-Basis eingerichtet. Seither werden die Webseiten-Inhalte überarbeitet, aktualisiert und ergänzt. Nachdem im Bereich „Erleben“ viele unserer Aktivitäten mit eigenen Projektseiten zu finden sind, folgt in den nächsten Monaten der Ausbau des bisher etwas vernachlässigten Bereichs „Mitmachen“.

Der Wikipedia-Namensraum

Nach einem Hinweis aus der Community haben wir im Mai den Auftritt von Wikimedia Deutschland im deutschsprachigen Wikipedia-Namensraum überarbeitet. Die Seite Wikimedia Deutschland e.V. wurde ursprünglich von der Community angelegt, aber war inzwischen nicht mehr aktuell. Wie ein Wikipedia-Autor auf der dazugehörigen Diskussionsseite treffend anmerkte, handelt es sich dabei quasi um die „Benutzerseite“ von Wikimedia Deutschland. Und angesichts der besseren personellen Ausstattung des Vereins ist es nun möglich, diese Seite durch die Geschäftsstelle zu pflegen. Ohne die Mithilfe von engagierten Community-Mitgliedern wäre diese Überarbeitung dennoch nicht möglich gewesen –  der beherzte Einsatz von Benutzer:DrTrigon ermöglichte die Automatisierung der Blog-Beiträge für die Beobachtungsliste, wodurch ihre Aktualität nunmehr sichergestellt ist – danke DrTrigon! Diese Neuerung ist jedoch nur ein erster Schritt, denn wir planen für die nächste Zeit weitere Features. So möchten wir z.B. die Seiten zur Öffentlichkeitsarbeit im Wikipedia-Namensraum aktualisieren und verbessern. Vorschläge dazu sind wie immer überaus willkommen!

Blog mit neuen Unterseiten

Seit Juni erfolgte darüber hinaus eine Überarbeitung des Vereins-Blogs. Etwas mehr Übersicht in der Navigation, eine bessere Suchfunktion und eine konsistente Einbindung in die Vereins-Webseite waren die ersten Maßnahmen. Zudem wurde eine Neu-Kategorisierung der alten Inhalte notwendig, um die Gliederungsstruktur verbessern zu können. Nach Vorbild des Blogs der Wikimedia Foundation gibt es zudem eine separate Darstellung aller Community-Beiträge. Weiterhin wurden Gliederung, Übersichtlichkeit und Aktualität der Monatsberichte verbessert und eine neue Seite mit Highlights eingerichtet.

Bitte helft uns, noch besser zu werden und sendet weitere Verbesserungsvorschläge oder Kritik direkt an catrin.schoneville@wikimedia.de!

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Nichts zu editieren.

Fast 100 Gäste durften wir bei unserer Wikipedia-Buchpräsentation am Samstag in der Literaturwerkstatt begrüßen; unter ihnen Autoren, Wikipedianer, WMDE-Mitglieder, Presseverterter und Wikipedia-Interessierte. Nach der Begrüßung durch unseren Geschäftsführer Pavel führte Catrin durch den weiteren Verlauf des Abends. Auf der Bühne diskutierten Marcus Cyron, Till Jaeger, Tobias Lutzi und Boris Marinov über die Entstehung des Buches, die Abstimmung mit den vielen Autoren sowie die Auswirkungen unseres Anspruchs, das Buch unter Creative-Commons-Lizenz heraus zu bringen. Zwei Autoren gaben dann sogar noch ihre eigenen Geschichten aus dem Buch zum Besten: Gereon Kalkuhl berichtete von seinen ganz eigenen „Wikipedia-Momente(n)“, Michael Schlesinger referierte in seinem Beitrag launisch über „Die dunkle Seite der Wikipedia“. Ein Bericht findet sich z.B. bei ZEIT Online „Buchvorstellung – Wikipedia-Autoren leuchten das Innenleben der Enzyklopädie aus.

Eine ganz besondere Überraschung hatte sich unser Praktikant Khesrau Behroz einfallen lassen: Mit seinem Text „Nichts zu editieren“ – vorgetragen in bester Poetry-Slam-Manier – hat er das gesamte Publikum in seinen Bann gezogen. Man lauschte zunächst verwundert, schockiert, fasziniert, belustigt und am Ende dann erleichtert ob des guten Ausgangs seines Kunststücks. Damit auch die Daheimgebliebenen in den Genuss kommen, haben wir die Situation heute nochmal in der Geschäftsstelle nachgestellt. Aber seht selbst:

Nichts zu editieren from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

Und hier nochmal zum Nachlesen und Nachsprechen:

Nichts zu editieren (Khesrau Behroz)

Sie dürfen diese Arbeit missbilligen.
Sie dürfen sie verachten, sie dürfen sich angeekelt fühlen.
Scheuen Sie sich nicht und kritisieren Sie.
Toben und tosen Sie, hauen Sie mit der Faust auf den Tisch,
schmeißen Sie ihn meinetwegen um.
Weisen Sie auf Ihre schwere Vergangenheit hin, denken Sie darüber nach,
welche Verbrechen in Ihrem Land ausgeübt worden sind, aber seien Sie großzügig.
Unter einer Million Toten brauchen Sie gar nicht erst anzufangen.
Spucken Sie beim Sprechen, das verleiht Ihrer Missbilligung einen ganz besonderen Akzent,
sagen Sie Ihrem Gegenüber ruhig, in welchen suboptimalen familiären und sozialen Verhältnissen er oder sie doch aufgewachsen ist,
denn – in der Tat – es muss ja so, es kann ja nicht!

Seien Sie wie Kerner, distanzieren Sie sich sogleich von Ihrer Maßlosigkeit,
schließlich sagen Sie ja nur, Sie meinen ja nicht.

Fluchen Sie, ja, fluchen Sie, wozu haben Sie denn diese Stimme?
Stellen Sie sich trotzig in den Raum und zeigen Sie auf den Urheber – mit dem nackten Finger! –
Schändung!, schreien Sie ruhig „Schändung“, es ist ein außerordentlich kluges Wort –
vergessen Sie nicht, vergessen Sie nicht, dabei ein- und wieder auszuatmen,
Sie wollen es tunlichst vermeiden, dass Ihnen ausgerechnet dann der Atem stockt,
wenn Sie parieren müssen.
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Leonardo Award 2011 für Wikipedia

Foto:Franz Pfluegl/CC-BY-SA
Foto:Franz Pfluegl/CC-BY-SA

Ehrende Aufmerksamkeit von ungewohnter Seite erfuhr Wikipedia am 21. und 22. September in Köln bei der Verleihung des „Leonardo Award für European Corporate Learning“: Diese Auszeichnung für europäische Bildungsprojekte mit Leuchtturm-Charakter wurde stellvertretend für Jimmy Wales an drei Wikipedianer mit Hintergrund im Bereich Bildung und Wissen überreicht. Neben Nando Stöcklin (Schweiz) und Ziko van Dijk (Niederlande) bekam auch ich die Gelegenheit dabeizusein.

Zur Begründung der Auszeichnung hieß es, Wales habe viele Menschen inspiriert, ihre Kreativität aktiv einzubringen und so auch Unternehmen inspiriert, ihre Lernprozesse entsprechend zu verändern. Die dahinterstehende Haltung kollaborativer, ehrenamtlicher und freiwilliger Tätigkeit und die Idee Freien Wissens ist für Unternehmen aber noch immer spürbar ungewohnt. In den Gesprächen rund um die Verleihung wurde deutlich, wie schwierig es für Unternehmen ist, die Phänomene Wikipedia und Freies Wissen vor allem in ihrer sozialen Dimension zu verstehen. Die wichtigste Erkenntnis für mich war, dass Aufklärung und Information über die Grundlagen zu Freiem Wissen und Wikipedia in der Wirtschaft nicht weniger notwendig sind als andernorts. Vielleicht braucht es sie hier sogar mehr, denn die Energien von Unternehmen in der Wikipedia sind oft nicht nur falsch gerichtet, sondern auch besonders groß. Die Frage heisst also nicht, ob man Unternehmen in der Wikipedia haben möchte (haben wir längst), sondern wie man sie adäquat integrieren kann. Für Unternehmen bedeutet es vor allem, den Mut zum Teilen aufzubringen und sich auf partizipative Prozesse einzulassen.

Die möglichen Schnittmengen von Wikipedia und Unternehmen auszuloten und in Diskussionen, Foren und Gesprächen zu thematisieren, das ist eine Aufgabe, die noch viel zu wenig angegangen wird. Die Verleihung dieses Preises ist nicht zuletzt eine Einladung zu einem konstruktiven, aber unumgänglichen und wichtigen Dialog, der für beide Seiten eine Herausforderung darstellen wird. Auf der Wikimania in Haifa hat Christophe Henner von Wikimedia Frankreich sich übrigens bereits Gedanken zu diesem Thema gemacht.

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eLitstip hat Geburtstag – Es geht voran

Zwei Jahre ist es her, das erstmals eine Gruppe von Wikipedianern zur Unterstützung Ihrer Mitarbeit an der Wikipedia Zugriff auf elektronische Literaturdatenbanken erhielt. Seit Herbst 2009 werden im Rahmen einer Kooperation mit BioOne, einem Non-Profit-Unternehmen, Zugänge für Autoren im Bereich Biologie vergeben. Weit über 100 Artikel wurden damit seither angelegt, überarbeitet und verbessert, grob geschätzt rund 200.000 Leser profitierten seither von diesen Verbesserungen. Umso erfreulicher ist es, dass die ursprünglich von BioOne auf eine Laufzeit von 2 Jahren begrenzte Zusammenarbeit um weitere zwei Jahre verlängert wurde und die Zugänge den Autoren der Wikipedia weiterhin bereitstehen werden.

Die Kooperation mit BioOne diente Wikimedia Deutschland als Modell für das sogenannte eLitstip. Das eLitstip ist ein Programm zur weiteren Bereitstellung gruppenweiser Zugänge zu Literaturdatenbanken und 2011 Schwerpunkt des Literaturstipendien-Programms von Wikimedia Deutschland. Nachdem im Lauf diesen Jahres bereits Initiativen aus den Fachbereichen Chemie und Afrikanistik erfolgreich waren, sind es passend zum Geburtstag der Zusammenarbeit mit BioOne erneut Biologen, genauer gesagt Ornithologen, die den nächsten Akzent im eLitStip-Programm setzen: 9 „Ornis“ haben dank der Initiative eines Community-Mitgliedes am gestrigen Tag Zugänge zu „Birds of North America Online“ erhalten, einem Referenzwerk zum Thema nordamerikanischer Vögel.

Wir hoffen, dass dieses „Geburtstagsgeschenk“ weitere Autorengruppen ermutigt, mit ihren Wünschen an Wikimedia Deutschland heranzutreten. Mehr Informationen zum eLitstip hier oder direkt unter litstip@wikimedia.de. Wir informieren gern und freuen uns auf die nächsten Anfragen.

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