Posts Tagged ‘Wikipedia’



Neues Jahr, neue Themen, neue Projektidee

Auf der Wikipedia-Mailingliste schon andiskutiert, hat es eine Idee inzwischen in die große weite Welt der Wikipedia-Projektplanungsseiten geschafft: Auf der Seite Wikimedia_Deutschland_e.V./Expertenforum hat unsere Pressespecherin Catrin ein schon recht detailliert ausgearbeitetes Konzept für eine – je nach Möglichkeiten und/oder Wünschen  – regelmäßige Veranstaltungsreihe vorgestellt, die momentan noch unter dem Arbeitstitel „Expertenforum“ firmiert.

Ziel dieser Veranstaltungen soll es sein, so Catrin: „ … dem Verein und den Wikimedia-Projekten mehr Transparenz nach außen und mehr Beachtung in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Durch ein Engagement dieser Art soll nicht nur Verantwortung und Kompetenz gezeigt, sondern auch die beispielhafte Arbeit der Wikipedianer z. B. im Bereich der Kontrolle, Sicherung und Entwicklung des Artikelangebots dargestellt werden. Außerdem bietet das Forum eine gute Plattform, um Kontakte zu potentiellen Kooperationspartner, Helfern und Spendern aufzubauen.“

Versammelt sind auf der Seite schon einige interessante, hochaktuelle und immer wieder spannende  Themenvorschläge wie beispielsweise „Wahlkampf im Internet“, „Freies Wissen (Bildung) ist Menschenrecht“, „Verletzung von Persönlichkeitsrechten“ oder „Wissen ist Macht“, die – so die erste grobe Idee – in einer Talkrunde mit fünf oder sechs Fachleuten aus thematisch passenden unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens besprochen werden sollen.

Zur Diskussion über diese Idee sind alle eingeladen und wer tolle Themenvorschläge hat, geeignete Gesprächspartner weiß oder kennt, allfällige Anmerkungen anbringen möchte oder auch einen knalligeren Titel für diese Veranstaltung(en) weiß, der finde sich dort ein!

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Britische Zensur der Wikipedia und ihr Kollateralschaden

Ein „Kollateralschaden“ einer Wikipedia-Sperrung im Vereinigten Königreich führt dazu, dass zehntausende von Wikipedia-Autoren sich nicht mehr schreibend an der Wikipedia beteiligen können. Grund dafür ist ein 32 Jahre altes Album-Cover der deutschen Rockband Scorpions.

Aufgrund einer Beschwerde über das Bild bei der britischen Selbstkontroll-Instanz Internet Watch Foundation (IWF) wurde der enzyklopädische Artikel über das Album Virgin Killer auf deren Schwarze Liste aufgenommen. Dies führt dazu, dass nach Angaben der IWF 95 % aller Nutzer mit privaten Internetanschlüssen keinen Zugriff mehr auf den Text haben, der sich mit der Kontroverse um das Bild beschäftigt.

Um diese Sperrung zu ermöglichen werden sämtliche Zugriffe der Provider-Kunden auf die Wikipedia „gekapert“ und über einen Kontrollpunkt umgeleitet. Dies führt neben Performance-Einbußen dazu, dass keine Unterscheidung der einzelnen Benutzer aus dem Vereinigten Königreich mehr möglich ist und sie gegenüber der Wikipedia als eine Person auftreten. Durch den Wegfall der Möglichkeit, einzelne Vandalen gezielt zu sperren, wird zehntausenden von Autoren der schreibende Zugriff auf die Wikipedia versagt.
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Heilmann will den Verein nicht weiter verfolgen

Lutz Heilmann, der am Donnerstag eine einstweilige Verfügung gegen uns erwirkt hatte, ist heute zurückgerudert. Er erklärte in einem Statement:

Nachdem die falschen, ehrabschneidenden und deshalb mein Persönlichkeitsrecht verletzenden Inhalte weitgehend aus dem entsprechenden Artikel entfernt wurden, habe ich gegenüber dem Wikimedia e.V. erklärt, dass ich keine weiteren juristischen Schritte unternehmen werde und die Weiterleitung auf die Wikipedia-Inhalte unter http://de.wikipedia.org wieder geschaltet werden kann.

Wikimedia e.V. kann also ab sofort die Inhalte der freien, nicht kommerziellen Internet-Enzyklopädie Wikipedia wieder über die URL www.wikipedia.de zugänglich machen. Ich bedaure außerordentlich, dass durch die von mir beantragte Einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck die deutschen Wikipedia-Userinnen und -User in den letzten 24 Stunden keinen direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte hatten.

Mir ging es dabei keineswegs um Zensur, sondern schlicht um eine wahre Tatsachen-Darstellung. Der juristische Weg hat sich dafür insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden. Das war nicht meine Absicht. Gemeinsam mit Wikimedia e.V. werde ich nach anderen Wegen suchen, um den offenen und freien Charakter von Wikipedia so weiter auszugestalten, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben.

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Quadriga Preisverleihung in Berlin

Wikipedianer in Schale
Wikipedianer in Schale
Vielen von uns war der Preis, der am 3. Oktober zum 6. Mal in Berlin verliehen wurde, noch vor kurzem kein Begriff. Jetzt haben wir ihn! Und, wie Jimmy bei der Entgegennahme der ‚Quadriga‘ feststellte, „Er ist schwerer als ich gedacht hätte.“ Der Preis ist auch bekannter, als wir gedacht hätten, denn zu der Preisverleihung in der Komischen Oper kamen über 1000 Gäste, darunter zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Auch 20 Wikipedianer hatten sich in Schale geworfen und liefen über den roten Teppich als das Blitzlichtgewitter der Paparazzi los ging – das aber wohl eher wegen Schauspielerin Iris Berben, Sternekoch Johann Lafer, Alt-Kanzler Gerhard Schröder oder Bundesaußenminister Steinmeier.

Jimmy bei der Preisverleihung
Jimmy bei der Preisverleihung
Aufgelockert durch Musik und Moderation wurden in über 3 Stunden die Preisträger geehrt. Großen Beifall bekam Jimmy als er in seiner Dankesrede auf die Tausenden von Wikipedianer in aller Welt verwies, die diese Auszeichnung für die „Mission der Aufklärung“ möglich gemacht haben und die eigentlichen Preisträger sind.

Zur anschließenden Party kann ich nur sagen, dass mir die Wikipedia-Party am Abend zuvor besser gefallen hat. Vor allem, da ich viele außergewöhnliche und nette Menschen getroffen habe und die Wikipedia mehr und mehr ein Gesicht für mich bekommt.

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Quadriga: Gelegenheit zum Feiern

Wenn einem etwas so Schönes wie eine Auszeichnung für „Engagement, Mut und Verantwortung sich für eine bessere Welt einzusetzen“ wiederfährt, dann sollte man das nicht zum Anlass nehmen sich nur insgeheim zu freuen, sondern sein Freude mit allen teilen.

Wikimedia Deutschland lädt daher am Vorabend der Quadriga-Verleihung an die Wikipedia – also am Donnerstag, den 2. Oktober ab 19 Uhr – nach Berlin ein. Und zwar an einen Ort, der schon  lange mit der Wikipedia verbunden ist: in die Raumstation c-base in Berlin-Mitte.

Dort trifft sich nicht nur schon seit Jahren der Berliner Wikipedia-Stammtisch, dort wurde auch der Wikimedia e. V. im Beisein von Jimmy Wales gegründet und die Raumstationsbewohner sind der Wikipedia schon lange in großer Sympathie verbunden.

Ganz besonders freuen wir uns, dass Jimmy vor ein paar Tagen seine Teilnahme an der Party zugesagt hat! Die rare Gelegenheit den Gründer des Projektes Wikipedia live in Deutschland zu treffen, sollte sich niemand entgehen lassen :)

Wer mitfeiern möchte, der ist herzlich eingeladen und kann sich auf der Gästeliste eintragen.

* Zum Quadriga-Preis: http://de.wikipedia.org/wiki/Quadriga_(Preis)
* Mehr zur c-base unter: http://de.wikipedia.org/wiki/C-Base oder auf derWebsite der Raumstation

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Wikipedia erhält Quadriga für „Mission der Aufklärung“

Großartige Nachricht: die Wikipedia ist diesjähriger Preisträger der Quadriga, eine jährliche Auszeichnung für vier Personen und Gruppen, die sich besonders durch „Engagement, Mut und Verantwortung für eine besser Welt einsetzen“. Der Preis ist mit 25.000 Euro je Preisträger dotiert. Das hatte Werkstatt Deutschland, die Organisation hinter der Quadriga über uns zu sagen:

Wikipedia wird für die „Mission der Aufklärung“ geehrt. Wikipedia verwirklicht einen uralten Traum der Menschheit: das Wissen der Welt an einem Ort zu sammeln. Gemeinschaftsgeist, Partizipation und Freiwilligkeit sind das Kraftzentrum der Online-Enzyklopädie. Die Vision des Gründers Jimmy Wales: jede Frau und jeder Mann kann zu jeder Zeit an jedem Ort durch einfaches Klicken des Buttons „Bearbeiten“ Autor sein. Fehlende Gatekeeper und kostenfreie Nutzung machen das Erfolgsgeheimnis des inzwischen auf 262 Sprachen und über 10 Millionen Artikeln gewachsenen Netzwerkes aus.

Neben Wikipedia werden auch Peter Gabriel, Eckart Höfling und Boris Tadić ausgezeichnet.

Die Preisverleihung findet am 3. Oktober in Berlin statt. Für Wikipedia wird Jimmy Wales den Preis entgegennehmen, die Laudatio hält David Weinberger.

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Wer macht kollaborative Mitmach-Websites barrierefrei?

Ganz wikimäßig stiegen wir am gestrigen Dienstag in den Workshop „Der Beitrag der Nutzer zur Barrierefreiheit“ ein. Die Aktion Mensch veranstaltete die Tagung „Konzepte und Zukunftsbilder für ein barrierefreies Internet“ und hatte Experten und Webworker eingeladen, über Barrierefreiheit im so genannten Web 2.0 zu diskutieren. Als Vertreterin von Wikimedia e.V. durfte ich den o.g. Workshop mit drei Experten moderieren. Das waren Michael Jendryschik als Webentwickler, Nicole Weißkopf vom deafhood blog bei chip.de und Maria aka Benutzer:lecartia als Vertreterin des BIENE-Projekts in Wikipedia. Weiterlesen »

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Gesichtete und geprüfte Versionen nun aktiv

Nicht ganz zwei Monate nach der klaren Aussage, dass die gesichteten und geprüften Versionen in der deutschsprachigen Wikipedia „bald“ implementiert werden, ist es nun soweit! Letzten Samstag gab es in den frühen Morgenstunden einen Testlauf, bei dem noch einige wenige Fehler auftraten, die nun behoben wurden. Heute, am 6. Mai, wurde nun die Erweiterung erneut in der deutschsprachigen Wikipedia angeschaltet.

Da die Funktionalität erst heute aktiviert wurde, ist die große Mehrzahl der Artikel momentan noch nicht gesichtet. Weitere Informationen zur Vorgehensweise finden sich auf der Seite Hilfe:Gesichtete und geprüfte Versionen.

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Logo und Livefeeds – Eine FAQ

Nach der etwas hochkochenden Diskussion auf Fragen zur Wikipedia, wollen wir die bereits dort veröffentlichten FAQs zur Logolizensierung und den Livefeeds auch hier im Blog für eventuelle Interessenten veröffentlichen.

Kommerzielle Nutzung der Wikipedia-Inhalte
  1. Ist es eigentlich erlaubt, dass Wikipedia-Inhalte kommerziell genutzt werden?
    Ja. Mittels der Lizenz, unter der alle Autoren in der Wikipedia ihre Beiträge einstellen, räumen sie Dritten das Recht der kommerziellen Weiternutzung ihrer Arbeit unter Wahrung der Lizenzbedingungen ein. Die freie Nutzbarkeit der erstellten Inhalte ist einer der Grundpfeiler der Wikipedia, auch die kommerzielle Nutzung ist durch die GNU-Lizenz für Freie Dokumentation (GFDL) ausdrücklich erlaubt.
    Der Siegeszug der Bewegung für Freie Software, aus der die Lizenz stammt, wäre ohne diese Nutzungsmöglichkeiten nicht vorstellbar gewesen. Auch Wikipedia hat von der Verbreitung, Weiterentwicklung und Anreicherung ihrer freier Inhalte durch Unternehmen schon vielfach profitiert, etwa durch mobile Zugriffsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützung oder die Spende von 10.000 hochauflösenden Bildern klassischer Kunstwerke durch den Hersteller der Wikipedia-DVDs, Directmedia.
  2. Was kann ich tun, wenn ich die kommerzielle Nutzung meiner Beiträge in Wikipedia oder durch bestimmte Unternehmen/Organisationen/Personen unterbinden möchte?
    Die GFDL verbietet solche Einschränkungen der Weiternutzung. Die Mitarbeit bei Wikipedia setzt das Einverständnis der mit der GFDL verbundenen Weiternutzungsrechte durch Dritte voraus.
  3. Was ist überhaupt so schlimm an nicht-kommerziellen Klauseln?
    Erik Möller, ehemaliges Mitglied im Board der Wikimedia Foundation, hat vor einigen Jahren einen längeren Aufsatz darüber geschrieben, wo die Probleme bei sogenannten nc-Klauseln liegen. Eine zentrale Aussage liegt in dem Problem der Abgrenzung. Viele nichtkommerzielle Nutzungsarten wären nur schwer möglich, wenn jede auch nur ansatzweise kommerzielle Nutzung untersagt wäre, Beispiele dazu gibt es durch Wikipedia genug.
Logonutzung
  1. Wer entscheidet über die Nutzung des Wikipedia-Logos?
    Die Rechte zur Nutzung des Wikipedia-Logos liegen bei der Wikimedia Foundation. Für Deutschland hat die Wikimedia Foundation dem Verein Wikimedia Deutschland die Möglichkeit zur Weiterlizensierung eingeräumt.
  2. Gab es bereits andere Fälle der Logonutzung durch Dritte?
    Ja, neben Spiegel Wissen haben auch einige andere Unternehmen eine Lizenz zur Nutzung des Logos, so der Verlag Directmedia für seine Wikipedia-DVD oder T-Online für seinen Wikipedia-Mirror. Mit einigen anderen Unternehmen laufen derzeit Gespräche. Wir werden gemeinsam mit der Wikimedia Foundation prüfen, ob wir künftig eine öffentliche Übersicht über solche Lizenzverträge bereitstellen können. Darüberhinaus gibt es zahllose Fälle der einmaligen Logonutzung, bei denen von den Nutzern keine Gebühren verlangt wurden, etwa Abi-Shirts oder die unter Wikipedia:Banner und Logos beschriebenen Dinge.
  3. Warum und unter welchen Bedingungen wird das Logo überhaupt lizenziert?
    Zum Wesen freier Inhalte gehört, dass die Inhalte von Jedermann weiterverbreitet werden dürfen. Wikimedia möchte dies unterstützen und berät und unterstützt Unternehmen seit jeher dabei, dies zu tun. Gelegentlich möchten diese Unternehmen explizit darauf hinweisen, dass es sich um Wikipedia-Inhalte handelt (auch um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, sich mit fremden Federn zu schmücken). Diesen Unternehmen wird dann ggf. angeboten, Marke und Logo der Wikipedia zu nutzen. Ob und wie hoch die jeweilige Lizenzzahlung ausfällt, hängt stark vom Einzelfall ab. Finanzielle Aspekte stehen nicht im Mittelpunkt. Das Logo wird nur dann lizenziert, wenn das damit im Zusammenhang stehende Angebot der Förderung Freien Wissens dient.
  4. Was passiert mit Einnahmen durch die Lizenzierung des Wikipedia-Logos?
    Die an die Wikimedia Foundation oder Wikimedia Deutschland fließenden Lizenzeinnahmen kommen direkt der Förderung freien Wissens zugute. Sie werden vor allem dazu verwendet, neue Serverkapazitäten für die weiterhin steigenden Zugriffszahlen auf die Wikipedia bereitzustellen. Im Gegensatz zu Spendeneinnahmen kann man mit solchen Lizenzeinnahmen gut in die Zukunft planen. Auch wenn die Einnahmen aus solchen Verträgen nur einen Bruchteil der Einnahmen ausmachen, so stellen sie eine wichtige Grundsicherung dar.
  5. Welche Anforderungen müssen Unternehmen erfüllen, damit sie für eine Weiterlizenzierung der Wikipedia-Marke durch Wikimedia Deutschland in Frage kommen?
    Wikimedia legt Wert auf seine Unabhängigkeit und Neutralität. Wir denken, dass wir dies durch eine größtmögliche Offenheit gegenüber möglichen Partnern erreichen – ganz so wie dies auch in der Wikipedia praktiziert wird. Insofern ist eine Partnerschaft kein politisches Statement für das jeweilige Unternehmen. Exklusivverträge gibt es ohnehin nicht. Natürlich wird dennoch jeder Einzelfall sorgfältig geprüft, insbesondere hinsichtlich der Verlässlichkeit der Partner.
Dumps und Livefeeds
  1. Wie funktioniert die Einbindung der Wikipedia-Inhalte auf fremden Websites technisch?
    Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann sich jeder unter http://downloads.wikimedia.org die Inhalte der deutschsprachigen Wikipedia in Form eines sogenannten „Dumps“ herunterladen. Dies ist eine zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogene Kopie der Wikipedia-Inhalte, die von jedem (auch zu kommerziellen Zwecken, s.o.) kostenfrei genutzt werden kann. Die zweite Möglichkeit der Nachnutzung ist diejenige über einen „Livefeed“. In diesem Fall werden die aktuellen Inhalte von der Wikimedia Foundation an einen Dritten übertragen und von ihm in dessen Internetangebot integriert. Für die Bereitstellung dieser Schnittstelle wird von der Wikimedia Foundation üblicherweise ein Nutzungsentgelt erhoben.
  2. Wer entscheidet darüber, wer Zugriff auf einen Livefeed erhält?
    Die Entscheidung über die Einrichtung eines Livefeeds liegt bei der Wikimedia Foundation als dem technischen Dienstleister. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, alle Inhalte lizenzkonform ohne eine Rücksprache mit der Foundation in Form eines Dumps zu nutzen. Auf eine solche Nutzung hat weder die Wikimedia Foundation noch Wikimedia Deutschland Einfluss; sie steht jedem kostenfrei zur Verfügung.
  3. Ist es überhaupt sinnvoll, Livefeeds anzubieten?
    Ja. Bei der Nutzung von Livefeeds kommt – im Gegensatz zur Nutzung eines Dumps – eine der Stärken der Wikipedia zur Geltung: die Aktualität. Darüberhinaus kommen die aus dem Abonnement generierten Einnahmen dem Weiterbetrieb der Wikipedia zugute.
Butter bei die Hamburger Fische
  1. Wie ist das Projekt zu Stande gekommen?
    Bereits im November 2006 kamen Vertreter des Spiegel auf Wikimedia Deutschland zu und erkundigten sich, ob die Einbindung von Wikipedia-Inhalten in ein Wissensportal grundsätzlich möglich sei. Wir haben das mit den freien Lizenzen erklärt und demzufolge bejaht. Im Juli 2007 wurde es dann etwas konkreter und es gab ein erstes Treffen in Frankfurt, bei dem wir uns die Ideen des Spiegel anhörten und das Konzept freier Inhalte sowie damit mögliche Nutzungen vorstellten. Im August reisten Frank und Arne dann nach Hamburg, um über eine konkrete Zusammenarbeit zu sprechen. Dabei waren dann auch Vertreter von Wissen Media anwesend. Anfang Dezember fand dann eine Präsentation einer weitgehend vollständigen Version in Frankfurt statt, bei der das Projekt auch Sue Gardner, der Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, vorgestellt wurde. Einige Tage später gab der Spiegel eine Pressemitteilung zu dem Projekt heraus, die auch auf die Mailingliste wikide-l weitergeleitet wurde.
  2. Was bringt es, wenn etwa Spiegel Wissen Wikipedia-Artikel in sein Angebot integriert?
    Das in der Wikipedia gesammelte freie Wissen wird durch die Integration in das Wissensportal des Spiegel weiteren Nutzerkreisen zugänglich gemacht. Von dem Schritt des Spiegel, alle Ausgaben seit seiner Gründung 1947 kostenfrei ins Netz zu stellen, profitiert auch die Wikipedia, da hierdurch eine wichtige Quelle der deutschen Nachkriegsgeschichte kostenfrei zugänglich gemacht wird. Auch dass die Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group sich als Partner von Spiegel Wissen dem Konzept freien Wissens nach und nach öffnet und beide Unternehmen hier keinerlei Berührungsängste zeigen, ist ein beachtlicher Schritt und ein positives Signal für die Zukunft.
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Alltag aus der Pressearbeit

12:30 Uhr: Mathias regt sich im Chat auf. Er ist gerade auf die Meldung „Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine“ im Presseportal gestossen. In der per ots verteilten Vorabmeldung der Zeit steht Unsinn:

Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine

Hamburg (ots) – Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten. Google hatte die Einführung eines kostenlosen Internetlexikons angekündigt, das die Benutzer wie bei Wikipedia selbst zusammenstellen. […]

Es folgen umgehend (unabhängig voneinander) Anrufe von Mathias und mir bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Welt. Während zuerst gemauert wird „Die Meldung wurde schon gesendet und eine Korrektur wird von uns nicht vorgenommen.“ fordern wir umgehende Nachbesserung und weisen daraufhin, dass eine Vielzahl von Punkten schlichweg falsch sind – im besonderen die Aussagen „Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine“ und „Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten.“

13:30 Uhr: Während die Zeit (sehr fix) eine Korrekturmeldung herausgibt, verbreitet sich die Falschinformation schnell in den verschiedensten Publikationen und wird auch von der dpa weiterverbreitet.

Wie so häufig besteht die Lösung für das Problem also nicht alleine darin, die Quelle zu korrigieren, sondern auch dafür zu Sorgen, dass sämtliche Drittverwerter ihre Beiträge korrigieren. Dies kann allerdings nicht vorrangig die Aufgabe von uns sein, sondern sollte von dem Verbreiter der Falschmeldung ausgehen. Viele Drittverwerter weigern sich auch, auf „Zuruf von außen“ Texte zu korrigieren, die sie in dieser Form von Presseagenturen zugesendet bekommen haben. Hier kann nur der Versender direkt einwirken.

17:00 Uhr: Das Fazit: Bisher viel Arbeit und die Korrekturquote ist zum jetzigen Zeitpunkt noch „übersichtlich“.

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