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Wikimedia Foundation fordert Türkische Behörden auf, den Zugang zu Wikipedia wiederherzustellen

In einem Statement fordert die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Katherine Maher, dass die Sperrung der Wikipedia für Menschen in der Türkei aufgehoben wird. Hier das Statement in deutscher Übersetzung. Im Namen von Wikimedia Deutschland schließe ich mich der Forderung der Wikimedia Foundation mit Nachdruck an.

Abraham Taherivand
Geschäftsführender Vorstand, Wikimedia Deutschland

 

Statement in deutscher Übersetzung:

“Am Samstag, den 29. April, musste die Wikimedia Foundation zur Kenntnis nehmen, dass die Internetregulierungsbehörde der Türkei (ICTA) den Zugriff auf alle Sprachversionen der Wikipedia hat sperren lassen. Wikipedia ist eine weltweite Quelle neutraler und verlässlicher Informationen, in hunderten Sprachen. Sollte sie fortbestehen, würde diese Sperrung für Millionen Menschen in der Türkei dazu führen, dass sie den Zugang zu Freiem Wissen über ihr Land und die Welt um sie herum verlieren würden. Wir glauben, dass Wissen ein grundsätzliches Menschenrecht ist, und wir fordern die türkische Regierung auf, diese Sperrung aufzuheben.

Mit großem Engagement schreibt und pflegt eine Community von Freiwilligen die mehr als 40 Millionen Artikel der Wikipedia. Diese weltweite Community hat eine kraftvolle Vision: eine Welt, in der das gesamte Wissen der Menschheit Jedem frei zugänglich ist. Wikipedia stellt eine tiefe Quelle an Wissen über ein weites Feld an Themen dar, von Geschichte über Medizin bis zu Technologie. Die knapp 300.000 Artikel in der türkischsprachigen Wikipedia liefern Millionen Menschen ebenso Wissen über die Geschichte der Türkei, ihre Kultur und Geografie – geschrieben für Menschen, die Türkisch sprechen, von Menschen, die Türkisch sprechen.

Informationsfreiheit ist ein Fundament für Freies Wissen. Wikipedia ist für viele Menschen die am besten zugängliche Quelle verlässlicher, neutraler Informationen in ihrer Sprache. Sie mag Inhalte enthalten, die einige Leserinnen und Leser fragwürdig oder beleidigend finden, aber dies allein sollte niemals die Grundlage dafür sein, Inhalte zu entfernen. Wir glauben, dass jeder Mensch auf der ganzen Welt das Grundrecht hat, ohne Angst vor Folgen Wissen zu teilen und darauf zugreifen zu können. Wir verwahren uns gegen Zensur oder Drohungen, die zur Selbstzensur führen.

Die Sperrung erfolgte kurz nach einer Nachricht der ICTA vom Freitag, 28. April, in der eine URL-basierte Sperrung in der Türkei für eine Reihe von Artikeln in englischer wie türkischer Sprache gefordert wurde.

Eine Reihe von Aussagen, die in der Presse den türkischen Behörden zugeschrieben werden, haben mutgemaßt, dass Wikipedia-Aktive Teil einer “Hetzkampagne” wären oder Inhalte erstellt hätten, die “Terrorismus unterstützen”. Jegliche Andeutung, die das freie Teilen enzyklopädischer Artikel, die von einer weltweiten Community aus Freiwilligen geschrieben werden, als Unterstützung einer gewalt- oder hasserfüllten Agenda falsch auslegt, besorgt uns tief. Wir glauben, dass ein Missverständnis vorliegt. Der Zweck der Wikipedia ist es, enzyklopädische Informationen mit der Welt zu teilen. Bei der Wikimedia Foundation verurteilen wir Terrorismus und lehnen ihn ab, unmissverständlich.

Die Wikimedia Foundation fordert die türkische Regierung auf, den vollen Wikipedia-Zugang für das türkische Volk wiederherzustellen und ihnen zu ermöglichen, wieder an der größten freien Wissensquelle der Welt teilzuhaben. Wir prüfen derzeit angemessene Wege, auf denen diese Entscheidung vor türkischen Gerichten angefochten werden kann. Wir laden alle, die dies lesen ein, in unsere Forderung an die türkische Regierung miteinzustimmen, die Rechte ihrer Bürgerinnen und Bürger zu respektieren und Wikipedia zu entsperren (Hashtag #UnblockWikipedia).

Die Wikimedia Foundation bestimmt nicht über die Richtlinien, innerhalb derer Inhalte in den Wikimedia-Projekten erstellt werden. Wir respektieren und unterstützen die redaktionellen Entscheidungen, die durch die Community der aktiven Wikipedia-Beitragenden auf der ganzen Welt getroffen werden, auch diejenigen der türkischsprachigen Wikipedia-Community.

Katherine Maher, Executive Director
Wikimedia Foundation“

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Rückblick auf die 19. Mitgliederversammlung

Blick in den Saal der Kalkscheune, wo die19. Mitgliederversammlung stattfand. (Foto: Denis Schröder (WMDE), CC-BY-SA 4.0)

Laut Wikipedia ist die Kalkscheune in Berlin-Mitte die erste Maschinenfabrik der Stadt gewesen, als sie 1804 errichtet wurde. In ihrer ehemaligen Fertigungshalle waren am 26. November knapp 100 Mitglieder von Wikimedia Deutschland zu Gast, um die 19. Mitgliederversammlung des Vereins abzuhalten. Auf der Tagesordnung standen einerseits Rückblicke, andererseits wichtige Entscheidungen für 2017 und darüber hinaus: Neben der Abstimmung über den Wirtschaftsplan ging es auch um die Wahl des 5. Präsidiums für eine 2-jährige Amtszeit, um Wahlen für Kassenprüfende, Diskussionen um Fundraising, …und Wikidata und Wikipedia. Eine Zusammenfassung:

Rückblicke

Zu Beginn des Tages blickten das Präsidium und der geschäftsführende Vorstand für die Mitgliederversammlung zurück: Tim Moritz Hector resümierte als Vorsitzender des Präsidiums die zweijährige Amtszeit des Gremiums, Christian Rickerts fasste das Jahr 2016 zusammen:

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WMDE in 3 Minuten – März 2015

Liebe Freundinnen und Freunde des Freien Wissens,

wir haben im Februar damit begonnen, das Format der WMDE-Monatsberichte umzugestalten. Es gibt weiterhin die ausführliche monatliche Berichterstattung über die Aktivitäten der Communitys hier in diesem Blog. Zusätzlich probieren wir ein neues Kurzvideoformat. Einmal im Monat treffen sich die hauptamtlich Mitarbeitenden von Wikimedia Deutschland, um sich über die Projekte in den einzelnen Bereichen auszutauschen. Bei diesem Monatsmeeting werden die unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte innerhalb des Kollegiums sehr lebendig erzählt und mit Präsentationen visualisiert. Wir nutzen dafür Bühne und Technik unseres Veranstaltungsraums Mosaik und zeichnen die Monatstreffen auf Video auf. Dieses Material bildet die Grundlage für das neue Format: Drei Themen des Monatsmeetings wurden kollaborativ ausgewählt und zu einem 3-Minuten-Video zusammengeschnitten. Das Bild im Video ist zweigeteilt: Der große Bildschirm zeigt die Präsentationen – der kleinere oben links zeigt die Kolleginnen und Kollegen, die gerade auf der Bühne über die Projekte sprechen. Der Originalton wird nicht verwendet. Stattdessen gibt es eine extra Tonspur mit Sprechertext, um Grundsätzliches zu den Projekten zu erklären. Das Video soll vor allem neuen Mitgliedern die Arbeit des Vereins rund um die vielen Facetten des Freien Wissens näherbringen und eine Einladung sein, sich weiter zu informieren. Zu diesem Zweck ist der Sprechertext unterhalb des Videos schriftlich aufgeführt und mit Links auf die entsprechenden Projektseiten hinterlegt.

Hier nun die Märzausgabe mit etwas lauterem Ton als im letzten Video

EnthusiastiCon

Eine große Rolle für das Erstellen und Verbreiten Freien Wissens spielt das Programmieren freier Software. 2015 möchte sich Wikimedia Deutschland als Entwicklungszentrum in diesem Bereich mehr Sichtbarkeit verschaffen, um so noch mehr Menschen für die Arbeit in Wikimedia-Projekten wie Wikipedia oder Wikidata zu inspirieren. Vom 19. bis zum 21. Juni veranstalten wir dazu in unseren Räumen am Tempelhofer Ufer in Berlin die Konferenz EnthusiastiCON, die die Vielfalt der Welt des Programmierens widerspiegeln soll. Die Veranstaltung richtet sich an die Gemeinschaft der Code-Schreibenden und alle Menschen, die sich fürs Programmieren begeistern. Dabei werden die Teilnehmenden in 10-minütigen Vorträgen ihren Enthusiasmus für ihr jeweiliges Steckenpferd miteinander teilen. Ob es dabei um die Schönheit des Hardware-Schreibens oder darum geht, wie man Kindern am besten Programmieren beibringt, ist egal – Hauptsache ist, dass sich das Leuchten in den Augen der Vortragenden auf den Saal überträgt!

https://sourcecode.berlin/enthusiasticon

Das ABC des Freien Wissens

Seit 2014 buchstabiert Wikimedia Deutschland mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Prinzip “Das ABC des Freien Wissens” Fragen zur vernetzen Gesellschaft durch. Der Fokus liegt darauf, neue Kontakte und Kooperationen mit an Freiem Wissen Interessierten herzustellen und ihnen zu zeigen, was Wikimedia Deutschland tut. Dazu greifen wir aktuelle gesellschaftliche Themen auf und laden relevante Gäste zur Podiums- und Publikums-Diskussion in lockerer Atmosphäre ein. Die letzten Veranstaltungen behandelten unter F wie Fail die Schönheit des Scheiterns, alternative Vergütung ehrenamtlicher und kreativer Arbeit unter G wie Grundeinkommen und mit H wie Harmonisierung ein einheitliches Urheberrecht für Europa. Die nächste Veranstaltung (I wie Inhalt) findet am 25. Juni statt und dreht sich um offene Kulturdaten. Mit dabei ist beispielsweise der Kulturstaatssekretär Tim Renner. Interessierte sind herzlich eingeladen, nach Berlin zu kommen oder sich per Livestream an der Veranstaltung zu beteiligen.

https://wikimedia.de/wiki/Wikimedia-Salon_-_Das_ABC_des_Freien_Wissens

Wiki Loves Monuments

„Wiki Loves Monuments“ ist ein von der Wikipedia durchgeführter internationaler Fotowettbewerb rund um Bau- und Kulturdenkmäler, der 2015 zum fünften Mal stattfindet. Vom 1. bis zum 30. September können ehrenamtliche Fotografen ihre Denkmal-Bilder unter einer freien Lizenz in das freie Medienarchiv Wikimedia Commons laden, wo sie z.B. in der Wikipedia weiterverwendet werden können. Eine Jury aus Experten und Freiwilligen kürt dann die Gewinner. Wikimedia Deutschland unterstützt die Freiwilligen bei der Organisation des Wettbewerbs und hilft, diesen durch neue Partnerschaften zu vergrößern und zu verbessern. Hier im Video zu sehen ist der Auftakt-Workshop mit Freiwilligen, Wikimedia-Mitarbeitenden und Vertretern des Hessischen Amts für Denkmalpflege, das sich in diesem Jahr mit einem Modellprojekt in Hessen an Wiki Loves Monuments einbringen möchte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wiki_Loves_Monuments_2015/Deutschland

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Ein Werkstattbericht aus San Francisco: Die neue Markenrichtlinie

Dies ist ein Gastbeitrag von Lukas Mezger, einem Rechtsreferendar und zugleich langjährigen Community-Mitglied aus Deutschland, der zur Zeit ein Praktikum in der Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation absolviert. Vielen Dank und schöne Grüße nach San Francisco! Wir greifen mit diesem Blogpost die bereits im Juni vorgestellte Änderung der Markenrichtlinie auf. Heute ist dazu auch ein längerer Beitrag im WP-Kurier erschienen.

Wikimedia Logo-Familie;
© Wikimedia Foundation

 

Eine der vielen Aufgaben der Wikimedia Foundation ist der Schutz der verschiedenen Marken, unter denen man die Wikimedia-Projekte kennt. Das bekannteste Beispiel ist der “Puzzleball”, der zu einem weithin bekannten Symbol für die freie, kollaborativ erstellte Enzyklopädie Wikipedia geworden ist. Damit das auch so bleibt, wacht die Wikimedia Foundation darüber, dass dieses Symbol im Einklang mit den Werten der Wikimedia-Bewegung genutzt wird. Seit 2009 stellt eine Markenrichtlinie dafür bestimmte Regeln auf.

Um diese Regeln zeitgemäßer und einfacher zu gestalten, sammelt die Foundation seit Juni dieses Jahres Stimmen aus der Wikimedia-Community. Bislang haben sich schon viele Wikimedianer gemeldet und die Mitarbeiter der Rechtsabteilung in San Francisco haben einen Entwurf erarbeitet, der in den nächsten Monaten zur allgemeinen Diskussion veröffentlicht werden soll. Als Rechtsreferendar aus Deutschland mache ich momentan für drei Monate bei der Wikimedia Foundation Station und unterstütze die zuständige Justitiarin Yana Welinder bei ihrer Arbeit.

Die wichtigsten Regeln bei der Arbeit waren schnell klar: Lesbarkeit und Praktikabilität sind oberstes Ziel des neuen Entwurfs. Zum einen sollte ich also sicherstellen, dass die neue Markenrichtlinie in einer äußerst klaren Sprache verfasst ist. Auch als Nicht-Muttersprachler ist das schwieriger, als man denkt! Und für mich als werdenden Juristen bedeutete es, umlernen zu müssen: Statt juristischer Präzision, Standardfloskeln und Fachausdrücken standen auf einmal kurze Sätze, einfache Wörter und viele Beispiele auf der Tagesordnung.

Andererseits waren meine Erfahrungen als langjähriges Mitglied der deutschsprachigen Wikipedia-Community gefragt: Was sind typische Fälle, in denen ein Wikimedianer die Marken nutzen möchte? Wie kann man Genehmigungen und Lizenzen unbürokratisch gestalten, ohne die Zügel vollkommen loszulassen und damit zu riskieren, dass der Markenschutz verloren geht? Gut, dass es bereits viele Anregungen von anderen Freiwilligen gab und uns Wikimedia Deutschland eine kleine Liste mit typischen Nutzungsweisen zur Verfügung stellte.

In den nächsten Monaten werden wir den fertigen Entwurf zur Diskussion stellen. Bis dahin freuen wir uns aber auch noch über Ideen und Anregungen aus der Community!

P. S.: Die neue Markenrichtlinie ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem jüngst bereits veröffentlichten Entwurf einer neuen Datenschutzrichtlinie.

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Sommerakademie der Deutschen Akademie für Internationale Zusammenarbeit: Sternstunden des Lernens

Am 21. und 22. Juni 2013 trafen sich rund 150 MitarbeiterInnen und externe Consultants bei der 4. Sommerakademie der Deutschen Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) im nordrhein-westfälischen Bad Honnef, um Lernen in seinen vielfältigen Facetten erfahrbar zu machen. Wikimedia Deutschland war als Innovationspartner zur Sommerakademie eingeladen und wurde durch Tim Moritz Hector und Cornelia Trefflich vertreten.

Assoziationen am laufenden Band, (Foto: Cornelia Trefflich, CC-BY-SA 3.0)

Das von der AIZ entwickelte Stufenmodell der Diversitätskompetenz bildete den roten Faden durch das Programm. So stand der erste Vormittag im Zeichen der Wahrnehmung. Eingangs lockte die erfrischende Einladung “zu einem kurzen Spaziergang im Dialog mit dem eigenen Gehirn”, um unser aller Sinne für den kommenden Tag zu schärfen. Dies erfolgte in Form eines kleinen Wahrnehmungsparcours mit verschiedenen Stationen: Wie nehme ich mich selbst wahr? Wie nehme ich andere wahr? Wie kann ich diese Erkenntnisse zielgerichtet in der internationalen Zusammenarbeit einsetzen?

In der sich an die offizielle Begrüßung und Orientierung anschließenden “Listening Show” wurden die Teilnehmenden aufgefordert,  sich auf einen Perspektivwechsel einzulassen und die 15-minütigen Darbietungen geladener Innovationspartner in kleinen Gruppen auszuwerten, um sich vielleicht doch noch von seinem Nachbarn überzeugen zu lassen, dass ein Mooc doch Spaß machen kann. Am Nachmittag mussten die Teilnehmenden sich für zwei von vier angebotenen Workshops der Innovationspartner entscheiden – eine schwierige Wahl angesichts ansprechender und anspruchsvoller Themen wie ”Kommunikation ist Mehrhirndenken” oder auch “Neuroleadership oder die Gestaltung des Neuronalen Straßensystems”. Dem folgte ein entspannter Ausklang beim Grillen im Garten der AIZ.

Einladung zum Workshop,
(Foto: Cornelia Trefflich, CC-BY-SA 3.0)

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des ko-kreativen Umgangs mit Diversität (der obersten Stufe des o.g. Modells). Im Dialog mit den Innovationspartnern wurden Workshops erlebt und gestaltet. Dabei sollte sowohl der Weg zum ko-kreativen Umgang mit Diversität durch die Teilnehmenden selbst beschritten werden als auch ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie an Lernprozessen Beteiligte selbst zum nachhaltigen Lernen beitragen können. Die Wikimedia-Projekte sind ein hervorragendes Beispiel für Ko-Konstruktion: Die kollaborative Erstellung, Bearbeitung und Weiternutzung von Texten und anderen Medien im Internet ermöglicht wiederum anderen Menschen den Zugang zu Wissen, den sie sonst nie hätten. In zwei Workshops mit dem Titel „Diversität des Wissens – Lernen durch Teilen“ diskutierten die Teilnehmenden mit Tim Moritz Hector und Cornelia Trefflich über Freies Wissen, Lizenzen und Assymetrien in der Darstellung des Wissens am Beispiel der Wikipedia. Die Auseinandersetzung über das Teilen von Wissen ist ein Teil der Wikimedia-Projekte und ihrer Kultur und reihte sich hervorragend ein in das Motto der diesjährigen Sommerakademie: „Diversität in Aktion – Sternstunden des Lernens“.

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Wikimedia traf die „School of open“

Das erste Treffen der deutschen „Schoo of Open“ -Community fand am 2.3.2013 bei Wikimedia Deutschland statt. Der Verein zur Förderung Freien Wissens und Creative Commons luden dazu ein, sich einen Tag lang aktiv mit der „School of Open“, einer Initiative der P2PU-Universität und Creative Commons, zu beschäftigen. Ziel des Treffens war es:

Gemeinsam mit euch wollen wir einen Tag lang intensiv an dem Ausbau der bisherigen Kurse arbeiten. Es dreht sich daher alles um Tools und Themen rund um den freien Zugang zu Wissen. Jeder kann Kurse neu erstellen und übersetzen – aber am besten geht es gemeinsam. Nach einem kurzen Input von Creative Commons legen wir dann los mit der Arbeit. Also bringt eure Ideen und Themen mit und lasst uns gemeinsam unser Wissen teilen! (siehe Wikimedia Blog vom 15.2.2013)

Und los gings! Beeindruckend war die Begeisterung aller Teilnehmenden von Beginn an. Alle wollten direkt loslegen, um die Debatte um Open Educational Ressources in Deutschland voranzubringen. Nach einer Vorstellungsrunde und einer Einführung von Elly Köpf (WMDE) und John Weitzmann (CC) begann die Arbeit in Kleingruppen. Folgende Themen wurden für die Gruppenarbeit gefunden:

1. Wikimedia Commons ist die größte Freie Bilddatenbank. Viele sind jedoch unsicher in der Nutzung. Daher die Idee einen Kurs zu erstellen, der erklärt, wie man Dateien auf Wikimedia Commons hochlädt und was man beachten muss:
2. Viele Lehrer wissen nicht was OER ist und warum das für die Lehre wichtig sein könnte:
Wie kommt OER also in die Schule? Hier gab es die Idee einenOER-Erklärkurs zu machen, was die Vorteile angeht.
3. Der bereits bestehende Kurs „Coyright for educators“  sollte übersetzt werden.
(Am Ende wurde er nicht umgesetzt, da anstatt dessen lieber 4. weiter verfogt wurde)
4. Als wichtig erachtet wurde es, einen Meta-Kurs auf Deutsch zu erstellen, der erklärt „Wie mache ich einen Kurs auf P2PU?“
Idee: „Übersetzen How to make a P2PU-course“. Hier ist noch einiges zu tun!
Das Fazit des Tages sieht folgender Maßen aus:

„School-Of-Open-Workshop WMDE“ by Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

  • Es ist einfach und macht echt Spaß!
  • Es sind 3 neue Kurse angelegt worden.
  • Es gibt noch viel zu tun! Kurse können ergänzt und übersetzt werden.
  • Wärend der Open Education Week wird die school of Open weiter Fahrt aufnehmen!
  • Das nächste Treffen der school of open wird im Rahmen des „Hive„-Berlin am 10.4.2013 in der Open Knowledge Foundation stattfinden
  • Die ersten 3 Kurse werden zur School of Open angemeldet
  • Hier könnt ihr alle News mitbekommen!
  • Hier könnt ihr mit diskutieren und euch vernetzen!
  • Und ganz wichtig zu Beginn eines neuen Projekts: Ihr könnt auch Bugs berichten! So wie wir am Samstag.
Es gibt noch viel zu tun und wir hoffen, dass wir mit diesem ersten Schritt dazu beitragen konnten das Thema Freie Bildungsinhalte in Deutschland voranzubringen! Weitere Informationen dazu, was wir an dem Tag besprochen haben findet ihr im Pad. Weitere Infos zum Thema OER in diesem Jahr noch so planen findet ihr auf unserer Projektseite. Bis bald also!
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Wikivoyage – Offizieller Start als Wikimedia-Projekt

Die freie Enzyklopädie ist gestern 12 Jahre alt geworden und hat zugleich eine neue Schwester bekommen: Passend zum  Jubiläum hat die Wikimedia Foundation als Betreiberin aller Wikimedia-Projekte den freien Reiseführer Wikivoyage offiziell als neuestes Projekt in die Familie aufgenommen. Wir haben dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht und gratulieren den ehrenamtlichen Autoren (jene, die es schon gibt und allen, die noch kommen werden) herzlich!

Das offizielle Logo von Wikivoyage, von F l a n k e r, Yiyi; © & ™ Wikimedia Foundation, Inc.

Um im Sprachbild zu bleiben, unter dem Dach der Wikimedia-Bewegung ist seit 2001 eine echte Großfamilie herangewachsen. Alle Projekte teilen Wikipedias zentrale Merkmale: Jeder kann mitmachen und alle Inhalte stehen unter einer freien Lizenz, so dass sie bearbeitet, geteilt sowie frei weiterverwendet werden können. Im Fall von Wikipedia haben Tausende Ehrenamliche in der ganzen Welt bislang 24 Millionen Artikel erstellt, verbessert und kategorisiert. Ihr Erfolg ist, dass freies Enzyklopädie-Wissen heute in vielen Ländern im besten Sinne alltäglich geworden ist. Nachdem erst mit Wikidata und nun Wikivoyage in kurzer Zeit gleich zwei neue Projekte zu begrüßen sind, zeichnet sich ganz allgemein der Mehrwert des Freien Wissens wieder ein Stück deutlicher ab: Es geht um Vielfalt.

Am Anfang war eine Enzyklopädie. Heute gibt es eine Enzyklopädie, ein Medienarchiv, ein Nachrichten-Portal, ein Wörterbuch, eine Lehrplattform, eine Zitatsammlung, eine Quellensammlung, eine Bibliothek, eine Datenbank, …und nun einen Reiseführer. Alle diese Projekte sind weltweit in vielen Sprachen verfügbar. Wer hätte das vor 12 Jahren erwartet?

Sämtliche Wikimedia-Projekte arbeiten mit der freien MediaWiki-Software. Sie zeigen beispielhaft, dass wunderbare Anwendungen von Menschen durch Spaß, Engagment und viel Fleiß mit Leben befüllt werden – wenn sie auf einer guten Idee beruhen. Und die Idee hinter den Projekten für Freies Wissen ist offensichtlich gut und einfach: mitmachen, um hilfreiche Dinge mit Anderen zu teilen. Einfach so.

Als Wikipedia zehn Jahre alt wurde, hieß es: Wenn du Wikipedia heute magst, stell dir vor, wie es in zehn Jahre aussehen könnte. Zum 12. Geburtstag und dem Start von Wikivoyage stellt sich die reizvolle Frage, welche Projekte zur Verbreitung Freien Wissens wohl in den nächsten zwölf Jahren entstehen werden.

 

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Wikimedia:Woche 2/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (2/2013) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

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Wikimedia-Treffen der mittel- und osteuropäischen Länder (CEE) in Belgrad

Am 13. und 14. Oktober waren Nikolas Becker und ich beim Wikimedia CEE Meeting in der serbischen Hauptstadt Belgrad. CEE steht hier für mittel- und osteuropäischen Länder, zu denen laut Wikipedia-Artikel auch die östlichen Bundesländer Deutschlands gehören.

Yerpo (CC-BY-SA-3.0), via Wikimedia Commons


Yerpo (CC-BY-SA-3.0), via Wikimedia Commons

Wikimedia Serbien war Gastgeber der 2-tägigen Konferenz, zu der etwa 50 Teilnehmer und 10 Teilnehmerinnen gekommen waren. Etwa die Hälfte war als Vertreter eines bereits bestehenden Chapters vor Ort, andere sind gerade dabei, Chapter zu gründen bzw. die offizielle Anerkennung zu beantragen. Außerdem waren einige Communitymitglieder dabei, die mit der Chapterarbeit bisher kaum oder keine Berührung hatten. Von der Wikimedia Foundation nahm Asaf Bartov teil, der dort unter anderem für das Grants Program und das Participation Support Programme zuständig ist, das die WMF zusammen mit Wikimedia Deutschland betreibt. Als Vertreter des Boards of Trustees war Ting Chen aus Frankfurt angereist. Der nach eigenen Aussagen einzige monolinguale Teilnehmer kam aus England: Pigsonthewing, der in UK und speziell Birmingham viele interessante GLAM-Projekte initiiert und begleitet hat und außerdem hinter QRpedia steckt.

Begrüßung am Freitag

Wie bei internationalen Wikimedia-Events üblich, machte sich schon am Freitagabend bei der Eröffnungsveranstaltung bemerkbar, wie viel Euphorie und Motivation die Teilnehmer mitbringen: Das große Hallo unter alten Bekannten genau wie der neugierige und offene Austausch mit neuen Gesichtern – sofort sind alle in Gespräche verwickelt, es gibt viel zu erzählen und zu diskutieren.

Programm am Samstag

Nach der Vorstellungsrunde war ich gemeinsam mit Kiril Simeonovski von Wikimedia Mazedonien an der Reihe, über Kooperationen und Zusammenarbeit zu referieren. Nachdem Kiril über bestehende Partnerschaften und Projekte im CEE-Raum berichtet hatte, war es mein Part, unsere Pläne für die neue Stabsstelle Internationales vorzustellen und vor allem Fragen zu gemeinsame Kommunikationskanäle und -quellen, dem regionalen Austausch zu internationalen Themen und zur Artikelarbeit sowie zum Participation Support Programm von WMDE und WMF zu besprechen. Unsere Wikimedia:Woche stieß auf großes Interesse und es wurde der Wunsch geäußert, diese auch auf Englisch (z. B. im MetaWiki) zu erstellen und dann jeweils regional zu übersetzen. Auf eine gemeinsame Informations- und Arbeitsplattform konnte man sich indes nicht einigen. Auf die Frage nach den meist genutzten Kanälen lagen IRC und Mailinglisten ganz weit vorne. Meta oder gar das Outreach-Wiki würden nur in seltenen Fällen – und dann auch nur sehr gezielt und für bestimmte Themen – genutzt. Daraus ergab sich der Wunsch, Meta benutzbarer, hübscher und durchsuchbarer zu machen, und das Vorhaben, als ersten Schritt zumindest die Startseite neu zu gestalten und damit einen Wegweiser zu Grundlagen, aktuellen Themen und Terminen zu schaffen.
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Zur Sexismus-Debatte in der Wikipedia

Wikimedia Deutschland hat sich explizit zum Ziel gesetzt, dass sich vielerlei Interessierte an Projekten des Freien Wissens einbringen und zu ihrer Weiterentwicklung beitragen können. Die Erhöhung des Anteils von Autorinnen ist uns hierbei besonders wichtig.

Mit großem Erschrecken haben wir in den vergangenen Wochen den Verlauf einer koordinierten aggressiven Kampagne inner- und außerhalb der Wikipedia verfolgt, die in sexistischen Beschimpfungen und Demütigungen gipfelte. Gefördert durch Teilnahmslosigkeit und fehlende Solidarität führte diese Kampagne zur Vergrämung von Benutzerinnen in der Wikipedia. Das ist beschämend.

Wir wissen, dass für die Wikipedia-Community trotz aller Härten in Sachfragen eine angstfreie und respektvolle Zusammenarbeit in der Erstellung Freien Wissens und das Selbstverständnis als Gemeinschaftsprojekt essentiell sind. Kampagnen wie diese aber schaden dem Klima der ganzen Wikipedia. Daher bitten wir alle Wikipedianer und Wikipedianerinnen, die Betroffenen aktiv zu unterstützen, Ihnen ihre Solidarität auszusprechen und sich gegen den Versuch zu stellen, Wikipedia durch Kampagnen zu manipulieren.

Um nachvollziehbarer zu machen, auf welche grundsätzlichen Probleme Frauen bei ihrer Mitarbeit in der Wikipedia stoßen, werden wir in der kommenden Zeit mehrere Gastbeiträge zu dem Thema veröffentlichen. Wir haben eine Mailingliste zur konstruktiven Diskussion des Themas eingerichtet und laden alle Interessierten herzlich zu Austausch und Vernetzung ein: https://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/gendergap

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