Posts Tagged ‘Wikimedia Salon’



Einladung: Das ABC des Freien Wissens „L=Liquid Lobbying“ am 16. Juni

Am Donnerstag, den 16. Juni, 19 Uhr, findet der nächste Wikimedia-Salon “Das ABC des Freien Wissens” statt. Diesmal wird diskutiert, welche Möglichkeiten sich auf EU-Ebene zur Partizipation zivilgesellschaftlicher Bewegungen entwickeln. Was können neue Methoden der Interessenvertretungen, wie etwa die Wikimedia Free Knowledge Advocacy Group EU, für demokratischere und transparentere Entscheidungs- und Gesetzgebungsprozesse bewirken?


Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Brüssel. Foto: Treehill, [CC BY-SA 4.0]

Wir laden herzlich ein zum ABC des Freien Wissens:

„L=Liquid Lobbying. Welche Formen neuer Interessenvertretung erobern Brüssel?“

Donnerstag, 16. Juni 2016, 19:00 Uhr (Einlass 18:30)
Wikimedia Deutschland e. V., Tempelhofer Ufer 23-24

Fußball-Begeisterte, keine Sorge: Im Anschluss gibt es einige Public-Viewing-Möglichkeiten in der Nähe.

Begrüßung:
John Weitzmann, Referent Politik&Recht, Wikimedia Deutschland e. V.

Gäste:
Daniel Freund, Leiter Advocacy EU Integrity, Transparency International
Dr. Joachim Bühler, Mitglied der Geschäftsleitung Politik & Wirtschaft, Bitkom e. V.
Dimitar Parvanov Dimitrov, Wikimedian in Brussels, Free Knowledge Advocacy Group EU

Moderation: Philip Banse, Journalist

Video-Interview-Aufzeichnung mit Jan Philipp Albrecht, innen- und justizpolitischer Sprecher der Grünen Europafraktion

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion!

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Zwischen Steinmännchen und Wikipedia – Der 11. Wikimedia-Salon zum Thema „K=Kollaboration“

Bei der 11. Veranstaltung aus der Reihe Das ABC des Freien Wissens, die am 08. Oktober in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland in Berlin stattfand, ging es um den Begriff der Kollaboration und darum, welche Art der Zusammenarbeit in der vernetzten Welt gebraucht wird, um Allgemeingüter zu schaffen. In der Diskussion zeigte sich, dass der Begriff der Kollaboration an sich umstritten ist, und verschieden interpretiert werden kann. Zu Gast: Der Migrationsforscher, Autor und Journalist Dr. Mark Terkessidis, die freie Wissenschaftlerin Dr. Phil. Friederike Habermann sowie Christoph Kappes, Berater und Netztheoretiker. Der Publizist und Soziologe Dr. Volker Grassmuck hat einen Video-Einspieler zur Diskussion produziert.

Der inzwischen elfte Wikimedia-Salon aus der Reihe „Das ABC des Freien Wissens“ stand dieses Mal unter dem Buchstaben K. Was lag da näher, als eines der Grundprinzipien der Wikimedia-Projekte zum Thema zu machen: Kollaboration. Dabei ging es um die Frage, welches Potenzial kollaborative Prozesse für die Wissensproduktion im Netz haben und wie diese ausgestaltet sein müssen, um die Entstehung von Allgemeingütern und Freiem Wissen zu begünstigen. Zunächst einmal stellte sich jedoch heraus, dass der Begriff der Kollaboration an sich durchaus unterschiedlich definiert und bewertet wird.

Beim elften Wikimedia-Salon diskutierten: Dr. Mark Tekessidis, Dr. Friederike Habermann & Christoph Kappes (v.l.n.r.), Bild von Christopher Schwarzkopf, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Kollaboration ≠ Kollaboration

Wie Mark Tekessidis in seinem einführenden Vortrag verdeutlichte, weist der Begriff der Kollaboration eine gewisse Ambivalenz auf. Während er nämlich in Kontinentaleuropa aufgrund seiner Assoziation mit den Menschen die zur Zeit des Nationalsozialismus mit den deutschen Besatzern zusammenarbeiteten, historisch bedingt eine pejorative Bedeutung aufweise, sei der englische Begriff collaboration, der in den letzten Jahren eine immer stärkere Verwendung auch hierzulande findet, eher neutral konnotiert und beziehe sich auf die Form der Zusammenarbeit verschiedener Akteure.

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Einladung: Das ABC des Freien Wissens „K=Kollaboration. Ohne Zusammenarbeit keine Commons?“

Am Donnerstag, den 08. Oktober, 19 Uhr, findet die nächste Ausgabe des Wikimedia-Salons “Das ABC des Freien Wissens” statt, diesmal in Kooperation mit der Berliner Gazette-Konferenz UN|COMMONS. An diesem Abend soll diskutiert werden, was Kollaboration als Prinzip bedeutet. Welches Potenzial entfalten kollaborative Strukturen in der vernetzten Gesellschaft, und welche Art von Kollaboration ist wichtig, um Gemeingüter und Freies Wissen zu fördern?


 

Wir laden herzlich ein zum ABC des Freien Wissens:

Schöne (neue) Zusammenarbeit? Foto: Aythami Melián Perdomo, [CC BY-SA 2.5]

„K=Kollaboration. Ohne Zusammenarbeit keine Commons?“

Donnerstag, 08. Oktober, 19 Uhr
Wikimedia Deutschland e.V.
Tempelhofer Ufer 23-24

Impulsreferat:
Dr. Mark Terkessidis, Migrationsforscher, Autor und Journalist

Weitere Gäste:
Dr. Phil. Friederike Habermann, Autorin und freie Wissenschaftlerin
Christoph Kappes, Berater und Netztheoretiker

Moderation: Sabrina Apitz, berlinergazette.de

Video-Einspieler: Prof. Dr. Volker Grassmuck, Publizist und Soziologe

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How open is it? Der 10. Wikimedia-Salon „J=Journals“ drehte sich um die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens

Am 03. September fand die 10. Ausgabe der Salon-Reihe Das ABC des Freien Wissens statt, diesmal zum Thema Open Access. Lambert Heller, Leiter des Open Science Lab der Technischen Informationsbibliothek Hannover, Christina Riesenweber, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt OJS-de.net, Freie Universität Berlin und Frédéric Dubois, Chefredakteur Internet Policy Review, Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, diskutierten, welche Publikationsmodelle für Forschende und Verlage interessant sind und welches Modell den Titel „open“ wirklich verdient. Christian Rickerts betonte bei seiner Begrüßung die Bedeutung von Open Access im Hinblick auf die Sensibilisierung von Wissenschaftsinstitutionen für die digitale Öffnung im Sinne des Freien Wissens. Eine Aufgabe, der sich Wikimedia Deutschland verschrieben hat.

Zwei Herzen wohnen in der Brust der Publizierenden

Zu Beginn des Abends führte Marc Wenskat eine besondere Form des Publizierens vor: Der Gewinner des Science Slam 2015 brachte dem Publikum seine Sicht auf die Welt durch die Brille eines Teilchenphysikers nah. Ob in seiner Brust dabei auch zwei Herzen schlugen, wie Lambert Heller es bei seinem Impulsreferat bezogen auf die Forschenden von heute meinte?

„Wie viele hier im Raum haben ein Profil bei ResearchGate?“ Viele Hände gehen hoch; das Publikum ist im Thema. Warum nutzen Forschende diese Plattform und laden mitunter ihre Publikationen hoch, auch wenn sie Autorenverträgen oder Publikationsrechte an Verlage übertragen haben? Ist die Benutzerfreundlichkeit und die schiere Übersteigung einer kritischen User-Masse tatsächlich so attraktiv, dass urheberrechtliche Bedenken über Bord geworfen werden? Wenn dem so ist, müssten dann Angebote sozialer Netzwerke adaptiert und bei der Entwicklung offener Repositorien mitgedacht werden?

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“Partizipation ist schön, macht aber viel Arbeit.” – Das ABC des Freien Wissens “I=Inhalt.”

Die neunte Veranstaltung der Reihe “Das ABC des Freien Wissens” drehte sich um die Frage, ob tatsächlich eine so breite Partizipation an Entstehung und Nutzung freier Inhalte in der Kulturlandschaft besteht, wie oft suggeriert wird. Unter dem Titel “I=Inhalt. Wer partizipiert wirklich an Open Culture?” diskutierte der Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner mit Stadtforscherin Dr. Paula Hildebrandt und Prof. Dr. Johannes Vogel, Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums, darüber, was es braucht, um über digitale Zugänge Teilhabe an offener Kultur zu ermöglichen.

 

Zu Beginn der Veranstaltung veranschaulichte Dr. Paula Hildebrandt in einem einführenden Vortrag, wie offene Kultur in der Praxis aussehen kann. Die Künstlerin mit Doktortitel in Europäischer Urbanistik  stellte das gemeinschaftlich organisierte Projekt welcomecitymap vor, das über performative Ansätze klandestines Stadtwissen erlebbar macht, gerade für Menschen, die neu einer Stadt ankommen sind, wie Geflüchtete und Zugezogene.  Sie machte deutlich, dass Partizipation nicht als Worthülse zur Unterfütterung von Drittmittelprojektanträgen und auch nicht zum Wohlfühl-Begriff für Kunstprojekte mit Migrantinnen taugt. Vielmehr habe die Bemühung für mehr Beteiligungsmöglichkeiten  für alle Menschen der Gesellschaft damit zu tun, auch selbst öfter den Standpunkt zu wechseln, sich einzufühlen, immer wieder ein anderer zu werden. Das kann anstrengend sein; so lautete das Fazit: “Partizipation ist schön, macht aber viel Arbeit.”

 

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Das ABC des Freien Wissens “G=Grundeinkommen. Eine Antwort auf die digitale Krise des Urheberrechts?”

Das ABC des Freien Wissens (Logo). By Markus Büsges, leomaria [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Am Donnerstag, den 26. März, 19 Uhr, findet das nächste “ABC des Freien Wissens” statt. Diesmal wird die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen mit der über das Urheberrecht im digitalen Zeitalter verknüpft.

Arbeit – Verwirrung. Arbeit – Hoffnung. Arbeit – Du faule Sau.

Was Musikerin Bernadette la Hengst in ihren Performances (siehe Beispiel) betreibt, kann als assoziatives Diskotieren rund ums Thema Grundeinkommen beschrieben werden. Statt nur theoretisch zu bleiben, sollen performative Ansätze die angestaubte Diskussion reanimieren, die gerade mit der Frage um das Urheberrecht im Digitalzeitalter neue Relevanz erfährt.
Am nächsten Donnerstag wird dies bei Wikimedia Deutschland in die Praxis umgesetzt – auf dem Podium und mit dem Publikum.

Wir laden herzlich ein zum ABC des Freien Wissens:


 

G=Grundeinkommen, Markus Büsges, leomaria [CC-BY-SA-4.0], via Wikimedia Commons

„G=Grundeinkommen. Eine Antwort auf die digitale Krise des Urheberrechts?“

Donnerstag, 29. Januar, 19 Uhr
Wikimedia Deutschland e.V.
Tempelhofer Ufer 23-24

Gäste:

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
Adrienne Goehler, Senatorin a.D., Kuratorin
Ilja Braun, Autor „Grundeinkommen statt Urheberrecht“
Michael Bohmeyer, Gründer mein-grundeinkommen.de

Moderation: Valie Djordjevic, Journalistin

Live: Bedingungsloses Grundeinsingen mit Bernadette la Hengst

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Schöner Scheitern? Schneller Scheitern! – Das ABC des Freien Wissens „F=Fail.“

Die Podiumsdiskussion zum Thema Scheitern fragt, wie produktives Lernen aus Fehlern funktioniert.

 

Die Bahn hat Verspätung. Der Flughafen wird bestreikt. Das Podium sitzt.
Trotz kleinerer Widrigkeiten fanden sich letzten Donnerstag die Autorin Silke Burmester, Gründer Rolf Mathies, Medientheoretikerin Sabria David und Journalist Philip Banse bei Wikimedia Deutschland ein, um über das Scheitern zu sprechen.

Und jetzt: Leistung! Passion! Aber auch: Niederlage. Scham. Einige Aspekte des Scheiterns wurden an diesem Abend abgetastet, gedreht und gewendet.

Andächtig fast wurde die Stimmung am Schluss, als Musiker Erfolg schamanisch beschwörend durch die Reihen schritt: “stürz dich bitte / nicht von der klippe / glaub an erfolg / glaub an erfolg”
Warum interessiert das Thema eigentlich so?

“Mir ist jeder lieber, der irgendetwas versucht, statt rumzusitzen und zu konsumieren.”
Silke Burmester

Scheitern als Quelle produktiver Kraft?

Musiker „Erfolg“: Tu´s mir nach, sag es laut: Glaub an Erfolg! Foto: Christopher Schwarzkopf (WMDE) [CC BY-SA 3.0]

Moderator Philip Banse interessiert vor allem, ob tatsächlich aus dem Scheitern gelernt werden kann, oder ob diese Aussicht eigentlich nur das Trostpflaster des Losers ist. Er fragte die Runde: Kann es wirklich als kreativer Zustand gelten, am Boden zu sein? Ist das Scheitern eine Art produktive Ursuppe, aus der Erkenntnis und Erfolg erwachsen kann?
Die gemäßigte Variante fand Anklang: Man sollte den Zustand einfach am besten als Möglichkeit des Lernens verstehen.

Wie aber kann man ebendieses Lernen lernen? Banse meint, die entscheidende Frage sei, wie man sich mit dem Scheitern fühlt. Es müsste auch Kindern nicht nur beigebracht werden, die richtige Antworte zu nennen, sondern auch mit dem miesen Gefühl umzugehen, wenn es die falsche ist.

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“F=Fail. Die Schönheit des Scheiterns” – Das 6. ABC des Freien Wissens

Das ABC des Freien Wissens (Logo). By Markus Büsges, leomaria (Wikimedia Deutschland e. V.) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Ist es an der Zeit, gemeinsam die Bewertungskategorien erfolgreich und gescheitert zu hinterfragen? Viele Erfolgsprojekte entstanden schließlich aus Vorgängerversionen, denen der letzte Schliff, der geeignete Zeitpunkt fehlte. Bestes Beispiel ist die Wikipedia selbst, die aus einem weniger erfolgreichen Anlauf hervorging. Die Frage, wie mit (vermeintlichem) Misserfolg umzugehen ist, gehört nicht nur zu den Dauerbrennern innerhalb der Wikipedia-Communities. Sie nimmt in der vernetzten Welt auch in der Folge schneller, leichter Bewertungsmöglichkeiten neue Fahrt auf.

„Lieber fünfmal scheitern, als gar nicht probieren.“ – Käthe Kratz

Was sich gut anhört, ist im Alltag schwer umzusetzen. Während Erfolgs- und Innovationsdruck in der vernetzten Gesellschaft gefühlt zunehmen, fallen diejenigen am härtesten, die das größte Risiko eingehen, die gewagteste Idee umzusetzen versuchen – und scheitern. Längst sind Werte wie Verlässlichkeit und Sorgfalt den Konsens-Kompetenzen Kreativität und Originalität gewichen, die in keiner Stellenausschreibung, keiner Projektskizze fehlen.

Wo ungewöhnliche Vorhaben bei Erfolg belohnt werden, trifft die Häme der Netzcommunity bei öffentlichem Misserfolg mit voller Wucht. „Epic Fail! Ein viraler Fingerzeig, bei dem jedoch stärker noch als Mitleid eine gewisse voyeuristische Anerkennung mitschwingt – Die hat sich ja was getraut!

Wir laden herzlich ein zum 6. Wikimedia-Salon:

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“F=Fail. Die Schönheit des Scheiterns”

Karte zum 6. ABC des Freien Wissens, Markus Büsges, leomaria [CC-BY-SA-4.0], via Wikimedia Commons

Donnerstag, 29. Januar, 19 Uhr
Wikimedia Deutschland e.v.
Tempelhofer Ufer 23-24

Gäste:

Silke Burmester, Journalistin und Autorin
Rolf Mathies, Gründer der Risikokapitalfirma Earlybird Venture Capital
Sabria David, Medientheoretikerin, Mitgründerin Slow Media Institut

Moderation: Philip Banse, Journalist

Livemusik: Erfolg und Der Beste Damenchor Aller Zeiten

 

Der Eintritt ist frei. Zur besseren Organisation freuen wir uns über eine Anmeldung unter salon@wikimedia.de

Der Salon ist am Veranstaltungstag auf der Website als Livestream abzurufen. Unter #wmdesalon kann mitdiskutiert werden.

 

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Das kontrafaktische Spiel mit der Vergangenheit – 5.WMDE-Salon [E = Erinnerung]

Wie verändern sich Mechanismen und Formen des Erinnerns in der vernetzten Gesellschaft?
Darüber sprachen beim 5. Wikimedia-Salon „Das ABC des Freien Wissens“:


Markus Beckedahl führte in den Abend über die tief juristische Thematik Recht auf Vergessenwerden ein. Ein Dilemma bestehe in der Unsicherheit, was z.B. aus rechtlicher oder technischer Sicht das entsprechende Urteil des Europäischen Gerichtshofs eigentlich genau bedeute. Je nach Sichtweise stehe das Interesse der Öffentlichkeit an Informationsfreiheit, Zugänglichkeit und Erinnerung dem Persönlichkeitsrecht unversöhnlich gegenüber. Daneben richtete Beckedahl die Aufmerksamkeit auf eine andere Frage: Warum gibt es eigentlich keine Empörung darüber, dass Google als Organ privatisierter Rechtsdurchsetzung permanent und ungefragt Millionen von Links für potenzielle Urheberrechtsverletzungen automatisiert aus den Suchergebnissen löscht?

Die Autorin und Dramaturgin Dr. Peggy Mädler erzählte aus ihrer künstlerischen Perspektive, wie Erinnerung als Stoff für Narrative funktioniert (siehe Kurzinterview). Häufig thematisiert das von ihr mitgegründete Künstlerkollektiv Labor für kontrafaktisches Denken den persönlichen und gesellschaftlichen Bedarf an Möglichkeitsräumen, die mit Erinnerung verknüpft sind. Kunstaktionen wie etwa die Schaffung fiktiver Vergangenheiten (siehe Projekt „Ich bin nicht da gewesen – Eine performative Ausstellung über den Konjunktiv“) können diesen gedanklichen Raum kreieren und dadurch auch zu neuen Perspektiven auf die Gegenwart verhelfen. Das kontrafaktische Spiel mit der Vergangenheit, so Mädler, kann viel über gegenwärtige Auseinandersetzungen aussagen, Veränderungen hervorrufen, neue Wertschätzung erzeugen oder sogar lehren, Grenzen besser zu akzeptieren.

Der Kulturwissenschaftler Dr. Mathias Berek erläuterte den Prozess des Aushandelns von „erinnerungswerter“ Information zwischen Individuen und Gemeinschaften. Subjektives Erinnern und kollektives Gedächtnis stehen immer in Wechselwirkung zueinander und üben auch selektiven Einfluss aufeinander aus. Was schließlich in die gemeinsame Erinnerung eingehe, sei eine Frage der Relevanz, die zwischen Individuen und größeren Zusammenhängen immer wieder neu ausgefochten werde. Eine deutlichere Parallele zu Aushandlungsprozessen in der Wikipedia, was in das Gedächtnisreservoir hineingehört und was nicht, kann es kaum geben. Mit neuen Medien ändere sich zwar die Art der Auswahl von Erinnerung, ob die vernetzte Welt aber auch Einfluss auf die Inhalte des Erinnerns habe, bezweifelte Berek.

Der Künstler Stephan Hann stellte am Veranstaltungsabend eine Arbeit (siehe Foto) aus, die veranschaulichte, wie aus altem Material Neues entstehen kann. Hanns Arbeiten, insbesondere aus Recyclingmaterialien, sind in zahlreichen renommierten Sammlungen zu Mode und Design vertreten. Als Künstler, so Hann, arbeite er bevorzugt mit gebrauchtem Material, das in neuen Kontexten ein ganz neues Potenzial zeige (siehe Kurzinterview). Auch eine Möglichkeit, Vergangenes in Erinnerung zu behalten und ihm doch die Möglichkeit einzuräumen, sich immer wieder zu verändern.

Preview:
Der nächste Wikimedia-Salon findet am 29. Januar zum Thema „F=Fail. Die neue Schönheit des Scheiterns“ statt.

Links:

Vollständiges Video der Veranstaltung

Fotos der Veranstaltung

Website der Veranstaltung mit Übersicht über alle Salons

Kontakt: salon@wikimedia.de

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“E=Erinnerung. Zeit des Vergessenwerdens?” Das 5. ABC des Freien Wissens

Karte zum 5. ABC des Freien Wissens, Markus Büsges, leomaria [CC-BY-SA-4.0], via Wikimedia Commons

Dieses Jahr startete Wikimedia Deutschland die Veranstaltungreihe „Das ABC des Freien Wissens“. Diskutiert werden hier Fragen und Konzepte, die wichtig zur Wissenserstellung und- vermittlung sind und gleichzeitig die Breite der Themen illustrieren, die in Verbindung mit Freiem Wissen stehen. Wie der Titel nahelegt, folgt das Salonformat dem Prinzip des Alphabets, jede Veranstaltung trägt einen Namen mit dem entsprechend nächsten Anfangsbuchstaben.

Passend zur 5. und letzen Veranstaltung in 2014, die den Titel  E=Erinnerung trägt, schauen wir kurz zurück und erinnern uns an…

A=Allmende. Quo vadis, Gemeinschaftsprojekte im Netz?“ u.a. Silke Helfrich
B=Buchmarkt. Erfolg auch mit offenen Systemen?“ u.a. mit Kathrin Passig
C=Crowdrock. Die Zukunft der Musikbranche?“, u.a. mit Johannes Kreidler
D=Datenberg. Datenschatz oder -schutz?“ u.a. mit Fukami

Die Dokumentation aller ABC-Salons mit Videos, Fotos und Zusammenfassung ist hier zu finden.

Nun also [E] wie:

„E=Erinnerung. Zeit des Vergessenwerdens?“
Donnerstag, 27. November, Einlass 18:30
Wikimedia Deutschland e.v., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin
(U-Bhf. Möckernbrücke)
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Impulsvortrag:
Markus Beckedahl, Journalist und netzpolitischer Aktivist, netzpolitik.org

weitere Gäste:
Dr. Peggy Mädler, Autorin und Dramaturgin, Labor für kontrafaktisches Denken
Dr. Mathias Berek, Kulturwissenschaftler

Moderation: Sabrina Apitz, Berliner Gazette

Modekünstler: Stephan Hann
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Der 5. Wikimedia Salon dreht sich um das Gedächtnis im Informationszeitalter. Wie verändern sich Mechanismen des Erinnerns und des Zeitempfindens dadurch, dass persönliche Momentaufnahmen unmittelbar und „für die Ewigkeit“ gespeichert werden? Entsteht die Perspektive, dass wir unser Gedächtnis weitgehend auslagern und uns auf die vermeintliche Faktizität aufbewahrter Fragmente im Web verlassen können?

Remember… Wie entwickelt sich das Erinnern im Informationszeitalter? By Berlin, Irving (Library of Congress[1]) [Public domain], via Wikimedia Commons

Zwischen der Vorstellung eines allgegenwärtigen Netzes, das nichts vergisst, und dem subjektiven Gefühl, dass die Eindrücke immer flüchtiger werden, zieht auch die Frage um das Recht auf Vergessenwerden auf. Ist der Ruf danach, unerwünschte Dinge im Netz entfernen lassen zu können auch Ausdruck des Bedürfnisses, selbst die Form der Konservierung persönlicher und öffentlicher Erinnerung gestalten zu können?
Die Gedächtnisforschung steht bei der Frage, welche Funktion Impulse des Internets für die individuelle und kollektive Gedächtnisbildung haben, noch relativ am Anfang. In der Vergangenheit setzten die Formen des Erinnerns häufig an Repräsentationen der öffentlich-offiziellen Erinnerung an. Ergibt sich nun in der vernetzten Welt eine neue Möglichkeit der Öffnung für vielfältigere, aus der Breite der Gesellschaft stammende Zeitzeugnisse?

Vor Kurzem ging das Portal museum.rechtaufremix.org online. Fragmente, die durch die digitale Welt schnell verbreitet werden können, Textschnipsel, Samples, Meme, werden hier gesammelt, in ihrem Kontext erläutert und für die Zeit nach ihrem Aufkommen in den Timelines der Welt aufgehoben.

Ist diese digitale Musealisierung von flüchtigen Ausschnitten der Informationsgesellschaft eine neue und bisher fehlende Methode, prägende Repräsentationsobjekte des Lebens festzuhalten und in die gesellschaftliche Erinnerung aufzunehmen? Das möchten wir am 27. November im Wikimedia Salon diskutieren.

 

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