Posts Tagged ‘Wiki loves Monuments’



Ein Liebesbekenntnis der (Neu)-Wikipedianer zur Natur

Dies ist ein Gastbeitrag von Bernd Gross, der außerdem im Wikipedia:Kurier veröffentlicht worden ist.

Zahl der täglich hochgeladenen Fotos (kumulativ) – Im Vergleich zu 2015, Grafik: Dr. Bernd Gross, CC-BY-SA 4.0

In einer Zeit heftiger Unwetter mit dramatischen Folgen sollten wir uns ganz besonders der Bedeutung des Naturschutzes bewusst werden. In dieser Woche ging der Fotowettbewerb „Wiki Loves Earth“ zu Ende, der zum dritten Mal stattfand und dazu beitrug, unsere farbenprächtige Natur mit Tieren und Pflanzen, Bergen, Flüssen und Seen in ihrer Vielfalt zu dokumentieren.

Wenige Stunden nach Abschluss zeigte der Bildzähler für Deutschland die stolze Zahl von 18.277 Uploads an, darunter 12 Videos. Das ist eine Steigerung um 29 % gegenüber dem Vorjahr. So manch einer zweifelte noch vor wenigen Wochen am Sinn einer Neuauflage dieses Naturschutz-Fotowettbewerbs. Doch die Community hat sich erneut für den Spaß am Wettbewerb entschieden und ein klares Liebesbekenntnis zur Natur abgegeben. Weiterlesen »

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#schlossopen – kein Twittermärchen

Teilnehmer des Wettbewerbes Wiki loves Monuments sind in das Schloss Caputh bei Potsdam eingeladen

Ein Schloss öffnet sich. Bild von tOrange unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz via tOrange.com

Wenn man über ein Schloss schreiben möchte, dann möchte man den Artikel gern mit einem schönen Foto schmücken. Dieser Artikel handelt von einem schönen Schloss, von dem es kaum schöne Fotos bei Wikimedia Commons gibt. Und der Artikel handelt davon, wie sich das ändern könnte.

Vor einigen Tagen startete ich einen Versuch. Ich wollte via Twitter auf ein Schloss-Foto-Shooting aufmerksam machen. Und da es sich um ein Schloss handelt, und da Twitter nur jeweils 140 Zeichen erlaubt, fing ich an unter dem Hashtag “#schlossopen” , ein Twittermärchen in Fortsetzungen zu schreiben. Ich weiß bis heute nicht, woran es lag, aber plötzlich erlaubte der Twitteralgorithmus es 48 Stunden lang nicht, dass irgendeiner meiner Tweets unter ihrem jeweiligen Hashtag gefunden werden konnten. Und alle 10 #schlossopen-Tweets waren in den Untiefen des Twittergeplappers verschollen. Ein ungelöstes Mysterium, wie es sich für wahre Märchen gehört. Also besann ich mich auf eine konventionellere Methode.

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Wikipedia auf der Denkmal

Anfang November waren die Wikimedia-Projekte mit einem Stand auf der Messe denkmal vertreten. Darüber verfasste Marcus Cyron im Wikipeda:Kurier, dem internen Mitteilungsblatt der Wikipedia-Community, einen Bericht, den wir hier gerne dokumentieren.

Vom 6. bis 8. November waren die Wikimedia-Projekte zum zweiten Mal auf der denkmal, der Europäischen Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, in Leipzig vertreten. Über alle drei vollen Messetage waren, zum Teil die ganze Zeit, zum Teil in „Teilzeit“, etwa 20 Wikimedianer vor Ort. Es ist immer schwer, kurz nach einer Veranstaltung ein Fazit zu ziehen, doch kann man wohl schon jetzt sagen, dass die Teilnahme trotz Bahnstreiks ein voller Erfolg war!

Fast immer Betrieb. Foto: Benutzer:Eremeev. Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Fast über die ganze Zeit war der Stand gut frequentiert. Auf einem Bildschirm wurden in Endlosschleife die 130 bestplatzierten Bilder des deutschen Wiki-Loves-Monuments-Wettbewerbs von 2014 gezeigt, mit einem Beamer wurden zudem die österreichischen Vertreter der Vorauswahl vor der letztlichen Jury-Entscheidung präsentiert. Zudem wurden auf zwei großen Postern die 900 Bilder der Vorauswahl des deutschen Wettbewerbs gezeigt. Ein weiteres Poster präsentierte das internationale Projekt Commons:Wikipedians in Seifhennersdorf. Im Vergleich zu anderen Ständen warteten wir damit schon fast spartanisch auf, waren dennoch fast immer in Gespräche vertieft. Als richtiggehende „Rampensau“ im positivsten aller Sinne erwies sich dabei Regiomontanus, der mit seinem Enthusiasmus eine große Zahl von Standbesuchern fesseln konnte. Dabei trafen wirklich alle Bereiche, über die wir berichten wollten, auf Interesse, ob es „Wiki Loves Monuments“ als Aktion und Wettbewerb war, andere „Wiki Loves“-Aktionen, „GLAM“-Projekte wie eben jenes in Seifhennersdorf oder auch nur Wikipedia ganz allgemein. Unsere „Give aways“ gingen weg wie warme Semmeln. Der Kalender zur Fototour in Erfurt war am Ende ebenso wie die 1×1-Hefte zu Wikipedia und Wikimedia Commons völlig aus. Vom Kalender mit allen 130 deutschen Gesamtsiegern waren zum Glück mehr und damit genug Exemplare da.

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Wiki Loves Monuments 2014 – eine statistische Auswertung

Dieser Beitrag entstand zusammen mit Bernd Gross, basierend auf dessen umfangreicher Analyse des diesjährigen Wettbewerbs Wiki Loves Monuments. Der Text wurde in Teilen direkt übernommen.

Seit 2011 gilt Wiki Loves Monuments (WLM) als der weltweit größte Fotowettbewerb mit den meisten Einreichungen. Dabei stellen Fotografen ihre Bilder zu Kulturdenkmalen zur freien Weiternutzung über das Medienarchiv Commons zur Verfügung. Der internationale Wettbewerb fand nun bereits zum 4. Mal statt. Eine statistische Auswertung von Bernd Gross gibt einen interessanten Einblick:

WLM-2014 Deutschland: Zahl der täglich hochgeladenen Fotos (kumulativ), Datei: Dr. Bernd Gross, CC-BY-SA 4.0

Für Deutschland wurden 35.666 Fotos (Stand 3.10.) zu Kulturdenkmalen hochgeladen. Insgesamt haben sich 40 Länder mit rund 250.000 Fotos an diesem Wettbewerb beteiligt. Der Anteil Deutschlands liegt somit bei 14 %.

Bayern liegt dabei in Deutschland mit 8938 Bildern weit vorne. Von Kulturdenkmalen aus dem Freistaat wurden annähernd doppelt so viele Bilder hochgeladen, wie aus den zweit- und drittplatzierten Bundesländern Thüringen (4722) und Sachsen (4187). Die gesamte Aufstellung nach Bundesland findet sich hier.

An dem Wettbewerb beteiligten sich 651 Fotografinnen und Fotografen (User auf Commons), von denen 477 (= 73%) zum ersten Mal an einem der großen Wikimedia-Fotowettbewerbe teilgenommen haben. Die verbleibenden 174 Teilnehmenden waren bereits in mindestens einem der WLM-Wettbewerbe der Vorjahre bzw. im Rahmen des Fotowettbewerbs um Naturschutzgebiete „Wiki Loves Earth“ aktiv. Von 570 WLM-Teilnehmern im Jahr 2013 beteiligten sich 99 erneut im Jahre 2014 an WLM, was 17 % entspricht. Im Jahr davor lag diese „Wiederholungsquote“ bei lediglich 12 %, und im Jahr 2012 nur bei 9 %.

Uploads im Rahmen des Fotowettbewerbs „Wiki Loves Monuments“ in Deutschland in den Jahren 2011-2014, Datei: Dr. Bernd Gross, CC-BY-SA 4.0

An sämtlichen bisherigen vier WLM-Wettbewerben 2011 bis 2014 nahmen 27 Wikimedianer teil. Auch dazu findet sich eine ausführliche Liste auf der Projektseite.

Der Erfolg des Fotowettbewerbs misst sich vor allem aber auch an der Weiternutzungsrate der Bilder. Am 5. Oktober 2014 – also wenige Tage nach Abschluss des Wettbewerbs – waren bereits 5948 Fotos (=17 %), die im Rahmen von Wiki Loves Monuments 2014 (de) hochgeladen wurden, in Artikel oder Listen der deutschsprachigen Wikipedia bzw. von Schwesterprojekten und anderssprachiger Wikipedias eingebunden. Die Galerien dieser Fotos sind hier zu sehen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass viele Fotos in den kommenden Monaten in Artikel und Listen eingebunden werden und eine Nutzungsrate von ca. 30-40 % erreicht wird.

Die Juroren des Wettbewerbs werden sich vom 17. bis 19. Oktober in Hamburg treffen, um die Gewinner auszuwählen.

Mit Unterstützung durch Wikimedia Deutschland werden die Ergebnisse des Wettbewerbs auf der vom 6. bis zum 8. November 2014 in Leipzig stattfindenden denkmal-Messe, der Europäischen Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung vorgestellt.

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Zugang gestalten heißt miteinander reden

Berlin, 24. Oktober 2012. Die Dokumentation der Restauration der Vasari Kuppel in Florenz ist verloren. Die mit öffentlichen Mitteln bezahlten tausende Fotos in hoher Auflösung und erstaunlicher Detailschärfe sind samt der sie erschließende Datenbank dem Orkus des Vergessens anheimgegeben. Die Zugänge zu den Daten sind mit der Insolvenz der mit der Dokumentation beauftragten Firma unwiederbringlich verloren gegangen. So dramatisch startete das Plädoyer des Wissenshistorikers Jürgen Renn für den freien Zugang zum Wissen auf der Berliner Konferenz “Zugang gestalten – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe.”


Pavel Richter in “Freies Wissen in der Zukunft” auf der Konferenz Zugang gestalten:

  • „Es ist unser aller kulturelles Erbe
  • Wir sind (aktive) Nutzer, nicht Betrachter
  • Es sind viele Kontexte möglich
  • Ich weiß auch etwas”

Zwei Tage lang tagten ca. 200 Vertreter verschiedenster Kultureinrichtungen aus ganz Deutschland im Glashof des Jüdischen Museums in Berlin zum Thema “Das kulturelle Erbe digitalisiert nutzbar machen”. Die eben von Wikimedia vorgelegte Broschüre selben Titels fand bei dieser Gelegenheit erste willige Abnehmer. Den meisten der anwesenden Galeristen, Bibliothekare, Archivare und Museumsdirektoren (kurz im englischen Akronym GLAM) ging es offenkundig um das Wie, statt nur um das Ob.

Das Cover der neuen Wikimedia Broschüre für GLAMs (Albrecht Dürer: Adam and Eve, 1504, Engraving. Bild von Max Lisewski, CC-BY-SA 3.0 (Als Bearbeitung der Version von Scewing, gemeinfrei)) 

 


Natürlich erleben nach wie vor viele die geltenden Bestimmungsgeflechte im Urheberrecht als verunsichernd und hemmend, aber gleichzeitig zeigten die positiven Reaktionen auf die vorgestellten Praxisbeispiele die große Bereitschaft sich auf das Abenteuer “Freies Wissen” einzulassen. Der Publikumspreis für das beste Praxisprojekt ging mit knapper Mehrheit an das Filmprojekt “First we take Berlin”, gefolgt von “The Mobile Museum”, und Europeana 1914 – 1918. Letzteres lädt Menschen in ganz Europa ein, ihre eigenen Familienerinnerungen zum Ersten Weltkrieg der Allgemeinheit digital zugänglich zu machen.

Wikimedia Deutschland war eigentlich nur Mitveranstalter, dennoch Wikipedia und andere Wikimedia Projekte waren nicht nur bei den Wikimedianern Pavel Richter, Vorstand WMDE, Marcus Cyron, Wikipedian in Residence am Deutschen Archäologischen Institut, Lennart Guldbrandsson, Wikipedian in Residence an der schwedischen Nationalamt für Kulturelles Erbe, im Fokus ihres Vorträge. Sie dienten auch vielen anderen Referenten als Beleg für gelungene Umwandlung von digitalisierten Daten zu Information und der aktiven Weiternutzung.

Kathrin Passig in “Alles Crowd alles gut?”auf der Konferenz “Zugang gestalten”:


“Fast die Hälfte der deutschen Museen arbeitet mit Ehrenamtlichen zusammen, insgesamt waren das im Jahr 2003 über 30.000 Menschen. Was ist daran jetzt neu? Neu ist, dass digitale Werkzeuge diese Zusammenarbeit vereinfachen können und vor allem dabei helfen, viel größere und auch überregionale Helfergruppen als bisher zu erschließen. Das ermöglicht eine flexiblere Zeiteinteilung für diese Freiwilligen, man kann sich also öfter mal eine halbe Stunde nach Feierabend beteiligen anstatt einmal die Woche vier Stunden. Das macht die Mitarbeit auch für Leute attraktiv, die keine Rentner sind.

Und neu ist auch, dass dadurch erstmals sichtbar wird, wie groß eigentlich die Menge an Zeit ist, die Menschen bereitwillig zu Projekten beisteuern, für die sie nicht bezahlt werden. Clay Shirky hat 2010 geschätzt, dass in der Wikipedia 100 Millionen Stunden stecken.”


Neben der Wikipedia natürlich auch Wiki Loves Monuments. In diesem Jahr mit dem Guiness World Record ausgezeichnet und das Vorjahresergebnis mit  weltweit 366.110 Fotos von denkmalgeschützten Bauten wiederum toppend. Alles kreative Frucht von Laien und Enthusiasten schwärmte Andreas Lehne vom Bundesdenkmalamt Österreich.  Joseph Pugh, Referent vom britischen Nationalarchiv, beigeisterte das GLAM-Publikum im Glashof für die Idee doch offen und neugierig zu schauen, was passiert, wenn “others play with my toys”. Es ist faszinierend wie zum Beispiel aus alten Logbucheinträgen perspektivisch Hochrechnungsmodelle für Klimaentwicklungsvoraussagen erwachsen können. “When we start talking – and I mean real talking – than people start asking [and that is when] we will find out, that them out there in the internet is just an awful lot of us.”, resümierte Pugh.

Die anschließende vom Podium ins Publikum überleitende Abschlussdiskussion und der rege Austausch in den Konferenzpausen machte es deutlich: Jetzt geht es um konkrete Umsetzung. Okay, vielleicht erst mit gemeinfreien Objekten und vielleicht nicht alle Daten auf einmal, aber es geht um das gemeinsame Machen. Die Konferenz endete mit dem dringenden Appell an die Politik, dass die Verantwortung für das kulturelle Erbe eben auch bedeutet, die Finanzierung ihrer Digitalisierung sicherzustellen, um so das kulturelle Erbe als einen lebendigen Wert zu erhalten.

In den folgenden Wochen und Monaten werden wir hier und auf der GLAM-Seite über die konkreten Projekte berichten.

 

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Weltrekord für Wiki Loves Monuments

Teilnehmerländer Wiki Loves Monuments 2012 (Foto: Cirdan, CC0, via Wikimedia Commons)

Doppelte Glückwünsche an alle ehrenamtlichen Helfer und Fotografen des diesjährigen internationalen Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments (WLM)!  Der aktuelle Wettbewerb endete am letzten Septembertag mit unglaublichen 350.000 Fotos von Denkmalen für Wikipedia. Jetzt wurde noch dazu das Ergebnis des Jahres 2011 als Weltrekord für einen Fotowettbewerb anerkannt: Im Jahr 2011 haben mehr als 5.000 Teilnehmer aus 18 Ländern an Wiki Loves Monuments teilgenommen. Gemeinsam erstellten sie 168.208 Fotodateien unter freier Lizenz, die in Wikipedia und anderen Projekten frei verwendet werden können.

Anders als im letzten Jahr machten sich 2012 nicht nur Enthusiasten aus Europa auf, um Denkmale für den Wettbewerb abzulichten. Durch die weltweite Teilnahme liegen dieses Jahr im Ergebnis mehr als zwei Mal so viele Bilddateien vor als in 2011. Das ist ein ebenso kurioser wie bewundernswerter Umstand für Wiki Loves Monuments und den frischen Weltrekord, denn schon jetzt ist klar, dass der Wettbewerb diese Marke in den letzten Tagen bereits wieder übertroffen hat. Während zunächst die 168.208 Dateien aus 2011 gefeiert werden können, steht also WLM 2012 schon in den Startlöchern, um die eigene Messlatte höher zu legen.

Und noch etwas Besonderes: Nach Wiki Loves Monuments ist natürlich vor Wiki Loves Monuments, aber in diesem Jahr gibt auch noch ein dazwischen. Zu den 34 Teilnehmerländern stieß zur Mitte des Wettbewerbsmonats September noch Israel. Durch den verspäteten Anfang wird dort noch bis zum 15. Oktober fleißig fotografiert.

Das Team der internationalen Organisatoren hat aus Anlass des Weltrekords eine Pressemitteilung herausgegeben. Eine Version in deutscher Sprache findet Ihr in unserem Pressearchiv. Erlebnisberichte von Teilnehmern aus Deutschland können in einer kleinen Serie hier im Blog nachgelesen werden.

 

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Am Limes mit Hund

Auch wenn es schon wieder fast eine Woche her ist, ein Nachbericht zum 4. Limes-Workshop, der 2012 im Odenwald statt fand.

Die ersten Teilnehmer trafen am 27. Oktober in Hesselbach ei, wo der „harte Kern“ der Teilnehmer für die nächsten Tage in einer Pension untergebracht war. Am Morgen des folgenden Tages ging es schließlich los. Nur wenige Meter entfernt fanden sich die letzten Spuren des Kastells Hesselbach, es folgten das Kleinkastell Seitzenbuche, das Kleinkastell Zwing und das Kastell Würzberg sowie mehrere Wachtürme. Mittags hielt einer der Mitstreiter einen Vortrag zum Limes in den römischen Quellen.

Der zweite Tag begann mit einem Gang durch Hesselbach – es ist immer praktisch wenn man Jemanden kennt, der Jemanden kennt, der den Schlüssel zur barocken Dorfkirche hat. Es ist überraschend, wie viele Denkmale ein Dorf von 180 Einwohnern hat. Interessant auch für die Nichthessen war, die Apfelernte für den Äppelwoi zu beobachten. Mittags gab es wieder einen Vortrag, dieses Mal in Vielbrunn von zwei Veteranen des Heimat- und Geschichtsvereins Lützelbach. Nach dem Mittag folgte vor allem für die „Provinzialrömer“ unter den Teilnehmern mit dem nach neuesten Erkenntnissen restaurierten Limeswachturm Wp 10/15 einer der Höhepunkte. Den Rest des Tages einschließlich des Abends verbrachte die Gesellschaft, mittlerweile sogar zum Teil mit familiärem Anhang, in der Römischen Villa Haselburg. Nach der kompetenten Führung durch den Vorsitzenden des Trägervereines wurde gegrillt, gespeist und geredet.

Der dritte Tag war Osterburken vorbehalten. Am Vormittag schauten sich die Teilnehmer das Teilrekonstruierte Kastell Osterburkenan, Nachmittags das Römermuseum Osterburken.

Soweit die kalten Fakten. Sie können allerdings nicht den Spaß aufzeigen, den die Teilnehmer wohl durchweg hatten. Neben dem schon erwähnten harten Kern von Teilnehmern vor allem aber nicht nur aus der Wikipedia stießen immer wieder andere Teilnehmer für kürzere oder auch längere Zeit hinzu. Das waren zum Teil Wikipedianer, zum Teil Archäologen aber auch Mitarbeiter der örtlichen Touristikinformation, Heimatforscher und Journalisten. Und wie der grandiose Organisator Hartmann Linge richtig anmerkte: alle trugen auf ihre Weise zum Gelingen der Veranstaltung bei, die in einem überaus konstruktiven Umfeld statt fand. Nicht umsonst haben die Mitarbeiter in der Wikipedia mit ihren mittlerweile mehr als 300 Artikeln zu römischen Limeskastellen eine Artikel-Perlenkette geschaffen. Dafür auch noch einmal an dieser Stelle einen großen Dank an den harten Kern der „Limes-Autoren“. Ihr seid Klasse! Und auch außerhalb der Wikipedia wurden die Leistungen schon wahr genommen. Derzeit wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut an einer virtuellen Karte des gesamten Römischen Limes gearbeitet. Auch das war natürlich Thema der Tagung.

In diesem Sinne noch einmal einen großen Dank an alle Teilnehmer, an den Organisator und Reiseführer Hartmann Linge, Haselburg-Müller für die Führung und die Organisation auf der Haselburg (und natürlich auch die eingesprungenen Führungen zwischendurch), an die Referenten und die örtlichen Helfer. Dank auch an Wikimedia Deutschland für die unkomplizierte und schnelle Unterstützung. Ohne diese Hilfe wären Veranstaltungen dieser Art mittlerweile nicht mehr vorstellbar und in diesem Sinne auch dank an die Spender, die es möglich machen, daß wir am Ende noch bessere Artikel schaffen können und bessere Bilder machen können. Auf Commons liegen mittlerweile auch schon knapp 750 Bilder vom Treffen.

Achja – und der Hund? Hartmanns Neufundländer-Teenager Angelo (ANGELINO!!!) war so etwas wie ein Maskottchen, der uns immer begleitete, ob zum Jagen von Mäusen in Gastwirtschaften oder zum Anpinkeln von Obstsäcken. Beides tat im übrigen er allein ;).

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Wiki Loves Monuments – „Vergesst nicht die Steine!“

Endspurt! Die letzte Woche für Wiki Loves Monuments 2012 (WLM) läuft. Noch bis zum Sonntag, den 30. September, werden in der ganzen Welt Fotos von Denkmälern für Wikipedia im internationalen Wettbewerb gemacht. Hier im Blog berichten einige der ehrenamtlichen Fotografen von ihren Erlebnissen. Der regionale Wettbewerbsteil „Wiki Loves Monuments in Wuppertal“ wurde vom Wikipedia-Autor Atamari ins Leben gerufen. Ziel ist es, Wiki Loves Monuments in der bergischen Großstadt bekannt machen. Wie es ist, in der Freizeit so ein ehrenamtliches Projekt zu planen und durchzuführen, berichtet Atamari. Ein ermutigender Aufruf für alle, die im nächsten Jahr vielleicht auch ein regionales WLM-Projekt starten wollen:

Die Untere Denkmalbehörde von Wuppertal hat rund 4500 Bauwerke als Denkmäler ausgewiesen. Mit dieser Zahl wird sie in Nordrhein-Westfalen nur von Köln übertroffen. In den beiden Zentren Barmen und Elberfeld sind kriegsbedingt nur wenige alte Gebäude erhalten geblieben, und das Verständnis für den Denkmalschutz erwachte in dieser Stadt erst Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre.

Als der Organisator von Wiki Loves Monuments in Wuppertal meine ich, dass man die Wuppertaler Bürger mobilisieren sollte, die Stadt bei diesem Wettbewerb gut zu präsentieren. Eine Aktionsseite in der Wikipedia und eine eigene Facebook-Seite waren relativ schnell erstellt. Schwieriger war es, Mitstreiter zu finden und den Rahmen der Aktionen im September genau zu definieren. Kurz vor dem Monatswechsel zum September hatte ich eine entsprechende Mitteilung des Wettbewerbs an die lokalen Medien verteilt. Ein Onlinemedium hatte dies umgehend am nächsten Tag veröffentlicht und die Wuppertaler Rundschau, ein Anzeigenblatt mit einer Auflage von mehr als 350.000, dann kurz vor dem nächsten Wochenende auf der Seite 3.

„200 Jahre Allee“, der passende Rahmen für Wiki Loves Monuments. (Foto: Nicola, CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

In Wuppertal wurde am Wochenende des 8./9. September mit einem Straßenfest „200 Jahre Allee“ ganz groß der Geburtstag der Friedrich-Engels-Allee gefeiert. In dieser Straße im Wuppertaler Stadtteil Unterbarmen kam auch Friedrich Engels zu Welt, der thematisch in das Fest mit einbezogen wurde. Am Sonntag, dem 9. September 2012, gleichzeitig Tag des Denkmals, fand die Teilveranstaltung des 5. Wuppertaler Geschichtsfest im Hof des Gebäudeensembles des Museums für Frühindustrialisierung und Engels-Hauses statt. Hier hatten wir, also die Vertreter der Wikipedia, auch einen Stand.

Durch den Mitarbeiter des Historischen Zentrums Reiner Rhefus, der einen Teil der Gesamtplanung des Straßenfest „200 Jahre Allee“ beitrug, wurde uns die Teilnahme an ermöglicht. Dieses Geschichtsfest war eine Veranstaltung, an dem sich zahlreiche Wuppertaler Geschichts- und Bürgervereine beteiligt hatten. Beispielhaft ist hier die Bleichergruppe des Langerfelder Bürgervereins zu erwähnen, die mehrmals am Tag das Handwerk des Garnbleichens aus der Frühen Neuzeit demonstrierte. Herr Rhefus organisierte einen Pavillon inklusive zweier Stehtische für uns mit: Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei ihm noch mal herzlich danken.

Am Sonntagmorgen schmückte ich den Stand. Ich hatte mich mit drei Bildern aus Wiki Loves Monuments 2011 vorbereitet, die ich als Poster in einem Fotolabor entwickeln ließ. Weiter hatte ich zahlreiche Wikipedia- und WLM-Logos in DIN-A3-Größe und andere Blätter in der gleichen Größe mitgebracht. Mithilfe weiterer Wikipedianer konnte der Pavillon in einen attraktiven Zustand gebracht werden.

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Wiki Loves Monuments – Auto statt Denkmal

Kein Denkmal, aber eine denkwürdige Entdeckung für Wikipedia. (Foto: Pappnaas666, CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Wer kennt das nicht? Eigentlich sollte ja nur diese eine Sache in der Wikipedia nachgelesen werden, aber eine halbe Stunde später studiert man immer noch. Gesucht wurde vielleicht die Biografie eines Musikers, nach ein paar Klicks geht es nun plötzlich um das Sonnensystem. In der freien Enzyklopädie kommt man trotzdem nicht vom sprichwörtlichen Hölzchen aufs Stöckchen, eher von Tür zu Tür. Das gilt für die Leser, die gerne durch die mittlerweile 1,4 Millionen Artikel in deutscher Sprache stöbern, aber auch für die zahlreichen Artikelschreiber selbst. Manch einer beginnt durch Zufall einen Artikel, obwohl er ein ganz anderes Thema bearbeiten wollte. Und so kann es auch passieren, dass ein Teilnehmer von Wiki Loves Monuments 2012 ein Denkmal fotografieren will, dann aber mit dem Schnappschuss eines besonderen Autos nach Hause kommt:

Nach der hartnäckigen Entdeckung der Zirkelwand hier eine weitere Geschichte der ehrenamtlichen Helfer des größten Fotowettbewerbs der Welt.

 

Da schlich ich doch um eine alte Wegekapelle in Köln Esch/Auweiler herum und wurde prompt von einem Anwohner angesprochen, was ich denn da machen würde. Also habe ich meinen Spruch brav aufgesagt, von wegen ein Bild von jedem Denkmal für die Wikipedia etc. Nein, ich dürfe die Kapelle nicht fotografieren, meinte er, …und ich hielt eine theatralische Brandrede dagegen. Nun machen in diesem frühen Stadium Unterhaltungen unter Rheinländern manchen Auswärtigen des Öfteren Angst und lassen sie schon nach dem Handy nesteln, um schneller den Notruf wählen zu können; aber weit gefehlt, denn „so simmer halt“. Das ist „normaaal“.

Wir haben uns wirklich klasse unterhalten und nun kommt es: Der Herr zeigte mir ungefragt seinen größten Schatz, welcher unter einer Plane im Hof verborgen war. Ein tiptop restaurierter Opel Typ 1397 von 1937! Und er ließ ihn für mich auch mal an. Was für ein Sound!

So kann es einem ergehen, beim Denkmalfotografieren für Wiki Loves Monuments!

Für Wiki Loves Monuments endet die Geschichte dieses Fotos hier, für Wikipedia beginnt sie erst. Im Austausch mit einem Wikipedianer aus dem Themenportal Auto und Motorrad wird erst die Anekdote geschildert, dann über den Typ des abgebildeten Opels diskutiert. Seitennotiz:

„Die horizontalen Sicken in den hinteren Kotflügeln könnten auf den Einfluss von Ford hindeuten.“

Schließlich der entscheidende Schritt: Zwei Anfragen bei Experten in der Wikipedia bestätigen, dass es sich um den Opel Typ 1397 handelt, von dem es bislang noch keine Fotos für Wikipedia gegeben hat. Prompt werden die Bilder der unverhofften Entdeckung in einer eigenen Bildersammlung zum passenden Artikel eingebunden. Diese so genannten Galerien werden im freien Medienarchiv Wikimedia Commons angelegt und sind in der Regel im Abschnitt „Weblinks“ von Wikipedia-Artikeln anklickbar. Nachgucken lohnt sich!

 

Mitgemacht!

Selbst für Wiki Loves Monuments auf der Suche nach Denkmälern, die noch nicht in der Wikipedia abgebildet sind? Wir freuen uns, wenn Ihr Eure Geschichten hier im Blog teilen wollt. Eine kurze E-Mail an michael.jahn@wikimedia.de genügt!

Und natürlich: Noch bis zum 30. September kann jeder bei Wiki Loves Monuments mitmachen. Weitere Informationen gibt es auf der deutschsprachigen Wettbewerbsseite.

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Wiki Loves Monuments: Halbzeit mit 150.000 Bildern

Es gibt sie eben doch, die Zirkelwand in der Wilhelma. (Foto: Brücke-Osteuropa, CC0 1.0, via Wikimedia Commons)

In der Wikipedia steht, worin der Unterschied zwischen einem Bergfest und einer Halbzeit liegt. So oder so, der größte Fotowettbewerb der Welt geht in die zweite Hälfte. Noch bis zum Monatsende machen Ehrenamtliche bei Wiki Loves Monuments 2012 Fotos von Denkmälern, mit denen die Wikipedia bebildert werden kann. Bereits heute wurde die Zahl von 150.000 hochgeladenen Dateien erreicht. Offensichtlich kann die Rekordmarke aus dem vergangenen Jahr bis zum 30. September noch einmal übertroffen werden. Das ist schon jetzt ein toller Erfolg für die Aktion der Fotografen aus über 30 Ländern. Herzlichen Glückwunsch!

Wenig offensichtlich ist, wie viel Engagement eigentlich in diesen 150.000 Fotos liegt. Die Zahl ist so groß, dass sie weder vorstellbar ist noch richtig gewürdigt werden kann. In ganz Deutschland, europaweit und quer durch die Welt machen sich Menschen in ihrer Freizeit auf, um von Denkmal zu Denkmal zu ziehen. Manchmal finden sie nicht, was sie suchen. Manchmal kommt es ganz anders als geplant. Oft treffen sie andere Menschen, mit denen sie ins Gespräch kommen. Das ist, was hinter der ständig steigenden Zahl von Fotos steckt. In diesem Blogbeitrag teilen wir deshalb eine erste Geschichte von vielen, die Fotografen für Wiki Loves Monuments erleben, bevor ihre Arbeit zu einer von 150.000 und mehr Dateien wird. Weitere folgen in den nächsten Tagen.

 

Ein Wikipedianer auf der Suche nach der „Zirkelwand“:

Besonders spannend wird es für mich, wenn ich nach ungewöhnlichen Denkmalen suche, so zum Beispiel in den letzten Wochen in der Gegend von Pirna (Sachsen) nach einem bei königlicher Jagd genutzten „Trogbrunnen“ im Walde von Graupa, nach einer „Pestplatte“ im Wald von Hinterjessen, nach einem einzigartigen „Dampfschiff“ auf der Elbe oder einer „Milchrampe“ in Pratzschwitz. Am häufigsten fotografiert man ja Wohnhäuser, was ja auf die Dauer auch langweilig werden kann. In der Denkmalliste von Stuttgart fand ich neulich ein neues Objekt meiner Begierde. Dort ist verzeichnet: „‚Zirkelwand‘ (Teil der Wilhelma)“. Also bewegte ich mich in einen der schönsten Zoos, die Deutschland hat und erkundigte mich bei der Einlasskontrolle nach jener denkmalgeschützten „Zirkelwand“. Der jüngere Mitarbeiter der Wilhelma antwortete, er habe davon noch nie etwas gehört. Der ältere Kollege, der schon 20 Jahre bei der Wilhelma arbeitet, musste auch passen. Aber er gab mir einen Tipp:

 „Schauen Sie doch mal bei Wikipedia nach.“

Da musste ich doch innerlich sehr lachen. Ich ging also – was die Zirkelwand betrifft – mit leeren Händen nach Hause und wollte mal googlen, um doch noch den Standort zu finden. Aber nur diese Stuttgarter Denkmalliste kennt dieses Objekt. Da sah ich ganz schön alt aus. Weil mir das aber keine Ruhe ließ, zog ich heute erneut in die Wilhelma und fand neben der geschützten Terrakotta-Wand eine andere bogenförmige Wand, die das Wilhelma-Theater rechts und links umgibt. Ich bin mir nun sicher, in wenigen Tagen werden Wikipedia / Commons und Google das Foto einer denkmalgeschützten „Zirkelwand“ in ihrem Repertoire haben.

– (Anmerkung: geschafft, siehe Foto!)

 

Selbst für Wiki Loves Monuments auf der Suche nach Denkmälern, die noch nicht in der Wikipedia abgebildet sind? Wir freuen uns, wenn Ihr Eure Geschichten hier im Blog teilen wollt. Eine kurze E-Mail an michael.jahn@wikimedia.de genügt!

Und natürlich: Jeder kann bei Wiki Loves Monuments mitmachen. Weitere Informationen gibt es auf der deutschsprachigen Wettbewerbsseite.

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