Posts Tagged ‘Vorstand’



1-2-3 Tage nach meinem Umzug in die Wiki-Welt

Liebe Alle,

ich bin in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Zugezogene werden dort auf den Dörfern freundlich willkommen geheißen – aber stehen auch eine ganze Weile unter Beobachtung. Wenn das neue Haus bezogen ist, die unmittelbaren Nachbarn begrüßt wurden, sind die ersten Besuch auf ein Bier in der Eckkneipe ein guter erster Schritt, um in den Kleinkummerfelds oder den Sönnebülls anzukommen.

Die Wiki-Welt ist natürlich kein Dorf in Schleswig-Holstein. Sie hat aber auch ihre eigenen Rituale und Regeln, die ich gerade kennen und schätzen lerne. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich mich bei Wikimedia Deutschland gut eingelebt habe. Ich lerne jeden Tag etwas Neues. Und freue mich weiterhin auf all die neuen Dinge, die in den kommenden Wochen und Monaten noch kommen werden. Ich habe die erste Zeit genutzt, die bestehenden Projekte und Prozesse intensiv kennenzulernen. Habe zudem schon eine ganze Reihe Aktive aus den deutschen und den internationalen Communitys kennenlernen können. Und konnte dank der Wikimedia Conference in Berlin und der Wikimania in Mexiko-Stadt auch mit der Wikimedia Foundation ins Gespräch über die zukünftige Zusammenarbeit gehen.

Die vielen internationalen Gespräche, die ich bisher führen konnte, haben schon ein konkretes Ergebnis gebracht: Ich konnte auf der Wikimania eine neue Vereinbarung zum Fundraising in Deutschland verhandeln und unterschreiben. Dieser Vertrag setzt uns einen Rahmen, der mit den vergangenen Jahren vergleichbar ist – allerdings ohne zeitliche Begrenzung. Wir können daher die erfolgreichen Fundraising-Kampagnen der vergangenen Jahre fortführen.

Ich bin zudem froh, dass ich in einen Planungsprozess für das Jahr 2016 einsteigen konnte, der wesentlich offener gehalten wurde als in den Jahren zuvor. Die Schritte von den Schwerpunkten über Ideen zu Maßnahmen hin zu einer Wirtschaftsplanung für die kommende MV haben mir jetzt schon bei der Orientierung und der Ausrichtung der Geschäftsstelle geholfen. Dafür möchte ich mich bei allen, die bisher schon mitgewirkt haben, ganz herzlich bedanken. Ich bin mir sicher, dass wir in der Zukunft diesen Prozess auch noch ausbauen und verbessern können.

Ich hatte ja schon gesagt, dass man als Neuer in Norddeutschland die wichtigen Treffpunkte besuchen muss. Dies möchte ich auch gerne im Wiki-Universum machen, um mit möglichst vielen Personen ins Gespräch zu kommen. Ich möchte daher gerne die lokalen Gruppen besuchen und einige Stammtische kennenlernen. Ein Besuch zum Donnerstagstreffen im Kontor Hamburg am 8. Oktober und eine Diskussion auf der WikiCon sind für mich der Anfang. Ich freue mich darauf, dass ich zusammen mit Tim Moritz Hector am 19. September in Dresden über die Pläne von Wikimedia für 2016 sprechen kann. Und ich freue mich auf die Gespräche vorab am Freitagabend in einer der Eckkneipen von Dresden, und auf die Möglichkeit, dabei die Spitzenposition von Sachsen im Bierverbrauch zu unterstützen.

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Christian Rickerts wird Vorstand von Wikimedia Deutschland

Rickerts, Christian 2014   140324_A01B0484.jpg

Christian Rickerts (Foto: Jan Voth, CC-BY-SA 4.0 International)

Liebe Vereinsinteressierte, es freut mich sehr, euch heute mitteilen zu können, dass die Suche nach einer neuen Geschäftsführung für Wikimedia Deutschland erfolgreich beendet ist. Das Präsidium beruft Christian Rickerts zum Vorstand. Diese Entscheidung hat das Präsidium einstimmig beschlossen und folgt damit der ebenfalls einstimmigen Empfehlung der Übergangskommission. Christian wird seine Vorstandsaufgaben ab dem 1. Mai 2015 übernehmen.

Wikimedia Deutschland ist durch ehren- wie hauptamtliche Arbeit geprägt, und Christian Rickerts kennt Freiwilligen-Engagement aus beiden Perspektiven bestens, unter anderem aus seiner Zeit als Mitgründer des Schüler Helfen Leben e. V., als dessen späterer Geschäftsführer und dann als geschäftsführender Vorstand der gleichnamigen Stiftung. Anschließend war er sowohl im wirtschaftlichen als auch gemeinnützigen Umfeld tätig, zuerst als Strategieberater bei Capgemini, dann als Geschäftsführer bei Reporter ohne Grenzen in Deutschland. Seit 2012 ist er Vice President für Corporate Communications bei der Bertelsmann Stiftung.

Christian hat uns insbesondere mit seinem Wissen um die Schnittstellen von Haupt- und Ehrenamt sowie seiner Motivation, mit wertegetriebenem Denken und methodischer Vielfalt davon überzeugt, dass wir Wikimedia Deutschlands Weg in die Zukunft gemeinsam gestalten wollen. Bis er sein Amt als Vorstand antritt, wird weiterhin Jan Engelmann übergangsweise die Geschäfte führen, wie er das im vergangenen halben Jahr erfolgreich getan hat. Dafür möchte ich Jan an dieser Stelle sehr herzlich danken.

Großer Dank geht auch an die Übergangskommission, die den Prozess der letzten Monate ebenso zielstrebig wie engagiert geplant, begleitet und zum Abschluss gebracht hat. Die Gruppe, die aus Mitgliedern des Präsidiums, des Vereins, Angestellten der Geschäftsstelle sowie Community-Vertretern bestand, konstituierte sich Ende Juni 2014. Ich denke, die Arbeit der Übergangskommission ist beispielhaft und eine wertvolle Erfahrung, die wir innerhalb der Wikimedia-Bewegung teilen sollten und werden.

Wenn Christian Rickerts im Mai seine Aufgaben als Vorstand übernimmt, wird die Frühjahrsmitgliederversammlung bereits stattgefunden haben. Es freut mich, dass er voraussichtlich trotzdem schon als Gast am 18. April nach Köln kommen kann.

Stellvertretend für das gesamte Präsidium möchte ich Christian Rickerts bei Wikimedia Deutschland und im internationalen Wikiversum herzlich willkommen heißen!

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Ankündigung des Präsidiums

Seit 2009 führt Pavel Richter die Geschäfte des Vereins. In den vergangenen fünf Jahren hat er Strukturen geschaffen, die eine stabile Basis für die Förderung Freien Wissens durch Wikimedia Deutschland bilden.

Das Präsidium strebt seit längerem eine andere strategische Ausrichtung für Wikimedia Deutschland an, wie auch in dem auf der Mitgliederversammlung vorzustellenden Strategiepapier zum Ausdruck kommt, und ist zu dem Schluss gekommen, dieses nicht mit dem derzeitigen Vorstand umsetzen zu können. Präsidium und Vorstand sind daher übereingekommen, einen geordneten Übergang gemeinsam zu gestalten.

Der Verein und Pavel Richter haben sich geeinigt, dass eine einvernehmliche Trennung erfolgt und Gespräche über die Modalitäten einer gütlichen Einigung stattfinden. Im Namen des Vereins danke ich Pavel Richter für seine sehr gute Arbeit und ebenso für die Professionalität und Leidenschaft, mit der er die Entwicklung von Wikimedia Deutschland geprägt hat.

Nikolas Becker für das Präsidium von Wikimedia Deutschland

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Tätigkeitsbericht: Was haben wir 2012 erreicht?

Das lässt sich jetzt nachlesen in unserem gerade erschienen Bericht für 2012. Wie jedes Jahr legen wir mit dem Tätigkeitsbericht Rechenschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr ab. Der Jahresbericht informiert über die wichtigsten Projekte und Zahlen in 2012 sowie die vielfältigen Aufgaben von Wikimedia Deutschland, und ist eine der wichtigsten Informationsquellen für unsere Mitglieder, Spender, die Communitys – und natürlich das Finanzamt. In diesem Jahr haben wir neben der gedruckten Version nicht nur eine PDF-Datei online gestellt, sondern zum ersten Mal auch eine Wiki-Version. In den letzten Jahren haben wir viel über die Leistung der Community, die internationale Bewegung  und unsere einzelnen Projekte berichtet und damit ein umfangreiches Werk mit viel Hintergrundinformationen zum Verein und den Projekten geliefert. Für Viele zu detailliert, zu lang und zu umfangreich.

In der jetzt vorliegenden Ausgabe des Tätigkeitsberichts 2012 haben wir auf detaillierte Projekt- und Maßnahmenbeschreibungen weitgehend verzichtet und damit auch erfreulicherweise den Umfang reduziert. Das macht den neuen Tätigkeitsbericht lesefreundlicher und setzt ganz klar einen Fokus auf den Finanzteil. Durch Monatsberichte der Geschäftsstelle, aber auch die Wikimedia:Woche und  den neu eingeführten Quartalsbericht garantieren wir darüber hinaus eine kontinuierliche Berichterstattung unterjährig und informieren über einzelne Projekte und Maßnahmen. Und nicht zuletzt dient auch der Vorstandsbericht im Rahmen der Mitgliederversammlung dazu, Einblicke in das große Ganze zu geben.

Wir werden in diesem Jahr in Ergänzung dazu an einer separaten Darstellung des Vereins und der Wikimedia-Bewegung arbeiten und im Rahmen eines Relaunch unserer Webseite auch eine Broschüre über uns und unsere Arbeit veröffentlichen.

Im Tätigkeitsbericht 2012 ist der Finanzteil wesentlich detaillierter dargestellt – und damit hoffentlich auch verständlicher und nachvollziehbarer. Der Bericht bietet eine Zusammenfassung unsere Strategie, der Tätigkeiten und berichtet über Ziele, die wir erreicht haben oder noch erreichen wollen. Ein Blick auf 2013 rundet das Bild ab und zeigt unsere Ziele für das laufende Jahr. Der Tätigkeitsbericht kann übrigens auch als gedruckte Version bei uns bestellt werden: Einfach eine email an press-de@wikimedia.de schicken.

Wir sind gut aufgestellt, um uns zuverlässig für Freies Wissen einzusetzen und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die uns dabei unterstützen.

 

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Ein besonderer Ort für eine Rede

Fotograf: Rock drum
Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Nachdem die Eröffnungszeremonie in der Library of Congress bereits kurz beschrieben wurde, möchte ich gern in Ergänzung zu den ersten hier im Blog beschriebenen Eindrücken die Rede von Pavel veröffentlichen.

Die Library of Congress ist ein überwältigender Ort – die Bilder sprechen für sich. Noch überwältigender ist es, in einer der bedeutendsten und größten Bibliotheken der Welt eine Rede vor Hunderten Wikipedianern und geladenen Gästen aus aller Welt zu halten. Der Wermutstropfen: Die Akkustik war so schlecht, dass die Rede nur mit viel Mühe zu verstehen war….und selbst dann, haben sicherlich viele kaum hören können, was Pavel Richter zum Verhältnis zwischen der World Digital Library und Wikipedia zu sagen hatte:

Wow, what a place. I am sure I speak fore very Wikipedian in this room when I say thank you for having us here, at the Library of Congress.

When I was asked to speak about the values the World Digital Library and Wikimedia share, and that I would have just 5 minutes for it, I thought to myself: That is impossible! So let me focus on some key aspects:

The Library of Congress was build as a place to gather, to share and to produce knowledge and make it accessible to everyone. Similar places have been build around the world for thousands of years, to further the progress of knowledge and
creativity. Wikipedia would not be possible without such places.

On the website of the World Digital Library, it says:

The basic idea was to create an Internet-based, easily-accessible collection of the world’s cultural riches that would tell the stories and highlight the achievements of all countries and cultures, thereby promoting cross-cultural awareness and understanding.

You do not have to change a single world to describe Wikipedia!

The World Digital Library and Wikipedia are both places that are not bound by physical boundaries, making it even easier to participate in the production and the exchange of knowledge. Yet, for the same end, we use different means: The World Digital Library pursues its mission by making available cultural treasures, in the form of images, maps, or documents.

Wikipedia is an encyclopedia, and therefor a summary of knowledge, written by the very same people that use it. And since Jimmy Wales started Wikipedia – just 11 years ago – hundreds of millions of people got access to knowledge they never had before.

The mission of the World Digital Library is to promote international and intercultural understanding; it provides information to everyone on the internet; and and so does Wikipedia. But Wikipedia is more than just a website, it is the result of international and intercultural collaboration.

We are doing the same thing, for the same reasons, for the same people in the same medium, so we should be doing it together.

Cooperation with cultural institutions such as Galleries, Libraries, Archives and Museums is an important part of the Wikimedia movement. Worldwide, Wikipedia volunteers engage with local partners to work together to produce open-access, freely-reusable content for the public. Wikipedians in Residence are working side by side with researchers and scientists in cultural and scientific institutions, acting both as advisers within and as spokespersons for “their” museum, their archive or their library.

Wikipedia and its community can bring skills, experience and abilities to such cooperation, which could not be found anyplace else. These examples show how the curating role of institutions changes in the information age. The future lies within the cooperation of established institutions and Wikipedia with its global community. Together they form a model of what has been termed “open authority”.

And in this monument to knowledge which is the Library of Congress, hundreds and hundreds of Wikipedians from around the world came together tonight – and you are a perfect fit for this place. The personal involvement and a deep  understanding is what drives us, what we all have in common and what we stand for. For we all share the same idea, the same passion and the same mission: to transform information into knowledge, to make it available to every person on the planet.

Thank you.

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Bericht zur zweiten Präsidiumsklausur


Präsidium und Vorstand bei der Klausur.
Urheber: Dirk Franke, Lizenziert unter CC-BY-SA 3.0
→ weitere Bilder

Letztes Wochenende trafen sich Präsidium, Vorstand sowie das frisch gewählte WCA-Ratsmitglied Markus Glaser zur zweiten Klausur in diesem Jahr. Die Tagesordnung (einmalige Anmeldung erforderlich) war mit wichtigen Themen gefüllt: dazu gehörten die laufenden Diskussionen über die Art und Weise, wie die international gesammelten Spenden zukünftig weltweit verteilt werden sollen, die Wahl eines neuen Stellvertretenden Vorsitzenden, der Aufbau der Wikimedia Chapters Association, die Vorbereitung der Vorstandsbewertung, der dritten Runde des Community-Projektbudgets, der Überarbeitung des Kompass 2020, Diskussionen zur Vergabe von Stipendien, dem Bericht vom WikiWomenCamp oder der politischen Positionierung des Vereins.

Das Protokoll der Klausur wird in Kürze veröffentlicht. Vorab aber hier schon einige wichtige Punkte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Nach dem Rücktritt von Sebastian Wallroth vom Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden am 11. Juni 2012 obliegt es dem Präsidium satzungsgemäß, aus seiner Mitte einen Nachfolger für den Rest der Wahlperiode zu wählen. Auf der Klausur wurde die bisherige Beisitzerin Anja Ebersbach in dieses Amt gewählt. An dieser Stelle möchte ich mich auch persönlich noch einmal für Sebastians Arbeit bedanken und ihm alles Gute für seine Zukunft wünschen.
  • Präsidium und WCA-Rat werden zukünftig eng zusammenarbeiten. Hierfür wird Markus Glaser, der von Wikimedia Deutschland in den Rat gewählt wurde, in die interne Kommunikation des Präsidiums eingebunden und auch zu allen Sitzungen eingeladen. Gleichzeitig soll es zukünftig für die internationalen Themen eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Präsidiumsmitgliedern, dem WCA-Ratsmitglied, Mitarbeitern von Wikimedia Deutschland und Interessierten aus der Community geben.
  • Das Präsidium wird wie in den Vorjahren gemeinsame mit den Mitarbeitern die Arbeit des hauptamtlichen Vorstands bewerten. Die Vorbereitungen dafür laufen jetzt an, mit dem Ziel, die Bewertung bis Ende August abgeschlossen zu haben.
  • Die Überarbeitung des Kompass 2020 geht voran. Im Ressort Politik & Gesellschaft gibt es einen Entwurf für neue strategische Ziele, an denen sich die Arbeit des Vereins in den nächsten Jahren orientieren soll. Die neuen Ideen aus dem Ressort sollen sowohl online im Vereinsforum als auch offline auf einer Städtetour vorgestellt und diskutiert werden.

Wie auch die Sitzungen zuvor, war diese Klausur von großer Konzentriertheit und Konstruktivität geprägt. Vielen Dank an alle Beteiligten für die Vorbereitung und die Teilnahme!

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Vorstands-Chat Nummer Sieben – 18. Oktober 2011, 20 Uhr

Der Vorstand von Wikimedia Deutschland lädt zum IRC-Chat. Die angekündigten Themen sind der Wirtschaftsplan 2012 und die Mitgliederversammlung. Wer darüber nachdenkt, selbst zu kandidieren oder gern mehr über die Arbeit im Vorstand wissen will, sollte einfach vorbeischauen und mit dem Vorstand sprechen.

Der Chat findet am Dienstag, den 18. Oktober 2011, im IRC-Channel #wikimedia-de statt. Beginn ist 20 Uhr.

Wie man am Chat teilnehmen kann, ist unter Vorstands-Chat auf der Vereinswebsite zu finden. Noch keine Erfahrung mit dem Chatten per IRC? Gar kein Problem: Eine kurze Einführung gibt es im Wikipedia-Artikel Wikipedia:Chat!

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Italienische Wikipedia im Streik

Die italienische Wikipedia-Community ist in diesen Tagen einen Schritt gegangen, der so in der 10-jährigen Geschichte der freien Enzyklopädie einmalig ist. Seit gestern Abend  ist die italienische Version der größten Wissenssammlung der Menschheit für Leser nicht mehr erreichbar – die Inhalte sind vorübergehend versteckt. Stattdessen erklärt ein Brief die Gründe für dieses Vorgehen. Ursache dafür ist der Paragraph 29 eines italienischen Gesetzesentwurfs, den das italienische Parlament zurzeit debattiert. Dieser enthält eine Verpflichtung für Webseiten, innerhalb von 48 Stunden kommentarlos jegliche Korrektur am Inhalt vorzunehmen, die der Antragsteller im Interesse seiner Reputation fordert. Unerfreulicherweise verlangt dieses Gesetz keine Evaluation durch eine unabhängige dritte Person.

Die ehrenamtlichen Wikipedia-Autoren haben in den letzten 10 Jahren in Gemeinschaftsarbeit eine neutrale, frei lizenzierte und vor allem unabhängige Wissensquelle erstellt. Relevanzkriterien, Löschanträge, Änderungen in Artikeln und Umgang mit Persönlichkeitsrechtsverletzungen werden öffentlich diskutiert. Durch Quellennachweise, Belege und die Einhaltung eines neutralen Standpunkts wird die Qualität der Artikel gesichert.  Wikipedia hat eine Reihe von Mechanismen etabliert, über die Sorgen und Beschwerden von Einzelpersonen oder Organisationen gesammelt und gelöst werden. Das jetzige System zur Entfernung falscher Informationen ist erprobt und belastbar. Diese bewährten Arbeitsmethoden sind nun durch eine mögliche Gesetzesänderung in Italien in Frage gestellt und damit werden die Grundprinzipien der freien Enzyklopädie missachtet.

Seit Bestehen des Online-Lexikons haben Wikipedia-Benutzer auf Nachfrage hin jede Art von Inhalt überprüft, der für jemanden nachteilig sein könnte, ohne dabei auf die Neutralität und Unabhängigkeit des Projektes verzichten zu müssen. Eine Korrektur ohne Recht auf Diskussion und Überprüfung der Inhalte veröffentlichen zu müssen, würde zu einer inakzeptablen Einschränkung der Freiheit und Unabhängigkeit von Wikipedia führen.

Als gemeinnütziger Verein zur Förderung Freien Wissens setzt sich Wikimedia Deutschland nicht nur für den freien Zugang zu Wissen ein, sondern fördert und unterstützt auch die Erstellung und Verbreitung von Freiem Wissen. Wikimedia Deutschland ist nicht an redaktionellen Prozessen beteiligt und mischt sich auch nicht in die gewachsenen Strukturen und das komplexe Regelwerk von Wikipedia ein. Die aktuelle Diskussion über den Gesetzesentwurf in Italien widerspricht jedoch unseren Grundsätzen und der Mission der Förderung Freien Wissens.

Die italienische Autoren-Gemeinschaft hat sich für eine drastische Reaktion entschieden, die nicht nur auf Zuspruch stößt. Vielleicht hätte es andere Maßnahmen gegeben, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Aber die Entscheidung, Wikipedia für geplante 48 Stunden nicht verfügbar zu machen, ist zumindest sehr wirkungsvoll. Es geht hier um ein grundsätzliches Problem im Umgang mit Freiem Wissen, Neutralität und Meinungsfreiheit. Dies zeigen auch die zahlreichen Medienberichte, Online-Unterstützer weltweit und Solidaritätserklärungen.

Wikimedia Deutschland steht an der Seite der Freiwilligen aus Italien, die gegen den „Kill-Blog“ genannten Gesetzesentwurf protestieren. Dieses Gesetz würde die Arbeit von Projekten wie Wikipedia behindern: offene, ehrenamtliche und gemeinschaftliche Orte, die dem Teilen von Wissen gewidmet sind. Ganz zu schweigen von der Einschränkung der Möglichkeit für alle Internet-Benutzer, sich an demokratischen Vorgängen zu beteiligen und ihr Recht auf freie Rede auszuüben.

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Vorstandsklausur im Juli 2011

Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal
Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal

Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal

Am letzten Juli-Wochenende trafen sich die Mitglieder des Wikimedia Deutschland Vorstandes und der Geschäftsführer in einem recht abgelegenen Tal des Rheingaus. Sebastian Moleski, Alice Wiegand, Olaf Kosinsky, Attila Albert, Delphine Ménard, Ralf Liebau, Michail Jungierek, Robert Radke, Sebastian Wallroth und Pavel Richter tagten mit freundlicher organisatorischer Unterstützung durch Susanne Schade mit Blick auf deutschen Tann von früh bis spät unter einer straffen Agenda.

Die Kommunikation mit dem Community Projekt-Budget-Ausschuss wurde breit und teilweise emotional diskutiert. Gottseidank zeigt sich die schier unglaubliche Erfolgsgeschichte des Community Projekt-Budgets von den Umständen kaum beeindruckt. Am 13. August treffen sich Ausschuss- und Vorstandsmitglieder um die gelernten Lektionen kommenden Budgetrunden zu Gute kommen zu lassen.

Gewissenhaft wurde Pavel Richters Arbeit als Geschäftsführer bewertet. Der Mann ist eine große Bereicherung für Wikimedia Deutschland und wird immer besser. Das muss er auch, denn mit der Änderung der Vereinsstruktur ab November sammeln sich mehr Pflichten über seinem Haupte. Nach der Mitgliederversammlung am 19. und 20. November in Hannover haben wir ein Präsidium mit gegenüber der alten Struktur veränderten Aufgaben. Diese Aufgaben sollen zukünftig übersichtlich benannt werden, auch um mehr Mitglieder für die Präsidiumsarbeit zu gewinnen. Ich kann ja mal verraten, dass das deutlich weniger Arbeitsumfang bedeutet, als man so denkt. Man hat einigen Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Vereins und hin und wieder trifft man sich mit Gleichgesinnten zu einem arbeitsreichen Wochenende. Ich finde es großartig!

Pavel Richter hatte viel zu berichten zu Projekten, Mitgliederzahlen und Mitarbeiterentwicklung und der Vorbereitung von Wirtschaftsplan und Finanzbericht. Zum Glück kann Pavel sehr schnell sprechen, so dass er in anderthalb Stunden einen Erfolg nach dem anderen und einige wenige Projekte mit immerhin Erkenntnisgewinn vorstellen konnte. Das meiste kennt der geneigte Leser der Berichte aus der Geschäftsstelle, aber die geballte Darstellung ließ mein Herz sich zu einem saftigen Steak weiten. Apropos Steak – zum Abend gab es lokale Küche bei angeregten Gesprächen bis tief in die Nacht.

Als ich im ICE auf dem Weg zu dieser zweiten Klausur des achten Vorstandes saß, versuchte ich, meine Aufgaben als Vorstandsbeisitzer aufzulisten. Nach all den Telefonkonferenzen, Umlaufbeschlüssen und Diskussionen auf der Mailingliste hatte ich nur eines aus dem Blick verloren: aber dann gleich das Wichtigste. Die Strategie für den Verein nämlich. Hauptarbeitsmittel dafür ist der Kompass 2020. Der sieht auf den ersten Blick aus wie ein dicker Papiertiger ohne Zähne. Aber die Mitarbeiter der Geschäftsstelle richten ihre Arbeit danach aus. Und die Verteilung der Spendengelder wird davon wesentlich beeinflusst. Das ist der Hälfte des Vorstandes, die aus Neulingen besteht jetzt auch endlich klar. Ich fühle mich gewappnet für den zweiten Teil der Amtsperiode. Mal sehen, was ich noch bewirken kann.

Sebastian Wallroth

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Von der Mitgliederversammlung 2011

Die rund 50 Besucher der Mitgliederversammlung 2011 am 19. März in Berlin fanden sich in ungewöhnlichem Ambiente wieder. Ein leergeräumter Gemeindesaal – rechts die Orgel, links ein Kruzifix mit aufgeschlagener Bibel, vorn die Kanzel als Rednerpult. Am Einlass, von Cornelius betreut, lag eine kirchliche Broschüre: „Wenn alle Hoffnungen zerbrechen“. Es wurde nicht das Motto der Versammlung, im Gegenteil.

Sebastian Moleski und Alice Wiegand sind in ihren Ämtern als Erste und Zweite Vorsitzende wiedergewählt. Olaf Kosinsky ist neuer Schatzmeister, Attila Albert neuer Schriftführer. Auch alle sechs Beisitzer-Kandidaten (ein weiterer hatte am Vorabend per Fax aus persönlichen Gründen abgesagt) sind gewählt.

Wichtige Anträge waren erfolgreich: Die Satzungsreform, die Verantwortlichkeit und Haftung zusammenführt (S1 mit Ergänzung A 1), die kollaborative Erstellung des Wirtschaftsplans (A2) und 200 000 Euro für Community-Projekte (A3). Alle anderen Anträge scheiterten (S2, S3, S4) oder wurden zurückgezogen (A4).

In seinem Rechenschaftsbericht hatte Sebastian eindrucksvolle Grafiken präsentiert: Steiler Anstieg bei den Spenden und Mitgliederzahlen (aktuell 700, weitere 300 Anträge liegen vor). Steiler Abstieg bei der Gewinnung neuer Autoren und deren Verweildauer. Gewünscht kurzer Vortrag, für manche wiederum zu kurz. Einige Mitglieder vermissten den Finanzbericht, ein Blick auf die Vereinswebseite brachte die gewünschten Vermögenszahlen zutage.

Pavel gab eine Übersicht über die Vielzahl der Projekte, jeweils mit Fazit und dem, was wir daraus gelernt haben: „Scheitern ist erlaubt.“ Im Ausblick: Ausbau der Geschäftsstelle auf 20 Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit) sowie eine Neupositionierung der Zedler-Medaille.

Es gab Klagen, die Akustik wäre „sehr schlecht“ – tatsächlich war sie, wie in einer Kirche, so gut, dass selbst leises Flüstern im ganzen Raum zu hören war. Das verschärfte sich, als die Zählkommission unter Debora Weber-Wulffs Leitung auf der Empore, wo sonst der Chor sitzt, ihre Arbeit aufnahm. Vorteil dieser Lösung allerdings: Bei Abstimmungen brauchten die Kommissionsmitglieder nur kurz an die Balustrade zu treten und den Arm zu heben.

Strittig war, ob der komplette Vorstand entlastet (vom Verein für die Arbeit des vergangenen Jahres von Schadenersatzansprüchen freigestellt) werden konnte. Einige ausgeschiedene Mitglieder hatten es versäumt, ihren Rechenschaftsbericht abzugeben. Nach längerer Diskussion die Einigung: Vorstand insgesamt entlastet.

Neuneinhalb Stunden hat diese Mitgliederversammlung gedauert, unterbrochen vom Mittagessen (Käse-Hackfleisch-Suppe und vegetarisches Ratatouille, Brot, frisches Obst) sowie diversen kurzen Pausen.

Abschließender Dank an die Zählkommission unter bewährter Leitung von Debora, die Versammlungsleiter Martin Zeise und Thomas König, der sich darin ausgesprochen talentiert zeigte – und nicht zuletzt an alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle, darunter Henriette Fiebig, Cornelius Kibelka, Sebastian Sooth, Boris Marinov und Gerrit Holz.

P.S. Einige abwesende Mitglieder hatten beklagt, dass es keine Live-Tweets aus der Versammlung gab. Diese Möglichkeit war diskutiert, aber verworfen worden, um den Diskussionen einen „geschützten Rahmen“ zu erhalten.

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