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Herzliche Einladung zum Workshop “Freies Online-Lexikon für Kinder” in Berlin

Ein Gastbeitrag von Michael Schulte:

„Kinder ab dem Grundschulalter nutzen die Wikipedia heute schon sehr intensiv: in der Schule, zu Hause und unterwegs. Laut KIM-Studie 2012 schaut sich ein Drittel der 6- bis 13-jährigen Computernutzer mindestens einmal wöchentlich Wikipedia-Artikel an. Aber als Allgemein-Enzyklopädie ist sie natürlich nicht speziell für Kinder geschrieben und gestaltet. Aus diesem Grund setze ich mich für den Aufbau eines kindertauglichen Online-Lexikons ein, das sich an den Wikipedia-Grundprinzipien orientiert. Interessierte Wikipedianer, Lehrer, Journalisten und andere potenzielle Unterstützer eines solchen Projektes möchte ich zu einem ersten Workshop einladen:

Wann und wo: Dienstag, 29. April 2014 von 18 bis 22 Uhr in der Wikimedia-Geschäftsstelle in Berlin

Der Workshop soll sich vor allem damit auseinandersetzen, wie genau ein freies Online-Lexikon für Kinder entstehen und aussehen kann. Mein Ziel ist ein Grundstock von kindgerechten Artikeln zu Themen, die maßgeblich von Kindern mitbestimmt werden. Die Artikel selbst können ebenfalls von Kindern erstellt werden (von Schulklassen und ihren Lehrern), aber natürlich auch von Erwachsenen. Basis für die Kinder-Artikel sollen die Artikel der Wikipedia sein, die zwar für die Zielgruppe Kinder oft zu lang und zu kompliziert geschrieben sind, die aber dennoch in vielen Fällen die für Kinder relevanten Fakten enthalten. Wie genau die Artikel aussehen, wo sie erstellt und veröffentlicht werden und wer alles als Unterstützer in Frage kommt, soll im Laufe des Projekts entwickelt und erprobt werden.

Mein Wunsch ist es, noch im Sommer 2014 ein Pilotprojekt zu starten, um auch Kritierien für gute Kinder-Artikel zu entwickeln – gemeinsam mit der Zielgruppe der 6- bis 12-jährigen Kinder und mit interessierten Autoren. Ins Pilotprojekt einbringen möchte ich meine langjährige Erfahrung als Redakteur und Autor von Kindersendungen (Kakadu / Deutschlandradio) und als Gründer und Projektleiter des gemeinnützigen Hörportals Ohrka.de.

Vorstellen kann ich mir die Veröffentlichung der Kinder-Artikel in einem WordPress-Blog. Dabei sollte immer mitgedacht werden, ob und wie diese Inhalte in Wikimedia-Projekten integriert werden können. Denkbar ist zum Beispiel die Begleitung des Projekts auf einer Wikipedia-Projektseite wie beim Projekt “Kinderleicht” der Redaktion Medizin, die bislang umfangreichste Initiative in Sachen Kinder-Lexikon im Umfeld der Wikipedia. Auf internationaler Ebene ist das Projekt Vikidia mit Kinder-Lexika in verschiedenen Sprachen am weitesten vorangeschritten, eine deutsche Version gibt es allerdings noch nicht. In der deutschsprachigen Wikipedia wurde zuletzt 2010 intensiver über die Einrichtung eines deutschen Wikipedia-Angebots für Kinder diskutiert: In einem Meinungsbild sprach sich damals eine Mehrheit gegen ein nicht fachlich begleitetes Kinder-Lexikon innerhalb der Wikipedia aus.

Um von den Erfahrungen anderer Medienangebote für Kinder zu profitieren, sind für den Workshop Vertreter von “Klaro” und “Hanisauland” angefragt. Diese werden vorstellen, wie sie Kinder beteiligen und wie sie kindgerechte Inhalte definieren. “Klaro Kindernachrichten” ist ein Schulklassenprojekt des Bayerischen Rundfunks, bei dem Viertklässler die Themen und Fragen einer 8-minütigen Nachrichtensendung für Kinder bestimmen. Hanisauland, die Kinderseite der Bundeszentrale für politische Bildung, bietet u.a. ein Politik-Lexikon mit 800 Begriffen und 600 Kalendereinträgen.

Auch mögliche Projektbeteiligte jenseits der Wikipedia-Community, d.h. Schüler und Lehrer, sollen nach Möglichkeit an der Veranstaltung teilnehmen. Der Workshop soll dazu dienen, möglichst viele Vorschläge, Hinweise und frühere Überlegungen zu berücksichtigen.

Über eine rege Teilnahme am Workshop in Berlin würde ich mich sehr freuen!

Michael (Wiktoriapark)

Dieser Workshop findet im Rahmen des FFW-Servicepaketes zur Projektentwicklung in den offenen Workshop-Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland statt.“

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, ist aber möglich direkt auf der Seite zum Workshop https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Wiktoriapark/Workshop_Kinderlexikon.

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Zedler-Preisverleihung 2014 in Frankfurt am Main

Bild: Wikimedia Deutschland, CC-BY-SA 3.0

Zum insgesamt achten Mal vergibt Wikimedia Deutschland im Jahr 2014 den Zedler-Preis für Freies Wissen. Durch den Preis würdigt Wikimedia herausragendes Engagement für Freies Wissen im Allgemeinen und die Wikipedia und ihre Schwesterprojekte im Besonderen. Preisträger im letzten Jahr waren Artikel über den Maler El Greco, das Wikipedia-interne WikiProjekt Osttimor sowie Wheelmap.org – eine Online-Karte zum Finden und Markieren rollstuhlgerechter Orte.

Derzeit sammelt die Community der Wikimedia-Projekte verschiedene Artikel und Projekte des letzten Jahres als potentielle Preisträger, und wählt aus ihren Reihen die Jurymitglieder. Die Preisverleihung wird am 24. Mai im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Frankfurt am Main stattfinden. Der Zedler-Preis ist benannt nach Johann Heinrich Zedler. Er war Herausgeber des Grossen vollständigen Universal-Lexicons Aller Wissenschafften und Künste und gehört damit zu den Pionieren der kollaborativen Enzyklopädieerstellung

 

 

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Dualität im Denken – Auf welche Barrieren der digitale Zugang zu kulturellem Erbe trifft

“Gäbe es keine öffentlichen Museen, keine Archive und Bibliotheken, die Verantwortung übernehmen für unser kulturelles Erbe, die mit viel Einsatz die Zeugnisse unseres kulturellen Schaffens bewahrt hätten und bewahren, wäre unsere Welt heute sehr viel ärmer.” Paul Klimpel, ehemaliger Geschäfstführer des Netzwerkes Mediatheken und heute Leiter des iRights.Lab Kultur, muss sich zu einer solchen Emphase nicht umständlich durchringen. Aus eigener Erfahrung weiß er, wie die Aufgabenvielfalt und der Anpassungsdruck den Gedächtnisinstitutionen gegenwärtig zusetzt. Da scheint es durchaus geboten, auch einmal Respekt und Dank zu zollen.

Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe zu übernehmen – das war zum dritten Mal das Motto der jährlich stattfindenden Konferenzreihe “Zugang gestalten” im Jüdischen Museum Berlin. Dass das kulturelle Erbe in einer höchst digitalen Zeit nicht bewahrt, sondern auch für möglichst viele Menschen einfach zugänglich gemacht werden muss, darüber waren sich sicher alle der mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Wie dieser Zugang aussehen könnte, was er im Idealfall leisten soll und wofür er genutzt werden kann, darüber sollte auf der zweitägigen Veranstaltung diskutiert werden. Dazu waren 24 Referentinnen und Referenten aus den verschiedensten Bereichen geladen: aus der Museumswelt, der Rechtsberatung, Vertreter von kommerziellen Diensten und aus der Zivilgesellschaft.

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Deutschland soll digitales Kulturland werden*

Als wäre es so geplant gewesen. Pünktlich zum Beginn der Konferenz “Zugang gestalten”  morgen in Berlin, verabschieden die Regierungsparteien ihren Koalitionsvertrag und bekennen sich darin zur unbedingten Digitalisierung des Kulturellen Erbes, um es für die kommenden Generationen zu sichern: Deutschland soll digitales Kulturland werden  (dort S. 138ff). Was heißt das konkret für die Museen, Bilbliotheken und Archive? Was bedeutet das für Wikipedia und die anderen Wikimedia-Projekte? Wird künftig das gesamte kulturelle Erbe frei zugänglich sein?

Zugang ist nicht gleich Zugang

Morgen startet unter der Leitung von Paul Klimpel die Konferenz „Zugang gestalten“ im Jüdischen Museum in Berlin: #ke13.

Seit Monatsbeginn stehen auf  Wikimedia Commons 19 Mio. Dateien zur Verfügung. Diese Zahl übertrumpfte vor einigen Tagen das europäische Kulturportal EUROPEANA mit 30 Mio. Einträgen.  Es gibt da allerdings einen wesentlichen Unterschied: Die Dateien auf Wikimedia Commons sind dank einer konsequenten Lizenzpolitik frei zugänglich und nachnutzbar. Auf Wikimedia Commons werden überwiegend CC-BY und CC-BY-SA-Lizenzen verwendet. Sie gehören zu den nach OSI bzw. OKD zugelassenen freien Lizenzen. Jede Wikimedia-Commons-Datei, ob Foto-, Audio- und Videodatei oder ganze Schriftsätze können so in Büchern, Blogs oder anderen Publikationen wie auch der Wikipedia weiterverwandt werden, ohne dass der Benutzer sich die Genehmigung beim Urheber erst umständlich einholen muss. Wissen kann sich so viel rascher verbreiten. Deshalb tun wir es ja auch.

Ins Netz gegangen, aber noch nicht nass

Davon sind viele Kultur- und Gedächtnisinstitutionen (Kurzfom GLAM für Galleries, Liberaries, Archives and Museums) in Deutschland noch weit entfernt. Zwar hat die Digitalisierung der Bestände schon in vielen Häusern begonnen oder ist sogar schon im Wesentlichen abgeschlossen, aber jetzt stellt sich die Frage, wie mit den digitalisierten Werken umgegangen werden soll. Natürlich möchte man mit seinen Beständen an die Öffentlichkeit, aber gleichzeitig will man auch nicht die Kontrolle über sie verlieren. Wenn Interesse an den Beständen besteht, bedeutet das nicht auch, dass man mit ihnen Geld verdienen kann? Seit Jahrhunderten sammeln, forschen, bewahren und vermitteln die GLAM-Institutionen ihren Besuchern unser kulturelles Erbe. Haben wir als Besucher nicht oft den Eindruck, wenig mehr als gelitten zu sein? Dabei sind es unsere Steuermittel, die die Arbeit der Kultureinrichtungen erst ermöglichen. Jetzt könnten die Museen die Richtung umkehren. Das Museum kann zu jedem von uns nach Hause kommen: individuell, nach Bedarf und als Angebot mitzugestalten, quasi auf Besuch beim Besucher. Unser Beitrag auf der Konferenz ist eine Einladung: Kommt mit Euren Schätzen zu uns.

Nicht in Berlin und trotzdem live dabei

Die Konferenz wird live mitgeschnitten und übertragen. Der Link zum Livestream wird morgen auf der Startseite der Konferenz aktiviert sein. Unser “fliegender” Reporter Mathias Schindler (@presroi) kommentiert live auf dem Wikimedia Deutschland Blog das Geschehen. Unter dem Hashtag #ke13 kann man auf Twitter der Konferenz folgen. Wir wünschen allen analogen und digitalen Teilnehmern viel Spaß auf der Konferenz.

*Abgewandeltes Zitat aus dem Koalitionsvertrag (S.136)

 

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Görlitzer Schätze hinter dicken Mauern

Ein Gastbeitrag von Conrad Nutschan

Der historische Lesesaal der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften
Foto: Ralf Roletschek, CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0), via Wikimedia Commons

Anfang November 2013 trafen sich Mitarbeiter der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften (OLB) und 19 Wikipedianer der deutsch- und sorbischsprachigen Wikipedia, Wikisourcler und Wikidatisten sowie Aktive von Wikimedia Commons in der östlichsten Stadt Deutschlands. Die dort befindliche Bibliothek ist heute Teil der Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur (GöSam). Gegründet wurde sie im 18. Jahrhundert als Arbeitsbibliothek der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften mit einem ganz ähnlichen Anliegen wie die Wikimedia-Projekte heute: Die Förderung der Ideen der Aufklärung und Verbreitung von Wissen.

Anlass für die Veranstaltung war ein zu Beginn des Jahres 2012 eingestellter Artikel der OLB über sich selbst. Die daraus folgende fruchtbare Interaktion zwischen Wikipedianern und den Mitarbeitern der Bibliothek führte dazu, dass sich der Artikel immer weiter entsprechend unseren Anforderungen an einen geeigneten Wikipedia-Eintrag veränderte. Die Mitarbeiter der Bibliothek betrachteten begeistert die Entwicklung des Enzyklopädieeintrags; sie ließen sich nicht abschrecken, sondern gewöhnten sich daran, dass sich der eigene Text zu etwas Neuem entwickelte und nahmen weiter aktiv an dieser Wandlung teil.

Einige der späteren Organisatoren der Veranstaltung in Görlitz nahmen Kontakt mit der Bibliothek auf und nach weiteren Gesprächen auf den Stammtischen entwickelte sich die Idee, mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland die zweite „GLAM on Tour“-Station in der Bibliothek in Görlitz durchzuführen, um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Die OLB war hierbei außerordentlich aufgeschlossen und ging auf die Wünsche der Wikipedianer und Wikisourcler mit der nötigen Geduld ein.

Angeregte Arbeitsatmosphäre im Lesesaal der OLBFoto: Katja Ullrich (WMDE), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Im Rahmen eines etwas straffen Zeitplans bot sich am Wochenende des 1. und 2. November 2013 dazu die wunderbare Möglichkeit. Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Oberlausitz und auch aus ferneren Regionen reisten an, um sich zu den Projekten, in denen sie aktiv sind, auszutauschen. Dabei entstanden auch einige Inhalte in Form von Bildern und Texten in gemeinsamer Arbeit.

Die aus dem Wochenende entstandenen Pläne sind umfangreich. Neben der Aufarbeitung und Verfügbarmachung des durch die Schreibwerkstatt entstandenen Materials gab es mehrere Gespräche für mögliche Projekte zur Erstellung von freien Inhalten und zur Gewinnung neuer Autoren für die Wikimedia-Projekte.

So wurde beispielsweise mit einem Mitglied des Sächsischen Vereins für Volksbauweise e. V. über die gemeinsame, langfristige Erstellung einer Liste und letztlich einer Karte aller Umgebindehäuser im Dreiländereck beraten (hierbei muss auf Grund der Fülle von 19.000 Einzeldatensätzen Wikidata eingesetzt werden). Des Weiteren erhält die Bibliothek in Görlitz wichtige technische Unterstützung für die Aktualisierung des verwendeten MediaWikis zu biographischen Daten von Persönlichkeiten der Oberlausitz.

Verbesserungswürdig war die Vorbereitung der Internetanbindung. Gerade im Rahmen des Projekts GLAM on Tour, wo die Teilnehmer eigene Computer verwenden dürfen, nimmt die Einrichtung der Internetverbindung zu viel Zeit in Anspruch. Hierfür sollte Wikimedia Deutschland einen Koffer mit standortunabhängiger, erprobter Funktechnik dabei haben, um Sicherheit bzw. eine Rückfallebene zu schaffen. Durch den Einsatz eines WikiSpot und die Unterstützung des C3 aus Dresden war es in Görlitz jedoch möglich, die hiesige Technik zu erweitern und nach einiger Einfahrzeit ein stabiles Netz bereitzustellen. Bei der Planung müssen gerade die wikipedistischen Organisatoren darauf achten, dass es nicht zu einer personellen Überladung kommt. Der gute Wille führte hier zu recht engen Verhältnissen im Lesesaal, der für 12 Personen ausgelegt war. Der mangelnde Platz wurde allerdings durch Gemütlichkeit ausgeglichen, was aber leider die Arbeitsfähigkeit einschränkte.

Der Buchscanner der OLB sorgte für große BegeisterungFoto: Conny, CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Zu den Höhepunkten der Tage zählten die Stadtführung, die den Teilnehmern nicht nur jede Menge interessante Informationen zur Geschichte der Stadt Görlitz bot, sondern auch Zugang zu teilweise privaten Wohnhäusern, da der Stadtführer, Herr Frank Vater, die Eigentümer persönlich kannte. Solche Einblicke hat man nicht alle Tage! Ebenfalls für große Begeisterung sorgte die freie Nutzung des Großscanners, sodass Material als zukünftige Arbeitsgrundlage geschaffen werden konnte. Für diejenigen Teilnehmer, die gern wiederkehren möchten, finanzierte Wikimedia Deutschland außerdem eine Jahresmitgliedschaft bei der OLB.

Weitere, teilweise recht spezielle Informationen können der Dokumentation entnommen werden. Sie befindet sich derzeit noch im Wachstum. Die entstandene Projektseite soll Ort für weitere Kooperationen in der Oberlausitz mit interessierten Institutionen werden. Einzelne Wikipedianer freuen sich schon sehr auf neue Möglichkeiten zur gegenseitigen Unterstützung. Fragen dazu beantwortet Wikimedia Deutschland jederzeit gern.

Die Dokumentation der Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes kann in der Wikipedia eingesehen werden.

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OER- Konferenz 2013 – Open Educational Ressources im Fokus

In Berlin fand am Wochende die erste OER-Konferenz für den deutschsprachigen Raum statt (OER, dt. Freie Bildungsinhalte). 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich über zwei Tage zur aktuellen Situation und der Zukunft von OER in Deutschland ausgetauscht. Im Fokus stand der Input aus dem internationalen Kontext und die Frage, wie OER zukünftig auf staatlicher sowie auch auf institutioneller Ebene weiter voranbegracht werden kann. Im folgenden möchten wir euch nochmal eine Zusammenstellung der wichtigsten Links und Informationen geben, die ihr ergänzend auch auf unserer Webseite findet.

Die Partner Werkstatt.Bpb und pb21 haben die Konferenz live begleitet. Die Werkstatt.bpb.de hat eine ganze Webseite rund um die OER-Konferenz zusammengestellt, auf der bereits viele Interviews und Talks der OER-Konferenz zur Verfügung gestellt werden und mit interessanten Hintergrundinformationen ergänzt werden. Pb21 ergänzt dies mit ihrem Themenschwerpunkt zu OER, einem Liveblog zur Konferenz und einer ausführlichen Podcast-Reihe und Videodokumentation rund um die Konferenz. Bilder zu Tag1 und Tag2 der Konferenz stehen auf Wikimedia Commons zur freien Weiternutzung zur Verfügung (bei Fragen dazu empfiehlt es sich, sich gleich die Ergebnisse der Session zur Nutzung von Wikimedia Commons anzusehen).

Die Themen der Konferenz

In seiner Opening Keynote „Wie Open Education die (Bildungs-)Welt verändern kann“ machte Philipp Schmidt den Kern der Diskussion deutlich. Es geht bei der Debatte um OER nicht um das Darüberreden, sondern um das Machen! Die gesamte Keynote ist hier nochmal zu finden inkl. ergänzendes Interview. Weiterlesen »

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Wikimedia Diversity Conference – registriert Euch jetzt!

Wir freuen uns Euch mitteilen zu können, dass die Registrierung der Wikimedia Diversity Conference offen ist. Diese wird, wie schon hier angekündigt, von Wikimedia Deutschland zusammen mit Wikimedia Nederland, Wikimedia UK und der Wikimedia Foundation veranstaltet. Die internationale Konferenz wird am 9. und 10. November 2013 in Berlin stattfinden.

Das offizielle Registrierungsformular findet Ihr hier. Über dieses Formular könnt Ihr Euch nicht nur anmelden, sondern gleichzeitig auch Eure Einreichungen anmelden. Bitte beachtet, dass die Registrierung etwas umfangreicher ist, wenn Ihr eine Session einreicht. Wir empfehlen Euch für das Ausfüllen ca. 30 Minuten einzuplanen. Die beiden Schwerpunkte der Konferenz bilden das Thema Genderdiversität und das Thema geografische Diversität. Dieser zweite Schwerpunkt beschäftigt sich mit Fragen rund um Sprachenvielfalt und Partizipationsmöglichkeiten in Ländern des globalen Südens.

Alle weitere Informationen findet Ihr auf der Meta-Seite der in englischer Sprache stattfindenden Konferenz.

Wir freuen uns auf Eure Beiträge! Bei Fragen zum Thema wendet Euch bitte an: diversity@wikimedia.de

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#ZDFcheck – ZDF meets Wikimedia

Die #ZDFcheck-Redaktion bei der Arbeit (Foto: Kristina Hofmann, CC-BY)

Seit Mai 2013 läuft das Projekt #ZDFcheck, in dem das ZDF auf http://zdfcheck.de mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl Statements von Politikern prüft. Als Wikipedian in Residence betreue ich diese Zusammenarbeit und Freiwillige aus Wikimedia-Projekten, die gerne mitchecken möchten. Letzten Freitag fand eine Veranstaltung statt, die den übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin Wikipedia und die Hintergründe etwas näher bringen sollte.

Einen GLAMourösen Touch hatte die „interaktive Präsentation“ schon, zu der die #ZDFcheck-Redaktionschefin Sonja Schünemann im Namen der Redaktion und im Namen von Wikimedia Deutschland alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF-Hauptstadtstudios eingeladen hatte. Daran hatte wohl nicht allein der Prosecco Schuld.

Circa 15 Gäste fanden in der Redaktion des #ZDFcheck in der 7. Etage ein, die nach anfänglichem Kennenlernen unseren Erläuterungen zum Projekt und zu den Hintergründen der Wikipedia gebannt lauschten und kritische, interessierte Rückfragen stellten. Häufig ergab sich so aus einer einzelnen Rückfrage eine ganze Diskussion, etwa über die Eingangskontrolle, die Möglichkeit zur politischen Manipulation von Artikeln und – gerade für die Journalistinnen und Journalisten des ZDF natürlich interessant – die Nutzbarkeit von Wikipedia als Rechercheinstrument. Das Thema „freie Lizenzen“ war den meisten Teilnehmenden kein absolutes Neuland mehr, obwohl sich auch einiges Staunen über die Möglichkeiten des Creative-Commons-Lizenzbaukastens in seiner ganzen Pracht auftat.

Erfreut waren wir darüber, dass auch die Wikipedia-Schwesterprojekte, insbesondere Wikimedia Commons, auf Interesse stießen und teilweise bereits bekannt waren. Nach dem Präsentationsteil bildeten sich noch mehrere Grüppchen, die, teils in der Abendsonne auf der Dachterrasse, teils an Laptops verteilt in der Redaktion selbst, verschiedene Themen noch einmal nachrecherchierten und Detailfragen klärten.

Besonders spannend fand ich ein Projekt zur Erstellung eines abteilungsinternen Wikis, in dem die internen Arbeitsabläufe so zugänglich gemacht werden sollen, dass sie von überall aufgerufen und bei Fehlern direkt von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angepasst werden können – ganz im Wiki-Stil also.

Im Nachgang haben wir viel positive Rückmeldung erhalten und man darf gespannt sein, welche weiteren Aktivitäten sich aus diesem Anstoß ergeben haben.

Bisher sind im Rahmen des Projekts gut 30 Grafiken unter der Freien Lizenz CC-BY entstanden, die von Netzneutralität bis Photovoltaik unterschiedlichste Themen behandeln. Sie können nun in die Wikipedia eingebunden oder anderweitig nachgenutzt werden. Wer Lust hat, sich als Helferin oder Helfer am Check zu beteiligen, kann sich gern über tim-moritz.hector@wikimedia.de an mich wenden – den Ablauf des #ZDFchecks zeigt auch das folgende Video:

 

Der Ablauf des #ZDFcheck – ein Zwischenbericht. Video: ZDF, CC-BY.

 

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Sommerakademie der Deutschen Akademie für Internationale Zusammenarbeit: Sternstunden des Lernens

Am 21. und 22. Juni 2013 trafen sich rund 150 MitarbeiterInnen und externe Consultants bei der 4. Sommerakademie der Deutschen Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) im nordrhein-westfälischen Bad Honnef, um Lernen in seinen vielfältigen Facetten erfahrbar zu machen. Wikimedia Deutschland war als Innovationspartner zur Sommerakademie eingeladen und wurde durch Tim Moritz Hector und Cornelia Trefflich vertreten.

Assoziationen am laufenden Band, (Foto: Cornelia Trefflich, CC-BY-SA 3.0)

Das von der AIZ entwickelte Stufenmodell der Diversitätskompetenz bildete den roten Faden durch das Programm. So stand der erste Vormittag im Zeichen der Wahrnehmung. Eingangs lockte die erfrischende Einladung “zu einem kurzen Spaziergang im Dialog mit dem eigenen Gehirn”, um unser aller Sinne für den kommenden Tag zu schärfen. Dies erfolgte in Form eines kleinen Wahrnehmungsparcours mit verschiedenen Stationen: Wie nehme ich mich selbst wahr? Wie nehme ich andere wahr? Wie kann ich diese Erkenntnisse zielgerichtet in der internationalen Zusammenarbeit einsetzen?

In der sich an die offizielle Begrüßung und Orientierung anschließenden “Listening Show” wurden die Teilnehmenden aufgefordert,  sich auf einen Perspektivwechsel einzulassen und die 15-minütigen Darbietungen geladener Innovationspartner in kleinen Gruppen auszuwerten, um sich vielleicht doch noch von seinem Nachbarn überzeugen zu lassen, dass ein Mooc doch Spaß machen kann. Am Nachmittag mussten die Teilnehmenden sich für zwei von vier angebotenen Workshops der Innovationspartner entscheiden – eine schwierige Wahl angesichts ansprechender und anspruchsvoller Themen wie ”Kommunikation ist Mehrhirndenken” oder auch “Neuroleadership oder die Gestaltung des Neuronalen Straßensystems”. Dem folgte ein entspannter Ausklang beim Grillen im Garten der AIZ.

Einladung zum Workshop,
(Foto: Cornelia Trefflich, CC-BY-SA 3.0)

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des ko-kreativen Umgangs mit Diversität (der obersten Stufe des o.g. Modells). Im Dialog mit den Innovationspartnern wurden Workshops erlebt und gestaltet. Dabei sollte sowohl der Weg zum ko-kreativen Umgang mit Diversität durch die Teilnehmenden selbst beschritten werden als auch ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie an Lernprozessen Beteiligte selbst zum nachhaltigen Lernen beitragen können. Die Wikimedia-Projekte sind ein hervorragendes Beispiel für Ko-Konstruktion: Die kollaborative Erstellung, Bearbeitung und Weiternutzung von Texten und anderen Medien im Internet ermöglicht wiederum anderen Menschen den Zugang zu Wissen, den sie sonst nie hätten. In zwei Workshops mit dem Titel „Diversität des Wissens – Lernen durch Teilen“ diskutierten die Teilnehmenden mit Tim Moritz Hector und Cornelia Trefflich über Freies Wissen, Lizenzen und Assymetrien in der Darstellung des Wissens am Beispiel der Wikipedia. Die Auseinandersetzung über das Teilen von Wissen ist ein Teil der Wikimedia-Projekte und ihrer Kultur und reihte sich hervorragend ein in das Motto der diesjährigen Sommerakademie: „Diversität in Aktion – Sternstunden des Lernens“.

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Goethe trifft Wiki

 

Gastbeitrag von Aleksander Dera

Das Goethe-Institut Budapest hat im Jahr 2011 ein Projektwiki mit dem Titel “Bildung macht Schule” angelegt, in dem länderübergreifend an durch das Goethe-Institut Budapest ausgewählten Schulen in der Region Mittelosteuropa an Freien Inhalten gearbeitet wird. In einer ersten Phase haben Lehrende mit ihren SchülerInnen Inhalte erarbeitet, die zunächst von den Lehrenden eingestellt wurden. In einem zweiten Schritt wurden nun die SchülerInnen direkt von unserem Referenten Aleksander Dera geschult, damit diese die Inhalte selbst einstellen können. Dabei standen die Aufklärung über und die Erstellung von Freien Inhalten im Mittelpunkt. Die Schulungen fanden im Oktober und November 2012 in Vilnius, Krakau und Budapest statt.

 

„Schnell mal ein Wiki machen“

Ob der alte Goethe sich wohl in einem Wiki zurechtgefunden hätte und seine Werke vielleicht sogar dort veröffentlicht hätte? Das Institut, das seinen Namen trägt, hat Gefallen an Wikis gefunden. Das Goethe-Institut, das u.a. die deutsche Sprache im Ausland fördert, hat ein Projekt gestartet, um ein Wiki auch im Deutsch-Unterricht einzusetzen. Wie die Teilnehmenden allerdings schnell merkten, heißt Wiki zwar schnell, aber „schnell mal ein Wiki machen“, dazu braucht es dann doch etwas mehr. Was liegt näher, als sich dieses bei den Fachleuten der Wikipedia zu holen?! Und so war ich, über Wikimedia Deutschland, im Einsatz in Vilnius, in Krakau und zuletzt in Budapest. Begleitet wurde ich von Michael Hauke vom Goethe-Institut in Budapest.

 

Hürdenlauf mit Mediawiki

Die Schüler, von 14 bis 18 Jahren, hatten die Aufgabe zuvor zum Thema „Armut“ in ihrer Umgebung zu recherchieren und die Materialien mitzubringen. Dies hatten sie mit Hilfe ihrer Lehrer auch meist fleißig getan. Weiterhin war das Deutsch, mit Ausnahmen, hervorragend. Jeweils Freitag und Sonnabend fanden die Kurse statt, für die Schüler ein zusätzlicher Schultag, in Vilnius noch dazu der Anfang der Ferien! Trotz allem waren sie bis zum Schluss hochmotiviert und interessiert. Als gestandener Wikipedianer war ich nun ganz verwundert, warum das ganze nicht an einem Tag erledigt werden könnte und vermutete die Sprache als Hinderungsgrund. Aber weit gefehlt. Mediawiki birgt mehr Hürden als man glaubt, vom Urheberrecht ganz zu schweigen.

 

Bilder sind nicht gleich Bilder

Foto: doctormo, CC-BY-SA 3.0

Zu Beginn eine Frage an die Schüler: Wie sieht ein guter Text aus? Das haben die Schüler erarbeitet und mir standen die Haare zu Berge. Texte müssten etwa unbedingt bunt sein, sonst ist es langweilig. Der „Aber-Die-Wikipedia-Richtlinie“-Reflex sprach an, wurde aber erfolgreich von mir unterdrückt. So gibt es nun Klicki-bunte-Texte, bunte Hintergründe, Linkcontainer, usw.

Ins Urheberrecht der drei Staaten musste ich mich kurz einarbeiten, aber zum Glück ist es nicht so unterschiedlich; Details waren nicht gefordert. Die Schüler waren schon mit den Grundlagen ausgelastet. Trotz „Theorie-Kurs“ und nachfolgender praktischer Übungen wurden geschützte Bilder hochgeladen. Auf Nachfrage waren sie dann auch in der Lage zu erklären, warum sie gerade eine Urheberrechtsverletzung begangen haben. Auch für mich eine interessante Übung; viele „böse Urheberrechts-Vandalen“ sind vielleicht schlicht überfordert.

Am Ende hatten die Schüler dann Artikel mit unterschiedlicher Qualität erstellt, einiges gelernt und auch Spaß gehabt. Das Interessanteste für die Schüler? Nein, ich glaube nicht, dass es zu erraten ist: das Urheberrecht! Die Schüler gaben in ihrem Feedback explizit das Thema als besonders interessant und spannend an. Meine Verwirrung hat sich immer noch nicht gelegt.

Persönlich waren es eine sehr interessante Erfahrung und ich hoffe, dass das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt wird.

Aleksander Dera

 

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