Posts Tagged ‘Veranstaltung’



Beginn einer Freundschaft? Wikipedia-Aktive zu Gast im Von der Heydt-Museum

Gastgeber Von der Heydt-Museum, By Daniel Jünger [CC-BY-SA-3.0]

Ein Gastbeitrag von Schlesinger, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor.

 

Die Annäherung an den Ort ist hart herausfordernd. Wer in diesem Winter den Zug in Wuppertal Hauptbahnhof verlässt, findet sich in einer im Abriss befindlichen stadtplanerischen Wüste der schlimmsten Art wieder.

Nur der klassizistische Sandsteinportikus des Bahnhofs mit seinem goldenen Schriftzug “Wuppertal – Elberfeld“, ist der einzige ästhetische Lichtblick. Die Stadt hat jahrzehntelang unter autofixierten Stadtplanern und Politikern gelitten, jetzt versucht man das Gröbste einer Fehlentwicklung zu mildern.

 

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Schöner Scheitern? Schneller Scheitern! – Das ABC des Freien Wissens „F=Fail.“

Die Podiumsdiskussion zum Thema Scheitern fragt, wie produktives Lernen aus Fehlern funktioniert.

 

Die Bahn hat Verspätung. Der Flughafen wird bestreikt. Das Podium sitzt.
Trotz kleinerer Widrigkeiten fanden sich letzten Donnerstag die Autorin Silke Burmester, Gründer Rolf Mathies, Medientheoretikerin Sabria David und Journalist Philip Banse bei Wikimedia Deutschland ein, um über das Scheitern zu sprechen.

Und jetzt: Leistung! Passion! Aber auch: Niederlage. Scham. Einige Aspekte des Scheiterns wurden an diesem Abend abgetastet, gedreht und gewendet.

Andächtig fast wurde die Stimmung am Schluss, als Musiker Erfolg schamanisch beschwörend durch die Reihen schritt: “stürz dich bitte / nicht von der klippe / glaub an erfolg / glaub an erfolg”
Warum interessiert das Thema eigentlich so?

“Mir ist jeder lieber, der irgendetwas versucht, statt rumzusitzen und zu konsumieren.”
Silke Burmester

Scheitern als Quelle produktiver Kraft?

Musiker „Erfolg“: Tu´s mir nach, sag es laut: Glaub an Erfolg! Foto: Christopher Schwarzkopf (WMDE) [CC BY-SA 3.0]

Moderator Philip Banse interessiert vor allem, ob tatsächlich aus dem Scheitern gelernt werden kann, oder ob diese Aussicht eigentlich nur das Trostpflaster des Losers ist. Er fragte die Runde: Kann es wirklich als kreativer Zustand gelten, am Boden zu sein? Ist das Scheitern eine Art produktive Ursuppe, aus der Erkenntnis und Erfolg erwachsen kann?
Die gemäßigte Variante fand Anklang: Man sollte den Zustand einfach am besten als Möglichkeit des Lernens verstehen.

Wie aber kann man ebendieses Lernen lernen? Banse meint, die entscheidende Frage sei, wie man sich mit dem Scheitern fühlt. Es müsste auch Kindern nicht nur beigebracht werden, die richtige Antworte zu nennen, sondern auch mit dem miesen Gefühl umzugehen, wenn es die falsche ist.

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“F=Fail. Die Schönheit des Scheiterns” – Das 6. ABC des Freien Wissens

Das ABC des Freien Wissens (Logo). By Markus Büsges, leomaria (Wikimedia Deutschland e. V.) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Ist es an der Zeit, gemeinsam die Bewertungskategorien erfolgreich und gescheitert zu hinterfragen? Viele Erfolgsprojekte entstanden schließlich aus Vorgängerversionen, denen der letzte Schliff, der geeignete Zeitpunkt fehlte. Bestes Beispiel ist die Wikipedia selbst, die aus einem weniger erfolgreichen Anlauf hervorging. Die Frage, wie mit (vermeintlichem) Misserfolg umzugehen ist, gehört nicht nur zu den Dauerbrennern innerhalb der Wikipedia-Communities. Sie nimmt in der vernetzten Welt auch in der Folge schneller, leichter Bewertungsmöglichkeiten neue Fahrt auf.

„Lieber fünfmal scheitern, als gar nicht probieren.“ – Käthe Kratz

Was sich gut anhört, ist im Alltag schwer umzusetzen. Während Erfolgs- und Innovationsdruck in der vernetzten Gesellschaft gefühlt zunehmen, fallen diejenigen am härtesten, die das größte Risiko eingehen, die gewagteste Idee umzusetzen versuchen – und scheitern. Längst sind Werte wie Verlässlichkeit und Sorgfalt den Konsens-Kompetenzen Kreativität und Originalität gewichen, die in keiner Stellenausschreibung, keiner Projektskizze fehlen.

Wo ungewöhnliche Vorhaben bei Erfolg belohnt werden, trifft die Häme der Netzcommunity bei öffentlichem Misserfolg mit voller Wucht. „Epic Fail! Ein viraler Fingerzeig, bei dem jedoch stärker noch als Mitleid eine gewisse voyeuristische Anerkennung mitschwingt – Die hat sich ja was getraut!

Wir laden herzlich ein zum 6. Wikimedia-Salon:

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“F=Fail. Die Schönheit des Scheiterns”

Karte zum 6. ABC des Freien Wissens, Markus Büsges, leomaria [CC-BY-SA-4.0], via Wikimedia Commons

Donnerstag, 29. Januar, 19 Uhr
Wikimedia Deutschland e.v.
Tempelhofer Ufer 23-24

Gäste:

Silke Burmester, Journalistin und Autorin
Rolf Mathies, Gründer der Risikokapitalfirma Earlybird Venture Capital
Sabria David, Medientheoretikerin, Mitgründerin Slow Media Institut

Moderation: Philip Banse, Journalist

Livemusik: Erfolg und Der Beste Damenchor Aller Zeiten

 

Der Eintritt ist frei. Zur besseren Organisation freuen wir uns über eine Anmeldung unter salon@wikimedia.de

Der Salon ist am Veranstaltungstag auf der Website als Livestream abzurufen. Unter #wmdesalon kann mitdiskutiert werden.

 

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Abschlussveranstaltung Videos für Wikipedia-Artikel (VWA) am 05.12.2014

Nach einem Dreivierteljahr geht das Projekt Videos für Wikipedia-Artikel zu Ende. Die Abschlussveranstaltung, mit einem Konferenz-Teil und der Preisverleihung an die Gewinner des Video-Wettbewerbs, findet am 5. Dezember 2014 in den Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland statt.

Los geht’s um 12:30 Uhr mit einer Präsentation über den Verlauf des Projekts samt Ergebnissen: Berichtet wird von den abgehaltenen Workshops, eingegangenen und angedachten Kooperationen, den entwickelten Lehr- und Lernmaterialien zur Videoproduktion und den Videoschnittserver. Außerdem soll über den aktuellen Stand der Wikipedia Video-Community, auch international, Auskunft gegeben und die nächsten Schritte diskutiert werden. Dabei soll nicht zuletzt darüber nachgedacht werden, ob und wie sich die Allmende-basierte Peer-Produktionsweise der Wikipedia auf die Bewegtbildproduktion übertragen lässt.

Um 15:00 Uhr folgt der zweite Teil der Konferenz, in dem es um die generelle Eignung des Mediums Video für eine Enzyklopädie gehen soll. Ausgegangen wird dabei vom bekanntesten Vergleichsfall in der deutschen Geschichte, der Encyclopaedia Cinematographica, deren langjähriger Mitarbeiter Hermann Kalkofen einen Impulsvortrag halten wird. Anschließend diskutiert er u. a. mit dem Film- und Medienwissenschaftler Ramón Reichert und Roman Marek, dem Autor der Studie „Understanding YouTube: Über die Faszination eines Mediums“. Behandelt werden sollen etwa die Fragen, ob es ein enzyklopädisches (Bewegt-)Bild überhaupt geben und was der neutrale Standpunkt für den Film bedeuten kann? In welchem Verhältnis steht der Text eines Artikels zu einem darin eingebundenen Video? Können Videos nur illustrieren oder gibt es eine den Bildern eigene Logik, die noch einmal neu das Wissen der Welt produzieren und reflektieren kann?

Mit der Prämierung der Gewinner und dem Screening ihrer Videos, ab 19:00 Uhr und moderiert von Jan Schwefel, findet dann der krönende Abschluss der Veranstaltung und des Projekts statt.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Wir freuen uns über eine Anmeldung über die VWA-Seite oder eine Email an vwa@wikipedia.de.

 

Text: Anna Lindner

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The Code to Access – Der Schlüssel zum Schatz

Wie wir versuchen, Freie Inhalte für das Wikiversum zu gewinnen.

Internationale Projekte und Gäste auf GLAM Konferenz Zugang gestalten

Die GLAM Konferenz Zugang gestalten beginnt am 13. November im Hamburger Bahnhof zu Berlin.  Bild von David Jacob CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

In der kommenden Woche findet in Berlin Deutschlands größte Konferenz zum Thema “Kultur- und Gedächtnisinstitutionen im Netz” statt: “Zugang gestalten. Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe.” Die Zusammenarbeit von Kulturinstitutionen mit Akteuren im Netz wird international mit dem Akronym GLAM beschrieben. GLAM steht für Galleries, Libraries, Archives and Museums. Wikimedia Deutschland ist eine der mitveranstaltenden zwölf Partnerinnen der GLAM-Konferenz. Bereits jetzt haben sich über 350 Gäste für die Konferenz angemeldet. Im vergangenen Jahr hatten wir an beiden Tagen ca. 250 Teilnehmer. Für Wikimedia Deutschland ist diese Konferenz eine wichtige Gelegenheit, um sich im Kreis der Kultur- und Gedächtnisinstitutionen als interessanter Kooperationspartner zu präsentieren. Wir bestreiten den Programmblock “Kulturerbe 3.0 – Digitale Weiternutzung”. Dazu gehören drei Keynotes aus den Bereichen Wirtschaft (Google, William Patry), Staat (National Library Norway, Roger Jøsevold) und Zivilgesellschaft (Europeana/Wikimedia, Liam Wyatt) sowie die Podiumsdiskussion mit 5 prominenten Vertretern aus der Kultur und den oben genannten Bereichen. Es wird dargestellt, was bislang erreicht wurde und diskutiert, wie die Bedingungen für die digitale Weiternutzung verbessert werden können. Auf dem Podium sitzen für die Wissenschaft der Leiter der Digital Humanities des MIT, Prof. Kurt Fendt, für die Wirtschaft der Projektleiter von EUROPEANA Creatives, Max Kaiser, für das größte gemeinnützige digitale Weiternutzungsprojekt weltweit die Trägerin der Wikipedia, das Board-Mitglied der Wikimedia Foundation Alice Wiegand, und last but not least Dr. Michael Hollman, Bundesarchiv, und Prof. Johannes Vogel, Museum für Naturkunde, für die GLAM-Institutionen. Jan Engelmann, Vorstand WMDE, moderiert die Diskussion. Die große Werkschau im Museum für Naturkunde zeigt schließlich mit neun spannenden internationalen Projekten die unterschiedlichsten Aspekte der digitalen Weiternutzung von Kulturdaten und Anwendungen im GLAM-Bereich auf.
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„Glück Auf!“ GLAM on Tour auf den Spuren des Bergbaus im Sauerland

Spektakuläre Einsichten im Kilianstollen. By Geolina163, CC-BY-SA-4.0, via Wikimedia Commons

Ein Gastbeitrag von Schlesinger, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor.

Am Wochenende vom 17. bis 19. Oktober trafen sich in der sauerländischen Stadt Brilon 20 Wikipedianer und Wikipedianerinnen zu einem Treffen, das sich mit dem Bergbau im Sauerland beschäftigte. Solche Treffen gab es schon öfters zu verschiedenen Themen (siehe Übersichtsseite GLAM on Tour). Sie werden vom Verein Wikimedia Deutschland unterstützt und organisiert. Angeregt durch ein Rundschreiben mit Flyer und Umfrage der GLAM-Mitarbeitenden des Vereins, begannen die Wikipedia-Autoren Siegfried von Brilon und Malchen53 schon im letzten Jahr mit der Sondierung von Möglichkeiten für ein Treffen in der Stadt im Hochsauerland.

Die Bemühungen haben sich gelohnt, denn es wurde ein voller Erfolg

Ein großer, freundlicher Empfang im Rathaus der Stadt, eine hervorragende Bewirtung im Museum Haus Hövener, gesponsert durch ein Restaurant, und beste Arbeitsbedingungen im Museum für die Autoren und Fotografen zeigten, dass Wikipedia wirklich ernst genommen und geachtet wird. Eine reichhaltige Handbibliothek, eine kompetente Beratung durch Bergbau- und Museumsspezialisten ermöglichten einen guten Einstieg in das Thema, was bereits vor Ort zu einigen Entwürfen und neuen Artikeln, sowie zahllosen neuen Fotos führte. Hinzu kam ein reiches kulturelles Rahmenprogramm, das die Teilnehmer in Exkursionen zu Bergwerksstollen, durch das Museum und durch die Stadtgeschichte führte.

Großes Interesse, große Wertschätzung

Begrüßung im Rathaus, u.a. Museumsleiter, stellvertretender Bürgermeister, Vorstandsvorsitzender, Steiger. Foto: Thomas Fries / Lizenz: cc-by-sa-3.0, via Wikimedia Commons

Bemerkenswert war, dass sogar Briloner Bürger und zufällige Museumsbesucher, aber auch die lokalen Medien, sich für die Wikipedia interessierten und den Autoren und Fotografen viele Fragen zum Projekt und zu verschiedenen Themen stellten (Berichterstattung siehe Pressespiegel). Der große persönliche Einsatz der haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden des Museums zeigte, dass die Arbeit der Wikipedianer geachtet wird und ein Besuch auch einen Prestigegewinn für die Einrichtung bedeutet. Darüber hinaus sorgte ein freundliches und warmes Herbstwetter, das Landschaft und Stadt in einem milden Herbstlicht zeigte, zu einer angenehmen friedlichen Atmosphäre und gab den Teilnehmern das behagliche Gefühl, etwas Schönes erlebt zu haben.

Diesmal kam aber auch das Abenteuer nicht zu kurz. An den Rechnern stand immer auch die leicht bange Frage im Raum, wie man denn angesichts des Lokomotivführerstreiks, der an jenem Wochenende für eine unfreiwillige Entschleunigung sorgte, wieder nach Hause käme? Doch bald stellte sich heraus, dass das beschauliche Brilon weiterhin fast normal mit der großen Welt per Eisenbahn verbunden blieb.

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Der 4. Wikimedia-Salon – Was macht die Verdatung mit uns?

Unsere Daten sind sowieso verloren. Aber für die nächste Generation können wir etwas tun. Fukami

Am 2. Oktober wurde in der 4. Ausgabe von “Das ABC des Freien Wissens” diskutiert, welchen Einfluss Big Data auf verschiedene Lebensbereiche und vor allem auf den Datenschutz hat. Das Podium teilte sich in Optimisten und Skeptiker – zwei Pole, zwischen denen sich auch der öffentliche Diskurs bewegt.

Beim Plausch nach der Diskussion. By Agnieszka Krolik, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

  • Fukami (@fukami), IT-Sicherheitsexperte und Lobbyist, machte sich für den Schutz personenbezogener Daten stark. Er wies in seinem Eröffnungsvortrag darauf hin, dass der politische Aspekt von Datenverarbeitung und -sicherheit nicht neu sei. Bei der Volkszählung 1933 etwa wurde auf Lochkarten das Merkmal „Rasse“ hinzugefügt, was zur Organisation der Deportationen genutzt wurde. Mit diesem drastischen Beispiel zeigte er auf, dass Datenaggregation im größeren Umfang immer dem Stärkeren helfe und im falschen Kontext  zur absoluten Katastrophe führen könne. Dennoch müssten Gesellschaften immer auch Risiken tragen, um sich entwickeln zu können. Die Krux dieses Risikomanagements in der IT sei jedoch, dass hier eben nicht die Fehlerverursacher, sondern Dritte betroffen sein könnten. Die Komplexität des sogenannten Third Party Risk Assessement in der aktuellen Datenschutzverordnung, die hier nur angerissen wurde, führte schließlich zum Plädoyer: Wer mit Sicherheitsvorfällen nicht umgehen kann, sollte auch keine personenbezogenen Daten verarbeiten.
  • Lukas F. Hartmann (@mntmn), Programmierer und Musiker, berichtete darüber, wie er denkbar persönlichste Daten, seine Gene, an die Firma 23andme schickte. Er bekam die Rückmeldung, dass er eine gefährliche Erbkrankheit in sich trage – was sich nach eigener Recherche als Fehler herausstellte. Trotz dieser Geschichte, die geeignet ist, Skepsis gegenüber Big Data zumindest im medizinischen Bereich zu schüren, steht Hartmann den Entwicklungen weiterhin optimistisch gegenüber. Wobei allein der Hinweis auf psychisch weniger stabile Menschen, die auf eine entsprechende Hiobsbotschaft dramatischer reagieren könnten, beängstigende Szenarien erzeugen kann. „Wir sehen das Licht!“, meinte Hartmann und plädierte für die aufklärerische und erkenntnisfördernde Qualität von Big Data.
  • Bastian Greshake (@gedankenstuecke), Mitgründer openSNP und Open Science-Aktivist, meinte, dass man mit solchen Ausnahmefällen kein Mitleid haben brauche. Auf Greshakes Plattform können Genproben eingereicht werden, die dann frei jedem zur Verfügung stehen. Was, wenn diese Daten in „falsche Hände“ geraten? – Die Menschen wüssten schon, was sie tun, meint Greshake. Und vor dem Hintergrund, dass ´Big Data´ in einigen Monaten, wenn die Festplattenpreise sinken, sowieso nur noch ´Data´ sei, wäre ein Aufbegehren gegen die Entwicklung sowieso vergeblich. Aus Greshakes Sicht überwiegen die faszienierenden Ausblicke durch Big Data für die wissenschaftliche Entwicklung, die Aussicht auf Beschränkungen im Namen des Datenschutzes sieht er als Gefahr gerade für die medizinische Forschung. Bioethik sei zwar wichtig, aber bei ordentlicher Aufklärung könne man auf die Mündigkeit des Einzelnen vertrauen.

Die Diskussion mit dem Publikum drehte sich darum, was geschieht, wenn Datenmonopolisten die Deutungshoheit über bestimmte Aspekte gewinnen. Ein Stichwort hierfür lautet etwa Precrime, eine düstere Vision, an deren Verwirklichung gegenwärtig bereits gearbeitet wird. Kann uns Big Data aber vielleicht auch empathischer machen? Muss man also eher daran arbeiten, die Gesellschaft dahin zu bringen, dass Daten niemandem mehr schaden können? Die Bewertung von Big Data und ihren Effekten, das wurde klar, hängt auch von nichts weniger als dem grundlegenden Menschenbild ab, das man sich für die Zukunft wünscht und entwickelt.

Fotos der Veranstaltung

Preview: Beim nächsten “ABC des Freien Wissens” im November sind wir bei E wie “ERINNERUNG”.

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Deine Veranstaltung in Stadtmagazinen

Es gibt so viele tolle Veranstaltungen, die von Freiwilligen für Wikimedia-Projekte gedacht, geplant und umgesetzt werden. Für jemanden wie mich, der erst seit ein paar Wochen bei Wikimedia Deutschland ist, ist es großartig zu sehen, wie viel Engagement in so viele unterschiedliche Projekte fließt!

Einige Veranstaltungen richten sich sicherlich eher an Menschen, die sich schon im Wikiversum auskennen. Andere wünschen sich, dass ihre Veranstaltungen auch von neuen Interessierten besucht werden. Als eine Möglichkeit, diese Veranstaltungen publik zu machen, bietet Wikimedia Deutschland nun an, diese in den Veranstaltungsteilen von Stadtmagazinen anzukündigen.

Im ersten Schritt starten wir mit Stadtmagazinen in Berlin. Das heißt aber nicht, dass nur in Berliner Stadtmagazinen Veranstaltungen veröffentlicht werden können. Es gibt genauso die Möglichkeit, in anderen Städten/Regionen Gäste zu gewinnen, in denen es ebenfalls Stadtmagazine gibt. Wie das praktisch funktioniert, zeigt die Seite Werbung für Community-Veranstaltungen, als Teil des Förderportals, und ist ab sofort verfügbar.

Jan Apel, Foto: Tjane Hartenstein, CC-BY-SA 4.0

Mir Gedanken darüber zu machen, wie Veranstaltungen der Community breiter bekannt werden können, war eine meine ersten Aufgaben bei Wikimedia. Ich bin übrigens Jan und seit dem 15. Mai Teil des Kommunikationsteams von Wikimedia Deutschland. Zuständig für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Ich beantworte, betreue und begleite da, wo WMDE und „die Medien“ zusammen kommen. Also z. B. Presseanfragen, -mitteilungen und -einladungen, aber auch die Social-Media-Kanäle von WMDE sowie die Video- und Audiokommunikation. Kurz: Ich trommele für die Themen der Wikimedia-Bewegung.

Ich würde mich freuen, wenn das neue Tool rege genutzt wird und neue Interessierte zu den Veranstaltungen kommen.

 

 

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OpenGLAM-Workshop – Enthusiasten der freien Kultur bei WMDE

OpenGLAM – Für freien Zugang zu digitalisiertem Kulturerbe

Morgen findet bei Wikimedia Deutschland der OpenGLAM-Workshop statt – alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein! Ziel des Workshops ist es, ein OpenGLAM-Netzwerk im deutschsprachigen Raum zu gründen. Die etwa 50 erwarteten Gäste setzen sich in vielfältigen Bereichen für ein gemeinsames Anliegen ein: die Förderung des freien und offenen Zugangs zu digitalisiertem Kulturgut. Darunter verstehen wir Daten etwa aus Bibliotheken, Museen und Archiven, die frei verwendet, genutzt und verbreitet werden können (siehe auch opendefinition.org). Dieses Ziel wird neben Wikimedia Deutschland international von einem Netzwerk von vielen engagierten Freiwilligen und Organisationen getragen.

Bei der von der OpenGLAM-Initiative, dem Projekt DM2E, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland organisierten Veranstaltung lernen sich die verschiedenen Akteure persönlich kennen und tauschen sich über Themen rund um digitale Kultur aus. Einen Vormittag lang wird über Open Data in Kulturinstitutionen und den diesbezüglichen Stand der Dinge im deutschsprachigen Raum gesprochen. Auch ein Community-GLAM-Projekt wird vorgestellt, da die Erfahrungen Ehrenamtlicher mit der Arbeit im Kulturbereich von essentieller Bedeutung sind. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen vorbeizukommen, mitzudiskutieren und Teil des Netzwerks zu werden. Das detaillierte Programm ist hier zu finden.

Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
“Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.” OpenDefinition.org – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
“Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.” OpenDefinition.org – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf

Der Workshop findet zu Beginn des Open Knowledge Festivals 2014 statt, das diese Woche zahlreiche Open-Culture-Enthusiasten in die Berliner Kulturbrauerei zieht. Auf der internationalen Konferenz werden Themen rund um offene Gesellschaft, freie Daten und Freies Wissen besprochen. Bis zu 1.000 Menschen aus 60 Ländern werden erwartet, die sich für offene Kulturdaten einsetzen.

  • 9.30: Begrüßung und Einführung (Lieke Ploeger, Open Knowledge)
  • 9.40: Lightning talks über das Potenzial von offenen Kulturdaten

    Joris Pekel – Europeana

    Stephan Bartholmei – Deutsche Digitale Bibliothek

    Lydia Pintscher – Wikidata/Wikimedia DE

    Helene Hahn – Coding da Vinci/OKF DE

    Vorstellung eines OpenGLAM Community Projekts

  • 10.30: Kaffeepause
  • 10.45: Diskussionsrunde zu offenen Kulturdaten in Deutschland
  • 11.30: Gründung einer OpenGLAM-Arbeitsgruppe in Deutschland,
    Erfahrungsaustausch mit den OpenGLAM-Arbeitsgruppen aus der Schweiz und Finnland
  • 13:00: Ende des Workshops

– See more at: http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

  • 9.30: Begrüßung und Einführung (Lieke Ploeger, Open Knowledge)
  • 9.40: Lightning talks über das Potenzial von offenen Kulturdaten

    Joris Pekel – Europeana

    Stephan Bartholmei – Deutsche Digitale Bibliothek

    Lydia Pintscher – Wikidata/Wikimedia DE

    Helene Hahn – Coding da Vinci/OKF DE

    Vorstellung eines OpenGLAM Community Projekts

  • 10.30: Kaffeepause
  • 10.45: Diskussionsrunde zu offenen Kulturdaten in Deutschland
  • 11.30: Gründung einer OpenGLAM-Arbeitsgruppe in Deutschland,
    Erfahrungsaustausch mit den OpenGLAM-Arbeitsgruppen aus der Schweiz und Finnland
  • 13:00: Ende des Workshops

– See more at: http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

Wo? Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin

Wann? 15. Juli 2014, 9:30 – 13:00 Uhr

Links:

http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

http://2014.okfestival.org/

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CROWDROCK! – Der dritte Wikimedia-Salon dreht sich um die Zukunft der Musikbranche

Die Frage, ob das Internet Freund oder Feind von Musikschaffenden ist, steht seit bald zwei Jahrzehnten im Raum und kann seither als Knackpunkt der Diskussion um urheberrechtliche Fragen im musikalischen Kontext herhalten. Die Antwort lautet bei Licht betrachtet, wie so oft: Kommt drauf an.

Crowdsurfing. By Rodrigo Bertolino (Mosh) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Wie es gelingen kann, faire Rahmenbedingungen für Urheber und Nutzerinnen zu schaffen, ist steter Gegenstand einer Debatte, in der vermeintlich naturgegebene Interessen langjährig etablierten Usancen und festen Strukturen gegenüberliegen. Die Entwicklungen der digitalen Kultur verstärken auch hier zunehmend den Ruf nach der neuen Realität angepassten Reglungen und flexiblen Lösungen.

Diesen Donnerstag sollen beim 3. Wikimedia-Salon “Das ABC des Freien Wissens” der Status Quo alternativer Verwertungsmodelle und die Interessenlage von musikalischen Urheberinnen und Verbänden ausgelotet werden.

 

Das ABC des Freien Wissens

C = Crowdrock. Die Zukunft der Musikbranche?

Wann: Donnerstag, 10. Juli, Einlass 18:30

Wo: Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin (U-Bhf. Möckernbrücke)

 

Um die Problemlage von Künstlerinnen und Künstlern im Musikbereich zu umreißen, werden zumeist drei Prämissen ins Feld geführt: Es sei für musikalische Urheber unumgänglich, (a) mit ihrer Kunst Geld verdienen zu können, (b) viele Menschen zu erreichen und dabei (c) möglichst unabhängig zu arbeiten. Hier eine Balance gegenüber den Ansprüchen bestehender Rechteverwerter und ihren eingeübten Distributionsmechanismen zu finden, ist immer auch Wandeln auf dünnem Eis. Die Vorstellungen reichen von strikter Anwendung analoger Regelungen auf den digitalen Musikmarkt bis hin zum Grundeinkommen als Problemlösungssvehikel zu urheberrechtlichen Interessensgefällen, wie es zuletzt Ilja Braun argumentiert hat.

Doch wie kann – in Anlehnung an den Titel des Veranstaltungsabends “Crowdrock” – ein Musikmarkt aussehen, der das Kunstwerk nicht als Solitär behandelt, sondern den Künstler grundlegend als Teil eines Netzwerks, als Knotenpunkt diverser ästhetischer und technischer Zusammenhänge versteht? Und wie könnte eine annähernd faire Rechtelage gestaltet werden, die verschwimmende Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten nicht ausblendet, sondern adäquat auf sie reagiert?

Auf zu neuen Ufern?

Wie der Umbruch des Musikmarkts sich zugunsten der Urheberinnen und Urheber gestalten lässt, ist häufig gerade für die betreffenden Akteure schwer abzuschätzen. Angebote wie die der Plattform Music Pool Berlin bieten Orientierung für Musiker auf dem Weg zur Professionalisierung, die im Möglichkeitsdickicht von Labels, Verbänden und Selbstvermarktung den Überblick suchen. Es werden kostenlose Beratung, Workshops und Themenabende angeboten. Ein hilfreiches Angebot, endet doch das Gespräch über Promotion, Distribution und Vergütung von Musik meist bei der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte.

Für mich ist der Ausstieg irgendwann einfach Überzeugungssache gewesen, da ich mich ganz klar von ihren kapitalistischen Auswüchsen und der reaktionären Haltung gegenüber neuen Strömungen distanzieren wollte. –Danny Bruder über seinen GEMA-Ausstieg

Die C3S (Cultural Commons Collecting Society) ist vor einiger Zeit als Genossenschaft mit dem Ziel angetreten, als neue Verwertungsgesellschaft eine gerechtere Alternative zur GEMA zu bieten. Flexible, individuell kombinierbare Modelle sollen unzeitgemäße Pauschalbehandlung ablösen und damit den veränderten Arbeitsweisen im musikalischen Bereich Rechnung tragen. Auch die Möglichkeit der Rechtewahrnehmung von Creative-Commons-lizenzierten Werken soll von C3S – sobald das Deutsche Marken- und Patentamt grünes Licht gibt – künftig angeboten werden. Danny Bruder, selbst Musiker, Free-Culture-Freund und Gründungsmitglied der C3S, wird im Salon über den Stand der Dinge berichten und einen Ausblick geben, wie nah die Vision ihrer Realisierung wirklich ist.

Kafkaeske Szenarien vs. Reality-Check

Johannes Kreidler bei der Aktion Product Placements. Foto: Zippos, cc-by-sa 2.0

Die Absurdität, die bestehenden Regularien der GEMA in Zeiten des digitalen Umbruchs allein angesichts eines in Konsequenz enorm gestiegenen Verwaltungsaufkommens innewohnt, hat Johannes Kreidler bereits 2008 mit der Performance “product placements” verdeutlicht.

Mit seiner Werkanmeldung einer Komposition mit 70.000 Fremdanteilen wies er medienwirksam auf eine längst nicht mehr der Realität entsprechenden Situation hin. Wo die musikalische Zitat-Grenze etwa in DJ-Sets zu ziehen ist, kann schließlich in Konsequenz niemand beantworten. Dass allein die Fragestellung mehr als zweifelhaft ist, vertritt Christian von Borries. Der Komponist, Filmemacher, Konzeptkünstler sieht alle Bestrebungen, etwa durch verschiedene Lizenzmodelle Interessen auszugleichen, als beflissenene und gestrige Versuche, letztlich an Symptomen zu arbeiten. Kunst entstehe durch die endlose Remontage, Neuzusammensetzung, Versionierung von schon Vorhandenem. Dies irgendwie beschränken und regulieren zu wollen, ist für von Borries letztlich hemmend für die kulturelle Produktion.

Wie finanzielle Ansprüche im Musikbereich tatsächlich die Vielfalt der Angebote bedrohen können, erfuhr die Berliner Clubszene zuletzt durch die Ankündigung neuer Tarifbedingungen der GEMA. Das Szenario massiv gesteigerter Gebühren, das vielen Veranstaltern den perspektivischen Ruin vor Augen hielt, konnte durch den Protest der Clubs, auch durch die Clubcommission, abgewendet werden. Olaf Möller, der dem Verband vorsitzt, setzt sich für die Interessen der Clubs ein und kennt hier liegende Problemfelder von Rechten und Lizenzierung.

Wir freuen uns auf einen anregenden Abend.

 

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