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Spender-Umfrage 2013 – die Ergebnisse

Vor drei Jahren stellten wir fest: Der Spendende von Wikimedia – wichtiges Element des Wikiversums – ist eine Art unbekannte Spezies. Abhilfe schuf eine repräsentative Umfrage unter unseren Unterstützern mit spannenden Ergebnissen. Doch seither ist viel passiert. Um im Bild zu bleiben: Die Population ist stark gewachsen. Zwei Spendenkampagnen weiter ist die Zahl der Förderer von Freiem Wissen um mehrere Hunderttausend angewachsen – was die Frage nach der Aktualität der Ergebnisse der letzten Umfrage aufwirft. Konnten neue Zielgruppen erreicht werden, so dass “der typische Spendende” von heute ein Anderer ist? Zur Prüfung möglicher Veränderungen, aber auch zur Beantwortung neuer Fragestellungen führte Wikimedia Deutschland im letzen Jahr die zweite große Spender-Umfrage durch. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Knapp eintausend von den rund dreitausend eingeladenen Unterstützern beteiligten sich an der Online-Umfrage. Erneut zeigt die hohe Teilnahmequote von 28 Prozent die hohe Unterstützungsbereitschaft unserer Spendenden. Thematisch interessierten uns Fragestellungen rund um die Wikipedia-Nutzung der Spendenden, ihre Informationsinteressen zu Wikimedia Deutschland und ihre Einstellung zu den Tätigkeitsbereichen des Vereins. Ein weiterer Fokus lag auf Aspekten, die für die Arbeit im Fundraising praktisch relevant sind, etwa rund um Mitgliedschaft und Zuwendungsbescheinigungen.

Demographisch stellten wir trotz des Zuwachses der Unterstützerschaft praktisch keine Veränderungen gegenüber den Ergebnissen aus 2011 fest. Es sind überwiegend männliche Spendende, die sich engagieren. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, weiblich zu sein. Mit 52 Jahren liegt das Durchschnittsalter nur vier Jahre über den Ergebnissen der letzten Befragung. Unveränderte Merkmale sind ebenso ein überdurchschnittliches Einkommen und ein hohes Bildungsniveau mit auffallend großem Anteil an Promovierten.

Auch hinsichtlich der Nutzung von Wikipedia können wir feststellen, dass sich das typische Verhaltensbild der Spendenden nicht verändert hat: Sie besuchen Wikipedia sehr viel häufiger als der durchschnittliche Leser, wie der Vergleich mit den Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt. Auch trägt ein höherer Prozentsatz Inhalte zur Freien Enzyklopädie bei. Angesichts des Aktivitätsausmaßes kann man aber kaum Wikipedianer unter den Spendenden finden. Es sind somit größtenteils die Dauerleser und sporadisch aktiven Nutzer, die die Enzyklopädie finanziell erhalten.

Neben der Bewertung verschiedener Qualitätsaspekte der Wikipedia (durchschnittlich gut) und Erfassung der Tätigkeiten bei aktiver Beteiligung (hauptsächlich Ergänzen von Informationen und Korrigieren von Rechtschreibfehlern) wollten wir dieses Mal wissen, was die Spendenden davon abhält, den Button zum Bearbeiten des Textes anzuklicken. In beiden Umfragen lässt sich eigentlich ein hohes Maß an Interesse feststellen, in der Wikipedia aktiv zu werden (rund 60 Prozent). Laut den Ergebnissen ist es interessanterweise weder das fehlende Wissen, dass editiert werden kann, noch die Unkenntnis darüber, wie dies geschieht. Am häufigsten wird genannt, sich nicht kompetent genug zu fühlen, um etwas beizutragen.

Das Studiendesign der Umfrage war allerdings nicht darauf angelegt, eindeutige kausale Rückschlüsse auf Handlungsmotive ziehen zu können. So entschieden wir uns auch dafür, nicht wie 2011 herausfinden zu wollen, warum unsere Spendenden für uns spenden, welche Motive sie also haben. Statt dessen legten wir den Fokus auf die Einstellung der Spendenden zu unserer Verwendung der Spendengelder. Sämtliche vorgestellten Tätigkeitsbereiche erfahren eine breite Unterstützung. Auch gegenüber der Umfrage von 2011 in der Bewertung neu hinzugekommene Aktivitätsbereiche wie die Kooperation mit Museen, Archiven und Bibliotheken und die Förderung der Vielfalt der Beteiligten werden überwiegend als sehr fördernswert bewertet.

Für die Arbeit im Fundraising interessant war unter anderem herauszufinden, welche Informationsbedürfnisse unsere Spendenden haben. Hier konnten wir lernen, dass sich zwei Drittel der Spendenden laut eigener Angaben vorab über Themen wie Mittelverwendung, Ziele und Projekte, Gemeinnützigkeit und Organisation von Wikimedia Deutschland informierten. Ebenso aufschlussreich: Der Versand der Zuwendungsbescheinigung hat für die Spendenden einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert: 60 Prozent der Befragten finden es mindestens wichtig, die Spendenquittung zu erhalten, davon 38 Prozent sogar sehr wichtig. Die Zuwendungsbescheinigung ist eben ein zentraler Eckpfeiler in der Beziehung zum Spendenden. Hinsichtlich einer möglichen Mitgliedschaft im Verein lernten wir einige der Bedenken von Spendenden kennen. Größtenteils sind diese durch bessere Aufklärung adressierbar, wie zum Beispiel der Wunsch, sich nicht langfristig binden zu wollen.

Eine langfristige Zeit-Bindung soll auch durch das Lesen dieses Blogbeitrags nicht entstehen. So können die Ergebnisse der Umfrage hier nur angerissen werden und hoffentlich als Appetithappen Lust auf mehr machen. Wer angebissen hat: Die ausführliche Auswertung mitsamt Graphiken zu allen Ergebnissen sollte jeden Hunger stillen können.

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Konsultation der Europäischen Kommission

Vom 30. August bis zum 22. Januar 2013 läuft ein Konsultationsverfahren der Europäischen Kommission zur Anwendung der überarbeiteten Public Sector Information Directive (Richtlinie über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors), die im Sommer 2013 verabschiedet wurde und in den kommenden Jahren in nationales Recht überführt werden muss.  Privatpersonen, Verbände und staatliche Einrichtungen können bei dieser Konsultation einen Onlinefragebogen ausfüllen; dieser erstreckt sich über vier Seiten. Eine gewissenhafte Beantwortung des Fragebogens ist in weniger als 30 Minuten möglich, wir bitten um rege Teilnahme.

Warum ist die PSI-Richtlinie und diese Konsultation wichtig?

Unter dem Stichwort „Open Government Data“ wird nach neuen Möglichkeiten gesucht, die von der Öffentlichen Hand erstellten Werke für die Nachnutzung durch Dritte zur Verfügung zu stellen, wenn bestimmte Bedingungen (darunter Schutz von personenbezogenen Daten und Betriebs- oder Staatsgeheimnissen) erfüllt sind. Wenn beispielsweise eine Behörde eh auf der Grundlage einer Verordnung von allen deutschen Tankstellen die aktuellen Spritpreise erhebt, sind viele naheliegende Anwendungen möglich, die weit über den ursprünglichen Zweck zur Aufdeckung von Preiskartellen hinausgehen. Der Anbieter eines Navigationssystems könnte einen Autofahrer also genauso so zu seinem Ziel leiten, dass er an einer Tankstelle mit derzeit günstigen Preisen vorbeikommt. Ein schlaues Navigationssystem würde zudem schauen, ob der Mehrverbrauch für einen Umweg noch in Relation zur Ersparnis (oder gar dem zeitlichen Mehraufwand) stünde.  Überall dort, wo der Staat Werke schafft, besteht die Möglichkeit, dass diese bereits vom Steuerzahler finanzierte Arbeit auf eine zusätzliche Weise nachgenutzt werden kann, wenn es entsprechend einfachen Zugang zu diesen Werken gibt. Die Europäische Union schuf 2003 mit der Public Sector Information Directive ein Instrument, um zumindest den gleichen und geregelten Zugang zu diesen Werken bzw. das Verfahren zur Einräumung von Nutzungsrechten daran festzulegen. Mit der alten PSI-Directive war noch kein besonders starker Druck verbunden, diese Werke tatsächlich auch für jedermann für beliebige Zwecke nachnutzbar zu machen. Mit der überabeiteten Richtlinie wird Open Government Data zum Normalfall, von dessen Abweichung her es einer Begründung bedarf. So darf eine Stelle z.B. gewisse Gebühren einfordern, deren Höhe allerdings gedeckelt ist und die sich an den Kosten zur Erstellung dieser Werke orientiert.

Realistisch gesprochen ist für den weitaus größten Teil der Regierungsdaten eine Refinanzierung über den freien Markt unrealistisch. In den meisten Fällen dürfte der administrative Aufwand zur Verwertung für die Öffentliche Hand teurer sein als die zu erwartenden Gewinne. Darum ist es ein Zeichen von vernünftigem wirtschaftlichen Handeln, geeignete Daten der Verwaltung grundsätzlich kostenfrei zur rechtssicheren Nachnutzung bereitzustellen.

Wikimedia Deutschland befürwortet kurzfristig den Einsatz von Standardlizenzen wie CC-by oder CC Zero für die Einräumung von umfangreichen Nutzungsrechten an staatlichen Werken. Gleichzeitig setzen wir uns für die Reform des Urheberrechts ein, um den Kreis der nach §5 UrhG gemeinfreien Werke zu erweitern. Beide Ansätze sind nicht deckungsgleich, überschneiden sich aber in der Praxis.

PS: Die Verordnung zur Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-Kraftstoff-Verordnung) ist ein gutes Beispiel dafür, wie Open Government Data nicht geht. Ohne Not wird hier in der Verordnung und in den schriftlich fixierten Hinweisen zur Umsetzung die Nachnutzbarkeit der erhobenen Daten eingeschränkt.

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Ihr habt gewählt! Der Wahlprüfsteineserviervorschlag zur Bundestagswahl

In der vorvergangenen Woche baten wir die Leser der Mailingliste des Vereins Wikimedia und Wikipedianer auf der Diskussionsseite des Kuriers um die Beteiligung an einer Umfrage. Wir wollten herausfinden, wie die Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl aufgebaut werden sollen, welche Themen sie umfassen sollen und welche Form sie haben sollten. Dank gilt den 51 Teilnehmern an der Umfrage und die nach unserer Einschätzung aussagekräftigen Ergebnisse. Mehrheitlich gewünscht war ein Fragenkorpus von 10 bis 14 Fragen, es sollen alle zur Wahl zugelassenen Parteien angeschrieben werden. Die Mehrzahl der Antwortenden bat um Fragen zur konkreten Umsetzung bzw. Begründung bestimmter Positionen mit hoher Konkretisierung.

Insbesondere die Themenpriorisierung lädt ein zu einer kleinen Visualisierung.

Die Rangliste der vorgeschlagenen Themen, sortiert nach Priosierung „sehr wichtig“ bzw. „sehr wichtig“ + „wichtig“.

Wir präsentieren daher nun unseren Entwurf für die Wikimedia-Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl. Wir wollen die finale Fassung zu Beginn der kommenden Woche an alle zur Wahl zugelassene Parteien schicken und bitten darum um Feedback, Vorschläge zur Verbesserung, allgemeine Kritik und alle sonstigen Hinweise. Es wurden insgesamt 11 Fragen, die jeweils aus einem der höchstgerankten Themen stammen. Bei zwei hochgerankten Themen (Geodaten und Verwaiste Werke) schlagen wir vor, keine Frage zu stellen, da nach den Gesetzgebungsaktivitäten der ablaufenden Legislaturperiode vorerst keine Reform- oder Änderungsdebatten zu erwarten sind und frühestens mit der Evaluation der Richtlinie zu Verwaisten Werken wieder eine solche Debatte auf breiterer Ebene geben wird. Zu diesem Vorschlag bitten wir um Euer Feedback.

Bitte verwendet dazu gerne den Kommentarbereich dieses Blogs oder schickt eine Email an: mathias.schindler@wikimedia.de. Danke.

Wahlprüfsteine Bundestagswahl 2013


Thema 1: Urheberrecht

Amtliche Werke

Artikel 2 Absatz 4 der Revidierten Berner Übereinkunft (RBÜ) erlaubt es den Vertragsstaaten, den Schutz amtlicher Texte zu bestimmen. Die derzeitige Fassung des §5 UrhG bestimmt, dass in Deutschland ein bestimmter Teil amtlicher Werke keinen Schutz genießt.

Frage 1: Befürworten Sie die Ausweitung des §5 UrhG auf alle amtlichen Werke?

Reproduktionen

In der Regel endet der urheberrechtliche Schutz kreativer Güter 70 Jahre nach Tod des Urhebers. Teilweise finden Versuche statt, den urheberrechtlichen Schutz eines Werks über seine vom Gesetzgeber vorgesehene Frist zu strecken, indem z.B. auf originalgetreue Reproduktionen zweidimensionaler gemeinfreier Vorlagen ein urheberrechtlicher Schutz nach §72 UrhG behauptet wird.

Frage 2:  Sehen Sie gesetzgeberischen Bedarf zur Klarstellung, dass durch simple Reproduktion eines gemeinfreien Werks keine neuen Rechte entstehen?

Panoramafreiheit

Das deutsche und viele andere nationale Urheberrechtsgesetze kennen die Schranke der Panoramafreiheit, welche es erlaubt Abbildungen von Werken, die sich bleibend an öffentlichen Plätzen befinden, zu vervielfältigen und zu verbreiten.

Frage 3: Wird sich eine Bundesregierung unter Ihrer Beteiligung auf europäischer Ebene dafür einsetzen, die in der Infosoc-Richtlinie (Richtlinie 2001/29/EG) verankerte Panoramafreiheit zum Zwecke der Harmonisierung obligatorisch statt wie bisher fakultativ zu machen?

Verwaiste Werke

In der abgelaufenen Legislaturperiode hat der Deutsche Bundestag die EU-Richtlinie zu Verwaisten Werken (Richtlinie 2012/28/EU) in nationales Recht überführt.

Wir stellen keine Frage, weil nach unserer Einschätzung in der kommenden Legislaturperiode noch nicht zu einer Reformdebatte kommen wird.

Thema 2: Zugang

Informationsfreiheits- und Transparenzgesetze

Seit 2006 existiert in Deutschland ein Informationsfreiheitsgesetz auf Bundesebene, das dem einzelnen Bürger den Zugang zu Informationen im Besitz der Verwaltung ermöglichen soll. 2012 erfolgte die Veröffentlichung der Evaluation des IFG.

Frage 4: Befürworten Sie die Modernisierung des Informationsfreiheitsgesetzes des Bundes bzw. die Einführung eines Transparenzgesetzes des Bundes? Wenn ja, welche konkreten Eigenschaften soll ein solches Gesetz haben?

Open (Government) Data

Open (Government) Data bezeichnet die proaktive Freigabe von Rohdaten der Verwaltung zur beliebigen Nachnutzung durch Dritte. Ausgenommen sind Daten, die aus datenschutzrechtlichen oder Geheimhaltungsgründen geschützt werden müssen. Eine Auflistung allgemein akzeptierter Kriterien für Open Data liefert die Sunlight Foundation in ihren Ten Principles for Opening Up Government Information (http://sunlightfoundation.com/policy/documents/ten-open-data-principles/)

Frage 5: Sprechen Sie sich für den Regelbetrieb des Portals govdata.de aus? Welche Fortführungsperspektive sehen Sie für Open Data-Portale des Bundes?

Geodaten

2011 und 2012 änderte der Bundestag das Geodatenzugangsgesetz (GeoZG), bzw. erließ die Bundesregierung die Geodatennutzungsverordnung (GeoNutzV), die die freie Nachnutzbarkeit von Geodaten des Bundes regelt. Wir stellen daher dieses Mal keine Wahlprüfsteinfrage, weil es derzeit keinen Anlass für Reformdebatten gibt.  Als nächstes geht es um die  Geodaten der Länder (von denen es deutlich mehr gibt). Siehe dazu die Geodaten-Fragen in unseren Landtagswahlprüfsteinen.

Thema 3: Netzpolitik

Netzneutralität

Netzneutralität umfasst unter anderem die Gleichbehandlung von Daten im Internet ohne Benachteiligung oder Bevorzugung bestimmter Diensteanbieter. Vor einigen Monaten kündigte ein großer Serviceprovider an, verstärkt durch Verträge über managed services einzelne Dienste in der Übertragung zu priorisieren.

Frage 6:  Sehen Sie im bestehenden § 41a TKG eine hinreichende Grundlage, um über eine Verordnung Regeln zur Sicherung der Netzneutralität aufzustellen? Wenn ja, wie sollen diese Regeln aussehen? Wenn nein, welche Änderung des TKG schlagen Sie vor?

Netzsperren

Zum Anfang der Legislaturperiode kam es zuerst zur Nichtanwendung, später zur Aufhebung des noch jungen Zugangserschwerungsgesetzes. Gleichzeitig wurde über die Errichtung von Netzsperren im Rahmen der Regulierung von Glücksspiel oder zum Jugendmedienschutz diskutiert. Unterschiedliche Formen der Sperrung von Netzzugängen sind ebenfalls Thema in internationalen Verhandlungen, unter anderem zur Durchsetzung von Immaterialgüterrechten.

Frage 7:  Wie beurteilen Sie den Erfolg der  nach der Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes im Dezember 2011 durch die Bundesregierung beschlossenen Strategie “Löschen statt Sperren”? Fallen Ihnen Arten von strafbaren oder unerwünschten Inhalten ein, deren Zugang Ihrer Ansicht nach durch technische Hürden erschwert werden soll?

Datenschutz / Digitale Privatsphäre

Spätestens seit 2007 werden zumindest im Rahmen des NSA-Projekts XKeyscore auch (in internen Präsentationen wird dies hervorgehoben) Lesevorgänge in Wikipediaartikeln überwacht. Die Internetverkehrsdaten dazu stammen aus mehr als 150 Netzknoten, darunter solchen in Europa, inklusive Deutschland. Nach Presseinformationen wurde auch deutschen Behörden der Zugriff auf XKeyscore gewährt.

Frage 8:  Wird eine Bundesregierung unter ihrer Beteiligung die gesetzlichen Vorgaben (beispielsweise im BKAG, BVerfSchG, BNDG) dahingehend ändern, dass es deutschen Behörden untersagt wird,  Lesezugriffe auf Wikipedia durch Bürger zu überwachen?

Thema 4: Bildung

Open Access

Open Access bei wissenschaftlichen Texten bezieht sich auf ein Lizenzierungs- und Veröffentlichungsmodell, das den kostenfreien Zugang und bestimmte Formen der legalen Weiternutzung und Verbreitung gestattet.

Frage 9:  Wie beurteilen Sie den aktuellen Zugang der Allgemeinheit auf Forschungsergebnisse und Publikationen, die direkt oder indirekt mit staatlicher Unterstützung erstellt wurden? Befürworten Sie gesetzliche oder andere Maßnahmen, den legalen, dauerhaften Zugang zu verbessern?

Kulturelles Erbe

Seit November 2012 ist eine Vorschauversion der “Deutschen Digitalen Bibliothek” (DDB) online, die anteilig von Bund und Ländern finanziert wird. Das Portal ist als deutscher Beitrag zum europäischen Vorhaben Europeana gedacht und aggregiert derzeit noch eine verhältnismäßig kleine Zahl an Kataloginhalten und Vorschaubildern aus deutschen Kultureinrichtungen. Im Gegensatz zu Europeana gibt es keine Verpflichtung für teilnehmende Einrichtungen, die Objektmetadaten oder gar die Objekte selbst zur Nachnutzung freizugeben.

Frage 10:  Befürworten Sie die Einführung eindeutiger Vorgaben zur freien Lizenzierung aller digitalen Objekte im DDB-Bestand statt wie bisher nur die optionale Freigabe der entsprechenden Objektmetadaten?

Open Educational Resources

Open Educational Resources (OER) sind der allgemeine Begriff für solche Lehrinhalte, die von ihren Rechteinhabern zur Nachnutzung freigegeben worden sind und legal auch von Dritten verbreitet, modifiziert und veröffentlicht werden dürfen. Im Juni 2012 veröffentlichte die UNESCO in ihrer Pariser Erklärung die Aufforderung an Mitgliedsstaaten, OER-Strategien zu entwickeln und umzusetzen.

Frage 11:  Welche konkreten – die Prinzipien des Föderalismus berücksichtigenden –  Maßnahmen wird eine Bundesregierung unter Ihrer Beteiligung durchführen, um die Erstellung und Verbreitung von Lehr- und Lernmitteln unter Freier Lizenz (OER) im Bildungsbereich zu fördern?

 

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Eure Meinung ist gefragt

Seit vier Jahren erscheint die Vereinszeitung von Wikimedia Deutschland. Rund 3.000 Abonnenten erhalten die gedruckte Wikimedium regelmäßig per Post. Viele Leser beziehen sie als PDF-Version über unsere Webseite, den Vereinsblog, unseren Facebook– oder Twitter-Auftritt. Einiges hat sich in der letzten Zeit an der Wikimedium geändert. Was wir zukünftig noch verbessern können, möchten wir von euch wissen.

Die Wikimedium ist für euch!

Mit der Zeitung möchten wir euch über Themen rund um die Aktivitäten von Wikimedia Deutschland, die ehrenamtliche Arbeit an Wikipedia, Internationales und Freies Wissen auf dem Laufenden halten. Für die Weiterentwicklung der Zeitung ist eure Meinung der wichtigste Maßstab. Deshalb möchten wir euch bitten, an einer kurzen Umfrage teilzunehmen, die uns mehr über eure Wünsche und Bedürfnisse verraten soll. Es wäre schön, wenn ihr euch einen Moment Zeit dafür nehmt, damit ihr auch in Zukunft viel Spaß an der Wikimedium habt.

Ihr erreicht die Umfrage unter:

www.wmde.org/Meinungsumfrage

Mehr Vielfalt für Wikipedia

Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Ziel, bisher unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel Frauen oder ältere Menschen, zur Mitarbeit an der Enzyklopädie zu motivieren. Wikimedia Deutschlands neuer Bereichsleiter von Bildung und Wissen, Nils Weichert, erläutert dabei kurz, was mit dem Begriff Diversität gemeint ist und Sarah Stierch, Community-Fellow der Wikimedia Foundation, stellt das Teahouse vor, ein Projekt der englischsprachigen Wikipedia, das Neuautoren einen guten Einstieg in die Arbeit an Wikipedia bieten soll. Ein Rückblick auf die Wikimania, das weltweit größte Treffen der Wikipedia-Gemeinschaft, Interviews zum Thema kollaboratives Arbeiten und Spenden sind weitere Themen der aktuellen Ausgabe.

Wir wünschen euch viel Spaß mit der neuen Wikimedium und freuen uns über eure Teilnahme an der Umfrage.

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Auf der andere Seite des Spiegels

Nein, es war kein Geheimnis. Der prominente Spiegel, der eine Wand des Konferenzraums komplett einnahm, ließ jeden Teilnehmer bereits ahnen: Auf der anderen Seite sitzen neugierige Beobachter. In Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation hatten wir unsere Unterstützer eingeladen, an der ersten Fokusgruppe aus deutschen Spendern teilzunehmen. Das Treffen dient der Vorbereitung der nächsten Spendenkampagne und sollte wichtige Erkenntnisse für deren erfolgreiche Umsetzung liefern. Angeregt diskutierten die Teilnehmer miteinander über Banner, Aufrufe, Spenden und warum es wichtig ist Wikipedia zu unterstützen.

Ausgiebige Tests, umfangreiche Spender-Umfrage – das Fundraising von Wikimedia Deutschland beruht auf der Grundlage von gesicherten Erkenntnissen. Zu wissen, wie Spender unsere Spendenkampagne wahrnehmen und einschätzen, kann uns enorm helfen, unsere Kommunikation zu verbessern. Neue Einsichten sollten mithilfe der Fokusgruppe erzielt werden. Doch was versteht man darunter eigentlich? Mit dem Begriff wird eine sozialwissenschaftliche Forschungsmethode bezeichnet: In einer moderierten Gruppendiskussion werden Menschen zu ihren Einstellungen und Meinungen zu einem Sachverhalt befragt. Der Vorteil gegenüber Einzelinterviews besteht in der Lockerheit der gemeinsamen Gesprächssituation, die im günstigsten Fall dazu führt, dass die Befragten vergessen, dass sie interviewt werden. Die vielfältigen Perspektiven, die aufeinander treffen, können sich zudem gegenseitig anregen.

Mit der Durchführung beauftragt wurde das Marktfoschungsinstitut I+E Berlin Market Research. Rund 600 Spender luden wir zu einer Teilnahme ein. Damit möglichst unterschiedliche Meinungen in die gemeinsame Diskussion einfließen können, wurden mittels kurzer Vorabgespräche zehn geeignete Teilnehmer aus der Menge an Interessierten ausgewählt. Zusammen mit Megan und Bryony vom Fundraising-Team der Foundation stellten wir einen Fragekatalog zusammen, anhand dessen ein Psychologe des Instituts die zweistündige Diskussion der Gruppe moderierte. Eine sehr produktive Diskussion!

Was haben wir, die wir hinter dem Spiegel saßen, nun gelernt? Noch befinden wir uns mitten in der Auswertung. Zwar sind die Ergebnisse einer solch kleinen Gruppe nicht repräsentativ. Aber im Gegensatz zu einer standardisierten Umfrage fallen die Antworten detaillierter und umfangreicher aus – eine einmalige Gelegenheit für ein vertieftes Verständnis unserer Spender. So haben wir einen aufschlussreichen Einblick zum einen in Nutzung, Meinung und Wissen zu Wikipedia gewonnen, und zum anderen in Fragen rund ums Spenden. Die Befragten wussten etwa sehr gut Bescheid über die Ehrenamtlichkeit der Autoren und die Offenheit zur Mitarbeit. Darüberhinaus waren sie mit den Strukturen von Wikipedia aber kaum vertraut. Mehrfach war zu hören, dass es mindestens bezahlte Mitarbeiter geben müsse, die die Korrektheit der Einträge prüften. Von Wikimedia wissen die Spender, dass es eine gemeinnützige Organisation ist. Insgesamt wird dem Verein ein hohes Vertrauen entgegengebracht.

Es war spannend zu sehen, wie die Teilnehmer drei Spenden-Aufrufe, die ihnen vorgelegt wurden, gemeinsam besprachen und konstruktiv-kritisch bewerten. Wurde der Sprachstil der Aufrufe zum Teil als zu pathetisch empfunden, mochten die Teilehmer die Authenzität der Texte. Anhand Katrin Rönickes‘ erfolgreichem Aufruf aus der letzten Spendenkampagne wurde erneut deutlich, wie wichtig eine logische Struktur im Aufruf ist. Die Teilnehmer fanden den Zusammenhang zwischen Wikipedia und der Beteiligung von Frauen nicht sehr verständlich und sahen hier nicht die Notwendigkeit eines Engagements. Unsere Schlussfolgerung: Wichtig wäre hier gewesen zu vermitteln, dass die Qualität der Inhalte von Wikipedia eng mit der Partizipation von Wikipedianerinnen zusammenhängt.

Als Dankeschön erhielten die Teilnehmer neben einer optionalen Fahrtkostenentschädigung ein Exemplar des Buches „Alles über Wikipedia“ – der Wissensaustausch sollte schließlich nicht nur in eine Richtung verlaufen.

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Spender Umfrage 2011 – die Ergebnisse sind da!

Licht ins Dunkel – das sollte sie bringen, eine groß angelegte Umfrage unter unseren Spendern. Bisher wussten wir viel zu wenig über die Menschen, die mit Ihrem finanziellem Engagement Wikipedia unterstützen und sichern. Wer sind unsere Spender und welche Beziehung haben sie zu Wikipedia? Wie nutzen sie die größte Online-Enzyklopädie, was gefällt ihnen besonders an ihr und warum haben Sie gespendet? Antworten auf diese Fragen wollten wir mit unserer Umfrage erhalten. Nachdem die Umfrage im Juli für zwei Wochen online erreichbar war und zahlreiche Spender teilnahmen, liegen nun die Ergebnisse vor.

Über 4000 zufällig ausgewählte Unterstützer wurden zur Teilnahme eingeladen, zu der sich knapp 1400 Personen bereit erklärten. Das entspricht einer Quote von 33 Prozent und ist ein großartiges Ergebnis! Es zeigt die wunderbare Unterstützung, die wir von unseren Spendern erfahren.

Im alltäglichen Leben spielt Wikipedia für unsere Spender eine große Rolle. Viel häufiger als der durchschnittliche Nutzer des Internets besuchen die befragten Spender Wikipedia, wie ein Vergleich mit der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt. Ganze 36 Prozent nutzen Wikipedia täglich, 49 Prozent besuchen die digitale Enzyklopädie wöchentlich. Immerhin knapp ein Viertel der Befragten hat sogar schon einmal Inhalte erstellt. Wikipedianer sind eher nicht darunter – die große Mehrheit hat erst ein bis zwei Mal editiert.

Was gefällt den Spendern an Wikipedia? Gemeinnützigkeit und offener Zugang, Werbefreiheit und Nicht-Kommerzialität sind unter anderem Gründe, warum die Spender Wikipedia mögen und sie unterstützen. Auch verschiedene Projekte von Wikimedia Deutschland wurden in der Umfrage vorgestellt. Die Ergebnisse freuen uns sehr. Von den befragten Spendern werden diese als sehr unterstützenswert bewertet. Ob Schulprojekt, Beschaffung Freier Inhalte oder Barrierefreiheit beim Zugang zu Wissen – das Urteil der Befragten lautet: Prädikat fördernswert.

Aus der demographischen Analyse sticht eine Tatsache ins Auge, die weniger erfreulich ist: Nur 16 Prozent der befragten Spender sind weiblich. Dies überrascht, denn laut den Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie liegt der Anteil von Wikipedia-Besuchern unter Männern lediglich um fünf Prozent höher als unter den weiblichen Nutzern. Hier sehen wir eine große Herausforderung – aber auch eine enorme Chance! In der in wenigen Wochen startenden Herbstkampagne wollen wir es schaffen, mehr Frauen von der Notwendigkeit einer Spende für Freies Wissen zu überzeugen.

Neben dem Geschlecht zeichnet die Mehrheit der Spender ein überdurchschnittliches Einkommen und ein hohes Bildungsniveau aus, sogar 12 Prozent der Teilnehmer besitzen eine Promotion. Das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren. Unsere Spender sind folglich jünger als der “typische Spender” in Deutschland, der durchschnittlich um die 60 Jahre alt ist.

Überhaupt: Wikipedia bewegt sogar nicht spenden-affine Menschen dazu, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Immerhin 17 Prozent der Befragten haben in 2010 ausschließlich für Freies Wissen gespendet. Dass sie dennoch für die Online-Enzyklopädie spendeten, zeigt welch große Rolle sie in Ihrem Leben spielt. Doch ebenso für knapp die Hälfte der anderweitig spendenden Teilnehmer zählt die Unterstützung von Freiem Wissen zu den wichtigsten ihrer Spenden. Diese starke Unterstützung wird zudem daran deutlich, dass sich sogar fast 50 Prozent der Befragten die Einrichtung einer regelmäßigen Spende vorstellen können. Über diese Unterstützungsbereitschaft können wir nur dankbar sein!

Alle Ergebnisse zu nennen, würde hier den Rahmen sprengen. Noch viel mehr gibt es zu entdecken! Sämtliche Resultate haben wir auf Wikipedia veröffentlicht. Dort könnt ihr eine ausführliche Zusammenfassung lesen und die detaillierten Ergebnisse in einer Vielzahl an Tabellen und Grafiken direkt selbst nachvollziehen. Auch der Vergleich zu einer Spender-Studie der Wikimedia Foundation aus dem Jahr 2010 lohnt sich. Warum Menschen an Wikimedia Deutschland spenden und wieso die Umfrage wichtige Erkenntnisse auch außerhalb des Fundraising liefert – mehr erfahrt ihr hier.

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