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Wo geht die Reise hin beim Zugang zum kulturellen Erbe?

zugang-gestalten-logo-600x400… bzw. wo soll sie hingehen? Dieser umstrittenen Frage wird sich eines der von Wikimedia Deutschland ausgerichteten Panel bei der diesjährigen Konferenz „Zugang gestalten!“ in Berlin stellen. Letztlich geht es dabei um die Verantwortung für das kulturelle Erbe. Dass sie eine gesellschaftliche ist, darüber sind sich alle wohl einig. Das sagt aber noch nichts genaues darüber, wer sie dann genau wann tragen soll und wie.

Das Panel “Nachhaltigkeit und Zugang” am 18.11. ab 10:40 Uhr ist ideal besetzt, um zu diskutieren, welche Rollen Institutionen und Bürger heute haben und in Zukunft haben sollten, wenn es um einen nachhaltig gesicherten Zugang zum kulturellen Erbe geht.

Der rechtliche Hintergrund interessiert uns dabei weniger als die politische Dimension. Denn es geht im Kern um Politik, wenn entschieden wird, wer genau wie die Aufgabe hat, auch den virtuellen den Zugang zu den Objekten des kulturellen Erbes sicherzustellen und zu regeln. Gedächtnisinstitutionen wie Museen, Archive und Bibliotheken bewegen sich inzwischen in einem Spannungsfeld zwischen spürbarem Veränderungsdruck auf ihr Selbstverständnis auf der einen und ihrem öffentlichen Auftrag auf der anderen Seite. Dadurch entsteht eine Notwendigkeit zu strategischen Weichenstellungen, wie sie noch vor wenigen Jahren kaum denkbar zu sein schien.

Es diskutieren:

Dr. Helge David – Kunsthistoriker und Initiator und Gründer von Openmuseum.de

Prof. Dr. Alfried Wieczorek – Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim

Prof. Dr. Hubertus Kohle – Kunsthistoriker, Ludwig-Maximilians-Universität München

Tim Moritz Hector – Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland

Als Moderator konnte Reinhard Altenhöner gewonnen werden, seineszeichens ständiger Vertreter der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, und damit auch an zentraler Stelle innerhalb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig.

Der Eintritt zur Konferenz ist frei, aber es ergibt Sinn, sich vorab zu registrieren.

 

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Position des Vorstands zur laufenden Diskussion über Relevanzkriterien

Die derzeitige Diskussion, ausgelöst durch die Löschung  des Artikels “Missbrauchsopfer gegen Internetsperren” (MOGIS) in der Wikipedia, wurde von Beginn an an vielen Stellen ausgetragen. In unterschiedlichen Blogs, weniger in der Wikipedia, auf dem Blog und in der Mailingliste von Wikimedia-Deutschland. Nach dem Start der diesjährigen Fundraising-Kampagne der Wikimedia-Foundation wurden neben Themen, die sich mit Strukturen und Prozessen innerhalb der Wikipedia auseinandersetzen, zunehmend die Rolle des Vereins und seine Möglichkeiten zur Unterstützung in Frage gestellt. Diese Diskussionen sind nicht am Vorstand vorbeigegangen und werden und wurden von uns verfolgt. Einzelne Vorstandsmitglieder haben sich in die Diskussionen eingebracht. Nun möchten wir als Vorstand und auch als Wikipedianer unsere Position darlegen.

Wikipedia
Wikipedia ist eins der Projekte, die uns besonders am Herzen liegen und wir freuen uns, dass diese Verbundenheit offensichtlich auch bei vielen anderen Menschen vorhanden ist. Sie alle machen sich, ebenso wie wir, die Vereinsmitglieder und die Wikipedianer, Gedanken, wie Wikipedia besser werden kann. Das möchten wir ausdrücklich jetzt und weiterhin unterstützen.

Ort der Diskussion
Es scheint, als ob diese Diskussion überwiegend außerhalb der Wikipedia geführt wird. Möglicherweise fehlt es in der Wikipedia oder überhaupt an einer geeigneten Plattform, die die interne Sicht der Wikipedianer ebenso berücksichtigen kann, wie die externe Sicht, Kritikern und Befürwortern Raum lässt und sowohl kleine Diskussionrunden als auch große öffentliche Podien vorsieht. Dies ist bedauerlich, führt es doch dazu, dass die Diskussionen zerfasern und die Stimmen einzelner Betroffener nicht ausreichend berücksichtigt werden können.

Art der Diskussion
Leider ist der Tonfall etlicher Diskussionbeiträge weit aggressiver, als bei jeder Auseinandersetzung über das Thema in einem persönlichen Gespräch. Verbreitung falscher Tatsachen, Beschimpfungen und Bedrohungen sind keine konstruktive Art, seine Meinung zu vertreten. Mit Argumenten allerdings, die sachlich vorgebracht werden und den Diskussionpartnern die Möglichkeit zur weiterführenden Erwiderung geben, setzen wir uns sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wikipedia gerne auseinander.

Engagement
Das Engagement für Wikipedia und Verein ist freiwillig und unentgeltlich. Lediglich die Mitarbeiter der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland beziehen ein regelmäßiges Gehalt. Vielen Dank an alle Wikipedianer und alle Vereinsmitglieder, die viel Freizeit opfern und geopfert haben, um an diesem großartigen Projekt zu arbeiten. Wir wünschen Euch die Souveränität, aus der Kritik die konstruktiven Ansätze zu erkennen und umzusetzen, aber gleichzeitig unangemessener Meinungsmache standzuhalten. Dabei möchten wir das Engagement von Juliana da Costa José und Ralf Roletschek besonders wertschätzen, die in einer schwierigen Situation die Wogen durch ihre Versuche der Aufklärung glätten konnten, und damit für eine Versachlichung der Diskussion gesorgt haben.

Unser Angebot
Wir möchten die Rahmenbedingungen für weitere Diskussionen aller offenen Punkte schaffen und dabei möglichst viele Ansätze und Meinungen berücksichtigen.

  • Eine FAQ wird kurzfristig viele der aufgeworfenen Fragen zum Verein und der Verwendung der Spendeneinnahmen aufgreifen und beantworten.
  • Wir werden die organisatorischen Zusammenhänge zwischen Wikimedia-Foundation, Wikimedia Deutschland und den anderen Chaptern wie Wikimedia Österreich und Wikimedia CH und den Wikimedia-Projekten darstellen und erläutern.
  • Wir denken, dass eine persönliche Diskussion ein vielversprechender Weg für den Austausch ist und werden eine weitere Podiumsdiskussion vorbereiten. Sie könnte als Diskussionsbasis Kristian Köhntopps Blogeiträge  Communitygift und Communityfix heranziehen, in deren Ansatz, Strukturen in der Community zu ändern, wir viel Potential für die Weiterentwicklung der Wikipedia sehen. Und ja, wir haben die Kritik nach der letzten Podiumsdiskussion gehört und sie wird uns helfen, weitere Veranstaltungen dieser Art besser zu machen.
  • Weitere Möglichkeiten und Plattformen, mit denen wir als Verein persönliche Gespräche und Diskussionen online wie offline unterstützen können, prüfen wir gerade.
  • In den verstreuten Beiträgen zum Thema finden sich viele kreative und ansprechende Ideen und Konzepte. Wir werden versuchen, diese  zu sammeln und an einer Stelle für die weitere Diskussion zur Verfügung zu stellen.

Wikimedia Deutschland unterstützt die Projekte der Wikimedia-Foundation und damit auch die Wikipedia. Darüber hinaus möchten wir auch den vielen Freiwilligen Arbeitsbedingungen schaffen, in denen sie weiterhin motiviert an der Weiterentwicklung der Strukturen und Inhalte der Projekte arbeiten können. Dies möchten wir gemeinsam angehen mit jedem, der sich wie wir konstruktiv einbringen möchte.

Für den Vorstand,
Alice Wiegand

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