Posts Tagged ‘Open Educational Resources’



OERde14: Das Programm steht!

Die Würfel sind gefallen: Aus 49 Einreichungen hat das Programmteam 30 Vorträge und Workshops für die Konferenz OERde14 am 12. und 13. September ausgewählt. Das Programm der OERde14 enthält eine Reihe von Highlights: Vom ehemaligen Chief Technology Officer für Products & Innovation der Telekom, dem eine Wikipedia für OER vorschwebt über Michał Woźniak, der über OER in Polen spricht bis hin zu Lehrenden der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel, die darüber berichten, wie sie OER bereits in der Praxis umsetzen.

Draußen scheint die Sonne, drinnen wird gearbeitet: Das OERde14-Programmteam bei der Arbeit. Bild: Jan Apel, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Es war ein langer Tag: Am 23. Juni traf sich das Programmteam der OERde14, um aus 49 Einreichungen die besten für die Konferenz zu küren. Von 10:00 bis 19:00Uhr diskutierte die Gruppe alle Einreichungen. Zwar fielen fast alle Entscheidungen im Konsens – doch gerade im Mittelfeld waren einige schwierige Abwägungen nötig, gerade wenn sich einzelne Auswahlkriterien widersprachen.

Für die Auswahl der Beiträge hatte sich das Programmteam für vier Haupt- und vier Nebenkriterien entschieden. Die Hauptkriterien waren:

A. Relevanz: Passt die Einreichung zum Konferenzthema und den definierten Kriterien für OER?

B. Interesse: Ist zu erwarten, dass das Thema bei den Teilnehmenden Interesse findet?

C. Qualität: Ist die Einreichung seriös und gut begründet?

D. Angemessenheit: Ist die Einreichung innerhalb der gegebenen Zeit- und Raummöglichkeiten umsetzbar?

Nebenkriterien:

E. Redundanz: Ist das Thema bereits anderweitig abgedeckt?

F. Streuung: Verteilen sich die Beiträge über die thematischen Schwerpunkte der Konferenz?

G. Quote: Sind unter den Mitwirkenden die Geschlechter annähernd ausgeglichen vertreten?

X. X-Factor: Joker für tolle Einreichungen, die das Programmteam positiv überraschen.

Das Programmteam

Das Programmteam bestand aus Menschen mit großer Erfahrung im OER-Bereich, Repräsentierenden der Partnerorganisationen und der Wikimedia-Bewegung. Mit dabei waren die folgenden Personen:

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Der OER-Sprint: Digitale Gesellschaft

Im Rahmen der re:publica veranstaltete Wikimedia Deutschland am 5. Mai den OER-Sprint in seinen Räumen, ein Workshop zur Erstellung von Freien Bildungsmaterialien. Ein Nachbericht von Sarah Behrens, Werkstudentin im Bereich Bildung & Wissen.

Die Teilnehmenden bei der Arbeit.

Man muss nicht Usain Bolt sein, um als Sieger ins Ziel zu kommen. Der OER-Sprint hat am 5. Mai 2014 gleich 15 Teilnehmende im Rahmen eines fünfstündigen Workshops in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland zum gemeinsamen Erfolg geführt. In Anlehnung an die Thematik “Digitale Gesellschaft” der re:publica wurden Bildungsmaterialien erstellt, die sich u.a. mit Privatsphäre und Selbstbestimmung im Netz oder Internetnutzung befassen. Entscheidend dafür war nicht etwa eine überdurchschnittliche Schrittlänge der Teilnehmenden, sondern ihre Motivation, kollaborativ und parallel zu arbeiten. Ziel war es, Bildungsmaterialien im Sprint zu erstellen, die dann frei genutzt und weiter verwendet werden können. Vorab festgelegte Zeitintervalle bestimmten den Arbeitsplan. Es gab folglich nur einen Gegner während des Sprints: die Zeit.

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Freie Bildungsmaterialien: “Es geht am Ende nur miteinander”

„Europe goes OER. Welchen Weg geht Deutschland?“ – Freie Bildungsmaterialien waren am 3. April das Thema des Abends in der Wikimedia Geschäftsstelle. V.l.n.r: Prof. Fred Mulder, Nina Lindlahr, Jöran Muuß-Merholz.  Foto von Sebastian Horndasch, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Am 3. April stellten wir bei Wikimedia Deutschland die Frage: Europe goes OER – und welchen Weg geht Deutschland? Auf der gut besuchten Veranstaltung diskutierten Fred Mulder und Jöran Muuß-Merholz über den Stand von Freien Bildungsmaterialien in Deutschland und international. Mehrere Blogs berichteten über die Veranstaltung. Eine zusammenfassende Presseschau.

Vor knapp 50 Interessierten stellte zunächst Jöran Muuß-Merholz die zweite Auflage des OER-Whitepapers vor, das er im Auftrag des Internet & Gesellschaft Collaboratory gemeinsam mit Felix Schaumburg geschrieben hatte (hier die Präsentation). Im Anschluss sprach Fred Mulder, Professor für Open Educational Resources an der Open Universiteit der Niederlande, über die Situation von OER in ganz Europa (hier die Präsentation). Eine Reihe von Bloggenden schrieben ihre Gedanken zu der Veranstaltung nieder.

OER: Ein diffuser Begriff?

Ole Winterman von der Bertelsmann Stiftung setzte sich in einem Blogartikel zu der Veranstaltung zunächst mit dem Begriff Open Educational Resources auseinander.

“Der Begriff der OER ist nach wie vor sehr diffus und zudem auch noch nicht adäquat ins Deutsche übersetzt worden. Diese Diffusität ist ein Indikator dafür, dass nach wie vor kein besseres konsensuales Verständnis der Materie vorliegt, obgleich das Thema inzwischen nicht mehr neu ist. Diese Unübersichtlichkeit ist zu einem gewissen Teil den vielen Perspektiven der unterschiedlichen Stakeholder geschuldet, deren Bandbreite vom Lehrer an der dörflichen Grundschule bis hin zu multinationalen Versuchen, aus OER eine tragfähige Social Business Modell zu entwickeln, reicht.”

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OER-Sprint – Gemeinsam Bildungsmaterialien erschaffen

Am 5. Mai, einen Tag vor Beginn der re:publica, erarbeiten wir gemeinsam Unterrichtsmaterialien zum Thema Digitale Gesellschaft. Dabei probieren wir ein neues Format aus: Den OER-Sprint. Eingeladen sind alle, die sich für Open Educational Resources (OER) interessieren und selbst einmal Bildungsmedien entwerfen möchten – vom erfahrenen Lehrenden bis zum kompletten Neuling.

Gemeinsam Bildungsmaterialien gestalten: So in etwa soll der Sprint aussehen. Bild: Tekniska Museet CC-BY 2.0 via Wikimedia Commons

Über Freie Bildungsmaterialien – gerne als OER abgekürzt – wird viel theoretisch geschrieben und diskutiert. Wikimedia Deutschland bietet dafür einige Foren wie die OER-Konferenz, die Veranstaltung Europe goes OER oder auch den OER-Book Sprint im November 2013. Gemein ist all diesen Aktivitäten, dass wir über das Thema auf einer Meta-Ebene sprechen. Freie Bildungsmaterialien sind als Konzept für viele Menschen aber zu abstrakt. Wikimedia Deutschland möchte das Thema nun aus einer praktischen Perspektive angehen.

In viereinhalb Stunden zur Unterrichtseinheit

In einem viereinhalbstündigen Workshop erarbeiten wir Freie Bildungsmaterialien zum Thema Digitale Gesellschaft – also dem Themengebiet, um das sich auch die re:publica dreht. Themen dabei können unter anderem Datenschutz, Freiheit im Netz, Ausspähung, Trolling oder kollaboratives Arbeiten sein.

Die Form der Materialien ist offen: Ob es sich jeweils um Arbeitsblätter, Gruppenaktivitäten, Fragebögen, Videos oder eine Mischung aus alldem handelt, ist den Teilnehmenden überlassen. Die einzige Voraussetzung: Die Ergebnisse müssen unter Freien Lizenzen veröffentlicht werden. Die erarbeiteten Ressourcen werden im Anschluss auf unserem Stand auf der re:publica gezeigt und gleichzeitig der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Ein neues Format

Ganz dem re:publica-Motto „Into the Wild“ folgend wagen wir uns mit dem Format in unbekanntes Gebiet vor: Unseres Wissens handelt es sich um den ersten OER-Sprint überhaupt. Methodisch lehnt sich die Veranstaltung an einen Book Sprint an, bei dem Teilnehmende innerhalb von wenigen Tagen gemeinsam ein Buch erarbeiten. In diesem Fall sollen allerdings nur einzelne Materialien und Unterrichtseinheiten entstehen.

Die Veranstaltung richtet sich an alle bildungs- und netzpolitisch Interessierten. Besonders willkommen sind Lehrerinnen und Lehrer. Alle Teilnehmenden sollten ihre eigenen Laptops oder Tablets mitbringen. Vorkenntnisse in der gemeinsamen Arbeit im Netz sind von Vorteil. Gehostet wird der Sprint von der Kooperative Berlin.

Datum: 5. Mai

Uhrzeit: 15:00 – 19:30

Ort: Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin

Anmeldung: Hier

Eintritt: Frei

Mitbringen: Laptop oder Tablet

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Europe goes OER! Welchen Weg geht Deutschland?

Eine Veranstaltung von Wikimedia Deutschland in Kooperation mit dem Internet & Gesellschaft Collaboratory mit Jöran Muuß-Merholz und Professor Fred Mulder am 3. April 2014.

Wie „open“ sind deutsche Schulen? Bild: Rupert Ganzer CC-BY-SA 2.0 via flickr.com

Die Debatte um Freie Lehr- und Lernmaterialien intensiviert sich. Unter der Überschrift Open Educational Resources (OER) erscheinen fortlaufend neue Publikationen in Form von Broschüren oder Handreichungen. Die erste deutsche OER-Konferenz im Herbst 2013 zeigte die vielfältigen Akteurinnen und Akteure, Auseinandersetzungen und Aktivitäten. Dennoch scheint Deutschland den Anschluss zu verpassen, wenn man die Aktivitäten anderer europäischer Länder als Maßstab nimmt.

Für uns Grund genug, eine aktuelle Bestandsaufnahme zu OER vorzunehmen. Wir laden Sie herzlich am 3. April um 18:30 Uhr ein, mit uns gemeinsam einen Blick auf den aktuellen Stand der Entwicklungen in Deutschland und Europa zu werfen.

Datum: 3. April 2014

Uhrzeit: ab 18:30 Uhr

Ort: Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin

Anmeldung: Hier

Eintritt: Frei

Livestream: Ihr könnt die Veranstaltung hier live mitverfolgen: http://youtu.be/T98zGYVS26M

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Das Schlaue Buch

Die Open Knowledge Foundation UK hat über die vergangenen Monate ein Open Education Handbook erstellt – im Rahmen einer Reihe von Book Sprints, einem komplett kollaborativen Arbeitsprozess. Auch Wikimedia Deutschland hat beim Sprint mitgearbeitet. Fertig ist das Buch noch nicht, es lässt sich jedoch bereits gut lesen. Und im Netz kann es nicht nur bestaunt, sondern auch weiter bearbeitet werden.

Bei so manchem Sprint ist der Weg das eigentliche Ziel. Bild: Ed Schipul CC-BY-SA 2.0 via flickr.com

In einem Book Sprint erstellt ein Team innerhalb von drei bis fünf Tagen kollaborativ ein Buch. Klingt schwer möglich? Mitnichten! Mehrere erfolgreiche Beispiele zeigen, dass es geht, so zum Beispiel das frei lizensierte L3T – Lehrbuch für Lehren und Lernen mit neuen Technologien, das 2013 in einem Book Sprint runderneuert wurde. Und über dessen Runderneuerung ebenfalls ein Buch geschrieben wurde. Letzteres steht allerdings unter der nicht-freien CC-BY-NC-ND-Lizenz, die weder Bearbeitung noch kommerzielle Weiterverbreitung erlaubt.

Ein anderes aktuelles Projekt ist das Handbuch Gemeinsam Forschen und Publizieren mit dem Netz, das im März im Rahmen der CeBit entstehen soll. Beteiligt sind in erster Linie Angehörige des Leibniz-Forschungsverbunds Science 2.0.

“Book Marathon” – der lange Sprint zum Open Education Handbook

Momentan entsteht in einer Serie von Book Sprints ein Open Education Handbook. Leitende Organisation ist die Open Knowledge Foundation. Ziel ist, ein umfassendes Handbuch zu schaffen, das sich in erster Linie (aber nicht ausschließlich) mit Freien Bildungsmaterialien beschäftigt. Einer der Book Sprints fand im November 2013 in Kooperation mit Wikimedia Deutschland in Berlin statt. Mit dabei: Etwa 25 Teilnehmende aus Großbritannien, Indien, Polen, den Niederlanden und Deutschland. Hier berichtet die Open Knowledge Foundation in ihrem Blog über den Sprint.

Dabei wäre das Wort “Marathon” passender: Der Prozess läuft bereits seit September 2013 und ist bis zum Oktober 2014 geplant. Bis zum ersten fertigen Buch wird also noch viel Wasser die Spree hinabfließen. Der Vorteil dabei ist allerdings, dass so eine große Zahl an Personen an dem Buch mitwirken kann. Dabei ist es nicht einmal nötig, zu einem der Sprints zu erscheinen: Wer an dem Buch weiter arbeiten möchte, kann dies hier einfach online tun.

Das Buch wird mit der Open-Source-Plattform Booktype erstellt. Und: Es steht unter der CC-BY 3.0-Lizenz und ist damit frei lizensiert. Das heißt: Alle können das Buch weiter verwenden und bearbeiten, solange sie Autorenname(n), Quelle und Lizenz nennen. Mehr Einschränkungen gibt es nicht.

Das Buch ist noch lange nicht fertig, auch wenn bereits sehr viele Inhalte zusammen gekommen sind – hier das bisherige Ergebnis. Und die Arbeit geht weiter: Zuletzt wurde eine portugiesische Version des Buches in Angriff genommen.

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Berlin als Vorreiter für Freie Bildungsressourcen?

Sollen Freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, kurz OER) Teil der Berliner Bildungslandschaft werden? Und wie könnten konkrete Lösungen aussehen? Darüber diskutierte am 9. Dezember der Ausschuss für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit des Abgeordnetenhauses Berlin. Zu den anwesenden Sachverständigen zählte neben Vertretenden der Schulbuchverlage, iRights, der HTW Berlin und des Philologenverbandes auch Sebastian Horndasch als Vertreter von Wikimedia Deutschland. Ein Sachstandsbericht. [Update 06.01.13: Protokoll steht online]

Thema OER: Alle politischen Farben sind an Bord. Zumindest in Berlin. Foto: Guillermo Viciano CC-BY-SA via flickr.com

Langsam gewinnt das Thema Freie Bildugsressourcen an Fahrt. Im September führten wir mit der OER-Konferenz die erste Großveranstaltung zum Thema in Deutschland durch. Im Herbst startete die EU-Kommission mit Opening Up Education eine Initiative, die die breite Einführung von OER im Bildungsbereich zum Ziel hat. Und in Berlin gibt es jetzt eine Länderinitiative zu OER in Deutschland, die eine reale Chance auf eine praktische Umsetzung hat. Man reibt sich überrascht die Augen: Hier sind nicht nur die Piraten und die Grünen für die Initiative; auch die Fraktionen von CDU und SPD stehen hinter einem Pro-OER-Antrag.

Aber erzählen wir die Geschichte von Beginn an. Den Anfang machten die Piraten. Im März 2013 beantragten sie, dass der Senat die Implementierung von OERs prüfen solle (Drucksache 17/0888). Eine wunderbare Sache, aber für sich noch keine große Nachricht: Piratenanträge werden häufig von der Mehrheit abgeschmettert. Nicht so in Berlin. SPD und CDU reagierten im August mit einem eigenen Antrag zum Thema (Drucksache 17/1130). Dieser enthielt ebenfalls einen Prüfungsauftrag – allerdings verbunden mit einer über den Piratenantrag hinaus gehenden klaren Botschaft:

Der Senat von Berlin wird aufgefordert, das Prinzip von offenen digitalen Bildungsressourcen (sog. „Open Educational Resources“) in der schulischen Bildung umzusetzen.

Ein Satz, der sitzt. Ein vielversprechender Anfang. Leider enthält der Antrag im Weiteren auch aus unserer Sicht kritische Passagen: So nennt er Schulbuchverlage als mit einzubeziehende Partner, nicht aber Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen. Auch ist zwar die Rede von Creative Commons Lizenzen, nicht jedoch davon, welche genau gewählt werden sollen. Aber beides scheinen lösbare Details zu sein.

Viel Rückenwind für OER: Die Anhörung

Am 9. Dezember nun diskutierte der Ausschuss für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit des Abgeordnetenhauses über beide Anträge – hier das Protokoll. In unserer Stellungnahme (hier als PDF) forderten wir zweierlei:

1. Durch das Land Berlin kuratierte OER sollten der Open Definition genügen, also sowohl veränderbar sein, als auch eine kommerzielle Nachnutzung zulassen. Wir schlagen dabei CC-BY-SA vor.

2. Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen sollten in den Beratungsprozess zu OER miteinbezogen werden.

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