Posts Tagged ‘Open Education’



Koalitionsvertrag Nordrhein-Westfalen: Schulfreiheitsgesetz geplant – freie Bildung und Open Source ausgespart!

Anlässlich der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat das Bündnis Freie Bildung, bei dem WMDE Partner ist, Wahlprüfsteine mit Fokus auf freie Bildung an alle im Landtag vertretenen Parteien verschickt. Nun hat das Bündnis den Koalitionsvertrag im Hinblick auf die Antworten analysiert. Dieser Text erschien zunächst am 11.7. im Blog des Bündnis Freie Bildung.

Die Köpfe der schwarz-gelben Koalition: Achim Laschet (CDU) & Christian Lindner (FDP) Foto: 2017-05-14 NRW Landtagswahl by Olaf Kosinsky-248, CC BY-SA 3.0

Bereits die Auswertung unserer Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in NRW hat deutlich gemacht, dass weder die CDU noch die FDP die Weiterverbreitung von OER und Open Software im Bildungsbereich als besonders wichtiges Thema ansehen. Auch wenn die Antworten der CDU in NRW verhältnismäßig kurz ausgefallen sind, bleibt festzuhalten, dass sich beide Parteien zwar in einem gewissen Maß mit der Einführung freier Bildungsmaterialien beschäftigen. Die “grundlegende Befürwortung” freier Bildungsmaterialien beider Parteien ist aber wenig stichhaltig unterfüttert. Konkrete Maßnahmen, wie Lehrende bei der Erstellung und Verbreitung von OER unterstützt werden können, fehlen. Um OER und damit Freies Wissen jedoch praktisch in der Bildung zu verankern, bedarf es ressourcenunterlegter Projekte und eines konkreten Auftrags an Verwaltung und landeseigene Bildungsinstitutionen.

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Open Everything – Der 15. Wikimedia-Salon „Das ABC des Freien Wissens“

Moderiert wurde der Abend von Michelle Thorne (Mozilla Foundation), die auch 2008 schon bei „Open Everything“ dabei war. Bild: Denis Schroeder (WMDE), Michelle Thorne at Wikimedia Salon Open Everything 2, CC BY-SA 4.0.

„Open“ ist heute in vielen Bereichen ein wichtiges Thema. Inhalte, die anderen Menschen frei zur Verfügung gestellt werden, damit sie kreativ für verschiedene Zwecke genutzt werden können, sind nicht nur Gegenstand theoretischer Debatten, sondern werden schon in unterschiedlichen Zusammenhängen praktisch genutzt. Ziel des Wikimedia-Salons „Das ABC des Freien Wissens“ am 6. April 2017 war es zu zeigen, dass „Open Everything“ schon heute viel mehr ist, als nur eine abstrakte Idee.

Bereits 2008 hatte die Diskursgestalterin Christine Kolbe gemeinsam mit der Kulturproduzentin Andrea Goetzke und anderen aus dem Umfeld des Newthinking Store eine Reihe von Veranstaltungen in Berlin initiiert, die Teil einer globalen Diskursinitiative mit dem Titel „Open Everything“ waren. [1] Im Zentrum stand die Frage, was hinter dem Schlagwort „open“ steckt, mit dem sich viele Initiativen  bezeichnen.

Angelangt beim Buchstaben O nutzten wir mit der 15. Ausgabe des Wikimedia-Salons die Gelegenheit, nach fast zehn Jahren zurückzublicken und zu resümieren, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Eingeladen waren dazu Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Open-Initiativen – von Open Source Software über Open Data bis zu Open Science. In kurzen Vorträgen, die auf der Webseite des Wikimedia-Salons als Video zur Verfügung stehen, gaben die Gäste Einblicke in die Entwicklung einzelner Initiativen und Projekte, in Erfolge und Misserfolge der vergangenen Zeit. Zu den Gästen gehörte auch Christine Kolbe, die zunächst einmal feststellen musste: „Klar ist das auch ein bisschen Klassentreffen hier, aber es sind auch immer viele neue Leute da. Und die Initiativen wachsen und professionalisieren sich in vielen, vielen Bereichen.“

 

O wie Open

Was „open“ bedeutet, an dieser Definition hat die Open Knowledge Foundation (OKF) gearbeitet: „Wissen ist offen, wenn jedeR darauf frei zugreifen, es nutzen, verändern und teilen kann – eingeschränkt höchstens durch Maßnahmen, die Ursprung und Offenheit des Wissens bewahren.“ Weiterlesen »

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Das Ende des Schulbuchs?

Im letzten Teil der Beitragsreihe zum Programm der OER-Konferenz 2014 setzt Tim Schmalfeldt den Fokus auf den dreiteiligen Workshop über die Zukunft des Schulbuchs von Matthias Bock, Dr. David Klett und Dr. Ilias Körner-Wellershaus. Hierbei sollen die Teilnehmerin und Teilnehmer die Chance bekommen über ihre Vorstellungen von Schulbüchern und Bildungsmaterialien zu diskutieren. Im Weiteren greift Sarah Behrens die Herausforderung gesellschaftlicher Beteiligung am bildungspolitischen Diskurs über ein gemeinsames Verständnis von offener Bildung auf, welche in dem Vortrag von Dr. Anja Wagner und Dr. Markus Deimann auf der OERde14 diskutiert wird.

Offene Bildungsressourcen in der Schule

Tim Schmalfeldt über den Workshop von Matthias Bock, Dr. David Klett und Dr. Ilias Körner-Wellershaus  „ Zukunft des Schulbuchs ­- Verlage, freie Lizenzen und die Realität im Unterricht? Workshop: Lehrer stellen Verlage und Politik auf die Probe“.

Kontroversität und Konsensfindung sind Grundprinzipien der politischen Bildung. Und ein Konsens ist nur dann tragfähig, wenn möglichst viele Gruppen an der Meinungsbildung beteiligt werden. In diesem Workshop kommen nicht nur OER-Anhänger zu Wort. Verlage, Lehrerinnen und Lehrer und Politik finden sich zusammen, um über nicht weniger als die Zukunft des Schulbuchs zu diskutieren.

“Going open (education)”, Bild von Jtneill, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Dabei geht es zunächst darum, sich mit wichtigen Fragen auseinanderzusetzen: Können die hohen Qualitätsstandards, die Schulbuchredakteure gewährleisten, auch bei offenen Materialien gesichert werden? Birgt die staatliche Unterstützung von OER die Gefahr „staatlich verordneter“ Materialien? Ist es gerechtfertigt, dass Schulbuchverlage alle Rechte für ihre Materialien beanspruchen, auch wenn diese wesentlich aus den Landeshaushalten finanziert werden? In einem weiteren Schritt soll dann nach Lösungen für die vielfältigen Herausforderungen gesucht werden, die mit einer Verankerung von offenen Bildungsressourcen im Feld Schule einhergehen.

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Das Schlaue Buch

Die Open Knowledge Foundation UK hat über die vergangenen Monate ein Open Education Handbook erstellt – im Rahmen einer Reihe von Book Sprints, einem komplett kollaborativen Arbeitsprozess. Auch Wikimedia Deutschland hat beim Sprint mitgearbeitet. Fertig ist das Buch noch nicht, es lässt sich jedoch bereits gut lesen. Und im Netz kann es nicht nur bestaunt, sondern auch weiter bearbeitet werden.

Bei so manchem Sprint ist der Weg das eigentliche Ziel. Bild: Ed Schipul CC-BY-SA 2.0 via flickr.com

In einem Book Sprint erstellt ein Team innerhalb von drei bis fünf Tagen kollaborativ ein Buch. Klingt schwer möglich? Mitnichten! Mehrere erfolgreiche Beispiele zeigen, dass es geht, so zum Beispiel das frei lizensierte L3T – Lehrbuch für Lehren und Lernen mit neuen Technologien, das 2013 in einem Book Sprint runderneuert wurde. Und über dessen Runderneuerung ebenfalls ein Buch geschrieben wurde. Letzteres steht allerdings unter der nicht-freien CC-BY-NC-ND-Lizenz, die weder Bearbeitung noch kommerzielle Weiterverbreitung erlaubt.

Ein anderes aktuelles Projekt ist das Handbuch Gemeinsam Forschen und Publizieren mit dem Netz, das im März im Rahmen der CeBit entstehen soll. Beteiligt sind in erster Linie Angehörige des Leibniz-Forschungsverbunds Science 2.0.

“Book Marathon” – der lange Sprint zum Open Education Handbook

Momentan entsteht in einer Serie von Book Sprints ein Open Education Handbook. Leitende Organisation ist die Open Knowledge Foundation. Ziel ist, ein umfassendes Handbuch zu schaffen, das sich in erster Linie (aber nicht ausschließlich) mit Freien Bildungsmaterialien beschäftigt. Einer der Book Sprints fand im November 2013 in Kooperation mit Wikimedia Deutschland in Berlin statt. Mit dabei: Etwa 25 Teilnehmende aus Großbritannien, Indien, Polen, den Niederlanden und Deutschland. Hier berichtet die Open Knowledge Foundation in ihrem Blog über den Sprint.

Dabei wäre das Wort “Marathon” passender: Der Prozess läuft bereits seit September 2013 und ist bis zum Oktober 2014 geplant. Bis zum ersten fertigen Buch wird also noch viel Wasser die Spree hinabfließen. Der Vorteil dabei ist allerdings, dass so eine große Zahl an Personen an dem Buch mitwirken kann. Dabei ist es nicht einmal nötig, zu einem der Sprints zu erscheinen: Wer an dem Buch weiter arbeiten möchte, kann dies hier einfach online tun.

Das Buch wird mit der Open-Source-Plattform Booktype erstellt. Und: Es steht unter der CC-BY 3.0-Lizenz und ist damit frei lizensiert. Das heißt: Alle können das Buch weiter verwenden und bearbeiten, solange sie Autorenname(n), Quelle und Lizenz nennen. Mehr Einschränkungen gibt es nicht.

Das Buch ist noch lange nicht fertig, auch wenn bereits sehr viele Inhalte zusammen gekommen sind – hier das bisherige Ergebnis. Und die Arbeit geht weiter: Zuletzt wurde eine portugiesische Version des Buches in Angriff genommen.

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