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Wikimedia traf die „School of open“

Das erste Treffen der deutschen „Schoo of Open“ -Community fand am 2.3.2013 bei Wikimedia Deutschland statt. Der Verein zur Förderung Freien Wissens und Creative Commons luden dazu ein, sich einen Tag lang aktiv mit der „School of Open“, einer Initiative der P2PU-Universität und Creative Commons, zu beschäftigen. Ziel des Treffens war es:

Gemeinsam mit euch wollen wir einen Tag lang intensiv an dem Ausbau der bisherigen Kurse arbeiten. Es dreht sich daher alles um Tools und Themen rund um den freien Zugang zu Wissen. Jeder kann Kurse neu erstellen und übersetzen – aber am besten geht es gemeinsam. Nach einem kurzen Input von Creative Commons legen wir dann los mit der Arbeit. Also bringt eure Ideen und Themen mit und lasst uns gemeinsam unser Wissen teilen! (siehe Wikimedia Blog vom 15.2.2013)

Und los gings! Beeindruckend war die Begeisterung aller Teilnehmenden von Beginn an. Alle wollten direkt loslegen, um die Debatte um Open Educational Ressources in Deutschland voranzubringen. Nach einer Vorstellungsrunde und einer Einführung von Elly Köpf (WMDE) und John Weitzmann (CC) begann die Arbeit in Kleingruppen. Folgende Themen wurden für die Gruppenarbeit gefunden:

1. Wikimedia Commons ist die größte Freie Bilddatenbank. Viele sind jedoch unsicher in der Nutzung. Daher die Idee einen Kurs zu erstellen, der erklärt, wie man Dateien auf Wikimedia Commons hochlädt und was man beachten muss:
2. Viele Lehrer wissen nicht was OER ist und warum das für die Lehre wichtig sein könnte:
Wie kommt OER also in die Schule? Hier gab es die Idee einenOER-Erklärkurs zu machen, was die Vorteile angeht.
3. Der bereits bestehende Kurs „Coyright for educators“  sollte übersetzt werden.
(Am Ende wurde er nicht umgesetzt, da anstatt dessen lieber 4. weiter verfogt wurde)
4. Als wichtig erachtet wurde es, einen Meta-Kurs auf Deutsch zu erstellen, der erklärt „Wie mache ich einen Kurs auf P2PU?“
Idee: „Übersetzen How to make a P2PU-course“. Hier ist noch einiges zu tun!
Das Fazit des Tages sieht folgender Maßen aus:

„School-Of-Open-Workshop WMDE“ by Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

  • Es ist einfach und macht echt Spaß!
  • Es sind 3 neue Kurse angelegt worden.
  • Es gibt noch viel zu tun! Kurse können ergänzt und übersetzt werden.
  • Wärend der Open Education Week wird die school of Open weiter Fahrt aufnehmen!
  • Das nächste Treffen der school of open wird im Rahmen des „Hive„-Berlin am 10.4.2013 in der Open Knowledge Foundation stattfinden
  • Die ersten 3 Kurse werden zur School of Open angemeldet
  • Hier könnt ihr alle News mitbekommen!
  • Hier könnt ihr mit diskutieren und euch vernetzen!
  • Und ganz wichtig zu Beginn eines neuen Projekts: Ihr könnt auch Bugs berichten! So wie wir am Samstag.
Es gibt noch viel zu tun und wir hoffen, dass wir mit diesem ersten Schritt dazu beitragen konnten das Thema Freie Bildungsinhalte in Deutschland voranzubringen! Weitere Informationen dazu, was wir an dem Tag besprochen haben findet ihr im Pad. Weitere Infos zum Thema OER in diesem Jahr noch so planen findet ihr auf unserer Projektseite. Bis bald also!
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Wikimedia trifft die “School-Of-Open”

Open Educational Resources, also Freie Bildungsinhalte, werden in Deutschland derzeit viel diskutiert. Es wird in diesem Rahmen auch über Plattformen zum Mitmachen gesprochen, doch bislang sind die Angebote für Online-Kurse auf Deutsch noch sehr begrenzt. Das wollen wir ändern!

Wikimedia Deutschland setzt sich für die Förderung Freien Wissens ein. Im Bereich Bildung + Wissen beschäftigen wir uns in diesem Jahr intensiv mit dem Thema “Open Educational Resources” und dabei natürlich auch mit der kollaborativen Erstellung freier Inhalte. Nähere Informationen finden sich dazu in unserer Projektplanung für 2013, zu der Feedback und Anmerkungen immer willkommen sind. Wichtig ist es uns, Menschen zu vernetzen und über die Nutzung freier Inhalte aufzuklären. Gerade im Bildungsbereich gewinnen Formate zum Selbstlernen an Bedeutung. Bildung findet längst nicht mehr nur in Schulen statt, sondern ist ein Experimentieren und Hinterfragen klassischer Bildungsstrukturen und die aktive Partizipation und aktive Wissensaneignung geworden.

Beginnen wollen wir das Jahr daher mit einem Workshop gemeinsam mit Creative Commons und der Initiative “School of Open” ! Die Initiative von Creative Commons und der Peer-2-Peer University (P2PU) hat das Ziel, Onlinekurse zu entwickeln, die dabei helfen, freie Inhalte und Tools zu erstellen, zu nutzen und weiterzuentwickeln. Es gibt bereits englische Kurse zu Wikipedia und zur Nutzung freier Inhalte, aber bislang noch nichts auf Deutsch. Auch zum Thema „Freie Bildungsinhalte“ ist noch nichts in den Kursen vertreten. Es gibt also noch viel zu tun. Im Rahmen der Open-Education-Week kann dann weiter daran gearbeitet werden.

Gemeinsam mit euch wollen wir einen Tag lang intensiv an dem Ausbau der bisherigen Kurse arbeiten. Es dreht sich daher alles um Tools und Themen rund um den freien Zugang zu Wissen. Jeder kann Kurse neu erstellen und übersetzen – aber am besten geht es gemeinsam. Nach einem kurzen Input von Creative Commons legen wir dann los mit der Arbeit. Also bringt eure Ideen und Themen mit und lasst uns gemeinsam unser Wissen teilen!

Links:
https://p2pu.org/en/schools/school-of-open/
http://creativecommons.org/weblog/entry/33041

Wann:  Samstag 2.3.2013, 11.00 – 16.00 Uhr

Was: Offener Workshop

Wer: Wikimedia Deutschland, Creative Commons Deutschland, Begeisterte Förderer Freien Wissens, die Lust haben ihr Wissen zu teilen

Wo: Obentrautstraße 72, 10963 Berlin
Anmeldung bitte bis zum Mittwoch 27.2.3013 per Mail

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Die Suche nach einer „Kultur des Teilens“

In den meisten Klassenzimmern herrscht immer noch Unklarheit darüber, was Wikipedia ist und wie man damit als Lehrer umgehen soll. Auch in Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem Thema Freien Wissens wird das fehlende Verständnis für gemeinschaftlich erstellte Inhalte immer wieder deutlich. Am 1. Februar 2013 hat die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Mabb) gemeinsam mit Partnern eine Veranstaltung zum Thema „Freier Wissenszugang im Internet“ durchgeführt, eine eintägige Fortbildungsveranstaltung für Lehrende und Multiplikatoren aus dem Bereich der schulischen Bildung. Etwa 80 Teilnehmende kamen zusammen und diskutierten über Fragen rund um das Themenfeld „Freie Inhalte“ und „Open Educational Resources“. Unter den Partnern waren, neben Wikimedia Deutschland, auch IRights, die Bundeszentrale für Politische Bildung und das Land Brandenburg. Die Veranstaltung gewann durch einen besonders innovativen Rahmen, der sich deutlich von üblichen Fortbildungsveranstaltungen abhob: Partner aus der Praxis und aus dem theoretischen Umfeld boten Themen-Tische an, zu denen sich die Teilnehmer gruppierten. Das Format ermöglichte eine Auseinandersetzung mit allen Themen und einen regen Austausch.

Wikimedia Deutschland hat sich in diesem Jahr das Ziel gesetzt, Akteure im Themenfeld der Open Educational Ressources (dt: Freie Inhalte im Bildungsbereich) zu vernetzen. In diesem Rahmen nutzten wir diese Chance dazu, uns zu Beginn gleich einmal den Input der Lehrenden direkt zu holen. Ein erster Schritt dazu fand hier statt! Weitere werden folgen. An unserem Tisch zu „Freiem Wissen im Unterricht“ wurde an diesem Tag, nach einem kurzen Input, im Wesentlichen über zwei Fragen diskutiert: Zum einen über das (fehlende) Problembewusstsein der Lehrenden und zum anderen über die Frage wo man denn nun diese „Freien Inhalte“ eigentlich finden kann.

Die „Kultur des Teilens“

Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

Bei vielen Lehrern herrscht noch immer die Vorstellung alles was im Internet stehe, sei doch „frei“ verfügbar und damit „frei“. „Wo sei denn da das Problem?“, fragte einer der Lehrenden. Alle Teilnehmenden zeigten sich jedoch sehr interessiert an den Merkmalen Freien Wissens und den Creative Commons Lizenzen. Fasst man die Beobachtungen zusammen, so wird deutlich, dass die Idee, Inhalte durch einen gemeinschaftlichen Prozess zu verbessern, immer noch nicht im schulischen Kontext angekommen ist. Im Kern bleibt somit die Feststellung, die sich in jedem Kontakt mit Lehrenden wiederholt, der Mehrwert kollaborativ erstellter Freier Inhalte bleibt der derzeitigen Lehrsituation fremd. Zu unserer Frage, wie „Freie Inhalte im Unterricht“ genutzt werden können, ergab sich eine Diskussion, die diese Beobachtung unterstrich. Unter dem Schlagwort „Wissen verändern, verändertes Wissen“ wurde deutlich, dass eine Auseinandersetzung mit Freien Lizenzen und Freiem Wissen immer auch zu der Frage führt, was Bildung eigentlich bedeutet und welchen Stellenwert der Bildung in der heutigen Zeit eingeräumt werden sollte. Ist es der „rote Faden“? Ist es Inhalt? Die Idee Freien Wissens kann für die Schule in jedem Fall bedeuten, sich für kollaborative Prozesse (ob mit oder ohne Internet) zu öffnen.

Vom Suchen und Finden

Aber auch wenn Lehrer bereit sind, Freies Wissen in den Unterricht einzubinden, so ergeben sich immer noch einige Hürden. Es ist sehr schwer für Lehrende, eine korrekte Angabe sicherzustellen und Freie Inhalte im Internet zu suchen. Gerade die Lehrenden, die sich gerne mehr mit Freien Inhalten beschäftigen möchten, bekommen hier bislang nur wenig Unterstützung. Erweiterte Sucheinstellungen, Wikimedia Commons oder CC-Search, sind kaum bekannt. Die Forderungen der Anwesenden waren eindeutig: Mehr Aufklärung zu Urheberrecht und Mediennutzung in der Lehrerausbildung und eine leichtere Handhabung freier Inhalte. Ein fehlendes Problembewusstsein der Lehrenden wird immer wieder sichtbar und damit auch die Frage danach, wie ein solches Problembewusstsein entstehen kann. So lange sich Lehrende in der rechtlichen Grauzone sicherer fühlen, als in der Nutzung Freier Inhalte, wird die Debatte nicht zu einer aktiven Umsetzung führen.

 

Was nimmt man aus einem so intensiven Tag mit? Im schulischen Bereich mangelt es an einem Verständnis für Quellennutzung, Recherche und Urheberrecht. So lange das nicht bereits in der Lehrerausbildung thematisiert wird und keine Förderung „kollaborativer Arbeitsformen“ in der Schule stattfindet, bleibt es für die Einbindung Freier Inhalte in der schulischen Bildung schwer.  Auf politischer Ebene muss sich zum einen die Fortbildung von Lehrenden auf einer breiten Ebene verändern, zum anderen ist der Themenschwerpunkt der „kritischen Medienkompetenz“ im schulischen Bereich ein wichtiger erster Schnitt für eine aktive Auseinandersetzung mit Inhalten im Netz. Die Förderung von Freiem Wissen und damit auch Open Educational Ressources darf damit nicht dem Einzelnen überlassen werden, sondern muss von staatlicher Seite unterstützt werden.

 

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Schulbuch-o-Mat – Ein Freies Schulbuch im Selbstversuch

By Jkadavoor, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

„Ein Schulbuch unter einer freien Lizenz sollte man mal machen, in einem Bundesland anwendbar sollte es sein und am besten gemeinsam von vielen erarbeitet werden sollte es“, sagten die einen. – „Aber nein, ohne einen Verlag dahinter ist so ein Projekt gar nicht möglich!“ sagten die anderen.

Der Wunsch nach einem Best-Practice-Beispiel durchzieht die deutsche Debatte um Open Educational Resources (OER) und das davon konkret betroffene klassische Schulbuch seit Beginn diesen Jahres. Nun haben sich Heiko Przydhodnik und Hans Wedenig dieser großen Aufgabe ein Freies Schulbuch (unter Creative Commons -Lizenz cc-by) zu verfassen, angenommen.

Ihr Thema: Die Biologie! Seit dem 14.11.2012 haben sie begonnen, Spenden für ihr Vorhaben, ein Freies Schulbuch für die 7./8. Klasse innerhalb des Rahmenlehrplans der Sek1 Berlin zu sammeln. Innerhalb kurzer Zeit berichteten Netzpolitik und andere Medien über ihr Vorhaben. Auf die Berichte müssen nun Taten folgen, um dieses Projekt zu einem erfoglreichen Ende zu bringen, denn es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Wikimedia Deutschland unterstützt dieses Vorhaben daher mit 500€ und dem Aufruf um weitere Unterstützung.

Warum spenden? Für Wikimedia begründet sich das mit dem Vereinsziel, Freies Wissen in der Gesellschaft zu fördern. Dies steht hinter allem was wir tun. Aber einige Gründe können für viele gelten: Der Themenbereich Open Educational Resources bietet nun einen konkreten und wirkungsmnächtigen Anlass, das Ziel Freien Wissens im Alltag der Menschen zu verankern. Freie Bildung ist eine zentrale Schnittstelle dafür. Innerhalb diese Themenfeldes bietet das Freie Schulbuch ein ganz konkretes Beispiel, den Mehrwert und die Chancen Freier Inhalte für alle sichtbar zu machen und Nachahmungseffekte auf breiter Basis auszulösen. An die Erstellung des Buches knüpfen sich natürlich eine ganze Reihe weiterer Themen, die sich rund um Aufklärung und Unheberrechtsfragen ranken. Grundlage aller weiterer Schritte bleiben jedoch Initiativen einzelner Vorreiter.

Was nun? Das Projekt ist gerade erst gestartet, immernoch fehlt der Großteil der benötigten 10.000€. Unter den bisherigen Unterstützern finden sich bereits bekannte OER-Vertreter ebenso wie Lehrer und Eltern. Wir können nur dazu aufrufen, sich an dieser Initiative zu beteiligen, um der Freiheit der Bildungsmaterialien ein Zeichen zu setzen.Wer kein Geld geben kann, der kann auch direkt mit den beiden Initiatoren in Kontakt treten und anderweitig helfen. Jede Hilfe ist wilkommen!

Und was wenn …? Ein solches Pilotprojekt ist natürlich nicht gefeit davor, dass es scheitert. Dessen sind sich alle bewusst. Aber hätten sich die Autoren hinter der Wikipedia diese Frage zu Anfang allzu oft gestellt, gäbe es Wikipedia heute sicher nicht. Frei nach der Devise der Wikipedia wünschen wir dem Projekt demnach alles Gute und hoffen, dass es viele weitere Unterstützer (egal ob finanziel oder auf anderen Wege) findet: Seid mutig!

PS: Und wer weiß, vielleicht ist es auch ein Bild aus Wikimedia Commons, dass schon ein erster Schritt sein kann ...

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Freie Inhalte in der Schule: Willst du noch oder teilst du schon?

Skizze OER-Motivationsfilm, Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

Am Wochenende trafen sich in Ilmenau beim EduCamp wieder einmal Lehrer, Bildungsaktivisten und Querdenker, um über Bildung in Zeiten des Web 2.0 zu diskutieren. Die dortigen Gespräche bieten einen guten Anlass, die dort angesprochenen Facetten rund um Open Educational Resources (OER) auf praktischer Ebene einmal zusammenzufassen.

Im Anschluss an das OER-Camp vor zwei Monaten in Bremen lag der Schwerpunkt meiner Gespräche diesmal auf der Frage, wie jeder Einzelne das Thema Open Educational Resources voranbringen kann. Gleich zu Beginn des Camps fand sich eine bunte Gruppe interessierter Pädagogen zusammen, um ein Konzept für einen OER-Motivationsfilm zu erarbeiten. Basierend auf den Ergebnissen des Wettbewerbs „Why Open Education matters?“ von Creative Commons (bisher nur auf Englisch vorhanden) haben wir uns über Chancen und Hinderungsgründe an der Beteiligung an OER ausgetauscht und einen ersten Entwurf für eine Skizze erarbeitet. Wer die Ideen weiterspinnen will, der tue das. Ganz im Sinne kollaborativen Arbeitens freuen wir uns über eine Weiterentwicklung und Umsetzung.

Willst du noch …?

Bei der Erarbeitung der Motivationsskizze wurden Hinderungsgründe gesammelt, die Lehrende davon abhalten ihre Inhalte freizugeben. Genannt wurden:

  1. Angst: Sowohl vor dem Abmahnwesen der Verlage als auch vor der Rückmeldung der Kollegen
  2. Unkenntnis über Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und sonstige rechtlichen Fragen.
  3. Vermischung von digital verfügbar und rechtlich frei weiterverwendbar: Es besteht oftmals der Eindruck, dass es doch schon viele „frei verfügbare“ Materialien im Netz gibt.  Warum man selbst auchnoch Inhalte freigeben sollte erscheint daher (s.o.) als unlogisch.
  4. Remix: Unklarheit über die Frage wo ein neues Werk beginnt und wie weit ein bestehendes geschützt ist.
  5. Mentalität zu teilen: Der Mehrwert kollaborativen Arbeitens ist bei Lehrenden noch wenig praktiziert. „Andere nutzen meine Inhalte und sehen dann, wo meine Schwächen liegen“ anstatt einer positiven Sicht auf das gemeinsame Weiterbearbeiten.

… oder teilst du schon?

Skizze zu OER (Ausschnitt), Ralf Appelt, CC-BY-NC-SA 3.0

Auch Chancen von OER wurden in der Session gesammelt:

  1. Aktualität der Inhalte durch die Bearbeitbarkeit gegenüber Schulbüchern
  2. Niedrige Kosten bei der Beschaffung als Lehrer
  3. Mehr Zeit für Methodenplanung
  4. Virtuelles Teamwork: Die Förderung der Idee, sich beim gemeinsamen Arbeiten weiterzuentwickeln
  5. Längerfristige Zeitersparnis durch mehr Vielfalt an Inhalten (Remix)
  6. Remixen mit Schere und Klebstift ist bereits Praxis

Aufbauend auf diesem Start ins Wochenende teilte sich das weitere Wochenende in die Aspekte „erstellen und weiterverwenden“ und „Finden“ freier Inhalte.

Erstellen und weiterverwenden

In der samstäglichen Session zu dem freien Lehrbuch der Initiative „L3T“ wurde Aspekt der Erstellung die Problematik des Formats angesprochen. Ein als PDF vorliegendes Lehrbuch wird, trotz freier Lizensierung, als geschlossenes Buch wahrgenommen und der Gedanke „Bücher zu zerschnippeln“ sei doch eher unüblich. Probleme der Weiterverwendung wurden am Sonntag in der Session „Du darfst…“ aufgegriffen. Idee der Session war es, Lehrenden aufzuzueigen was sie konkret mit dem bestehenden Urheberrecht und der Creative Commons-Lizenzen tun dürfen. Weg vom Verbot hin zur Ermutigung! Hier wurde zugleich das Potential einer positiven Herangehensweise sichtbar. Zum Beispiel: Lehrer, die selbst Inhalte frei lizensieren können auf den von Creative Commons angebotenen Lizenzgenerator zurückgreifen. In wenigen Abfrageschritten wird hier die gewünschte Lizenz ermittelt.

Ein Beispiel für die kollaborative Erarbeitung von Onlineinhalten wurde in einer abendlichen Runde am Beispiel von Wikiversity und dem ZUM.Wiki diskutiert. Beide Plattformen unterstützen Lehrer dabei Freie Inhalte kollaborativ zu entwicklen und beide Plattformen suchen nach Unterstützung. Ein auf beiden Plattformen aktiver Benutzer erzählte von seinen Erfahrungen und brachte sein Problem in der Arbeit mit Wikiversity auf den Punkt: Die komplizierte und daher fehlende Einbindung von Multimediainhalten. Aus seiner Sicht sind gerade Videos eine wichtige Säule beim onlinebasierten Lernen 2.0. Das Gespräch endete damit, dass der Wunsch geäußert wurde gegenseitig stärker voneinander zu profitieren. Wie dies geschehen kann, liegt jedoch in der Hand der aktiven Autoren.

Weitere Tipps zum Erstellen freier Inhalte finden sich außerdem in dem parallel zum EduCamp veröffentlichten Dossier zu Open Educational Resources von pb21.

Finden

Auch die Frage wie ein Lehrer freies Material finden und wie er seine eigenen Inhalte auffindbar machen kann, beschäftigte einige beim EduCamp. Ein spannendes Beispiel bietet hier die Verwendung von Tags, die Inhalte im Netz kategorisieren und damit auffindbar machen. Die schlichte Idee freie Inhalte auffindbar zu machen indem sie mit maschinenlesbaren Lizenzen versehen werden, kann große Wirkung erzielen. Auf der Webseite zu EduTags wird erklärt wies geht! Ein weiterer Aspekt, der für das Auffinden Freier Inhalte für Lehrer hilfreich ist, ist die erweiterte Suchfunktion der großen Suchmaschinen, die man hier im Überblick findet. Für die Unterrichtsvorbereitung mit Freien Inhalten, empfiehlt sich ebenfalls ein Blick in die komplett frei lizensierten Wikimediaprojekte Wikimedia Commons (Bilder), Wikisource (Freie Quellensammlung).

Vielen Dank an das Orga-Team des EduCamps Ilmenau und die vielen interessanten Gespräche. Abschließend bleibt festzustellen, den meisten Diskussionen rund um OER würde das Thema einer der letzten Sessions gut tun: Ermutigung! Denn jeder kann sich aktiv beteiligen und an der Verbreitung und Erstellung Freier Inhalte mitwirken.

Wer Interesse hat, den Dialog zum Thema OER fortzusetzen, der kann mich gerne persönlich oder per Mail ansprechen. 

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OER – Ein Einblick in die pädagogische Praxis

Jonathasmello, CC-BY 3.0 *

In der pädagogischen Praxis sind Creative Commons-Lizenzen, Freies Wissen oder Urheberrecht leider immernoch Themen mit denen sich Lehrer weder während ihrer Ausbildung noch in der Praxis intensiv beschäftigen müssen. Zum Glück gibt es jedoch eine Menge Lehrer, die Wissensvermittlung in der Lehre als aktiven Prozess betrachten und daher partizipative Methoden dafür einsetzen. Doch selbst diese Lehrer scheinen derzeit durch die „Schultrojaner-Debatte“ und Diskussionen um Open Educational Ressources ( „OER“) verunsichert zu sein.

Am Wochenende wurde im Rahmen des EduCamps in Köln und im Anschluss bei den 13ten Gautinger Internet-Treffen unter Pädagogen, Lehrenden und Koordinierenden über die Fragen Freier Lizenzierung gesprochen und Best-Practice-Ansätze ausgetauscht. Dabei ist klar geworden, dass es nochgroßen Klärungsbedarf gibt.

Die Praxis

Lehrer stehen – oftmals ohne es zu wissen- vor einem Problem: Machen sie sich die Vermischung von Lern- und Lehrmaterialien in Zeiten des Web 2.0 einmal bewusst, so wird die Frage nach dem Urheber und der daraus resultierenden Zitierung immer schwerer zu beantworten. Eine beunruhigende Erkenntnis in den Gesprächen mit den Lehrenden: Unsicherheit und Angst ist bei einer großen Anzahl der Lehrenden ein Hinderungsgrund, sich mit offenen Lehrmaterialien oder den daraus resultierenden kollaborativen Prozessen zu beschäftigen.

Dies wurde für mich in einer Vielzahl an Argumenten sichtbar: Von dem Wunsch nach der „einen richtigen“ Lizenz (so wie im Schulbuch früher)  bis hin zu der Frage, ob man bei Falschverwendung nicht verklagt wird, gab es eine Vielzahl solcher Unsicherheiten, die es zu besprechen galt. Umso erfreulicher jedoch die Beobachtung, dass es oft nur wenig Erläuterung genügte, um Bedenken aus dem Weg zu räumen. Aus der Debatte um richtige Lizenzierung wurde deutlich, dass Aufklärung über Freies Wissen weiterhin eine wichtige Aufgabe ist.

Die Vision: Open Educational Ressources

Die Basis von Open Educational Ressources (im Folgenden OER) umfasst das Spektrum der verschiedenen Creative Commons-Lizenzen. Darüber hinaus ist der Begriff, wie immer wieder deutlich wird, noch sehr unklar in der Definition. Viele denken immernoch, dass „CC“ eine einzige Lizenz ist. Die Creative Commons-Lizenzen sind noch sehr unbekannt unter den Lehrenden, was auf das fehlende Bewusstsein für urheberrechtliche Fragen unter Lehrenden zurückzuführen ist. Ein zweiter Punkt, der noch häufig unklar ist, ist die Tatsache, dass „open“ nicht nur kostenlos bedeutet. Immer wieder kam der Einwand, dass Plattformen, die Ihre Inhalte „frei“ zur Verfügung stellen, doch auch schon OER sein müssten. So lange für das Problembewusstsein für die bisherige Praxis besteht, ist daher auch der Mehrwert Freier Lizenzen schwer zu vermitteln. Im Gespräch mit einem der Teilnehmer, der eine Plattform freier Geschichtsmaterialien pflegt, kamen wir unter anderem auch auf Wikipedia als Freie Ressource zu sprechen:

„Ich habe jetzt (durch die Diskussion) den Mehrwert erkannt: Meine Sicht auf Wikipedia hat sich seit dem um 100% gedreht“ (@segu_geschichte im Real-life)

Deutlich wird damit, dass die Diskussion um OER und die praktische Dimension dahinter zwar noch weit auseinander liegen, aber die Diskussion über Freie Inhalte erstmals öffentlich im Bildungsbereich stattfindet.

Die visionäre Praxis

Besonders bemerkenswert war jedoch in den Gesprächen die große Vielzahl einzelner Akteure, die bereits seit Jahren OER produzieren, Freie Lizenzen verwenden und richtige Verfechter Freien Wissens sind. Aus dieser Beobachtung resultierte dann auch eine zweite Session beim EduCamp zu „Best-Practice“, die ich gemeinsam mit @Gibro und @sondala und einer Gruppe Interessierter bestritt. Die gemeinsamen Ergebnisse haben wir in einem Etherpad gesammelt. Projekte, die bereits freie Inhalte erarbeiten, sind leider noch immer kaum sichtbar und vernetzt. Hier liegt somit eine große Aufgabe für die Zukunft der OER-Bewegung. Von @herrlarbig wie folgt zusammengefasst:

„Sei egoistisch und das hochgradig vernetzt. (Mach dein Ding, rede drüber, kooperiere.) #dialektik #effizienz #oer #ecco12“ (@herrlarbig)

Vernetzung kann, so wurde deutlich, einerseits durch Veranstaltungen wie diese geschaffen werden, eine wichtige Rolle kommt jedoch hierbei auch technischen Features für die computerlesbare Kennzeichnung freier Materialien zu. Die Einblicke in die pädagogische Praxis sind wichtig und können dabei helfen, uns in dem Engagement für Freies Wissen ab und zu zu erden und uns den nach wie vor großen Bedarf der Aufklärung für die Grundbedingungen Freien Wissens zu verdeutlichen.

* Link: CC-BY 3.0

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