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Leonardo Award 2011 für Wikipedia

Foto:Franz Pfluegl/CC-BY-SA
Foto:Franz Pfluegl/CC-BY-SA

Ehrende Aufmerksamkeit von ungewohnter Seite erfuhr Wikipedia am 21. und 22. September in Köln bei der Verleihung des „Leonardo Award für European Corporate Learning“: Diese Auszeichnung für europäische Bildungsprojekte mit Leuchtturm-Charakter wurde stellvertretend für Jimmy Wales an drei Wikipedianer mit Hintergrund im Bereich Bildung und Wissen überreicht. Neben Nando Stöcklin (Schweiz) und Ziko van Dijk (Niederlande) bekam auch ich die Gelegenheit dabeizusein.

Zur Begründung der Auszeichnung hieß es, Wales habe viele Menschen inspiriert, ihre Kreativität aktiv einzubringen und so auch Unternehmen inspiriert, ihre Lernprozesse entsprechend zu verändern. Die dahinterstehende Haltung kollaborativer, ehrenamtlicher und freiwilliger Tätigkeit und die Idee Freien Wissens ist für Unternehmen aber noch immer spürbar ungewohnt. In den Gesprächen rund um die Verleihung wurde deutlich, wie schwierig es für Unternehmen ist, die Phänomene Wikipedia und Freies Wissen vor allem in ihrer sozialen Dimension zu verstehen. Die wichtigste Erkenntnis für mich war, dass Aufklärung und Information über die Grundlagen zu Freiem Wissen und Wikipedia in der Wirtschaft nicht weniger notwendig sind als andernorts. Vielleicht braucht es sie hier sogar mehr, denn die Energien von Unternehmen in der Wikipedia sind oft nicht nur falsch gerichtet, sondern auch besonders groß. Die Frage heisst also nicht, ob man Unternehmen in der Wikipedia haben möchte (haben wir längst), sondern wie man sie adäquat integrieren kann. Für Unternehmen bedeutet es vor allem, den Mut zum Teilen aufzubringen und sich auf partizipative Prozesse einzulassen.

Die möglichen Schnittmengen von Wikipedia und Unternehmen auszuloten und in Diskussionen, Foren und Gesprächen zu thematisieren, das ist eine Aufgabe, die noch viel zu wenig angegangen wird. Die Verleihung dieses Preises ist nicht zuletzt eine Einladung zu einem konstruktiven, aber unumgänglichen und wichtigen Dialog, der für beide Seiten eine Herausforderung darstellen wird. Auf der Wikimania in Haifa hat Christophe Henner von Wikimedia Frankreich sich übrigens bereits Gedanken zu diesem Thema gemacht.

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Umfrage 2011: Wikipedia-Autoren – Wie zufrieden sind sie?

Lang vorbereitet – jetzt ist es soweit: Die Wikipedia-Autorenumfrage 2011 steht unmittelbar bevor.

Anfang Juli startet Wikimedia Deutschland mit Unterstützung der Wikimedia Foundation eine umfangreiche und detaillierte Untersuchung zum Thema der Zufriedenheit von Wikipedia-Autoren. Die durch Manuel Merz realisierte Umfrage setzt eine Vorstudie aus dem Jahr 2009 fort, aus der auf der Wikipedia Academy 2010 bereits überraschende Ergebnisse präsentiert werden konnten (siehe „Wer editiert warum in Wikipedia?“) .

Das Ziel dieser neuen Studie ist es, mehr über die Motivation und die Rollen der Autoren in der Wikipedia zu erfahren. Die zentrale Frage lautet daher: Was motiviert die Autoren der freien Online-Enzyklopädie eigentlich, sich in der Wikipedia zu engagieren und – angesichts momentaner Trends- was hält sie davon ab? Die verschiedenen Autoren-Gruppen mit ihren teils ähnlichen Aufgaben und Rollen werden dabei separat und genau betrachtet, denn nur ein differenziertes Bild der Autorenschaft ermöglicht ihre optimale Unterstützung. Eine wichtige Qualität dieser Umfrage ist dazu der internationale Vergleich: Um diesen zu ermöglichen, findet die Befragung parallel in der deutschsprachigen und in der englischsprachigen Wikipedia statt.

Für Wikimedia Deutschland ist diese Umfrage für die kommende Arbeit insbesondere im Bereich Qualitäts- und Freiwilligenförderung von großer Bedeutung.  Aber auch die Wikipedia-Community selbst kann sich auf spannende und diskussionswürdige Resultate freuen. Erste Zwischenergebnisse der Umfrage werden auf der Wikimania in Haifa vorgestellt, eine ausführliche Zusammenfassung der spannendsten Erkenntnisse steht auf der Wikipedia Academy im Herbst zu erwarten.

„[http://www.purl.org/merz/20101119 Wer editiert warum in Wikipedia?]“
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We want you! – viel zu tun bei Wikipedia und Wikimedia

Achim Raschka hat heute einen schönen Blogbeitrag mit dem passenden Titel „We want you! – viel zu tun bei Wikipedia und Wikimedia“ geschrieben, auf den wir hier gerne hinweisen. Er spricht darin alle an, die mitreden und mitmachen wollen im Netzgeschehen:

Bei Wikipedia, Wikimedia und skillshare laufen gerade jede Menge Diskussionen und Aktivitäten, in denen Meinungen, Ideen und auch Tatkraft gesucht werden. Das Spektrum reicht von Strategieentwicklungen bis zur aktiven Teilnehme an Politiker-Massenfotografieren.

Lesen lohnt sich, mitmachen sicher auch! :)

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Cherchez la femme

Mehr als nur Netbook-Halterinnen, oder: Wer schreibt die Hälfte des Wikipedia-Himmels?

Eine junge Dame in einer deutschen Großstadt wollte sich aus Neugierde den Wikipedia-Stammtisch ansehen. Sie nahm ihre Schwester mit und stieß in einem Lokal auf einen Tisch mit jungen Männern an ihren Laptops.

Offensichtlich entsprach der Empfang nicht dem, was die beiden Damen normalerweise erwarten konnten, zumal sie die einzigen Frauen weit und breit waren. Vielmehr starrten die Männer gebannt auf die Letzten Änderungen, die aktuellen Bearbeitungen in der Wikipedia. Die Haltung der anwesenden Wikipedianer  gegenüber den Bearbeitungen („Hat wohl keine Ahnung! Den mach ich fertig!“) ermunterte die Damen auch nicht zu fragen, wie man sich denn wohl an der Wikipedia beteiligen könne.

Den Eindruck, den die Wikipedia-Gemeinschaft wohl auf Frauen macht, sprach Foundation-Direktorin Sue Gardner Anfang 2011 in einem Interview an. So stürmte durch den englischsprachigen und bald auch deutschsprachigen Blätterwald die empört-überraschte Erkenntnis: In der Wikipedia schreiben sehr wenige Frauen mit.

Auf der Suche nach den Gründen wurde allerlei herangezogen, wie die Tatsache, dass die Wikipedia-Benutzeroberfläche den „Benutzer“ kennt und sexistischerweise nicht die „Benutzerin“. Man gleitet dann schnell in Diskussionen grundsätzlicher Natur über Frauen in der Gesellschaft ab, über biologische oder soziale Faktoren. Die Diskussionsseite von Wikipedia:Kurier gibt einen recht guten Überblick, auch mit Bezug auf vergangene (?) Wikipedia-Streits wie die weiblichen Berufsbezeichnungen als Lemma.

Wir sehen aber, dass viele Benutzeroberflächen keine spezifisch weiblichen Formen verwenden und dass in sozialen Medien der Frauenanteil zuweilen sehr hoch ist. Entscheidend für die geringere Teilnahme von Frauen an der Wikipedia scheinen vor allem zwei Faktoren zu sein:

1. Interesse: Die Leseforschung bestätigt, was jeder Besucher einer Stadtbücherei beobachten kann. Die meisten Frauen werden eher von Romanen angezogen, Männer von Sachbüchern. Es muss sich noch nicht einmal um unterschiedliche Themen handeln, die auf unterschiedliches Interesse stoßen, sondern allein schon um die Herangehensweise.

Als einmal auf der deutschen Wikimedia-Mailinglist ein Neuling mit "fuck you" angesprochen wurde, gab es niemanden, der sich darüber beschwerte. Ein Vorstandsmitglied später dazu: "Ja, das würde ich im realen Leben tatsächlich nicht stehen lassen. Man ist schon ziemlich abgestumpft."

2. Aggressionen: Ein mehr oder weniger großer Teil der Wikipedia-internen Diskussionen wird von verbalen Aggressionen geprägt. Es ist durchaus gängig zu sagen, dass ein Artikel „scheiße“ ist, ohne zu berücksichtigen, dass der Artikel einen Autor mit Gefühlen hat. Bekanntermaßen reagieren Frauen auf Gewalt in den Medien deutlich empfindlicher als Männer. Es ist also zu vermuten, dass die Wikipedia-internen Aggressionen weibliche Neulinge mehr abschreckt als männliche, was einen gewissen Filtereffekt hat.

An Punkt 1 dürfte die Wikipedia wenig ändern können. An Punkt 2 schon eher – Anti-Aggressions-Maßnahmen wären zwar für alle Neulinge (und erfahrene Wikipedianer) positiv, aber gerade Frauen würden davon überdurchschnittlich profitieren.

Im Strategieplan der Wikimedia Foundation vom Februar 2011 heißt es: „Eine gesunde Diversität in der bearbeitenden Gemeinschaft unterstützen, indem man den Prozentsatz der weiblichen Bearbeiter auf 25 Prozent verdoppelt […].“ Es mag fraglich sein, ein Ziel zu formulieren, bei dem die vielleicht wichtigsten Faktoren außerhalb der eigenen Möglichkeiten liegen. Man wollte ein „messbares“ Ziel haben, das man nach der einen oder anderen Art des Messens dann abhaken kann.

Eine typische Wikipedianer-Sicht will jeden Benutzer gleich behandeln, ohne Ansehen der Person – was in einem Wiki auch nicht unbedingt immer möglich wäre. Das muss nicht ausschließen, in einer konkreten Mentor-Betreuung das Geschlecht eines Neulings bei Bedarf zu berücksichtigen. Letztlich führen die Überlegungen jedoch immer wieder in die Richtung, das Bearbeiten für alle Menschen einfacher und angenehmer zu machen. Vielleicht müsste die Bearbeitungsprozedur an sich einmal auf den Prüfstand.

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Start des Förderprogramms für Wikipedia-Fachtreffen

Es ist stets etwas Besonderes, wenn sich Wikipedia-Autoren treffen. Oft schon über Jahre hat man zusammen gearbeitet und Einiges geleistet. Doch im “wirklichen Leben” begegnet sind sich nur die Wenigsten, oft genug ist man einander auch noch gänzlich unbekannt.

Noch stärker ist das der Fall, wenn sich Mitarbeiter einer Redaktion, eines Portals oder eines Wiki-Projekts (verschiedene Namen für fast dasselbe, nämlich „virtuelle Fachbereiche“ in Wikipedia) treffen. Die direkte Begegnung ohne das Internet mit seinen oft so hinderlichen technischen Beschränkungen ist enorm motivierend und produktiv. Man fachsimpelt, lernt voneinander, löst schnell und einfach Differenzen, arbeitet zusammen und entwirft Ideen für neue Projekte und eine bessere Zusammenarbeit. So manches Fachproblem wird gelöst und von der ersten vagen Idee bis zum fertigen Projekt ist es nicht weit.

Aber solche Treffen sind nicht trivial: die Teilnehmer stammen aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands und seiner Anrainerstaaten und haben zeitlich und finanziell sehr verschiedene Möglichkeiten. So wird ein Treffen eines Fachbereichs schnell eine logistische Herausforderung. Der richtige Ort, die richtige Zeit, alles muss den Ansprüchen möglichst vieler Teilnehmer genügen und entsprechend abgestimmt werden. Noch kniffliger wird es, wenn zum Treffen ein richtiges Programm hinzukommen soll: für so manchen Programmpunkt bedürfte es zusätzlicher Ausstattung, die nicht jedermann zur Verfügung steht.

Weniger Mühsal, mehr Motivation, mehr Teilnehmer, besseres Equipment und professionellere  Organisation – mit Arbeitskraft, Geräten, finanzieller Unterstützung und gern auch mit mehr wird Wikimedia Deutschland ab dem 1. März den Fachbereichen der Wikipedia auf Wunsch zur Seite stehen. Natürlich gilt das nicht nur für die „schreibende Zunft“ der Wikipedianer, sondern auch für Fotografen, Illustratoren, etc. sowie die Communitys anderer Wikimedia-Projekte.

So möchten wir das bisherige Engagement der Community noch stärker unterstützen und dazu beitragen, dass Treffen der Fachbereiche noch öfter stattfinden können. Um die durch sie geleistete Arbeit zu unterstützen und die Qualität von Wikipedia, zu der die Fachbereiche entscheidend beitragen, weiter zu fördern. Wir freuen uns auf Euch und eure Ideen.

Mehr Informationen zum Programm in der Wikipedia.

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Workshop des Support-Teams

Draußen klirrende Kälte, drinnen rauchende Köpfe (Foto © Nolispanmo / Wikimedia Commons / CC-BY-3.0)

Der Verein Wikimedia Deutschland veranstaltete am Wochenende vom 3. bis zum 5. Dezember 2010 am südöstlichen Rand von Berlin einen Workshop für das Wikipedia-Support-Team zu den Themenbereichen Persönlichkeitsrecht und Recht am eigenen Bild.

Da Biografie-Artikel über lebende Personen in der Wikipedia oft zu intensivem und unangenehmen E-Mail-Austausch der Betroffenen mit dem Support-Team führen, war es notwendig, die Richtlinien (siehe auch hier) so zu überarbeiten, dass die Autoren wissen, woran sie bei Anlage und Bearbeitung von Personenartikeln denken müssen. Die Rechtsanwälte Julian Höppner und Thorsten Feldmann von der Kanzlei JBB hielten zu diesen Themen ein umfangreiches Referat, das den über 20 Teilnehmern des Workshop-Wochenendes Grundlagen und Feinheiten der rechtlichen Situation an Hand von konkreten Fällen nahebrachte. Diese Fälle aus dem Schriftverkehr des Support-Teams betrafen Wikipedia-Biografieartikel über lebende Personen, in denen Tatsachenbehauptungen von den Dargestellten selbst als falsch, ehrenrührig oder irrelevant aufgefasst werden, verbunden mit der Forderung, dass die entsprechenden Passagen oder auch komplette Artikel grundlegend verändert oder gelöscht werden. Diskutiert wurde außerdem über das Persönlichkeitsrecht Verstorbener und über Bilder, die zwar eine korrekte Freigabe mit Urheberangabe und Lizenz aufweisen, bei denen aber die Einwilligung der abgebildeten Personen nicht vorhanden oder nicht glaubhaft ist. Ein besonderes Augenmerk richteten die Workshop-Teilnehmer dabei auf Fotos, auf denen Kinder zu sehen sind. Weitere Themen des Workshops war die Gewichtung von Kritikabschnitten in Biografieartikeln, Verfahrensweisen im Umgang mit Autoren und den Betroffenen, sowie technische Aspekte des OTRS-Systems.

Abschließende persönliche Meinung zum Workshop aus der Sicht des Verfassers: Es war eine äußerst konstruktive Veranstaltung, die sehr konzentriert und effektiv komplizierte Zusammenhänge und Inhalte für die Mitarbeiter des Support-Teams verständlich machte. Eine perfekte Organisation seitens des Vereins und eine gute Arbeitsatmosphäre trugen mit zu dem Erfolg bei.

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Bei den Deutschen funktioniert sogar die Wikipedia!

Vor einiger Zeit habe ich eine Karte veröffentlicht, die anzeigt, in welchen Ländern Europas welche Wikipedia-Sprachversionen gelesen werden. Das Kreisdiagramm pro Land informiert also über die Anteile der Sprachversionen nach Seitenaufrufen.

Wikipedia-Karte Europas, nach Ländern und Sprachversionen
Wikipedia-Karte Europas, nach Ländern und Sprachversionen

Leider hat sich herausgestellt, dass das Wikimedia-Zahlenmaterial für diese Karte noch einen strukturellen Fehler innehatte. Da Aufrufe durch Suchbots (von Suchmaschinen) nicht herausgefiltert waren, und Suchbots meist in den USA beheimatet sind, erschien der Anteil des Englischen bzw. der USA in den Zahlen oftmals zu hoch. Eine bereinigte Karte würde allerdings auch kein wesentlich anderes Bild ergeben.

Und diesem Bild zufolge spielen in den einzelnen Ländern meist nur zwei Sprachen eine Rolle: die eigene Nationalsprache (farbig oder schwarz) und Englisch (dunkelrot). Die Europäer suchen also Informationen am liebsten in der eigenen Sprache auf, und wenn sie dort nicht fündig werden, dann gehen sie zur englischsprachigen Wikipedia. In einigen Ländern wie Griechenland und Island weist das Englische einen weit höheren Anteil auf als die eigene Sprache. Beispielsweise in Schweden und den Niederlanden kann sich die Nationalsprache nur mit Mühe gegen das Englische behaupten.

Die deutschsprachige Wikipedia hat ihre Leser, wie zu erwarten, vor allem in den DACH-Ländern: Deutschland, Österreich und die Schweiz, hinzu kommt Liechtenstein. Dort, vom schweizerischen Sonderfall abgesehen, ist Deutsch die eindeutig dominierende Sprache. Obwohl Deutsch in vielen Ländern Europas als Fremdsprache unterrichtet wird, sind die dortigen Seitenaufrufe jedoch marginal. Nirgendwo außerhalb der deutschsprachigen Länder kommt die deutschsprachige Wikipedia über einen Anteil von drei Prozent, meist ist es deutlich weniger.

„Die Deutschen können halt kein Englisch“, schrieb jemand in einer Diskussion in der niederländischsprachigen Wikipedia zu dieser Karte. Allerdings hätten sie die englischsprachige Wikipedia nicht nötig, weil ihre eigene „viel besser“ sei. Ein anderer meinte, der Erfolg liege nicht nur daran, dass es viel mehr Deutsch- als Niederländischsprachige mit Internetanschluss gibt:

Dass die Deutschen genug an ihrer eigenen Sprachversion haben, verwundert übrigens diejenigen nicht, die sich die  Deutsche Sprachausgabe anschauen: diese Wikipedia hat eben total Hand und Fuß. Der einzige Nachteil ist, dass sie sehr allergisch auf Infoboxen reagieren und die in vielen Artikeln vermeiden wollen. Ansonsten haben sie über viele Gegenstände viel mehr Informationen als beispielsweise die englischsprachige, nur ist die Anzahl verschiedener Artikel in der englischsprachigen größer. Und alle Nebensächlichkeiten sind so durchdacht (Rechtschreibung, Format, Handhabung von Links und Weiterleitungen, Stil und Satzbau…). Die deutsche Gründlichkeit ist kein Märchen, das beweisen diese Zahlen auch.

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Artikel des Tages als Podcast

Den Artikel des Tages aus der Wikipedia gibt es nun schon lange als News-Feed – nun ist eine Podcast-Funktion hinzugekommen. Wenn von dem Artikel eine gesprochene Version vorliegt, wird diese automatisch für jedes Programm verfügbar, das Podcasts versteht – zum Abspielen muss das Programm allerdings auch das freie Format Ogg/Vorbis unterstützen.

Der News-Feed mit Podcast-Funktion ist wie gehabt unter der Adresse http://wikimedia.de/feeds/wp-adt verfügbar.

Hintergrund dieser Neuerung ist ein Pilotprojekt, das Wikimedia Deutschland in Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) durchführt: Professionelle Sprecher der DZB werden in kürze für einige Wochen die Artikel des Tages einsprechen. Durch die neue Podcast-Funktionalität werden die so entstandenen Audio-Versionen der Artikel auch per News-Feed verfügbar gemacht.

Update vom 23.9. 16:55: Wie einige von euch vermutlich gemerkt haben, gabe es mit dem Feed heute Probleme. Insbesondere blieb der gestrige Artikel des Tages „hängen“, und wurde jede Stunde als „neu“ gemeldet. Das sollte jetzt behoben sein.

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Ein neues Sommerkleid für Wikipedia: Vector

Seit 2004, also ab der MediaWiki-Version 1.3, hatte die Wikipedia ein charakteristisches Aussehen, einen sogenannten „Skin“, der intern unter dem Namen Monobook firmierte.

Die Zeiten von Monobook sind nun vorbei – zumindest als Standardeinstellung für nichtangemeldete Benutzer und solche, die nicht in den Einstellungen ihr eigenes Skin ausgewählt haben. Herzlich Willkommen, Vector!

Vector ist das Zwischenergebnis der Wikipedia-Usability-Initiative (deutschsprachige Seite), die mit finanzieller Unterstützung der Stanton Foundation sich der leidvollen Aufgabe angenommen hat, Wikipedia benutzerfreundlicher zu machen.

Das neue Aussehen der Seite ist aber nur eine der Dinge, die sich verbessert hat. Eine Übersicht der Änderungen in deutscher Sprache listet die Hightlights auf:

Was sich geändert hat

  • Navigation: Wir haben die Navigation zum Lesen und zur Bearbeitung der Seiten verbessert. Die Reiter am Kopf jeder Seite zeigen klarer, ob du eine Seite oder eine Diskussionsseite liest und ob du eine Seite liest oder bearbeitest.
  • Werkzeugleiste: Wir haben die Werkzeugleiste einfacher bedienbar gemacht. Die Formatierung von Seiten ist nun einfacher und intuitiver.
  • Link-Assistent: Ein einfach zu bedienender Dialog ermöglicht das Hinzufügen von Links sowohl zu anderen Wiki-Seiten als auch zu externen Seiten.
  • Suche: Wir haben die Suchvorschläge verbessert, damit du schneller zu der von dir gesuchten Seite kommst.
  • Weiteres: Ein Tabellen-Assistent ermöglicht das einfache Erstellen von Tabellen und ein Suchen-und-Ersetzen-Dialog vereinfacht die Seitenbearbeitung
  • Wikipedia-Puzzle-Globus: wir haben den Puzzle-Globus erneuert, mehr Informationen im Wikimedia-Blog.

Die Vector-Entwickler bitten unter Wikipedia:Usability-Initiative/Softwarefehler um Rückmeldung, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es sollte.

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Gutes Beispiel

Wikipedia ist zukünftig auch in Berliner U-Bahnen präsent. An diesem Wochenende startete das Pilotprojekt für Fahrgastfernsehen.  In Kooperation mit der Berliner Fenster GmbH, die für das Fahrgastfernsehen verantwortlich ist,  wurden  Clips entworfen, die ‚Schon gewußt‘ – Inhalte der Wikipedia Startseite nutzen und Wissens-Happen mit ca. 200 Zeichen auf  Monitoren in der U-Bahn präsentieren. Zusätzlich können wir das Medium für weitere Zwecke nutzen, wie zum Beispiel Informationen über andere Wikimedia Projekte und Spendenaufrufe.  Layouts und Gestaltung weiterer Inhalte sind derzeit in Arbeit. Offizieller Start ist Anfang Mai, dann werden auf  3768 Doppel-Screens in 1106 U-Bahn Zügen täglich etwa achtzig Mal Wikipedia-Spots laufen. Das bedeutet rund 1.5 Millionen Fahrgäste täglich, die das Programm verfolgen. Die Initiative zu diesem  Projekt ging von Juliana da Costa José aus und ich bin froh, dass wir die Idee endlich umsetzen konnten. Wenn es auch manchmal etwas länger dauert zeigt es, wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Verein und  Community- und Vereinsmitglieder sein kann.

Das Fahrgastfernsehen in München ist bereits in Planung und wir hoffen, das wir das Projekt ausweiten können und in den nächsten Monaten in weiteren Städten  (auch an Bahnhöfen, Flughäfen etc. ) präsent sein werden. Wir halten Euch mit den weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden und freuen uns über weitere Anregungen.

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