Posts Tagged ‘MediaWiki’



Freiwillige, die für Wikimedia-Projekte entwickeln: Ein Interview mit Greta Doçi

Ein Beitrag von Sandra Muellrick. Dieser Artikel ist auch auf Englisch verfügbar.

Greta ist als Freiwillige erst seit ein paar Jahren im Wikimedia-Movement aktiv. Sie hält Vorträge über Wikidata und engagiert sich in der Open-Source-Entwicklung. In diesem Blogbeitrag möchten wir sie und die vielen Möglichkeiten vorstellen, sich im Wikimedia-Movement auszuprobieren, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

“Ich versuche alles online zu stellen, was ich weiß, zum Beispiel Arbeiten mit MediaWiki, Queries oder meine Edits in Wikipedia oder Wikidata.”

Seit drei Jahren arbeitet Greta als Editor so gut wie jeden Nachmittag in Wiki-Projekten. Sie arbeitet leidenschaftlich daran, von Albanien aus das Wissen der Welt in die Welt zu tragen. Seit über drei Jahren ist sie in der Wikipedia und seit anderthalb Jahren für Wikidata aktiv und war auch schon in der albanischen Usergroup im Vorstand. Die IT-Expertin für eine Regierungsorganisation veranstaltet Workshops zu Wikidata, organisiert den Fotowettbewerb “Wiki loves Monuments” in Albanien, unterrichtet Studierende, wie sie die Wikipedia nutzen können und lernt seit 3 Monaten wie sie selbst bei MediaWiki Code beitragen kann.

“Ich liebe sowas. Deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich.”

Bereits in jungen Jahren hat sie angefangen, sich für soziale Zwecke ehrenamtlich zu engagieren. Für Greta ist es wichtig, Sinn in ihrem Handeln zu sehen, Aufgaben zu beenden und etwas nützliches für die Gesellschaft produziert zu haben. Sie liebt es, Dinge zu lernen, Wissen zu teilen und es anderen beizubringen. Gerade deswegen gefällt ihr das Wikimedia-Movement so sehr. Weiterlesen »

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Being a Volunteer Developer for Wikimedia projects: An Interview with Greta Doçi

Interview by Sandra Muellrick. This blog post is also available in German.

As a volunteer, Greta has been active in the Wikimedia movement for only a few years. She gives talks about Wikidata and is involved with Open Source development. In this blog post we want to introduce both her and the many opportunities the Wikimedia movement offers to try out new things, learn, and improve.

“Everything I know I try to put online to share e.g work with MediaWiki, queries or editing in Wikipedia or Wikidata. ”

For three years now, Greta has been editing Wiki projects on almost every afternoon. She is enthusiastic about bringing Free Knowledge to the world out of her native country of Albania. She’s been an editor for Wikipedia for over three years, and for more than one and a half year she’s been active on Wikidata. She also served on the board of the Albanian user group. Apart from her day job as an IT expert at an Albanian state organization, she organizes Wikidata workshops as well as the Albanian edition of the “Wiki Loves Monuments” photo contest, teaches university students on how to use Wikipedia, and for 3 months now she’s been teaching herself how to contribute code to MediaWiki.

“I love these things. That’s why I’m volunteering.”

She started to volunteer for charity causes at a young age. It’s important for Greta to produce something meaningful, finish projects, and have an impact on society. She loves to learn things, share knowledge and teach others. This is why she feels right at home at the Wikimedia movement. Weiterlesen »

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I don’t have to find tasks. Tasks are coming to me. Being a Volunteer Developer for Wikimedia projects: An Interview with Tpt

German summary:

“Ich suche mir keine Aufgaben. Normalerweise kommen die Aufgaben einfach zu mir,” sagt Thomas, freiwilliger Entwickler für MediaWiki. Wie sieht eigentlich die ehrenamtliche Tätigkeit eines freiwilligen Entwicklers aus? Wer steckt hinter dem Code und den Features, die tagtäglich von vielen Editoren benutzt werden? Julia Schuetze setzte sich mit Thomas aka tpt zusammen, um einen Einblick in die Programmiertätigkeit eines Freiwilligen zu bekommen.

An interview by Julia Schuetze with Thomas Pellissier-Tanon aka Tpt

“I work on the software behind Wikipedia!” That’s what Thomas aka (Tpt), a Volunteer Developer from France, tells his friends if they ask him about what he does in his free time. Up to ten hours per week he dedicates to free knowledge that way.

In the past two months, I got the chance to talk to some of our volunteer developers about their experience with the Wikimedia movement. I’d like to share Thomas’ story, his views, concerns, ideas and accomplishments with you.  

Thomas started in 2009 when he was still in high school. A passion for egyptian history and pharaohs inspired him to contribute to the French Wikipedia. Back then, programming was new to him. He started by writing templates and by learning how to use the functions around Wikipedia.

Starting is not easy. Wikipedia is a project created, maintained and developed by millions of people. Thousands contribute at least once a month. People commit, some stay for longer, some only for a short time. I wondered what made Thomas stick around and become a very innovative volunteer developer in our community for over seven years now.

MediaWiki: “huge, complex and often ugly”

The first few months can be rocky, he says. It was an exploration for him because MediaWiki, the free and open source wiki application, which stores the content into databases, “is huge, complex and often ugly.” “It was a lot of reading code to see how it works and how all the pieces are fitting together,” Thomas remembers. “Some of that can act as barriers. Especially for developers who are not familiar with Wikis,” he explains. It was quite difficult to write code matching MediaWiki standards and conventions and with a good enough level of quality at first.”

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Wir lieben freie Software: Eine Hommage

Heute ist Valentinstag und Liebe liegt in der Luft. Auch bei Wikimedia Deutschland, denn heute ist zudem auch ein ganz besonderer Tag für freie Software. Der Free Software Day wurde von der Free Software Foundation etabliert und wir wollen dem Ruf auch dieses Jahr folgen und unsere Liebe gestehen.

Ein Interview geführt von Julia Schuetze mit Lucie-Aimée Kaffee, Lydia Pintscher, Adam Shorland, Gabriel Birke und Nicole Ebber von Wikimedia Deutschland.

Freie Software Liebesgründe:

Lucie: Einerseits ist es bei Freier Software so, dass sie viele Möglichkeiten und Chancen für Menschen eröffnet, Computer zu benutzen, man andererseits aber auch mit der Software wächst. Freie Software bedeutet nicht nur, dass ich etwas kostenlos herunterladen und benutzen kann, sondern eben auch den Source Code angucken kann.

Nicole Ebber: Ich liebe freie Software, weil sie mir die Freiheit und Sicherheit gibt, die ich mir als achtsame Anwenderin wünsche. By Julia Schütze (WMDE) [CC BY-SA 4.0]

Nicole: Freie Software kann ich im Gegensatz zu nicht-freier z. B. auf all meinen Geräten installieren, verwenden und sogar weitergeben, ohne dass ich Angst haben muss, eine Urheberrechtsverletzung zu begehen. Bei proprietärer Software muss ich ständig damit rechnen, dass die Entwicklung eingestellt wird oder horrende Preise genommen werden, die mir eine Weiternutzung unmöglich machen. Außerdem steckt hinter Freien-Software-Projekten meist eine sehr engagierte und qualifizierte Community, deren Arbeit unterstützenswert ist.

Lydia: Weil freie Software Menschen empowered und ihnen Möglichkeiten gibt, die ihnen sonst verwehrt blieben. Konkret bei Wikidata geben wir mehr Menschen Zugang zu Wissen, den sie sonst nicht hätten, zum Beispiel wegen Sprachbarrieren.

Lucie: Ich stoße auf ein Problem und habe die Möglichkeit mir anzugucken, wie andere, die an dem selben Punkt standen, es gelöst haben.

Adam: The ability to actually see what the software is doing, and to be able to freely modify and improve the software.

Nicole: Besonders charmant finde ich den Copyleft-Gedanken vieler freier Software-Lizenzen: Die Freiheit der Software muss stets erhalten bleiben, und wird auch an Modifikationen und neu entstehende Programmen vererbt.

Über die Relevanz von freier Software:

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Wir lieben Freie Software

Wie schon im letzten Jahr begeht die Free Software Foundation Europe am 14. Februar den „I love Free Software-Tag“. Bei Wikimedia Deutschland entstehen die Arbeiten an den Softwareprojekten MediaWiki und Wikidata ganz selbstverständlich und von Anfang an als Freie Software unter Freien Lizenzen. Für uns ist klar, dass wir Freies Wissen nicht nur in Form von Artikeln in Projekten wie der Wikipedia teilen wollen – Freies Wissen gibt es auch in Form von Code. Es ist uns wichtig, Freiheit in Form von Software zu schaffen und zu teilen. Thiemo Mättig, Wikipedianer und bei Wikimedia Deutschland angestellt als Software-Entwickler, hat seine persönlichen Gründe dafür aufgeschrieben und erklärt, warum er Freie Software liebt.

Frei für alle, wer macht denn sowas?

Seit nunmehr einer Dekade erkläre ich Wikipedia, und die Antwort ist immer die Selbe: „Wer schreibt denn die Artikel?“ Leute wie du und ich. „Und wer prüft die Fakten?“ Leute wie du und ich. „Und wer programmiert die Software?“ Leute wie du und ich.

Und wie ist das möglich?“ Weil alles frei ist, offen, transparent und nachvollziehbar, von den sozialen Prozessen in den Communitys der verschiedenen Wikimedia-Schwesterprojekte bis zur Software tief drin in dem, was ich inzwischen Wikimedia-Universum nenne. Von den Artikelschreibern in den Wikipedia-Sprachversionen über die Faktensammler im Wikidata-Projekt bis hin zu den Tüftlern und Bastlern in und an der MediaWiki-Software und ihren zahllosen Erweiterungen sind all die verschiedenen Benutzergruppe durch eine große Idee verbunden: Was wir tun, ist öffentlich und frei. Freie Software.

Diese Art der Freiheit ist etwas, das Weblog-Schreibern, Facebook- und Twitter-Benutzern vertraut ist, wenn sie etwas teilen. Die Übertragung dieser Idee auf die Daten- und Software-Welt ist immer noch etwas, das Erstaunen auslöst. „Wenn jeder meine Daten oder meine Software auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann, ohne mich zu fragen“, so hört man, „dann ist meine Arbeit doch nichts wert.“ Wie erklärt man, dass diese Frage falsch gestellt ist?

Freie Software steigert den Wert für alle

Ich glaube daran, dass frei im Sinne Freier Software zu sein keine Wertminderung, sondern eine Wertsteigerung bedeutet. Die Freiheit, Einblick zu erlangen, zu Verändern, zu Verbessern und weiter zu geben ermöglicht etwas, das mit manchmal verächtlich „totes Holz“ genannten Büchern oder der Zeitung von gestern nicht denkbar ist: Wissen wird lebendig, und diese Lebendigkeit kann so viel mehr wert sein als die Hoheit über eine Datensammlung oder die Weiterentwicklung einer Software inne zu haben. Projekte wie MediaWiki, die Wiki-Software hinter der Wikipedia, oder das Wikidata-Projekt zeigen das.

Wikidata geisterte als Idee seit den Anfängen der Wikipedia durch die Köpfe einiger Vorreiter. Vor etwas mehr als zwei Jahren fand die Idee eine Heimat in Berlin und lockte mich stetig: Eine Fakten-Sammlung mit inzwischen 13 Millionen Einträgen, aufgebaut auf einer speziell dafür geschaffenen Datenbank-Software für lose strukturiertes Faktenwissen. Das, was seit gut zwanzig Jahren als „semantisches Web“ postuliert wird, fand ich in Wikidata so praxistauglich geerdet, dass es für mich endlich greifbar wurde. Große Pläne in kleinen, überschaubaren Schritten. Schnelle Entwicklungs-Zyklen. Unmittelbare Einflussnahme. Und ausschließlich Freie Software, die auch mir als Entwickler die Sicherheit gibt, dass keine von mir geschriebene Zeile Quelltext ungesehen in Vergessenheit geraten sondern sich verbreiten wird, gesehen wird und ja, auch verändert wird, oft genug bis zur Unkenntlichkeit. Doch wie bei jedem Enzyklopädie-Artikel in der Wikipedia, dessen Entwicklung ich angestoßen oder begleitet habe, setzt sich auch in der Softwareentwicklung die Überzeugung durch, dass nicht die Wortwahl zählt oder die Wahl eines Algorithmus sondern die Idee, die mein Beitrag eingebracht hat. Wikidata, deren Softwareentwicklung ich seit inzwischen einem Jahr in Vollzeit mit voran treibe, ist dank Freier Software lebendiger als jedes Softwareprojekt, an dem ich je beteiligt war. Freie Software gibt mir die Gewissheit, an etwas teilzuhaben, das größer ist als ich es überschauen kann.

Darum liebe ich Freie Software.

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Wikimedia Hackathon in Amsterdam am 24.-26. Mai 2013

CC-BY Trevor Parscal

Wikimedia Nederland ist Gastgeber der internationalen Entwicklerkonferenz Wikimedia Hackathon Amsterdam, die vom 24. bis 26. Mai 2013 stattfindet. Das niederländische Chapter lädt MediaWiki-Entwickler, Coder, Hacker und andere technisch versierte Wikimedia-Interessierte für ein Wochenende nach Amsterdam ein.* Die Veranstaltung ist offen für alle, die sich – egal ob schon lange oder erst seit kurzem – mit Themen wie Tools, Gadgets, Bots, Bugs, Extensions oder Templates im MediaWikiversum beschäftigen.

Auf der Eventseite werden zur Zeit Vorschläge für Workshop, Vorträge und Sessions gesammelt; Schwerpunkte sind unter anderem:

Aus der WMDE-Geschäftsstelle werden unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Projekten Wikidata (Lydia Pintscher, Katie Filbert, Daniel Kinzler, Jeroen De Dauw), Render (Johannes Kroll) und Toolserver/Tool Labs (Silke Meyer) sowie aus dem Team Communitys und außerdem ich selber vor Ort sein. Sehr erfreulich ist auch, dass mehr als 40 angestellte Entwickler der Wikimedia Foundation teilnehmen. Es bietet sich also eine tolle Gelegenheit für Austausch und Zusammenarbeit mit den Organisationen und den Communitys.

Wer sich für den Toolserver und die zukünftige Alternative Tool Labs interessiert (Kurierbeitrag), hat in Amsterdam die Gelegenheit, das ganze Team kennen zu lernen, das sich jetzt um den Aufbau von Tool Labs und den mittelfristig anstehenden Umzug kümmert. Dieses Team bietet Tool Labs-Einführungsworkshop an und ist im Hacking-Bereich ansprechbar. Wer Tool Labs dort ausprobieren möchte, sollte sich vorher einen Account besorgen.

Die Registrierung ist bis zum 20. April 2013 geöffnet, der Eintritt ist frei. Wie in den Vorjahren gibt es für Teilnehmende, die ihre Reise nicht aus eigener Tasche oder mit Unterstützung ihres Chapters tragen können, Stipendien für Anreise und Unterkunft. Wikimedia Deutschland unterstützt dieses offizielle Stipendienprogramm, so dass Communitymitglieder aus Deutschland sich direkt dort bewerben können. Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme!

* Und um Spekulationen vorzubeugen (in den Vorjahren war Wikimedia Deutschland Gastgeber des Events): Wir sind hocherfreut, dass Wikimedia NL in diesem Jahr die Gastgeberrolle übernimmt und unterstützen sie bei den Vorbereitungen mit den Erfahrungen und den Materialien der Vorjahre. Für uns ist der Hackathon ein schönes Beispiel für gute Chapterzusammenarbeit und Wissenstransfer.  

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Goethe trifft Wiki

 

Gastbeitrag von Aleksander Dera

Das Goethe-Institut Budapest hat im Jahr 2011 ein Projektwiki mit dem Titel “Bildung macht Schule” angelegt, in dem länderübergreifend an durch das Goethe-Institut Budapest ausgewählten Schulen in der Region Mittelosteuropa an Freien Inhalten gearbeitet wird. In einer ersten Phase haben Lehrende mit ihren SchülerInnen Inhalte erarbeitet, die zunächst von den Lehrenden eingestellt wurden. In einem zweiten Schritt wurden nun die SchülerInnen direkt von unserem Referenten Aleksander Dera geschult, damit diese die Inhalte selbst einstellen können. Dabei standen die Aufklärung über und die Erstellung von Freien Inhalten im Mittelpunkt. Die Schulungen fanden im Oktober und November 2012 in Vilnius, Krakau und Budapest statt.

 

„Schnell mal ein Wiki machen“

Ob der alte Goethe sich wohl in einem Wiki zurechtgefunden hätte und seine Werke vielleicht sogar dort veröffentlicht hätte? Das Institut, das seinen Namen trägt, hat Gefallen an Wikis gefunden. Das Goethe-Institut, das u.a. die deutsche Sprache im Ausland fördert, hat ein Projekt gestartet, um ein Wiki auch im Deutsch-Unterricht einzusetzen. Wie die Teilnehmenden allerdings schnell merkten, heißt Wiki zwar schnell, aber „schnell mal ein Wiki machen“, dazu braucht es dann doch etwas mehr. Was liegt näher, als sich dieses bei den Fachleuten der Wikipedia zu holen?! Und so war ich, über Wikimedia Deutschland, im Einsatz in Vilnius, in Krakau und zuletzt in Budapest. Begleitet wurde ich von Michael Hauke vom Goethe-Institut in Budapest.

 

Hürdenlauf mit Mediawiki

Die Schüler, von 14 bis 18 Jahren, hatten die Aufgabe zuvor zum Thema „Armut“ in ihrer Umgebung zu recherchieren und die Materialien mitzubringen. Dies hatten sie mit Hilfe ihrer Lehrer auch meist fleißig getan. Weiterhin war das Deutsch, mit Ausnahmen, hervorragend. Jeweils Freitag und Sonnabend fanden die Kurse statt, für die Schüler ein zusätzlicher Schultag, in Vilnius noch dazu der Anfang der Ferien! Trotz allem waren sie bis zum Schluss hochmotiviert und interessiert. Als gestandener Wikipedianer war ich nun ganz verwundert, warum das ganze nicht an einem Tag erledigt werden könnte und vermutete die Sprache als Hinderungsgrund. Aber weit gefehlt. Mediawiki birgt mehr Hürden als man glaubt, vom Urheberrecht ganz zu schweigen.

 

Bilder sind nicht gleich Bilder

Foto: doctormo, CC-BY-SA 3.0

Zu Beginn eine Frage an die Schüler: Wie sieht ein guter Text aus? Das haben die Schüler erarbeitet und mir standen die Haare zu Berge. Texte müssten etwa unbedingt bunt sein, sonst ist es langweilig. Der „Aber-Die-Wikipedia-Richtlinie“-Reflex sprach an, wurde aber erfolgreich von mir unterdrückt. So gibt es nun Klicki-bunte-Texte, bunte Hintergründe, Linkcontainer, usw.

Ins Urheberrecht der drei Staaten musste ich mich kurz einarbeiten, aber zum Glück ist es nicht so unterschiedlich; Details waren nicht gefordert. Die Schüler waren schon mit den Grundlagen ausgelastet. Trotz „Theorie-Kurs“ und nachfolgender praktischer Übungen wurden geschützte Bilder hochgeladen. Auf Nachfrage waren sie dann auch in der Lage zu erklären, warum sie gerade eine Urheberrechtsverletzung begangen haben. Auch für mich eine interessante Übung; viele „böse Urheberrechts-Vandalen“ sind vielleicht schlicht überfordert.

Am Ende hatten die Schüler dann Artikel mit unterschiedlicher Qualität erstellt, einiges gelernt und auch Spaß gehabt. Das Interessanteste für die Schüler? Nein, ich glaube nicht, dass es zu erraten ist: das Urheberrecht! Die Schüler gaben in ihrem Feedback explizit das Thema als besonders interessant und spannend an. Meine Verwirrung hat sich immer noch nicht gelegt.

Persönlich waren es eine sehr interessante Erfahrung und ich hoffe, dass das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt wird.

Aleksander Dera

 

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Rückblick: Berlin Hackathon 2012

Anfang Juni luden Wikimedia Deutschland und die Wikimedia Foundation gemeinsam zum Hackathon Berlin 2012 ein. Beim größten Wikimedia-Hackathon aller Zeiten trafen sich Entwickler der beiden Organisationen und der Community vom 1. bis 3. Juni 2012 in Berlin. Es sollten Erfahrungen ausgetauscht, an Verbesserungen und Erweiterungen der MediaWiki-Software gearbeitet und Gespräche über die neuen Technologien und Projekte geführt werden.

Es war außerdem das erste Mal, dass Wikimedia Deutschland Hand in Hand mit der Wikimedia Foundation eine solche Konferenz auf die Beine stellt. WMDE und WMF haben nicht nur die notwendigen finanziellen Mittel gemeinsam aufgebracht, sondern auch die Logistik und Betreuung der Teilnehmer zusammen übernommen. Wöchentliche Telefonkonferenzen, verschiedene Onlinetools und hunderte E-Mails waren Grundlage für die internationale Zusammenarbeit der Hauptverantwortlichen Sumana Harihareswara und Rachel Farrand auf Seiten der WMF und Nicole Ebber und Maria Rößler bei WMDE. Eine anregende neue Erfahrung, auf die wir in Zukunft gerne aufbauen und derartig konstruktive Zusammenarbeit intensivieren möchten.

„Ihr solltet euch kennen lernen“

Sumana Harihareswara kennt jeden Vornamen und kann im Schlaf aufzählen, woran die Person mitarbeitet. „Wenn du nicht weiter weißt, hole ich dir Hilfe und ein nettes Projekt, an dem du arbeiten kannst“, so stellte sich die Koordinatorin der Entwickler-Community auf dem diesjährigen Hackathon in der STATION Berlin vor. Aber auch wer gerade keine Hilfe brauchte, fand sie oft neben sich: „Daniel, das ist Oren. Oren, das ist Daniel. Ich lass euch mal allein.“ So und ähnlich kamen die über 100 Teilnehmer aus 30 Ländern ins Gespräch.

By Victorgrigas CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

„Größter Wikimedia-Hackathon aller Zeiten“

„Es ist angemessen, dass dies der größte Hackathon ist, den es je gab. So viele Veränderungen in so kurzer Zeit hat es in der Geschichte unserer Projekte noch nicht gegeben“, so Erik Möller, stellvertretender Leiter der Abteilung für Produktentwicklung der Wikimedia Foundation. Diese tiefgreifenden Neuerungen standen bei der diesjährigen Veranstaltung in Berlin auch im Vordergrund: Interessierte konnten sich zum Beispiel über die Codeverwaltung mit Git und Gerrit, die geplante Einführung der Scriptsprache LUA sowie die Portierung bestehender Gadgets auf die Verwendung des Resource Loaders informieren. Auf großes Interesse stieß außerdem das Infrastruktur-Projekt Wikimedia Labs, das es Entwicklern ermöglicht, eigene Projektideen auszuprobieren oder Media- Wiki-Erweiterungen zu testen.

Großartiges Feedback gab es außerdem für das EU-geförderte RENDER-Projekt und Wikidata. Die Mitarbeiter beider Projekte hatten sich zum „Wikidata und RENDER-Summit“ im Vorfeld des Hackathons bereits mit Entwicklern der Wikimedia Foundation getroffen und den jeweils aktuellen Entwicklungsstand vorgestellt und diskutiert.

Dokumentation

Die ersten Videos der Tutorials und Lightning Talks sind online, auf Commons finden sich die ersten Fotos. Gerhard Meijssen hat Kai Nissen zu Accessibility interviewt, Jens Ohlig schreibt einen lesenswerten Rückblick und im Blog der Wikimedia Foundation gibt es ebenfalls zwei Artikel: Wikidata Summit kicks off in Berlin und Diverse Wikimedia tech crowd gathers in Berlin.

By Guillaume Paumier CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0), via Wikimedia Commons

Trotz der konstruktiven Atmosphäre gab es am Ende immer noch offene Fragen. Gut, dass Mitte Juli der nächste Hackathon stattfindet. Sumana wird sicherlich auch da sein.

(Vielen Dank an Kai Nissen, der die Textgrundlage für diesen Blogbeitrag geliefert hat.)

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Ausblick: Berlin Hackathon 2012

Am kommenden Wochenende (1.-3. Juni 2012) findet der Berlin Hackathon 2012 statt. In der Station Berlin erwarten wir rund 130 Teilnehmer: Hier kommen die ehrenamtlichen MediaWiki-Entwickler mit Angestellten der Wikimedia Foundation und von Wikimedia Deutschland zusammen, um gemeinsam an der Technik hinter den Wikimedia-Projekten zu arbeiten.

Der offizielle Start des Hackathons ist am Freitag um 17 Uhr. Am Donnerstag und Freitag treffen sich aber zunächst noch die Teams von Wikidata und Render, um mit Entwicklern der Wikimedia Foundation über die beiden Projekte zu sprechen, Ideen auszutauschen und die gemeinsame Arbeit zu fördern. Das komplette Programm und alle notwendigen Informationen finden sich im Veranstaltungswiki.

Erstmalig wird der Hackathon nicht allein von Wikimedia Deutschland ausgetragen: Wir arbeiten in der Vorbereitung Hand in Hand mit der Wikimedia Foundation zusammen und beide Organisationen stellen gemeinsam die Gelder für die Finanzierung zur Verfügung. Die Konferenzsprache ist Englisch, auf der Projektseite findet sich eine Übersicht über die Themen und Ziele der diesjährigen Veranstaltung:

Goals and topics for the Hackathon.

This is the premier event for the MediaWiki and Wikimedia technical community. We’ll be hacking, designing, and socialising.

Our goals for the event are to bring 100-150 people together, with lots of people who have not attended such events before. User scripts, gadgets, API use, Toolserver, Wikimedia Labs, mobile, structured data, templates — if you are into any of these things, we want you to come!

Goals:

  • More outreach to variety of people – aim for 120-130 participants (judging that ~100 came last year)
  • Get Lua training for anyone who wants it
  • Inform people about ResourceLoader 2 & new Gadgets support, train JS authors
  • Get Labs or Toolserver accounts for anyone who wants them
  • Get at least 5 gadgets/tools/templates/bots developers/authors to get into larger Wikimedia community, stay in it 3 months after event
  • Facilitate chapter tech community
  • Keep last year’s quality of experience while upping attendance
  • Better social events that help build relationships, facilitate mingling.

Der Hackathon wird sowohl live in Ehterpads dokumentiert, auf twitter könnt ihr dem Hashtag #wmdevdays folgen und im IRC-channel #mediawiki auf FreeNode live dabei sein. Es wird außerdem eine umfassende Videodokumentation der Veranstaltung und der Tutorials angefertigt. Während der gesamten Veranstaltung gilt die Friendly Space Policy.

Ansprechpartner bei der Foundation ist Sumana Harihareswara, die sich sowohl um das Programm als auch die Betreuung der Teilnehmer kümmert. Bei Wikimedia Deutschland sind Nicole Ebber und Maria Rößler verantwortlich. Happy Hacking!

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Accessibility-Studie für Wikipedia

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts Third Age Online (TAO) hat die Stiftung „Zugang für alle“ (ZfA) eine Zugänglichkeitsstudie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt. Grundlage für die Studie waren die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die von der Web Accessibility Initiative (WAI) empfohlen werden. Damit liegt erstmals ein umfassender Bericht für das Projekt Wikipedia vor, der die Einschränkungen der Zugänglichkeit nach WCAG 2.0 thematisiert. Der Bericht wurde von der Stiftung ZfA ins Englische übersetzt, unter eine freie Lizenz gestellt und der Wikimedia Foundation zur Verfügung gestellt. Da gerade unter dem Codenamen „Athena“ eine neue Oberfläche für MediaWiki entwickelt wird, sollte so früh wie möglich auf die Einhaltung der Richtlinien geachtet werden.

In großen Teilen werden die Richtlinien bereits eingehalten. Im Abschlussbericht werden allerdings noch einige Punkte genannt, die einer Optimierung bedürfen. In Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation und der Entwickler-Community wird Wikimedia Deutschland jetzt dafür sorgen, dass die Einschränkungen der Zugänglichkeit möglichst schnell behoben werden. Obwohl die Studie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt wurde, wird die Behebung auch die Zugänglichkeit aller anderen Sprachversionen verbessern.

Die notwendigen Anpassungen beziehen sich überwiegend auf die Verwendung von Screenreadern und die Bedienung der Oberfläche mit der Tastatur. In den meisten Fällen können die Mängel durch eine Anpassung der MediaWiki-Software oder eine Überarbeitung der Skins behoben werden. Einige Punkte lassen sich jedoch lediglich durch die Erweiterung der Bearbeitungsrichtlinien verbessern.

Eine Zusammenfassung und der vollständige Bericht der Studie kann auf der Projektseite „Third Age Online“ eingesehen werden.

Die aus diesem Bericht resultierenden Änderungen sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Hinterlegen eines Standardwertes für die von Screenreadern vorgelesene Beschreibungen in eingebetteten Grafiken/Fotos
  • Korrekte Auszeichnung und strukturelle Anpassung von Überschriften zur besseren Orientierung von ScreenReader-Benutzern
  • Korrekte Verwendung von Linklisten
  • Weitgehenden Verzicht von Tabellen als Gestaltungshilfe
  • Anpassung der Infoboxen an die korrekte Verwendung von Tabellen
  • Überarbeitung der Navigationsleiste, um Kompatibilität mit Screen-Readern zu gewährleisten
  • Konsistente Auszeichnung externer Links für Screen-Reader
  • Hinzufügen der Schreibweise von Artikeln anderer Sprachversionen in der Sprache des Benutzers, vor allem bei Sprachen mit nichtlateinischer Schrift
  • Korrekte Auszeichnung von Eingabefeld-Beschriftungen und Pflichtfeldern in Formularen
  • Anpassung des Editors und des Audio-Players an Steuerungsmöglichkeiten per Tastatur
  • Bereitstellen eines Gadgets zur stärkeren Hervorhebung des Tastaturfokus
  • Anpassung der Definition von Schnellzugriffstasten gemäß der WCAG-Richtlinien

Folgende Punkte sind als weitere Bearbeitungsrichtlinien diskussionsbedürftig:

  • Stärkere Etablierung aussagekräftiger Bildbeschreibungen für eingebundene Grafiken/Fotos
  • Überschriftenstrukturierung und -auszeichnung auf Portalseiten
  • Auszeichnung von fremdsprachigen Teilen eines Artikels
  • Aufgreifen der Diskussion über die zusätzliche Sprachversion „Einfaches Deutsch“
  • Format und Auszeichnung von Datentabellen

Die Verwendung von sogenannten „Captchas“ wurde im Bericht ebenfalls als Einschränkung in der Zugänglichkeit angemerkt. Die Diskussion darüber läuft auch schon seit einigen Jahren. Eine akzeptable Lösung, die sowohl automatisierte Zugänge verhindert als auch die Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderungen ermöglicht, wurde noch nicht gefunden.

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