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Wikipedia Academy 2012: Last Call for Participation

tl;dr:


Vom 29. Juni bis 1. Juli findet in Berlin die Konferenz Wikipedia Academy 2012: Research and Free Knowledge statt. Wikimedia Deutschland organisiert die Konferenz erstmalig in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin und dem Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf der Forschung mit, über und in Wikipedia. Auch Forscher, die sich wissenschaftlich mit Freiem Wissen und dessen Implikationen auf Forschung und Gesellschaft beschäftigen, sind herzlich eingeladen, an der dreitägigen Konferenz teilzunehmen. Mit der Academy sprechen wir ein internationales Publikum an; die Konferenzsprache ist Englisch.

Die Wikipedia Academy 2012 findet am Freitag und Samstag an der Freien Universität Berlin, School of Business & Economics, Garystrasse 21, 14195 Berlin und am Sonntag im SUPERMARKT, Brunnenstraße 64, 13355 Berlin statt.

Registrierung und Teilnahmegebühr

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung notwendig; der Eintrittspreis beträgt 60 Euro (30 Euro ermäßigt). Für die Workshops bitten wir um gesonderte Registrierung zum Preis von jeweils 10 Euro. Wie gewohnt stellen wir denjenigen Communitymitgliedern, die Eintritt oder Reisekosten nicht aus eigener Tasche zahlen können, Unterstützung über das Community-Budget zur Verfügung.

Programm

Das Programm der Konferenz findet sich unter: http://wikipedia-academy.de/2012/wiki/Schedule

Im Vorprogramm der Academy am Freitagvormittag bieten wir außerdem drei umfassende Workshops an, für die zum Teil noch Anmeldungen möglich sind. Eine Teilnahme am Workshop ist auch unabhängig von einer Anmeldung zur Academy möglich.

  • Wikipedia Data Analysis for Researchers – Das Tutorial konzentriert sich auf praktische Aspekte zur Analyse von Wikipedia-Daten (bereits ausgebucht)
  • Toolserver – Einführung in den Wikimedia Toolserver und seine Möglichkeiten und Wege für die Arbeit mit dem Wikipedia-Datenbanken (Unkostenbeitrag: 10 Euro; hier anmelden)
  • GLAM Tools – Einführung in Tools im GLAM-Wiki-Kontext (GLAM =Galleries, Libraries, Archives, Museums) (Unkostenbeitrag: 10 Euro; hier anmelden)

Am Freitagabend wird eine gemeinsame Podiumsdiskussion zwischen Forschern und Beforschten stattfinden. Diese kostet keinen Eintritt und wir laden alle Wikipedianer herzlich ein, dabei zu sein und uns zum anschließendem Get-together in die Luise in Dahlem zu begleiten.

Anmeldung eines Lightning Talks

Im Anmeldeformular kann außerdem ein Lightning Talk angemeldet werden. Hier besteht die Möglichkeit, prägnant und in Kürze eigene Forschungsergebnisse oder -vorhaben zu präsentieren.

Sonntag: Free Culture Brunch und Zedler-Preisverleihung

Am Sonntag ziehen wir mit der Academy von der FU um in den SUPERMARKT, ein ehemaliges Lebensmittelgeschäft, das zur Veranstaltungslocation umgebaut wurde. Wir brechen dort das Veranstaltungskonzept der akademischen Konferenz auf und öffnen die Academy für alle Freundinnen und Freunde von Free Knowledge und Free Culture. Der Free Culture Brunch soll vor allem dazu dienen, Aktivisten dieser Bereiche mit Wissenschaftlern und Communitymitgliedern zusammen zu bringen und in unkonventioneller Atmosphäre den Austausch befördern. Die daran anschließende Gesprächsrunde (mit Jeanette Hofmann, Annalisa Pelizza, Sebastian Haunss and Benjamin Mako Hill, moderiert von Matthias Spielkamp) wird sich mit den sozialen Aspekten freien Wissens auseinander setzen. Wer nur am Sonntag Lust und Zeit hat, kann sich auch nur für diesen Tag anmelden und für 10 Euro am gesamten Tagesprogramm inklusive Brunch teilnehmen.

Daran anschließend findet die glamouröse Verleihung des Zedler-Preises für Freies Wissen statt. Dabei prämiert Wikimedia Deutschland die besten Wikipedia-Artikel und Projekte und alle Gäste haben die Möglichkeit, die Gewinner zu bestaunen und mit anschließend gemeinsam mit ihnen zu feiern. Die Veranstaltung endet um 17 Uhr – Zeit genug also, es für das EM-Finale noch rechtzeitig nach Hause oder vor die nächste Großleinwand zu schaffen.

Weitersagen!

Wir freuen uns, wenn ihr euren Kollegen, Professorinnen, Lieblingsforschern und weiteren interessierten von der Academy und der Zedler-Verleihung erzählt. Neben dem Veranstaltungslogo, was ihr gerne für die Bewerbung verwenden könnt, haben wir hübsche Poster entworfen, von denen wir euch auf Wunsch gerne einige Exemplare per Post zusenden. Für den Zedler-Preis gibt es außerdem hübsche Banner zum Schmücken eigener Beiträge.

Teile der Veranstaltung werden gefilmt, die Paper und Poster werden schon vorab veröffentlicht. Tweets, Fotos und sonstige Beiträge der Veranstaltung sollen mit dem Tag #wpac2012 gekennzeichnet werden.

Fragen und Antworten

Das Academy-Team steht bei allen Fragen unter academy@wikimedia.de gerne zur Verfügung.

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WikiGénero in Buenos Aires (Argentinien)

„Einen Sohn zeugen, einen Baum pflanzen und in der Wikipedia schreiben.“

So fasste eine Teilnehmerin des WikiWomenCamps die erstrebenswerten Ziele im Leben einer Frau zusammen. Während sich über die ersten Punkt durchaus streiten lässt, waren sich alle Anwesenden einig, dass das bekannte argentinische Sprichwort mit der kleinen Änderung (der dritte Punkt lautet eigentlich „ein Buch schreiben“) viel besser passt.

Dieses inoffizielle Motto wurde auch von der Konferenz WikiGénero übernommen, die unmittelbar an das WikiWomenCamp anschloss und nur ein paar Straßen weiter in einem Kulturzentrum in Buenos Aires stattfand.

Wikimedia Argentinien hatte dazu eingeladen, sich einen Tag lang Zeit zu nehmen, um sich anhand diverser Vorträge und Diskussionen mit dem Gender Gap in der Wikipedia auseinanderzusetzen. Dazu wurden Forscher, Akademiker und Aktivisten von

Anuradha Uduwage stellt Studie vor

Gender Organisationen eingeladen, um Einblicke in ihre Arbeit zu geben. Das Programm gestaltete sich folgendermaßen:

  •  Anuradha Uduwage(Group Lens Team, Universität von Minnessota): Die Studie des Lens Teams war durchaus interessant und brachte neben bekannten Fakten auch einige neue Aspekte auf. Jedoch ist die Datenbasis durchaus umstritten und die Gruppe bringt nur wenige Informationen über die Gründe ans Tageslicht, warum es bei der Wikipedia so wenige Frauen gibt. Außerdem wurde von außen die Kritik geäußert, dass sich nur Männer in der Forschungsgruppe befinden.

Diana Maffia bei ihrem Vortrag

  • Diana Maffía (eine vor allem im spanisch-sprachigen Raum bekannte Feminismusphilosophin) gab in ihrer Lesung einen Einblick in die Diskussion, warum Frauen in der Vergangenheit und immer noch an der Produktion von Wissen nicht beteiligt sind. Dabei war das Thema der Sprache eine ihrer Hauptkategorien. Sie zog einen Argumentationszirkel, der sich von der Festsetzung der Weltsprache Englisch (anstatt von Spanisch) über mangelnde Bildungsprogramme bis hin zur Wikipedia zog.
  •  Lila Pagola und Beatrice Busaniche (Wikimedia Argentinien) berichteten von der Situation der argentinischen Wikipedia-Autorinnen und merkten an, dass das argentinische Chapter den höchsten Frauenanteil im Präsidium hat.
  •  Anne Goldenberg und Christina Ludost (Moderatorinnen des WikiWomenCamp) präsentierten stellvertretend die Ergebnisse des WikiWomenCamp, das vor dem WikiGenero in Buenos Aires stattfand.

Sue Gardner während ihrer Präsentation

  •  Sue Gardener (Executive Director der Wikimedia Foundation) stellte zunächst noch einmal die aktuellen Daten aus den Wikipedia-Studien dar und erläuterte die Problematik des Frauenmangels aus der Sicht der Foundation.  Ihrer Meinung nach könnten neue Autorinnen hauptsächlich über unmittelbare, informelle Netzwerke gewonnen werden.
  • Paola Raffetta (Wikipedia-Autorin) sprach über die Bewusstmachung von sozialisierten Geschlechterrollen und die Perspektiven von Transgender in der Wikipedia. Denn in der Wikipedia werden Gay und Transgender Themen kontroverser diskutiert, weil sie auch in der Gesellschaft weniger akzeptiert sind.
  •  Irene Ocampo stellte das Projekt RIMA vor (http://www.rimaweb.com.ar/). Es handelt sich dabei um eine Mailingliste, die den Austausch von Informationen zwischen argentinischen und lateinamerikanischen Journalistinnen, Feministinnen, Frauenbewegungen, Forscherinnen, Studentinnen und Aktivistinnen fördern soll.
  •  Anabella Bendetti (UNESCO) sprach unter anderem diese zwei Punkte an: zum einen sollen auch vermehrt Ältere in die Wikipedia miteinbezogen werden, und zum anderen, dass Menschenrechtsorganisationen in der Wikipedia prüfen und editieren sollten.

Veranstaltungssaal des Wikigénero

Etwa 40 Besucher folgten der eintägigen Konferenz. Es gab eine Übersetzerin, die je nach Vortrag von Englisch auf Spanisch bzw. umgekehrt übersetzte.  Leider waren viele  Vorträge für nicht spanisch Sprechende trotzdem nur schwer zu verstehen. Die Themen waren zwar durchaus interessant, jedoch litt das Verständnis der Zuhörenden stark unter mangelnder visueller Unterstützung und teils verzögerten Übersetzungen bzw. Rauschen in den Übersetzungskopfhörern.
Es blieb der Eindruck, dass das Thema Feminismus in der Wikipedia sich auf den unterschiedlichsten Ebenen abspielt, die alle das Überdenken bislang üblicher Prozedere sowie neue Lösungsansätze erfordern. Angefangen von fehlenden Editorinnen, über Chaptermitglieder bis hin zu Inhalten, sind auf den unterschiedlichen Ebenen Verbesserungen erwünscht. Dies zeigt umso mehr, dass es einer kontinuierlichen Anlaufstelle für derlei Diskussionen bedarf. Das WikiWomenCamp scheint dafür in Zukunft gut geeignet, da sich Betroffene selbst engagieren und um Veränderungen bemühen. Ein Tag Konferenz, der mit Vorträgen gefüllt ist, mag zwar als Zusatz und für die Öffentlichkeitsarbeit wichtig sein, sollte jedoch keinesfalls in dieser Form für sich alleine stehen.

Bericht von Nathalie Köpff

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WikiWomenCamp 2012, Buenos Aires (Argentinien)

Es ist der Morgen des 23. Mai 2012. Anja Ebersbach und ich (Nathalie Köpff) betreten wie die Tage zuvor den Frühstücksraum des Hotel BAUEN in Buenos Aires, in dem wir untergebracht sind. Doch etwas ist an diesem Morgen anders: uns schallt ein lautes Lachen entgegen. Und schon entdecken wir dieVerursacher der Lachsalven: es ist der muntereDamentisch in der Ecke. Wir wissen, dort sind wir richtig, steuern in die Richtung und machen die ersten Bekanntschaften mit den Frauen des WikiWomenCamps.

Willkommensposter

WikiWomenCamp? Richtig, ein dreitägiges Camp nur für Frauen der Wikipedia/Wikimedia, in dem sie sich unter ihresgleichen über Themen und Probleme rund um den GenderGap der Wikipedia austauschen können. Initiiert wurde die Frauenkonferenz, die 2012 das erste Mal stattfand, von Laura Hale aus Australien. Als Gastgeberin hat sich dann allerdings Argentinien zur Verfügung gestellt, u.a. wegen der leichter zu bekommenden Visa. Schon aus diesem Aspekt lässt sich herauslesen, dass es sich um eine kunterbunte Truppe vom gesamten Globus handelt, die hier zusammen gekommen ist.

19 (zeitweise 23) Frauen aus elf Ländernund verschiedenen Generationen, sie alle verbindet eine Leidenschaft:  Wikipedia. Nicht alle sind aktive Editorinnen, doch alle sind in irgendeiner Form in die Projekte der Wikimedia involviert. Das machte das Camp zu einem Ort des Austauschs über die unterschiedlichsten Themen, Kulturen und Projekte.
Um die Konferenz nicht unnötig steif zu machen wurde von Anne Goldenberg, die das Camp begleitete, die Form des „Open Space“ gewählt. Das heißt, Themen werden von den Teilnehmerinnen am ersten Tag in Form von Sessions vorgeschlagen. Diese werden dann in eine Art Terminkalender eingetragen.

Agenda des WikiWomenCamps 2012

Die vorschlagende Person „hält“ die Session und die restlichen Teilnehmenden können sich aussuchen, an welchen, teilweise parallel stattfindenden,  Sessions sie sich beteiligen wollen. Wobei auch die Beteiligung beim Open Space durchaus sehr offen ist. Die Session kann jederzeit gewechselt werden, und jede Teilnehmerin entscheidet für sich wann sie was zu welchem Thema beitragen kann.
Protokoll und Ergebnisse der einzelnen Sessions des WikiWomenCamps wurden sowohl auf Papier als auch im Wiki festgehalten.Diese Konferenzform lässt sehr viel Flexibilität zu, läuft aber bei zu lockerer Leitung immer wieder Gefahr die Zielorientierung zu verlieren.

Sessions, die die Frauen durchgeführt hatten, befassten sich u.a. mit Erfahrungen von „Dem Umgang mit Beschimpfungen und Schikane in der Wikipedia“, der Aufgabe auch ältere (Frauen) an die Wikipedia heranzuführen, dem Einfluss der Wikipedia auf die Gesellschaft und allem voran natürlich mit der Frage warum so wenige Frauen in der Wikipedia schreiben bzw. wie man sie motivieren könnte. Insgesamt wurden während der drei Tage 16 Sessions abgehalten.

Es stellte sich heraus, dass Gründe zu suchen, weshalb Frauen sich weniger in der Wikipedia beteiligen als Männer, in unterschiedlichen Ecken zu suchen sind: angefangen von der Sozialisation, über die Software bis hin zu Kommunikation und Atmosphäre in der Wikipedia speziell.

Projektansätze zur Verbesserung wurden ebenfalls diskutiert, so zum Beispiel ein Kursangebot das speziell Frauen ansprechen soll und auf deren Bedürfnisse ausgerichtet ist. Aber auch die Idee eine ältere Generation von Frauen anzusprechen. Die Hürde besteht hier oft in mangelnder technischer Kenntnis oder auch geringem Selbstvertrauen. Eine Idee hier ist „Generationspaare“ zu bilden. Das heißt Studentinnen und Studenten  mit Zugang zu wissenschaftlichen Quellen erarbeiten zusammen mit dem Wissen und der Erfahrung von Älteren neue Artikel. Susana aus Argentinien hat sich bereits solchen Projekten gewidmet.

Eine der 16 abgehaltenen Sessions

Angesprochen wurden auch Probleme der Alphabetisierung bzw. Schwierigkeiten einen Wikipediaartikel zu schreiben, wenn man zwar das nötige Wissen jedoch nicht die dazugehörigen „Writing-Skills“ hat. Auch der Unterschied zwischen oralen und literalen Kulturen ist ein Thema, vor allem auch in Südafrika und Indien. Hier war eine erste Idee, dass die Integration von Multimedia-Elementen wie Video und Audio eine Überwindung dieser Barrieredarstellen könnten.

Eine relativ schnell umsetzbare Hilfe bezüglich des Umgangs mit Beleidigungen und dergleichen, erschien die Idee einer Beschwerdeanlaufstelle. Das heißt, Wikipedianer und Wikipedianerinnen könnten sich an einer zentralen Anlaufstelle beschweren bzw. über ihre Erfahrung berichten, und über eine Art Ticketsystem würden sich dann die dafür verantwortlichen Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner mit den zugetragenen Fällen auseinandersetzen.

Siska von Wikimedia Indonesien sprach des Weiteren  von ihrem in Indonesien initiierten erfolgreichen Projekt, in dem sie Schreib-Wettkämpfe an Universitäten veranstaltet. Die Wirkung ist zwar zunächst nur temporär jedoch steigen die Artikelzahlen und von jeder Gruppe bleiben im Schnitt ein bis zwei treue Wikipedianer und Wikipedianerinnen übrig.

Bei der Suche nach Lösungen wurde aber auch deutlich, dass sich viele Bereiche überschneiden und potentielle Maßnahmeneiner kulturellen Abwägung bedürfen.  Laura Hale fasste die Diskussion mit der sinnvollen Forderung zusammen: „If women have a real, life-worthy, time-lasting motivation to edit, then finding time, confidence and technical skills become secondary (and solvable) issues.”

Interessant war auch zu beobachten, dass sich die besprochenen Themen z.B.  der Punkt, dass Frauen auf Grund der Verantwortung für Familie und Kindern weniger Zeit haben um in der Wikipedia zu arbeiten, sich  auch im „realen“ Camp widerspiegelten. So konnten nicht alle Teilnehmerinnen über die komplette Zeit anwesend sein, weil sie sich daheim um Familie und Kinder kümmern mussten.

Was die generelle Arbeitsatmosphäre des Camps angeht, so führten lediglich laute, aufgeregte Diskussionen bei brisanten Themen, manchmal zu der mütterlichen Ermahnung, man möge sich doch bitte erst ausreden lassen. Auch die schlechte Akustik in den sehr hellhörigen Räumen, erschwerte zeitweise das konzentrierte Arbeiten. Eine teilweise fehlende Visualisierung der Ergebnisse ist mangelndem Material und in einigen Fällen zu wenig Moderation der Gruppe geschuldet. Allerdings wurde im Wiki versucht die Sessions (unter der entsprechenden Session-Seite verlinkt in der Agenda) zu protokollieren.

Teilnehmerinnen beim Twittern

Dass alle Redebeiträge für nicht englischsprechende stets auf Spanisch übersetzt wurden, verlangsamte zwar die Diskussionen, ermöglichte es aber gerade den zwei argentinischen Seniorinnen ihre wertvollen Erfahrungen mit der Gruppe zu teilen.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Ansammlung an Frauen mit sehr unterschiedlichen Charakteren, Alter und Kulturen sehr bereichernd war. Es herrschte eine gute und vor allem offene Atmosphäre, in der es sich sehr gut zusammenarbeiten ließ und man viel über die Kulturen anderer Länder und von persönlichen Erfahrungen lernen konnte.

Am Schluss war man sich einig, dass das WikiWomenCamp unbedingt fortgesetzt werden müsse. Als nächstes Gastgeberland hat sich Australienbeworben. Für die Planung des kommenden Camps wurden bereits erste Anforderungen formuliert und festgesetzt, dass dafür die Plattform „Wikichix“ für die Kommunikation wiederbelebt werden soll.  Was die Zielsetzung angeht so steht die Schaffung eines Ortes im Vordergrund, an dem die Möglichkeit für Frauen besteht sich völlig frei und ungezwungen über jegliche Themen äußern zu können, Kontakte zu knüpfen, Projekte zu starten. Zudem wurde betont, dass die Unterstützung von gleichgesinnten Frauen zu lernenvon unschätzbarem Wert ist.

Teilnehmerinnen des WikiWomenCamps 2012

 

Deshalb an dieser Stelle vielen Dank an die Organisatorinnen, die finanzielle Unterstützung vor allem durch Wikimedia Deutschland, Wikimedia Australien und Wikimedia Österreich und natürlich an alle Teilnehmenden. Wir freuen uns beim nächsten Camp wieder mit einem lauten Lachen im Frühstücksraum begrüßt zu werden!

Bericht von: Nathalie Köpff

 

Weitere Informationen, wie z.B. die Zusammenfassungen der Sessions, befinden sich im Metawiki.

Weitere Berichte:

Fotos und einige Videos finden sich auf WikimediaCommons unter „WikiWomenCamp“. Ein Video mit Eindrücken und Interviews wird zeitnah zur Verfügung gestellt.

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Vandalismusbekämpfungstreffen in Frankfurt / Main

Ein Erfolgsgeheimnis der Wikipedia ist, dass jeder auch anonym fast jede Seite bearbeiten darf. Jeder, der einen Fehler korrigieren oder einen Artikel erweitern möchte, kann dies über den „bearbeiten“-Button tun. Durch diese Offenheit war es möglich, dass in den verschiedenen Wikimedia-Projekten Millionen Artikel entstehen konnten.

Allerdings ist nicht jede Änderung hilfreich: Neben gut gemeinten Änderungen, bei denen lediglich die Wiki-Syntax nachbearbeitet werden muss, gibt es auch Änderungen, die nicht das Ziel haben die Wikipedia zu verbessern. Die sogenannten RCler (engl. recent changes – RC) haben es sich zur Aufgabe gemacht Vandalismus zu bekämpfen. Am 12. und 13. Mai trafen sich Mitarbeiter des WikiProjekts „Vandalismusbekämpfung“ zu einem Workshop in Frankfurt am Main. Die Mitarbeiter des Projekts kümmern sich schwerpunktmäßig um die Bekämpfung von Vandalismus indem sie durch die systematisch die letzten Änderungen kontrollieren. Dabei bedienen sie sich oft moderner Hilfsmittel wie Skripten oder Tools. Sie halten dabei gewisse Grundsätze ein, die wegen des Umgangs mit Neulingen in diesem Bereich unerlässlich sind.

Der Workshop erörterte die verschiedenen Typen von Vandalismus, ihrer Abgrenzung von anderen nicht hilfreichen Bearbeitungen sowie den sinnvollen Einsatz von Werkzeugen bei der Vandalismusbekämpfung. Wichtig war den Teilnehmern nicht nur die Bekämpfung des Vandalismus sondern auch ein angemessener Umgang mit Neulingen, da die Erfahrung gezeigt hat, dass auch bei guten Autoren die ersten Änderungen oftmals wenig hilfreich waren. Aus diesem Grund wird auch eine Erhöhung der Einstiegshürde abgelehnt, zumal die Intensität des Vandalismus in der deutschsprachigen Wikipedia seit der Einführung der gesichteten Versionen im Jahr 2007 stark abgenommen hat.


Ein Werkzeug, das von vielen Vandalismusbekämpfern eingesetzt wird, ist Huggle. Es erhöht die Geschwindigkeit, mit der Änderungen gesichtet, ggf. zurückgesetzt und User verwarnt werden im Vergleich zu anderen Werkzeugen und der manuellen Prüfung deutlich. Der Einsatz von Huggle wird von vielen Wikipedianern kritisch gesehen und wurde daher während des Workshops ausführlich diskutiert. Die hohe Geschwindigkeit, mit der gearbeitet werden kann, verlangt nicht nur Sorgfalt bei der Prüfung der Änderung sondern auch bei der Ansprache. Die Ansprache erfolgt überwiegend über Vorlagen. Die Ansprache über Textvorlagen alleine ist schon kritisch, da die meisten Menschen nur ungern mit unpersönlichen Textbausteinen konfrontiert wurden. Wenn dann auch noch die falsche Vorlage verwendet wird und ein gutwilliger Nutzer angesprochen wird wie ein pubertärer Vandale, dann verfehlt die Ansprache ihren Zweck. Ein Ergebnis des Workshops war neben der Überarbeitung der von Huggle verwendeten Vorlagen ein geschärftes Verständnis zum richtigen Einsatz des Werkzeugs.

Vandalismusbekämpfung ist kein Problem, dem sich nur die deutschsprachige Wikipedia stellen muss. Wenig hilfreiche oder gar destruktive Änderungen gibt es in allen Wikimedia-Projekten. Während die deutschsprachige Wikipedia über ein eingespieltes Team von RClern, Oversightern und Stewards verfügt, fehlen gerade in kleineren Projekten die Strukturen und Mitarbeiter. Diesen Projekten hilft das Small Wiki Monitoring Team, zu dem auch einige Mitarbeiter des WikiProjekts „Vandalismusbekämpfung“ gehören.

Eine Dokumentation der Ergebnisse findet sich hier

O. Koslowski

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Wikipedia Academy 2012: Anmeldung eröffnet, Programm veröffentlicht

Vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 findet in Berlin die Wikipedia Academy: Research and Free Knowledge (#wpac2012) statt. Wikimedia Deutschland organisiert die Konferenz erstmalig in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin und dem Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf der Forschung mit, über und in Wikipedia. Aber nicht nur das! Auch Forscher, die sich wissenschaftlich mit Freiem Wissen und dessen Implikationen auf Forschung und Gesellschaft beschäftigen, sind herzlich eingeladen, an der dreitägigen Konferenz teilzunehmen. Mit der Academy sprechen wir ein internationales Publikum an; die Konferenzsprache ist Englisch.

Die Wikipedia Academy 2012 findet am Freitag und Samstag an der Freien Universität Berlin, School of Business & Economics, Garystrasse 21 statt. Der Veranstaltungsort für Sonntag wird noch bekannt gegeben.


Anmeldung

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung notwendig und ab sofort möglich. Der Eintrittspreis beträgt 60 Euro (30 Euro ermäßigt). Zum Anmeldeformular.

Programm

Das vorläufige Programm findet sich auf der Website. Wir behalten uns noch kleine Änderungen vor.

Freitag

Im Vorprogramm der Academy am Freitagvormittag bieten wir drei Workshops zu den Themen Wikipedia Data Analysis for Researchers, Toolserver und GLAM Tools. Für diese Workshops ist eine gesonderte Anmeldung erforderlich (ebenfalls über das Anmeldeformular), die Teilnahme kostet 10 Euro.

Offizieller Beginn der Academy ist dann am Freitag gegen 13:30 Uhr. Benjamin Mako Hill, Forscher am MIT Media Lab und der MIT Sloan School of Management, Fellow am Berkman Center for Internet and Society, Free Culture Activist und Advisor der Wikimedia Foundation, wird mit einer Keynote Lecture das Konferenzthema Wikipedia and Research einleiten. Am Nachmittag bieten wir beim so genannten Speed Geeking die Gelegenheit, in einem alternativen Format Forschungsprojekte, -vorhaben oder -ideen kennenzulernen. Daran anschließend gibt es die ersten Paper Sessions. Unserem Call for Papers sind zahlreich internationale Forscherinnen und Forscher gefolgt. Bei den Paper Sessions werden sie ihre wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Wikipedia und Freies Wissen präsentieren. Daran schließt ein Panel über Wikipediaforschung und Wikipedia-Community an.

Samstag

Am Samstag werden in drei Programmblocks weitere Forschungsarbeiten (Papers) vorgestellt. Wir planen eine Diskussionsrunde zur Wissenschaftskommunikation mit Wikis und Blogs. Die Lightning Talks am späten Nachmittag bieten die Möglichkeit, prägnant und in Kürze weitere Forschungsergebnisse oder -vorhaben zu präsentieren.

Sonntag

Am Sonntag öffnen wir die Academy für ein größeres Publikum und laden neben Wikipediaforschern auch all diejenigen ein, die sich mit verschiedenen Aspekten von Wikipedia und den Schwesterprojekten, mit Free Culture, Freien Lizenzen, Open Data oder Freier Software befassen.

Nach einer Keynote Lecture von Sarah Stierch (Community Fellow bei der Wikimedia Foundation, Beraterin und Expertin für Themen wie Gender Gap und GLAM) zum Thema Wikipedia and Diversity bietet der ausgedehnte Free Culture Brunch eine ausgezeichnete Möglichkeit zur internationalen und interdisziplinären Vernetzung. Daran schließt das Free Knowledge Panel am Nachmittag an: Unter Moderation von Matthias Spielkamp von irights.info diskutieren unter anderem Jeanette Hofmann (HIIG) und Sebastian Hauss (Universität Konstanz) über die sozialen Aspekte Freien Wissens.

Den festlichen Abschluss der Wikipedia Academy bildet die Verleihung des Zedler-Preises am Sonntag gegen 15 Uhr. Mit diesem Preis zeichnet Wikimedia Deutschland Personen, Gruppen oder Projekte aus, die sich im Jahr 2011 ganz besonders für Freies Wissen engagiert haben. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Academy sind herzlich eingeladen, an der Verleihung teilzunehmen.

Die Veranstaltung endet gegen 17 Uhr – früh genug also, um es pünktlich zum Finale der Fußball-Europameisterschaft nach Hause oder vor die nächste Großleinwand zu schaffen.

 
Wir freuen uns auf unsere Gäste aus Wissenschaft und Forschung, ihre vielen unterschiedlichen Schwerpunkte und einen angeregten Austausch bei der Wikipedia Academy 2012. Ebenso willkommen sind Wikipedianer und Communitymitglieder, die sich mit den wissenschaftlichen Aspekte von Wikipedia und Freiem Wissen beschäftigen und an einem intensiven Austausch mit der Wissenschaft interessiert sind.

Alle Fragen beantwortet das Academy-Team (academy@wikimedia.de): Nicole Ebber, Angelika Adam, Maria Rößler und Denis Barthel

 

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re:publica 2012 – Rückblick auf drei Tage für Freies Wissen

Wikimedia Deutschland auf der re:publica 2012 (Foto: Raimond Spekking, CC-BY-SA 3.0*; via Wikimedia Commons)

Am Freitag, den 4. Mai, endete die größte deutsche Web-Konferenz mit ihrem dritten Veranstaltungstag. Wie im Vorfeld angekündigt, war Wikimedia Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vor Ort, um über Freies Wissen aufzuklären. Die Idee dieses festen Anlaufpunkts für Neugierige zahlte sich aus. Zwar ist die re:publica traditionell ein Ort, an dem netzaffine Menschen schnell ins Gespräch kommen, aber der Wikimedia-Stand machte den Verein über alle drei Tage für jeden Besucher permanent sichtbar. Der offene Raum mit kleiner Bühne lag mitten in der Haupthalle des Veranstaltungsortes, die Zugang zu den acht Rednerbühnen der re:publica bot. An uns und unseren Themen führte also kaum ein Weg vorbei!

Unser Programm

In den Vorbereitungen zur Veranstaltung ging es uns darum, am Stand mit einem gut ausgelasteten Programm über Ziele des Vereins zu informieren und, natürlich, jederzeit für Fragen und Antworten zur Verfügung zu stehen. Erfahrene Wikipedia-Aktive und Mitarbeiter der Geschäftsstelle riefen in ihren Präsentationen und Diskussionsrunden zum Mitmachen in den Wikimedia-Projekten auf. Wiederkehrende Themen waren unter anderem Partizipation, Wikipedia im Bildungskontext, freie Lizenzen und ihre richtige Anwendung, sowie das neue Großprojekt Wikidata. Rückblicke auf einzelne Veranstaltungen werden noch folgen.

Ein Fazit ließ sich bereits direkt nach der Veranstaltung ziehen: Wir konnten viele Wissenslücken der Gäste rund um Wikipedia und Wikimedia schließen. Die Nachfrage nach unseren mitgebrachten Infomaterialien war groß und die Ehrenamtlichen standen uns mit ihrem Expertenwissen tatkräftig zur Seite. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Beteiligten!

Gespräche mit der Presse

Der Wikimedia-Stand diente uns insbesondere auch als Forum für Journalisten, um Hintergrundgespräche und Interviews durchzuführen. Es waren Medienvertreter aus aller Welt vor Ort – von Russland bis Österreich wollte man mit uns über unsere Arbeit sprechen. Einige erste Beiträge finden sich bereits im Pressespiegel – weitere werden folgen.

 

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Wikimedia auf dem Fundraising Kongress 2012

Was haben Sasha Lobo, Reinhold Messner und Jimmy Wales gemeinsam? Diese Frage habe ich mir gestellt, bevor ich als Referent den Deutschen Fundraising Kongress 2012 in Berlin besuchte. Der Fundraising Kongress ist das alljährliche Treffen der deutschen Fundraising-Szene und dieses Jahr kamen mehr als 750 Teilnehmer in das andel´s Hotel in Berlin zusammen. Ich war zum dritten Mal in Folge als Referent eingeladen, um über unsere Spendenkampagne zu berichten (der diesjähriges Vortrag war ein Konzentrat meiner Präsentation auf dem Online-Fundraising-Kongress im Januar). Bei meinen Vorträgen merke ich vor allem zwei Sachen: 1. Selbst unter Fundraisern kennen nicht alle die erfolgreichste Online-Spendenkampagne in Deutschland (unsere) 2. Wir sind mit unserer testorientierten und transparenten Vorgehensweise schon einzigartig.

Doch meine Aufgabe bei der Veranstaltung war natürlich nicht nur das Referieren, sondern besonders auch das Vernetzen und Lernen. Und lernen können wir noch viel. Denn während z.B. Greenpeace ein ausgereiftes und stringentes Story-Telling vorweisen kann, sind wir als vergleichsweise junge Bewegung noch auf der Suche. Welche Art von Geschichte funktioniert für unser Fundraising am besten? Welche Geschichten möchten unsere Leser und Spender hören? Auf dem Kongress spreche ich mit Agenturen und anderen Organisationen und besuche die wenigen Veranstaltungen zum Story-Telling, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Was wir jedoch schon jetzt wissen: mit Hilfe des Testens werden wir unsere Art des Geschichtenerzählens irgendwann herausfinden. Dafür benötigen wir jedoch mehr Geschichten von den Menschen hinter Wikipedia. Und deshalb seid ihr gefragt. Warum engagiert ihr euch für Wikipedia und Freies Wissen? Warum ist Wikipedia unterstützenswert? Was verbindet euch mit Wikipedia? Diese Fragen möchte ich euch stellen. Klingt interessant? Unter till.mletzko@wikimedia.de könnt ihr mich erreichen.

Was haben nun die drei anfangs erwähnten Personen gemeinsam? Nun, sie sind Helden (zumindest in den Augen vieler Menschen)! Sie sind Helden, genauso wie die Greenpeace-Mitarbeiter in den Schlauchbooten oder die Mitarbeiter vor Ort von Ärzte ohne Grenzen und genauso wie die vielen tausende Freiwilligen, die Wikipedia erstellen und jeden Tag etwas besser machen. Genauso wie ihr.

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Rückblick: Wikimedia Conference & Chapters‘ Meeting 2012

2012 Wikimedia Conference Berlin - Gruppenfoto (By Pavel Hrdlička, CC-BY-SA 3.0)
2012 Wikimedia Conference Berlin - Gruppenfoto (By Pavel Hrdlička, CC-BY-SA 3.0)

Ende März versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Wikimedia Chapter sowie das Entscheidungsgremium und Angestellte der Wikimedia Foundation zur Wikimedia Conference 2012 im Tagungszentrum Cluboffice Berlin. Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 40 Ländern folgten der Einladung des Wikimedia Deutschland e. V., der die Konferenz zum vierten Mal in Berlin veranstaltete.

Vorbereitung

Harel Cain von Wikimedia Israel war für die Programmgestaltung verantwortlich und stellte sich damit der Herausforderung, ein Programm für alle Konferenzbesucher zu entwerfen, dass idealerweise eine inhaltlich vielfältige Auswahl von Sessions bieten und gleichzeitig den aktuell drängenden Themen mit erhöhtem Gesprächsbedarf gerecht werden sollte.

Organisation und Veranstaltungskoordination lagen auch in diesem Jahr in Nicole Ebbers Händen. Danny B. half bei der Planung der Anreise und Unterbringung sowie der Betreuung der Teilnehmer vor Ort. Maria Rößler unterstützte die Veranstaltungsvorbereitungen und –durchführung in verschiedenen Bereichen und war Ansprechpartnerin für Teilnehmer und Mitarbeiter am Veranstaltungsort. Die An- und Abreisen der Teilnehmer verliefen weitestgehend reibungslos und blieben abgesehen von der zeitweisen Bestreikung der Flughäfen Tegel und Schönefeld in der Woche vor der Konferenz von äußeren Umständen unbeeinträchtigt.

Einige Arbeitsgruppen (Chapters Committee, Movement Roles) trafen sich schon am Donnerstag, um gemeinsam zu arbeiten. Am Donnerstagabend konnten wir bereits den Großteil der Gäste im baxpax Hostel für ein erstes Zusammentreffen und zur Registrierung begrüßen. Hier gab es Gelegenheit für einen ersten Austausch zwischen den Chapter-Vertretern und um die zahlreichen Konferenzneulinge kennenzulernen. So wurde bei Getränken und Snacks bis in die späten Abendstunden munter geplaudert und diskutiert.

Programm

Das diesjährige Programm war vor allem bestimmt von zwei großen Themen: Dem Chapters Council/Chapters Association sowie den Resolutionen des Board of Trustees zum Thema Fundraising und Verteilung von Geldern. Zusammenfassende Beiträge dazu gibt es u.a. im Wikipedia:Kurier, im Blog der Wikimedia Foundation und von Stu West. Die Vorstellung der Board Resolution wurde außerdem von WikiTV aufgezeichnet (Danke dafür!).

Nach zeitaufwändigen aber durchaus notwendigen Diskussionen haben am Samstag 24 Chapter die Berliner Erklärung zur Charter der zu gründenden Wikimedia Chapters Association unterzeichnet. Herzlichen Glückwunsch an Tomer Ashur, der für die Zeit bis zur Wikimania zum Übergangs-Generalsekretärs gewählt wurde!

Daneben standen aber auch viele weitere Themen auf der Agenda, es gab täglich die allseits beliebte und nostalgische Session „State of the Chapters„. Eine ausführliche Dokumentation findet sich zum Teil schon im MetaWiki, wird aber noch weiter vervollständigt. Auf Commons gibt es die dazugehörigen Fotos und Videos.

Wrap Up (Anna Lena Schiller, CC-BY-SA 3.0)

Am Sonntag wagten wir den Versuch, kein festes Programm vorzugeben, sondern gaben allen Teilnehmern die Möglichkeit, im BarCamp eigene Themen vorzustellen und Sessions anzubieten. Das hat erstaunlich gut funktioniert, alle freien Programmplätze waren im Handumdrehen gefüllt und in den Sessions wurde intensiv an unterschiedlichsten Themen (z.B. Future of the movement, CiviCRM, Libraries, TAO, Social Media, First staff person, QRPedia) gearbeitet. Der Versuch ist geglückt, aber es war gut, damit bis zum Sonntag zu warten, denn da kannten sich dann die meisten und es fiel in entspannter Atmosphäre leichter, eigene Vorschläge einzubringen.

Die Veranstaltung endete mit einer konstruktiven Rückblick-, Ausblick- und Feedbackrunde und einem Dankeschön an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Danke!

An dieser Stelle muss den Menschen gedankt werden, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Ein herzlicher Dank geht zunächst an die Belegschaft von http://www.club-office.com/„>Cluboffice Berlin für den hervorragenden Service, die allzeit freundliche und schnelle Unterstützung und die ausgezeichnete Verpflegung am Veranstaltungsort.

Harel und die beiden Moderatorinnen Anna Lena Schiller und Anja Krieger haben Außerordentliches geleistet und im Spagat zwischen Programmstruktur und spontanen Diskussionsentwicklungen für einen flexiblen Veranstaltungsablauf gesorgt, der alle Bedürfnisse bestmöglich berücksichtigte. Im Moment arbeiten die drei an der Konferenzdokumentation für Meta. Die Präsentationen und Talk-Sessions wurden von Anja und Anna Lena aufmerksam, geschickt und mit sicherem Feingefühl begleitet und teils auch wieder graphisch dokumentiert. Für die Mitschriften bedanken wir und bei Tim Moritz Hector, Michael Jahn, Julia Kloppenburg und Katja Ullrich. Fotografiert haben Phillip Wilke und Marcus Cyron. Vielen lieben Dank für die tolle Unterstützung!

Wikimedia France, Nederland, UK, Österreich, Polska, Schweiz und Italia danken wir für ihre finanziellen Zuwendungen zur Realisierung der Konferenz. Für das Get-together am Freitagabend erhielten wir finanziellen Support von der Wikimedia Foundation. Wikimedia Israel kofinanzierte die Touren durch die „Berliner Unterwelten“ am Samstagabend.

Ein besonderer Dank zum Schluss noch für das leidenschaftliche und überwiegend ehrenamtliche Engagement der Konferenzteilnehmer. Ihr seid klasse!

Für alle Fragen zur Veranstaltung könnt ihr euch gern an Nicole wenden, die mich auch bei der Erstellung dieses Blogbeitrages unterstützt hat.

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Die Wikipedianische Re:publik – Mitmachen bei der Berliner Netzkonferenz!

Alljährlich zwischen Ostern und Pfingsten blickt die sogenannte Netzgemeinde gespannt auf die re:publica. Die einstige Bloggerkonferenz ist mittlerweile zu einem der bundesweit wichtigsten Orte für die Behandlung von Fragen geworden, die sich im Hinblick auf das Internet und die digitale Gesellschaft stellen. Neben zahlreichen Initiativen, NGOs, Unternehmensvertretern und Wissenschaftlern nehmen dort auch zunehmend Politiker und Verbandsvertreter an den Debatten teil. Müsste man das bunte Treiben irgendwie auf den Punkt bringen, so wäre es wohl die goldene Mitte zwischen TED-Konferenz und fliegendem Klassenzimmer. Am neuen Standort STATION-Berlin erwarten die Veranstalter zwischen dem 2. und 4. Mai 2012 ca. 4.000 Teilnehmer.

Schon immer gab es auf der re:publica eine sichtbare Präsenz von Wikipedianern bzw. Wikimedianern. Im letzten Jahr wurde dort die Kampagne „Wikipedia muss Weltkulturerbe werden“ der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Jahr möchten wir nun einen Schritt weiter gehen und vielfältigste thematische Angebote an einem eigenen Info-Stand bündeln. Die aktuelle Planung sieht u.a. zielgruppenspezifische Commons-Workshops für Blogger und Bildjournalisten, eine Einstimmung auf Wiki Loves Monuments 2012, eine Diskussionsrunde zur Repräsentanz von Frauen in Wikipedia, einen Vortrag zum “Next Big Thing” Wikidata sowie ein kleines “Best of” der bisherigen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der deutschsprachigen Wikipedia vor.

Noch gibt es genügend Platz in unserem Spielplan, um weitere Ideen zu verwirklichen. Falls Ihr also ein Anliegen habt, das Ihr im Kontext der re:publica ideal aufgehoben seht, so würden wir uns über entsprechende Anregungen und vor allem aktive Beiträge von euch sehr freuen. Wichtig dabei ist, sich immer vor Augen zu halten, dass nicht jeder Konferenzbesucher notwendigerweise ein WP-Insider ist. Die re:publica ist nicht zuletzt ein interessantes Forum, um als aktive/r Autor/in Nutzerbedürfnisse besser kennen zu lernen und gleichzeitig für die Mitarbeit im Projekt zu werben. Nur so als Anregung: Gibt es Problemlagen bei der Redaktionsarbeit, die man auch gut öffentlich diskutieren könnte? Warum sind die Relevanzkriterien “von außen” nach wie vor so wenig nachvollziehbar?

Vorschläge könnt Ihr gerne posten oder auch direkt an mich (jan.engelmann@wikimedia.de) senden. Im Falle einer Teilnahme wird der Verein für euch den Eintrittspreis übernehmen und sich um die Akkreditierung kümmern.

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WikiCon 2012: Call for Papers gestartet

Wir freuen uns, heute den Call for Papers für die WikiCon 2012, die auf Initiative von Wikimedia Österreich vom 31. August bis 2. September 2012 in Dornbirn stattfinden wird, hier bekannt zu geben:

Die WikiCon ist das einzigartige Treffen der Communitys der deutschsprachigen Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte. Sie erhält nach der Premiere 2011 bald eine Neuauflage. In Nürnberg kamen im letzten September rund 170 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, als die Debatte um den Bildfilter sowie der Wettbewerb „Wiki Loves Monuments“ gerade ergiebigen Gesprächsstoff lieferten.

Auf Initiative von Wikimedia Österreich soll die nächste WikiCon, vom 31. August bis 2. September 2012, nun ein echt internationales Treffen im „Vierländereck“ am Bodensee werden. In der Stadt Dornbirn bot sich die Fachhochschule Vorarlberg als geeigneter Austragungsort an. Das Organisationsteam lädt alle, die sich in Nürnberg beteiligt haben, sowie weitere Interessenten herzlich dazu ein, Vorschläge für Workshops und Vorträge einzureichen, damit die WikiCon ein attraktives Programm anbieten kann. Die Frist zur Einreichung solcher Präsentationen läuft bis zum 30. Juni.

Länge der Präsentationen

Ihr solltet für Vorträge, inkl. Fragen oder Diskussion, rund 45 Minuten einplanen. Die Präsentationen beginnen jeweils zur vollen Stunde, danach schliesst sich eine viertelstündige Kaffeepause an, welche auch für weitere Gespräche und den Saalwechsel genutzt werden kann.

Themenfelder

Jedes Themenfeld erhält eine Schiene und einen von vier Multimediasälen zugeteilt:

Technik

Hier können sich alle, welche sich an der technischen Weiterentwicklung der Wikimedia-Projekte beteiligen, also Softwareentwickler, Botbastler und Serveradmins, miteinander austauschen.

Content

In diesem Themenbereich geht es um die Inhalte nicht nur der Wikipedia, sondern auch von Wikimedia Commons, Wikiversity, Wikinews, Wikisource und Wiktionary bis hin zu Vereins- und Familienwikis. Auch Fragen des Urheberrechts wie Schutzfrist und Panoramafreiheit können hier diskutiert werden.

Community

Wie werden Konflikte gelöst, wie motiviert man andere Wikipedianer zur Mitarbeit in einer Redaktion? Welche Ansprüche sollen Wikimedia-Chapters erfüllen? Solche Fragen können hier erörtert werden.

Outreach

Hier möchten wir aufgreifen, wie bisher wenig vertretene Bevölkerungsgruppen sich an freien Wissensprojekten beteiligen können, wie auf sie zugegangen wird und wie vor allem die Zusammenarbeit mit kulturellen Institutionen die Projekte bereichert.

Workshops

Für Workshops stehen verschiedene Studioräume zur Verfügung:

  • PC-Studio (mit 18 Intel-PCs)
  • Mac-Studio (mit 21 Apple-Rechnern)
  • Fotostudio inkl. ein Klassensatz an Canon-Kameras
  • AV-Studio mit Greenbox
  • Tonstudio mit Sprecherkabine Damit können vielfältige Workshops durchgeführt werden, zum Beispiel:
  • Karten- und Grafikwerkstatt – mit Tools am PC zusammen Karten und/oder Grafiken gestalten
  • Fotoworkshop – mit geliehenem Material, Objektaufnahmen mit den
  • speziellen Blitzanlagen und Hintergründen
  • Gesprochene Wikipedia
  • WikiTV-Workshop
  • Bildbearbeitungsschulung – z.B. Gimp oder Adobe Creative Suite sind vorhanden
  • … was ihr möchtet!

Wir freuen uns auf die Vorschläge, die wir über die WP-Seite WikiCon 2012/Programm/Themensammlung entgegen nehmen.  Wer ein Thema spannend findet und im Publikum dabei sein möchte, kann sich ebenfalls bereits dort eintragen.

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