Posts Tagged ‘Internationale Beziehungen’



Perspektivwechsel

 

Erkenntnisse aus dem internationalen Treffen der GLAM-Koordinatoren auf der Wikimania 2016

Rechts spielende Bambini, links lebhafte Fußballfans beim Achtelfinale der EM und dazwischen fast 20 hochkonzentrierte GLAM*-Koordinatoren der Wikimedia Bewegung. Wir befinden uns circa 900 Meter über dem Meeresspiegel in einer kleinen Bergstadt in der Lombardei (Italien). Für eine knappe Woche lebten mehr als 2000 Menschen in Esino Lario. Denn dort auf der Wikimania versammelten sich ca 1200 Mitglieder der weltweiten Wikimedia-Bewegung, um sich über neueste Trends auszutauschen und innovative Projekte vorzustellen. Aus Schweden, Estland, Finnland und England. Aus Spanien, Baskenland, Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, Schweiz, und vermutlich habe ich auch noch einige Länder in der Aufzählung vergessen, kamen viele derjenigen, die sich beruflich oder ehrenamtlich damit beschäftigen, für mehr #wikiGLAM in den Wikimedia-Projekten zu sorgen. Denn natürlich sind Gemälde, Archivalien, museale Objekte und Bücher – genauer ihre digitalen Derivate – von großer Bedeutung für alle Wikimedia-Projekte. Via Wikimedia-Commons sollen Bilder aus den GLAM-Sammlungen Wikipedia-Einträge veranschaulichen und attraktiver gestalten. Daten zum kulturellen Erbe aus den Museen und Archiven sollen Wikidata-Einträge vervollständigen. Buchscanns werden für den Ausbau von Wikisource gebraucht. Freiwillige und Funktionäre fackeln nicht lange, wenn eine Museumstür sich ihnen öffnet. Wir wissen, was wir wollen.

In einer Pariser Galerie: Der Wunsch sich das Schöne anzueignen. Photo von Valfex [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Blickrichtung tauschen

Aber nach circa fünf Jahren GLAM-Arbeit ist es Zeit sich zu fragen, wie können wir besser werden? Wie kann es uns gelingen, noch besser zusammenzuarbeiten? Wie können wir besser miteinander lernen? Es ist ein guter Moment diese Fragen zu stellen. Denn erst vor Kurzem hat die Trägerin aller Wikimedia-Projekte, die Wikimedia Foundation, Alex Stinson als Wiki-GLAM-Strategen eingestellt. Er wird uns in Zukunft dabei unterstützen und antreiben, Antworten auf die obigen Fragen zu finden.

Doch schon zwischen Bambini und Fußball wurde mir eines in Esino Lario ganz deutlich. Wir brauchen einen Perspektivwechsel. Und während ich noch die letzten Krümmel der Wikimania-Kekse genieße, möchte ich diesen Wechsel kurz skizzieren. Wir müssen uns in Zukunft noch stärker an den Bedarfen der GLAM-Institutionen orientieren. Nur so werden wir erreichen, was wir wollen. Da wir ja genau wissen, was wir brauchen, suchen wir nach den Möglichkeiten es zu bekommen. Denn wer gibt nicht gern, wenn er dabei gewinnt? Seit den Pionierzeiten von Wikipedia hat sich die Welt ein Stück weit verändert. Vielen Museumsdirektorinnen und Archivleitern, führenden Bibliothekarinnen und Kuratoren ist inzwischen klarer, die digitale Welt ist keine Parallele zur Realität, sondern ein Teil von ihr geworden. Sie wissen, dass ihre Besucher und vor allem ihr Nicht-Publikum jährlich mehr Zeit mit mobilen Computern verbringt und erwartet, im Netz möglichst personalisierte Angebote zu finden, die es weiter nutzen kann. Die Welt fände in der hohlen Hand Platz.** Ein Bild von der württembergischen Krone per Snapchat verändern, kommentieren und raus in den Orbit der digitalen Freundschaften schicken, eine App herunterladen, die mir beim Spaziergang durch Berlin, die Standorte zu Hans Baluscheks Gemälden anzeigt natürlich mit einer Ansicht des jeweiligen Gemäldes. Eine One-Minute-Skulptur von Erwin Wurm auf Twitter teilen, ein Foto vom Besuch einer Pariser Galerie oder Bilder einer Modeausstellung in einen Blogpost einbinden können. Das sind heute nicht nur für digital natives selbstverständliche Handlungen, wenn auch, wie wir gesehen haben, nicht immer als legal angesehene. Aber soll man solche Nachnutzungen überhaupt ermöglichen? Und wie macht man das? Weiterlesen »

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Wikimedia Conference 2015: Wikimedia-Organisationen zu Gast in Berlin

Vom 15. bis 17. Mai 2015 ist Wikimedia Deutschland erneut Gastgeberin der internationalen Wikimedia Conference. Bei dieser jährlichen Veranstaltung treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Wikimedia-Organisationen (Wikimedia Chapter, Thematische Organisationen, Nutzergruppen) sowie der Wikimedia Foundation und weiterer Gremien wie dem Funds Dissemination und dem Affiliations Committee, um über die Struktur, Zusammenarbeit und die Zukunft des Wikimedia-Universums zu beraten. Es ist das sechste Mal, dass wir die #wmcon ausrichten und wir erwarten etwa 160 Teilnehmende aus der ganzen Welt im Tagungszentrum des Tagesspiegel-Verlages in Berlin. Die Finanzierung der gesamten Konferenz sowie die Reisekoordination übernimmt auch in diesem Jahr wieder die Wikimedia Foundation.

Eine Konferenz mit Perspektive

Anfang des Jahres vereinbarten die Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland, die Wikimedia Conference für die nächsten drei Jahre (2015 bis 2017) nach Berlin zu vergeben. Diese langfristige Perspektive bietet nun erstmalig die Chance, die Konferenz produktiver und nachhaltiger zu gestalten als in den Vorjahren. Bisher wurden stets zu viel Zeit und Energie in Diskussionen um den Austragungsort und Logistik investiert, statt sich den Zielen und Inhalten zu widmen. Das ändert sich nun.

Mit der Perspektive, dass die Konferenz drei Jahre an einem Ort stattfindet, können die Kosten für die Logistik gesenkt werden und langfristigere Verträge mit Dienstleistern geschlossen werden. Alle organisatorischen Aufgaben übernimmt das Event-Team von Wikimedia Deutschland, dem in Person von Daniela Gentner und Wenke Storn ein ganz herzlicher Dank gebührt.

Mit dem neuen „Program and Engagement Coordinator“ Cornelius Kibelka wollen wir die Konferenz auf ein höheres Niveau heben und der inhaltlichen Perspektive mehr Raum geben. Zu Cornelius’ Aufgaben gehört es, eng mit den Teilnehmenden und Sprechern zusammen zu arbeiten und diesen zu ermöglichen, sich besser auf die Konferenz und deren Inhalte vorzubereiten. Sie alle sollen mit dem Bewusstsein nach Berlin reisen, dass Themen der Konferenz auch weit über die Veranstaltung hinaus bearbeitet, weiter entwickelt und zu Entscheidungen geführt werden sollen. Die Dokumentation wird in diesem Jahr ebenfalls optimiert und auf die nachfolgenden Wirkungen und Aktivitäten ausgerichtet. Neben unterschiedlichen Wegen der stetigen und nachhaltigen Fortführung der Themenstränge wird es bei der Wikimania in Mexiko einen eigens dafür vorgesehenen Raum für die weitere gemeinsame Bearbeitung geben. Weiterlesen »

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