Posts Tagged ‘Inhaltsbefreiung’



Neue Bilder von der Deutschen Fotothek

Blick vom Rathausturm über das zerstörte Dresden, 1945
Blick vom Rathausturm über das zerstörte Dresden, 1945

Im März hatte die Deutsche Fotothek angekündigt, etwa 250.000 Bilder unter die Freie Lizenz Creative Commons BY-SA zu stellen und Wikimedia Commons zur Verfügung zu stellen. Im ersten Durchgang wurden etwa 43.000 Bilder hochgeladen. Heute wurde nun mit der Bereitstellung von weiteren 18.000 Bildern begonnen, darunter auch historische Aufnahmen aus dem zerstörten Dresden von Richard Peter. Die neuen Bilder landen zunächst in einer Auffangkategorie auf Commons und sollen dann nach und nach kategorisiert werden – dabei ist jede Hilfe willkommen!

Wir danken der Deutschen Fotothek für die Bilder und freuen uns schon auf den nächsten Satz!

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Befreiung von Inhalten – wie geht es weiter?

Nachdem die Kooperation mit dem Bundesarchiv so erfolgreich funktioniert hat, gab es seit Ende letzten Jahres Gespräche, wie wir  solche Projekte weiter vorantreiben können. Wie finden wir geeignete Kooperationspartner, die über Inhalte verfügen? Wie können wir sie für die Unterstützung Freien Wissens gewinnen? Wie stemmen wir die damit verbundenen Arbeiten?

Ein erster Schritt in dieser Richtung war die Einstellung von Mathias Schindler als Projektmanager, zuerst für drei Monate. Sein Auftrag: Partner finden und Kooperationen auf den Weg bringen. Am 31. März konnten wir dann auch schon einen ersten großen Erfolg vorstellen: die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gibt 250.000 Bilder aus der Deutschen Fotothek frei. Der Upload hat bereits begonnen, viele Bilder wurden schon thematisch kategorisiert, inhaltlich geprüft und in Wikipedia-Artikel eingebunden. Daneben liefen noch weitere vielversprechende Gespräche mit anderen Institutionen.

Wie geht es nun weiter? Es ist klar, dass freien Zugang zu Bildern und anderen Materialien schaffen zu unseren Kernaufgaben gehört. Die Erfolge bisher lassen kaum Zweifel, dass hier noch sehr viel mehr möglich ist. Die begeisterte Einbindung und Verwendung der Bundesarchiv- und SLUB-Inhalte durch engagierte Freiwillige zeigt ebenfalls, wie wichtig solche Projekte für die weitere Entwicklung unserer Inhalte sind. Um dem allen gerecht zu werden, haben wir beschlossen:

  1. Die Befreiung von bisher nur eingeschränkt nutzbaren Inhalten wird aktiv durch den Verein gefördert.
  2. Wir bieten Mathias Schindler eine Verlängerung des Vertrags als Projektmanager auf 12 Monate an. Seine exzellente Arbeit bisher und sein unermüdlicher Einsatz in diesem Bereich sind bester Beweis dafür, dass er diese Rolle ideal ausfüllt. Mathias hat das Angebot bereits angenommen und den Vertrag unterschrieben.
  3. Der Verein wird kurzfristig ein Spendenprojekt starten, um Mittel zur Befreiung von Inhalten anzuwerben. Damit sollen auch eventuell entstehende Kosten abgedeckt werden, wie sie zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Software zum Bildupload und -verwaltung oder der Digitalisierung von Inhalten entstehen können. Details dazu werden wir in den nächsten zehn Tagen vorstellen.

Ich freue mich persönlich sehr, dass wir in diesem Bereich bereits so viel machen konnten, und sehe mit viel Spannung zukünftigen Kooperationen entgegen. Wir sind angetreten, das Wissen der ganzen Menschheit zu sammeln und jedem für jeden Zweck frei zugänglich zu machen. Bisher nicht zugängliche Inhalte zu diesem Zweck zu erschließen ist eine wichtiger weiterer Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.

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Von Kindern und Revolutionen

Via Ars Technica lernen wir, dass Microsoft sich offenbar endgültig von den Encarta-Produkten verabschieden will.  In den letzten Jahren kam es bereits zu einer Ausdünnung der physischen Produktlinie, der Fokus lag spätestens seit 2007 auf dem ehemals stark mit der MSN-Suchmaschine verzahnten Onlineportal, das 2000 an den Start ging.

Laut MSN-FAQ gibt es für das Ableben von Encarta folgenden Zeitplan:

  • Juni 2009: Ende des Verkaufs der Encarta-Produkte („Microsoft Student“, „Encarta Premium“)
  • 31. Oktober 2009: Die Onlineportale von MSN Encarta gehen offline (Ausnahme: Japanischsprachige Encarta)
  • 31. Oktober 2009: Encarta-Produkte werden nicht mehr länger aktualisiert (Ausnahme: Japanischsprachige Encarta)
  • 31. Dezember 2009: Die japanischsprachige MSN Encarta geht offline
  • 31. Dezember 2009: Japanischsprachige Encarta wird nicht mehr aktualisiert
  • Ende 2012: Ende des technischen Supports für die Encarta-Produkte

Ebenfalls in der FAQ findet sich eine eher allgemein gehaltene Begründung für die Einstellung der Produktreihe:

Encarta has been a popular product around the world for many years. However, the category of traditional encyclopedias and reference material has changed. People today seek and consume information in considerably different ways than in years past. As part of Microsoft’s goal to deliver the most effective and engaging resources for today’s consumer, it has made the decision to exit the Encarta business.

Dieser Einschätzung kann man durchaus zustimmen. Encarta war seit 1993 Teil dieses Wandels und hat durch technische Innovation, hartes Marketing und eine entsprechend massenorientierte Preispolitik über einige Zeit das Tempo vorgegeben, an vielen Stellen finden sich Fragmente dieser Geschichte bei wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten als Fallbeispiel für den Wandel schlechthin.

Der Rest ist pure Wiederholung und findet sich bereits in meinem Blogeintrag über das Ende des Meyers Lexikon Online. Eine Email an Microsoft ging heute heraus, vielleicht lässt sich ja hier eine Lösung für die (freie) Zukunft der Encarta-Inhalte finden.

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Der entscheidende Punkt und andere Nebensächlichkeiten

Gestern stolperte ich über ein Interview mit Andreas Langenscheidt, gegenwärtiger Vorsitzender des Aufsichtsrates von BIFAB (Duden, Meyers, und derzeit noch Brockhaus). Dort geht es eigentlich um den Verkauf an Cornelsen, eine Frage spricht aber auch direkt die Wirrungen um „Brockhaus Online“ an:

Kamen die Bemühungen mit Brockkaus online zu spät?

Brockhaus online war nicht der erste Versuch. Wir haben mit hohen Investitionen vor vielen Jahren mit dem Projekt Xipolis schon einmal einen Anlauf in Mannheim genommen, der aber leider gescheitert ist. Vor einigen Wochen konnten wir gerade in den Medien verfolgen, dass sowohl Wikipedia als auch z.B. Knol mit den Schwierigkeiten der Refinanzierung eines kostenfreien Portals konfrontiert sind. Im Bereich Wissen gab es in letzter Zeit mit Meyers Online Versuche, ebenso mit Brockhaus. Der entscheidende Punkt ist schließlich das Erlösmodell. Ich kenne im Moment kein Verlagsunternehmen, das mit kostenlosen Inhalten, ernsthaft Geld verdient.

Ich bin nicht sicher, auf welchen Medienbericht sich Langenscheidt bezieht, wenn es um die Refinanzierungsschwierigkeiten von Wikipedia geht,  grundsätzlich liegt er aber richtig: Nicht nur in Bankenkrisenzeiten ist es nicht einfach, Spenden zu sammeln. Die Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland erleben dies jeden Tag wieder. Erfreulich daran ist, dass es bisher immer gelungen ist, den Betrieb und den Ausbau der Infrastruktur zur Unterstützung von Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte sicherzustellen.

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Direkter und freier Zugriff auf unser kulturelles Erbe, Schritt für Schritt

Am 31. März fahre ich nach Berlin und es ist jedes Mal eine schöne Sache, die Hauptstadt zu besuchen. Diesmal wird es eine ganz besondere Freude sein, denn die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden und mein Verein werden in den Räumen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin eine Kooperation ankündigen, die es in sich hat – hundertausendfach.

Sichtbarster Teil dieser Kooperation ist die Freigabe von 250.000 Bildern aus den Beständen der Deutschen Fotothek unter Creative Commons cc-by-sa und der Upload dieser Bilder auf Wikimedia Commons, dem Bilderarchiv der Wikimedia Foundation.

Eingebettet ist dies in eine Verknüpfung von Personendaten, um die Inhalte dauerhaft auffindbar zu machen. Andere Arten der Verknüpfung und Anreicherung von Metadaten gehören dazu und werden ebenfalls am 31. März vorgestellt.

Dies ist die zweite Kooperation dieser Art, die Wikimedia Deutschland eingegangen ist. Seit Dezember 2008 kooperieren wir mit dem Bundesarchiv, das initial 100.000 Bilder ebenfalls unter cc-by-sa freigegeben hat. Viele dieser Bilder sind inzwischen in Wikipedia-Artikel an passender Stelle eingearbeitet.

Auf den Seiten der ZLB liegt seit heute die Einladung für die Pressekonferenz als PDF.

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Das Gastspiel unfreier Inhalte im Netz

Im August 2006 stellte das Bibliographische Institut & F.A. Brockhaus (BIFAB) die Inhalte des Meyers-Konversationslexikons online – die Inhalte (weiterhin gedruckt für 150 Euro im Buchhandel) waren ab sofort kostenfrei auf lexikon.meyers.de einsehbar. Als Softwareplattform für dieses Projekt kam eine modifizierte MediaWiki-Version zum Einsatz, der man die öffentlich einsehbare Versionsgeschichte und die Möglichkeit zur öffentlichen Mitarbeit entfernt hatte. Zum einjährigen Relaunch „Meyers Lexikon 2.0“ führte der Verlag dann so etwas ein wie „gesichtete Versionen“: Angemeldete Nutzer konnten Vorschläge für Artikeländerungen einreichen, die dann von der BIFAB-Redaktion geprüft und ggf. eingearbeitet wurden.

Anfang 2008 wurde es dann etwas unübersichtlich: Mit dem Ausblick auf einen Millionenverlust und wegen der Absatzprobleme der gedruckten 21. Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie kündigte der Verlag an, mit einer neuen Tochterfirma und einer neuen Seite namens „Brockhaus Online“ ein Navigator der Wissenswelt werden zu wollen. Die Pläne klangen durchaus nicht uninteressant: Der komplette Bestand der Brockhaus-Enzyklopädie (und der diversen anderen Textsubstanzen, die auch schon auf dem Bezahlportal www.brockhaus-enzyklopaedie.de eingemischt waren), dazu ein starker Medienpartner für tagesaktuelle Inhalte und Millionen von Bildern, all das kostenlos und werbefinanziert. Der Starttermin im April wurde dann kurzfristig abgesagt, verschoben, abgesagt und zuletzt stillschweigend beerdigt.

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Eine Zahl, sie alle zu finden und ewig zu binden

Seit Dezember 2008 kooperiert Wikimedia Deutschland e.V. mit dem Bundesarchiv bei der Bereitstellung von Bildern unter Freier Lizenz. Ein wichtiger Teil dieser Kooperation ist die Verknüpfung der Personendaten des Bundesarchivs, der Wikipedia-Personendaten und der Personennamendatei der Deutschen Nationalbibliothek, unserem Kooperationspartner seit 2003. Dieses Matching erzeugt im Idealfall einen Datensatz, der anzeigt, dass

a Bundesarchiv) Okuma | Premierminister | Japan
b Wikipedia) [[Ōkuma Shigenobu]] – 8. und 17. Premierminister von Japan (* 1838; † 1922)
c PND) Ōkuma, Shigenobu (119096420) – Premier- und Außenminister; Japan. Politiker (Land: XB-JP; Lebensdaten: 1838-1922)

die gleiche Person bezeichnen. Wer also nach dem erfolgreichen Matching ein Bild im Bundesarchiv entdeckt, wird mühelos auf den Wikipedia-Artikel zur abgebildeten Person weitergeleitet und kann dort mit einem Klick nachschlagen, was diese Person in Deutschland publiziert hat oder was über sie publiziert wurde. Dank des Forschungsprojektes VIAF geht es dann sogar noch weiter in die Bestände der französischen, schwedischen und US-amerikanischen Nationalbibliotheken oder ihrer Äquivalente.

Seit heute sind von 59.073 Datensätzen des Bundesarchivs bereits 70% erfolgreich bearbeitet, das für Ende März erhoffte Ziel wurde also erfolgreich vorzeitig erreicht und allen Helfen von Bundesarchiv und Wikipedia/Wikimedia möchte ich meinen herzlichsten Dank aussprechen.

Für diese wie auch für alle nachfolgenden Kooperationen mit ähnlicher Konzeption werden wir auch weiter Helfer benötigen, die Lust und Zeit
haben, die Personendaten in der Wikipedia zu pflegen und gegen andere Datensätze abzugleichen.


Interessierte können sich vertrauensvoll an mich (
mathias.schindler@wikimedia.de) wenden (Stichwort: Personendatenmatching).

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Mathematisches Forschungsinstitut Oberwolfach stellt Bilder unter CC-Lizenz

Das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach ist seit über 60 Jahren ein Ort, an dem sich die besten Mathematiker der Welt treffen, um in der Abgeschiedenheit des Schwarzwalds, aber mit einer ausgezeichneten Bibliothek, ihre Probleme zu diskutieren. Es gibt dort zwar kein Fernsehen und auf den Zimmern keine Telephone, aber es gibt dort Photoapparate und so ist im Laufe der Jahre eine ansehnliche Sammlung entstanden, 2005 durch eine Schenkung durch Karl Jacobs stark angereichert. Diese über 9000 Bilder sind Online unter der Seite http://owpdb.mfo.de/ zu finden. Nach langen Verhandlungen durch die Wikipedianer Kmhkmh und mich stehen seit gestern die Bilder an denen das MFO die Rechte hat unter der CC-by-sa, damit sie auch in der Wikipedia verwendet werden können. Die Sammlung enthält Photos unzähliger berühmter Mathematiker; ein echter Schatz für den Bereich Mathematik in der Wikipedia. Ein erstes Beispiel ist Paul Lorenzen und viele weitere werden folgen. Im Jahr der Mathematik gewinnt diese so ein Gesicht. Vielen herzlichen Dank an das MFO! Vielleicht ein Modell für weitere öffentlich geförderte Institutionen?

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