Posts Tagged ‘Inhaltsbefreiung’



Hier editiert der Chef noch höchstpersönlich

Dmitri Medwedew ist amtierender Präsident Russlands und hat sich in den letzten Monaten das Thema Urheberrecht zur Brust genommen. Dabei sparte er nicht mit Lob für das Lizenzmodell von Creative Commons. Vielleicht erklärt das auch, warum die staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti heute mit gleich einer ganzen Batterie von Meldungen online geht, in der sie den Start der Zusammenarbeit mit unseren Kollegen vom russischen Wikimedia-chapter bekanntgeben: Bilder aus dem RIA-Archiv werden unter einer freien Lizenz veröffentlicht und auf Wikimedia Commons hochgeladen:

Meldung von heute, 14:22 (Russisch): Medwedew startet Projekt zur Zugänglichmachung des RIA Novosti Bildarchivs

Meldung von heute, 00:09 (Russisch): RIA Novosti öffnet Bildarchiv für Commons

In einer Aktion, die dem Wort „photo-op“ eine neue Bedeutung zuweist, lud der Präsident höchstpersönlich unter einem für diesen Zweck angelegten Account auf  das Hunderste Bild auf Wikimedia Commons.

Weiterführende Informationen bietet die Pressemitteilung von Wikimedia RU. Eine Liste aller veröffentlichten Bilder liegt auf Wikimedia Commons.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Frei wie in Sauerkraut

In meinem noch zu schreibenden Essay „Informatiker kommen vom Mars, und Historiker kommen von der Venus“ wird ein großer Abschnitt dem Verhältnis zur englischen Sprache gewidmet sein. Historiker schreiben ihre wissenschaftlichen Beiträge, für viele Informatiker kaum zu glauben, meistens tatsächlich in der Muttersprache. Ein geschichtswissenschaftlicher Beitrag steht in einer bestimmten kulturellen Tradition, und Historiker möchten ihrem Text eine gewisse sprachliche Eleganz mitgeben können. Informatiker hingegen befürchten, dass man sie nicht ernst nimmt, wenn sie in einer anderen Sprache als Englisch publizieren.

So graust es einen Historiker auch, wenn er sieht, wie Informatiker massenweise ihre Fachausdrücke aus dem Englischen übernehmen und allenfalls oberflächlich eindeutschen. Archiv, Referenzen, Quellen… entsprechend geraten beide Gruppen sich gern in die Haare, wenn sie aus obskuren Gründen zur Zusammenarbeit gezwungen sind. Zum Beispiel, wenn sie gemeinsam an einer Enzyklopädie schreiben.

Problematisch wird es spätestens dann, wenn der Sinn nicht mehr deutlich wird. Manchmal löst man sogar nach angelsächsischem Vorbild Probleme, die man ohne angelsächsischen Einfluss gar nicht hätte. Im Schulprojekt der Wikimedia Deutschland sprach ein Teilnehmer beispielsweise davon, wie er Lehrern und Schülern den Unterschied zwischen „frei wie in Bier“ und „frei wie in Redefreiheit“ verdeutlicht.

Als ich vor Jahren auf diesen berühmten Unterschied stieß, war ich verwirrt und fragte schließlich einen Amerikaner. Dieser war in fremden Sprachen bewandert und erklärte mir:

„Ziko, das kannst du getrost vergessen. Im Englischen denken die Leute bei dem Wort ‚free‘ automatisch an ‚kostenlos‘. Darum machen wir den komplizierten Umweg mit dem Freibier und der Redefreiheit: ‚free as in beer‘ und ‚free as in speech‘.“

Man könne genausogut von kostenlosem Sauerkraut sprechen, und mit Redefreiheit hätten unsere freien Lizenzen auch nicht direkt zu tun. Der Amerikaner – es war übrigens Chuck Smith – beglückwünschte mich dazu, dass die deutsche Sprache das Problem so nicht kenne. Daher habe ich in Darstellungen zur Wikipedia oder zu Freiem Wissen das Bier/Redefreiheit-Sprachbild stets weggelassen.

Natürlich: Selbsterklärend ist das Wörtchen „frei“ damit noch lange nicht. Jedenfalls können und sollen wir damit anders umgehen als die bedauernswerten Angelsachsen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (21 Bewertungen, Durchschnitt: 1,95 von 5)
Loading...

Open-Access-Petition: Kostenfreier Zugang zu öffentlich geförderten wissenschaftlichen Publikationen

Bereits seit dem 20. Oktober befindet sich beim Deutschen Bundestag eine Petition in der Mitzeichnungsphase, die den Titel Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen trägt. Konkret fordert sie:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Dieses Ziel stimmt mit den Ansichten von Wikimedia Deutschland überein, so dass der Verein diese Petition ausdrücklich unterstützt.

Konkret ist es nicht nachvollziehbar, warum durch öffentliche Förderung zustande gekommene Forschungsergebnisse oft ausschließlich in (sehr teuren) kostenpflichtigen Fachzeitschriften publiziert werden und der Steuerzahler für den Zugang zu von ihm bereits finanzierten Ergebnissen erneut bezahlen muss.

Die Zeichnungsfrist der Petition endet am 22. Dezember. Zum Zeitpunkt dieses Postings haben sich bereits 13.380 Unterstützer für die Petition ausgesprochen. Sollte sie bis zum 29. November von 50.000 Befürwortern unterzeichnet worden sein, so muss die Petition vom zuständigen Ausschuss des Bundestages angehört werden. Aus diesem Grund fordert der Wikimedia Deutschland e.V. nachdrücklich zur Unterzeichnung und Unterstützung der Petition auf.

Da die Zeit drängt, bietet es sich an, weitere Interessierte auf das Thema aufmerksam zu machen. Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ hat dazu einen Flyer gestaltet, der ausdrücklich zum Nachdruck gedacht ist.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (44 Bewertungen, Durchschnitt: 3,55 von 5)
Loading...

Hearing in Brüssel: Wir bauen uns ein Waisenhaus

Am 26. Oktober hatte die Europäische Kommission (EC) zu einem öffentlichen Hearing über „Orphan Works“ eingeladen. Dies steht in einer Reihe mit dem „Grünbuch„, an dem sich auch Wikimedia Deutschland und einige andere Schwesterchapter beteiligt hatten.
Für Wikimedia Deutschland war dieses Hearing eine gute Gelegenheit, vor Ort Eindrücke über solche Hearings zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und zu sehen, wie wir unsere Interessen an geeigneter Stelle vorbringen können.

Orphan Works sind – und da verlasse ich bereits den Konsens über die Definition – Werke, die zwar noch urheberrechtlich geschützt sind, deren Rechteinhaber jedoch nicht ausfindig zu machen sind – zumindest nicht mit vertretbarem Aufwand. Praktische Relevanz haben diese Waisenkinder vor allem seit der Massendigitalisierung durch Bibliotheken.

Während bei gemeinfreien Werken die Lage halbwegs eindeutig ist und bei den noch verlegten Titeln ein Rechteinhaber einfach greifbar ist, gibt es im Zeitraum zwischen 1870 und 1970 eine große Anzahl an Werken, bei denen wir einfach davon ausgehen müssen, dass die Urheber noch nicht 70 Jahre tot sind und irgendjemand Nutzungsrechte hat – ob er oder sie davon weiß oder nicht. Faktisch ist deshalb das 20. Jahrhundert der effizienten Massendigitalisierung entzogen.

Die Europäische Kommission hat mit Europeana selbst ein Projekt am Start, dass durch diese Situation stark betroffen ist. Sie überlegt jetzt, ob und wie eine europaweite gesetzliche Regelung aussehen könnte, die Waisenkinder wieder für die Allgemeinheit zugänglich macht.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (24 Bewertungen, Durchschnitt: 3,58 von 5)
Loading...

Neue Bilder von der Deutschen Fotothek

Blick vom Rathausturm über das zerstörte Dresden, 1945
Blick vom Rathausturm über das zerstörte Dresden, 1945

Im März hatte die Deutsche Fotothek angekündigt, etwa 250.000 Bilder unter die Freie Lizenz Creative Commons BY-SA zu stellen und Wikimedia Commons zur Verfügung zu stellen. Im ersten Durchgang wurden etwa 43.000 Bilder hochgeladen. Heute wurde nun mit der Bereitstellung von weiteren 18.000 Bildern begonnen, darunter auch historische Aufnahmen aus dem zerstörten Dresden von Richard Peter. Die neuen Bilder landen zunächst in einer Auffangkategorie auf Commons und sollen dann nach und nach kategorisiert werden – dabei ist jede Hilfe willkommen!

Wir danken der Deutschen Fotothek für die Bilder und freuen uns schon auf den nächsten Satz!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (19 Bewertungen, Durchschnitt: 4,11 von 5)
Loading...

Befreiung von Inhalten – wie geht es weiter?

Nachdem die Kooperation mit dem Bundesarchiv so erfolgreich funktioniert hat, gab es seit Ende letzten Jahres Gespräche, wie wir  solche Projekte weiter vorantreiben können. Wie finden wir geeignete Kooperationspartner, die über Inhalte verfügen? Wie können wir sie für die Unterstützung Freien Wissens gewinnen? Wie stemmen wir die damit verbundenen Arbeiten?

Ein erster Schritt in dieser Richtung war die Einstellung von Mathias Schindler als Projektmanager, zuerst für drei Monate. Sein Auftrag: Partner finden und Kooperationen auf den Weg bringen. Am 31. März konnten wir dann auch schon einen ersten großen Erfolg vorstellen: die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gibt 250.000 Bilder aus der Deutschen Fotothek frei. Der Upload hat bereits begonnen, viele Bilder wurden schon thematisch kategorisiert, inhaltlich geprüft und in Wikipedia-Artikel eingebunden. Daneben liefen noch weitere vielversprechende Gespräche mit anderen Institutionen.

Wie geht es nun weiter? Es ist klar, dass freien Zugang zu Bildern und anderen Materialien schaffen zu unseren Kernaufgaben gehört. Die Erfolge bisher lassen kaum Zweifel, dass hier noch sehr viel mehr möglich ist. Die begeisterte Einbindung und Verwendung der Bundesarchiv- und SLUB-Inhalte durch engagierte Freiwillige zeigt ebenfalls, wie wichtig solche Projekte für die weitere Entwicklung unserer Inhalte sind. Um dem allen gerecht zu werden, haben wir beschlossen:

  1. Die Befreiung von bisher nur eingeschränkt nutzbaren Inhalten wird aktiv durch den Verein gefördert.
  2. Wir bieten Mathias Schindler eine Verlängerung des Vertrags als Projektmanager auf 12 Monate an. Seine exzellente Arbeit bisher und sein unermüdlicher Einsatz in diesem Bereich sind bester Beweis dafür, dass er diese Rolle ideal ausfüllt. Mathias hat das Angebot bereits angenommen und den Vertrag unterschrieben.
  3. Der Verein wird kurzfristig ein Spendenprojekt starten, um Mittel zur Befreiung von Inhalten anzuwerben. Damit sollen auch eventuell entstehende Kosten abgedeckt werden, wie sie zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Software zum Bildupload und -verwaltung oder der Digitalisierung von Inhalten entstehen können. Details dazu werden wir in den nächsten zehn Tagen vorstellen.

Ich freue mich persönlich sehr, dass wir in diesem Bereich bereits so viel machen konnten, und sehe mit viel Spannung zukünftigen Kooperationen entgegen. Wir sind angetreten, das Wissen der ganzen Menschheit zu sammeln und jedem für jeden Zweck frei zugänglich zu machen. Bisher nicht zugängliche Inhalte zu diesem Zweck zu erschließen ist eine wichtiger weiterer Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (11 Bewertungen, Durchschnitt: 3,55 von 5)
Loading...

Von Kindern und Revolutionen

Via Ars Technica lernen wir, dass Microsoft sich offenbar endgültig von den Encarta-Produkten verabschieden will.  In den letzten Jahren kam es bereits zu einer Ausdünnung der physischen Produktlinie, der Fokus lag spätestens seit 2007 auf dem ehemals stark mit der MSN-Suchmaschine verzahnten Onlineportal, das 2000 an den Start ging.

Laut MSN-FAQ gibt es für das Ableben von Encarta folgenden Zeitplan:

  • Juni 2009: Ende des Verkaufs der Encarta-Produkte („Microsoft Student“, „Encarta Premium“)
  • 31. Oktober 2009: Die Onlineportale von MSN Encarta gehen offline (Ausnahme: Japanischsprachige Encarta)
  • 31. Oktober 2009: Encarta-Produkte werden nicht mehr länger aktualisiert (Ausnahme: Japanischsprachige Encarta)
  • 31. Dezember 2009: Die japanischsprachige MSN Encarta geht offline
  • 31. Dezember 2009: Japanischsprachige Encarta wird nicht mehr aktualisiert
  • Ende 2012: Ende des technischen Supports für die Encarta-Produkte

Ebenfalls in der FAQ findet sich eine eher allgemein gehaltene Begründung für die Einstellung der Produktreihe:

Encarta has been a popular product around the world for many years. However, the category of traditional encyclopedias and reference material has changed. People today seek and consume information in considerably different ways than in years past. As part of Microsoft’s goal to deliver the most effective and engaging resources for today’s consumer, it has made the decision to exit the Encarta business.

Dieser Einschätzung kann man durchaus zustimmen. Encarta war seit 1993 Teil dieses Wandels und hat durch technische Innovation, hartes Marketing und eine entsprechend massenorientierte Preispolitik über einige Zeit das Tempo vorgegeben, an vielen Stellen finden sich Fragmente dieser Geschichte bei wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten als Fallbeispiel für den Wandel schlechthin.

Der Rest ist pure Wiederholung und findet sich bereits in meinem Blogeintrag über das Ende des Meyers Lexikon Online. Eine Email an Microsoft ging heute heraus, vielleicht lässt sich ja hier eine Lösung für die (freie) Zukunft der Encarta-Inhalte finden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (24 Bewertungen, Durchschnitt: 3,54 von 5)
Loading...

Der entscheidende Punkt und andere Nebensächlichkeiten

Gestern stolperte ich über ein Interview mit Andreas Langenscheidt, gegenwärtiger Vorsitzender des Aufsichtsrates von BIFAB (Duden, Meyers, und derzeit noch Brockhaus). Dort geht es eigentlich um den Verkauf an Cornelsen, eine Frage spricht aber auch direkt die Wirrungen um „Brockhaus Online“ an:

Kamen die Bemühungen mit Brockkaus online zu spät?

Brockhaus online war nicht der erste Versuch. Wir haben mit hohen Investitionen vor vielen Jahren mit dem Projekt Xipolis schon einmal einen Anlauf in Mannheim genommen, der aber leider gescheitert ist. Vor einigen Wochen konnten wir gerade in den Medien verfolgen, dass sowohl Wikipedia als auch z.B. Knol mit den Schwierigkeiten der Refinanzierung eines kostenfreien Portals konfrontiert sind. Im Bereich Wissen gab es in letzter Zeit mit Meyers Online Versuche, ebenso mit Brockhaus. Der entscheidende Punkt ist schließlich das Erlösmodell. Ich kenne im Moment kein Verlagsunternehmen, das mit kostenlosen Inhalten, ernsthaft Geld verdient.

Ich bin nicht sicher, auf welchen Medienbericht sich Langenscheidt bezieht, wenn es um die Refinanzierungsschwierigkeiten von Wikipedia geht,  grundsätzlich liegt er aber richtig: Nicht nur in Bankenkrisenzeiten ist es nicht einfach, Spenden zu sammeln. Die Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland erleben dies jeden Tag wieder. Erfreulich daran ist, dass es bisher immer gelungen ist, den Betrieb und den Ausbau der Infrastruktur zur Unterstützung von Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte sicherzustellen.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (22 Bewertungen, Durchschnitt: 3,55 von 5)
Loading...

Direkter und freier Zugriff auf unser kulturelles Erbe, Schritt für Schritt

Am 31. März fahre ich nach Berlin und es ist jedes Mal eine schöne Sache, die Hauptstadt zu besuchen. Diesmal wird es eine ganz besondere Freude sein, denn die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden und mein Verein werden in den Räumen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin eine Kooperation ankündigen, die es in sich hat – hundertausendfach.

Sichtbarster Teil dieser Kooperation ist die Freigabe von 250.000 Bildern aus den Beständen der Deutschen Fotothek unter Creative Commons cc-by-sa und der Upload dieser Bilder auf Wikimedia Commons, dem Bilderarchiv der Wikimedia Foundation.

Eingebettet ist dies in eine Verknüpfung von Personendaten, um die Inhalte dauerhaft auffindbar zu machen. Andere Arten der Verknüpfung und Anreicherung von Metadaten gehören dazu und werden ebenfalls am 31. März vorgestellt.

Dies ist die zweite Kooperation dieser Art, die Wikimedia Deutschland eingegangen ist. Seit Dezember 2008 kooperieren wir mit dem Bundesarchiv, das initial 100.000 Bilder ebenfalls unter cc-by-sa freigegeben hat. Viele dieser Bilder sind inzwischen in Wikipedia-Artikel an passender Stelle eingearbeitet.

Auf den Seiten der ZLB liegt seit heute die Einladung für die Pressekonferenz als PDF.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (29 Bewertungen, Durchschnitt: 3,86 von 5)
Loading...

Das Gastspiel unfreier Inhalte im Netz

Im August 2006 stellte das Bibliographische Institut & F.A. Brockhaus (BIFAB) die Inhalte des Meyers-Konversationslexikons online – die Inhalte (weiterhin gedruckt für 150 Euro im Buchhandel) waren ab sofort kostenfrei auf lexikon.meyers.de einsehbar. Als Softwareplattform für dieses Projekt kam eine modifizierte MediaWiki-Version zum Einsatz, der man die öffentlich einsehbare Versionsgeschichte und die Möglichkeit zur öffentlichen Mitarbeit entfernt hatte. Zum einjährigen Relaunch „Meyers Lexikon 2.0“ führte der Verlag dann so etwas ein wie „gesichtete Versionen“: Angemeldete Nutzer konnten Vorschläge für Artikeländerungen einreichen, die dann von der BIFAB-Redaktion geprüft und ggf. eingearbeitet wurden.

Anfang 2008 wurde es dann etwas unübersichtlich: Mit dem Ausblick auf einen Millionenverlust und wegen der Absatzprobleme der gedruckten 21. Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie kündigte der Verlag an, mit einer neuen Tochterfirma und einer neuen Seite namens „Brockhaus Online“ ein Navigator der Wissenswelt werden zu wollen. Die Pläne klangen durchaus nicht uninteressant: Der komplette Bestand der Brockhaus-Enzyklopädie (und der diversen anderen Textsubstanzen, die auch schon auf dem Bezahlportal www.brockhaus-enzyklopaedie.de eingemischt waren), dazu ein starker Medienpartner für tagesaktuelle Inhalte und Millionen von Bildern, all das kostenlos und werbefinanziert. Der Starttermin im April wurde dann kurzfristig abgesagt, verschoben, abgesagt und zuletzt stillschweigend beerdigt.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (28 Bewertungen, Durchschnitt: 3,43 von 5)
Loading...