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Ein Heidelberger ruft zum Appell

Wer beispielsweise in Deutschland ein Buch schreibt und veröffentlicht, kann ohne weiteres Zutun rechtlichen Schutz für diese Arbeit beanspruchen. Als Autor darf er bestimmen, wer und zu welchen Konditionen dieses Buch gedruckt und verkauft wird. Wenn es sich für eine Verfilmung eignet, darf der Autor auch hier frei verhandeln und die Früchte seiner Arbeit einsammeln. Solange er lebt und 70 Jahre darüber hinaus darf mit diesem Werk nur jemand etwas anstellen, der sich vorher die nötigen Rechte dazu besorgt hat – entweder vom Urheber selbst oder von demjenigen, der sie vorher vom Urheber erworben hat. Ausnahmen regelt das Gesetz, beispielsweise im Hinblick auf die Verwendung von Texten in Schulbüchern oder bei Zitaten. Dieses Verwertungsmonopol, das automatisch dem Autor zugeschlagen wird, hat die erklärte Aufgabe, Kreativität zu fördern. Erst wenn der Autor über einen langen Zeitraum hinweg vollständige Kontrolle über sein Werk hat und daraus Profit schlagen kann, findet er nach dieser Überlegung den Anreiz, weitere Werke zu schaffen und damit den geistigen Reichtum des Landes, seinen wissenschaftlichen und technischen Fortschritt zu mehren. Ähnliches gilt für einen Verleger, der gerne sicherstellen möchte, dass nur er derjenige ist, der ein bestimmtes Werk auf den Markt bringen kann – zu Preisen, die ihm die Bezahlung des Autoren, der Angestellten und der nötigen Betriebsmittel sichert.

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Alltag aus der Pressearbeit

12:30 Uhr: Mathias regt sich im Chat auf. Er ist gerade auf die Meldung „Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine“ im Presseportal gestossen. In der per ots verteilten Vorabmeldung der Zeit steht Unsinn:

Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine

Hamburg (ots) – Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten. Google hatte die Einführung eines kostenlosen Internetlexikons angekündigt, das die Benutzer wie bei Wikipedia selbst zusammenstellen. […]

Es folgen umgehend (unabhängig voneinander) Anrufe von Mathias und mir bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Welt. Während zuerst gemauert wird „Die Meldung wurde schon gesendet und eine Korrektur wird von uns nicht vorgenommen.“ fordern wir umgehende Nachbesserung und weisen daraufhin, dass eine Vielzahl von Punkten schlichweg falsch sind – im besonderen die Aussagen „Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine“ und „Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten.“

13:30 Uhr: Während die Zeit (sehr fix) eine Korrekturmeldung herausgibt, verbreitet sich die Falschinformation schnell in den verschiedensten Publikationen und wird auch von der dpa weiterverbreitet.

Wie so häufig besteht die Lösung für das Problem also nicht alleine darin, die Quelle zu korrigieren, sondern auch dafür zu Sorgen, dass sämtliche Drittverwerter ihre Beiträge korrigieren. Dies kann allerdings nicht vorrangig die Aufgabe von uns sein, sondern sollte von dem Verbreiter der Falschmeldung ausgehen. Viele Drittverwerter weigern sich auch, auf „Zuruf von außen“ Texte zu korrigieren, die sie in dieser Form von Presseagenturen zugesendet bekommen haben. Hier kann nur der Versender direkt einwirken.

17:00 Uhr: Das Fazit: Bisher viel Arbeit und die Korrekturquote ist zum jetzigen Zeitpunkt noch „übersichtlich“.

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