Posts Tagged ‘GLAM Wikimedia’



Die digitale Transformation ist eine große Chance für das Kulturerbe

Vortrag zur 100. Jahresversammlung des Deutschen Museumsbundes (FG Geschichtsmuseen)

Osman Hamdy Bey Vieil homme devant des tombeaux d’enfants, Musée d’Orsay 1903, Foto von Sailko [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons


Unbestritten steht unsere Zivilisation auf den Schultern unseres kulturellen Erbes. Aus diesem Erbe schöpfen wir die Bausteine unserer Identität. Unsere Kulturgüter sind die geronnenen Artefakte unserer Ideen und Wertvorstellungen. Dem wird wohl niemand widersprechen. Nur wer befasst sich heute noch aktiv mit dem Kulturerbe? Noch vor hundert Jahren waren Hausmusik, Laientheater, Lesezirkel, das Zeichnen auf Reisen, das Sammeln von Märchen und Trachten übliche Freizeitbeschäftigungen mehr oder weniger quer durch alle Schichten. Museen waren Schaufenster in die Welt. Sie waren voller neugieriger und wissbegieriger, oft kulturschaffender Besucher. Die ausgestellten Dinge hatten einen Bezug zu den Handlungen in der eigenen Welt der Betrachter und sei es nur zu denen der Freizeit. Der aktive Umgang mit kulturellen Praktiken wurde spätestens im Wandel der Freizeitkultur von “Machen” zu “Machen Lassen” vom Freizeitkonsum verdrängt. Die Distanz des Individuums zu seinem kulturellen Erbe wuchs mit der Seltenheit der Momente, in denen er unmittelbar mit ihm umging. Statistisch geht der Berliner, die Berlinerin einmal im Jahr ins Theater und etwas öfter geht man in Deutschland ins Museum. Wie vernachlässigbar, gemessen an den zehn Stunden täglicher Mediennutzung. Wenn das kulturelle Erbe ein lebendiger Teil unserer Identität bleiben und damit einen tiefen Einfluss auf unsere Definition von Zivilisation behalten soll, dann müssen Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archive und Museen (kurz im englischen Akronym: GLAM) die Chance der digitalen Transformation nutzen. Und wir, die Besucher und öffentlichen Eigner, sollten darauf drängen, dass sie einen ersten Schritt dahin tun. Die digitale Transformation geschieht zuerst im Kopf der Entscheidungsträger des GLAM-Bereichs. In meiner Rede anlässlich der 100. Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes in Berlin am 10. Mai 2017 vor der Fachgruppe der Geschichtsmuseen warb ich um Mut, diesen ersten Schritt zu tun.

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Perspektivwechsel

 

Erkenntnisse aus dem internationalen Treffen der GLAM-Koordinatoren auf der Wikimania 2016

Rechts spielende Bambini, links lebhafte Fußballfans beim Achtelfinale der EM und dazwischen fast 20 hochkonzentrierte GLAM*-Koordinatoren der Wikimedia Bewegung. Wir befinden uns circa 900 Meter über dem Meeresspiegel in einer kleinen Bergstadt in der Lombardei (Italien). Für eine knappe Woche lebten mehr als 2000 Menschen in Esino Lario. Denn dort auf der Wikimania versammelten sich ca 1200 Mitglieder der weltweiten Wikimedia-Bewegung, um sich über neueste Trends auszutauschen und innovative Projekte vorzustellen. Aus Schweden, Estland, Finnland und England. Aus Spanien, Baskenland, Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, Schweiz, und vermutlich habe ich auch noch einige Länder in der Aufzählung vergessen, kamen viele derjenigen, die sich beruflich oder ehrenamtlich damit beschäftigen, für mehr #wikiGLAM in den Wikimedia-Projekten zu sorgen. Denn natürlich sind Gemälde, Archivalien, museale Objekte und Bücher – genauer ihre digitalen Derivate – von großer Bedeutung für alle Wikimedia-Projekte. Via Wikimedia-Commons sollen Bilder aus den GLAM-Sammlungen Wikipedia-Einträge veranschaulichen und attraktiver gestalten. Daten zum kulturellen Erbe aus den Museen und Archiven sollen Wikidata-Einträge vervollständigen. Buchscanns werden für den Ausbau von Wikisource gebraucht. Freiwillige und Funktionäre fackeln nicht lange, wenn eine Museumstür sich ihnen öffnet. Wir wissen, was wir wollen.

In einer Pariser Galerie: Der Wunsch sich das Schöne anzueignen. Photo von Valfex [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Blickrichtung tauschen

Aber nach circa fünf Jahren GLAM-Arbeit ist es Zeit sich zu fragen, wie können wir besser werden? Wie kann es uns gelingen, noch besser zusammenzuarbeiten? Wie können wir besser miteinander lernen? Es ist ein guter Moment diese Fragen zu stellen. Denn erst vor Kurzem hat die Trägerin aller Wikimedia-Projekte, die Wikimedia Foundation, Alex Stinson als Wiki-GLAM-Strategen eingestellt. Er wird uns in Zukunft dabei unterstützen und antreiben, Antworten auf die obigen Fragen zu finden.

Doch schon zwischen Bambini und Fußball wurde mir eines in Esino Lario ganz deutlich. Wir brauchen einen Perspektivwechsel. Und während ich noch die letzten Krümmel der Wikimania-Kekse genieße, möchte ich diesen Wechsel kurz skizzieren. Wir müssen uns in Zukunft noch stärker an den Bedarfen der GLAM-Institutionen orientieren. Nur so werden wir erreichen, was wir wollen. Da wir ja genau wissen, was wir brauchen, suchen wir nach den Möglichkeiten es zu bekommen. Denn wer gibt nicht gern, wenn er dabei gewinnt? Seit den Pionierzeiten von Wikipedia hat sich die Welt ein Stück weit verändert. Vielen Museumsdirektorinnen und Archivleitern, führenden Bibliothekarinnen und Kuratoren ist inzwischen klarer, die digitale Welt ist keine Parallele zur Realität, sondern ein Teil von ihr geworden. Sie wissen, dass ihre Besucher und vor allem ihr Nicht-Publikum jährlich mehr Zeit mit mobilen Computern verbringt und erwartet, im Netz möglichst personalisierte Angebote zu finden, die es weiter nutzen kann. Die Welt fände in der hohlen Hand Platz.** Ein Bild von der württembergischen Krone per Snapchat verändern, kommentieren und raus in den Orbit der digitalen Freundschaften schicken, eine App herunterladen, die mir beim Spaziergang durch Berlin, die Standorte zu Hans Baluscheks Gemälden anzeigt natürlich mit einer Ansicht des jeweiligen Gemäldes. Eine One-Minute-Skulptur von Erwin Wurm auf Twitter teilen, ein Foto vom Besuch einer Pariser Galerie oder Bilder einer Modeausstellung in einen Blogpost einbinden können. Das sind heute nicht nur für digital natives selbstverständliche Handlungen, wenn auch, wie wir gesehen haben, nicht immer als legal angesehene. Aber soll man solche Nachnutzungen überhaupt ermöglichen? Und wie macht man das? Weiterlesen »

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Warum Kaffeetrinken eine sinnvolle Arbeit sein kan

Eindrücke von der GLAM Konferenz in Den Haag vom 10. bis 12. April 2015

In a nutshell at the end.

Letztes Wochenende war ich für Wikimedia auf Reisen. Am Freitag und Samstag war ich eingeladen, im Rahmen der GLAM Wiki Con  an zwei Sessions teilzunehmen. Im internationalen Kontext fasst man die Zusammenarbeit im Netz mit Kultur- und Gedächtniseinrichtungen unter dem Akronym GLAM, für Galleries, Libraries, Archives & Museums, zusammen. Die GLAM Wiki Con war demnach eine internationale Konferenz in Den Haag zur Zusammenarbeit der Wikimedia-Bewegung mit Kultur- und Gedächtnisinstitutionen, ausgerichtet von Wikimedia Nederlands.

Aus der ganzen Welt kamen Menschen zusammen, die sich über ihre Erfahrungen in der GLAM-Arbeit austauschen wollten. Venus Lui aus Hong Kong, Liang Shang Kuan aus Taiwan, Whiteghost.ink aus Australia oder Jaime Amstee aus San Francisco hatten vermutlich den weitesten Anreiseweg. Aber auch aus Afrika, Indien und natürlich aus Europa waren sie gekommen, um sich in Workshops und Podiumsdiskussionen gegenseitig zu informieren und um zu lernen. Das Programm der drei Tage war entsprechend dicht und reichhaltig.

Alle sind sie da! Foto von Ziko van Dijk (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

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#picnic on the carpet

Bericht über eine etwas andere GLAM Konferenz

 

Immer noch prägend. Der Kulturpalast in Warschau. Eine Monument aus einer Zeit in der „bits“ nur „pieces“ waren. Bild von Abu el mot CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Nach zwei langen Tagen in verschiedenen Sprachen, vielen Vorträgen und noch mehr Gesprächen sitze ich auf dem Flughafen in Warschau und überlege, was ist von dem Erlebten interessant für den Leser dieser Zeilen? Natürlich fährt man auf solche Konferenzen um neue Kontakte zu knüpfen, bestehende Kontakte zu vertiefen, um neue Projekte kennenzulernen, die einen in der eigenen Arbeit inspirieren können, und natürlich auch, um mit anderen über die eigene Arbeit zu sprechen. All das habe ich getan, und ich möchte alle Leser einladen, mittels der Linkliste am Ende des Beitrages ein paar der Projekte zu erforschen, die mir besonders gefallen haben. Auf der Konferenz „We are museums“ (WAM), die nun zum zweiten Mal stattfand, ging es mal wieder um das Verhältnis von Museum und Digitalem, das gern mit dem Akronym GLAM umschrieben wird. Dabei steht das englische GLAM für Ausstellungen, Bibliotheken, Archive und Museen. Nächstes Jahr kommt WAM nach Berlin. Daher ist es vielleicht geboten, sich intensiver mit dem Format dieser Konferenz im Verhältnis zur der GLAM-Konferenz „Zugang gestalten“, die Wikimedia Deutschland mit Partnern im November ausrichtet, zu befassen.

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Citizen Science oder der Versuch dies zu übersetzen

Die Leibniz-Gemeinschaft (vollständigWissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V.) ist ein Zusammenschluss deutscher Forschungsinstitute unterschiedlicher Fachrichtungen. Schreibt die Wikipedia. Letzten Donnerstag und Freitag fand das Kick-Off zum Forschungsverbund Science 2.0 der Leibniz Gemeinschaft in Hamburg statt. Der Forschungsverbund, zu dem Wikimedia Deutschland (WMDE) auf Initiative von Dr. Daniel Mietchen eingeladen wurde, fokussiert die Fragestellung, wie Web 2.0 Konzepte in wissenschaftlichen Forschungs- und Publikationsprozesse integriert werden. 26 Forschungsprojekte stellten sich an zwei Tagen vor. Dr. Nils Weichert, Bereichsleiter für WMDE Bildung und Wissen, Dr. Daniel Mietchen, Wikimedian, und ich als  Kuratorin für Kulturpartnerschaften loteten in vielen dieser Projektrunden mögliche Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit aus. Zwei Projekte, die ich besonders spannend fand: Das Projekt des ZEW Mannheim widmet sich der Fragestellung „Ökonomie- und Sozialwissenschaften in der Wikipedia“. Es untersucht zehntausende von Artikeln über ihre Entstehung, Vernetzung und Dynamik und wie stark Ökonome und Sozialwissenschaftler der Leibnizinstitute selbst als aktive Editoren in der Wikipedia agieren. Das Projekt Scholarlib der GESIS Sozialwissenschaftler will ganz bewusst Bedingungen schaffen, um Soziale Netzwerke mit wissenschaftlichen Inhalten aus Fachportalen stärker  zu verschränken. Hier könnten Wikimediaprojekte auf beiden Seiten eine Rolle einnehmen, sowohl als soziales Netzwerk als auch als Wissensportal. Alle Projekte hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Lizensierungsfragen gehörten zu den wiederkehrende Fragen. Oft fiel der Begriff Citizen Science. Ist Wikipedia Citizen-Science per se? Warum greifen Übersetzungen wie Bürger-Forschung oder Zivil-Wissenschaft nicht, was wäre die adäquatere Übersetzung? Ist die Wikipedia ein wissenschaftliches Publikationsmedium? Und wer zitiert wann in seinen wissenschaftlichen Arbeiten die Wikipedia?

Warum sind diese Fragen wichtig für uns? In der Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund Science 2.0 können wir viele nach wie vor  bestehende Fehleinschätzungen der Wikimedia-Projekte korrigieren, wir können werben für einen freien Zugang und die offene Weiternutzung der Ergebnisse aus den Forschungsprojekten des Verbundes, aber  auch generell für eine Open Access Policy mit einer dezidierten freien Weiternutzung der Forschungseinrichtungen  werben. Und wie die obigen Fragen zeigen, können wir in der Auseinandersetzung auch lernen, uns aus anderen Perspektiven zu sehen und unsere Projekte fortzuentwickeln. Wir haben in Hamburg vereinbart, dass wir  einen Kooperationsvertrag anstreben. Kernstück soll ein Wikipedian in Residence als zentraler Vermittler zwischen den Forschungsinstituten und Kultureinrichtungen der Leibniz Gemeinschaft und den Wikipedia-Communities sein.

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Wikipedia trifft Archäologie

Berlin: Der erste offizielle Wikipedian in Residence im noblen Deutschen Archäologischen Institut


Als vor zwei Jahren in London Liam Wyatt als erster Wikipedian in Residence als humane Schnittstelle zwischen der Welt der Wissenschaften  und der nicht weniger anspruchsvollen Welt der Wikipedia vermittelte war nicht absehbar, dass es so bald schon gelingen würde am rennomierten Deutschen Archäologischen Institut  (DAI) den ersten Wikipedian in Residence in Deutschland zu installieren. Marcus Cyron wird in den nächsten sechs Monaten als Botschafter von Berlin Dahlem aus in die über die ganze Welt verteilten Grabungsstätten  und zurück in die bald 200-jährige Forschungsgeschichte des Instituts wirken und dabei möglichst viele Wikipedianer und Mitarbeiter des DAI miteinander an den virtuellen Schreibtisch bringen. Geplant sind gemeinsame Workshops und Führungen, aber auch Studienreisen zu den näher gelegenen Grabungsorten. Ich freue mich schon auf Marcus Berichte hier im Blog.

Nach der Kooperation mit der Open Knowledge Foundation, in der Daniel Mietchen als Resident wirkt, und der jetzt beginnenden am DAI startet im Juli die dreimonatige Kooperation mit der Stiftung Berliner Stadtmuseum im Rahmen der Ausstellung BERLINmacher. Hier kann man sich noch bis zum 15. Juni auf die Position des Wikipedian in Resident bewerben.

Unser Ziel ist es, durch die Residents wie auch Veranstaltungen wie „Wikipedia trifft Altertum“ gemeinsam mit aktiven Wikipedianern allgemein die Zusammenarbeit zwischen Wikimedia-Projekten und wissenschaftlichen sowie kulturellen Einrichtungen zu fördern. Wissensvermittlung ist jenen wie auch uns ein gemeinsames Anliegen. Zu Teil blicken die Einrichtungen auf eine sehr lange Tradition der Wissensvermittlung und Bewahrung zurück. Der Austausch über deren Methoden und Medien und denen, derer wir uns in der Wikipedia und den anderen Wikimedia Projekten bedienen können, kann für beide Seiten nur fruchtbar sein. Gleichzeitig wollen wir gewissermaßen vor Ort natürlich für die Befreiung des Wissens werben. Wer die öffentliche Diskussion zum Urheberrecht in den Medien verfolgt, kann sich vorstellen, dass zu unseren Aufgaben viel Aufklärungs- und Beziehungsarbeit im besten Sinne gehört. In diesem Sinne stehen wir erst am Anfang einer spannenden Entwicklung und ich freue mich, wenn wir uns gemeinsam auf die Erforschung der Möglichkeiten machen.

Detailliertere Informationen zum Wikipedian in Residence im DAI sind unserer Pressemitteilung  zu entnehmen.

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Bericht aus der Geschäftsstelle Dezember 2010

Liebe Freunde des Freien Wissens,
hier unser Bericht aus der Geschäftsstelle für Dezember 2010. Die Verspätung bitte ich zu entschuldigen.

GLAM-Wikimedia in Paris

Wikimedia France veranstaltete am 3. und 4. Dezember in Paris den zweiten Teil der Konferenzserie zwischen Wikimedia und den GLAMs – Galleries, Libraries, Musea and Archives. Mathias war dort eingeladen, um auf dem Kooperationen-Panel über Bilderfreigaben und Normdaten zu sprechen.

Open Media Kongress der SPD

Am 10. und 11. Dezember veranstaltete der Bundesvorstand der SPD in Berlin einen quasi-netzpolitischen Kongress, nur kurze Zeit vor dem geplanten JMStV-Votum in Niedersachsen. Mathias war dort anwesend.

Dialog Internet im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

In der zweiten Sitzung des Vorhabens „Chancen und Risiken des Internets“ des Familienministeriums am 13. Dezember wurden Untergruppen für den Bereich Chancen gebildet: Medienkompetenz, Partizipation und Wissen. Mathias ist Sprecher der Unterarbeitsgruppe Wissen und wird bis Juli an diesem Projekt mitwirken. Dazu gibt es Ende Januar eine gesonderte Email an Vereinsliste.

10 Jahre WP

Die Pressearbeit des Vereins stand diesen Monat vor allem  im Zeichen der Vorbereitung des Jubiläums von Wikipedia. Einen Vorgeschmack auf die flutartige Berichterstattung bildeten zahlreiche Presseanfragen. Um eine möglichst genaue Grundlage für Presseberichte zu sichern, wurden Daten, Fakten und Statistiken zu Wikipedia angeboten. In vielen Gesprächen mit Journalisten zeigte sich viel Informationsbedarf. Der ausführliche Überblick über die großartige Resonanz durch die gesamte Presselandschaft hindurch wird in den nächsten Tagen hier im Blog erscheinen.

Auch die Geburtstagsparty der Community am 15. Januar 2011 in Berlin musste vorbereitet werden. Dazu wurden zahlreiche Presseeinladungen versandt. Ein Schwerpunkt war hierbei auch der Hinweis auf die deutschlandweiten Stammtische. Eine Slideshow mit Bildern aus 10 Jahren enzyklopädischer Zusammenarbeit konnte dank der tollen Unterstützung der Community erstellt werden. Großer Dank an euch!

Community

Mit insgesamt 25 Teilnehmern aus dem Support-Team und zwei Rechtsanwälten (Thorsten Feldmann und Julian Höppner von der Kanzlei JBB) konnte der Dezember-Workshop des Support-Teams mit einer Rekordteilnahme aufwarten! Themen waren Persönlichkeitsrechte, Artikel über lebende Personen und das Recht am eigenen Bild. Der Workshop kam bei allen Seiten sehr gut an und wurde auch im abschließenden Feedback über einen Bewertungsbogen einhellig als erfolgreich und bereichernd bewertet. Wir danken vor allem den Mitarbeitern des Support-Teams für die zahlreiche Teilnahme, den Anwälten für den hochinteressanten Input und allen Anwesenden für die intensive und konzentrierte Mitarbeit. Einen ausführlichen Bericht gibt es ebenfalls in unserem Blog:

Wikisource

Nach einer relativ langen Sommerpause haben wir wieder einmal zwei Bestellungen für das Projekt Wikisource auf den Weg gebracht: Johann Gottfried Pahl, „Die Philosophen aus dem Uranus“ aus dem Jahr 1796 (die Scans werden gerade nach und nach eingestellt und bearbeitet) und Heinrich Pröhle, „Rheinlands schönste Sagen und Geschichten“, 1. Auflage Berlin 1886 (die fertige Bearbeitung findet ihr bereits auf Wikisource).

Aus dem Maschinenraum

Im Dezember ging es im technischen Bereich wieder vor allem um die Spendenkampagne. Insbesondere die Integration der Kreditkartenspenden per MoneyBookers war wichtig. Außerdem haben wir im Dezember Hardware für den Toolserver bestellt, die nun auch eingetroffen ist. Hierbei handelt es sich um ein Festplatten-Array, das unter anderem Platz für die Verarbeitung der Zugriffsstatistiken bieten wird.

Literaturstipendium

Neben einigen Vergaben von konventionellen Stipendien (Kunst, Biologie) wurde auf Anregung des Benutzers Scialfa die Möglichkeit geschaffen, Autoren individuelle Zugänge zu Literaturdatenbanken bereitzustellen. Wo es technisch und finanziell möglich ist, kann jetzt also der Zugang zur Literatur spezieller Fachgebiete verbessert werden.

Insgesamt war das Literaturstipendiums-Jahr 2010 erfolgreich – der Relaunch ermöglichte mehr Menschen die Teilnahme am Programm und die Zahl der Artikel, in denen das Programm Spuren hinterließ, wuchs kontinuierlich an. Für das kommende Jahr steht nun insbesondere der Zugriff auf Literaturdatenbanken im Fokus.

Wikimedia Conference

Bei der Wikimedia Conference treffen sich vom 25. bis 27. März 2011 Vertreter der internationalen Wikimedia Chapter, das Chapters‘ Commitee und das Board of Trustees in Berlin. Anders als in den beiden Vorjahren wird in 2011 kein Treffen der MediaWiki-Entwickler im Rahmen der Wikimedia Conference stattfinden; diese Veranstaltung verschieben wir auf einen späteren Zeitpunkt im Frühsommer 2011. Wir wollen so erreichen, das mehr Entwickler aus der Community an einem solchen Treffen (das dann an einem Wochenende stattfinden wird) teilnehmen können.
Die Suche nach geeigneten Räumen war erfolgreich, sobald die Verträge gemacht sind werden wir hier verkünden, wo das internationale Chapters‘ Meeting in diesem Jahr stattfindet.
Wir haben die Einladung an die Chapter versendet, die Anmeldung eröffnet und die Suche nach einem Projektleiter für die Kommunikation mit den Chapter-Vertretern und die Programmgestaltung begonnen. Erste Anfragen an Caterer und Hostels wurden angestoßen und wir alle haben den Artikel über aktive Vulkane auf unsere Beobachtungsliste gesetzt.

Wissenswert

Wie angekündigt haben wir am 6. Dezember die Ergebnisse des WissensWert-Wettbewerbes verkündet. Acht Projekte erhalten im Jahr 2011 finanzielle Unterstützung von uns:

  • WikiStories – Einblicke von Zeitzeugen von Werner Jansen und Ahmet Emre Acar
  • Luftbilder für OpenStreetMap von OSM-Stammtisch Dortmund (Marc Gehling, Olaf Kotzte)
  • Links to free and open – das Verzeichnis freier Projekte von Jan-Christoph Borchardt
  • Motivationsfilm für Creative Commons von Amadeus Wittwer
  • WikiQuest – kooperatives Lernen mit freien Inhalten von Andreas Bietenbeck
  • Freies Wissen als hörbarer Podcast von Tabitha Hammer
  • Barrierefreies Onlineportal für Karten- und Routing-Services von Annette Thurow
  • Public Domain Projekt von Carl Fisch und Philippe Perreaux
  • Die acht Einreicher sind mittlerweile informiert und wir haben die Auswertung der öffentlichen Abstimmung sowie der Jurystimmen veröffentlicht. Zurzeit lassen wir entsprechende Verträge und Vereinbarungen ausarbeiten und werden die Projekte auf ihrem Weg zur erfolgreichen Umsetzung begleiten.

    Silberwissen / TAO

    Im Dezember stand die Auswertung des ersten Seminars mit potenziellen Autoren der Altergruppe 50+ in Würzburg an erster Stelle. Fazit: Die überwiegend älteren Teilnehmer hatten wichtige Grundkenntnisse im Umgang mit elektronischen Medien. Sie konnten mit PC/Laptop umgehen und sind Internet unterwegs. Beides sind unabdingbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wissensvermittlung zum Arbeiten in der Wikipedia.

    Trotzdem war gerade für die Älteren jeder Schritt auf einer ungewohnten Benutzeroberfläche wieder neu zu erlernen. Im Vordergrund stand unter den Teilnehmern der Wunsch, dass unter den Studentenhistorikern vorhandene Wissen und Material künftig für alle in der Wikipedia verfügbar zu machen. Etwa die Hälfte der Teilnehmer möchte gern ein zweites Seminar zur Übung und Festigung des Gelernten belegen. Wichtig für künftige Seminare mit Älteren ist, dass die Zahl von 10 Teilnehmern nicht wesentlich überschritten wird. Außerdem sollten neben dem Referenten 1-2 weitere Teilnehmer mit zumindest ersten Erfahrungen in der Wikipedia ganz unmittelbare persönliche Hilfestellung geben können.

    Weiterhin gab es verschiedene Kontaktaufnahmen mit möglichen Kooperationspartnern. Zum einen sprachen wir mit dem Seniorencomputerclub Berlin. Dessen Vertreter stehen einer Zusammenarbeit mit Wikimedia im Rahmen des Projekts „Silberwissen“ sehr aufgeschlossen gegenüber. Eine erste Informationsveranstaltung ist für den 26.01.2011 geplant. Zum anderen stellten wir den Kontakt zur Seniorenberatung in Erftstadt-Gymnich und der VHS in Erftstadt her. Wir haben das Ziel, im Herbst 2011 in Kooperation mit beiden Einrichtungen Kurse für potenzielle Wikipedia-Autoren im Seniorenalter anzubieten.

    Hinsichtlich des Projekts TAO (Third Age Online) stand die telefonische Abstimmung mit unserem Partner in Deutschland an, dem ZAWIW Ulm, bei der Berichterstattung und Planung der nächsten Arbeitsschritte geklärt wurden.

    Fundraising

    Der Monat Dezember stand ganz im Zeichen des Fundraisers. Wir haben verschiedene Aufrufe vorbereitet und eingesetzt, u.a. von mir. Die Durchführung der Kampagne beinhaltete zudem die schnelle Beantwortung eingehender Emails und die zeitnahe Verarbeitung der Spenden. Angesichts des großartigen Erfolgs der Kampagne war das Fundraising mit diesen Aufgaben im Monat Dezember vollends ausgelastet. Einen ausführlichen Bericht zur Spendenkampagne kann man im Blogbeitrag von Till nachlesen.

    Weihnachtskarten

    Um unseren Unterstützern und Kooperationspartnern einen kleinen Dankesgruß zum Jahresausklang zu übermitteln, gestalteten wir eine Weihnachtskarte, die an 3.600 Empfänger verschickt wurde.

    Mitglieder

    Im Dezember 2010 haben wir 3 Mitglieder mit aktiver und 3 Mitglieder mit  Fördermitgliedschaft aufgenommen. Bedauerlicherweise erhielten wir auch 2 Kündigungen. Der Verein zählt damit am 01.01.2011 482 aktive (= Stimmrecht auf der Mitgliederversammlung; nur natürliche Personen) und 170 Fördermitglieder (= finanzielle Unterstützung des Vereins), also insgesamt 652 Mitglieder; hinzu kommt ein Ehrenmitglied (Jimbo Wales).

    Im Dezember haben wir eine Mitgliederumfrage unter 658 Mitgliedern gestartet, davon haben knapp 200 die Umfrage bis Mitte Januar ausgefüllt. Vielen Dank für eure Beteiligung und den interessanten Input! Die Auswertung werden wir in Kürze veröffentlichen.

    Am 13. und 14. Dezember 2010 hatte das Wikimedia-Forum, ein zwangloses Treffen zu dem alle Mitglieder aus Berlin bzw. Nordrhein-Westfalen eingeladen waren, Premiere. Eingeladen hatten die Vorstandsmitglieder des jeweiligen Bundeslandes: Jürgen Lüdeke für Berlin, Alice Wiegand für NRW. Die Treffen kamen bei allen Beteiligten sehr gut an und wir werden diese Veranstaltungsreihe auf jeden Fall im Jahr 2011 fortsetzen – dann natürlich auch in anderen Bundesländern! Die Berichte aus Berlin und NRW findet ihr in unserem Blog:

    Der nächste Bericht erscheint voraussichtlich am 4. Februar 2011.

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