Posts Tagged ‘Freies Wissen’



Eine Vision für Wikimedia Deutschland

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder Mensch an der Menge allen Wissens frei teilhaben kann.

Im Mai hatten wir in einem Blogbeitrag von der Vorstandsklausur berichtet. Heute möchte ich mit euch einige der Inhalte teilen, die dabei herausgekommen sind.

Wichtigstes Ziel der Sitzung war es, eine gemeinsame Idee, eine Vision davon zu entwickeln, wo der Verein langfristig hin will. Was soll erreicht werden? Wie stellen wir uns die Wikimedia-Welt in zwei, fünf, zehn Jahren vor? Das ist für Internetverhältnisse eine lange Zeit. Aber mit klaren Zielen vor Augen werden wir in die Lage versetzt, nachhaltiger zu agieren und Projekte zu unternehmen, die über mehrere Monate oder Jahre laufen. Das passt zum Beispiel auch zu zwei unserer größeren Projekte: Medienkompetenz in Schulen und Generation 50plus. Beides sind Initiativen, die nicht nach ein oder zwei Monaten erledigt sind und damit über längere Zeit Geld und Personal binden.

Wie sind wir vorgegangen?

Unter der Moderation von Anna Royon-Weigelt haben wir unsere Diskussion in drei Schritte geteilt. Zuerst haben wir die Personen, Gruppen, Organisationen und Institutionen identifiziert, die entweder großes Interesse am Verein haben oder durch ihr Handeln großen Einfluss auf uns ausüben. Im Fachchinesisch der Strategieplanung werden diese Personen und Gruppen als Stakeholder bezeichnet. Für Wikimedia Deutschland sind dies auf der externen Seite unter anderem die Leser/Nutzer der Inhalte, Medien, Spender, Autoren, die Community, Artikelsubjekte (Personen und Unternehmen, die Thema von Artikeln, Fotos und anderen Beiträgen sind) und die Politik, auf der internen Seite unter anderem die Mitglieder, der Vorstand, die Mitarbeiter und die Freiwilligen.

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Der neue Vorstand konstituiert sich und setzt sich Ziele

Nachdem dieses Jahr bereits jede Menge über Projekte und Veranstaltungen berichtet wurde, möchten wir an dieser Stelle den Fokus auf die bisherigen Entwicklungen im Vorstand richten.

Mit der Wahl des neuen Vorstands, im Rahmen der am 21. März 2009 in Berlin stattgefundenen Mitgliederversammlung, ging eine wesentliche Änderung der Führungsspitze einher. In der Wahl zum Ersten Vorsitzenden unterlag der seit 2004 amtierende Mitbegründer des Vereins, Kurt Jansson, dem bisherigen Zweiten Vorsitzenden, Sebastian Moleski.

Erneut in den Vorstand gewählt wurden: Alice Wiegand (Zweite Vorsitzende), André Darmochwal (Schatzmeister), Tim Bartel und Philipp Birken; neu hinzugekommen sind: Jürgen Lüdeke (Schriftführer), Maria Schiewe, Jenny Grabe, Harald Krichel sowie Michail Jungierek, der bereits zum zweiten Mal Vorstandsmitglied ist. Wie in den Jahren 2004 – 2007 umfasst das Gremium nun wieder zehn Mitglieder.

Mit dem Ausscheiden Kurt Janssons geht eine Ära zu Ende, denn er war maßgeblich am Aufbau und der bisherigen Entwicklung des Vereins beteiligt. Und so mischen sich unter die Dankbarkeit für Kurts geleistete Arbeit auch Wehmut bei seinen langjährigen Vorstandskollegen. Nun ist es an Sebastian Moleski, den Verein erfolgreich weiterzuführen. Die personellen Veränderungen bringen frischen Wind in den Vorstand, allerdings auch die Aufgabe, sich als neues Team zusammenzufinden. Dieser stellen wir uns jedoch gern. Bedingt durch die Größe des Vorstandes bestand die erste Herausforderung darin, einen Termin für die traditionelle Vorstandsklausur zu finden.

Um möglichst schnell handlungsfähig zu sein, fand am 26. April ein erstes Treffen zur Konstituierung statt. Am 16. und 17. Mai war es dann soweit, der neu gewählte Vorstand traf sich zu seiner ersten Klausurtagung in Fürstenwalde (Spree). Ein Wochenende lang beschäftigten wir uns einerseits mit organisatorischen und strukturellen Fragen und andererseits mit der Ziel- und Schwerpunktsetzung für die Vereinsaktivitäten der nächsten Jahre. Ziel war es, eine gemeinsame Vision zu erarbeiten, wo wir Wikimedia Deutschland langfristig sehen. Das heißt, wir entwickelten eine Vorstellung davon, wie der Verein mit seinen Programmen und Initiativen, die Wikimedia-Inhalte sowie die Idee des Freien Wissens allgemein, zukünftig wahrgenommen werden sollen.

Im Rahmen umfangreicher Diskussionen erarbeiteten wir zunächst Vision Statements für die verschiedenen Interessensgruppen von Wikimedia (Leser, Autoren, Medien, Bildungswesen etc.). Um in einem nächsten Schritt konkrete Ziele festlegen und Maßnahmen ableiten zu können, definierten wir verschiedene Tätigkeitsbereiche. Im Einklang mit den Satzungszielen setzten wir Verantwortungsbereiche (Ressorts) fest und ordneten diese nach Fähigkeiten und Interesse den Vorstandsmitglieder zu. Mit der Festlegung von Ressorts wollen wir mehr Klarheit und Transparenz in den Verantwortlichkeiten schaffen. Nach außen soll sichtbar sein, welches Vorstandsmitglied für welches Themenfeld verantwortlich ist. Damit greifen wir auch einen oft geäußerten Wunsch der Mitglieder auf. Die Ressorts sowie deren Zuordnung zu den Vorstandsmitgliedern werden wir demnächst auf der Vereinswebsite veröffentlichen.

Die Entwicklung einer Vision, auf die wir gemeinsam hinarbeiten wollen, ist ein wichtiger Meilenstein für den Verein und Grundlage für seine weitere Entwicklung. Im Nachgang zur Klausur werden sich die Vorstandsmitglieder in kleineren Gruppen zusammenfinden, um für die Ressorts konkrete Ziele zu formulieren. Da es uns sehr wichtig ist, die Mitglieder und Freunde des Vereins aktiv in die Diskussionen einzubinden, freuen wir uns darauf, euch die Vision sowie die Zielsetzungen vorzustellen und diese gemeinsam zu diskutieren. Wir haben viel vor und möchten dies gern weiterhin zusammen mit euch realisieren. Details dazu werden wir im Juni bekannt geben.

Jenny & Harald

Fotos: Elke Wetzig und Jürgen Lüdeke

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Der Deutschlandfunk und das kommerzielle Missverständnis

Update: Ich hatte eben ein kurzes, aber nettes Telefonat mit Herrn Müller-Ullrich, der sich entschuldigt hat. Er hat wohl auch eine ganze Reihe von Mails bekommen. In der heutigen Sendung wird es eine kurze Richtigstellung geben, die auch dem Online-Artikel hinzugefügt wird. Vielen Dank für die prompte Reaktion.

Durch einen Hinweis von Mathias und dem kurz darauf folgenden Blogposting bei netzpolitik.org von Markus Beckedahl bin ich gestern auf den Beitrag „Freie Enzyklopädie?“ von Burkhard Müller-Ullrich aufmerksam geworden.

Dieser wurde im Rahmen der Sendung „Kultur heute“ des Deutschlandfunks ausgestrahlt (MP3) und hat mich so verärgert, dass ich meinem Unmut in einer E-Mail an den Leiter der Onlineredaktion Luft gemacht habe.

Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

mit wachsendem Unbehagen habe ich den Online-Artikel „Freie Enzyklopädie?“ von Burkhard Müller-Ullrich (online abzurufen unter http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/965806/) gelesen, der in dieser Version ja leider auch ausgestrahlt wurde.

Der Beitrag scheint auf einer Reihe von Missverständnissen zu basieren und enthält Fehler. Es ist sehr bedauerlich, dass kein Kontakt zur Wikimedia Foundation oder zum Wikimedia Deutschland e.V. gesucht wurde.

Die wichtigsten Kritikpunkte:

  • Der Autor behauptet, dass alle Autoren der Wikipedia ihre Texte unter die GPL-Lizenz stellen. Das ist faktisch falsch. Sämtliche Texte unterliegen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (GFDL).
  • Die Wikipedia hat es sich seit ihrer Gründung zur Aufgabe gemacht, Freie Inhalte zu schaffen. Unser Verständnis von Freiheit umfasst die folgenden Punkte:
    • Die Wiederveröffentlichung der Inhalte und deren Verbreitung muss erlaubt sein. Eine Nachnutzung ist explizit erwünscht.
    • Die Veröffentlichung abgewandelter Inhalte muss erlaubt sein.
    • Die kommerzielle Nutzung muss erlaubt sein.
  • Auch die GFDL erlaubt selbstverständlich die kommerzielle Nutzung. Die Wahl fiel zur Gründung auf diese Lizenz, weil es 2001 keine sinnvollen und einfacheren Alternativlizenzen gab, die unseren Zwecken genügt hätten.
  • Es steht innerhalb der Wikipedia NICHT zur Diskussion, die ganze Palette der Creative-Commons-Lizenzen zu nutzen. Das wäre auch rechtlich überhaupt nicht möglich. Zur Diskussion steht einzig und allein die Doppellizenzierung der Inhalte unter der GFDL und der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0“ (CC-BY-SA), die in Zusammenarbeit mit der Free Software Foundation (FSF) möglichst „GFDL-nah“ ausgestaltet wurde. Beide Lizenzen streben genau das gleiche Ziel an, die CC-BY-SA ist für Nachnutzer aber deutlich praktikabler. Anstatt den gesamten Lizenztext beizulegen, reicht die Angabe eines Links, der auf diesen verweist.
  • Nur um das noch einmal zu betonen: Selbstverständlich war immer eine kommerzielle Nutzung der Inhalte der Wikipedia möglich und selbstverständlich wurde in der Vergangenheit die geltende, sehr unpraktikable GFDL-Lizenz – im Gegensatz zur im Artikel aufgestellten Behauptung – von den Nachnutzern in den meisten Fällen eingehalten. Als Beispiele seien nur die verschiedenen CD- und DVD-Ausgaben der Wikipedia oder das gedruckte Wikipedia-Lexikon in einem Band genannt, die alle von kommerziellen Nachnutzern erstellt und vertrieben werden.

    Die letzte Wendung des Beitrags ist schließlich für mich gar nicht mehr nachzuvollziehen. Hier werden munter unfreie Gratis-Inhalte ins Spiel gebracht und Wikipedia-Autoren unterstellt, dass sie eine Vergütung für die Schaffung Freier Inhalte wünschen oder erwarten würden, sofern die erstellten Inhalte kommerziell genutzt würden. Mir ist ja bewusst, dass die Gemeinschaft der Wikipedia-Nutzer oftmals für Außenstehende eine schwer zu durchschauende Masse darstellt – aber solche unbelegten Thesen aufzustellen, die mit der Realität augenscheinlich wenig zu tun haben, ist dann doch ein starkes Stück.

    Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich in diesem Artikel die im Gegensatz sonst beim Deutschlandfunk positiv hervorstechende Qualität der Beiträge *stark* vermisst habe.

    Enttäuscht, Tim Bartel.
    Mitglied des Vorstands Wikimedia Deutschland e.V.

Ich bin gespannt ob ich eine Antwort erhalte und ob der Artikel nachgebessert wird.

Die Veröffentlichung des Ergebnis der Abstimmung über die Änderung der Lizenzbestimmungen, an der sich über 18.000 Wikipedianer beteiligt haben, wird für heute in Kürze erwartet.

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Befreiung von Inhalten – wie geht es weiter?

Nachdem die Kooperation mit dem Bundesarchiv so erfolgreich funktioniert hat, gab es seit Ende letzten Jahres Gespräche, wie wir  solche Projekte weiter vorantreiben können. Wie finden wir geeignete Kooperationspartner, die über Inhalte verfügen? Wie können wir sie für die Unterstützung Freien Wissens gewinnen? Wie stemmen wir die damit verbundenen Arbeiten?

Ein erster Schritt in dieser Richtung war die Einstellung von Mathias Schindler als Projektmanager, zuerst für drei Monate. Sein Auftrag: Partner finden und Kooperationen auf den Weg bringen. Am 31. März konnten wir dann auch schon einen ersten großen Erfolg vorstellen: die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gibt 250.000 Bilder aus der Deutschen Fotothek frei. Der Upload hat bereits begonnen, viele Bilder wurden schon thematisch kategorisiert, inhaltlich geprüft und in Wikipedia-Artikel eingebunden. Daneben liefen noch weitere vielversprechende Gespräche mit anderen Institutionen.

Wie geht es nun weiter? Es ist klar, dass freien Zugang zu Bildern und anderen Materialien schaffen zu unseren Kernaufgaben gehört. Die Erfolge bisher lassen kaum Zweifel, dass hier noch sehr viel mehr möglich ist. Die begeisterte Einbindung und Verwendung der Bundesarchiv- und SLUB-Inhalte durch engagierte Freiwillige zeigt ebenfalls, wie wichtig solche Projekte für die weitere Entwicklung unserer Inhalte sind. Um dem allen gerecht zu werden, haben wir beschlossen:

  1. Die Befreiung von bisher nur eingeschränkt nutzbaren Inhalten wird aktiv durch den Verein gefördert.
  2. Wir bieten Mathias Schindler eine Verlängerung des Vertrags als Projektmanager auf 12 Monate an. Seine exzellente Arbeit bisher und sein unermüdlicher Einsatz in diesem Bereich sind bester Beweis dafür, dass er diese Rolle ideal ausfüllt. Mathias hat das Angebot bereits angenommen und den Vertrag unterschrieben.
  3. Der Verein wird kurzfristig ein Spendenprojekt starten, um Mittel zur Befreiung von Inhalten anzuwerben. Damit sollen auch eventuell entstehende Kosten abgedeckt werden, wie sie zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Software zum Bildupload und -verwaltung oder der Digitalisierung von Inhalten entstehen können. Details dazu werden wir in den nächsten zehn Tagen vorstellen.

Ich freue mich persönlich sehr, dass wir in diesem Bereich bereits so viel machen konnten, und sehe mit viel Spannung zukünftigen Kooperationen entgegen. Wir sind angetreten, das Wissen der ganzen Menschheit zu sammeln und jedem für jeden Zweck frei zugänglich zu machen. Bisher nicht zugängliche Inhalte zu diesem Zweck zu erschließen ist eine wichtiger weiterer Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.

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Die Wikimedia Bewegung wächst und entwickelt sich – Bericht zum Chapters Meeting

Eine geballte Ladung engagierter Unterstützer Freien Wissens kam aus aller Welt vom 3.-5. April anlässlich der ersten Wikimedia Conference in den Berliner T-Labs und der c-base zusammen. Die Konferenz umfasste drei parallel laufende Veranstaltungen:

Gemeinsam mit Alice Wiegand hatte ich das Vergnügen als Vertreterin des Vorstands von Wikimedia Deutschland hautnah beim Chapters Meeting dabei zu sein. An dieser Stelle nun ein kleiner Bericht und ein paar persönliche Eindrücke meinerseits.

Wikimedia Brasil stellt sich vor
Wikimedia Brasil stellt sich vor
Was sind eigentlich Wikimedia Chapter? Und was hat es mit dem Chapters Meeting auf sich? Die Chapter sind unabhängige Organisationen, die dazu dienen, die Idee des Freien Wissens durch die Wikimedia Projekte (wie z.B. die Wikipedia) in einem bestimmten Land zu fördern und zu unterstützen. Derzeit existieren weltweit 22 Chapter. Der Verein Wikimedia Deutschland ist das deutsche Chapter. Seit 2008 findet einmal im Jahr das Chapters Meeting statt. Ziel des Treffens ist es, die Chapter der verschiedenen Länder zusammenzubringen, um ihnen so Gelegenheit zu geben, ihre Erfahrungen bezüglich der Arbeit für die Wikimedia Bewegung auszutauschen, Idee zu diskutieren und gemeinsam Pläne zu schmieden, wie die Förderung Freien Wissens weiter vorangetrieben werden kann.

Nachdem die Repräsentanten der Chapter bei ihrem ersten Treffen (2008) in Nijmegen (Niederlande) zusammenkamen, übernahm dieses Jahr Wikimedia Deutschland die Gastgeberschaft. Dank der Unterstützung verschiedener Chapter ist es gelungen, Vertreter aller existierenden Chapter nach Berlin zu holen. Den weitesten Anreiseweg hatten dabei Patricio und Carlos als Repräsentanten des Argentinischen Chapters (11.900 km), Arief und Revo Arka Giri (Wikimedia Indonesia: 10.800 km) sowie Thomas & Alexandre von Wikimedia Brasil (10.000 km).

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Von Kindern und Revolutionen

Via Ars Technica lernen wir, dass Microsoft sich offenbar endgültig von den Encarta-Produkten verabschieden will.  In den letzten Jahren kam es bereits zu einer Ausdünnung der physischen Produktlinie, der Fokus lag spätestens seit 2007 auf dem ehemals stark mit der MSN-Suchmaschine verzahnten Onlineportal, das 2000 an den Start ging.

Laut MSN-FAQ gibt es für das Ableben von Encarta folgenden Zeitplan:

  • Juni 2009: Ende des Verkaufs der Encarta-Produkte („Microsoft Student“, „Encarta Premium“)
  • 31. Oktober 2009: Die Onlineportale von MSN Encarta gehen offline (Ausnahme: Japanischsprachige Encarta)
  • 31. Oktober 2009: Encarta-Produkte werden nicht mehr länger aktualisiert (Ausnahme: Japanischsprachige Encarta)
  • 31. Dezember 2009: Die japanischsprachige MSN Encarta geht offline
  • 31. Dezember 2009: Japanischsprachige Encarta wird nicht mehr aktualisiert
  • Ende 2012: Ende des technischen Supports für die Encarta-Produkte

Ebenfalls in der FAQ findet sich eine eher allgemein gehaltene Begründung für die Einstellung der Produktreihe:

Encarta has been a popular product around the world for many years. However, the category of traditional encyclopedias and reference material has changed. People today seek and consume information in considerably different ways than in years past. As part of Microsoft’s goal to deliver the most effective and engaging resources for today’s consumer, it has made the decision to exit the Encarta business.

Dieser Einschätzung kann man durchaus zustimmen. Encarta war seit 1993 Teil dieses Wandels und hat durch technische Innovation, hartes Marketing und eine entsprechend massenorientierte Preispolitik über einige Zeit das Tempo vorgegeben, an vielen Stellen finden sich Fragmente dieser Geschichte bei wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten als Fallbeispiel für den Wandel schlechthin.

Der Rest ist pure Wiederholung und findet sich bereits in meinem Blogeintrag über das Ende des Meyers Lexikon Online. Eine Email an Microsoft ging heute heraus, vielleicht lässt sich ja hier eine Lösung für die (freie) Zukunft der Encarta-Inhalte finden.

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Wikimedium: Die neue Vereinszeitung

Die erste Ausgabe der neuen Vereinszeitung ist fertig und online verfügbar. Die druckfrische Version konnte bereits zur Mitgliederversammlung am 21. März in Berlin verteilt werden. Um Einzelbestellungen möglichst zu vermeiden, werden wir die Stammtische in den nächsten Wochen ausstatten.

WIKIMEDIUM 1/2009

Ziele der Vereinszeitung sind:

  • die Kommunikation zwischen dem Verein und den Mitglieder, (potentiellen) Partnern und Spendern verbessern
  • die Aktivitäten des Vereins darstellen und erläutern
  • Hintergrundinformationen liefern
  • die verschiedenen Wikipedia Projekte kommunizieren und Aktionen bekanntgeben
  • Übergreifende Themen aufbereiten

Wikimedium ist ein weiterer Baustein unserer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit und verbesserten Kommunikation. Wir wollen mit der Zeitung nicht nur Vereinsmitglieder erreichen sondern auch Spender, Förderer, Kooperationspartner und potentielle Sponsoren des Vereins. Geplant ist die Zeitung bei Veranstaltungen, Konferenzen und Workshops auszulegen und so eine möglichst breite Streuung zu erreichen.  Weitere Ideen zur Verbreitung sind sehr willkommen.

WIKIMEDIUM wird 4x im Jahr erscheinen. Die nächste Ausgabe ist für Juni geplant. Ich würde mich freuen, wenn ihr uns unterstützt. Ideen und Beiträge zu redaktionellen Themen für die nächste Ausgabe können direkt bei mir eingereicht werden (catrin.schoneville@wikimedia.de). Wir sind gespannt auf Euer Feedback und wünschen viel Spaß beim Lesen der ersten Ausgabe.

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Eine Zahl, sie alle zu finden und ewig zu binden

Seit Dezember 2008 kooperiert Wikimedia Deutschland e.V. mit dem Bundesarchiv bei der Bereitstellung von Bildern unter Freier Lizenz. Ein wichtiger Teil dieser Kooperation ist die Verknüpfung der Personendaten des Bundesarchivs, der Wikipedia-Personendaten und der Personennamendatei der Deutschen Nationalbibliothek, unserem Kooperationspartner seit 2003. Dieses Matching erzeugt im Idealfall einen Datensatz, der anzeigt, dass

a Bundesarchiv) Okuma | Premierminister | Japan
b Wikipedia) [[Ōkuma Shigenobu]] – 8. und 17. Premierminister von Japan (* 1838; † 1922)
c PND) Ōkuma, Shigenobu (119096420) – Premier- und Außenminister; Japan. Politiker (Land: XB-JP; Lebensdaten: 1838-1922)

die gleiche Person bezeichnen. Wer also nach dem erfolgreichen Matching ein Bild im Bundesarchiv entdeckt, wird mühelos auf den Wikipedia-Artikel zur abgebildeten Person weitergeleitet und kann dort mit einem Klick nachschlagen, was diese Person in Deutschland publiziert hat oder was über sie publiziert wurde. Dank des Forschungsprojektes VIAF geht es dann sogar noch weiter in die Bestände der französischen, schwedischen und US-amerikanischen Nationalbibliotheken oder ihrer Äquivalente.

Seit heute sind von 59.073 Datensätzen des Bundesarchivs bereits 70% erfolgreich bearbeitet, das für Ende März erhoffte Ziel wurde also erfolgreich vorzeitig erreicht und allen Helfen von Bundesarchiv und Wikipedia/Wikimedia möchte ich meinen herzlichsten Dank aussprechen.

Für diese wie auch für alle nachfolgenden Kooperationen mit ähnlicher Konzeption werden wir auch weiter Helfer benötigen, die Lust und Zeit
haben, die Personendaten in der Wikipedia zu pflegen und gegen andere Datensätze abzugleichen.


Interessierte können sich vertrauensvoll an mich (
mathias.schindler@wikimedia.de) wenden (Stichwort: Personendatenmatching).

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Projektmanager für Freie Inhalte

Es ist mir eine Freude mitzuteilen, dass wir Mathias Schindler zum 1. Januar diesen Jahres als Projektmanager für uns gewinnen konnten. Zu seinen Aufgaben zählt unter anderem die Planung, Durchführung und Betreuung von Kooperationen zur Befreiung von Inhalten. Eines dieser Projekte kennt Ihr bereits, im Dezember 2008 hat das Bildarchiv des Deutschen Bundesarchivs knapp 100.000 Digitalisate unter einer freien Lizenz verfügbar gemacht. Wir waren von Mathias‘ Arbeit an diesem Projekt so sehr begeistert, dass wir ihn gern stärker einbinden und seine Kompetenzen zur Förderung Freien Wissens einsetzen wollten.

Im letzten Jahr war Mathias für die Deutsche Nationalbibliothek in der Arbeitsstelle für Standardisierung/Arbeitsstelle Normdaten tätig. Diese Arbeitsstelle ist unter anderem auch mit der Personennamendatei (PND) beschäftigt, die wir in der deutschsprachigen Wikipedia bereits seit 2005 verlinken. Bis Sommer 2007 war Mathias auch Mitglied im Vereinsvorstand.

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100.000 Mal ein Bild und 1000 Worte

Ungefähr ein Jahr lang haben drei Wikimedianer mit dem Deutschen Bundesarchiv diskutiert, argumentiert, Pläne geschmiedet und Vertragsentwürfe herumgeschickt, bis das Projekt spruchreif war: Wikimedia Commons erhält vom Bundesarchiv auf einen Schlag knapp 100.000 Bilder unter der freien Lizenz Creative Commons cc-by-sa, die eine umfassende Nutzug der Bilder für beliebige Zwecke erlaubt.

Am 4. Dezember fand in Berlin die Pressekonferenz dazu statt, um die frohe Kunde in die Öffentlichkeit zu bringen. Während die Journalisten also den Erläuterungen der Bundesarchiv-Vizepräsidentin Prof. Dr. Angelika Menne-Haritz, dem Leiter des Bildarchivs Dr. Oliver Sander, dem Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland Sebastian Moleski und Mathias Schindler (der von der FAZ zum Wikipedia-Gründer und vom Tagesspiegel zum Wikimedia Commons-Projektleiter befördert wurde) lauschten, rauschte gleichzeitig die Bilderflut nach Commons.

Grundvoraussetzung für diese Zusammenarbeit ist die konsequente Arbeit von Wikimedia Commons, eine erstklassige Mediendatenbank zu schaffen und zu pflegen, mit größter Rücksichtnahme auf alle urheberrechtlichen Fragen. Hinzu kommt die Erfahrung von Wikipedia, personenbezogene Inhalte mit der Personennamendatei (PND) der Deutschen Nationalbibliothek zu verknüpfen. Dieses Projekt läuft schon seit 2005 und verschafft den Lesern der Wikipedia einen direkten Zugang auf weiterführende Literaturangaben. Auch hier reifen gerade Pläne für den Ausbau der Zusammenarbeit mit dem bibliographischen Zentrum Deutschlands.

Für diesen großartigen Moment waren viele helfende Hände zur Stelle, sowohl Wikimedianer als auch Bundesarchiv-Angestellte und die Dienstleistungsfirmen dieser Behörde und allen gebührt Dank für die Mitarbeit. In Koblenz und Berlin wurden ungezählte Stunden bei der nötigen Arbeit zum Abgleich der Personenlisten von Bundesarchiv, Wikipedia und Nationalbibliothek verbracht, in einer beeindruckend hohen Qualität und noch beeindruckenderen Schnelligkeit. Jetzt, da sich die Kategorien auf Wikimedia Commons füllen und erste Bilder ihren Weg nach Wikipedia finden, beginnt der spannendste Teil der Arbeit: Nutzt die Inhalte!

Weiterführende Links

Gemeinsame Pressemitteilung von Bundesarchiv und Wikimedia Deutschland: Bilder-Buch-Beziehung im Internet

Pressespiegelauszug

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