Posts Tagged ‘Freies Wissen’



Bis Freitag, 14.10. 23:59 Uhr Deine Idee fürs Community-Projektbudget vorschlagen

Du hast eine gute Idee zur Förderung Freien Wissens mit besonderem Schwerpunkt auf den Wikimedia-Projekten? Du kannst diese Idee selber oder im Team umsetzen, benötigst aber noch konkrete finanzielle Unterstützung? Dann melde Dich jetzt mit Deiner Idee an und stelle bis Ende Oktober einen Antrag für die zweite Runde im Community-Projektbudget.

Die aktuelle Antragsrunde läuft noch bis Ende Oktober. Um mit Deiner Idee zur Förderung Freien Wissens in den Wikimedia-Projekten in die Auswahlrunde zu kommen, kannst Du Dich bis Freitag, 14.10. 23:59 Uhr in die Antragsliste eintragen lassen. Schicke dazu einfach eine Mail an cpb@wikimedia.de mit einen Projektnamen und Deinem Namen als Antragsteller. Bis zum Freitag, 28.10. 23:59 Uhr hast Du dann Zeit, uns Deinen Antrag zu schicken. Das Antragsmuster und die Förderrichtlinien findest Du auf der CPB-Projektseite. Natürlich bedeutet eine Eintragung in die Antragsliste nicht, dass Du einen Antrag einreichen musst. Allerdings können Anträge, die nicht bis zum 14.10. in der Antragsliste angemeldet wurden, in dieser Runde nicht berücksichtigt werden.

Gefördert werden aus dem Community-Projektbudget Initiativen für Freies Wissen mit Schwerpunkt auf Wikimedia-Projekten, die zur Umsetzung 5000 € und mehr benötigen.

Wiki Loves Monuments Mittelhessen, Fotoflüge, ein Workshop zu bibliographisch-archivalischem Wissen, Filmvorlesungen und ein Projekt zur Entwicklung von Maßnahmen  zur Gewinnung von Frauen als Mitarbeiterinnen für Wikimedia-Projekte sind die Projekte, die in der ersten Runde aus 36 Einreichungen ausgewählt wurden und nun umgesetzt werden. Hier sind die Kurzbeschreibungen, weiterführende Links und die jeweiligen Fördersummen zu finden.

Die Vergabe der Fördergelder wird von einem ehrenamtlichen Ausschuss vorgeschlagen, der – neben dem Schatzmeister des Vereins – zur Hälfte aus Vereinsmitgliedern und zur Hälfte aus der Community gewählt wurde.

Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: cpb@wikimedia.de oder Olaf Kosinsky (Schatzmeister WMDE und CPB-Ausschuss), Sebastian Sooth (Ansprechpartner in der Geschäftsstelle).

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Italienische Wikipedia im Streik

Die italienische Wikipedia-Community ist in diesen Tagen einen Schritt gegangen, der so in der 10-jährigen Geschichte der freien Enzyklopädie einmalig ist. Seit gestern Abend  ist die italienische Version der größten Wissenssammlung der Menschheit für Leser nicht mehr erreichbar – die Inhalte sind vorübergehend versteckt. Stattdessen erklärt ein Brief die Gründe für dieses Vorgehen. Ursache dafür ist der Paragraph 29 eines italienischen Gesetzesentwurfs, den das italienische Parlament zurzeit debattiert. Dieser enthält eine Verpflichtung für Webseiten, innerhalb von 48 Stunden kommentarlos jegliche Korrektur am Inhalt vorzunehmen, die der Antragsteller im Interesse seiner Reputation fordert. Unerfreulicherweise verlangt dieses Gesetz keine Evaluation durch eine unabhängige dritte Person.

Die ehrenamtlichen Wikipedia-Autoren haben in den letzten 10 Jahren in Gemeinschaftsarbeit eine neutrale, frei lizenzierte und vor allem unabhängige Wissensquelle erstellt. Relevanzkriterien, Löschanträge, Änderungen in Artikeln und Umgang mit Persönlichkeitsrechtsverletzungen werden öffentlich diskutiert. Durch Quellennachweise, Belege und die Einhaltung eines neutralen Standpunkts wird die Qualität der Artikel gesichert.  Wikipedia hat eine Reihe von Mechanismen etabliert, über die Sorgen und Beschwerden von Einzelpersonen oder Organisationen gesammelt und gelöst werden. Das jetzige System zur Entfernung falscher Informationen ist erprobt und belastbar. Diese bewährten Arbeitsmethoden sind nun durch eine mögliche Gesetzesänderung in Italien in Frage gestellt und damit werden die Grundprinzipien der freien Enzyklopädie missachtet.

Seit Bestehen des Online-Lexikons haben Wikipedia-Benutzer auf Nachfrage hin jede Art von Inhalt überprüft, der für jemanden nachteilig sein könnte, ohne dabei auf die Neutralität und Unabhängigkeit des Projektes verzichten zu müssen. Eine Korrektur ohne Recht auf Diskussion und Überprüfung der Inhalte veröffentlichen zu müssen, würde zu einer inakzeptablen Einschränkung der Freiheit und Unabhängigkeit von Wikipedia führen.

Als gemeinnütziger Verein zur Förderung Freien Wissens setzt sich Wikimedia Deutschland nicht nur für den freien Zugang zu Wissen ein, sondern fördert und unterstützt auch die Erstellung und Verbreitung von Freiem Wissen. Wikimedia Deutschland ist nicht an redaktionellen Prozessen beteiligt und mischt sich auch nicht in die gewachsenen Strukturen und das komplexe Regelwerk von Wikipedia ein. Die aktuelle Diskussion über den Gesetzesentwurf in Italien widerspricht jedoch unseren Grundsätzen und der Mission der Förderung Freien Wissens.

Die italienische Autoren-Gemeinschaft hat sich für eine drastische Reaktion entschieden, die nicht nur auf Zuspruch stößt. Vielleicht hätte es andere Maßnahmen gegeben, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Aber die Entscheidung, Wikipedia für geplante 48 Stunden nicht verfügbar zu machen, ist zumindest sehr wirkungsvoll. Es geht hier um ein grundsätzliches Problem im Umgang mit Freiem Wissen, Neutralität und Meinungsfreiheit. Dies zeigen auch die zahlreichen Medienberichte, Online-Unterstützer weltweit und Solidaritätserklärungen.

Wikimedia Deutschland steht an der Seite der Freiwilligen aus Italien, die gegen den „Kill-Blog“ genannten Gesetzesentwurf protestieren. Dieses Gesetz würde die Arbeit von Projekten wie Wikipedia behindern: offene, ehrenamtliche und gemeinschaftliche Orte, die dem Teilen von Wissen gewidmet sind. Ganz zu schweigen von der Einschränkung der Möglichkeit für alle Internet-Benutzer, sich an demokratischen Vorgängen zu beteiligen und ihr Recht auf freie Rede auszuüben.

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Nichts zu editieren.

Fast 100 Gäste durften wir bei unserer Wikipedia-Buchpräsentation am Samstag in der Literaturwerkstatt begrüßen; unter ihnen Autoren, Wikipedianer, WMDE-Mitglieder, Presseverterter und Wikipedia-Interessierte. Nach der Begrüßung durch unseren Geschäftsführer Pavel führte Catrin durch den weiteren Verlauf des Abends. Auf der Bühne diskutierten Marcus Cyron, Till Jaeger, Tobias Lutzi und Boris Marinov über die Entstehung des Buches, die Abstimmung mit den vielen Autoren sowie die Auswirkungen unseres Anspruchs, das Buch unter Creative-Commons-Lizenz heraus zu bringen. Zwei Autoren gaben dann sogar noch ihre eigenen Geschichten aus dem Buch zum Besten: Gereon Kalkuhl berichtete von seinen ganz eigenen „Wikipedia-Momente(n)“, Michael Schlesinger referierte in seinem Beitrag launisch über „Die dunkle Seite der Wikipedia“. Ein Bericht findet sich z.B. bei ZEIT Online „Buchvorstellung – Wikipedia-Autoren leuchten das Innenleben der Enzyklopädie aus.

Eine ganz besondere Überraschung hatte sich unser Praktikant Khesrau Behroz einfallen lassen: Mit seinem Text „Nichts zu editieren“ – vorgetragen in bester Poetry-Slam-Manier – hat er das gesamte Publikum in seinen Bann gezogen. Man lauschte zunächst verwundert, schockiert, fasziniert, belustigt und am Ende dann erleichtert ob des guten Ausgangs seines Kunststücks. Damit auch die Daheimgebliebenen in den Genuss kommen, haben wir die Situation heute nochmal in der Geschäftsstelle nachgestellt. Aber seht selbst:

Nichts zu editieren from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

Und hier nochmal zum Nachlesen und Nachsprechen:

Nichts zu editieren (Khesrau Behroz)

Sie dürfen diese Arbeit missbilligen.
Sie dürfen sie verachten, sie dürfen sich angeekelt fühlen.
Scheuen Sie sich nicht und kritisieren Sie.
Toben und tosen Sie, hauen Sie mit der Faust auf den Tisch,
schmeißen Sie ihn meinetwegen um.
Weisen Sie auf Ihre schwere Vergangenheit hin, denken Sie darüber nach,
welche Verbrechen in Ihrem Land ausgeübt worden sind, aber seien Sie großzügig.
Unter einer Million Toten brauchen Sie gar nicht erst anzufangen.
Spucken Sie beim Sprechen, das verleiht Ihrer Missbilligung einen ganz besonderen Akzent,
sagen Sie Ihrem Gegenüber ruhig, in welchen suboptimalen familiären und sozialen Verhältnissen er oder sie doch aufgewachsen ist,
denn – in der Tat – es muss ja so, es kann ja nicht!

Seien Sie wie Kerner, distanzieren Sie sich sogleich von Ihrer Maßlosigkeit,
schließlich sagen Sie ja nur, Sie meinen ja nicht.

Fluchen Sie, ja, fluchen Sie, wozu haben Sie denn diese Stimme?
Stellen Sie sich trotzig in den Raum und zeigen Sie auf den Urheber – mit dem nackten Finger! –
Schändung!, schreien Sie ruhig „Schändung“, es ist ein außerordentlich kluges Wort –
vergessen Sie nicht, vergessen Sie nicht, dabei ein- und wieder auszuatmen,
Sie wollen es tunlichst vermeiden, dass Ihnen ausgerechnet dann der Atem stockt,
wenn Sie parieren müssen.
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„Alles über Wikipedia“ – das Wikipedia-Buch ist da!

Ab sofort ist das Buch „Alles über Wikipedia – und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt“ im Handel erhältlich. Insgesamt beteiligten sich knapp 100 Wikipedia-Autoren, -Leser, Wissenschaftler, Journalisten und Kritiker mit Beiträgen unterschiedlicher Länge an der Erstellung des Buches. Es ist bei Hoffmann und Campe erschienen und steht als erste Publikation bei einem deutschen Traditionsverlag unter freier Lizenz. Wie alle Inhalte in Wikipedia können damit auch die Texte des Buches von jedermann kostenlos weitergenutzt werden.

Inhalt

Der Leser lernt Vandalenjäger und Trolle kennen, die Qualen der Löschhölle und die Freuden des gemeinsamen Gelingens. Er nimmt an der Debatte über die Frage teil, was in eine Enzyklopädie gehört und was nicht. Was sind die Grundprinzipien der Wiki-Idee und der gemeinsamen Arbeitsweise, die das Projekt so erfolgreich gemacht haben? Wie wird seine Zukunft aussehen?

Auf einen Blick

Umfang: 352 Seiten mit Beiträgen von 100 Autoren
Lizenz: Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0
Preis: 16,99 EUR (ISBN: 978-3-455-50236-7)
Erschienen: 14.09.2011 bei Hoffmann und Campe
Herausgeber: Wikimedia Deutschland e.V.

Warum ein Buch über Wikipedia?

Aus der Idee, „alles Wissen der Menschheit zu sammeln und jedem frei zur Verfügung zu stellen“, ist bis heute bereits die größte freie Wissenssammlung entstanden. Freiwillige aus der ganzen Welt haben knapp 20 Millionen Artikel in mehr als 280 Sprachversionen der freien Enzyklopädie erstellt. Zum zehnten Geburtstag am 15. Januar 2011 gratulierten Menschen auf knapp 500 Veranstaltungen in 120 Ländern.

Acht Monate später erscheint mit dem Wikipedia-Buch ein Geburtstagsgeschenk der ganz besonderen Art! Das Buch „Alles über Wikipedia“ zeigt die Gemeinschaft der ehrenamtlichen Helfer und deren enzyklopädische Arbeit, die Grundlage aller dieser Entwicklungen ist.

Lesungen

Wikimedia Deutschland plant für die kommenden Monate Lesungen des Buches in verschiedenen Städten. Wenn Ihr Interesse an einer Lesung in Eurer Nähe oder Rückfragen habt, bitte an publikationen@wikimedia.de schreiben. Wir freuen uns auf Eure Ideen!

Die vollständige Pressemitteilung zum Erscheinen des Buches findet Ihr hier.

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Veranstaltung Wikipedia für Berlin – Berlin für Wikipedia?

Photo: Andreas Praefcke (CC-BY-3.0)

Am morgigen Freitag, den 02. September 2011, wollen wir ab 19 Uhr im Berliner Radialsystem darüber sprechen, wie das Wissen Berlins gesammelt und unter Freier Lizenz der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann. Wir erläutern wie Wikipedia funktioniert und welche Rolle das freie Medienarchiv Wikimedia Commons dabei spielt. Wie kann Berlin von Wikipedia profitieren – einem Gemeinschaftsprojekt von Freiwilligen aus aller Welt, die das Wissen der Welt sammeln und frei zur Verfügung stellen? Und wie kommt das Wissen Berlins zu Wikipedia?

Wir sprechen unter anderem über Wiki Loves Monuments und Wikipedia muss Weltkulturerbe werden! Am Gespräch nehmen u.a. teil:
– Hauke Gierow/Stefan Wehrmeyer (Open Knowledge Foundation Deutschland)
– Kilian Kluge (Wiki Loves Monuments)
– Pavel Richter (Wikimedia Deutschland)
– Michelle Thorne (Mozilla Foundation)
– John Weitzmann (Legal Project Lead von Creative Commons Deutschland)
– Dr. Christine Wolf (Landesdenkmalamt Berlin)

Hier noch die Adresse. Kommt zahlreich!

Berlin Agora im
RADIALSYSTEM V
Holzmarktstr. 33
10243 Berlin
Alle weiteren Informationen findet Ihr auf der Seite von Berlin Agora und bei Facebook.

Weitere Veranstaltungen in anderen Städten sollen nach der WikiConvention stattfinden: zum Beispiel in Köln/Bonn, Hamburg und in Süddeutschland. Möchte jemand eine Veranstaltung in einer bestimmten Stadt mit unterstützen? Oder gibt es Orts- bzw. Gästewünsche? Dann bitte einfach kurz Bescheid sagen bitte!

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WikiCon 2011: Jetzt noch anmelden!

Mehr als 150 Wikipedianer und Freunde des Freien Wissens haben sich schon für die WikiConvention in Nürnberg angemeldet. Da derzeit noch jeden Tag zahlreiche Anmeldungen eintrudeln und es bei den Übernachtungsmöglichkeiten noch freie Kapazitäten gibt, wurde die Anmeldefrist bis zum 20. August verlängert.

Gleichzeitig wird im Hintergrund fleißig an dem Programm und der Rahmengestaltung gebastelt. Die Liste der Themen wird dabei immer länger: Von „Was ist ein Wiki-Autor?“ bis „Admin werden ist nicht schwer, Admin sein dagegen sehr“ ist für alle Leser und Nutzer der Wikipedia etwas dabei, egal ob Neuling oder alter Hase. Aber auch andere Projekte, wie Wiktionary oder Wikiversity sind auf der WikiCon vertreten und stellen sich vor. Ein Workshop zur „Wirkung von Wikipedia auf nicht Wikipedianer“ und ein Beitrag unter dem Titel „Sexipedia – Reloaded“ runden das Programm ab. Das vorläufige Programm (insgesamt derzeit ca. 30 Beiträge) könnt ihr euch hier anschauen.

Für alle Fotobegeisterten findet außerdem eine lokale Aktion im Rahmen des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments statt: Bei einem Ausflug in die Nachbarstadt Fürth werden möglichst viele Bilder unter freier Lizenz entstehen, um die Artikel der Wikipedia zu bereichern und weiter mit Farbe zu füllen.

Also lasst euch dieses Wochenende (09. – 11. September) nicht entgehen und meldet euch jetzt an (hier geht’s direkt zur Registrierung)!

PS: Gezwitschert wird mit dem Hashtag #wikicon. Folgt auch dem offiziellen Twitter Account wikicon11!

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Haifa Tag 2: Von Menschen und Motivationen

Es spielt keine Rolle, ob es die erste Wikimania ist, an der man teilnimmt oder (wie bei mir) die Dritte.  Eines bleibt und das ist die mitreißende Stimmung die entsteht, wenn hunderte von Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen. Und nicht nur das, alle bewegt die Leidenschaft für Freies Wissen und insbesondere für Wikipedia. Es ist einzigartig – so wie Wikipedia und die Menschen, die sie machen. Es ist motivierend. Es ist konstruktiv. Es ist lehrreich.

Das Wikimania-Programm in Haifa bietet drei Tage von 9.00 bis 19.00 Uhr Vorträge, Workshops und Diskussionen. Und was noch viel wichtiger ist, persönliche Gespräche in den Pausen.

Ein Highlight zum Wachwerden bot heute früh die Präsentation von Lodewijk Gelauff (Niederlande), der ausgewählte Projekte der Wikimedia Chapter vorstellte. Beispiele von nachahmenswerten Ideen. Die Argentinier beispielsweise haben es geschafft, Zugriff auf Archivmaterial von Radio- und Fernsehsendern zu bekommen, Polen etabliert einen Community-Award und israelische und französische Chapter arbeiten gemeinsam an einem Afrika-Projekt. Es lohnt sich das nachzulesen.

Es bestärkt einen in der eigenen Arbeit zu erfahren, dass auch Wikimedia Spanien sehbehinderten Menschen Zugang zu Wikipedia verschafft, in Indien ältere Menschen als Wikipedia-Autoren gewonnen werden sollen und das Programm ‚Wikipedian in Residence‘ (Wikipedianer, die zeitlich befristet als Volontäre in z.B. Museen arbeiten, um eine Zusammenarbeit zwischen beiden zu erstellen) bereits in England und Frankreich erste Erfolge aufweist.

Unbedingt empfehlenswert ist auch der Film ‚People are Knowledge‘ und die dazugehörige Projekt-Webseite. Ein Research-Programm finanziert von der Wikimedia Foundation, umgesetzt von Indern und Südafrikanern. Der Film zeigt Gespräche mit Menschen, die über nahezu vergessene Traditionen berichten und deren Wissen zu Wikipedia-Artikeln verarbeitet wird. Bücher in diesen Sprachen gibt es kaum. Ein Gewinn nicht nur für die Sprachversionen dieser Länder sondern auch ein großes Potential für europäische Sprachversionen.

Ein sperriger Titel aber eine gute Aktion wurde kurz vor der Mittagspause serviert: ‚Account Creation Improvement Project‘ von Lennart Gulbrandsson (Schweden). Warum legen Leser ein Benutzer-Konto in der Wikipedia an? Antworten wie „Ich weiß nicht, ich hatte Langeweile“ oder „Damit ich mehr Artikel lesen kann“ zeigen einen Teil des Problems. Lennart präsentierte u.a. den ‚User Page Creator‘ – eine Hilfe zur Erstellung der Benutzerseite – kinderleicht! Ich wünschte, dies würde sich schnell (zumindest als Testversion) in der deutschsprachigen Wikipedia finden.

Von einem prall gefüllten Tag möchte ich noch einen Vortrag herausheben. Da auch die Autoren der deutschsprachigen Wikipedia immer auf der Jagd nach Unternehmen sind, die versuchen ihre Artikel zu „verbessern“ und das Thema Manipulation von Wikipedia-Artikeln ständig aktuell ist, bot die Präsentation von Christophe Henner (Frankreich) einen spannenden Ansatz. Verkürzt: Er überzeugte Yamaha zur Darstellung der 50-jährigen Geschichte des Unternehmens ein eigenes Wiki anzulegen. Nach Fertigstellung wurden sämtliche Texte, Bilder, Zeichnungen und Dokumente unter Creative Commons-Lizenz gestellt und Wikipedia-Autoren hatten eine gute Quelle, um den Yamaha-Artikel nach Wikipedia-Regeln zu erstellen. Denkt drüber nach, dies könnte ein neuer Weg sein.

Für heute ist ein spannender Konferenztag zu Ende, aber die Gespräche gehen weiter…bis in die Nacht. Habe ich schon erwähnt, dass es gut ist, sich mitzuteilen? Kommunikation ist Motivation. Wir sollten öfter miteinander reden. Nicht nur in Haifa.

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Sommer, Sonne, Wikimedium!

Die Sommerausgabe unserer Vereinszeitung ist heute erschienen. Das Titelthema ist der Initiative Wikipedia muss Weltkulturerbe werden! gewidmet, die gestern übrigens den 25.000sten Unterzeichner der Online-Petition feiern konnte. Wir werfen auch einen kurzen Blick zurück auf das Expertengespräch vom 31. Mai im Deutschen Technikmuseum. Dazu findet ihr eine Videodokumentation der Veranstaltung auf unserer Vereinswebseite.

Und noch eine runde Zahl gibt es zu feiern. Im April dieses Jahres konnte Wikimedia Deutschland mit Professor Gernot Gutmann das 1.000ste Vereinsmitglied begrüßen. Er war auch gleich so freundlich, sich aus diesem Anlass für ein Interview in der Wikimedium bereit zu erklären. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken, genauso wie bei den vielen anderen Helfern, die für diese Ausgabe Themen beigesteuert haben, die sie über die Wikimedium verbreiten wollen! So können wir uns über Erfahrungen aus erster Hand zur Einweihung eines Tonstudios für Freiwillige freuen, das im Rahmen der Gesprochenen Wikipedia gefördert wurde. Ebenfalls dabei: Einblicke eines Benutzers in das Wikibooks-Projekt, der Erfahrungsbericht eines freiwilligen Referenten von Wikipedia macht Schule, ein Rückblick auf die Jurytagung des 14. Wikipedia-Schreibwettbewerbs und verschiedene aktuelle Themen rund um Freies Wissen sowie Veranstaltungen wie die WikiConvention in Nürnberg (9.-11. September 2011).

In dieser Ausgabe wird auch kurz der  8. Vorstand von Wikimedia Deutschland in Wort und Bild vorgestellt. Nicht allein dafür lohnt es sich wieder die Wikimedium zu lesen: Eine Verlosung gibt es auch noch! Mit freundlicher Unterstützung von cotton.de haben wir T-Shirts zur Initiative „Wikipedia muss Weltkulturerbe werden!“ produzieren können. Jimmy Wales trägt es, auch Mitarbeiter der Geschäfsstelle haben es beinahe schon zu ihrer Berufskleidung gemacht und ihr könnt es auch bekommen. Schickt uns einfach eine E-Mail an redaktion@wikimedium.de. Die ersten zehn Absender gewinnen.

Kostenlos bestellen!

Die gedruckte Version der Wikimedium kann wie immer kostenlos unter redaktion@wikimedium.de abonniert werden. Wir schicken euch auch gerne Ausgaben zu, wenn ihr die Wikimedium bei Stammtischen oder Veranstaltungen auslegen oder an Freunde verteilen wollt. Schreibt uns am besten ebenfalls an die Redaktionsadresse.

Wir sammeln bereits wieder Themen für die nächste Wikimedium, die im September 2011 erscheinen wird. Wir freuen uns Eure Mitarbeit!

Viel Spaß beim Lesen!

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Wie geht’s weiter mit der Zedler-Medaille?

Die Zedler-Medaille ist ein jährlich von Wikimedia Deutschland vergebener Preis für einen Lexikonbeitrag in den Kategorien Geistes- bzw. Naturwissenschaft. Seit 2007 wird der Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz durchgeführt. 2010 erweiterten die Träger den Preis um einen Bilderwettbewerb und erhielten außerdem Unterstützung von BASF SE, der Carl Zeiss AG sowie Reporter ohne Grenzen.

Rückblick 2010

In 2010 haben wir die Zielsetzung erweitert: Nach wie vor war der Dialog zwischen Wikipedia und der Wissenschaft ein Kernziel. Dem akademischen Betrieb sollte die Qualität der Wikipedia sowie die Idee Freien Wissens vermittelt werden. Die Gewinnung neuer Autoren ist nicht mehr Kernziel; dennoch sollen Experten motiviert werden, in der Wikipedia aktiv zu werden, z.B. als Korrektoren zur Sicherung der Artikelqualität. Die Zielgruppe wurde indes von Professoren und akademischem Mittelbau auf Studierende erweitert. Kernziele waren darüber hinaus die Gewinnung neuer Mitglieder und die Erhöhung des Spendenaufkommens für den Verein. Allgemein sollte die Akzeptanz der Idee Freien Wissens, der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekten in akademischer und allgemeiner Öffentlichkeit gesteigert werden.

Außerdem wurde erstmalig ein Bilderwettbewerb ausgeschrieben, um die Attraktivität der Wikipedia durch ansprechende und fachlich wertvolle Illustration der Artikel zu erhöhen, die Anzahl der Einreichungen für Zedler insgesamt zu steigern und eine größere Öffentlichkeit und neue Zielgruppe auf die Chancen der Verwendung von freien Lizenzen für Bilder aufmerksam zu machen.

Wir haben die Maßnahmen zur Erreichung der Zielgruppe verstärkt, on- und offline Werbematerialien erstellt und verteilt, in der Community geworben und versucht, einzelne Multiplikatoren zu identifizieren und motivieren. Sowohl Ausschreibung als auch die Veranstaltung wurden auf den Wikimedia-eigenen Kanälen und über neue und alte Verteiler von Wikimedia und den Partnern beworben, um ein gesteigertes Medienecho zu erzielen. Die Zedler-Medaille sollte sich weiter etablieren, größer werden und auf lange Sicht zu einer festen, renommierten Größe im Wissenschaftssektor werden um den Ansporn zum Mitmachen in den Folgejahren zu erhöhen.

Wie geht’s weiter in 2011?

Was in den letzten Jahre gut funktioniert hat: Die Veranstaltung wurde gut angenommen und für interessant befunden, der Name „Zedler-Medaille“ ist passend und etabliert sich langsam, die Partner haben ein gutes Standing und theoretisch auch ein großes Netzwerk zur Verbreitung der Idee, wir haben mit der Mainzer Akademie eine namhafte Jury.

Weniger gut war: Das ursprüngliche Ziel, mit der Verleihung der Zedler-Medaille neue Autoren für die Wikipedia zu gewinnen, wurde nie erreicht. Es gab viel zu wenige Einsendungen, bisher haben nur Männer den Preis gewonnen, die Teilnehmer waren fast ausschließlich bereits aktive Wikipedianer, Medienresonanz und Feedback oder Interesse aus dem Wissenschaftsbetrieb konnten nicht merklich gesteigert werden. Die Akzeptanz innerhalb der Community ist gering und aus Reihen der Wikipedianer und Vereinsmitglieder wurde oft der Wunsch nach einer Neuauflage geäußert.

Diesem Wunsch möchte Wikimedia Deutschland in diesem Jahr nachkommen. Daher stellen wir „Zedler 2.0“ zur Diskussion und möchte neue Ideen sammeln und gemeinsam mit allen Interessierten ein neues, erfolgversprechenderes Konzept erarbeiten.

Ein Vorschlag: Zedler-Award für Freies Wissen

Ein Vorschlag aus der Community, über den bereits mehrfach gesprochen wurde, ist ein „Zedler-Award für Freies Wissen“, eine Art Grimme- oder Grammy-Preis für herausragende Leistungen, Artikel, Redaktionen, Portale, Sammlungen innerhalb aber auch außerhalb der Wikipedia. In verschiedenen Kategorien würden Projekte oder Personen ausgezeichnet, die sich innerhalb der letzten zwölf Monate besonders für die Förderung Freien Wissens eingesetzt, den Bewusstseinswandel vorangetrieben oder bestimmte Lücken gefüllt haben. Für einige der Kategorien sollen externe Partner gefunden werden, die eine Patenschaft übernehmen, die Reichweite des Wettbewerbs erhöhen und eine Jury stellen können. Eine wichtige Neuerung wäre auch, dass nicht zum Erstellen von Artikeln extra für den Wettbewerb aufgerufen wird, sondern dass tolle Leistungen nachträglich geehrt werden.

Eure Meinung ist gefragt

Habt ihr weitere Vorschläge? Geht das für euch in die „richtige“ Richtung? Sollte Alles beim Alten bleiben? Ist der Fokus auf Projekte außerhalb der Wikipedia sinnvoll? Sind Sach-/Geldpreise als Anreiz passend? Auf der Wikipedia-Projektseite rufen wir zur Diskussion dieser Idee und Unterbreitung neuer Vorschläge auf. Auch hier in den Kommentaren sind Anregungen gerne gesehen. Nach zwei Wochen offener Diskussion soll das Konzept soweit ausgearbeitet werden, dass man damit an weitere Partner und andere interessierte Stellen herantreten kann.

Bei Wikimedia Deutschland steht euch Nicole (nicole.ebber@wikimedia.de) für alle Fragen und Antworten zur Verfügung. Wir freuen uns über euren Input!

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Redaktioneller Prozess für das Wikipedia-Buch abgeschlossen!

In den vergangenen Wochen wurde die Zusammenstellung des Wikipedia-Buchs weiter vorangetrieben und inzwischen liegt das (fast) fertige Manuskript vor. Zuvor galt es aber diverse Fragen zu klären, wie die Handhabung von Fuß- bzw. Endnoten, die Erstellung einer lizenzkonformen Autorenliste, oder die Entscheidung darüber, über wie viele Gliederungsebenen der Inhalt verteilt werden soll. Gerade das letzte Thema entpuppte sich als ungeahnte Herausforderung: Durch die Unterscheidung zwischen größeren Beiträgen und kurzen Geschichten hatten wir nämlich bei der Erstellung des Manuskripts fünf Gliederungsebenen. Was im akademischen Bereich durchgehen mag oder sogar als Qualitätsmerkmal angesehen wird, ist für ein publikumswirksames Sachbuch verheerend. Nach konzeptionellen Umstellungen, diversen Beratungsrunden mit unserem Verlagspartner und unter Berücksichtigung der gestalterischen Möglichkeiten bei Satz und Herstellung des Buches ist es uns aber gelungen, dem Problem erfolgreich zu begegnen. Die Gliederungsebenen sind nunmehr auf drei reduziert (von denen die niedrigste lediglich als Lesehilfe dient und nicht indiziert wird) und auch für die gut sichtbare Abhebung größerer Beiträge von thematisch verwandten Anekdoten ist jetzt gesorgt.

Was zu tun bleibt…

Wenn die Rede von einem „fast“ fertigen Manuskript ist, kommt berechtigterweise die Frage auf, was denn noch fehlt. Zum einen steht die Einleitung noch nicht ganz, da sie erfahrungsgemäß immer erst zum Schluss und mit Blick auf die bereits vorhandenen Inhalte geschrieben wird. Zum anderen kommen derzeit – quasi im letzten Moment – zahlreiche Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge, Fotos und Autorenportraits bei uns an, die wir gerne annehmen und versuchen bestmöglich einzubeziehen. Und schließlich ist die Auswahl der Beiträge für das Buch, die in Abstimmung mit unserem Verlagspartner stattfindet, noch im Gange.

Der Teufel steckt im Detail

Am Ende bleibt festzuhalten, dass zahlreiche Detailfragen, wie etwa die Bebilderung oder die Cover-Gestaltung, mehr Zeit in Anspruch nehmen, als gemeinhin angenommen. Trotzdem besteht endlich Klarheit über das Cover-Motiv (inks zu sehen), wenn auch am genauen Layout noch weiter gearbeitet wird. Ein anderes Detail, das es gegenwärtig zu klären gilt, ist die Einholung von Autorenerklärungen. Mit diesen kurzen Standardtexten erklären sich die Autoren einerseits mit den Lizenzbedingungen einverstanden und können andererseits die aktuelle Fassung ihrer Beiträge noch einmal absegnen, bevor sie ins Lektorat gehen. Bei über 100 Autoren ist aber auch diese Formalität keine triviale Aufgabe…

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