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Freie Lizenzen in der Bildungsarbeit nutzen

Das Potential von Freien Bildungsressourcen ist in Bildungseinrichtungen vielfach noch nicht bekannt. Vielfach haben wir darüber in der letzten Zeit bereits berichtet im Vorfeld und auf der OER-Konferenz 2013. Doch die OER-Konferenz war erst der Anfang (Open Educational Ressources). Die Agentur Mediale Pfade hat eine Fortbildung für LehrerInnen und andere MultiplikatorInnen erarbeitet, um über Freie Inhalte in der Bildungsarbeit aufzuklären. An fünf Terminen sollen dabei etwa 60 TeilnehmerInnen in Geschichte und Philosophie von sowie im Umgang mit Freien Bildungsressourcen geschult werden. Ein Gastbeitrag zum Projekt von Daniel Seitz, Mediale Pfade.

Im Juni 2013 entschied die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, das Projekt “Freie Lizenzen in der Bildungsarbeit” von Mediale Pfade – Agentur für Medienbildung als eines von fünf OER-Projekten im Rahmen des Förderschwerpunktes zu „Freien Bildungsmaterialien im Internt“ zu fördern. Partner unseres Projekts ist Wikimedia Deutschland, die uns mit Expertise und Materialien unterstützt haben. Bei den Fortbildungen werden die Teilnehmenden unter anderem zu folgenden Themenbereichen geschult: Möglichkeiten und Chancen von OER; Verstehen, Finden und Auszeichnen freier Lizenzen; Beispiele und Nutzung von OER-Plattformen/-Portalen; eigenes Erstellen von OER; Methoden der gemeinsamen Arbeit an OER sowie Qualitätssicherung und Weiterentwicklung. Ziel ist es, mit unserem Projekt durch die Auswahl der veranstaltenden Orte und die Bewerbung insbesondere auch den außerschulischen Bildungsbereich zu OER zu erreichen. Zur Veranstaltungswebseite und Anmeldung: http://oe.medialepfade.de

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Zwei Buchstaben können enttäuschend sein

Eindrücke von der Tagung der FG Dokumentation des DMB in Berlin 14. bis 16. Oktober 2013.

Die letzten beiden Tage war ich auf der Tagung der Fachgruppe Dokumentation den Deutschen Museumsbundes. In den meisten Vorträgen ging es daher um die Dokumentation der Sammlungsbestände in Datenbanken, die Maschinenlesbarkeit und Exportfähigkeit der Metadaten, ihrer Präsentation auf der hauseigenen Website, die Bebilderung der Datenbank, den Einsatz von 3 D Technologie. Ich sah mikroskopische Aufnahmen von Plankton, hörte knarzende MP 3 Files von längst verschollenen geglaubten Tango-Aufnahmen und erfuhr die Faszination, die von sepiafarbenen Fotos aus Afrika ausgehen kann.

Ein Hagel von Abkürzungen prasselte über die Leinwand: AAT, MINT, LIDO, xTree, FLA. Fremd klingender Gebrauch von Ausdrücken wie „kontrolliertes Vokabular“, „Triple set“. Es ist offenbar eine ganz eigene Welt, die der Dokumentation. Die Dokumentaristen beugen sich längst nicht mehr über verstaubte Karteikarten und hocken nicht mehr in den unbedeutenden Räumen des Museums. Sie sind Türöffner geworden. Sie sind öffnen mit den Informationstechnologien das Museum für die Zusammenarbeit mit großen Datenportalen wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder dem europäischen Pendant EUROPEANA und holen über die Webpräsenz ihrer Häuser oft eben so viele Besucher, wie die Ausstellungen mit den Vitrinen und Schautafeln.

Das Technikmuseum in Wien baut eine vollständig neue Datenbank für ihre Sammlungen auf, die in zwei Jahren jedem Besucher der Online-Datenbank eine umfassende Suche von Objekten mit vielen nur denkbaren Querverweisen und umfassenden Erklärungstexten bieten soll. Gibt man den Begriff „Dampflokomotive“ ein, wird man neben einer Galerie mit Abbildungen von Lokomotiven des Museums auch verwandte Schlagworte angezeigt bekommen. Man kann mehr über den Konstrukteur eine bestimmten Lok erfahren und mit ein paar weiteren Klicks welche anderen Objekte dieses Ingenieurs im Museum aufbewahrt werden. Wie schnell wird man sich da nicht gern in den Welten des Museums verlieren, fast ein wenig wie in der Wikipedia, in der man ja auch so schnell von dem einen Begriff zum nächsten Thema kommt. Das im DDR Jargon so genannte „Komplexmuseum“ Bitterfeld entpuppt sich dank einer umfassenden digitalen Datenbank, die online verfügbar ist, zu einem wahren Hort unglaublicher Schätze. Hier lagert zum Beispiel der vergessene Tango  in Form einer Schelllackplatte aus den Beständen einer Gaststätte der Nachbarschaft. Für analog arbeitende Fotografen ist das Museum ein Mekka, Bitterfeld war der Standort von Agfa und ORWO, der Nachlass dieser untergegangenen Riesen lagert im Kreismuseum. Seit der Einrichtung des digitalen Museums, hat das Museum nicht nur seine Besucherzahlen steigern können, sondern Betrachter des Museums haben mit ihrem Spezialwissen den Kuratoren des Museums geholfen, die Bedeutung einzelner Objekte erst richtig einzuschätzen und Fehler zu korrigieren. Das Berliner Museum für Naturkunde erstellt gerade einen umfassenden Katalog für Planktonarten der Meere. Plankton sind zentrale Informanten des Klimawandels und Indikatoren für Erdöl. Sollte jemand die Nützlichkeit dieses Unterfangens in Frage stellen. Es ist ein Mammutprojekt, denn die kleinen Wesen haben nicht nur kaum zählbare Arten, sondern werden auch mit einer noch größeren Vielfalt von Namen belegt. Wissenschaftler aller Welt können sich an der Taxonomie beteiligen. Das Ethnologische Museum in Berlin lädt ihre Online-Besucher mit einer App ein, eine Sammlung früher Fotographien aus Afrika zu verschlagworten, weil sie allein diese Arbeit gar nicht schaffen würden. Ja, das Internet bietet so viele neue Möglichkeiten!

Da geht doch noch ‚was. Bitte zahlen Sie noch einmal für das digitale Kulturgut, sollten Sie eine Abbildung des Kulturgutes in Ihren Blog oder für die Illustration eines Wikipedia Artikels verwenden wollen. Dieses norwegische Mautschild ist jedoch frei.. By Peter J. Acklam converted the original EPS file to PDF with Ghostscript and the PDF file to SVG with Inkscape. [Public domain], via Wikimedia Commons

Wir Kulturliebhaber und Steuerzahler sind natürlich begeistert von all den vielen bunten Bildern, die uns die Museologen zeigen: Doch bitte die Hände auf dem Rücken! All diese schönen Bilder können nicht weiter verwendet werden. Bitt‘ schön, nur für den Nicht kommerziellen Gebrauch. NC – ein enttäuschendes Stoppschild für das Wikimedia-Movement.

 

 

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