Posts Tagged ‘Freie Lizenzen’



Coding da Vinci – Die Preisverleihung kommt

Ein kleiner Ausschnitt des Hackdash auf dem sich die im entstehen begriffenen Projekte von Coding da Vinci vorstellen. Schauen Sie rein.

Es ist soweit. In wenigen Wochen enthüllen wir die Gewinner des diesjährigen Kultur-Hackathons Coding da Vinci. Der Programmierwettbewerb um die digitalisierten Kulturdaten des Landes läuft auf der Zielgeraden ein. Apps für das Smartphone, Twitterfeeds, Big-Data Visualisierung, interaktive Websites, Virtual Reality. Hochgesteckte Ambitionen der gut 100 Teilnehmer, die in ihrer Freizeit aus Fotos, 3D-Scans, Textdigitalisaten und Gemälden Neues erschaffen. Wir laden Sie ein, mit uns gemeinsam ca. zwanzig Digitalprojekte live zu erleben. Sie stehen im Wettstreit um die begehrten sechs Coding da Vinci Preise in den Kategorien:

  • The most technical
  • The most useful
  • The best design
  • The funniest hack
  • Out of competition
  • Everybody’s darling

Innovative Entwickler und Entwicklerinnen, Kulturinteressierte, Designer und Designerinnen haben dann 6 Wochen lang hart gearbeitet. Getragen allein von ihrem Wunsch aus den digitalisierten Kulturgut Berlins und Umgebung neue Produkte zu schaffen. Vielleicht reisen Sie in einem neuen Onlinespiel mit uns mit 80 historischen Fahrkarten um die Welt. Oder prüfen Sie, wieviel Spaß es macht, mit der App wOgus 1000 Käfer am Bildschirm nach Farbe zu sortieren. Der Algorithmus Deep Water verspricht, die Wasserzeichen der Papiersammlung der UB Leipzig in Ihr Lieblingsfotomotiv zu mendeln. Drei von 24 Ideen, die am 21. Oktober zum Kick-Off von Coding da Vinci an der HTW gepitcht wurden. Im Augenblick sind es nur ein paar Zeilen Code, kleine Skizzen und ein Menge Enthusiasmus. Der Hackdash gleicht einer Blackbox. Mit Spannung erwarten wir daher die Präsentation der fertigen Projekte. Welche Idee hat das Zeug ein Produkt zu werden? Wer hat im Sprint durchgehalten? Welches Projekt wird die Jury begeistern und welches das Publikum? Wer wird in einer der sechs Kategorien den Preis gewinnen? Fiebern Sie am 2. Dezember im Jüdischen Museum mit uns mit. 

Bitte vormerken:

  1. Dezember 2017, Samstag 12:00 bis 18:00 Uhr im Jüdischen Museum Berlin

Lindenstraße 9 – 14, 10969 Berlin

Der Eintritt ist frei. Bitte registrieren Sie sich hier. Die Plätze sind beschränkt.

 

Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB), der Open Knowledge Foundation Germany e.V. (OKF DE), der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS) und Wikimedia Deutschland e.V. (WMDE) und ein offizieller Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 in Deutschland (SHARING HERITAGE).

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1 Frage – 1 Antwort, Teil 3: Was sagen Netz-Insider zur Entwicklung aktueller digitalpolitischer Themen?

Spezial zur Bundestagswahl 2017 – Wohin steuert die Politik zur Förderung des Freien Wissens?

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl schauen wir uns in der Blogbeitrag-Serie „Spezial zur Bundestagswahl“ die Wahlprogramme der Parteien, Antworten auf unsere Wahlprüfsteine und Ansichten von Netz-Insidern zur politischen Gestaltung (oder Verwaltung) des Freien Wissens an.

Teil 3 – Institutionen und Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Ellen Euler auf der Konferenz „Das ist Netzpolitik!“ 2017, Foto: Jason Krüger, CC BY-SA 4.0

Ellen Euler
…ist Informationsrechtlerin und begleitete als stellvertretende Geschäftsführerin den Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek. Im Juli 2017 übernahm sie die Professur für Open Access/ Open Data an der FH Potsdam.

WMDE: Sind die öffentlichen Institutionen in Deutschland eher Treiber oder eher Bremser des digitalen Wandels?

Ellen Euler:

Das ist eine gute Frage, die sich aber schwer beantworten lässt. Wahrscheinlich sind sie eher Getriebene. Die öffentlichen Institution werden in dem was sie tun wollen häufig durch das Recht ausgebremst.

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Interaktion im Netz – Ein oft harter Hürdenlauf für Museen und Archive

110 Meter Hürdenlauffinale der Olympiade 1912 in Stockholm Bild von IOC (Official Olympic Report) [Public domain], via Wikimedia Commons

Gefragt von Studenten des Masterstudiengangs “Museum und Ausstellung” der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg, warum Museen scheitern, möchte ich zurückfragen: Ist das nicht eine Frage der Perspektive? Ausstellungen in Museen sind oft enorm wirksame Publikumsmagnete, Museen verzeichnen steigende Besucherzahlen, neue anspruchsvolle Museumbauten werden eröffnet und der Job einer Museumsdirektorin ist so angesehen wie je. Wenn man dennoch vom Scheitern redet, dann muss etwas anderes gemeint sein. Der bekannte Kurator Daniel Tyradellis provozierte 2014 die Fachwelt mit dem Buchessay “Müde Museen”. Er fordert ein Umdenken zu mehr Nachhaltigkeit und Verschränkung mit dem Alltag von den Museen. Denn ja, hier können Museen noch besser werden. Denn dieser Alltag findet zunehmend im Netz statt.

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Monsters of Law klärte „10 populäre Irrtümer über Freie Software“ auf

Foto: By Gerrard St monster mural, [CC BY-SA 2.0]

In der Reihe „Monsters of Law“ nimmt Wikimedia Deutschland e. V. rechtliche Fragen rund um Freies Wissen unter die Lupe, die sogar Fachleute oft nicht aus dem Stegreif beantworten können. Dr. Till Jaeger, Partner der Kanzlei JBB Rechtsanwälte, erläuterte am 19.11.2015 anhand „10 populärer Irrtümer über Freie Software“ die Funktionsweise des Open-Source- Lizenzsystems. Das Video der Veranstaltung ist jetzt abrufbar.


 

Dr. Till Jaeger bei „Monsters of Law“ Foto: Christopher Schwarzkopf (WMDE) [CC BY-SA 4.0 ]

Freie Software ist die technologische Basis für Freies Wissen und überdies auch ein besonders interessantes Wissensphänomen unserer Zeit. Die Andersartigkeit des Lizenzmodells hat jedoch auch zu einigen Vorannahmen geführt, die sich bei näherer Betrachtung als falsch oder nur bedingt zutreffend herausstellen. Dr. Till Jaeger ist als Mitbegründer des Instituts für Rechtsfragen der Freien und Open-Source-Software (ifrOSS) und Lehrbeauftragter an der Leibniz-Universität Hannover bestens geeignet, diese Mythen aufzuklären. 3 davon haben wir hier herausgegriffen, alle 10 sind im Video der Veranstaltung zu sehen.

Irrtum 1: Die Einhaltung der Lizenzpflichten wird auf der Basis des Urheberrechts durchgesetzt

Freie Software ist eben nicht frei vom Urheberrecht, sondern benutzt vielmehr das bestehende Urheberrecht, um die Einhaltung der Lizenz und die freie Verfügbarkeit rechtlich abzusichern: Ein Verstoß gegen die Lizenzbedingungen kommt einem Urheberrechtsverstoß gleich. Freie Software ist nicht – wie oft irrtümlich angenommen – Software, mit der alles gemacht werden kann und das Urheberrecht nicht zu beachten ist.

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Monsters of Law: „10 populäre Irrtümer über freie Software.“

Nicht erschrecken! Rechtliche Fragen bei Monsters of Law. Foto: By Gerrard St monster mural, by Aviva West, [CC BY-SA 2.0]

Die Veranstaltungsreihe Monsters of Law wurde von Wikimedia Deutschland ins Leben gerufen, um sich juristischen Fragen rund um Freies Wissen und seinen Rahmenbedingungen anzunehmen.

Dr. Till Jaeger, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, spricht am 19. November bei Wikimedia Deutschland über das Lizenzmodell freier Software.


Monsters of Law:

„10 populäre Irrtümer über freie Software.“

Referent: Dr. Till Jaeger, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht
Wann: Donnerstag, 19.11., 18 Uhr, (Einlass 17:30 Uhr)
Wo: Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23-24, Berlin


Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, uns an diesem Tag ab 18 Uhr zu besuchen. Dem Format der Reihe entsprechend wird der Abend aus drei Teilen bestehen, einem Vortrag unseres Referenten, einer Frage- und Diskussionsrunde und einem informelleren Teil mit Getränken.

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Praxisleitfaden zur Nutzung freier Lizenzen jetzt auch auf Deutsch verfügbar

Design: Markus Büsges, leomaria designbüro, Germany, „Open Content – Ein Praxisleitfaden zur Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen“, CC BY-SA 4.0

Wir freuen uns heute ankündigen zu können, dass der im vergangenen Jahr veröffentlichte Leitfaden mit dem englischen Originaltitel “Open Content – A Practical Guide to Using Creative Commons Licences” nun auch auf Deutsch erschienen ist. Unter dem Titel  “Open Content – Ein Praxisleitfaden zur Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen” haben wir wieder gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen die von Dr. Till Kreutzer verfasste Publikation veröffentlicht.

Dieser Leitfaden ist weiterhin die erste Publikation, die auf die Creative Commons Lizenzversion 4.0 eingeht und auf verständliche und nutzerfreundliche Weise erläutert, wie einfach Creative-Commons-Lizenzen von Urheberinnen und Urhebern, Nachnutzerinnen und Nachnutzern angewandt werden können.

Inhaltlich widmet sich der Leitfaden ausführlich allen sechs Lizenzmodulen der Creative-Commons-Lizenzen und geht darauf ein, welche Möglichkeiten – aber auch welche Fragen – sich bei der Nutzung ergeben. Praktische Hinweise, z. B. zum Auffinden von frei lizenzierten Inhalten oder zur Anbringung des Lizenzhinweises, bietet das letzte Kapitel von “Open Content – Ein Praxisleitfaden zur Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen”. Der Leitfaden ist somit ein guter Einstieg ins Thema, nicht nur für Urheberinnen und Urheber, sondern auch auch für Nachnutzerinnen und -nutzer. Er soll dazu ermutigen, urheberrechtlich geschützte Werke der Wissensallmende zur Verfügung zu stellen, die Kontrolle über deren Verbreitung absichtlich ein Stück weit abzugeben und frei lizenzierte Inhalte auf kreative Weise miteinander zu kombinieren. Genauere Informationen zum Inhalt des Leitfadens finden sich in unserem damaligen Blogpost.

Wie auch für die englische Version gilt, dass alle Interessierten gern bei uns ihr Exemplar per E-Mail anfordern können. Wir schicken dieses dann gern zu! Außerdem haben wir den gesamten Inhalt des Leitfadens auch als PDF und als Volltextversion auf Meta-Wiki veröffentlicht. So ist es ganz einfach, ihn zu verbreiten, zu adaptieren und zu nutzen.

Zusätzlich zu unserer neuen Version hat auch Wikimedia Indonesia eine Übersetzung des Leitfadens angefertigt. Wir freuen uns über diese Art der Verbreitung und möchten alle dazu ermutigen, dies auch zu tun!

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325 Tausend Mediendateien sind noch zu putzen

Warum macht Wikimedia Deutschland eine Crowdfunding Kampagne?

Aufmerksame Facebook-Freunde und Follower von Wikimedia Deutschland haben vorgestern vielleicht gesehen, dass Wikimedia Deutschland zum ersten Mal eine Crowdfunding Kampagne bei Startnext gestartet hat. Heute geht diese Kampagne in die entscheidende Phase, die Finanzierung. Ab jetzt können Menschen von überall her mit kleinen und größeren Beiträgen die Kampagne unterstützen. Warum tun wir das?

 

Die Crowd produziert, die Crowd profitiert und die Crowd finanziert

 

Crowdfunding hat in den letzten Jahren neben den bisher üblichen Förderungen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im großen Stil betreibt Wikimedia Deutschland selbst Crowdfunding, wenn wir alljährlich im Spätherbst auf Wikipedia die Spendenbanner schalten. Die Idee ist, dass viele kleine Beträge Großes ermöglichen und das Internet ist hierfür ein komfortables Medium. Heute gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Crowdfunding-Plattformen, über die die verschiedensten Projekte Unterstützer werben können. Startnext ist die größte Plattform in Deutschland und unser Partner in der Kampagne für Coding da Vinci.

 

Coding da Vinci Der Kultur-Hackathon 2015

 

Im letzten Jahr haben wir mit drei Partnern, der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung und der Open Knowledge Foundation Deutschland, gemeinsam zum ersten Mal den Kultur-Hackathon Coding da Vinci durchgeführt. Es war ein fabelhafter Erfolg: 17 digitale Kulturprojekte entstanden und 325.000 Mediendateien kamen aus diesem Anlass unter eine freie Lizenz. Bis heute harren vieler dieser Dateien noch ihrer Erschließung für Wikimedia-Projekte. Da gibt es Scans von Insekten und Pflanzen, Tierstimmen, Musikaufnahmen, historische Karten, Fotografien und ganze Bücher, die alle noch darauf warten weiter genutzt zu werden. Im Augenblick ist dies ohne fundierte IT Kenntnisse nicht so einfach. Das soll dieses Jahr besser werden!

 

Für Coding da Vinci 2015 sprechen wir gemeinsam mit unseren drei Partnern wieder viele Kultureinrichtungen an, damit sie neue Datensätze unter einer freien Lizenz zur Verfügung stellen.  Das Interesse ist groß bei den Institutionen. Wie es in dem unten stehenden Film dargestellt wird, wollen wir daher die Daten im Vorfeld des Hackathons so aufbereiten lassen, dass sie einfacher nachnutzbar werden. Für Entwickler und eben auch für Wikipedia. Um diese Datenaufbereitung finanzieren zu können, starten wir heute unsere erste Crowdfunding Kampagne bei Startnext. Unterstützt uns dabei, indem Ihr die Kampagne bekannter macht. Oder wählt selbst das Dankeschön aus, das Euch jeweils am besten gefällt.

 

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Lizenzen einfach (und rechtssicher) verwenden

Design: Markus Büsges, leomaria designbüro, Germany, „Open Content A Practical Guide to Using Creative Commons Licences“, CC BY-SA 4.0

Neuer Leitfaden zu Open-Content-Lizenzen auf Englisch erschienen

Wikipedia sagt, der Satz „Alle Rechte vorbehalten“ stammt aus dem Urheberrecht und wird urheberrechtlich geschützten Werken beigefügt. Im angloamerikanischen Copyright lautet die Entsprechung: „All rights reserved.“1 Dieser Grundsatz beinhaltet, dass jegliche Weiternutzung urheberrechtlich geschützten Materials nur mit Zustimmung des jeweiligen Urhebers oder der Urheberin geregelt werden kann. Erst wenn eine Genehmigung vorliegt, kann beispielsweise ein ausgewähltes Foto, Musikstück oder Video in ein Blog integriert oder für einen Flyer verwendet werden.

In den vergangen zehn Jahren wurden deswegen verschiedene freie Lizenzen entwickelt, die diesen Umstand nachnutzerfreundlicher gestalten. Sie sehen vor, dass nicht “alle” Rechte vorbehalten sind, sondern nur einige. “Some rights reserved”. Urheberrechtlich geschützte Inhalte können so genutzt, geteilt, kombiniert und verbreitet werden, ohne dass für jede einzelne Nachnutzung eine eigene Vereinbarung mit dem Urheber oder der Urheberin getroffen werden muss. Freie Lizenzen, z.B. jene, die von Creative Commons entwickelt wurden, sehen vor, dass gewisse Arten der Weiternutzung in Form standardisierter Lizenzvereinbarungen erlaubt oder ausgeschlossen sind. Innerhalb dieses rechtsverbindlichen Rahmens ist es Nachnutzerinnen und -nutzern gestattet, Inhalte zu verwenden und weiter zu verbreiten.

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Einen Köder ausgeworfen

Förderer des Freien Wissens im Einsatz

Gefühlt 30° im Schatten. Freitag in Stuttgart. Aufgeräumte Redakteure und Wikipedianer in einem Raum. Es ging recht lustig zu. Man sprach über Linux und Open Data, über das Wikiversum, Abrufstatistiken und die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten. Gruselbilder wurden gezeigt und schließlich surrten die Rechner.

Zu Gast beim Südwestrundfunk. © Foto: Ra Boe / Wikipedia / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de, via Wikimedia Commons

 

Gemeinsam mit vier Wikipedianern aus dem Raum Stuttgart war ich zu Besuch beim Südwestrundfunk im Stuttgarter Stammhaus. Wir waren eingeladen worden zu erklären, warum Freie Lizenzen auch im Sender zur Anwendung kommen sollten: Win Win, wie es Neudeutsch heißt. Entspricht das nicht dem Gedanken: Eine Hand wäscht die andere? Diesen Blog haben wir schon oft den öffentlich rechtlichen gewidmet – diesmal direkt vor Ort. Unser Anliegen war es, die Mitarbeiter zu motivieren, selber und mit tatsächlichem Verständnis der Wikipedia-Richtlinien in der Wikipedia aktiv zu werden. Zum anderen den Sender dazu zu bewegen, eigenes Material unter einer Freien Lizenz nachhaltig für die Weiternutzung zur Verfügung zu stellen. Doch vor allem ging es darum zu demonstrieren, dass hinter der Online-Enzyklopädie und den anderen Wikimedia-Projekten Menschen stehen, mit denen man reden kann. Einige der Redakteure staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass Wikipedianer in ihrer Freizeit mit eben so viel Elan Wikipedia-Artikel schreiben, oder Fotos in Wikimedia Commons hochladen, wie andere Fußball spielen, und dabei eben soviel Spaß haben.

Ein paar der Fragen

„Ja, woher wissen Sie denn, dass da keiner Quatsch reinschreibt?“ Dafür gibt es die Beobachtungslisten.

„Wer legt denn fest, ob eine ARD-Serie einen eigenen Wikipedia-Artikel haben kann?“ Lesen Sie es nach bei den Relevanzkriterien.

„Wer bestimmt, ob die Löschung eines Artikels oder eines Fotos gerechtfertigt ist?“ Die Schwarmintelligenz.

„Wie kommen denn ausgerechnet diese teils grauslichen Fotos von den Showgrößen der ARD in die Wikipedia-Artikel?“ Es sind die besten, die wir bekommen können. Geben Sie uns doch besseres Material!

Peter Boudgoust unter Beobachtung

Vortrag und Diskussion und anschließend noch ein Einführungsworkshop in die Wikimedia-Projekte für interessierte Mitarbeiter des SWR. So sah das Tagesprogramm dieser ersten Begegnung aus. Als nächstes soll im Herbst eine Führung für Wikipedianer durch das Sendehaus mit Besuch einer Live-Sendung folgen. Bis dahin hat sich der SWR vielleicht schon durchringen können, zum Beispiel Fotos der Presseabteilung unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen. Erste Benutzerkonten wurden schon angelegt. Behalten wir mal den Artikel zum SWR Intendanten auf der Beobachtungsliste. Möglicherweise schmeckt der Wurm dem Fisch.

 

 

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Und zum Jahresende noch ein paar neue Dateien auf Commons

Gestern las ich in einer Zeitung, es sei vielen Menschen ein Kreuz, sich schon wieder an eine neue Jahreszahl gewöhnen zu müssen. Und bevor man sich unter dieses Joch beugt, wählen vielleicht daher viele einen Blick zurück. Gemeinsam haben wir in der Zusammenarbeit mit den Kultur- und Gedächtnisinstitutionen einiges in 2013 geschafft. Im internationalen Diskurs werden diese Institutionen unter dem Akronym GLAM (Galleries, Libraries, Archives and  Museums) zusammengefasst. Die vielen 2013-Projekte der Freiwilligen und von Wikimedia Deutschland wurden in diesem Blog beschrieben. Unter der Kategorie „Kultur“ , findet man alle Beiträge . Hier will ich nur auf die Punkte eingehen, die auch im kommenden Jahr noch Bedeutung haben werden. Zum Beispiel wurde im Frühjahr in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Wikiprojekt:Römischer Limes und Wikimedia Deutschland (WMDE) eine Limeskarte, die Geodaten, Zeitpunkte und Wikipedia-Arikel in verschiedenen Sprachen zur  Grenze des römischen Reiches mit einander vernetzt, erstellt. Aber noch konnte sie nicht in die Wikipedia integriert werden. Die Integration von interaktiven Karten und Apps in die Wikipedia wird auch in 2014 ein Thema bleiben.

On Tour von Braunschweig nach Görlitz

Eine Programmlinie, die ebenfalls in das kommende Jahr weiterführt, ist  „GLAM on Tour“. Klar inspiriert durch die Limeskarte kam es im Sommer zur Zusammenarbeit mit dem Braunschweigischen Landesmuseum (BLM) für die Ausstellung „Die Römer kommen“.   Ohne das Engagement der  Wikipedianer vor Ort wäre aber jede Inspiration eine Träumerei geblieben. So gibt es hunderte neue Fotos und etliche neue Artikel. Besonders erfreulich, die Auszeichnung des Artikels zur Schlacht am Harzhorn, um die die Ausstellung kreist, zum Wikipedia-Artikel des Tages am 30. September. Derzeit laufen die Gespräche für eine erneute Kooperation zur Ausstellung „1914“ im BLM. Auch die Ergebnisse der lokalen Wikipedianer in der Lausitz im Zuge der zweiten „GLAM on Tour“ Station in Görlitz können sich sehen lassen. Wir waren zu Gast bei der Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften (OLB). Die OLB unterstützt auch das Folgeprojekt zu den Umgebindehäusern, das im nächsten Jahr im Dreiländereck Polen, Tschechien und Deutschland stattfinden soll. 2014 wollen wir mindestens drei weitere „GLAM on Tour“ Stationen organisieren. Der Auswahlprozess läuft. Durch die „Kulturinitiative“ im Herbst haben sich sehr viele spannende Kontakte von WMDE-Fördermitgliedern zu GLAM-Einrichtungen aufgetan. Vorschläge sind weiterhin willkommen.

An Bord eines Tankers

Das Format „Wikipedian in Residence“ kam 2013 nur einmal zum Tragen. In Zusammenarbeit mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen gelang es erstmals im öffentlich rechtlichen Rundfunk, Mediendateien unter eine Freie Lizenz zu stellen. Es waren vorwiegend Infografiken, die im Zuge des online ZDF-Faktenchecks ausgearbeitet wurden. Mag das manch einem als dürftig erscheinen, so ist damit jedoch ein Präzedenzfall geschaffen worden, der in der Diskussion um die freie Nachnutzbarkeit von Staatlichen Werken nicht zu unterschätzen ist. Wir sind gespannt, ob der schwerfällige Tanker  ZDF zu den Europawahlen 2014 den Faktencheck wieder reaktivieren wird. 2014 sind mögliche  „Wikipedians in Residence“ auf den auf der WMDE-Mitgliederversammlung beschlossenen neuen Fonds zur Förderung des Freien Wissens angewiesen. Personen und Institutionen können dort  Projekte zur Förderung vorschlagen. Die Auswahl der Förderprojekte obliegt der Community. Der Fonds verfüg über 250.000 €.Die  Seite wird zur Zeit überarbeitet.

Über die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit von GLAMs und WMDE wurde auch auf der Konferenz „Zugang gestalten“ Ende November gesprochen. Über 200 Vertreter des GLAM-Bereiches trafen in Berlin zusammen und diskutierten ihre digitale Agenda mit Vertretern der Politik, des Justizwesens und der Zivilgesellschaft. WMDE war einer von siebenVeranstaltern. Die Diskussion wird 2014 fortgesetzt.

Die Junge Union Niedersachsen als Wegbereiterin der Piraten. Schon 1978 nutzte sie gemeinfreie Werke – hier von Peter Paul Rubens das Historienbild „Raub der Töchter Leukippos“ – für ihre Werbung. Es sei dahin gestellt, ob viele Frauen sich aufgrund dieses Plakates für die Junge Union bzw. CDU erwärmen konnten. Die Niedersächsin Frau von der Leyen entschloss sich bekanntermaßen erst 12 Jahre später zur Mitgliedschaft. Credit: By CDU [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

… und noch ein paar neue Dateien

Aber eigentlich ist heute ja noch Weihnachten und daher nun zum Schluss noch eine frohe Botschaft. Lang angekündigt haben wir endlich die von der Konrad Adenauer Stiftung bereitgestellten mehrere Tausend Wahlplakate und ähnliches Material in Wikimedia Commons hochladen können. Wie so oft war mit der freien Lizenzierung nur die Möglichkeit geschaffen worden, die Medien über Wikimedia Commons zu erschließen. Aber das eigentliche Hochladen ist entweder mühevolle Handarbeit oder erfordert eine Programmiertätigkeit- beides kostet Zeit. Die Plakate sind eine Quelle der Zeitgeschichte und damit natürlich für viele Wikipedia-Autoren spannend. Doch die CC-BY-SA-Lizenz erlaubt noch mehr: die Freie Nachnutzung und selbst die Bearbeitung, solange nur der Urheber genannt bleibt. Welche kreativen Köpfe sich von dem Material ansprechen lassen werden?

 

In diesem Sinne Euch und Ihnen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

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