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Leistungsschutzrechte, Remix-Kultur und Freies Wissen – Zur kreativen Nachnutzung seit dem Sampling-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Dies ist ein Gastbeitrag von Marion Goller, Stipendiatin im Fellow-Programm Freies Wissen. Das Fellow-Programm wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen.

Kunstfreiheit schlägt Eigentum“ titelte Ende Mai dieses Jahres die Online-Ausgabe der Legal Tribune, als das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) seine Entscheidung in Sachen „Metall auf Metall“ bekanntgab. In der Musik- und vor allem in der HipHop-Szene war das Urteil im Streit zwischen Moses Pelham und der Band Kraftwerk mit Spannung erwartet worden, sollte es doch ein für allemal regeln, ob Sampling – das Verwenden von Tonausschnitten aus fremden Werken in der eigenen Produktion – erlaubt ist oder nicht.

Aber nicht nur für professionelle Musiker:innen ist das Urteil interessant, sondern auch für Musikfans, die aus den Werken ihrer Idole neue Tracks zusammenschneiden und so neue Kunst schaffen wollen. Technische Fortschritte, insbesondere Digitalisierung und Internet, haben Herstellungs- und Grenzkosten in Ton und Film stark gesenkt, wie ich in meinem letzten Beitrag ausführte. Das hat eine neue Form der Remix-Kultur entstehen lassen, die wohl niemand so eloquent, passioniert und enthusiastisch beschrieben hat wie der Rechtswissenschaftler und Creative Commons-Mitgründer Lawrence Lessig.[1] Die Remix-Kultur lässt die Grenzen zwischen Produzent:innen und Konsument:innen verschwimmen oder hebt sie sogar ganz auf und schafft den neuen Typus der Prosument:innen: Personen, die sich der Werke anderer bedienen, um sich selbst kreativ auszudrücken.

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Fellow-Programm Freies Wissen – an die Arbeit!

Nachdem das Fellow-Programm Freies Wissen im Mai offiziell mit der Ausschreibung der Fellowships startete, endete im August die Bewerbungs- und Auswahlphase. Aus knapp 80 Einreichungen wählte das Programmteam zehn Fellows aus, die am diesjährigen Pilotprogramm teilnehmen und bis Ende Februar 2017 Forschungsprojekte im Sinne offener Wissenschaft durchführen. Im September trafen sich die Teilnehmenden des Programms in Berlin, um sich über die Idee und Praxis Offener Wissenschaft auszutauschen und  gemeinsam die Arbeit in den kommenden Monaten zu planen. Ziel des Programms ist es, die Idee von Open Science sichtbarer zu machen und in die wissenschaftlichen Institutionen zu tragen, um damit die schrittweise Öffnung von Wissenschaft und Forschung voranzutreiben.

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Die Resonanz auf die Ausschreibung des Fellow-Programms Freies Wissen, welches Wikimedia Deutschland in diesem Jahr erstmalig in Kooperation mit dem Stifterverband durchführt, war überaus erfreulich: Insgesamt bewarben sich fast 80 Wissenschaftlerinnen und


Unter dem Begriff “Open Science” werden sämtliche Bestrebungen zusammengefasst, die darauf abzielen, den wissenschaftlichen Forschungsprozess offen zu gestalten und seine Bestandteile wie beispielsweise Methoden, Forschungsdaten und Publikationen frei zugänglich und nachnutzbar zu machen. Auf diese Weise können der Öffentlichkeit aber auch anderen Forschenden diese Daten und Informationen als Wissensallmende zur Verfügung gestellt werden, sodass möglichst vielen Menschen die Teilhabe an der Erstellung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglicht wird.

Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Disziplinen und Fachbereichen mit zahlreichen spannenden und interessanten Projektideen. In einem mehrstufigen Reviewprozess wurden schließlich zehn Fellows ausgewählt, die im Rahmen des diesjährigen Pilotprogramms mit einem Stipendium gefördert und bei der Umsetzung ihrer sechsmonatigen Forschungsvorhaben unterstützt werden.

Die Forschungsprojekte der ausgewählten Fellows könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie reichen von der Publikation einer Zusammenstellung der Umweltbildungsaktivitäten verschiedener NGOs auf Madagaskar über die Entwicklung eines Workflows für die Einbettung von Videos in Open Access Publikationen bis hin zu Untersuchungen der Gehirnaktivität von Honigbienen. Gemein ist allen Projekten  jedoch der Aspekt der Offenheit: Im Rahmen des Programms werden die Fellows ihre Forschungsprozesse und -ergebnisse nach den Prinzipien von Open Science öffnen und letztlich für die Allgemeinheit zugänglich und nachnutzbar machen.

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