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Zedler-Preis: Die besten Projekte Freien Wissens

Der Zedler-Preis Bild: Wikimedia Deutschland CC-BY-SA 3.0

Täglich wächst Wikipedia um hunderte neue Artikel. In jeder Sekunde werden Inhalte verbessert, ergänzt und verändert. Der Zedler-Preis für Freies Wissen ist eine Momentaufnahme der ehrenamtlichen Arbeit all jener Menschen, die sich für Freies Wissen engagieren.

Stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer werden am 24. Mai in Frankfurt engagierte Menschen aus verschiedenen Bereichen des Freien Wissens ausgezeichnet.

Externe Projekte auf der Shortlist 2014

In den folgenden Tagen bis zur Zedler-Verleihung nutzen wir die Chance, um die einzelnen Artikel und Projekte vorzustellen, die für die Shortlists des Zedler-Preises nominiert wurden. Heute widmen wir uns dabei denjenigen Projekten die dafür nominiert wurden, dass sie Freies Wissen außerhalb der Wikimedia-Projekte schufen oder zur Verfügung stellten. Im Jahr 2013 gewann wheelmap.org den Zedler-Preis in dieser Kategorie. Im Jahr 2014 sind fünf Projekte für ihre Leistungen nominiert.

Biodiversity Heritage Library

Die Biodiversity Heritage Library ist eine Bibliothek von mittlerweile mehr als 70.000 frei verfügbaren Texten aus dem Bereich der Biodiversität. Sie stellt eine Vielfalt von Dokumenten öffentlich zur Verfügung. Ihr Bestand beinhaltet zahlreiche gemeinfreie Werke mit Erstbeschreibungen von Arten.  Neben Werken mit abgelaufenem Copyright, stehen dort auch viele neuere Publikationen unter einer freien Lizenz.

Europeana 1914-1918

Mit dem Projekt Europeana 1914-1918 wurden über 400.000 Dokumente unter einer freien Creative-Commons-Lizenz der Öffentlichkeit zur Weiternutzung zur Verfügung gestellt. Darunter befinden sich Materialien zum Ersten Weltkrieg, die aus Bibliotheken und Archiven, aber vor allem auch privaten Beständen zusammengetragen wurden. Zum 100-jährigen Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs stellte Europeana 1914-1918 einen große Anteil des Bestandes online. Die gute Erschließung durch eine übersichtiche Ordnung und benutzerfreundliche Suchfunktion, helfen einer breiten Öffentlichkeit, die Dokumente einfach nutzen zu können.

Free Music Sampler

Das Open-Street-Map-Projekt zum Taifun Haiyan ist eines der nominierten Projekte. Hier sind ausgedruckte OSM-Karten vor Ort im Einsatz. Foto: esambale, CC-BY-SA 2.0

Der Free Music Sampler 2013 der Musikpiraten featured die 36 Gewinner-Songs des 5. Free! Music! Contests. Die Sieger-Bands kommen unter anderem aus Argentinien, Deutschland, Spanien, Weißrussland, Australien und den USA. Alle Titel stehen unter einer freien Creative Commons-Lizenz, was in der Musik-Szene bisher nur selten zu finden ist.

Open Street Map: Typhoon Haiyan

Das Humanitarian Open Street Map Project zeigt, was mit Open Source und ehrenamtlichem Engagement im humanitären Bereich möglich ist: Nachdem der Taifun Haiyan weitläufige Gebiete auf den Philippinen verwüstet hatte, erstellten 1.670 Freiwillige aus 82 Ländern mit Hilfe von Satellitenbildern detaillierte OpenStreetMap-Karten der betroffenen Region. Das freie Kartenmaterial konnte für die  Rettungseinsätzen von Hilfsorganisationen genutzt wurden.

One Million Scans

Microsoft und die British Library erhalten eine Zedler-Nominierung für ihre Kooperation zur Veröffentlichung gemeinfreier Werke. Bei diesem herausragenden Beispiel Kooperationsmöglichkeiten zwischen privaten Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, wurden mehr als 1.000.000 Scans von Seiten aus etwa 65.000 gemeinfreien Bücher eingescannt und veröffentlicht. Microsoft hatte den Scan übernommen, die British Library stellte die Werke auf dem Bild- und Fotoportal Flickr ein.

Die Jury

Philipp Otto ist Partner beim iRights.Lab, Redaktionsleiter von iRights.info und Leiter des Projekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“. Der Rechtswissenschaftler, Berater und Journalist ist zudem Projektleiter des vom BMEL(V) geförderten Informationsportals iRights Cloud sowie Gründer des Verlages iRights.Media.

Raul Krauthausen studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der UdK Berlin. Eine Zeit lang moderierte er eine Show für Menschen mit Problemen beim Radiosender Fritz. 2004 gründete er den Verein Sozialhelden. Im April vergangenen Jahres verlieh ihm der Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz für seine Arbeit rund um wheelmap.org, einer freien Online-Karte zum Auffinden rollstuhlgerechter Orte.

Holder schreibt seit Anfang 2005 für die Wikipedia. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Wikipedien in kleinen Sprachen, vor allem die Alemannische Wikipedia, wo er auch Administrator und Bürokrat ist.

Zur Preisverleihung

Die Preisverleihung findet statt:

24. Mai 2014, 19 Uhr

im Westhafen-Pier

Rotfeder-Ring 1

60327 Frankfurt am Main

EINTRITT FREI

Die Verleihung findet nach der Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland statt. Zur Anmeldung.

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Deutsche Digitale Bibliothek: Stand des Probebetriebs

Auf Einladung der Arbeitsgruppe Kulturelles Erbe des Internet & Gesellschaft Collaboratory gab es am 5. September in den Räumen der Berliner Staatsbibliothek eine Vorführung zum aktuellen Stand der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB). Die Präsentation übernahm Frank Frischmuth, DDB-Geschäftsführer.

Eine sehr erfreuliche Nachricht gab es dort hinsichtlich der Lizenzierung der Metadaten zu den in der DDB eingestellten Objekten: In einer bald für Entwickler freizuschaltenden API der DDB werden ausschliesslich die unter Creative C0mmons Zero freigegebenen Metadaten weitergegeben.  Wie in früheren Blogpostings (April 2012 und November 2012) berichtet, hat man sich bislang noch nicht festlegen können, ausschliesslich unter Creative Commons Zero freigegebene Metadaten in die DDB aufzunehmen. Der Kooperationsvertrag benennt war CC0 als Regelfall, erlaubt aber den Einrichtungen, auf die Freigabe der Metadaten zu verzichten. Diese Entscheidung ist insbesondere deshalb bedauerlich, weil die DDB als nationaler Aggregator für Europeana arbeiten soll und darum am Ende auf Daten sitzen wird, die aus lizenzrechtlichen Gründen gar nicht an Europeana weitergegeben werden können. Die Entscheidung, nur CC0-freigegebene Metadaten über die API anzubieten ist eine pragmatische und sinnvolle Entscheidung. Konsequent weitergeführt wird sie in der Entscheidung münden, genauso wie Europeana ausschliesslich CC0-Metadaten von Kooperationspartnern anzunehmen.

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Open Knowledge in Action: Es gibt noch viel zu tun …

GLAMbora report aus Helsinki: Man trifft sich in einem gepflegten Konferenzraum. Das Ambiente ist deutlich angenehmer gestylt als an vergleichbaren Orten in Berlin oder Dornbirn. Helsinki feiert seinen 200. Geburtstag und sich als Welthauptstadt des Designs. Davon profitierten die Besucher des Welt ersten Open Knowledge Festivals. Etwa dreißig Teilnehmer trafen sich zum Teilevent „Building Cultural Commons“ zu Gast bei der finnischen Stiftung Sitra . Neben finnischen Open-Access-Aktivisten und Vertretern von Kultureinrichtungen (nachfolgend GLAMs nach dem englischen Akronym für Galeries, Libraries, Archives and Museums) waren US-amerikanische und europäische Open-Data-Akteure da. Präsentationen wurden gezeigt, ein Etherpad zusammengeschrieben und eifrig diskutiert. Aber was bleibt?

Paul Keller von Kennisland machte in seinem Vortrag deutlich, wie schwierig die Zusammenarbeit mit GLAMs bis heute ist. Das zentrale Problem ist die oft schwierige Rechtslage. Wir alle sprechen mit den Kultureinrichtungen über die digitale Öffnung, aber sie sind nur selten tatsächlich die Lizenzeigentümer der Kulturschätze, die sie horten. Und selbst, wenn sie die Sachwalter von gemeinfreien Erbstücken sind, dann fällt es ihnen sehr schwer, auf ihre bisherige Souveränität als Doyen zu verzichten. Viele möchten die Kontrolle über die Interpretation und Verfügung ungern mit dem „Unbekannten“ im Netz teilen. Trotz der Fortschritte, die erzielt wurden, bleibe noch viel zu tun, klagt Keller. Sein Credo von mehr Austausch über Fallbeispiele und mehr konzertierte Lobbyarbeit die Lizenzrechtsfragen betreffend zog sich wie ein roter Faden durch die kommenden Sessions.

Auch Harry Verwayen von Europeana schilderte anhand des bald schon sprichwörtlichen Beispiels des inzwischen gelben Milchmädchens von Vermeer zwar die guten Fortschritte beim freien Zugang zu den Metadaten der GLAMs. Wissenschaftler und Laien können so schneller die Orte finden, an denen die Quellen gelagert werden, nach denen sie suchen. Nur müssten jetzt die nächsten Schritte unternommen werden, um diese Veröffentlichung für alle stärker nutzbar zu machen. Wie Keller sah auch er Wikipedia und ihre Schwesterprojekte als ein Vorbild, dessen Potenziale aber noch auszuweiten seien.

Auch die nachfolgenden Beiträge zeigten: Wir, die Open-Data-Akteure, müssen stärker und kontinuierlicher zusammenarbeiten, wenn wir tatsächlich das kulturelle Erbe in das digitale Zeitalter mitnehmen wollen. Dafür brauchen wir noch mehr Vermittler, die verständnisvoll zwischen beiden Welten– der der GLAMs und der der Netzaktivisten – vermitteln. Wir brauchen mehr Ideen und Geschäftsmodelle, die das digitalisierte Kulturerbe lebendig werden lassen. Ein Beispiel ist die Verlinkung von Metadaten der Deutschen Nationalbibliothek über die Personennamensdatei zu Wikipedia-Artikeln. Ein anderes die App eines Reiseführer-Verlages, die dem User denkmalgeschützte Bauwerke in seinem Umfeld anzeigt, diese mit ggf. vorhandenem Wikipedia-Artikel verlinkt und gleichzeitig den User einlädt, sein Foto des Denkmals auf Wikimedia Commons hochzuladen. Zur Entwicklung solcher und ähnlicher kreativer Geschäftsmodelle müssen Entwickler und Kultureinrichtungen aber enger vernetzt werden. Wir könnten als gemeinnützige Organisationen mit Brücken in die Freiwilligenarbeit diesen Dialog befördern. Und Michael Edson von der US-Smithsonian Institution forderte die Kultureinrichtungen auf, die dafür nötigen Ressourcen durch Umschichtung freizumachen. Die Organisatoren des Festivals für den GLAM-Bereich, Sam Leon und Joris Pekel von der Open Knowledge Foundation, haben es dankenswerter Weise übernommen, alle engagierten Mitstreiter u.a. zu nachfolgenden Arbeitskreisen einzuladen:

* Lobbyarbeit für Urheberrechtsliberalisierung und Verwaiste Werke

* Dokumentation der Fallbeispiele

* Verbesserte Erforschung der Bedarfe der GLAM (Screening)

* Ideen für Veranstaltungsformate für mehr Vernetzung

Wer weiß, vielleicht machen wir zusammen in Brüssel eine WG auf und nennen sie Commune ouverte 3.0. Dort feiern wir mit den Kulturleuten GLAMouröse Liberationparties. So machen es doch die Wirtschaftslobbyisten! Wäre nicht das schlechteste Ergebnis einer ganztägigen Session im regnerischen Helsinki.

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Die Freiheit geb‘ ich Dir: Europeana-Metadaten nun komplett unter CC0

Nach einer angemessen langen und gründlichen Diskussion hat das europäische Kulturportal Europeana mit dem gestrigen Tage die Umstellung auf eine vollständige CC0-Lizenzierung aller Metadaten abgeschlossen. CC0 (Creative Commons Zero) bedeutet in der Praxis, dass aus urheberrechtlicher Sicht alle Formen der Nachnutzung frei von Bedingungen möglich sind. Wer darüber hinaus nicht nur legal, sondern auch sozialadäquat diese Daten nutzen möchte, erhält mit den Usage Guidelines eine Reihe von unverbindlichen, aber in der Regel sehr praktischen Ratschlägen, wie diese Daten nachgenutzt werden sollten. Diese Zweiteiliung ist sehr hilfreich und allen Kultureinrichtungen zur Nachahmung empfohlen, unter anderem fährt die British Library mit ihren Metadaten ein ähnliches Konzept, wie auch inzwischen viele andere Nationalbibliotheken und Verbünde.

Wir begrüßen diesen Schritt und hegen weiterhin die Hoffnung, dass auch der deutsche Zuträger zu Europeana, die Deutsche Digitale Bibliothek, bei ihrem Metadatennutzungskonzept auf restriktivere Lizenzmodelle verzichten wird.

Neben einer API zum Download einzelner Datensätze gibt es von Europeana schon seit einiger Zeit ein Komplettdownloadmöglichkeit aller Metadaten unter http://data.europeana.eu/download/, dort sollte auch ein Paket mit Stand September 2012 erscheinen.

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