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Datenpartnerschaften mit Wikidata: Projekt Durchblick

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Dr. Georg Schelbert arbeitet an der  Humboldt-Universität Berlin im Institut für Kunst- und Bildgeschichte (IKB) und ist dort als Leiter der Mediathek tätig. Er beschäftigt sich gleich im mehrfachen Sinne mit Durchblick: zum einen geht es um Dias, durch die man ganz konkret hindurchsehen kann. Zum anderen geht es bei dem Projekt darum, einen Durchblick bei einem großen Kulturschatz zu gewinnen. Dabei setzt das Projekt Durchblick der HU auf Wikidata. In dieser Form ist die Datenpartnerschaft mit Wikidata nicht auf eine Datenspende bezogen, sondern darauf, Wikidata als Dreh- und Angelpunkt für andere Datensammlungen zu benutzen, um für Objekte in Sammlungen gemeinsame Identifikationsnummern zu haben.

Worum geht es bei Durchblick? Was ist das für eine Sammlung und wie ist sie zu Stande gekommen?

Wir haben unser Projekt kurzerhand „Durchblick!“ genannt, weil wir uns die Aufgabe gestellt hatten, eine große Menge von Glasdias, die viele Jahrzehnte lang im Fach Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität verwendet wurden, wieder zugänglich zu machen.

Jedes kunsthistorische Institut hatte und hat mehr oder weniger große Diasammlungen, die in Vorlesungen und Seminaren eingesetzt wurden. Dabei kamen vor allem zwei Formate zum Einsatz: Zunächst die sogenannten Glasdias oder Großdias, die so heißen, weil die schwarzweisse Fotoschicht direkt auf einer 8,5 x 10cm großen Glasplatte aufgebracht ist und die seit dem späten 19. Jahrhundert und bis nach der Mitte des 20. Jahrhunderts produziert wurden. Und dann die sogenannten Kleinbilddias, die letztlich auf farbigen 35mm-Kinofilm zurückgehen und die von den 1940er Jahren bis heute gebräuchlich waren. Im Projekt Durchblick interessieren uns nur die Glasdias. Die Berliner Sammlung ist eine der ältesten und größten Bestände, da einige der Berliner Kunstgeschichtsprofessoren wie Herman Grimm (Sohn von Wilhelm Grimm) oder Heinrich Wölfflin das Potential der projizierten Fotografie früh erkannten und nutzten. Die Sammlung spiegelt damit auch die Interessen berühmter Fachvertreter in Forschung und Lehre. Zwar besteht heute nach Kriegsschäden ein erheblicher Anteil des Bestands aus Ersetzungen und Ergänzungen seit den 1950er Jahren, aber dadurch kamen auch zeitbedingt interessante neuere Bildthemen wie DDR- und Sowjetkunst, Städtebau und sogar Verkehrsplanung hinzu. Weiterlesen »

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Data Partnerships in Wikidata: Project Durchblick

Dieser Beitrag ist auch auf Deutsch verfügbar.

Dr. Georg Schelbert works at the Humboldt-Universität Berlin at the Institut für Kunst- und Bildgeschichte (IKB) as the head of the media library. His project „Durchblick“ may be translated as „Through the Looking-Glass“ in more than one sense: As it is about glass slides, it literally deals with glass you can see through.  But the project is also about gaining insights from a vast collection of cultural assets, almost like exploring the wonderland hidden in it. Project Durchblick makes extensive use of Wikidata. This kind of data partnership does not come in the form of a data donation, but rather as using Wikidata as a hub for other data collections in order to provide objects in collections with common identifiers.

What is Durchblick all about? What kind of collection is that and how did it start?

We decided to call our project „Durchblick!“, as we faced the task to explore a large number of glass slides that had been in use for many decades in the department for the history of art at the Humboldt-Universität and make them accessible again. 

Every institute for the history of art has more or less large collections of slides that are used in lectures and seminars. Primarily, two formats are used: First, the larger glass slides where a black and white film is applied directly to a pane of the format of 8,5 x 10cm that were produced since the late 19th until the middle of the 20th century. And then the so-called small picture slides that emerged from the 35mm color film format as used in movie theaters that have been in use from the 1940s until today.  We focus only on the glass slides with Durchblick. The Berlin collection is one of the oldest and largest, as some of the Berlin professors of art history like Herman Grimm (son of Wilhelm Grimm) or Heinrich Wölfflin discovered and used the potential of projected photographs quite early. Thus, the collection also reflects the interests of famous representatives of the field in research and teaching. Today, after damages caused by wars, a significant amount consists of replicas and additions made in the 1950s, however over the the time also many interesting new themes were added, such as East German or Soviet art, urban development, or even traffic planning. Weiterlesen »

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