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Auf dem Pfad der Dämmerung

Das Projekt „Chapters Dialogue“ hat seinen Abschluss gefunden

Vielleicht kann sich die eine oder der andere noch erinnern: vor gut einem Jahr initiierte ich in der Stabsstelle Internationales von Wikimedia Deutschland das Projekt „Chapters Dialogue“. Hauptziel des Projektes war, es zu erfahren, was die Menschen in den Wikimedia-Chaptern (Ländervertretungen) weltweit bewegt, was sie motiviert und vor welchen Problemen sie stehen. Nach 94 Interviews mit Wikimedianerinnen und Wikimedianer auf der ganzen Welt haben sich sechs Fragen herauskristallisiert, die für das Wikimedia Movement von Bedeutung sind. Im Folgenden eine deutschsprachige Zusammenfassung des Projektberichtes.

Projektleiterin Nicole Ebber (links) und Projektmanagerin Kira Krämer
(by Dominic Ernst, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Wikimedia ist eine globale Bewegung. Die Wikimedia Foundation betreibt Onlineprojekte wie die Wikipedia, sammelt Spenden und verteilt diese an die weltweiten Communities. Diese kämpfen und arbeiten gemeinsam für Freies Wissen. In den letzten zehn Jahren hat sich ein ganzes Netzwerk aus Wikimedia-Organisationen gegründet, die alle gemeinsam die gleiche Idee vor Augen haben: Eine Welt, in der das gesamte Wissen der Menschheit jedem frei zugänglich ist. Gemeinsam betreten diese Organisationen Neuland, denn etwas Vergleichbares, das die Gesellschaft auf diese Art beeinflusste und die Welt veränderte, gab es bisher nicht.

Die Wikimedia-Chapter, zu Deutsch in etwa „Ländervertretungen“, sind Teil dieser internationalen Bewegung. Sie sind sogar elementar, denn sie übernehmen viele Aufgaben und viel Verantwortung. Sie unterstützen lokale Communities und kämpfen vor Ort für Freies Wissen. Und sie stehen für die Vielfalt der Bewegung.

Diskussionen und Dissenz

Doch gleichzeitig gibt es auch viele Diskussionen und Dissenz in der Wikimedia-Bewegung. Es geht um die Beziehungen untereinander, Verantwortlichkeiten und die Herausforderungen, vor denen diese Bewegung bestehend aus Foundation, Chaptern, Freiwilligenkommittees und Communites steht. Diese Diskussionen werden jedoch selten offen ausgetragen und genau so selten sind alle Beteiligten miteinbezogen. Außerdem gibt es kein gemeinsames Verständnis davon, was die Chapter eigentlich erreichen sollten, können oder wollen. Es wurde nie vereinbart, welche Aufgaben und Ziele sie konkret haben, noch welche Unterstützung sie brauchen. Und auch nicht, wer diese Unterstützung leisten soll.

Wir von Wikimedia Deutschland wollten deswegen herausfinden, was eigentlich hinter diesen sagenumwobenen „Chaptern“ steckt. Uns war es wichtig, dass die Bewegung eine fundierte Grundlage hat, um ihre zukünftigen Pläne und Entscheidungen auf ein solides Fundament zu stellen. Aus diesem Grund begann im Frühjahr 2013 ein Projekt, um die Bedürfnisse, Ziele und Geschichten der Chapter und ihrer Anspruchsgruppen („Stakeholder“) zu erfahren. Um den offenen und kommunikativen Charakter des Projektes hervorzuheben, haben wir es „Chapters Dialogue“ genannt.

Wie aus 94 Interviews eine „Landkarte der Wikimedia-Welt“ wurde

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Chapters Dialogue beginnt!

Auf der Wikimania in Hong Kong waren unglaubliche viele Menschen des Wikiversums vertreten (von Qweaz, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Für das Kick-Off des Chapters Dialogue hätten wir – die Stabsstelle Internationales – uns keinen besseren Ort als die Wikimania 2013 in Hong Kong wünschen können: Zahlreiche Menschen der Wikimedia-Chapter aus aller Welt sowie Mitglieder der Wikimedia Foundation, des Boards of Trustees, des Funds Dissemination Committees (FDC) und des Affiliation Committees (AffCom) kamen zusammen, um fünf Tage lang das breite Themenspektrum des Wikimedia-Universums zu diskutieren. Die perfekte Gelegenheit für Nicole Ebber und Kira Krämer also, um mit möglichst vielen Leuten über unser neues Projekt „Chapters Dialogue“ zu sprechen. Für Kira bot sich sogar die Möglichkeit, bereits erste Interviews führen zu können.

Was ist Chapters Dialogue nochmal?

Bei dem Projekt Chapters Dialogue geht es darum, Bedürfnisse, Ziele und persönlichen Geschichten von allen Wikimedia-Chaptern und weiteren Organisationen strukturiert zu sammeln und auszuwerten, um ein gemeinsames Verständnis der momentanen Situation des Wikimedia-Universums zu schaffen. Und was könnte einen Dialog besser starten, als ein persönliches Gespräch? Hierfür gab es auf der Wikimania genügend Gelegenheiten.

Vorstellung des Projekts auf der Pre-Conference der Wikimania

Gestartet sind wir mit einer zweistündigen Session auf der sogenannten Pre-Conference, welche die zwei Tage vor der eigentlichen Konferenz stattfand: Nicole Ebber und Kira Krämer stellten das Projekt und die geplante Vorgehensweise vor, um anschließend die Diskussionsrunde zu eröffnen und Feedback von den Teilnehmern einzusammeln. Gerade bei den Fragen, die wir vorab auf Meta-Wiki veröffentlicht haben, gab es viel Diskussionsbedarf:

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Doch wir können davon lernen / Wie wir leben wollen*

Die Verbesserung der Erde, Foto: Niccolò Caranti, cc-by-sa 3.0

Im Jahr 2004 gründete sich Wikimedia Deutschland als erste nationale Ländervertretung der Wikimedia Foundation („Chapter”) außerhalb der USA. Seit der Gründung des Vereins sind zahlreiche weitere Chapter in der Welt dazugekommen – erst letzte Woche konnten wir mit Wikimedia Uruguay das 40. Chapter in der Wikimedia-Familie aufnehmen. Doch Chapter sind nicht mehr alleine – inzwischen sind auch thematische Organisationen und Nutzergruppen dazu gekommen. Das Wikimedia-Universum verstehen wir als großes Netzwerk von Organisationen, die miteinander arbeiten und Projekte voranbringen.

Für Wikimedia Deutschland ist die internationale Zusammenarbeit wichtiger denn je. Wir arbeiten im Interesse einer gemeinsamen Mission und mehrerer Online-Projekte, die nationale Grenzen nicht kennen. So sehen wir auch die Arbeit der Chapter: Grenzenlos und in beständiger Partnerschaft. Doch um unsere Zusammenarbeit verstärken zu können, sind wir der Ansicht, dass wir bisher viel zu wenig wissen. Was sind eigentlich Chapter? Wie arbeiten sie? Was bewegt sie? Wir teilen das gemeinsam Ziel, aber haben wir auch einen gemeinsam Weg dahin? Wie ist das Verhältnis zwischen Ländervertretung und Online-Community: Näher, enger, anders als in Deutschland? Wie können wir mehr voneinander lernen?

Unsere Idee: Chapters Dialogue

Kira Krämer, Expertin im Bereich Design Thinking & User Research,
Foto: Ralf Roletschek, cc-by-sa 3.0

Um an dieses Wissen zu gelangen, haben wir das Projekt Chapters Dialogue ins Leben gerufen. Damit wollen wir die Bedürfnisse, Ziele und persönlichen Geschichten von allen Chaptern und den Organisationen in der Wikimedia-Bewegung strukturiert sammeln und auswerten.

Für die nächsten sechs Monate unterstützt uns Kira Krämer, Expertin in den Bereichen Design Thinking & User Research. Zusammen werden wir das Projekt gestalten, umsetzen und evaluieren. Das Ziel des Chapters Dialogue ist es, einen Überblick über die Welt der Wikimedia Chapter und ihrer zahlreichen Stakeholder zu gewinnen.

 

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist ein „process framework”, das sich stark auf Kontext, Werte und Bedürfnisse des Nutzers fokussiert (Nutzer sind für uns in diesem Falle die Chapter). Der nutzerzentrierte Ansatz sieht es vor, eine Fragestellung erst aus allen Blickwinkeln zu beleuchten und zu verstehen, bevor man mit Überlegungen zu möglichen Lösungen anfängt. Das erlaubt es, ein tiefes Verständnis über alle Beteiligten und den komplexen Kontext zu erlangen. Design Thinking hat einen starken, sogenannten „iterativen” Charakter: Das heißt, dass der Arbeitsprozess im Verlauf des Projektes immer wieder angepasst werden kann. Damit können Fehler direkt korrigiert und Erkenntnisse gleich in die Tat umgesetzt werden.

Mit dem Feedback, das wir von den einzelnen Chaptern und weiteren Beteiligen (Wikimedia Foundation, Affiliations Committee, Funds Dissemination Committee, Wikimedia Chapters Association, lokale Communities) einsammeln, werden wir “iterativ” unser Vorgehen immer wieder anpassen, korrigieren, erweitern. Wir wollen das Projekt offen und transparent gestalten und laden alle Chapter und interessierten Personen ein, sich zu beteiligen.

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