Posts Tagged ‘Community’



Fahrplan Digitalpolitik – Was planen Union und SPD für Freies Wissen?

Was bringt der Koalitionsvertrag für Freies Wissen? Foto: Bernd Fiedler (WMDE) [CC BY-SA 4.0]

Gut beschlossen ist noch lange nicht umgesetzt. Trotzdem sind im Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU einige vielversprechende Punkte für Freies Wissen eingeflossen, von denen wir hoffen, dass sie auch tatsächlich bald in die Praxis umgesetzt werden.

Den größten Raum bei allen Digitalisierungs-Diskussionen nehmen die Themen Netz-Infrastruktur, Breitband-Ausbau und Netzabdeckung ein. Das sind wichtige Faktoren für den Zugang zu Freiem Wissen. Größeres Augenmerk legen wir jedoch auf einen guten Regelungsrahmen, der den freien Zugang zu Informationen für alle Menschen gewährleistet.

Dies sind die Anliegen, die uns im Koalitionsvertrag besonders am Herzen lagen:

  1. Bildungsgerechtigkeit durch freie, das heißt nachnutzbare Materialien
  2. Klare Regelung zu amtlichen Werken
  3. Ausdrückliche Festlegung des Grundsatzes “Öffentliches Geld – Öffentliches Gut”

Was davon findet sich im vorliegenden Koalitionsvertrag wieder?

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Die verantwortungsvolle Community als Alternative zum NetzDG

Wer entscheidet, was im Netz stehen darf? Foto: Aythami Melián Perdomo, CC BY SA 2.5 esp

Ein Beitrag von Dominik Theis, der ein Praktikum im Bereich Politik & Recht absolviert.

Die aktuellen politischen Entwicklungen auf Bundes- und EU-Ebene beeinflussen auch die Rahmenbedingungen für Freies Wissen und die Wikimedia-Projekte. Häufig geht es dabei darum, was im Netz stehen darf und was nicht.
In diesem Beitrag widmen wir uns dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) aus der Perspektive von Community-Prinzipien. Unsere Beiträge zum Thema Uploadfilter sind hier zu finden.

Am 01. Oktober 2017 trat das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz – NetzDG) in Kraft. Nach Verstreichen der Übergangszeit zu Beginn des Jahres 2018 entfaltete das Gesetz seine volle Wirksamkeit und ließ die Debatte um seine Sinnhaftigkeit erneut lauter werden. Während sich die Befürwortenden zurzeit mit massiver Kritik aus unterschiedlichen Richtungen auseinandersetzen und sich die Fronten zu verhärten scheinen, möchte Wikimedia Deutschland eine Alternative vorschlagen, einen dritten Weg zwischen versagender Durchsetzung durch Nichtstun und vorauseilender, massenhafter Löschungen auf Basis des NetzDG: Die verantwortungsvolle Community. Weiterlesen »

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Jungwikipedianer-Treffen in Düsseldorf

In diesem Gastbeitrag schaut Benutzer:Zenith4237 auf das erfolgreiche Treffen der Jungwikipedianer in Düsseldorf zurück.

Die Jungwikipedianer (kurz JWP) sind eine Gemeinschaft von und für jüngere Benutzer. Vom 15. bis zum 17. Dezember trafen sich 25 aktuelle und ehemalige Mitglieder in Düsseldorf, um dort insbesondere den jüngeren Wiki-Nutzern zu ermöglichen, sich in einer entspannten Atmosphäre untereinander auszutauschen. Auf dem Programm standen mehrere Diskussionsrunden sowie eine Reihe von „Lightning Talks“, in denen die Mitglieder in Kurzvorträgen über selbst gewählte Themen referierten.

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Herzlich willkommen, Johanna Strodt!

Johanna Strodt; Bild: Jan Apel, CC BY-SA 4.0

Wir freuen uns sehr, dass Johanna Strodt seit Mitte Januar als Projektmanagerin für Community-Kommunikation unser Team im Bereich Software-Entwicklung an der Schnittstelle zwischen Ehrenamtlichen und der Softwareentwicklung verstärkt.

Sie wird den Autorinnen und Autoren im Projekt technische Wünsche in der deutschsprachigen Wikipedia als Ansprechperson zur Seite stehen und darüber hinaus zu größeren technischen Projekten der Wikimedia Foundation informieren.
Mit der Ankunft von Johanna wird Birgit Müller sich verstärkt um die internationale Kommunikation und Koordination rund um die technischen Wünsche kümmern und die Zusammenarbeit mit anderen Sprachcommunities, freiwilligen Entwicklerinnen und Entwicklern sowie Teams der Wikimedia Foundation weiter auf- und ausbauen.

Johanna bringt langjährige Erfahrung im Projektmanagement in der Softwareentwicklung und als “kommunikative Schnittstelle” mit. Nach ihrer Tätigkeit als Projektmanagerin für die Produktion digitaler Medien eines Bildungsverlags und dem Engagement in einer Kreativagentur hat sie nun zu Wikimedia gefunden, um sich für die Zusammenarbeit mit Nutzerinnen und Nutzern und der Zugänglichkeit der technischen Wünsche für alle Autorinnen und Autoren zu engagieren.

Johanna kann kommunizieren. Dabei kann sie nicht nur die Sprache von nicht technisch Affinen und von Programmierern und Programmiererinnen treffen, sondern auch snacken op Plattdüütsch. Und neben den Rezepten in Projektprozessen beherrscht sie leckere Backrezepte.

Willkommen, Johanna!

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Herzlich willkommen, Maria Heuschkel!

Maria Heuschkel; Bild: Jan Apel, CC BY-SA 4.0

Ich freue mich sehr, dass Maria seit dem 15. November 2016 das Team Ideenförderung als Projektassistenz verstärkt. Zu ihren Hauptaufgaben gehört die direkte Unterstützung von Ehrenamtlichen bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Vorhaben.

Sie stellt sich hier kurz mit eigenen Worten vor:

„Nach verschiedenen Stationen und Aufenthalten in Zwickau, Marburg, Beijing und Bangkok, einem Bachelorstudium mit dem umständlichen Namen Languages and Business Administration im chinesischsprachigen Kulturraum und einem Master der International Development Studies, habe ich es mir nun in Berlin gemütlich gemacht und freue mich darauf, die Community bestmöglich zu unterstützen. Die verschiedenen Wikimedia-Projekte leben vom Engagement und Enthusiasmus der Ehrenamtlichen und ich bin gespannt auf die künftige Zusammenarbeit. In freien Minuten beschäftige ich mich gern mit Yoga, Pilates (oder auch Yogilates) und mit inhaltlichen Themen wie Menschenrechten, Menschenhandel und Migration.“

Für Fragen und Anregungen steht Maria sehr gerne zur Verfügung: maria.heuschkel@wikimedia.de

Zur Wikipedia-Benutzerseite von Maria als WMDE-Mitarbeiterin: Benutzerin:Maria Heuschkel (WMDE)

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Perspektivwechsel

 

Erkenntnisse aus dem internationalen Treffen der GLAM-Koordinatoren auf der Wikimania 2016

Rechts spielende Bambini, links lebhafte Fußballfans beim Achtelfinale der EM und dazwischen fast 20 hochkonzentrierte GLAM*-Koordinatoren der Wikimedia Bewegung. Wir befinden uns circa 900 Meter über dem Meeresspiegel in einer kleinen Bergstadt in der Lombardei (Italien). Für eine knappe Woche lebten mehr als 2000 Menschen in Esino Lario. Denn dort auf der Wikimania versammelten sich ca 1200 Mitglieder der weltweiten Wikimedia-Bewegung, um sich über neueste Trends auszutauschen und innovative Projekte vorzustellen. Aus Schweden, Estland, Finnland und England. Aus Spanien, Baskenland, Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, Schweiz, und vermutlich habe ich auch noch einige Länder in der Aufzählung vergessen, kamen viele derjenigen, die sich beruflich oder ehrenamtlich damit beschäftigen, für mehr #wikiGLAM in den Wikimedia-Projekten zu sorgen. Denn natürlich sind Gemälde, Archivalien, museale Objekte und Bücher – genauer ihre digitalen Derivate – von großer Bedeutung für alle Wikimedia-Projekte. Via Wikimedia-Commons sollen Bilder aus den GLAM-Sammlungen Wikipedia-Einträge veranschaulichen und attraktiver gestalten. Daten zum kulturellen Erbe aus den Museen und Archiven sollen Wikidata-Einträge vervollständigen. Buchscanns werden für den Ausbau von Wikisource gebraucht. Freiwillige und Funktionäre fackeln nicht lange, wenn eine Museumstür sich ihnen öffnet. Wir wissen, was wir wollen.

In einer Pariser Galerie: Der Wunsch sich das Schöne anzueignen. Photo von Valfex [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Blickrichtung tauschen

Aber nach circa fünf Jahren GLAM-Arbeit ist es Zeit sich zu fragen, wie können wir besser werden? Wie kann es uns gelingen, noch besser zusammenzuarbeiten? Wie können wir besser miteinander lernen? Es ist ein guter Moment diese Fragen zu stellen. Denn erst vor Kurzem hat die Trägerin aller Wikimedia-Projekte, die Wikimedia Foundation, Alex Stinson als Wiki-GLAM-Strategen eingestellt. Er wird uns in Zukunft dabei unterstützen und antreiben, Antworten auf die obigen Fragen zu finden.

Doch schon zwischen Bambini und Fußball wurde mir eines in Esino Lario ganz deutlich. Wir brauchen einen Perspektivwechsel. Und während ich noch die letzten Krümmel der Wikimania-Kekse genieße, möchte ich diesen Wechsel kurz skizzieren. Wir müssen uns in Zukunft noch stärker an den Bedarfen der GLAM-Institutionen orientieren. Nur so werden wir erreichen, was wir wollen. Da wir ja genau wissen, was wir brauchen, suchen wir nach den Möglichkeiten es zu bekommen. Denn wer gibt nicht gern, wenn er dabei gewinnt? Seit den Pionierzeiten von Wikipedia hat sich die Welt ein Stück weit verändert. Vielen Museumsdirektorinnen und Archivleitern, führenden Bibliothekarinnen und Kuratoren ist inzwischen klarer, die digitale Welt ist keine Parallele zur Realität, sondern ein Teil von ihr geworden. Sie wissen, dass ihre Besucher und vor allem ihr Nicht-Publikum jährlich mehr Zeit mit mobilen Computern verbringt und erwartet, im Netz möglichst personalisierte Angebote zu finden, die es weiter nutzen kann. Die Welt fände in der hohlen Hand Platz.** Ein Bild von der württembergischen Krone per Snapchat verändern, kommentieren und raus in den Orbit der digitalen Freundschaften schicken, eine App herunterladen, die mir beim Spaziergang durch Berlin, die Standorte zu Hans Baluscheks Gemälden anzeigt natürlich mit einer Ansicht des jeweiligen Gemäldes. Eine One-Minute-Skulptur von Erwin Wurm auf Twitter teilen, ein Foto vom Besuch einer Pariser Galerie oder Bilder einer Modeausstellung in einen Blogpost einbinden können. Das sind heute nicht nur für digital natives selbstverständliche Handlungen, wenn auch, wie wir gesehen haben, nicht immer als legal angesehene. Aber soll man solche Nachnutzungen überhaupt ermöglichen? Und wie macht man das? Weiterlesen »

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Gedruckte Wikipedia

Blick in die Galerie zur Ausstellung „Print Wikipedia“
Foto: Conrad Nutschan, Lizenz: CC0

Ein Gastbeitrag von Wikipedia-Autor Conrad Nutschan

Die Meinungen in der Community, ob es eine gedruckte Ausgabe der deutschen Sprachversion der Wikipedia geben sollte, tendieren eher dazu, dass der Aufwand der Praktikabilität und dem Sinn gegenübergestellt nicht gerechtfertigt sei. Um so mehr freuten sich einige teilnehmende Wikipedianerinnen und Wikipedianer in Berlin am 31. Mai 2016 beim „Wikipedian focused walkthrough and discussion“ in der Ausstellung des Künstlers Michael Mandiberg, ein Gefühl für einen möglichen Ausdruck des Enzyklopädieprojektes zu bekommen. Wikimedia Deutschland hat Interessenten vom WikiProjekt Druck die Anreise unterstützt und vor Ort für die Gäste etwas zu Naschen organisiert.

In den Räumlichkeiten der gemeinnützigen, kuratorischen Initiative Import Projects in Berlin ist es möglich, die potentielle Dimension der 3406 Bände zu genießen und in einer Auswahl der  Bücher zu schmökern. Am Ende der Ausstellung soll jeder Band der deutschsprachigen Wikipedia bei einem Buch-auf-Bestellung-Anbieter bestellbar sein. Import Projects selbst ist bestrebt, Schnittstellen zwischen Technologie, der persönliche Identität und der Gemeinschaft zu erkunden. Weiterlesen »

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Nelsons drei Streifen

Zwei Tage im Textilmuseum auf GLAM on Tour[1]

Historischer Schaufensterkopf mit Hut in der Ausstellung „Die Macht der Mode“ . Foto von Ziko van Dijk  CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

 gemeinschaftlich verfasst mit Geolina163

An einem Junitag unter dem Dach der alten Spinnerei ist es noch heute stickig. Doch vor 230 Jahren war die Luft für die hier arbeitenden Kinder richtig ungesund. Damals wurde die Textilfabrik als erste Baumwollmaschinenspinnerei auf dem europäischen Kontinent von dem Kaufmann und Industriespion Brügelmann gegründet. Da haben wir es heute besser. Zwanzig digital volunteers, Studentinnen für Modejournalismus, gestandene Wikipedianer nicht nur aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet so wie eine kleine Delegation Weitangereister tauchen ein in die Ausstellung Die Macht der Mode”. Wir sind zur Gast im Industriemuseum Textilfabrik Cromford im Landschaftsverband Rheinland. Ein umständlicher Titel für ein Kleinod an experimenteller Archäologie und Forschungssammlung von 300 Jahren Textilmode unweit von Düsseldorf. Umso pragmatischer ist Claudia Gottfried, die Leiterin des Museums. Sie hatte schon letztes Jahr Freiwilligen der Wikimedia-Bewegung das Museum im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Wikipedianischen KulTouren für eine Fototour zur Ausstellung Chapeau! geöffnet.

Jetzt wollen wir an zwei Tagen möglichst viele der ausgestellten Kleider und Modeaccessoires von 1890 bis 1930 in Text und Bild erfassen. „Sans-Ventre“-Kleider der Kaiserzeit, Pluderhosen für städtische Radlerinnen und schwarzgelbe Schnürkragentrikots für Fußballer der 20er Jahre. Der Triumph der Warenhäuser und Arbeitsplätze für Frauen. Mode zwischen gesellschaftlichen Bedarfen und nur allzu menschlichen Bedürfnissen. Die ungewöhnliche Ausstellung läuft noch bis Ende Oktober 2016. Unterm Dach stoßen wir auf eine interessante Hypothese. Ist es denkbar, dass die im deutschen Kaiserreich so populären Matrosenanzüge der Kinder mit ihren drei weißen Streifen auf den dunkelblauen Kragen letztlich eine britische Marinetradition fortführten, die mit den drei Streifen Admiral Nelsons drei Siege ehrten? Die Antwort der britischen Admiralität steht noch aus. Weiterlesen »

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Wahre Schätze: Landesmuseum Württemberg lädt ein zu GLAM on Tour

Das Landesmuseum im Alten Schloss Stuttgart. Foto: Veit Mueller, [CC-BY-SA 3.0]

Aktive der Wikipedia und des freien Medienarchivs Wikimedia Commons sind vom 3.-5. Juni 2016 herzlich im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart eingeladen. Anlässlich der neuen Schausammlung „Wahre Schätze. Antike – Kelten – Kunstkammer“ kann ein Wochenende lang an Artikeln gearbeitet werden. Dafür wird aus der Präsenzbibliothek des Museums Literatur zur Verfügung gestellt. Drei Sonderführungen geben Gelegenheit für Fotoarbeit; die KuratorInnen freuen sich danach auf Fragen und Gespräche.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts GLAM on Tour statt, bei dem Ehrenamtliche auf lokaler Ebene gemeinsam mit Kulturinstitutionen und mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland Schreibwerkstätten („edit-a-thons„), Fotoexkursionen, Sonderführungen und Vorträge zu Ausstellungen organisieren.

Editier-Workshop in der Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz. Foto: Rudolf Simon, [CC-BY-SA 3.0]

Premiere: Wikipedia-Workshop für Vereinsmitglieder

Erstmals werden anlässlich der GLAM on Tour-Station auch Vereinsmitglieder von Wikimedia Deutschland aus dem Raum Stuttgart eingeladen. Ein langjähriger Wikipedianer führt zunächst bei einem Vortrag in die Wikipedia-Basics ein, danach können die Teilnehmenden selbst mit Unterstützung von „alten Wikipedia-Hasen“ einen Account anlegen und erste eigene Editier-Schritte machen. Die regelmäßig stattfindenden Wikipedia-Einführungskurse in Stuttgart bieten Gelegenheit, diese Kenntnisse weiter zu vertiefen und gemeinsam mit anderen an Artikeln zu arbeiten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

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Wie tausende Wikipedia-Freiwillige Informationen zu den Panama Papers sammeln

Was für ein Wahnsinns-Tempo: Nur neun Minuten nach der ersten Veröffentlichung über die Panama Papers im Guardian ging der erste Artikel dazu in der englischsprachigen Wikipedia online. Eine Auswertung der Edits auf der deutschsprachigen Wikipedia-Seite zu den Panama Papers zeigt auf beeindruckende Weise, wie eine große Community innerhalb kürzester Zeit komplexe Fakten aus vielen Quellen zusammenführt und der Welt zur Verfügung stellt.

Bei den Panama Papers (zu deutsch: Panama-Papiere) handelt es sich um vertrauliche Unterlagen des Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca, die zahlreiche Fälle von Geldwäsche und Steuerhinterziehung der Kunden des Unternehmers belegen sollen. Die Veröffentlichung der Datenauswertung von 11,5 Millionen E-Mails, Briefe, Faxnachrichten, Gründungsurkunden, Kreditverträge, Rechnungen und Bankauszüge löste eine globale Debatte aus.

Bild: JCRules, Countries implicated in the Panama Papers, CC BY-SA 4.0

700 Edits + 280.000 Abrufe + 77 Quellen

In den Stunden und Tagen nach der Erstveröffentlichung des Guardian folgten immer neue Details zu Briefkastenfirmen in Panama und dem dahinter stehenden Netzwerk. Am Tag der ersten Veröffentlichung, dem 03. April um 20:09 Uhr, wurde die Seite zu den Panama Papers in der deutschsprachigen Wikipedia angelegt. Die Wikipedia-Community aus freiwilligen Autorinnen und Autoren hat in den danach folgenden Stunden und Tagen unermüdlich Informationen zu immer neuen Details der Panama Papers gesammelt. Bis zum 11. April 2016 (Stand: 16:30 Uhr) haben rund 700 Mal Menschen den Artikel über die Panama Papers in der Wikipedia editiert. 164 Autorinnen und Autoren haben mit großen und kleinen Änderungen den Beitrag vervollständigt. Rund 77 Quellen wurden dabei ausgewertet. Tendenz steigend.

Schnell folgte auch eine Grafik unter freier Lizenz, die alle in den Dokumenten genannten Länder aufzählt (siehe Grafik oben). Auf einer weiteren Seite sammelten 58 Autorinnen und Autoren alle in die Panama Papers verwickelten Personen – übersichtlich nach Herkunftsländern sortiert. Die Mühe hat sich gelohnt: Den Hauptartikel in der deutschsprachigen Wikipedia haben bis zum heutigen Tag mehr als 280.000 Mensch abgerufen.

Bild: Abrufstatistik des deutschsprachigen Artikels der Panama Papers. Quelle: Screenshot aus https://tools.wmflabs.org

Lob und Anerkennung? Verdient!

Vor der Schnelligkeit der Wikipedia-Community zogen auch Journalisten den Hut. So twitterte etwa Davey Alba, Journalistin bei der englischen Ausgabe des Magazins „Wired“: „Grund no.483, warum die Wikipedia unschlagbar ist: Sie ist schnell: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_people_named_in_the_Panama_Papers (Liste der Namen, die in den Panama Papers auftauchen).“

Die Panama Papers sind nur eines von vielen Beispielen dafür, wie die Wikipedia-Community schnell auf Ereignisse regiert. Als die besorgniserregende Ausbreitung des Zika-Viruses weltweit Schlagzeilen machte, wurden im Wikipedia-Projekt weltweit in Windeseile die wichtigsten Fakten und neue Informationen zusammengetragen. Für viele Menschen war die Wikipedia die erste Anlaufstelle, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Wikimedia Foundation hat in ihrem Blog die Edits in der englischsprachigen Wikipedia im Hauptartikel über den Zika-Virus ausgewertet. Die Zahlen sind beeindruckend.

Bild: Edits zum “Zika virus outbreak (2015–März 2016)” pro Tag seit Erstellung der Seite. Photo von Prefeitura de Votuporanga, frei lizensiert unter CC BY 2.0.

Wie geht es weiter mit den Panama Papers?

Die Informationen zu den Panama Papers in der deutschsprachigen Wikipedia werden laufend aktualisiert. Da die Wikipedia ein offenes Projekt für die Förderung und Verbreitung freien Wissens ist, kann jeder und jede beim Sammeln der Informationen helfen. Dabei gibt es jedoch Regeln zu beachten. Als Enzyklopädie ist die Wikipedia der Neutralität verpflichtet. Jeder Beitrag muss daher wertfrei gestaltet werden. Außerdem sind Belege für neue Fakten notwendig, damit die Richtigkeit der Aussagen überprüft werden kann.

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